Athanasius Schneider: „Die Vielfalt der Religionen ist nicht gottgewollt“

Der christliche Glaube ist die einzig gültige Religion und der einzige von Gott gewollte Glaube

Weihbischof Athanasius Schneider über den Glanz der Gotteskindschaft
Weihbischof Athanasius Schneider über den Glanz der Gotteskindschaft

Der christliche Glaube ist die einzig gültige Religion und der einzige von Gott gewollte Glaube. Msgr. Athanasius Schneider, Weihbischof des Erzbistums Astana in Kasachstan, veröffentlichte nach der jüngsten Reise von Papst Franziskus in die Vereinigten Arabischen Emirate eine Stellungnahme. Darin korrigiert er die Aussagen von Franziskus, daß der religiöse Pluralismus dem „weisen, göttlichen Willen“ entspreche, also gottgewollt sei. So hatte es Franziskus in Abu Dhabi erklärt, und so steht es in einem „Dokument für die universale Brüderlichkeit“, das er zusammen mit dem Großimam von Al-Azhar unterzeichnete.

Das Geschenk der Gotteskindschaft

Die Wahrheit der Gotteskindschaft in Christus, die an sich übernatürlich ist, bildet die Synthese aller göttlichen Offenbarungen. Die Gotteskindschaft ist immer ein Geschenk der Gnade, das erhabenste Geschenk Gottes an die Menschheit. Dieses Geschenk wird jedoch nur durch den persönlichen Glauben an Christus und durch den Empfang der Taufe erlangt, wie der Herr selbst gesagt hat:

„Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von neuem geboren werden“ (Joh 3,5-7).

In den vergangenen Jahrzehnten gab es oft – sogar aus dem Mund einiger Vertreter der kirchlichen Hierarchie – Aussagen zur Theorie der „anonymen Christen“. Diese Theorie besagt folgendes: Die Mission der Kirche in der Welt würde letztendlich darin bestehen, das Bewußtsein zu wecken, das alle Menschen von ihrer Errettung in Christus und folglich ihrer Gotteskindschaft hätten. Denn nach dieser Theorie würde jeder Mensch bereits in der Tiefe seiner Person die Gotteskindschaft besitzen. Eine solche Theorie widerspricht jedoch direkt der göttlichen Offenbarung, wie Christus sie gelehrt hat, und wie seine Apostel und die Kirche seit zweitausend Jahren unveränderlich und ohne jeden Zweifel überliefert haben.

In seinem Essay „Die Kirche aus Juden und Heiden“ (1933) hatte der bekannte Konvertit und Exeget, Erik Peterson, schon lange zuvor vor der Gefahr einer solchen Theorie gewarnt , als er erklärte, daß wir das Christsein nicht auf die natürliche Ordnung reduzieren können, in der die Früchte der Erlösung, die von Jesus Christus gewirkt wurde, generell jedem Menschen als eine Art Erbschaft zugeschrieben werden, nur weil er die Menschennatur mit dem menschgewordenen Wort teile. Die Gotteskindschaft ist jedoch kein automatisches Ergebnis, das durch die bloße Zugehörigkeit zur Menschheit garantiert wird.

Der heilige Athanasius (vgl. Oratio contra Arianos II, 59) hinterließ uns eine einfache und zugleich genaue Erklärung des Unterschieds zwischen dem natürlichen Zustand der Menschen als Geschöpfe Gottes und der Herrlichkeit, Kinder Gottes in Christus zu sein. Der heilige Athanasius entfaltet sein Denken, indem er von den Worten des heiligen Evangeliums nach Johannes ausgeht, das sagt:

„Allen aber, die ihn aufnahmen, / gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, / nicht aus dem Willen des Fleisches, / nicht aus dem Willen des Mannes, / sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1,12-13).

Johannes verwendet den Ausdruck „aus Gott geboren“, um zu sagen, daß der Mensch nicht von Natur aus ein Kind Gottes ist, sondern durch Adoption wird. Diese Tatsache zeigt die Liebe Gottes, da derjenige, der ihr Schöpfer ist, dann durch die Gnade auch zu ihrem Vater wird. Dies geschieht, wie der Apostel sagt, wenn Menschen in ihrem Herzen den Geist des menschgewordenen Sohnes empfangen, der in ihnen ruft: „Abba, Vater!“ Der heilige Athanasius fährt fort, indem er sagt: Als erschaffene Wesen können die Menschen Kinder Gottes ausschließlich durch den Glauben und die Taufe werden, indem sie den Geist des wahren und natürlichen Sohnes Gottes empfangen. Genau aus diesem Grund ist das Wort fleischgeworden, um die Menschen fähig zu machen, als Kinder adoptiert zu werden und an der göttlichen Natur teilzuhaben. Folglich ist Gott von Natur aus im strengen Sinne nicht der Vater der Menschen. Nur wer bewußt Christus annimmt und getauft wird, wird in der Wahrheit rufen können: „Abba, Vater“ (Röm 8,15, Gal 4,6).

Von Anfang an gab es in der Kirche die Feststellung, wie Tertullian bezeugt:

„Man wird nicht als Christ geboren, ein Christ wird man“ (Apg. 18, 5).

Und der hl. Cyprian von Karthago hat diese Wahrheit gesichert formuliert:

„Gott kann nicht zum Vater haben, wer nicht die Kirche zur Mutter hat“ (De unit. 6).

Die dringlichste Aufgabe der Kirche in unserer heutigen Zeit ist es, sich um den geistigen Klimawandel und das Klima der geistigen Migration zu kümmern, damit das Klima des Nicht-Glaubens an Jesus Christus und das Klima der Ablehnung des Königtums Christi in ein Klima umgewandelt werden des ausdrücklichen Glaubens an Jesus Christus und der Annahme seines Königtums, und daß die Menschen aus dem Elend der geistigen Sklaverei des Nicht-Glaubens emigrieren können zum Glück, Kinder Gottes zu sein, und aus einem Leben in der Sünde in den Stand der heiligmachenden Gnade. Das sind die Migranten, derer wir uns dringend annehmen müssen.

Das Christentum ist die einzige von Gott gewollte Religion, daher kann das Christentum niemals komplementär neben andere Religionen gestellt werden. Wer die These vertritt, daß Gott die Vielfalt der Religionen wolle, verletzt die Wahrheit der göttlichen Offenbarung, wie sie im Ersten Gebot des Dekalogs unmißverständlich bekräftigt wir. Nach dem Willen Christi muß der Glaube an Ihn und Seine göttliche Lehre die anderen Religionen ersetzen , jedoch nicht mit Gewalt, sondern mit einer liebevollen Überzeugung, wie es der Lobgesang des Christkönigsfestes ausdrückt:

„Non Ille regna cladibus, non vi metuque subdidit: alto levatus stipite, amore traxit omnia“(„Nicht mit dem Schwert, der Kraft und der Angst unterwirft Er die Völker, sondern erhöht am Kreuz zieht Er alles liebend an sich“).

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6).

Der menschgewordene Sohn Gottes hat gelehrt, daß es außerhalb des Glaubens an Ihn keine wahre Religion geben kann, die Gott gefällt:

„Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden“ (Joh 10, 9).

Gott hat allen Menschen ausnahmslos geboten, auf seinen Sohn zu hören:

„Dies ist mein geliebter Sohn; auf Ihn sollt ihr hören“ (Mk 9,7).

Gott hat nicht gesagt: „Sie können Meinem Sohn oder anderen Religionsstiftern zuhören, da es Mein Wille ist, daß es verschiedene Religionen gibt.“

Gott hat die Anerkennung der Religion anderer Götter verboten:

„Du sollst neben mir keine anderen Götter haben“ (Ex 20,3) und „Was haben denn Gerechtigkeit und Gesetzwidrigkeit miteinander zu tun? Was haben Licht und Finsternis gemeinsam? Was für ein Einklang herrscht zwischen Christus und Beliar? Was hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen gemeinsam? Wie verträgt sich der Tempel Gottes mit Götzenbildern?“ (2 Kor 6,14-16).

Wenn die anderen Religionen gleichermaßen dem Willen Gottes entsprechen würden, hätte es zur Zeit von Moses keine göttliche Verurteilung der Religion des goldenen Kalbes gegeben (siehe Ex 32, 4-20). Dann könnten die heutigen Christen die Religion eines neuen goldenen Kalbes ungestraft kultivieren, da nach dieser Theorie alle Religionen ebenso gottgefällig wären.

Gott gab den Aposteln und durch sie der Kirche für alle Zeiten den feierlichen Befehl, alle Völker und die Anhänger aller Religionen in dem einen wahren Glauben zu unterweisen, sie zu lehren, alle seine göttlichen Gebote zu beachten und sie zu taufen (siehe Mt 28,19-20). Seit die Apostel und der erste Papst zu predigen begonnen haben, hat die Kirche immer verkündet, daß es in keinem anderen Namen eine Erlösung gibt, das heißt, es gibt keinen anderen Glauben unter dem Himmel durch den Menschen gerettet werden können, außer im Namen und Glauben an Jesus Christus (siehe Apostelgeschichte 4, 12).

Mit den Worten des heiligen Augustinus lehrte die Kirche zu allen Zeiten:

„Nur die christliche Religion weist den für alle offenen Weg für das Heil der Seele. Ohne sie wird niemand gerettet. Dies ist der Königsweg, denn er allein führt nicht zu einem Reich das durch irdische Höhe schwankt, sondern zu einem dauerhaften Reich in der stabilen Ewigkeit“ (De civitate Dei, 10, 32,1).

Die folgenden Worte des großen Papstes Leo XIII. bezeugen dieselbe, zu allen Zeiten unveränderliche Lehre des Lehramts, indem er versicherte:

„Der große moderne Irrtum des religiösen Indifferentismus und der Gleichheit aller Kulte ist der geeignetste Weg, alle Religionen zu vernichten und vor allem die katholische, die als einzig wahre nicht ohne enorme Ungerechtigkeit in ein Bündel mit den anderen zusammengenommen werden kann“ (Enzyklika Humanum genus , Nr. 16).

In jüngster Zeit hat das Lehramt im Dokument „Dominus Iesus“ (6. August 2000) im Wesentlichen dieselbe unveränderliche Lehre vorgelegt, aus der wir relevante Aussagen zitieren:

„Der theologale Glaube, die Annahme der durch den einen und dreifaltigen Gott geoffenbarten Wahrheit, wird deswegen oft gleichgesetzt mit der inneren Überzeugung in den anderen Religionen, mit religiöser Erfahrung also, die noch auf der Suche nach der absoluten Wahrheit ist und der die Zustimmung zum sich offenbarenden Gott fehlt. Darin liegt einer der Gründe für die Tendenz, die Unterschiede zwischen dem Christentum und den anderen Religionen einzuebnen, ja manchmal aufzuheben“(Nr. 7). „Im Gegensatz zum christlichen und katholischen Glauben stehen jedoch Lösungsvorschläge, die ein Heilswirken Gottes außerhalb der einzigen Mittlerschaft Christi annehmen“ (Nr. 14). „Nicht selten wird der Vorschlag gemacht, in der Theologie Ausdrücke wie »Einzigkeit«, »Universalität« oder »Absolutheit« zu vermeiden, weil dadurch der Eindruck entstünde, die Bedeutung und der Wert des Heilsereignisses Jesu Christi würde gegenüber den anderen Religionen in übertriebener Weise betont. In Wirklichkeit bringen diese Worte nur die Treue zum Offenbarungsgut zum Ausdruck, weil sie sich aus den Glaubensquellen selbst ergeben“ Nr. 15). „Aus dem Gesagten geht klar hervor, daß es dem katholischen Glauben widerspräche, die Kirche als einen Heilsweg neben jenen in den anderen Religionen zu betrachten, die komplementär zur Kirche, ja im Grunde ihr gleichwertig wären, insofern sie mit dieser zum eschatologischen Reich Gottes konvergierten“ (Nr. 21). Die Glaubenswahrheit schließt zugleich radikal jene Mentalität des Indifferentismus aus, die „durchdrungen ist von einem religiösen Relativismus, der zur Annahme führt, daß ‚eine Religion gleich viel gilt wie die andere'“ (Nr. 22).

Die Apostel und unzählige christliche Märtyrer aller Zeiten, besonders die der ersten drei Jahrhunderte, hätten sich das Martyrium erspart, wenn sie gesagt hätten: „Die heidnische Religion und ihr Kult ist ein Weg, der auch dem Willen Gottes entspricht“. Es hätte beispielsweise kein christliches Frankreich gegeben, „die älteste Tochter der Kirche“, wenn der heilige Remigius dem König der Franken, Chlodwig, gesagt hätte: „Du darfst deine heidnische Religion nicht aufgeben; du kannst die Religion Christi zusammen mit deiner heidnischen Religion praktizieren“. In Wirklichkeit sagte der heilige Bischof anderes, und das sogar auf sehr strenge Weise: „Liebe, was du verbrannt hast, und verbrenne, was du geliebt hast!“

Eine wahre universale Brüderlichkeit kann nur in Christus existieren, das heißt zwischen getauften Personen. Die volle Ehre der Gotteskindschaft wird nur in der seligen Schauung Gottes im Himmel erreicht, wie es die Heilige Schrift lehrt:

„Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, daß wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist“ (1 Joh 3, 1-2).

Keine Autorität auf Erden – nicht einmal die höchste Autorität der Kirche – hat das Recht, jeden Anhänger einer anderen Religion vom expliziten Glauben an Jesus Christus zu dispensieren, das heißt vom Glauben an den menschgewordenen Sohn Gottes und einzigen Erlöser der Menschen, mit der Versicherung, daß die verschiedene Religionen als solche von Gott selbst gewollt seien. Denn unauslöschlich – weil mit dem Finger Gottes geschrieben und kristallklar in seiner Bedeutung – bleiben jedoch die Worte des Sohnes Gottes:

„Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat“ (Joh 3, 18).

Diese Wahrheit war bis jetzt in allen christlichen Generationen gültig und wird bis zum Ende der Zeiten gültig bleiben, ungeachtet der Tatsache, daß einige Personen in der Kirche unserer Zeit so instabil, feige, sensationsgierig und konformistisch sind, diese Wahrheit in einem entgegengesetzten Wortsinn umzuinterpretieren, aber diese Neuinterpretation als Kontinuität in der Entwicklung der Lehre ausgeben.

Außerhalb des christlichen Glaubens kann keine andere Religion ein wahrer und von Gott gewollter Weg sein, weil es der ausdrückliche Wille Gottes ist, daß alle Menschen an Seinen Sohn glauben:

„Denn es ist der Wille meines Vaters, daß alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und daß ich sie auferwecke am Letzten Tag“ (Joh 6,40).

Außerhalb des christlichen Glaubens ist keine andere Religion imstande, das wahre übernatürliche Leben zu vermitteln:

„Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast“ (Joh 17, 3).

8. Februar 2019

+ Athanasius Schneider
Weihbischof der Erzdiözese der Allerheiligsten Jungfrau Maria in Astana

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14 Kommentare

  1. Danke an Bischof Athanasius Schneider! Deutlicher und klarer kann die Botschaft Christi in und für die heutige Zeit nicht formuliert werden. Er formuliert die Wahrheit der Lehre in ihrer Fülle.

  2. Danke, Bischof Schneider!

    Das Problem der modernen Kirche ist das Problem des Protestantismus, in dem Heidentum und Christentum zusammen vermischt werden.

    Der Mensch bleibt Heide und lässt Jesus für sich bezahlen.

    Im Grunde lehrt der Protestantismus, dass Jesus uns nur von unseren Strafen befreit hat, nicht aber von unseren Sünden, so dass wir aus Gnade auch wirklich frei sind von der Sünde.

    Der Protestant lebt faktisch mit der Sünde als ‚ein vorbestimmtes Übel bis zum Tode‘. Sein einziger Glaubensakt besteht im Vertrauen, dass Jesus den Sünder im Akt des Vertrauens rechtfertigt. Faktisch rechtfertigt der Protestant aber durch seine falsche Soterologie die Sünde und dient ‚Welt und Teufel‘.

    Die moderne Welt ist das Ergebnis protestantischen Aufbegehrens gegen den Anspruch Christi, das darin besteht, die Sünde eben nicht ein für allemal abzulegen, um Ihm alleine nachzufolgen; und eben nicht zu stehen in den Geboten bis in den Tod.

    Der Protestant kennt im Grunde nur einen Christen, und das ist Christus selbst.

    Er kennt nur den Kampf zwischen Gott im Sohn und dem Widersacher, dem Teufel; der aber schon zugunsten des Sohnes entschieden ist.

    Der Protestantanstismus ist darum nur einen Schritt weit von der Allerlösungs- und Allversöhnungslehre entfernt, wenn er mit den Worten des Protagonisten des neuen katholischen Protestantismus in Kurzformel sagt: „Wer immer sein Leben bejaht, ist ein Christ.“

    Wenn man diesen Gedanken chronologisch-linear fortsetzt sind wir im (Un-)Geist Luthers bereits im Fahrwasser der Auflösung von Kirche überhaupt. „Der Protestantismus ist das Prinzip der Auflösung.“ (Georg May)

    Das Grundproblem der jetzigen Glaubenskrise liegt in der Gleichsetzung von Zeitgeist und heiligem Geist, sowie in der Ansicht, der Protestantismus Luthers sei der wahre Katholizismus; oder noch weiterghend: die Aufhebung eines jeden Exklusivitätsanspruchs einer jeden Religion sei die Verwirklichung des katholischen Geistes, des Geistes Christi.

    Jesus war demnach Freimaurer und Humanist, der gegen den falschen Gottesglauben der Gesetzeserfüllung ankämpfte.

    Die katholische Kirche hat ihn demnach nur falsch interpretiert.

    Die Aufgabe des Antichristen ist es nun, gegen diesen falschen Gott der Gerechtigkeit zu opponieren, womit wir wieder bei dem Freimaurergeist Luthers sind: „Wird die Sünde groß, so wird die Gnade übergroß.“

    Protestantanten sind in Wirklichkeit lupenreine Freimaurer.

  3. Auch ohne den Terminus „Häresie“ zu verwenden, wird alleine schon aus den von Bischof Athanasius Schneider zitierten Herrenworten, diversen weiteren Schriftstellen und den sich darauf beberufenden theologischen Aussagen deutlich: Was der Papst in Abu Dhabi gemeinsam mit einem Großimam (wie viele gibt es da eigentlich?) unterzeichnet hat, ist, was es ist: Häresie vom feinsten, Verrat am katholischen Glauben. Und dies von oberster Stelle – vom Papst selbst. Und keiner seiner Berater, denen er dieses Schriftstück, wie er beiläufig im Flugzeug treuherzig beteuerte, vorher prüfen ließ, will das bemerkt haben? Ist ja nicht zu glauben!

  4. Ist es nicht traurig,
    dass ein Bischof die Aussage eines Papstes(!) richtigstellen muss?
    Dank an S.E. Weihbischof Schneider, würde es doch mehr solch mutige Pfarrer
    und Bischöfe geben!
    Die Aussage des Papstes über den angeblich gottgewollten Pluralismus und die Vielfalt
    der Religionen ist reines freimaurerisches Gedankengut.

  5. Etwas in die Tiefe gedacht, möchte ich hinzufügen, Gott wollte mit Sicherheit dass alle Menschen durch die katholische Kirche gerettet werden.
    Aber auf die Schöpfung blickend wissen wir, dass es einfach alle Arten von Tieren, Pflanzen und Menschen gibt. Wie es auch gute und schlechte Eigenschaften gibt, Kälte und Hitze, Kleines und Großes, Gutes und Böses, Rechts und Links, die Polarität der Gegensätze sozusagen. Und dieses Prinzip gilt überall in der ganzen Schöpfung. Dieselbe Polarität erkennt man anhand von Himmel, Hölle und Fegefeuer. Oder anhand von Menschen, Engeln und eben Gott selbst. Es „muss“ einfach alles geben in Gottes Schöpfung.

    Wie es eine Religion gibt, die die Menschen rettet, so gibt es auch Religionen die Götzenkult sind. Einfach weil Gott „alles“ erschaffen wollte. So gesehen gibt es eine Vielfalt in der ganzen Schöpfung, zu der auch Religionen gehören. Aber daraus abzuleiten, dass alle Religionen gleichwertig seien wäre falsch. Denn diesen Ansatz probiert Papst Franziskus in einer scheinbaren Diplomatie, oder besser gesagt einem Kniefall anderen Konfessionen gegenüber zu etablieren.

    Die einzige Religion, die wahrhaft von Christus gegründet wurde ist die katholische Kirche. Alle anderen Konfessionen erklären sich durch die Vielfalt, die das Prinzip der Schöpfung ist.

    • Oder denken wir an die Vielfalt der Menschen, wie sie sich von Kontinent zu Kontinent unterscheiden in Aussehen, Hautfarbe, Sprache, Eigenschaften und Kultur.
      Anna Katharina Emmerick beschreibt in einer ihrer Schauungen wie Kain, der Abel erschlug, ein Mal als Kennzeichnung erhielt. Und aus diesem Mal, eine dunkle Hautstelle, entstanden später alle dunkelhäutigen Menschen. Das Malzeichen steht für den Fluch, den Kain für seine Sünde erhielt. Und wir wissen, wie Schwarze auch heute noch verfolgt und benachteiligt werden in der ganzen Welt. Wie nicht nur die Erbsünde, sondern Kains Mord in der Anfangszeit der Schöpfung bis heute nachwirkt.
      Diese Erklärung für das Leid schwarzer Menschen liest sich für moderne Menschen zu einfach, da sie Wissenschaft, Formeln und Theorien gewöhnt sind und nicht verbindliches Glaubenswissen. Denn A.K. Emmerichs Visionen sind von der katholischen Kirche als wahr anerkannt.

      • Wobei wörtlich präzisierend Bischof Schneider schon Recht hat. Gottgewollt ist die katholische Kirche, doch die Spaltung unter den Menschen durch die Erbsünde hat viele Religionen hervorgebracht.

  6. Ein Dokument, das hier unterschrieben wurde, kann sowieso nicht päpstlches Lehramt sein. Seit wann üben Moslems kooperierend katholisches Lehramt aus? Also wozu die Aufregung. Und dass auf gesellschaftlicher Ebene die Kirche und andere Konfessionen und Religionen, die es faktisch nun einmal gibt, möglichst friedlich koexistieren müssen oder jedenfalls sollten, ist doch tatsächlich nicht ernsthaft von der Hand zu weisen.

    • Auf dem Gebiet der Diplomatie und im Rahmen pragmatischen Denkens scheint ihr Ansatz im ersten Moment gerechtfertigt zu sein, @ Christoph Hagen. Die Christen, die Kirche und allen voran der hl. Vater, der Stellvertreter Christi auf Erden, haben aber eine ganz andere Aufgabe: sie sollen für die Wahrheit Zeugnis geben, das Kreuz auf sich nehmen und Christus nachfolgen. Spitzfindigkeiten über die rechtliche Stellung des Dokuments sind nicht hilfreich – auch nicht im diplomatischen / pragmatischen Zusammenhang, denn die jeweiligen Gesprächspartner müssen sich verschaukelt vorkommen sobald die fehlende Tragfähigkeit deutlich wird – und nicht notwendig, solange die Wahrheit bezeugt wird. Ich frage mich, wann Franziskus endlich damit beginnt, seiner eigentlichen Aufgabe nachzukommen, statt nur zur Verwirrung beizutragen – egal welchem Zusammenhang und auf welcher Ebene.

  7. Kürzlich habe ich festgestellt, dass solche Häresien auch beim VK II entstanden sind. Hier ein Auszug aus Lumen Gentium Absatz 16:

    „Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“

    Ich wusste nicht, dass die Moslems und wir Katholiken zusammen den einen Gott anbeten und diesen auch anerkennen? Was für eine Irrlehre, die dort definiert ist.

    Was ist das für ein Dokument?

    • Bei Gott braucht man nicht zwischen Heilswille und Heilstun zu unterscheiden, das macht keinen Sinn. Die Aussage des Konzils erscheint mir schlicht wertlos. Anderseits habe ich die Aussage, die Katholische Kirche sei alleinseligmachend, immer so verstanden haben, daß es allein genügt Ihr, Seiner Kirche, anzugehören. Dies schließt nicht aus, daß Andere gerettet werden können, wenn dort mehreres zusammenkommt. Aber ich bin weder Germanist noch Theologe.
      Und noch etwas zur Überlegung: Es wurde verschiedentlich der Vergleich mit der Sprachenverwirrung ob des Turmbaus zu Babylon gezogen. Hier halte ich es – auch in Analogie – für bemerkenswert, daß Gott die Menschen zwar in verschiedene Sprachen teilte, verstummen ließ er sie aber nicht.

  8. An Fisch, Ihr Hinweis, dass solche Haeresien aufgrund des VK II entstanden sind ist sehr wertvoll. Es ist langsam an der Zeit den Wahrheitsgehalt einzelner Dokumente zu untersuchen. Heute ist bekannt, dass neben den geladenen Freimaurern sogar sehr verantwortliche Kardinäle mit hohem Einfluss Freimaurer waren. Der Einfluss dieser hohen freimaurerischen Prälaten auf das Konzil und seine Dokumente ist im Sinne der Wahrheit zu klären,

    • Die von Hans 2 ins Spiel gebrachte „Klärung im Sinne der Wahrheit“ dürfte in der Tat extrem notwendig zu sein. Eine sehr spannende, aber auch ziemlich schwierige Arbeit. Aber wer, bitte, nimmt sich dieser Aufgabe an. Und welche Unterstützung darf er von welchen Stellen erwarten/erhoffen? Seitens des Vatikans? Derzeit wohl kaum. Die Freimaurerei scheint sich dort schon ziemlich stark etabliert zu haben. Ist dem derzeitigen Papst dies bewusst? Bischof Athanasius Schneider hat sich zum betreffenden Thema schon mehrfach warnend und besorgt geäußert.

  9. Hans an Aquilinus, So schwierig erscheint es mir der Versuch einer Klärung der Wahrheit nicht. Kurz vor dem vatikanischen Konzil und verstärkt mit dem vatikanischen Konzil begann der Eintritt von Prälaten in die Freimaurerliste P2. Die Mehrzahl dieser Eintritte ist aufgezeichnet und in der Peccorelli Liste veröffentlicht. Johannes Paul I war diese Liste am 12.09.1978 bekannt gegeben worden. Diese Liste kann jeder von uns unter Google als „Peccorelli – Liste aufrufen. Er wird feststellen, dass die absolute Mehrzahl der vatikanischen Dikasterien bei Veröffentlichung der Liste durch Mino Peccorelli von Freimaurern besetzt waren, dass der direkte Stellvertreter des Papstes Freimaurer war, und dass die entscheidenden Prälaten , wie zwei Moderatoren des Konzils Freimaurer waren. Mit anderen Worten auch wesentliche Teile des Konzils sind von Freimaurern vorformuliert. Diese Feststellung hat mit der von mir genannten Klärung der Wahrheit zu tun. Wir müssen dies erkennen und uns von der Lüge trennen. Dies gilt für Gestern, Heute und die Zukunft. Hier beginnt die wahre Aufklärung.

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