Heißt Franziskus II. Ägidius?

Die "Papabili" und die Weichenstellungen von Papst Franziskus

Die „Papabili“, die Papst Franziskus am nächsten stehen: die Kardinäle Zuppi, Tagle und Parolin (v.l.).
Die „Papabili“, die Papst Franziskus am nächsten stehen: die Kardinäle Zuppi, Tagle und Parolin (v.l.).

(Rom) Der Kreis der poten­ti­el­len Nach­fol­ger von Papst Fran­zis­kus wird immer grö­ßer, je mehr Kar­di­nä­le er ernennt. Vor allem nimmt die Wahr­schein­lich­keit zu, daß er – weit mehr als sei­ne Vor­gän­ger – selbst die Wei­chen für sei­ne Nach­fol­ge stellt. Der auf­merk­sa­me Vati­ka­nist San­dro Magi­ster lenkt den Blick auf einen neu­en „Papa­bi­le“, der kome­ten­haft am Ber­go­glio-Fir­ma­ment auf­steigt.

Der erste Kar­di­nal, der sich in Stel­lung brach­te, war Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga, der Erz­bi­schof von Tegu­cig­al­pa. Er gehört zum eng­sten Ver­trau­ten­kreis von Papst Fran­zis­kus, der ihn zum Koor­di­na­tor des C9-Kar­di­nal­s­ra­tes mach­te. Der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis ver­spiel­te sich aber sei­ne Chan­cen durch Unge­reimt­hei­ten in sei­nem Bis­tum. Die schüt­zen­de Hand von Fran­zis­kus bewahr­te ihn zwar vor dem Amts­ver­lust, doch der Auf­stieg auf den Stuhl des Petrus wird ihm nicht mehr zuge­traut.

Die pro­gres­si­ve „Schu­le von Bolo­gna“ wirbt für Kar­di­nal Luis Anto­nio Tag­le, den Erz­bi­schof von Mani­la, in dem sie den „voll­kom­me­nen Inter­pre­ten“ von Fran­zis­kus erkennt und ihn bereits als „Fran­zis­kus II.“ sieht. Fran­zis­kus mach­te ihn zum Nach­fol­ger Mara­dia­gas als Prä­si­dent der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis und am ver­gan­ge­nen Sonn­tag zum neu­en Prä­fek­ten der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für die Evan­ge­li­sie­rung der Völ­ker.

Just in dem Moment, da Tag­le die offen­sicht­li­che För­de­rung durch den regie­ren­den Papst zuteil wird, lenkt der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster die Auf­merk­sam­keit auf einen wei­te­ren Anwär­ter auf den Papst­thron – auch er ganz auf Ber­go­glio-Linie.

Doch der Rei­he nach.

Weichenstellungen

Am 25. Novem­ber gab Vati­kan­spre­cher Matteo Bruni bekannt, daß Papst Fran­zis­kus auf sei­nen per­sön­li­chen Sekre­tär, den Argen­ti­ni­er Fabi­an Pedac­chio Lea­niz, ver­zich­tet. Pedac­chio ist seit 2007 Offi­zi­al der Bischofs­kon­gre­ga­ti­on, ein Amt, das er trotz sei­ner Ernen­nung zum Sekre­tär des Pap­stes im Jahr 2013 bei­be­hielt.

Nun kehrt der Argen­ti­ni­er wie­der Voll­zeit an die Bischofs­kon­gre­ga­ti­on zurück, an der er wegen sei­ner direk­ten Nähe zum Papst bereits in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren eine zen­tra­le Rol­le spiel­te. Dazu Magi­ster:

„Es ist vor­her­seh­bar, daß er dem­nächst eine Stu­fe höher stei­gen wird mit Bischofs­wei­he und allem drum und dran.“

Magi­ster sieht in der Per­so­na­lie Vor­be­rei­tun­gen für die Papst­nach­fol­ge:

„Daß ein Papst im vor­aus sei­nen per­sön­li­chen Sekre­tär in Sicher­heit bringt vor mög­li­chen Gegen­schlä­gen sei­nes Nach­fol­ger, ist ein Klas­si­ker der vati­ka­ni­schen Chro­ni­ken, an denen sich offen­sicht­lich auch Jor­ge Mario Ber­go­glio aus­rich­tet.“

Kardinal Burke
Kar­di­nal Bur­ke, der Mar­gi­na­li­sier­te

Die zwei­te Per­so­nal­ent­schei­dung wur­de bereits ange­spro­chen und betrifft die Beför­de­rung des Pri­mas der Phil­ip­pi­nen zum Kar­di­nal­prä­fek­ten für die Evan­ge­li­sie­rung der Völ­ker. Es wur­de bereits berich­tet, daß Fran­zis­kus, um für Kar­di­nal Tag­le Platz zu machen, den bis­he­ri­gen Amts­in­ha­ber, Kar­di­nal Fer­nan­do Filo­ni, unsanft und vor­zei­tig aus dem Amt beför­der­te.

Der Ita­lie­ner Filo­ni fiel wei­cher als der 2017 eben­falls ent­las­se­ne Glau­bens­prä­fekt, Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, oder der bereits 2014 aus dem Vati­kan ent­fern­te Ober­ste Rich­ter, Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke. Wäh­rend Kar­di­nal Bur­ke nur mehr über ein Ehren­amt auf dem Papier ver­fügt und Kar­di­nal Mül­ler gleich mit gar nichts bedacht wur­de, mach­te Fran­zis­kus Kar­di­nal Filo­ni immer­hin zum Groß­mei­ster der Gra­bes­rit­ter. Der wohl­klin­gen­de Titel kann aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, daß es ein Amt ohne Ein­fluß ist.

Kar­di­nal Bur­ke wäre der offe­ne Wunsch­kan­di­dat tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ner Katho­li­ken. Durch die demon­stra­ti­ve Mar­gi­na­li­sie­rung durch Papst Fran­zis­kus wer­den ihm der­zeit aller­dings nicht ein­mal Außen­sei­ter­chan­cen ein­ge­räumt. Als Unbe­kann­te gilt Kar­di­nal Mül­ler, dem die Bereit­schaft nach­ge­sagt wird, nach dem Pon­ti­fi­kat Fran­zis­kus wie­der für Ord­nung zu sor­gen.

Die Gering­schät­zung für Filo­ni führt Magi­ster auf des­sen Nähe zum Neo­ka­techu­me­na­len Weg zurück, eine Bewe­gung, auf die Fran­zis­kus „all­er­gisch“ reagiert, so der Vati­ka­nist. Erst recht, seit er im Zuge der Fami­ly Days gegen die Ein­füh­rung der Gen­der-Ideo­lo­gie an den Schu­len, gegen die Lega­li­sie­rung der Homo-Ehe und für das Lebens­recht der unge­bo­re­nen Kin­der deren Mobi­li­sie­rungs­kraft gese­hen hat­te.

Kardinal Müller
Kar­di­nal Mül­ler, eine Unbe­kann­te

Kar­di­nal Filo­ni kam zudem auf die Schwar­ze Liste, weil er sich in zwei Inter­views, eines mit dem Osser­va­to­re Roma­no, das ande­re mit Vati­can­News, kri­tisch zum Geheim­ab­kom­men mit der kom­mu­ni­sti­schen Volks­re­pu­blik Chi­na geäu­ßert hat­te, das am 22. Sep­tem­ber 2018 in Peking unter­zeich­net wur­de. Papst Fran­zis­kus hält das Abkom­men für einen Mei­len­stein sei­nes Pon­ti­fi­kats.

Unter­des­sen plant Papst Fran­zis­kus bereits einen mög­li­chen, drit­ten Ein­griff in der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz. Zunächst hat­te er 2013 Bischof Nun­zio Galan­ti­no zum Gene­ral­se­kre­tär gemacht, der unter Bei­be­hal­tung des noch amtie­ren­den Vor­sit­zen­den Kar­di­nals Ange­lo Bag­nas­co aus der Zeit von Bene­dikt XVI. zum Mann des Pap­stes in die­sem Gre­mi­um wur­de. Als 2017 die Amts­zeit Bag­nas­cos ende­te, setz­te Fran­zis­kus den Erz­bi­schof von Perugia, Gual­tie­ro Bas­set­ti, als sei­nen Ver­tre­ter an die Spit­ze der ita­lie­ni­schen Bischö­fe. Galan­ti­no wur­de zum Prä­fek­ten der Güter­ver­wal­tung des Apo­sto­li­schen Stuhls (APSA) beför­dert. Schon vor­ab hat­te Fran­zis­kus Bas­set­ti zum Kar­di­nal kre­iert.

Päpstliche Unzufriedenheit

Inzwi­schen wächst aber die Unzu­frie­den­heit des Pap­stes mit Kar­di­nal Bas­set­ti, der Wider­stand lei­stet gegen die Anfang 2019 von Fran­zis­kus wie­der auf­ge­grif­fe­ne Idee, den „syn­oda­len Weg“ auch in Ita­li­en ein­zu­füh­ren. Mit der Ein­be­ru­fung einer Syn­ode möch­te Fran­zis­kus den Umbau der ita­lie­ni­schen Kir­che nach sei­nen Vor­stel­lun­gen beschleu­ni­gen.

Magi­ster ver­weist in die­sem Zusam­men­hang auf die Anspra­che von Fran­zis­kus vom 6. Dezem­ber an die Jesui­ten­ge­mein­schaft der ita­lie­ni­schen Zeit­schrift für sozia­le Fra­gen Aggior­na­men­ti Socia­li. Dar­un­ter befand sich auch P. Bar­to­lo­meo Sor­ge, „der ita­lie­ni­sche Jesu­it mit dem deut­schen Fami­li­en­na­men“. Obwohl P. Sor­ge sie­ben Jah­re älter ist als Jor­ge Mario Ber­go­glio, haben bei­de eini­ges gemein­sam. Bei­de wur­den in den 70er Jah­ren vom Jesui­ten­ge­ne­ral Pedro Arru­pe geför­dert. Sor­ge gilt als Vor­den­ker des „demo­kra­ti­schen Katho­li­zis­mus“. Die­sen ver­or­tet der enga­gier­te Links­ka­tho­lik in der Mit­te, aber offen nach links und ableh­nend gegen rechts.

Das Feind­bild von P. Sor­ge und sei­nen gleich­ge­sinn­ten Ordens­mit­brü­dern ist der­zeit ent­spre­chend das, was er – und auch Papst Fran­zis­kus – die „Popu­li­sten“ nennt. Die Abnei­gung sitzt tief: Ita­li­ens ehe­ma­li­gen Innen­mi­ni­ster Matteo Sal­vi­ni ver­glich Sor­ge im ver­gan­ge­nen Mai, kurz vor den Wah­len zum Euro­päi­schen Par­la­ment, mit Judas.

Von 1997–2004 war er Chef­re­dak­teur der Aggior­na­men­ti Socia­li. Mit sei­nen 90 Jah­ren ist er heu­te noch immer deren Co-Chef­re­dak­teur. Her­aus­ge­ge­ben wird die Zeit­schrift vom Mai­län­der Zen­trum für Sozi­al­stu­di­en des Jesui­ten­or­dens. Die Stu­di­en­zen­tren der Jesui­ten spiel­ten seit den 60er Jah­ren welt­weit eine zen­tra­le Rol­le bei der von Gene­ral Arru­pe geför­der­ten Annä­he­rung zwi­schen Chri­sten­tum und Mar­xis­mus. Auch der heu­ti­ge Ordens­ge­ne­ral Arturo Sosa Abas­cal ent­stammt einem sol­chen Stu­di­en­zen­trum.

Bartolomeo Sorge SJ am 6. Dezember 2019 mit Papst Franziskus
Bar­to­lo­meo Sor­ge SJ am 6. Dezem­ber 2019 mit Papst Fran­zis­kus

Am 6. Dezem­ber sag­te Fran­zis­kus P. Sor­ge und des­sen Mit­brü­dern:

„Ich habe vor kur­zem etwas von einer sol­chen Klar­heit gele­sen, das erzit­tern läßt: Ich sage nicht die ita­lie­ni­sche Poli­tik, aber mit Sicher­heit zumin­dest die ita­lie­ni­sche Kir­che.“

Weni­ge Minu­ten spä­ter löste der Papst­ver­trau­te und Sor­ge-Nach­fol­ger als Chef­re­dak­teur der römi­schen Jesui­ten­zeit­schrift La Civi­li­tá Cat­to­li­ca, der Jesu­it Anto­nio Spa­daro, das Rät­sel auf Twit­ter. Er ver­wies auf den Haupt­ar­ti­kel in der Aus­ga­be vom 21. Sep­tem­ber 2019 der Civil­tà Cat­to­li­ca. Er stammt aus der Feder von P. Sor­ge und trägt den Titel:

„Eine ‚wahr­schein­li­che‘ Syn­ode der ita­lie­ni­schen Kir­che? Von der I. Kir­chen­ver­samm­lung von 1976 bis heu­te“.

Laut Sor­ge sei die Fort­set­zung des „syn­oda­len Weges“ drin­gend not­wen­dig, der 1976 „unter­bro­chen“ wor­den sei. Im Gegen­satz zu sei­nen Vor­gän­gern auf der Cathe­dra Petri „will Fran­zis­kus die­se Natio­nal­syn­ode um jeden Preis“, so Magi­ster.

Die Ita­lie­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz stellt sich für die­sen päpst­li­chen Wunsch aber taub. „Dar­aus folgt, daß der – päpst­lich ernann­te – Vor­sitz von Kar­di­nal Bas­set­ti zuneh­mend gefähr­det ist.“

Sein Man­dat endet regu­lär nach fünf­jäh­ri­ger Amts­zeit im Jahr 2022. Bas­set­ti geht inzwi­schen aber auf die Voll­endung des 78. Lebens­jah­res zu. Die kir­chen­recht­lich vor­ge­se­he­ne Alters­gren­ze hat er bereits seit drei Jah­ren über­schrit­ten. Wenn er den­noch im Amt ist, dann nur von Fran­zis­kus‘ Gna­den.

Kei­nen Zwei­fel läßt Magi­ster, daß Papst Ber­go­glio bereits einen Nach­fol­ger für Bas­set­ti zur Hand hat, und daß es sich dabei ohne Zwei­fel um Kar­di­nal Matteo Zup­pi han­delt, den er zum Erz­bi­schof von Bolo­gna und zum Kar­di­nal mach­te.

Die­se Ent­schei­dun­gen sind zudem vor dem Hin­ter­grund eines mög­li­cher­wei­se bald bevor­ste­hen­den Kon­kla­ves zu sehen.

Die Papabili

Magi­ster sieht dort der­zeit sechs Kan­di­da­ten im Ren­nen, die nach aktu­el­lem Stand mehr oder weni­ger Aus­sich­ten haben, gewählt zu wer­den.

Das sind in nicht zufäl­li­ger Rei­hen­fol­ge die Kar­di­nä­le:

  • Matteo Zup­pi
  • Luis Anto­nio Tag­le
  • Pie­tro Paro­lin
  • Chri­stoph Schön­born
  • Marc Ouel­let
  • Robert Sarah

Der Fran­ko­ka­na­di­er Kar­di­nal Marc Ouel­let, Prä­fekt der Bischofs­kon­gre­ga­ti­on, und der Öster­rei­cher Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born, Erz­bi­schof von Wien, gal­ten bereits beim jüng­sten Kon­kla­ve als „Papa­bi­le“.

Kardinal Marc Ouellet
Kar­di­nal Marc Ouel­let

Der mode­ra­te Ratz­in­ge­ria­ner Ouel­let, 75 Jah­re alt, gehör­te beim Kon­kla­ve 2013 in den ersten bei­den Wahl­gän­gen zu den Meist­ge­wähl­ten. Er ver­hielt sich seit­her ruhig, ließ auch die weit­ge­hen­de Ent­mach­tung durch Fran­zis­kus über sich erge­hen.

„Er steht im Ruf der Treue zum regie­ren­den Papst, aber auch des Ver­tei­di­gers der Recht­gläu­big­keit“, so Magi­ster.

Aus der Rei­he tanz­te Kar­di­nal Ouel­let bei­spiels­wei­se im ver­gan­ge­nen Jahr, als der ehe­ma­li­ge Nun­ti­us in den USA, Erz­bi­schof Car­lo Maria Viganò, sei­ne Ankla­ge gegen Papst Fran­zis­kus ver­öf­fent­lich­te. Ouel­let kri­ti­sier­te Viganòs Vor­ge­hen, bestä­tig­te aber zugleich des­sen Ankla­ge­punk­te.

Kar­di­nal Schön­born, bereits 2005 als „Papa­bi­le“ gehan­delt, ist inzwi­schen 74 Jah­re alt. Er gehört dem Schü­ler­kreis von Joseph Ratz­in­ger an, obwohl nicht ganz klar ist, war­um dem so ist. Magi­ster nennt ihn einen „wenig treu­en Schü­ler“ Joseph Ratz­in­gers. Er gilt, der Tra­di­ti­on sei­ner Fami­lie fol­gend, als fähi­ger Diplo­mat. Sei­ne Fähig­kei­ten stell­te er bei den Fami­li­en­syn­oden 2014 und 2015 in den Dienst von Papst Fran­zis­kus.

Kardinal Schönborn
Kar­di­nal Schön­born

Zuerst ent­wickel­te er die The­se von der Gra­dua­li­tät der Moral, dann gelang ihm im letz­ten Augen­blick das Kunst­stück, doch noch eine Mehr­heit für das Schluß­do­ku­ment der Fami­li­en­syn­ode zustan­de zu brin­gen – im knapp­sten Fall von nur einer Stim­me. Dafür ließ er auch sei­ne guten Kon­tak­te zu Bene­dikt XVI. spie­len. Ab die­sem Zeit­punkt wur­de auch Fran­zis­kus auf ihn auf­merk­sam, sodaß er Schön­born im April 2016 das umstrit­te­ne nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia der Öffent­lich­keit vor­stel­len ließ.

Jüngst sorg­te er mit dem zwei­ten Homo-Bene­fiz-Spek­ta­kel im Wie­ner Ste­phans­dom für Auf­se­hen bei den Medi­en und Ärger­nis bei den Gläu­bi­gen.

„Bei­de schei­nen aber weit ent­fernt davon, eine Zwei-Drit­tel-Mehr­heit hin­ter sich zu sam­meln, die für die Wahl not­wen­dig ist. Sie gehö­ren einer Kar­di­nals-Ari­sto­kra­tie an, die inmit­ten der gro­ßen Mehr­heit der von Fran­zis­kus ernann­ten Kar­di­nä­le – zum Groß­teil von den Rän­dern, ihnen unbe­kannt, von beschei­de­ner Bil­dung, mäßi­ger Lei­tungs­er­fah­rung in zweit­ran­gi­gen Diö­ze­sen und leich­ter beein­fluß­bar von klei­nen, ent­schlos­se­nen Lob­bys als von den geschlif­fe­nen Reden der Kar­di­nä­le einer ver­gan­ge­nen Genera­ti­on – ziem­lich ver­lo­ren wir­ken.“

Kardinal Robert Sarah

Wesent­lich geeig­ne­ter erscheint hin­ge­gen das Pro­fil von Kar­di­nal Robert Sarah, eben­falls 74 Jah­re alt. Er stammt aus Gui­nea und wur­de 2014 von Papst Fran­zis­kus zum Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung ernannt – was im päpst­li­chen Umfeld zäh­ne­knir­schend als bedau­er­li­cher „Betriebs­un­fall“ bezeich­net wird.

Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
Kar­di­nal Robert Sarah, Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on

Er wäre der erste Papst der Kir­chen­ge­schich­te aus Schwarz­afri­ka.

Sei­ne Bio­gra­phie ist beacht­lich. Er war unge­bro­che­ner Zeu­ge des katho­li­schen Glau­bens wäh­rend der blu­ti­gen Herr­schaft unter Sekou Tou­ré. Er wur­de nicht hin­ge­rich­tet und über­leb­te die mar­xi­sti­sche Dik­ta­tur nur des­halb, weil der Tyrann 1984 über­ra­schend starb. Obwohl er im west­afri­ka­ni­schen Busch auf­ge­wach­sen ist, absol­vier­te er die beste Aus­bil­dung in Frank­eich und Jeru­sa­lem. Im Alter von nur 33 Jah­ren wur­de er Bischof. Papst Johan­nes Paul II. berief ihn nach Rom. Papst Bene­dikt XVI., mit dem die gei­sti­ge Über­ein­stim­mung am größ­ten war, behielt ihn dort. Die­se Über­ein­stim­mung dau­ert im Gegen­satz zu man­chen Ratz­in­ge­ria­nern auch unter Fran­zis­kus fort, obwohl Kar­di­nal Sarah nicht als Ratz­in­ge­ria­ner bezeich­net wer­den kann, dazu ist sein Den­ken zu eigen­stän­dig.

Papst Fran­zis­kus setz­te 2014 einen Ratz­in­ge­ria­ner ab und woll­te ein Signal an Afri­ka aus­sen­den, indem er Kar­di­nal Sarah zum Prä­fek­ten ernann­te. Da das Ver­hält­nis mit Afri­ka gespannt ist, wur­de bis­her von sei­ner Abset­zung Abstand genom­men. Dafür wur­de er von ande­ren Ber­go­glia­nern in sei­ner eige­nen Kon­gre­ga­ti­on weit­ge­hend iso­liert.

Mit drei Büchern, „Gott oder nichts“, „Die Kraft der Stille“ und „Herr, bleib bei uns“, die sich inhalt­lich deut­lich von den Büchern ande­rer „Papa­bi­li“ wie Mara­dia­ga und Tag­le unter­schei­den, mach­te sich Kar­di­nal Sarah in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch im gläu­bi­gen Volk inter­na­tio­nal einen Namen.

„Für die Kri­ti­ker von Papst Fran­zis­kus im Namen der gro­ßen Tra­di­ti­on der Kir­che ist er der idea­le Kan­di­dat. In einem Kar­di­nals­kol­le­gi­um, das zu mehr als der Hälf­te von Ber­go­glio ernannt ist, ist es undenk­bar, daß er sich den zwei Drit­teln der Stim­men nähert. Er wird höch­stens ein paar Dut­zend Stim­men im ersten Wahl­gang erhal­ten als demon­stra­ti­ves Zei­chen“, so Magi­ster.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

Rea­le Chan­cen sieht Magi­ster für den amtie­ren­den Kar­di­nal­staats­se­kre­tär und damit eng­sten, insti­tu­tio­nel­len Mit­ar­bei­ter des regie­ren­den Pap­stes. Kar­di­nal Pie­tro Paro­lin ist erst 64 Jah­re alt und seit 2013 im Amt.

Er wäre aller­dings der erste Papst seit 1963, der an der Römi­schen Kurie groß gewor­den ist. Sei­ne Lei­tungs­fä­hig­keit wird aner­kannt, was nach der Amts­zeit sei­nes Vor­gän­gers Tar­ci­sio Ber­to­ne aller­dings nicht so schwer ist.

Kardinal Parolin
Kar­di­nal Paro­lin

1963 wur­de Papst Paul VI. gewählt in einer Situa­ti­on, in der sich die Kir­che durch das von Johan­nes XXIII. über­ra­schend ange­sto­ße­ne Kon­zil mit­ten in einem Sturm befand. Die Kar­di­nä­le woll­ten einen Papst, der die Erneue­rung fort­setzt, aber wie­der Ruhe hin­ein­bringt. Das ist Paul VI. gelun­gen, aller­dings um den Preis zwi­schen allen Stüh­len zu sit­zen. Die Geg­ner des „neu­en Kur­ses“ war­fen ihm vor ein „Zer­stö­rer“ der Tra­di­ti­on zu sein. Die Anhän­ger des „neu­en Kur­ses“, zu denen er sel­ber gehör­te, bezich­tig­ten ihn ein „Ver­rä­ter“ zu sein.

Heu­te zeigt sich die Situa­ti­on nicht ganz unähn­lich, wenn man Fran­zis­kus – was sein Umfeld gern tut – mit Johan­nes XXIII. ver­gleicht. Laut Magi­ster gibt es eine Anzahl von Kar­di­nä­len, die sich ein ruhi­ge­res Pon­ti­fi­kat wün­schen, aber grund­sätz­lich eine Fort­set­zung des ein­ge­schla­ge­nen Weges. Sie setz­ten auf den Kar­di­nal­staats­se­kre­tär, der als geeich­ter Diplo­mat, das von Fran­zis­kus ins Stru­deln gebrach­te Boot des Petrus wie­der auf Kurs brin­gen soll­te, aber ohne die von Fran­zis­kus vor­ge­ge­be­ne Rou­te zu ver­ra­ten. Magi­ster spricht von „Revo­lu­tio­nen“.

Magi­ster sieht sei­ne Chan­cen seit einem Jahr aller­dings sin­ken. Ihm gelin­ge es mit zu mäßi­gem Erfolg die nöti­gen Gleich­ge­wich­te zu hal­ten, die durch Fran­zis­kus aus dem Lot gebracht wer­den. Die Ver­wir­rung in der Kir­che neh­me zu anstatt ab. Auch auf diplo­ma­ti­schem Par­kett wird für ihn der offen­sicht­li­che Miß­er­folg des Geheim­ab­kom­mens mit der Volks­re­pu­blik Chi­na – den nur Papst Fran­zis­kus und sei­ne Cla­queu­re nicht sehen wol­len – zuneh­mend zur Bela­stung.

Der Philippiner Luis Antonio Tagle

Im Gegen­satz zu Kar­di­nal Sarah, kommt Kar­di­nal Tag­le von den „rich­ti­gen“ Rän­dern. Phil­ip­pi­ni­scher Vater, chi­ne­si­sche Mut­ter, Stu­di­um in den USA, Mit­ar­bei­ter der pro­gres­si­ven „Schu­le von Bolo­gna“, Vor­sit­zen­der der Cari­tas Inter­na­tio­na­lis. Für eine Bio­gra­phie liest sich das wie eine geo­po­li­ti­sche Land­kar­te ersten Ran­ges.

Auch Magi­ster sieht in ihm den Kron­prin­zen von Papst Fran­zis­kus, „sei­nen Nach­fol­ger in pec­to­re“. Mit der Ernen­nung zum Prä­fek­ten für die Evan­ge­li­sie­rung der Völ­ker, wur­den ihm von Fran­zis­kus jene „Rän­der“ anver­traut, die ihm so wich­tig sind.

Tag­le erwies sich schnell als geleh­ri­ger und treu­er Gefolgs­mann. Er gab Amo­ris lae­ti­tia als erster die Ber­go­glio-Aus­le­gung mit der Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner und ande­rer Per­so­nen in irre­gu­lä­ren Situa­tio­nen zu den Sakra­men­ten. Wer auf die Ver­wir­rung hin­wies, die Amo­ris lae­ti­tia pro­vo­zie­re, dem ant­wor­te­te Tag­le mit einer dia­lek­ti­schen Null­num­mer:

„Es ist gut ab und zu ver­wirrt zu sein, denn wenn die Din­ge immer klar sind, wäre das nicht mehr das wirk­li­che Leben.“

Kardinal Tagle
Kar­di­nal Tag­le

Auch sei­ne Zuge­hö­rig­keit zur pro­gres­si­ven Schu­le von Bolo­gna, jener der Her­me­neu­tik des Bru­ches, ver­leug­net er nicht. Für Tag­le hat die Kir­che mit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil mit der Ver­gan­gen­heit gebro­chen und einen Neu­be­ginn unter­nom­men. Kein Wun­der also, daß Alber­to Mel­lo­ni, der heu­ti­ge Lei­ter der Schu­le schon seit eini­gen Jah­ren kräf­tig die Wer­be­trom­mel für Tag­le rührt. Der Bei­trag Tag­les zur mehr­bän­di­gen Geschich­te des Kon­zils behan­delt die soge­nann­te „schwar­ze Woche“ im Herbst 1964. Es gehört zu den Unge­reimt­hei­ten des Pon­ti­fi­kats von Bene­dikt XVI., dem bis­her wirk­mäch­tig­sten Gegen­spie­ler der Her­me­neu­tik des Bru­ches, der er eine Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät ent­ge­gen­stell­te, daß aus­ge­rech­net er, Tag­le zum Kar­di­nal kre­ierte, und das nur weni­ge Wochen vor sei­nem Amts­ver­zicht und in einem völ­lig über­ra­schend ange­kün­dig­ten Kon­si­sto­ri­um.

Bei der Fami­li­en­syn­ode, der Jugend­syn­ode und dem vati­ka­ni­schen Anti-Miß­brauchs­gip­fel ver­trau­te ihm Fran­zis­kus eine zen­tra­le Rol­le an. Alles klei­ne Schrit­te, mit denen er ihn auf­baut.

„Daß Tag­le mor­gen auch zum Papst gewählt wird, ist aber kei­nes­wegs sicher. Er steht Ber­go­glio zu nahe, um nicht in den Fleisch­wolf der zahl­lo­sen Unzu­frie­den­hei­ten mit dem der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kat zu gera­ten, die unwei­ger­lich in einem künf­ti­gen Kon­kla­ve an die Ober­flä­che kom­men wer­den“, so Magi­ster.

Gegen Tag­le spre­che auch sein „jun­ges“ Alter von 62 Jah­ren. Er könn­te sehr lan­ge regie­ren, für vie­le wahr­schein­lich zu lan­ge.

Matteo Zuppi von Sant’Egidio

Matteo Zup­pi, des­sen Kar­rie­re auch unter Papst Bene­dikt XVI. begann, der ihn zum Weih­bi­schof von Rom gemacht hat­te, ist seit drei Jah­ren Erz­bi­schof von Bolo­gna. Mit ihm „bestraf­te“ Fran­zis­kus den vori­gen Erz­bi­schof, Kar­di­nal Car­lo Caf­farra, der sich mit der Unter­zeich­nung der Dubia zu Amo­ris lae­ti­tia dem Papst in den Weg gestellt hat­te. Fran­zis­kus eme­ri­tier­te Caf­farra sobald es mög­lich war und setz­te ihm mit Zup­pi mehr oder weni­ger das genaue Gegen­teil des­sen vor, was Caf­farra ver­tre­ten hat­te. Am 5. Okto­ber, einen Tag vor Beginn der Ama­zo­nas­syn­ode, kre­ierte er ihn zum Kar­di­nal. Seit­her scheint er ein auf­stei­gen­der Stern am Ber­go­glio-Fir­ma­ment. Alle Türen ste­hen ihm offen, auch die zum päpst­li­chen Thron­saal.

Kardinal Zuppi
Kar­di­nal Zup­pi

Zup­pi ist ein Groß­nef­fe von Kar­di­nal Car­lo Con­fa­lo­nie­ri (1893–1986), dem Sekre­tär von Papst Pius XI. Er gehört zu den Grün­dern der Gemein­schaft von Sant’Egidio, die 1968 ent­stand. Sie wur­de an inter­na­tio­na­len Kri­sen­schau­plät­zen durch eine Par­al­lel­di­plo­ma­tie bekannt, inner­kirch­lich aber vor allem durch die inter­re­li­giö­sen Assi­si-Tref­fen, die ihre Erfin­dung sind. Obwohl die­se Tref­fen jedes Jahr statt­fin­den, wur­den jene beson­ders bekannt, an denen Päp­ste teil­nah­men: drei­mal Johan­nes Paul II., ein­mal Bene­dikt XVI. und ein­mal auch Fran­zis­kus. Das umstrit­ten­ste Assi­si-Tref­fen war das erste von 1986. Magi­ster bezeich­net die Gemein­schaft als „zwei­fels­oh­ne mäch­tig­ste, ein­fluß­reich­ste und all­ge­gen­wär­ti­ge katho­li­sche Lob­by auf Welt­ebe­ne der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te“.

Magi­ster streift ledig­lich die Grün­de für sei­ne Ein­schät­zung. Sie sind auch in jenem kirch­li­chen 68er Geist zu suchen, der so man­chen Gleich­schritt mit dem Zeit­geist und den von ihm gepräg­ten inter­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen ermög­licht.

Doch zurück zu Kar­di­nal Zup­pi. Bis 2010 war er geist­li­cher Assi­stent der Gemein­schaft von Sant’Egidio und Pfar­rer ihrer Haupt­kir­che San­ta Maria in Traste­ve­re. Im sel­ben Jahr mach­te ihn Bene­dikt XVI. zum Weih­bi­schof von Rom. Die Gemein­schaft hat­te lan­ge dar­auf gedrängt, end­lich einen Bischof aus den eige­nen Rei­hen zu bekom­men. Im Jahr 2000 ging der Wunsch mit der Ernen­nung von Vin­cen­zo Paglia, Zup­pis Vor­gän­ger in der Gemein­schaft, zum Bischof von Ter­ni in Erfül­lung, ein eher unbe­deu­ten­des Bis­tum. Wie­der­um war es Bene­dikt XVI., der Paglia 2012 an die Römi­sche Kurie berief und zum Vor­sit­zen­den des Päpst­li­chen Fami­li­en­ra­tes mach­te. Eine Ent­schei­dung, die im Rück­blick viel­fach Kopf­schüt­teln aus­löst und nur mit dem pene­tran­ten Lob­by­ing der Gemein­schaft zu erklä­ren ist.

Zup­pi ist der zwei­te Bischof der Gemein­schaft und schaff­te es schnel­ler viel wei­ter als Paglia.

Zup­pi stand durch die Gemein­schaft „im Zen­trum eines unver­gleich­ba­ren Net­zes von Per­so­nen und Ereig­nis­sen auf Welt­ebe­ne, sowohl in reli­giö­ser wie auch geo­po­li­ti­scher Hin­sicht, von den Frie­dens­ab­kom­men in Mosam­bik von 1990–1992 zur heu­ti­gen Unter­stüt­zung des Geheim­ab­kom­mens zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und der Volks­re­pu­blik Chi­na, von den inter­re­li­giö­sen Assi­si-Tref­fen bis zu den ‚huma­ni­tä­ren Kor­ri­do­ren‘ für afri­ka­ni­sche und asia­ti­sche Ein­wan­de­rer, die nach Euro­pa wol­len.“

Die Gemein­schaft von Sant’Egidio ver­stand es, im Gegen­satz zu ande­ren, ähn­lich­ge­sinn­ten Grup­pen, sich allen Päp­sten in Gehor­sam anzu­pas­sen, so unter­schied­lich sie auch sein moch­ten. Es besteht aber kein Zwei­fel, daß die Affi­ni­tät zum der­zei­ti­gen Papst am größ­ten ist. Ent­spre­chend erreich­te die Gemein­schaft im Vati­kan auch bis­her größ­ten Ein­fluß mit Paglia als Kanz­ler der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben und Prä­si­dent des Päpst­li­chen Insti­tuts Johan­nes Paul II. für Ehe und Fami­lie bzw. was von bei­den Insti­tu­tio­nen noch übrig ist, mit Matteo Bruni als Vati­kan­spre­cher und mit Zup­pi als Erz­bi­schof von Bolo­gna, als erstem Kar­di­nal der Gemein­schaft und mit guten Aus­sich­ten, näch­ster Vor­sit­zen­der der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz zu wer­den.

„Von da bis zu sei­ner Wahl zum Papst ist der Weg nicht garan­tiert, aber die­se Mög­lich­keit steht ernst­haft auf der Tages­ord­nung,“ so Magi­ster.

Ins­ge­samt gewich­ti­ger ist die Schluß­be­mer­kung Magi­sters zum Zustand des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums:

„Das gilt um so mehr mit einem unge­ord­ne­ten Kol­le­gi­um von Papst­wäh­lern, mit unge­wis­sen Emp­fin­dun­gen und leicht zu len­ken durch eine Lob­by. Dies­mal nicht durch eine Kar­di­nal­s­lob­by wie die legen­dä­re ‚Mafia‘ von Sankt Gal­len, die die Wahl von Ber­go­glio begün­stig­te, son­dern von einer viel ein­fluß­rei­che­ren und ent­schlos­se­ne­ren mit dem Namen Gemein­schaft von Sant’Egidio.“

Für die Wahl­kam­pa­gne für Zup­pi ist bereits ein Doku­men­tar­film fer­tig mit dem Titel:

„Das Evan­ge­li­um nach Matteo [Mat­thä­us] Z.“.

Hier der Trai­ler:

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/Vatican.va/VaticanNews/MiL (Screen­shots)

3 Kommentare

  1. Kein Kan­di­dat, der das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil und die Neue Mes­se akzep­tiert, kann „Recht­gläu­big“ sein.

  2. Folgt man den Gedan­ken­gän­gen Magi­sters, so ist es doch Fran­zis­kus sel­ber, der den syn­oda­len Weg auch für Ita­li­en und — so lässt sich schluss­fol­gern — für die gesam­te Welt­kir­che will. Das ist ziem­lich ein­deu­tig.

    Dar­um soll­te man end­lich damit auf­hö­ren, immer wie­der Papst Fran­zis­kus als Geg­ner des syn­oda­len Weges in Deutsch­land ins Feld zu füh­ren, wie es man­che Inter­net­fo­ren stän­dig machen. Fran­zis­kus sei nur von schlech­ten Bera­tern umge­ben. — Über eine sol­che Nai­vi­tät der Ein­schät­zung kann ich nur lachen.

    Ver­laut­ba­run­gen gegen­über dem deut­schen Weg aus Rom, die wie besorg­te Brems­ma­nö­ver wir­ken, sind rein tak­ti­scher Natur: Man soll lang­sa­mer vor­ge­hen, um nicht so viel/noch mehr Wider­stand her­vor­zu­ru­fen, um die Sache der tota­len Aus­hölung, der Rei­ni­gung von jedem Über­bleib­sel der Tra­di­ti­on, der Voll­endung des Bru­ches auf allen Macht­ebe­nen nicht zu gefähr­den und das „inne­re gei­sti­ge Schis­ma“ auch macht­plo­li­tisch abzu­si­chern und zu voll­enden. Das Gift des Bru­ches soll schlei­chend und voll­stän­dig wir­ken, so dass kein Arzt mehr ein­grei­fen kann.

    Ber­go­glio glaubt nicht an die Gott­heit Chri­sti.

    Die Chri­stus­fi­gur wird auf einen will­fäh­ri­gen Gefühls­je­sus, — ganz dienst­bar der heu­ti­gen Zeit des Moderns­mus — hin­u­ter­ge­bro­chen, und so wird es eigent­lich der Satan der Zer­stö­rung des Lebens sein, den man im Vati­kan anbe­tet.

    Was man in 50 Jah­ren in der Kir­che des Bru­ches ange­rich­tet hat, bedarf aber­mals wei­te­rer 50 Jah­re, um es wie­der­her­zu­stel­len. Doch die Tra­di­ti­on wird sich geschlos­sen gegen das abge­fal­le­ne Rom posi­tio­nie­ren müs­sen. Die Tra­di­ti­on muss aus jedem Glau­bens­ent­scheid eines jeden Gläu­bi­gen wach­sen.

    Das Spiel der Unteran­de­rung der Macht­struk­tu­ren des moder­ni­sti­schen Roms wird nicht gelin­gen, da es ver­lo­gen und sata­nisch ist. Rom kann man nicht mit den glei­chem Mit­teln zurück­er­obern, durch die es erobert wur­de.

    Dies­mal wird die Erneue­rung tat­säch­lich von den Rän­dern aus­ge­hen, und zwar von den hof­fent­lich immer wei­ter wach­sen­den Rän­dern der Tra­di­ti­on.

    Wenn die Kir­che auf Sek­ten­grö­ße zurück­ge­schrumpft sein wird, wird sie von der Tra­di­ti­on über­trof­fen wer­den.

    Dann wird es span­nend.

    Vor­erst wird erst ein­mal alles genau so wei­ter in Rich­tung Nie­der­gang gehen. Rom ist mit sich sel­ber beschäf­tigt und arbei­tet dem Nie­der­gang kirch­lich wie gesell­schaft­lich zu, bis es sich auch sicht­bar auf­löst und von der Tra­di­ti­on löst.

    Denn Gay-Got­tes­dien­ste­vents, Zöli­bats­auf­lö­sung, Kom­mu­nis­mus und der­glei­chen mehr wer­den nach und nach auch einen Hass auf die sicht­ba­ren Ele­men­te der Tra­di­ti­on aus­drücken. Eine Unter­schei­dung zwi­schen pro­te­stan­ti­scher und römi­scher ‚Kir­che‘ wird es nicht mehr geben.

    Dann wird Gott der Tra­di­ti­on zur Rück­kehr nach Rom ver­hel­fen; denn die neue Kir­che des Moder­nis­mus wird sich in him­mel­schrei­en­de Sün­den und Skan­da­le ver­wickeln und straf­recht­lich ver­folgt wer­den. Erst wenn sich die Gesell­schaft wie­der in die Rich­tung einer hier­ar­chisch-patriacha­ti­schen ver­wan­deln wird, wird die Tra­di­ti­on ein Gegen­über haben, dass ihr zur Macht ver­hilft, um das gei­sti­ge König­tum unse­res Herrn Jesus Chri­stus auch in der Gesell­schaft zu ver­wirk­li­chen (,wie es Lef­eb­v­re sich so sehr wünsch­te).

    Mög­li­cher­wei­se fällt dies zusam­men mit sei­ner Wie­der­kunft.

Kommentare sind deaktiviert.