Zur Lage der Kirche – Frage 50

"Nicht gegen jemanden, sondern für etwas"


Don Michael Gurtner: Zur Lage der Kirche

Von Don Micha­el Gurtner 

Fra­ge: Es scheint bei­na­he so, als ob zwei Wel­ten mit­ein­an­der im Kampf lägen? Jeden­falls sind es zwei sehr unter­schied­li­che Sicht­wei­sen, die da auf­ein­an­der­zu­pral­len scheinen.

Ant­wort: Ja, das stimmt sicher­lich in einer gewis­sen Hin­sicht. Wich­tig dabei ist, daß man nicht in die inne­re Hal­tung von Feind­bil­dern ver­fällt, son­dern die rea­len Gefah­ren sieht. In erster Linie kämp­fen wir nicht gegen jeman­den, son­dern wir kämp­fen für etwas! Das ist ein gro­ßer Unter­schied, weil es um etwas Inhalt­li­ches und auch Exi­sten­ti­el­les geht und nicht um per­sön­li­che Sym­pa­thien oder Anti­pa­thien. Es geht hier wirk­lich um ein Recht auf die Fül­le, die Gott uns durch sei­ne Kir­che geben möch­te und die uns vor­ent­hal­ten wird. Von die­sem Gedan­ken her ist unser Kampf nicht ein Kampf gegen jeman­den, son­dern ein Kampf für etwas. Dies zu unter­strei­chen ist wich­tig, auch gegen­über der kirch­li­chen Hierarchie.

*Mag. Don Micha­el Gurt­ner ist ein aus Öster­reich stam­men­der Diö­ze­san­prie­ster, der in der Zeit des öffent­li­chen Meß­ver­bots die­sem wider­stan­den und sich gro­ße Ver­dien­ste um den Zugang der Gläu­bi­gen zu den Sakra­men­ten erwor­ben hat. Die aktu­el­le Kolum­ne erscheint jeden Samstag.


Das Buch zur Rei­he: Don Micha­el Gurt­ner: Zur Lage der Kir­che, Selbst­ver­lag, 2023, 216 Seiten.


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