In Abu Dhabi entsteht der Tempel der Welteinheitsreligion – mit Unterstützung von Papst Franziskus

Vom „Geist von Assisi“ zum „Geist von Abu Dhabi“

Haus der Abrahamitischen Familie Abu Dhabi
Haus der Abrahamitischen Familie in Abu Dhabi – eine Moschee, eine Synagoge, eine Kirche.

Die Histo­ri­ke­rin und Publi­zi­stin Cri­sti­na Sic­car­di geht in ihrem neu­en Bei­trag auf den „Geist von Abu Dha­bi“ ein und ent­hüllt eine Rei­he neu­er Zusam­men­hän­ge. Ihren Aus­füh­run­gen sei mit Blick auf den deut­schen Sprach­raum eini­ges vor­aus­ge­schickt:

Die Unter­zeich­nung des Doku­ments über die Brü­der­lich­keit aller Men­schen in Abu Dha­bi hat in der katho­li­schen Kir­che eine klaf­fen­de Wun­de auf­ge­ris­sen. Man­che spre­chen von der „Häre­sie der Häre­si­en“. Die auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen fin­den jedoch kei­ne Ant­wort, weil das Kir­chen­ober­haupt selbst und im Allein­gang das Doku­ment for­mu­lie­ren ließ und unter­zeich­ne­te. Seit­her treibt Papst Fran­zis­kus den „Geist von Abu Dha­bi“ mit gro­ßem Nach­druck vor­an, erst vor kur­zem durch den näch­sten Allein­gang mit der Errich­tung eines Hohen Komi­tees für die mensch­li­che Brü­der­lich­keit, das den Inhalt des Doku­ments umset­zen soll.

Das Berliner Projekt "House of One"
Das Ber­li­ner Pro­jekt „Hou­se of One“

Wer bis­her dach­te, das Pro­jekt Hou­se of One – Haus des Einen in Ber­lin sei ein Ein­zel­fall fana­ti­scher Sek­tie­rer, und die katho­li­sche Kir­che hät­te nichts damit zu tun, der hat sich geirrt. Auch nur die nütz­li­chen Idio­ten und wil­li­gen Hel­fers­hel­fer kön­nen sich am Gedan­ken erfreu­en und ein­bil­den, in der deut­schen Bun­des­haupt­stadt wür­de „etwas welt­weit Ein­ma­li­ges“ geschaf­fen. Für das Ber­li­ner Pro­jekt wer­den ein pro­te­stan­ti­scher Pastor, ein jüdi­scher Rab­bi und ein mus­li­mi­scher Imam vor­ne hin­ge­stellt, wäh­rend die Hin­ter­män­ner eines so gigan­ti­schen und teu­ren Pro­jekts im Dun­keln blei­ben. Wie reprä­sen­ta­tiv die drei Vor­ge­scho­be­nen für die drei Reli­gio­nen sind, fragt offen­bar nie­mand nach. Die Idee gefällt oben, von wo sie ja kommt. Was unten dar­über gedacht wird, spielt kei­ne Rol­le.

Doch es gibt bereits ein wei­te­res Pro­jekt, das schnel­ler fer­tig­ge­stellt sein dürf­te als jenes in Ber­lin. Das neue Pro­jekt wird von Papst Fran­zis­kus selbst unter­stützt und ent­steht in Abu Dha­bi auf einer groß­teils künst­lich auf­ge­schüt­te­ten Insel. Im Gegen­satz zu Ber­lin wird das Pro­jekt in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten äußer­lich ein ande­res Aus­se­hen haben, im Prin­zip aber dem­sel­ben Muster fol­gen. Soll in Ber­lin auch das Gebäu­de den bedin­gungs­lo­sen Ein­druck der „Ein­heit“ ver­mit­teln, ist das Pro­jekt am Per­si­schen Golf sub­ti­ler.

Der Ein­druck ist der von drei unab­hän­gi­gen Gebäu­den, die über das Erd­ge­schoß ver­bun­den sind – drei in ihren Aus­ma­ßen völ­lig iden­ti­sche, Kuben, die nur in ihrer Fas­sa­den­ge­stal­tung im Aus­se­hen leicht ver­schie­den sein wer­den. In einen Kubus kommt eine Moschee, in einen ande­ren eine Kir­che und in den drit­ten eine Syn­ago­ge. Im ver­bin­den­den Erd­ge­schoß wird ein gro­ßes Lehr­zen­trum unter­ge­bracht – wie in Ber­lin.

Die­se „Tem­pel der Reli­gio­nen“, frei nach den Ideen von Les­sings „Nathan dem Wei­sen“, sol­len in Ber­lin wie in Abu Dha­bi – und sicher bald noch anders­wo – die Gleich­wer­tig­keit und letzt­li­che Gleich­heit der drei „abra­ha­mi­ti­schen Reli­gio­nen“ durch­set­zen und die­se im näch­sten Schritt über­win­den und erset­zen. In ihnen nimmt der alte Traum der Gno­sis von der Welt­ein­heits­re­li­gi­on Gestalt an.

Ange­sichts zwei­er schein­bar von­ein­an­der völ­lig unab­hän­gi­ger, aber iden­ti­scher Pro­jek­te in Ber­lin und Abu Dha­bi, und ange­sichts der nach­drück­li­chen Unter­stüt­zung die­ser Idee durch Papst Fran­zis­kus, bekommt ein Satz des Vati­ka­ni­sten Mar­co Tosat­ti vom Janu­ar 2018 noch ein­mal ein ganz ande­res Gewicht: Es wer­de von man­chen behaup­tet, so Tosat­ti, daß es eine gehei­me UNO-Agen­tur namens United Reli­gi­ons Orga­ni­sa­ti­on (URO) gibt. Jeden­falls stellt sich die Fra­ge, wer über die Mit­tel und Mög­lich­kei­ten ver­fügt so gigan­ti­sche Pro­jekt durch­zu­zie­hen. Eben­so kann nie­mand ernst­haft glau­ben, die bei­den Pro­jek­te stün­den in kei­nem Zusam­men­hang.

Am Ende des Bei­trags ist ein Wer­be­vi­deo für den „Tem­pel der Reli­gio­nen“ von Abu Dha­bi zu sehen, der einen Ein­druck ver­mit­telt. Nun aber das Wort an Cri­sti­na Sic­car­di.

Vom „Geist von Assisi“ zum „Geist von Abu Dhabi“

Von Cri­sti­na Sic­car­di*

Am 15. Novem­ber traf sich Papst Fran­zis­kus zum sech­sten Mal mit dem Groß­i­mam Ahmad Muham­mad al-Tay­y­eb, Erb­scheich der Sufi-Bru­der­schaft von Ober­ägyp­ten sowie auf Lebens­zeit ernann­ter Groß­i­mam der Al-Azhar-Moschee und Rek­tor der damit ver­bun­de­nen Al-Azhar-Uni­ver­si­tät. Al-Azhar ist das wich­tig­ste Kul­tur­zen­trum des sun­ni­ti­schen Islams, zu des­sen Cha­rak­te­ri­stik es gehört, „durch die För­de­rung der Sufi-Eso­te­rik eine ‚initia­ti­sche Brücke‘ zwi­schen der Frei­mau­re­rei des Ori­ents und des Westens“ zu sein.

Bereits die sechste Audienz für Großimam al-Tayyeb und Gefolge
Bereits die sech­ste Audi­enz für Groß­i­mam al-Tay­y­eb und Gefol­ge

Die Audi­enz fand im Apo­sto­li­schen Palast des Vati­kans statt. Eben­falls anwe­send waren Scheich Saif bin Zay­ed Al Nahy­an, seit 2004 Innen­mi­ni­ster und seit 2009 auch stell­ver­tre­ten­der Mini­ster­prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te; der Bot­schaf­ter Ägyp­tens beim Hei­li­gen Stuhl, Mahmoud Samy; eini­ge Ver­tre­ter von Al-Azhar sowie der neue Kar­di­nal Miguel Ángel Ayu­so Gui­xot, Vor­sit­zen­der des Päpst­li­chen Rates für den inter­re­li­giö­sen Dia­log.

Papst Ber­go­glio und der Groß­i­mam sahen sich zum ersten Mal wie­der seit der inter­re­li­giö­sen Papst­rei­se vom ver­gan­ge­nen Febru­ar in die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te. Anlaß damals war die Unter­zeich­nung des Doku­ments über die Brü­der­lich­keit aller Men­schen am 4. Febru­ar 2019.

Die Absicht des Doku­ments ist es, ein säku­la­res Zusam­men­le­ben anzu­stre­ben, „das alle Men­schen umfasst, ver­eint und gleich macht“, denn „der Plu­ra­lis­mus und die Viel­falt der Reli­gi­on, der Haut­far­be, des Geschlechts, der Eth­nie und der Spra­che ent­spre­chen einem wei­sen gött­li­chen Wil­len, mit dem Gott die Men­schen erschaf­fen hat[1].

Aber von wel­chem ​​Gott ist die Rede?

Vom Drei­ei­n­i­gen Gott, von Allah oder vom Gro­ßen Bau­mei­ster? Das wird nicht näher gesagt, aber das Ziel ist klar: Die Dok­trin die­ser welt­li­chen Reli­gi­on bezieht sich pur auf die Wer­te der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on und der Frei­mau­re­rei.

Anderes Projekt für Abu Dhabi, das aber nicht genommen wurde
Ein ande­res Pro­jekt, das beim Archi­tek­tur­wett­be­werb ein­ge­reicht wur­de: schlan­gen­för­mig sind drei Kugeln ver­bun­den: Moschee, Syn­ago­ge, Kir­che

Der Papst schenk­te dem Groß­i­mam bei ihrer jüng­sten Begeg­nung eine Kopie des Doku­ments über die Brü­der­lich­keit aller Men­schen. Das Zusam­men­tref­fen hat­te den Zweck, eine vom Hohen Komi­tee für die mensch­li­che Brü­der­lich­keit geplan­te Initia­ti­ve zu star­ten: Ein inter­re­li­giö­ses Haus namens Abra­ha­mic Fami­ly Hou­se – das Bau­pro­jekt dafür wur­de im Sep­tem­ber in New York vor­ge­stellt – wird in der Haupt­stadt der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te auf der Insel Sadi­y­yat in der Nähe des Lou­vre Abu Dha­bi ent­ste­hen.

Das Haus der Abra­ha­mi­ti­schen Fami­lie wird eine Moschee, eine Syn­ago­ge und eine Kir­che umfas­sen, die dem hei­li­gen… Franz von Assi­si geweiht sein wird, der durch die Tech­nik der Mysti­fi­zie­rung zum Pro­tek­tor sowohl der „öko­lo­gi­schen und nach­hal­ti­gen Umkehr“ als auch der „Brü­der­lich­keit aller Men­schen“ gemacht wur­de.

Gera­de er … der unter die Mus­li­me ging, vor allem um aus Lie­be zu Chri­stus das Mar­ty­ri­um zu erlan­gen. Als er es in zwei Mis­si­ons­rei­sen nicht fand, weil es nicht Got­tes Wil­le war, wur­de er bei der drit­ten vor 800 Jah­ren, nach­dem ihn die Sara­ze­nen belei­digt und schwer miß­han­delt hat­ten, vor den Sul­tan von Ägyp­ten al-Malik al-Kāmil geführt, aber nicht, um ihm von der „Brü­der­lich­keit aller Men­schen“ zu erzäh­len. Das ist eine gro­be Lüge, die für das Andenken des hei­li­gen Fran­zis­kus uneh­ren­haft ist. Er trat vor den Sul­tan, um ihm den Glau­ben an die Hei­li­ge Drei­fal­tig­keit zu ver­kün­den und for­der­te ihn aus­drück­lich auf, sich zu bekeh­ren.

Von Nostra aetate über den „Geist von Assisi“ zum „Geist von Abu Dhabi“
Von Nostra aeta­te über den „Geist von Assi­si“ zum „Geist von Abu Dha­bi“ – alles im (ent­stell­ten) Namen des hei­li­gen Fran­zis­kus

Heu­te erzählt man uns hin­ge­gen, daß es dies­be­züg­lich kei­ne histo­ri­schen Doku­men­te gebe, obwohl es sie gibt, schwarz auf weiß: die maß­geb­li­chen Zeug­nis­se stam­men von Tom­ma­so da Cela­no (erster Bio­graf des hl. Fran­zis­kus), vom hl. Bona­ven­tu­ra da Bagno­re­gio, von Bischof Jac­ques de Vitry … Da sie nicht sagen kön­nen, daß die Fon­ti Fran­ce­sca­ne (eine Quel­len­samm­lung) lügen – es ist nicht mög­lich, die Fak­ten und histo­ri­sche Daten zu wider­le­gen –, ver­ber­gen sie sie so, als wür­den sie nicht exi­stie­ren.

Die lai­zi­sti­sche Struk­tur des Abra­ha­mi­ti­schen Hau­ses von Abu Dha­bi wird mul­ti­funk­tio­nal sein. Das „Haus“ wird sowohl dem indi­vi­du­el­len Kul­tus (?) als auch dem „Dia­log“ und dem Aus­tausch inter­re­li­giö­ser „Wahr­hei­ten“ die­nen, da in einem vier­ten Teil ein Stu­di­en- und For­schungs­zen­trum über die Brü­der­lich­keit aller Men­schen unter­ge­bracht sein wird. Des­sen Zweck wird es sein, auf der Linie des Abu-Dha­bi-Doku­ments, die säku­la­ri­sier­ten Vari­an­ten der drei Reli­gio­nen bekannt­zu­ma­chen. Para­dox und Wider­spruch in die­sen Hand­lun­gen wären lustig, wenn sie nicht tra­gisch wären.

Der Begriff Reli­gi­on lei­tet sich vom latei­ni­schen reli­gio ab, das heißt, von reli­ga­re, bin­den, und bezieht sich auf den ver­bind­li­chen Wert der Ver­pflich­tun­gen und der sakra­len Ver­bo­te, die mit der gewähl­ten Gott­heit ein­ge­gan­gen wer­den.

Großimam und Papst
Groß­i­mam und Papst

Dar­über hin­aus wird das Stu­di­en­zen­trum auch Aus­tra­gungs­ort der Fei­er­lich­kei­ten zur Ver­lei­hung des „Human Bro­ther­hood Award“ sein.

Man den­ke aber nicht, daß die inter­re­li­giö­se Zita­del­le eine ori­gi­nel­le Avant­gar­de-Idee des Pon­ti­fi­kats von Papst Ber­go­glio ist. Sie ent­spricht dem „Geist von Assi­si“ von 1986 – der nicht der Geist des hei­li­gen Franz von Assi­si war, ist oder je sein kann –, als Johan­nes Paul II. alle wich­ti­gen Ver­tre­ter der Welt­re­li­gio­nen ver­sam­mel­te, um in der Brü­der­lich­keit aller Men­schen für den Welt­frie­den zu beten. Die­ser „Geist von Assi­si“ wie­der­um hat sei­ne Wur­zeln im Doku­ment Nostra Aeta­te (28. Okto­ber 1965) des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils, das den inter­re­li­giö­sen Dia­log eröff­ne­te und die Lehr­mis­si­on der Kir­che aus­lösch­te, reli­giö­se Irr­tü­mer zu ver­ur­tei­len: „Die katho­li­sche Kir­che lehnt nichts von alle­dem ab, was in die­sen Reli­gio­nen wahr und hei­lig ist. Mit auf­rich­ti­gem Ernst betrach­tet sie jene Hand­lungs- und Lebens­wei­sen, jene Vor­schrif­ten und Leh­ren, die zwar in man­chem von dem abwei­chen, was sie sel­ber für wahr hält und lehrt, doch nicht sel­ten einen Strahl jener Wahr­heit erken­nen las­sen, die alle Men­schen erleuch­tet.“ (NA, 2).

Vor fünf­zig Jah­ren, im Mai 1969, brach­te der dama­li­ge Kra­kau­er Erz­bi­schof Karol Woj­ty­ła für die erste Aus­ga­be des Sacro­song Festi­val in der Kir­che der hei­li­gen Tere­sa von Lodz (ein revo­lu­tio­nä­rer Gesangs — und Instru­men­tal­wett­be­werb für „geist­li­che“ Musik mit Gitar­ren und Schlag­in­stru­men­ten), den soge­nann­ten „Becher der Ein­deu­tig­keit“, den der spä­te­re Johan­nes Paul II. selbst gewollt und finan­ziert hat­te. Es ist ein Pokal aus Sil­ber, des­sen Form sowohl an den höch­sten Turm der Kra­kau­er Mari­en­ba­si­li­ka als auch an das Mina­rett einer Moschee erin­nern könn­te. Es sym­bo­li­siert sowohl einen ver­ti­ka­len „Weg­wei­ser“ nach oben, ein Sym­bol für den Weg zum Him­mel, als auch einen Leucht­turm, der das mensch­li­che Leben und den Geist erleuch­tet. Mehr­mals über­reich­te Msgr. Woj­ty­ła selbst den Pokal im Rah­men des Festi­vals, das als Fest zur Schaf­fung eines inter­re­li­giö­sen Kon­tex­tes gese­hen wur­de mit dem Ziel, einen gemein­sa­men Bezugs­punkt und eine glo­ba­le Ver­bin­dung zu fin­den.

Im Rom der hei­li­gen Apo­stel Petrus und Pau­lus sowie der hei­li­gen Mär­ty­rer, die alle star­ben, um den Glau­ben an Chri­stus unver­kürzt zu über­mit­teln und davon Zeug­nis zu geben, wur­de die größ­te Moschee des Westens errich­tet, in der sich das Isla­mi­sche Kul­tur­zen­trum Ita­li­ens befin­det. Die Moschee im Her­zen der Chri­sten­heit wur­de von König Fai­sal von Sau­di-Ara­bi­en, dem Ober­haupt des sau­di­schen Königs­hau­ses und „Die­ner der bei­den edlen hei­li­gen Stät­ten“ von Mek­ka und Medi­na, in Auf­trag gege­ben und finan­ziert. Das Pro­jekt wur­de dem Archi­tek­ten Pao­lo Por­to­g­he­si anver­traut, der Vit­to­rio Gigliot­ti, Sami Mou­sa­wi und Nino Toz­zo an sei­ne Sei­te hol­te. Die Schen­kung des Grund­stücks wur­de bereits 1974 unter dem Pon­ti­fi­kat von Paul VI. vom Stadt­rat von Rom geneh­migt. Die Grund­stein­le­gung erfolg­te 1984 und die Fer­tig­stel­lung 1995.

Papst Franziskus im Februar 2019 in Abu Dhabi. Der Bau des Tempels der Religionen ist beschlossen
Papst Fran­zis­kus im Febru­ar 2019 in Abu Dha­bi. Der Bau des Tem­pels der Reli­gio­nen ist beschlos­sen

Wer will uns von der ein­zig offen­bar­ten Wahr­heit los­rei­ßen?

„Was kann uns schei­den von der Lie­be Chri­sti? Bedräng­nis oder Not oder Ver­fol­gung, Hun­ger oder Käl­te, Gefahr oder Schwert? In der Schrift steht: Um dei­net­wil­len sind wir den gan­zen Tag dem Tod aus­ge­setzt; wir wer­den behan­delt wie Scha­fe, die man zum Schlach­ten bestimmt hat. Doch all das über­win­den wir durch den, der uns geliebt hat“ (Röm 8,35–37).

Der Libe­ra­lis­mus hat die Kir­che der Men­schen zur Reli­gi­ons­frei­heit gelenkt; die Reli­gi­ons­frei­heit hat sie zu Öku­me­nis­mus und Inter­re­li­gio­si­tät gelenkt, indem nach welt­li­chen Maß­stä­ben die Land­kar­ten aus­ge­tauscht wur­den: Kei­ne Reli­gi­on besitzt die Wahr­heit, aber alle sind Trä­ger plu­ra­ler Wahr­hei­ten, die mit mensch­li­cher Brü­der­lich­keit zum Welt­frie­den füh­ren kön­nen.

Der „Geist von Assi­si“ schafft heu­te das Abra­ha­mic Fami­ly Hou­se, des­sen „Geist von Abu Dha­bi“ aller­dings das Ver­dienst zukommt, Klar­heit zu schaf­fen zwi­schen jenen, die sich allein für Chri­stus, den Sohn des leben­di­gen Got­tes ent­schei­den, der leben­dig, real und ewig ist, wah­rer Mensch und wah­rer Gott, oder jenen, die sich für die fal­schen, teuf­li­schen und unwirk­li­chen Göt­ter ent­schei­den (sei­en sie reli­giö­sen und/oder welt­li­chen Ursprungs).

*Cri­sti­na Sic­car­di, Histo­ri­ke­rin, Mut­ter von zwei Kin­dern, publi­zier­te u.a. im Osser­va­to­re Roma­no, La Stam­pa und Avve­ni­re, regel­mä­ßi­ge Mit­ar­beit bei Radi­ci Cri­stia­ne, Cor­ris­pon­den­za Roma­na, Radio Roma libe­ra und Radio Buon Con­siglio, 2007 mit dem Pre­mio Boni­facio VIII aus­ge­zeich­net, zahl­rei­che Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen, zuletzt 2019 die Bio­gra­phie „San Fran­ces­co. Una del­le figu­re più defor­ma­te del­la sto­ria“ (Der hei­li­ge Fran­zis­kus. Eine der meist­ver­zerr­ten Figu­ren der Geschich­te).

Ein­lei­tung und Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana/Vatican.va/Youtube (Screen­shots)


[1] Eige­ne Über­set­zung aus dem ita­lie­ni­schen Ori­gi­nal, die der Inten­ti­on näher­kommt als die offi­zi­el­le deut­sche Über­set­zung des Vati­kans.

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14 Kommentare

  1. Wie ver­blen­det sind unse­re Hir­ten und wir Chri­sten?
    Mer­ken wir nicht, wie der Fürst die­ser Welt, fast
    alle schon unter sei­ner Macht hat.

  2. Jetzt weiß ich end­lich, was Papst Fran­zis­kus meint, wenn er vom „gemein­sa­men oder unse­ren Haus“ spricht — das ist das Haus des Einen die Welt­ein­heits­re­li­gi­on der UNO, das ist ein Haus der Lügen, das Haus Satans. In das „Kir­chen­ge­bäu­de“ dringt etwas Bedroh­li­ches von oben ein, schon die Kir­chen­bän­ke errei­chend — der „Rauch Satans“? Die „Moschee“ ist licht­durch­flu­tet — Luci­fer? und das Modell mit der Schlan­ge passt doch auch per­fekt. Was die Syn­ago­ge angeht, war das Video zu kurz.

  3. Schon lan­ge fra­ge ich mich, ob man recht­gläu­bi­ge Aus­sa­gen von Papst Fran­zis­kus noch zitie­ren darf; oder ob es bes­ser ist, davon Abstand zu neh­men.

    Mein Gewis­sen sag­te mir, ich kön­ne das nicht tun, ohne Ver­wir­rung zu stif­ten. Gestern las ich den Rat eines Geist­li­chen dazu, wel­cher mich in mei­ner Ansicht des Abstand­hal­tens von päpst­li­chen Aus­sa­gen und Gesten bestärkt:

    „Könn­te es etwas scha­den, PF mit ein paar Wor­ten zu zitie­ren, die für sich völ­lig recht­gläu­big klin­gen?

    [] ich habe den Ein­druck, daß es nicht unge­fähr­lich ist, selbst die besten und ortho­do­xe­sten Aus­sa­gen von PF zu zitie­ren. Es besteht immer die Gefahr, daß man ohne es zu wol­len an der Ver­brei­tung des Ein­drucks
    mit­wirkt, daß er ein zuver­läs­si­ger Ver­tre­ter des katho­li­schen Glau­bens wäre.

    Und lei­der ist es inzwi­schen natür­lich völ­lig offen­sicht­lich, daß das weit ent­fernt von der Wahr­heit ist. (Soll­ten wir ihn zukünf­tig viel­leicht als Papst Libe­ri­us II. bezeich­nen?)

    Viel­leicht soll­ten wir uns an der Art ori­en­tie­ren, in der New­man zu pre­di­gen pfleg­te: schlicht und boden­stän­dig statt päpst­lich und pro­ble­ma­ti­sie­rend!“ (Fr. J. Hun­wicke)

    • Es ist so wie bei man­chen Pri­va­tof­fen­ba­run­gen, 10% Gift sind auch töd­lich. Also las­se ich die Fin­ger weg und ver­brei­te nichts, sonst lade ich mir die Schuld auf, Emp­feh­lun­gen zu geben in denen mir Feh­ler bekannt sind.

  4. Beim dem Stich­wort „Nathan dem Wei­sen“ ist mir doch bewusst gewor­den, dass die­se Ein­heits­re­li­gi­on schon sehr lan­ge geplant war.
    Der Teu­fel hat vor lan­ger Zeit das Buch schrei­ben las­sen und es fer­tig gebracht dass die­ses in die Lehr­plä­ne der Schu­len auf­ge­nom­men wird. So wer­den beson­ders Jugend­li­che mit einem schwa­chen oder kei­nem Glau­ben die Bot­schaft (wenn auch unbe­wusst) auf­neh­men. Ziel ist die Akzep­tanz oder Gleich­gül­tig­keit zu errei­chen um so der Ein­heits­re­li­gi­on den Weg zu berei­ten und somit vie­le See­len in die Höl­le zu zie­hen.

  5. Papst Fran­zis­kus hat sich längst selbst ent­larvt. Er ist nicht der­je­ni­ge, der er als Papst sein soll­te. Schon am Anfang sei­nes Pon­ti­fi­kats konn­te ein auf­merk­sa­mer Beob­ach­ter erken­nen, dass er nicht ehr­lich und kor­rekt ist und Fal­sches im Sin­ne hat. Inzwi­schen nach 6 Jah­ren muss es doch jedem auf­fal­len, dass das so ist.

    • Im Gegen­teil, die gro­ße Mas­se der Gläu­bi­gen liebt ihn — auch vie­le Erz­ka­tho­li­sche „den Papst darf man nicht kri­ti­sie­ren“.
      Das liegt zu einem gro­ßen Teil auch dar­an, dass der Mensch von sich aus bequem und vor allem sünd­haft ist.
      Da kommt ein Papst, der nicht mehr „ver­ur­teilt“, son­dern Ver­ständ­nis für die „Pro­ble­me“ der Men­schen hat und viel von Got­tes Barm­her­zig­keit redet, gera­de recht.
      Er ist dem mei­sten Gläu­bi­gen sehr gele­gen.

  6. Der Kubus an sich ist ein star­kes Frei­mau­rer­sym­bol!
    Nicht nur die Kaa­ba in Mek­ka — inzwi­schen auch vie­le Altä­re in kath. Kir­chen tra­gen die­se Form.

  7. An Vol­ten­au­er, zu Ihrem Schrei­ben erlau­be ich mir zwei Ergän­zun­gen:
    1. Der Papst ver­ur­teilt sehr wohl und zwar sehr kon­kret die, wel­che er als Fun­da­men­ta­li­sten bezeich­net und die­se Ver­ur­tei­lung zieht sich durch das Pon­ti­fi­kat. Er spricht von Fun­da­men­ta­li­sten bei Chri­sten, wel­che kla­re Glau­bens­po­si­tio­nen bezie­hen und der Ver­wäs­se­rung der Leh­re wider­spre­chen.
    2. Natür­lich darf ich einen Papst kri­ti­sie­ren. Der hl. Geist steht ihm nur dann bei, wenn er ex cathe­dra spricht. Anson­sten hat bereits Pau­lus dem ersten Papst ins Ange­sicht wider­stan­den. Dem Wider­spruch vor­aus geht eine inne­re Aus­ein­an­der­set­zung mit der Sache
    mit dem Ziel einer Gewis­sens­bil­dung. Wenn die­se erfolgt ist kann oder genau­er muss ich wider­spre­chen.

    • Natür­lich gebe ich Ihnen voll­um­fäng­lich recht.
      „Den Papst darf man nicht kri­ti­sie­ren“, das war so gemeint, dass das heut­zu­ta­ge die aller­mei­sten Chri­sten sagen.
      Es sind die glei­chen Chri­sten, wel­che die 2 Vor­gän­ger­päp­ste so gut wie immer kri­ti­siert haben (wor­an natür­lich auch die Medi­en durch ihre sub­ti­le Bericht­erstat­tung schul­dig waren).
      Nur die­sen Papst darf man auf ein­mal nicht mehr kri­ti­sie­ren.
      Natür­lich ver­ur­teilt der Papst schon auch, aber nicht mehr die Sün­der (die Sün­de an sich!) son­dern eben (etwas salopp gesagt) die Fal­schen, nähm­lich die­je­ni­gen, wel­che dem unver­fälsch­ten Glau­ben anhan­gen.
      Er ver­ur­teilt im Prin­zip die­je­ni­gen, wel­che die Sün­de noch Sün­de nen­nen.
      Natür­lich sagt er das so nicht so deut­lich.

      • Genau so ist es: „Er ver­ur­teilt im Prin­zip die­je­ni­gen, wel­che die Sün­de noch Sün­de nen­nen.“

        Da es nach Erz­bi­schof Lef­eb­v­re schon 1991 nicht mehr wahr­schein­lich war, dass für den tra­ti­ti­ons­treu­en Bischof von Cam­pos, S.E. Bischof de Castro May­er, von Rom aus ein tra­di­ti­ons­treu­er Nach­fol­ger ernannt wer­den wür­de, riet Lef­eb­v­re den tra­di­ti­ons­treu­en Prie­ster­rat und den der Tra­di­ti­on treu geblie­be­nen Lai­en, einen Nach­fol­ger sel­ber zu wäh­len, so wie es in den ersten Jahr­hun­der­ten der Chri­sten­heit üblich war.

        Was in Rom abläuft, hat wirk­lich nichts mehr mit katho­li­scher Kir­che zu tun. Nach Bischof de Castro May­er han­delt es sich bei den Amts­trä­gern um Mit­glie­der einer gno­sti­schen Sek­te.

        Übri­gens hielt Erz­bi­schof Lef­eb­v­re den Cha­ris­ma­tis­mus in der Kon­zils­kir­che für vom Teu­fel gewirkt. Das zu lesen hat mich gleich­zei­tig über­rascht wie gefreut. Den in den Doku­men­ten und Pre­dig­ten des Erz­bi­schog fin­de ich end­lich ein Sprach­rohr für das, was mir immer schon frag­lich und pro­ble­ma­tisch an der Kir­che des Kon­zils erschien.

        Die kon­se­quen­ten und der Tra­di­ti­on ver­pflich­te­ten kri­ti­schen Ansich­ten des not­wen­di­gen Wider­spruchs gegen den neu­en Öku­me­nis­mus wer­den lei­der Got­tes nicht kon­se­quent von eini­gen ‚angeb­lich‘ recht­gläu­bi­gen und im Kom­men­tar­be­reich gut fre­quen­tier­ten katho­li­schen Inter­net­sei­ten geteilt. So wer­den bei­spiels­wei­se dort Ver­an­stal­tun­gen wie „Awa­ke­n­ing Euro­pe“ oder Hei­lungs­got­tes­dien­ste mit Alan Ames oder James Man­jack­al immer noch hart­näckig bewor­ben, was einen ganz üblen Bei­geschmack hin­sicht­lich der Umtrie­be der Betrei­ber hin­ter­lässt. (Auf wel­che Ver­an­stal­tun­gen gehen die­se?) Für die mei­sten von die­sen ist Papst Johan­nes Paul II. immer noch der aller­größ­te Papst des letz­ten Jahr­hun­derts. Lan­ge habe ich dies auch geglaubt und J.P. tief ver­ehrt. Aber nur, da ich kei­nen Durch­blick hat­te.

        Man soll­te sich das Buch der Pius­bru­der­schaft „Damit die Kir­che fort­be­stehe“ (Doku­men­te, Pre­dig­ten und Richtlinien/Eine histo­rio­gra­phi­sche Doku­men­ta­ti­on) zule­gen, um end­lich klar zu sehen. Das Buch ist ein wah­rer Augen­öff­ner.

        Hin­sicht­lich der wirk­lich bedeut­sa­men Fra­gen des Glau­bens (nicht der Dis­zi­plin!) passt ziw­schen Papst J.P. II., Kar­di­nal Ratzinger/Benedikt XVI. und Papst Fran­zis­kus wirk­lich kein Blatt Papier.

        Ich hät­te nie gedacht, dass ich das irgend­wann ein­mal genau so sehen wür­de!

        Auch Bene­dikt kennt man nur wirk­lich, wenn man sei­nen Kampf gegen die Pius­bru­der­schaft und sei­ne Unter­wür­fig­keit unter den Geist des Kon­zils kennt.

        • Zum The­ma „cha­ris­ma­tisch“:
          Ich war noch nie ein Freund von Groß­ver­an­stal­tun­gen und des­halb nahm ich nie an den Welt­ju­gend­ta­gen teil.
          Ich fand sie trotz­dem immer gut, was sich aber in den letz­ten Jah­ren geän­dert hat.
          Immer mehr kommt es mir so vor (schon unter Bene­dikt) — nicht mehr Jesus Chri­stus = Super­star, son­dern der aktu­el­le Papst = Super­star.
          Woj­ti­la und Ratz­in­ger unter­stel­le ich kei­ne böse Absicht, sie woll­ten den Glau­ben unter die Leu­te (Jugend) brin­gen, han­del­ten aber im Kon­zils­geist und hat­ten (das ist das aller­wich­tig­ste) Bera­ter, wel­che wirk­lich böses im Schil­de führ­ten.
          Denn auch eine sehr christ­li­che Jugend kann man auf Dau­er ver­füh­ren, man braucht dazu nur Zeit.
          Die Frei­mau­rer arbei­ten wirk­lich auf allen gesell­schaft­li­chen Ebe­nen.
          Bei Fran­zis­kus sehe ich das etwas anders. In mei­nen Augen ist er schon einer.

          • Das sehe ich ähn­lich wie Sie.

            Hin­sicht­lich der Events der „Kir­che des Neu­en Advents“ sehe ich gera­de in Mas­sen­auf­läu­fen, Rei­sen, noto­ri­schem Bewe­gungs­drang eine Gefahr der Abhän­gig­keit auf recht ober­fläch­li­cher Ebe­ne. Das gan­ze kann schon ganz schön süch­tig machen. Und wer dann wie­der für sich allein ist, hat nicht sel­ten die­ses Gefühl, wie es Pro­mi­nen­te nach ihren Auf­trit­ten Back­stage, im Hotel­zim­mer hat­ten. Lee­re … Was jetzt tun dage­gen? Alko­hol, Inter­net, Fern­se­hen; Lust als Mit­tel gegen die Depres­si­on?

            Ich favo­ri­sie­re mitt­ler­wei­le die klei­nen Gemein­schaf­ten. Es ist nach den Wor­ten Gre­go­ri­us Hes­ses 1000 Mal mehr wert, in der hei­li­gen­ma­chen­den Gna­de zu sein, als alle cha­ris­ma­tisch gewirk­ten Wun­der die­ser Welt wir­ken zu kön­nen.

            Die Tugend ist das größ­te aller Wun­der. Wenn man hier etwas im Leben eines ‚Hei­li­gen‘ fin­det, wer­den die nach­fol­gen­den Unter­su­chun­gen, ob Wun­der gewirkt wur­den, erst gar nicht ange­stellt.

            Zumin­dest war es frü­her so. Seit Papst Fran­zis­kus scheint das anders zu sein. Die letz­ten Päp­ste spre­chen sich ja alle gegen­sei­tig hei­lig! Nur Pius XII., der wirk­lich hei­lig war und es vor Gott auch ist, ver­gisst man absicht­lich.

  8. Lie­ber Herr Vol­ten­au­er, wir sind schon der­sel­ben Ansicht. Das von Herrn Nar­di ange­spro­che­ne Pro­blem heißt die Ein­heits­re­li­gi­on oder die Leh­re von dem Gott der nach der Erklä­rung von Abu Dha­bi alle Reli­gio­nen zulässt und für rich­tig hält und dies beglei­tet mit der Aus­sa­ge von San­chez ‑Soron­do, dass erst­mals stim­men Lehr­amt des Pap­stes und Lehr­amt der UNO über­ein­stim­men. Das Unmög­li­che wird wider­spruchs­los als für mög­lich erklärt. Die­ser Wunsch nach einem Gott für alle Reli­gio­nen war schon immer der Wunsch der Glo­ba­li­sie­rer und hat sein Vor­bild im glo­ba­len Reich der Römer. Das, was wir heu­te als Poli­tik von Papst Fran­zis­kus erle­ben und hin­ter­fra­gen, ent­spricht in wei­ten Berei­chen einer „inter­pre­ta­tio roma­na nova“. Die Römer benutz­ten den Begriff „inter­pre­ta­tio roma­na“ in ihrem glo­ba­li­sier­ten Reich für die Iden­ti­fi­ka­ti­on indi­ge­ner loka­ler Gott­hei­ten mit der über­re­gio­na­len römisch – grie­chi­schen Göt­ter­welt. In ähn­li­cher Wei­se ver­sucht heu­te Fran­zis­kus mit sei­ne Hel­fern, wie Bischof Kräut­ler, Kar­di­nal Hum­mes et alii eine Inter­pre­ta­tio mit den indi­ge­nen Reli­gio­nen Süd­ame­ri­kas. Es gibt zwar For­schungs­er­geb­nis­se über die „Inter­pre­ta­tio roma­na“ aber sie sind lei­der nicht zahl­reich.
    Das End­ziel die­ser „Inter­pre­ta­tio“ war die Her­stel­lung und der Erhalt des Reli­gi­ons­frie­dens in dem glo­ba­li­sier­ten römi­schen Reich als Vor­aus­set­zung für die Regier­bar­keit. Damit war die­se Inter­pre­ta­tio für das römi­sche Reich und vor allem für die Macht­trä­ger staats­tra­gend und — erhal­tend. Zu den ober­sten Ver­pflich­tun­gen gehör­te es immer nach den Grund­sät­zen der „inter­pre­ta­tio“ han­deln, aber nie davon reden. Taci­tus hat in sei­ner Ger­ma­nia 29,4 — 5 zum ersten Male über die Inter­pre­ta­tio roma­na geschrieben.Heute in der glo­ba­li­sier­ten Welt über­nimmt Papst Fran­zis­kus, als reli­giö­ser Füh­rer der Katho­li­ken und damit ober­ster Reprä­sen­tant von einem Fünf­tel der Welt­be­völ­ke­rung, die Auf­ga­be, eine „inter­pre­ta­tio roma­na nova“ her­zu­stel­len, und das mono­the­isti­sche Chri­sten­tum in die Inter­pre­ta­tio sozu­sa­gen als Füh­rungs­re­li­gi­on ein­zu­bin­den. Die Len­ker die­ser Welt, wel­che die Glo­ba­li­sie­rung wol­len, wis­sen genau, dass die Inter­pre­ta­tio der Reli­gio­nen nur dann mög­lich ist, wenn auch die Reli­gi­on, die als ein­zi­ge ein festes Lehr­amt, feste Glau­bens­dog­men und einen Trä­ger mit der Bin­de- und Löse­ge­walt hat, also der Katho­li­zis­mus, die Auf­ga­be über­nimmt, eine Inter­pre­ta­tio roma­na nova unter Ver­rat ihrer Grund­über­zeu­gung durch­zu­füh­ren. Die hier beschrie­be­nen Tem­pel sind die Zeug­nis­se für
    die „Inter­pre­ta­tio nova“. Viel­leicht ver­ste­hen wir vor die­sem Hin­ter­grund, dass wir heu­te zwei Kir­chen erken­nen kön­nen: Die Kir­che Jesu, wel­che Gott und sich selbst gegen­über treu ist und die Kir­che der Inter­pre­ta­tio (nova).

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