In Abu Dhabi entsteht der Tempel der Welteinheitsreligion – mit Unterstützung von Papst Franziskus

Vom „Geist von Assisi“ zum „Geist von Abu Dhabi“



Haus der Abrahamitischen Familie Abu Dhabi
Haus der Abrahamitischen Familie in Abu Dhabi – eine Moschee, eine Synagoge, eine Kirche.

Die Historikerin und Publizistin Cristina Siccardi geht in ihrem neuen Beitrag auf den „Geist von Abu Dhabi“ ein und enthüllt eine Reihe neuer Zusammenhänge. Ihren Ausführungen sei mit Blick auf den deutschen Sprachraum einiges vorausgeschickt:

Die Unterzeichnung des Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen in Abu Dhabi hat in der katholischen Kirche eine klaffende Wunde aufgerissen. Manche sprechen von der „Häresie der Häresien“. Die aufgeworfenen Fragen finden jedoch keine Antwort, weil das Kirchenoberhaupt selbst und im Alleingang das Dokument formulieren ließ und unterzeichnete. Seither treibt Papst Franziskus den „Geist von Abu Dhabi“ mit großem Nachdruck voran, erst vor kurzem durch den nächsten Alleingang mit der Errichtung eines Hohen Komitees für die menschliche Brüderlichkeit, das den Inhalt des Dokuments umsetzen soll.

Das Berliner Projekt "House of One"
Das Berliner Projekt „House of One“

Wer bisher dachte, das Projekt House of One – Haus des Einen in Berlin sei ein Einzelfall fanatischer Sektierer, und die katholische Kirche hätte nichts damit zu tun, der hat sich geirrt. Auch nur die nützlichen Idioten und willigen Helfershelfer können sich am Gedanken erfreuen und einbilden, in der deutschen Bundeshauptstadt würde „etwas weltweit Einmaliges“ geschaffen. Für das Berliner Projekt werden ein protestantischer Pastor, ein jüdischer Rabbi und ein muslimischer Imam vorne hingestellt, während die Hintermänner eines so gigantischen und teuren Projekts im Dunkeln bleiben. Wie repräsentativ die drei Vorgeschobenen für die drei Religionen sind, fragt offenbar niemand nach. Die Idee gefällt oben, von wo sie ja kommt. Was unten darüber gedacht wird, spielt keine Rolle.

Doch es gibt bereits ein weiteres Projekt, das schneller fertiggestellt sein dürfte als jenes in Berlin. Das neue Projekt wird von Papst Franziskus selbst unterstützt und entsteht in Abu Dhabi auf einer großteils künstlich aufgeschütteten Insel. Im Gegensatz zu Berlin wird das Projekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten äußerlich ein anderes Aussehen haben, im Prinzip aber demselben Muster folgen. Soll in Berlin auch das Gebäude den bedingungslosen Eindruck der „Einheit“ vermitteln, ist das Projekt am Persischen Golf subtiler.

Der Eindruck ist der von drei unabhängigen Gebäuden, die über das Erdgeschoß verbunden sind – drei in ihren Ausmaßen völlig identische, Kuben, die nur in ihrer Fassadengestaltung im Aussehen leicht verschieden sein werden. In einen Kubus kommt eine Moschee, in einen anderen eine Kirche und in den dritten eine Synagoge. Im verbindenden Erdgeschoß wird ein großes Lehrzentrum untergebracht – wie in Berlin.

Diese „Tempel der Religionen“, frei nach den Ideen von Lessings „Nathan dem Weisen“, sollen in Berlin wie in Abu Dhabi – und sicher bald noch anderswo – die Gleichwertigkeit und letztliche Gleichheit der drei „abrahamitischen Religionen“ durchsetzen und diese im nächsten Schritt überwinden und ersetzen. In ihnen nimmt der alte Traum der Gnosis von der Welteinheitsreligion Gestalt an.

Angesichts zweier scheinbar voneinander völlig unabhängiger, aber identischer Projekte in Berlin und Abu Dhabi, und angesichts der nachdrücklichen Unterstützung dieser Idee durch Papst Franziskus, bekommt ein Satz des Vatikanisten Marco Tosatti vom Januar 2018 noch einmal ein ganz anderes Gewicht: Es werde von manchen behauptet, so Tosatti, daß es eine geheime UNO-Agentur namens United Religions Organisation (URO) gibt. Jedenfalls stellt sich die Frage, wer über die Mittel und Möglichkeiten verfügt so gigantische Projekt durchzuziehen. Ebenso kann niemand ernsthaft glauben, die beiden Projekte stünden in keinem Zusammenhang.

Am Ende des Beitrags ist ein Werbevideo für den „Tempel der Religionen“ von Abu Dhabi zu sehen, der einen Eindruck vermittelt. Nun aber das Wort an Cristina Siccardi.

Vom „Geist von Assisi“ zum „Geist von Abu Dhabi“

Von Cristina Siccardi*

Am 15. November traf sich Papst Franziskus zum sechsten Mal mit dem Großimam Ahmad Muhammad al-Tayyeb, Erbscheich der Sufi-Bruderschaft von Oberägypten sowie auf Lebenszeit ernannter Großimam der Al-Azhar-Moschee und Rektor der damit verbundenen Al-Azhar-Universität. Al-Azhar ist das wichtigste Kulturzentrum des sunnitischen Islams, zu dessen Charakteristik es gehört, „durch die Förderung der Sufi-Esoterik eine ‚initiatische Brücke‘ zwischen der Freimaurerei des Orients und des Westens“ zu sein.

Bereits die sechste Audienz für Großimam al-Tayyeb und Gefolge
Bereits die sechste Audienz für Großimam al-Tayyeb und Gefolge

Die Audienz fand im Apostolischen Palast des Vatikans statt. Ebenfalls anwesend waren Scheich Saif bin Zayed Al Nahyan, seit 2004 Innenminister und seit 2009 auch stellvertretender Ministerpräsident der Vereinigten Arabischen Emirate; der Botschafter Ägyptens beim Heiligen Stuhl, Mahmoud Samy; einige Vertreter von Al-Azhar sowie der neue Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, Vorsitzender des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog.

Papst Bergoglio und der Großimam sahen sich zum ersten Mal wieder seit der interreligiösen Papstreise vom vergangenen Februar in die Vereinigten Arabischen Emirate. Anlaß damals war die Unterzeichnung des Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen am 4. Februar 2019.

Die Absicht des Dokuments ist es, ein säkulares Zusammenleben anzustreben, „das alle Menschen umfasst, vereint und gleich macht„, denn „der Pluralismus und die Vielfalt der Religion, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Ethnie und der Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat[1].

Aber von welchem ​​Gott ist die Rede?

Vom Dreieinigen Gott, von Allah oder vom Großen Baumeister? Das wird nicht näher gesagt, aber das Ziel ist klar: Die Doktrin dieser weltlichen Religion bezieht sich pur auf die Werte der Französischen Revolution und der Freimaurerei.

Anderes Projekt für Abu Dhabi, das aber nicht genommen wurde
Ein anderes Projekt, das beim Architekturwettbewerb eingereicht wurde: schlangenförmig sind drei Kugeln verbunden: Moschee, Synagoge, Kirche

Der Papst schenkte dem Großimam bei ihrer jüngsten Begegnung eine Kopie des Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen. Das Zusammentreffen hatte den Zweck, eine vom Hohen Komitee für die menschliche Brüderlichkeit geplante Initiative zu starten: Ein interreligiöses Haus namens Abrahamic Family House – das Bauprojekt dafür wurde im September in New York vorgestellt – wird in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate auf der Insel Sadiyyat in der Nähe des Louvre Abu Dhabi entstehen.

Das Haus der Abrahamitischen Familie wird eine Moschee, eine Synagoge und eine Kirche umfassen, die dem heiligen… Franz von Assisi geweiht sein wird, der durch die Technik der Mystifizierung zum Protektor sowohl der „ökologischen und nachhaltigen Umkehr“ als auch der „Brüderlichkeit aller Menschen“ gemacht wurde.

Gerade er … der unter die Muslime ging, vor allem um aus Liebe zu Christus das Martyrium zu erlangen. Als er es in zwei Missionsreisen nicht fand, weil es nicht Gottes Wille war, wurde er bei der dritten vor 800 Jahren, nachdem ihn die Sarazenen beleidigt und schwer mißhandelt hatten, vor den Sultan von Ägypten al-Malik al-Kāmil geführt, aber nicht, um ihm von der „Brüderlichkeit aller Menschen“ zu erzählen. Das ist eine grobe Lüge, die für das Andenken des heiligen Franziskus unehrenhaft ist. Er trat vor den Sultan, um ihm den Glauben an die Heilige Dreifaltigkeit zu verkünden und forderte ihn ausdrücklich auf, sich zu bekehren.

Von Nostra aetate über den „Geist von Assisi“ zum „Geist von Abu Dhabi“
Von Nostra aetate über den „Geist von Assisi“ zum „Geist von Abu Dhabi“ – alles im (entstellten) Namen des heiligen Franziskus

Heute erzählt man uns hingegen, daß es diesbezüglich keine historischen Dokumente gebe, obwohl es sie gibt, schwarz auf weiß: die maßgeblichen Zeugnisse stammen von Tommaso da Celano (erster Biograf des hl. Franziskus), vom hl. Bonaventura da Bagnoregio, von Bischof Jacques de Vitry … Da sie nicht sagen können, daß die Fonti Francescane (eine Quellensammlung) lügen – es ist nicht möglich, die Fakten und historische Daten zu widerlegen –, verbergen sie sie so, als würden sie nicht existieren.

Die laizistische Struktur des Abrahamitischen Hauses von Abu Dhabi wird multifunktional sein. Das „Haus“ wird sowohl dem individuellen Kultus (?) als auch dem „Dialog“ und dem Austausch interreligiöser „Wahrheiten“ dienen, da in einem vierten Teil ein Studien- und Forschungszentrum über die Brüderlichkeit aller Menschen untergebracht sein wird. Dessen Zweck wird es sein, auf der Linie des Abu-Dhabi-Dokuments, die säkularisierten Varianten der drei Religionen bekanntzumachen. Paradox und Widerspruch in diesen Handlungen wären lustig, wenn sie nicht tragisch wären.

Der Begriff Religion leitet sich vom lateinischen religio ab, das heißt, von religare, binden, und bezieht sich auf den verbindlichen Wert der Verpflichtungen und der sakralen Verbote, die mit der gewählten Gottheit eingegangen werden.

Großimam und Papst
Großimam und Papst

Darüber hinaus wird das Studienzentrum auch Austragungsort der Feierlichkeiten zur Verleihung des „Human Brotherhood Award“ sein.

Man denke aber nicht, daß die interreligiöse Zitadelle eine originelle Avantgarde-Idee des Pontifikats von Papst Bergoglio ist. Sie entspricht dem „Geist von Assisi“ von 1986 – der nicht der Geist des heiligen Franz von Assisi war, ist oder je sein kann –, als Johannes Paul II. alle wichtigen Vertreter der Weltreligionen versammelte, um in der Brüderlichkeit aller Menschen für den Weltfrieden zu beten. Dieser „Geist von Assisi“ wiederum hat seine Wurzeln im Dokument Nostra Aetate (28. Oktober 1965) des Zweiten Vatikanischen Konzils, das den interreligiösen Dialog eröffnete und die Lehrmission der Kirche auslöschte, religiöse Irrtümer zu verurteilen: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet.“ (NA, 2).

Vor fünfzig Jahren, im Mai 1969, brachte der damalige Krakauer Erzbischof Karol Wojtyła für die erste Ausgabe des Sacrosong Festival in der Kirche der heiligen Teresa von Lodz (ein revolutionärer Gesangs – und Instrumentalwettbewerb für „geistliche“ Musik mit Gitarren und Schlaginstrumenten), den sogenannten „Becher der Eindeutigkeit“, den der spätere Johannes Paul II. selbst gewollt und finanziert hatte. Es ist ein Pokal aus Silber, dessen Form sowohl an den höchsten Turm der Krakauer Marienbasilika als auch an das Minarett einer Moschee erinnern könnte. Es symbolisiert sowohl einen vertikalen „Wegweiser“ nach oben, ein Symbol für den Weg zum Himmel, als auch einen Leuchtturm, der das menschliche Leben und den Geist erleuchtet. Mehrmals überreichte Msgr. Wojtyła selbst den Pokal im Rahmen des Festivals, das als Fest zur Schaffung eines interreligiösen Kontextes gesehen wurde mit dem Ziel, einen gemeinsamen Bezugspunkt und eine globale Verbindung zu finden.

Im Rom der heiligen Apostel Petrus und Paulus sowie der heiligen Märtyrer, die alle starben, um den Glauben an Christus unverkürzt zu übermitteln und davon Zeugnis zu geben, wurde die größte Moschee des Westens errichtet, in der sich das Islamische Kulturzentrum Italiens befindet. Die Moschee im Herzen der Christenheit wurde von König Faisal von Saudi-Arabien, dem Oberhaupt des saudischen Königshauses und „Diener der beiden edlen heiligen Stätten“ von Mekka und Medina, in Auftrag gegeben und finanziert. Das Projekt wurde dem Architekten Paolo Portoghesi anvertraut, der Vittorio Gigliotti, Sami Mousawi und Nino Tozzo an seine Seite holte. Die Schenkung des Grundstücks wurde bereits 1974 unter dem Pontifikat von Paul VI. vom Stadtrat von Rom genehmigt. Die Grundsteinlegung erfolgte 1984 und die Fertigstellung 1995.

Papst Franziskus im Februar 2019 in Abu Dhabi. Der Bau des Tempels der Religionen ist beschlossen
Papst Franziskus im Februar 2019 in Abu Dhabi. Der Bau des Tempels der Religionen ist beschlossen

Wer will uns von der einzig offenbarten Wahrheit losreißen?

„Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat“ (Röm 8,35–37).

Der Liberalismus hat die Kirche der Menschen zur Religionsfreiheit gelenkt; die Religionsfreiheit hat sie zu Ökumenismus und Interreligiosität gelenkt, indem nach weltlichen Maßstäben die Landkarten ausgetauscht wurden: Keine Religion besitzt die Wahrheit, aber alle sind Träger pluraler Wahrheiten, die mit menschlicher Brüderlichkeit zum Weltfrieden führen können.

Der „Geist von Assisi“ schafft heute das Abrahamic Family House, dessen „Geist von Abu Dhabi“ allerdings das Verdienst zukommt, Klarheit zu schaffen zwischen jenen, die sich allein für Christus, den Sohn des lebendigen Gottes entscheiden, der lebendig, real und ewig ist, wahrer Mensch und wahrer Gott, oder jenen, die sich für die falschen, teuflischen und unwirklichen Götter entscheiden (seien sie religiösen und/oder weltlichen Ursprungs).

*Cristina Siccardi, Historikerin, Mutter von zwei Kindern, publizierte u.a. im Osservatore Romano, La Stampa und Avvenire, regelmäßige Mitarbeit bei Radici Cristiane, Corrispondenza Romana, Radio Roma libera und Radio Buon Consiglio, 2007 mit dem Premio Bonifacio VIII ausgezeichnet, zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt 2019 die Biographie „San Francesco. Una delle figure più deformate della storia“ (Der heilige Franziskus. Eine der meistverzerrten Figuren der Geschichte).

Einleitung und Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana/Vatican.va/Youtube (Screenshots)


[1] Eigene Übersetzung aus dem italienischen Original, die der Intention näherkommt als die offizielle deutsche Übersetzung des Vatikans.

Siehe auch:

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14 Kommentare

  1. Jetzt weiß ich endlich, was Papst Franziskus meint, wenn er vom „gemeinsamen oder unseren Haus“ spricht – das ist das Haus des Einen die Welteinheitsreligion der UNO, das ist ein Haus der Lügen, das Haus Satans. In das „Kirchengebäude“ dringt etwas Bedrohliches von oben ein, schon die Kirchenbänke erreichend – der „Rauch Satans“? Die „Moschee“ ist lichtdurchflutet – Lucifer? und das Modell mit der Schlange passt doch auch perfekt. Was die Synagoge angeht, war das Video zu kurz.

  2. Schon lange frage ich mich, ob man rechtgläubige Aussagen von Papst Franziskus noch zitieren darf; oder ob es besser ist, davon Abstand zu nehmen.

    Mein Gewissen sagte mir, ich könne das nicht tun, ohne Verwirrung zu stiften. Gestern las ich den Rat eines Geistlichen dazu, welcher mich in meiner Ansicht des Abstandhaltens von päpstlichen Aussagen und Gesten bestärkt:

    „Könnte es etwas schaden, PF mit ein paar Worten zu zitieren, die für sich völlig rechtgläubig klingen?

    [] ich habe den Eindruck, daß es nicht ungefährlich ist, selbst die besten und orthodoxesten Aussagen von PF zu zitieren. Es besteht immer die Gefahr, daß man ohne es zu wollen an der Verbreitung des Eindrucks
    mitwirkt, daß er ein zuverlässiger Vertreter des katholischen Glaubens wäre.

    Und leider ist es inzwischen natürlich völlig offensichtlich, daß das weit entfernt von der Wahrheit ist. (Sollten wir ihn zukünftig vielleicht als Papst Liberius II. bezeichnen?)

    Vielleicht sollten wir uns an der Art orientieren, in der Newman zu predigen pflegte: schlicht und bodenständig statt päpstlich und problematisierend!“ (Fr. J. Hunwicke)

    • Es ist so wie bei manchen Privatoffenbarungen, 10% Gift sind auch tödlich. Also lasse ich die Finger weg und verbreite nichts, sonst lade ich mir die Schuld auf, Empfehlungen zu geben in denen mir Fehler bekannt sind.

  3. Beim dem Stichwort „Nathan dem Weisen“ ist mir doch bewusst geworden, dass diese Einheitsreligion schon sehr lange geplant war.
    Der Teufel hat vor langer Zeit das Buch schreiben lassen und es fertig gebracht dass dieses in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen wird. So werden besonders Jugendliche mit einem schwachen oder keinem Glauben die Botschaft (wenn auch unbewusst) aufnehmen. Ziel ist die Akzeptanz oder Gleichgültigkeit zu erreichen um so der Einheitsreligion den Weg zu bereiten und somit viele Seelen in die Hölle zu ziehen.

  4. Papst Franziskus hat sich längst selbst entlarvt. Er ist nicht derjenige, der er als Papst sein sollte. Schon am Anfang seines Pontifikats konnte ein aufmerksamer Beobachter erkennen, dass er nicht ehrlich und korrekt ist und Falsches im Sinne hat. Inzwischen nach 6 Jahren muss es doch jedem auffallen, dass das so ist.

    • Im Gegenteil, die große Masse der Gläubigen liebt ihn – auch viele Erzkatholische „den Papst darf man nicht kritisieren“.
      Das liegt zu einem großen Teil auch daran, dass der Mensch von sich aus bequem und vor allem sündhaft ist.
      Da kommt ein Papst, der nicht mehr „verurteilt“, sondern Verständnis für die „Probleme“ der Menschen hat und viel von Gottes Barmherzigkeit redet, gerade recht.
      Er ist dem meisten Gläubigen sehr gelegen.

  5. An Voltenauer, zu Ihrem Schreiben erlaube ich mir zwei Ergänzungen:
    1. Der Papst verurteilt sehr wohl und zwar sehr konkret die, welche er als Fundamentalisten bezeichnet und diese Verurteilung zieht sich durch das Pontifikat. Er spricht von Fundamentalisten bei Christen, welche klare Glaubenspositionen beziehen und der Verwässerung der Lehre widersprechen.
    2. Natürlich darf ich einen Papst kritisieren. Der hl. Geist steht ihm nur dann bei, wenn er ex cathedra spricht. Ansonsten hat bereits Paulus dem ersten Papst ins Angesicht widerstanden. Dem Widerspruch voraus geht eine innere Auseinandersetzung mit der Sache
    mit dem Ziel einer Gewissensbildung. Wenn diese erfolgt ist kann oder genauer muss ich widersprechen.

    • Natürlich gebe ich Ihnen vollumfänglich recht.
      „Den Papst darf man nicht kritisieren“, das war so gemeint, dass das heutzutage die allermeisten Christen sagen.
      Es sind die gleichen Christen, welche die 2 Vorgängerpäpste so gut wie immer kritisiert haben (woran natürlich auch die Medien durch ihre subtile Berichterstattung schuldig waren).
      Nur diesen Papst darf man auf einmal nicht mehr kritisieren.
      Natürlich verurteilt der Papst schon auch, aber nicht mehr die Sünder (die Sünde an sich!) sondern eben (etwas salopp gesagt) die Falschen, nähmlich diejenigen, welche dem unverfälschten Glauben anhangen.
      Er verurteilt im Prinzip diejenigen, welche die Sünde noch Sünde nennen.
      Natürlich sagt er das so nicht so deutlich.

      • Genau so ist es: „Er verurteilt im Prinzip diejenigen, welche die Sünde noch Sünde nennen.“

        Da es nach Erzbischof Lefebvre schon 1991 nicht mehr wahrscheinlich war, dass für den tratitionstreuen Bischof von Campos, S.E. Bischof de Castro Mayer, von Rom aus ein traditionstreuer Nachfolger ernannt werden würde, riet Lefebvre den traditionstreuen Priesterrat und den der Tradition treu gebliebenen Laien, einen Nachfolger selber zu wählen, so wie es in den ersten Jahrhunderten der Christenheit üblich war.

        Was in Rom abläuft, hat wirklich nichts mehr mit katholischer Kirche zu tun. Nach Bischof de Castro Mayer handelt es sich bei den Amtsträgern um Mitglieder einer gnostischen Sekte.

        Übrigens hielt Erzbischof Lefebvre den Charismatismus in der Konzilskirche für vom Teufel gewirkt. Das zu lesen hat mich gleichzeitig überrascht wie gefreut. Den in den Dokumenten und Predigten des Erzbischog finde ich endlich ein Sprachrohr für das, was mir immer schon fraglich und problematisch an der Kirche des Konzils erschien.

        Die konsequenten und der Tradition verpflichteten kritischen Ansichten des notwendigen Widerspruchs gegen den neuen Ökumenismus werden leider Gottes nicht konsequent von einigen ‚angeblich‘ rechtgläubigen und im Kommentarbereich gut frequentierten katholischen Internetseiten geteilt. So werden beispielsweise dort Veranstaltungen wie „Awakening Europe“ oder Heilungsgottesdienste mit Alan Ames oder James Manjackal immer noch hartnäckig beworben, was einen ganz üblen Beigeschmack hinsichtlich der Umtriebe der Betreiber hinterlässt. (Auf welche Veranstaltungen gehen diese?) Für die meisten von diesen ist Papst Johannes Paul II. immer noch der allergrößte Papst des letzten Jahrhunderts. Lange habe ich dies auch geglaubt und J.P. tief verehrt. Aber nur, da ich keinen Durchblick hatte.

        Man sollte sich das Buch der Piusbruderschaft „Damit die Kirche fortbestehe“ (Dokumente, Predigten und Richtlinien/Eine historiographische Dokumentation) zulegen, um endlich klar zu sehen. Das Buch ist ein wahrer Augenöffner.

        Hinsichtlich der wirklich bedeutsamen Fragen des Glaubens (nicht der Disziplin!) passt ziwschen Papst J.P. II., Kardinal Ratzinger/Benedikt XVI. und Papst Franziskus wirklich kein Blatt Papier.

        Ich hätte nie gedacht, dass ich das irgendwann einmal genau so sehen würde!

        Auch Benedikt kennt man nur wirklich, wenn man seinen Kampf gegen die Piusbruderschaft und seine Unterwürfigkeit unter den Geist des Konzils kennt.

        • Zum Thema „charismatisch“:
          Ich war noch nie ein Freund von Großveranstaltungen und deshalb nahm ich nie an den Weltjugendtagen teil.
          Ich fand sie trotzdem immer gut, was sich aber in den letzten Jahren geändert hat.
          Immer mehr kommt es mir so vor (schon unter Benedikt) – nicht mehr Jesus Christus = Superstar, sondern der aktuelle Papst = Superstar.
          Wojtila und Ratzinger unterstelle ich keine böse Absicht, sie wollten den Glauben unter die Leute (Jugend) bringen, handelten aber im Konzilsgeist und hatten (das ist das allerwichtigste) Berater, welche wirklich böses im Schilde führten.
          Denn auch eine sehr christliche Jugend kann man auf Dauer verführen, man braucht dazu nur Zeit.
          Die Freimaurer arbeiten wirklich auf allen gesellschaftlichen Ebenen.
          Bei Franziskus sehe ich das etwas anders. In meinen Augen ist er schon einer.

          • Das sehe ich ähnlich wie Sie.

            Hinsichtlich der Events der „Kirche des Neuen Advents“ sehe ich gerade in Massenaufläufen, Reisen, notorischem Bewegungsdrang eine Gefahr der Abhängigkeit auf recht oberflächlicher Ebene. Das ganze kann schon ganz schön süchtig machen. Und wer dann wieder für sich allein ist, hat nicht selten dieses Gefühl, wie es Prominente nach ihren Auftritten Backstage, im Hotelzimmer hatten. Leere … Was jetzt tun dagegen? Alkohol, Internet, Fernsehen; Lust als Mittel gegen die Depression?

            Ich favorisiere mittlerweile die kleinen Gemeinschaften. Es ist nach den Worten Gregorius Hesses 1000 Mal mehr wert, in der heiligenmachenden Gnade zu sein, als alle charismatisch gewirkten Wunder dieser Welt wirken zu können.

            Die Tugend ist das größte aller Wunder. Wenn man hier etwas im Leben eines ‚Heiligen‘ findet, werden die nachfolgenden Untersuchungen, ob Wunder gewirkt wurden, erst gar nicht angestellt.

            Zumindest war es früher so. Seit Papst Franziskus scheint das anders zu sein. Die letzten Päpste sprechen sich ja alle gegenseitig heilig! Nur Pius XII., der wirklich heilig war und es vor Gott auch ist, vergisst man absichtlich.

  6. Lieber Herr Voltenauer, wir sind schon derselben Ansicht. Das von Herrn Nardi angesprochene Problem heißt die Einheitsreligion oder die Lehre von dem Gott der nach der Erklärung von Abu Dhabi alle Religionen zulässt und für richtig hält und dies begleitet mit der Aussage von Sanchez -Sorondo, dass erstmals stimmen Lehramt des Papstes und Lehramt der UNO übereinstimmen. Das Unmögliche wird widerspruchslos als für möglich erklärt. Dieser Wunsch nach einem Gott für alle Religionen war schon immer der Wunsch der Globalisierer und hat sein Vorbild im globalen Reich der Römer. Das, was wir heute als Politik von Papst Franziskus erleben und hinterfragen, entspricht in weiten Bereichen einer „interpretatio romana nova“. Die Römer benutzten den Begriff „interpretatio romana“ in ihrem globalisierten Reich für die Identifikation indigener lokaler Gottheiten mit der überregionalen römisch – griechischen Götterwelt. In ähnlicher Weise versucht heute Franziskus mit seine Helfern, wie Bischof Kräutler, Kardinal Hummes et alii eine Interpretatio mit den indigenen Religionen Südamerikas. Es gibt zwar Forschungsergebnisse über die „Interpretatio romana“ aber sie sind leider nicht zahlreich.
    Das Endziel dieser „Interpretatio“ war die Herstellung und der Erhalt des Religionsfriedens in dem globalisierten römischen Reich als Voraussetzung für die Regierbarkeit. Damit war diese Interpretatio für das römische Reich und vor allem für die Machtträger staatstragend und – erhaltend. Zu den obersten Verpflichtungen gehörte es immer nach den Grundsätzen der „interpretatio“ handeln, aber nie davon reden. Tacitus hat in seiner Germania 29,4 – 5 zum ersten Male über die Interpretatio romana geschrieben.Heute in der globalisierten Welt übernimmt Papst Franziskus, als religiöser Führer der Katholiken und damit oberster Repräsentant von einem Fünftel der Weltbevölkerung, die Aufgabe, eine „interpretatio romana nova“ herzustellen, und das monotheistische Christentum in die Interpretatio sozusagen als Führungsreligion einzubinden. Die Lenker dieser Welt, welche die Globalisierung wollen, wissen genau, dass die Interpretatio der Religionen nur dann möglich ist, wenn auch die Religion, die als einzige ein festes Lehramt, feste Glaubensdogmen und einen Träger mit der Binde- und Lösegewalt hat, also der Katholizismus, die Aufgabe übernimmt, eine Interpretatio romana nova unter Verrat ihrer Grundüberzeugung durchzuführen. Die hier beschriebenen Tempel sind die Zeugnisse für
    die „Interpretatio nova“. Vielleicht verstehen wir vor diesem Hintergrund, dass wir heute zwei Kirchen erkennen können: Die Kirche Jesu, welche Gott und sich selbst gegenüber treu ist und die Kirche der Interpretatio (nova).

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