Papst Franziskus stellt Weihbischof Athansius Schneider unter Beobachtung

Bischof Athanasius Schneider, ein treuer Streiter Gottes, aber dem Vatikan unbequem?
Bischof Athanasius Schneider, ein treuer Streiter Gottes, aber dem Vatikan unbequem?

(Rom/Astana) Msgr. Atha­na­si­us Schnei­der ist Weih­bi­schof von Asta­na in Kasach­stan. Der Bischof ist ruß­land­deut­scher Abstam­mung und wur­de in Mit­tel­asi­en gebo­ren, wohin sei­ne Fami­lie, da Deut­sche, von Sta­lin aus der Schwarz­meer­ge­gend depor­tiert wor­den war. Nach­dem die Fami­lie aus­ge­sie­delt war, ver­brach­te Schnei­der sei­ne Jugend in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, trat dem Orden der Regu­lar­ka­no­ni­ker vom Hei­li­gen Kreuz bei und kehr­te für die­sen, auf­grund sei­ner Sprach­kennt­nis­se, nach Zen­tral­asi­en zurück. Papst Bene­dikt XVI. ernann­te ihn 2006 zum Weih­bi­schof des Bis­tums Kara­gan­da und 2011 zum Weih­bi­schof des Erz­bis­tums Asta­na. Heu­te zählt der Bischof, der regel­mä­ßig in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus zele­briert, zu den her­aus­ra­gen­den Bischö­fen des gesam­ten Welt­epis­ko­pats.

Mutig erhob er sei­ne Stim­me zur Ver­tei­di­gung des Ehe­sa­kra­ments und ver­öf­fent­lich­te im Vor­feld der Fami­li­en­syn­ode eine maß­geb­li­che Ori­en­tie­rungs­hil­fe mit 100 Fra­gen und Ant­wor­ten. Er mel­de­te sich auch nach der Ver­öf­fent­li­chung des Viganò-Dos­siers zu Wort, um zu sagen, was zu sagen war:

„Es gibt kei­nen ver­nünf­ti­gen und plau­si­blen Grund am Wahr­heits­ge­halt des Doku­ments von Erz­bi­schof Car­lo Maria Viganò zu zwei­feln“.

Und da dem so ist, sei­en kla­re Kon­se­quen­zen zu zie­hen und ein Werk der Rei­ni­gung zu begin­nen und die Kir­che von Homo-Cli­quen zu befrei­en.

Mit sei­nen offe­nen, sanft, klug, aber klar vor­ge­tra­ge­nen Wor­ten mach­te sich der Weih­bi­schof in der Kir­che nicht nur Freun­de – erst recht nach dem Macht­wech­sel in Rom. Sei­ne Umge­bung fürch­te­te schon län­ger, daß gegen den Bischof Sank­tio­nen ver­hängt wer­den könn­ten. Nach der Wort­mel­dung zum Fall McCar­rick und dem Homo-Skan­dal, in den höch­ste Kir­chen­krei­se ver­wickelt sind, ist es nun soweit. Aller­dings geht die Sank­ti­on schon auf die Zeit davor zurück, wur­de aber erst jetzt bekannt.

Wenn Täter zu Opfern und Unschuldige zu Schuldigen gemacht werden

Gegen Bischof Schnei­der wur­den vom Vati­kan Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men ergrif­fen, als wäre er ein Schul­di­ger, obwohl er nur die Glau­bens­leh­re der Kir­che ver­tei­digt und Kon­se­quen­zen aus den Ver­feh­lun­gen und schuld­haf­ten Ver­hal­ten von Kir­chen­ver­tre­tern for­dert. Dem Weih­bi­schof wur­de münd­lich mit­ge­teilt, sei­ne Aus­lands­rei­sen „zu redu­zie­ren“. Im Klar­text: Bischof Schnei­der wur­de unter Beob­ach­tung gestellt. Dies gab der Vati­ka­nist Mar­co Tosat­ti bekannt, der im Früh­jahr auch den Anstoß zum Dos­sier des ehe­ma­li­gen Apo­sto­li­schen Nun­ti­us in den USA, Erz­bi­schof Car­lo Maria Viganò, gege­ben hat­te und die­ses am ver­gan­ge­nen 26. August ver­öf­fent­lich­te.

Die Restrik­ti­on wur­de bereits im ver­gan­ge­nen Früh­jahr ver­hängt und Weih­bi­schof Schnei­der im April mit­ge­teilt. Schnei­der wird welt­weit ein­ge­la­den, um als guter Hir­te die Gläu­bi­gen im Glau­ben zu stär­ken. Es waren vor allem tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne, glau­bens­treue Kir­chen­krei­se, die ihn zu sich baten. Damit erhielt sei­ne Stim­me Gewicht und Bedeu­tung, die weit über das unbe­deu­ten­de, und vie­len Men­schen völ­lig unbe­kann­te Kasach­stan hin­aus­reicht. Doch nicht jede Stim­me von „den Rän­dern“ und aus „der Peri­phe­rie“ scheint in Rom gewünscht zu sein. Das wach­sen­de Gewicht von Msgr. Schnei­der, das nicht an ein rang­ho­hes Amt gekop­pelt ist, stört offen­sicht­lich die der­zei­ti­ge Kir­chen­füh­rung in Rom. Dabei erwies der Weih­bi­schof Papst Fran­zis­kus stets den größ­ten, dem Amt geschul­de­ten Respekt.

Das genügt aber offen­sicht­lich nicht, denn der Kampf geht eben nicht um Per­so­nen, son­dern um Inhal­te, und da ste­hen sich die Posi­tio­nen von Bischof Schnei­der und dem päpst­li­chen Hof­staat in man­chen Berei­chen gera­de­zu dia­me­tral gegen­über.

Tosat­ti spricht von einer „außer­ge­wöhn­li­chen restrik­ti­ven Maß­nah­me“, die dem Weih­bi­schof vom Apo­sto­li­schen Nun­ti­us für Kasach­stan, Erz­bi­schof Fran­cis Assi­si Chul­lik­att, mit­ge­teilt wur­de. Msgr. Chul­lik­att wur­de 2016 von Papst Fran­zis­kus als diplo­ma­ti­scher Ver­tre­ter des Hei­li­gen Stuhls nach Zen­tral­asi­en ent­sandt, wo er für Kasach­stan, Tadschi­ki­stan und Kir­gi­si­stan zustän­dig ist.

Kein Rechtsweg möglich

Unge­wöhn­lich an der gan­zen Sache ist noch mehr. Die Straf­maß­nah­me wur­de direkt vom Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin unter­zeich­net. Das Straf­de­kret wur­de dem Betrof­fe­nen vom Nun­ti­us zur Lek­tü­re vor­ge­legt, aber nicht aus­ge­hän­digt. Weih­bi­schof Schnei­der hält laut Tosat­ti nichts in der Hand, auf­grund des­sen er Ein­spruch gegen die Maß­nah­me erhe­ben könn­te, etwa bei der Bischofs­kon­gre­ga­ti­on oder dem Ober­sten Gerichts­hof der Apo­sto­li­schen Signa­tur.

„Bis zum Auf­tre­ten von Papst Ber­go­glio war die Apo­sto­li­sche Signa­tur die zustän­di­ge Instanz, an die sich Lai­en, Prie­ster und Bischö­fe gegen Maß­nah­men wen­den konn­ten, die sie für unge­recht hiel­ten“, so Tosat­ti.

Der ordent­li­che Rechts­weg, wie er jede Rechts­ord­nung aus­zeich­net, die die­ser Bezeich­nung wür­dig ist, gehört in der Kir­che jedoch der Ver­gan­gen­heit an. Das Exem­pel dazu sta­tu­ier­te Papst Fran­zis­kus gegen die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta, die er im Juli 2013 über die Ordens­kon­gre­ga­ti­on unter kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung stell­te. Zugleich ord­ne­te er an, daß den betrof­fe­nen Ordens­an­ge­hö­ri­gen der Rechts­weg ver­wehrt ist. Seit mehr als fünf Jah­ren haben sie kei­ne Mög­lich­keit, die gegen sie ver­häng­ten, schwer­wie­gen­den Maß­nah­men auf ihre Rechts­mä­ßig­keit prü­fen zu las­sen. Ihr Recht auf Ver­tei­di­gung wird ihnen ver­wehrt. Sie hat­ten bis­her kei­ne Mög­lich­keit, ange­hört zu wer­den. Fran­zis­kus ent­schied auto­ri­tär und Punkt.

Ähn­lich ergeht es nun Weih­bi­schof Schnei­der. Ohne schrift­li­che Aus­fer­ti­gung der Restrik­ti­on ist auch ihm der Rechts­weg ver­wehrt. Ein Schritt, der von Rom offen­sicht­lich in vol­ler Absicht gesetzt wur­de.

Wie den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta wur­de auch Weih­bi­schof Schnei­der kein Grund für die Beschrän­kung sei­ner Frei­heit mit­ge­teilt. Wann immer Msgr. Schnei­der Kasach­stan ver­las­sen möch­te, muß er dem Nun­ti­us Mit­tei­lung machen. Rom will genau Bescheid wis­sen, wohin er reist und auf wes­sen Ein­la­dung er reist, um nach Mög­lich­keit zu wis­sen, mit wem er Kon­takt hat. Eine sol­che Ein­schrän­kung der per­sön­li­chen Frei­hei­ten hat­te Fran­zis­kus bereits im Juni 2017 für die in Rom resi­die­ren­den Kar­di­nä­le ins Auge gefaßt. Wann immer sie Rom ver­las­sen, soll­ten sie Mel­dung machen. Die Maß­nah­me rich­te­te sich damals kon­kret vor allem gegen Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke, wur­de aber in die­ser Form bis­her nicht umge­setzt.

Nicht bekannt ist, wie Tosat­ti ver­merkt, ob der Nun­ti­us auch über die Voll­macht ver­fügt, Weih­bi­schof Schnei­der eine Rei­se zu ver­bie­ten.

Zweierlei römisches Maß: Der Fall McCarrick und der Fall Pineda/Maradiaga

Tosat­ti ver­weist auf die gänz­lich ver­schie­de­ne Vor­ge­hens­wei­se von Papst Fran­zis­kus gegen Kar­di­nal McCar­rick. McCar­rick hat­te durch sein Homo-Dop­pel­le­ben auf schwer­wie­gen­de Wei­se gegen das Kir­chen­recht ver­sto­ßen. Von der Ver­füh­rung und Zer­stö­rung von Beru­fun­gen und See­len erst gar nicht zu spre­chen. Obwohl Papst Fran­zis­kus über McCar­ricks Fehl­ver­hal­ten genau infor­miert war, wie inzwi­schen gesi­chert fest­steht, reha­bi­li­tier­te er ihn durch Auf­he­bung der Sank­tio­nen, die Papst Bene­dikt XVI. gegen ihn ver­hängt hat­te. Bene­dikt XVI. hat­te McCar­rick u.a. ein Rei­se­ver­bot auf­er­legt. Fran­zis­kus mach­te ihn hin­ge­gen zu sei­nem per­sön­li­chen Ver­trau­ten für die USA und sand­te McCar­rick in sei­nem Namen auf Rei­sen, so auf beson­ders heik­le Mis­si­on in die Volks­re­pu­blik Chi­na, auf die Phil­ip­pi­nen, auf Kuba und nach Arme­ni­en.

Weih­bi­schof Schnei­der, der sich nichts zuschul­den kom­men ließ, wird dage­gen in sei­nen Frei­hei­ten beschnit­ten, weil er es mit allem Respekt wagt, Miß­stän­de auf­zu­zei­gen und Abhil­fe ein­zu­for­dern.

Tosat­ti erwähnt noch einen zwei­ten Fall, um das zwei­er­lei Maß deut­lich zu machen, das Fran­zis­kus anwen­det. Es geht um den Papst-Ver­trau­ten Oscar Kar­di­nal Rodri­guez Mara­dia­ga, der auf eige­ne Initia­ti­ve und im Namen von Fran­zis­kus in der gan­zen Welt und vor allem in Rom unter­wegs ist, sodaß er sein Erz­bis­tum Tegu­cig­al­pa sei­nem Weih­bi­schof über­ließ. Die­ser instal­lier­te dort ein Homo-Netz­werk, das im ver­gan­ge­nen Früh­jahr zusam­men mit finan­zi­el­len Unre­gel­mä­ßig­kei­ten auf­flog und ihn Ende Juli zum Rück­tritt zwang. Kar­di­nal Mara­dia­ga reist wei­ter­hin durch alle Welt, obwohl er selbst schwer in der Kri­tik steht. In bei­den Fäl­len, bei Kar­di­nal McCar­rick in den USA und bei Weih­bi­schof Pine­da in Hon­du­ras, wur­de Papst Fran­zis­kus erst aktiv, als die Medi­en die Skan­da­le der Genann­ten in alle Welt posaun­ten. Dar­aus darf geschlos­sen wer­den, daß McCar­rick heu­te noch Kar­di­nal wäre und in San­ta Mar­ta ein und aus gin­ge, und daß Pine­da wei­ter­hin in Tegu­cig­al­pa wie ein Statt­hal­ter des Feu­dal­für­sten schal­ten und wal­ten wür­de, wäre es nach Fran­zis­kus gegan­gen. Eine Tat­sa­che, die vie­le Fra­gen auf­wirft. Fra­gen, die von man­chen Katho­li­ken, vor allem in den USA, bereits öffent­lich gestellt wur­den. Dazu gehört die Fra­ge, war­um Papst Fran­zis­kus so vie­le Homo­se­xu­el­le in einem enge­ren und wei­te­ren Umfeld för­der­te und beför­der­te?

Das Pon­ti­fi­kat Ber­go­glio wird nicht nur durch umstrit­te­nen und zwei­fel­haf­te Gesten, Aus­sa­gen und Regie­rungs­ak­te gekenn­zeich­net, von denen eini­ge unter dem Ver­dacht der Ver­brei­tung von Häre­si­en ste­hen, son­dern auch durch eine offen­kun­di­ge Unter­drückung frei­er Stim­men. Kri­ti­sche Beob­ach­ter spre­chen daher von einem „Regime Ber­go­glio“. Das vor einem Jahr erschie­ne­ne und inzwi­schen auch in deut­scher Über­set­zung vor­lie­gen­de Buch „Der Dik­ta­tor-Papst“ bringt die­se Aus­sa­ge im Titel beson­ders pla­ka­tiv zum Aus­druck.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL




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18 Kommentare

  1. Wie tröst­lich kann ange­sichts sol­cher Nach­rich­ten ein Blick ins Buch der Psal­men sein!
    Zum Bei­spiel „Auf Gott allein har­re still, mei­ne See­le! Denn von ihm stammt mei­ne Hoff­nung. Er nur ist mein Fels und mei­ne Hil­fe, mei­ne Burg, dass ich nicht wan­ke. Auf Gott ruht mein Heil und mein Ruhm; … Ver­trau auf ihn, du gan­ze Volks­ge­mein­de! Schüt­tet euer Herz ihm aus! Gott ist unse­re Zuflucht! … Ja, Du ver­giltst einem jeden nach sei­nem Tun.“ (aus Psalm 62)

  2. Ohne es zu wol­len, hat Papst Fran­zis­kus bzw. sein Umfeld damit Bischof Atha­na­si­us Schnei­der geadelt. Das emp­fiehlt Letz­te­ren — sobald der ber­go­glia­ni­sche Regen­bo­gen-Kar­ne­val vor­bei sein wird — zwei­fels­oh­ne für höhe­re Auf­ga­ben. Der Mensch denkt, Gott lenkt.

  3. Der Weih­bi­schof soll sich um die Gläu­bi­gen in Kasach­stan küm­mern und nicht in der hal­ben Welt. Dafür ist er nicht zustän­dig. Es lebe Papst Fran­zis­kus.

    • Ja die Wahr­heit darf man nicht mehr sagen!

      „Haben sie mich ver­folgt, so wer­den sie auch euch ver­fol­gen.“

      Bischof Aths­asi­us Schnei­der ist ein Ehren­wer­ter Geist­li­cher.

    • Viel­leicht soll­te Fran­zis­kus sich ein­mal um sei­ne Gläu­bi­gen küm­mern, und nicht allen nach dem Mund reden, die die katho­li­sche Kir­che toll fin­den sol­len, mit ihr aber gar nichts zu tun haben wol­len und ihrer Selbst­ab­schaf­fung applau­die­ren wer­den. dage­gen darf jeder Christ sei­ne Stim­me erhe­ben.

    • Ich den­ke die­ser Ein­wand wäre berech­tigt, wenn wir kei­ne Kir­chen­kri­se hät­ten. Jedoch haben wir nun mal die­sen Umstand und somit ist dies legi­tim… Das ober­ste Gesetz ist doch, das Heil der See­len.

      Etwas anders aus­ge­drückt: Wenn Sie ein kran­kes Kind Zuhau­se haben und kein Arzt ihnen hel­fen kann, dann wer­den sie doch auch Ihren Such­ra­di­us solan­ge ver­grö­ßern bis sie jeman­den fin­den der breit und fähig ist ihnen zu hel­fen.

      Ja, es lebe Papst Fran­zis­kus — aber natür­lich um das Heil der See­len zu bewir­ken…

    • Wer­ter @Einoedlandwirt,
      Fran­zis­kus und sei­nen Aktio­nen zuzu­stim­men ist Ihr gutes Recht und selbst­ver­ständ­lich dür­fen Sie das auch hier tun. Stim­men Sie aber auch sei­nen dik­ta­to­ri­schen Hand­lungs­wei­sen zu? Als Ober­haupt der Kir­che und Stell­ver­tre­ten­der Chri­sti auf Erden hat er sehr viel Macht. Aber ist es rich­tig — und not­wen­dig- sie so zu miss­brau­chen?
      Inter­es­sie­ren wür­de mich auch, wie Sie zu der Tat­sa­che ste­hen, dass er stän­dig mit zwei­er­lei Maß misst. War­um stellt er einen treu­en Bischof unter Beob­ach­tung, wäh­rend er zum Miss­brauchs­skan­dal nichts zu sagen hat, außer den Über­brin­ger der schlech­ten Nach­rich­ten anzu­ge­hen?
      „Es lebe Papst Fran­zi­kus!“ Auch in die­sem Zusam­men­hang?

  4. Der Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der hat bis­her immer die Wahr­heit ver­kün­det. Des­we­gen habe ich mich immer gefreut, sei­ne Stim­me zu hören. Auch ich emp­fin­de, wie MC, die jet­zi­ge Ein­schrän­kung sei­nes Akti­ons­krei­ses als eine Aus­zeich­nung sei­ner bis­he­ri­gen Tätig­keit.
    Auch hier gilt: viel Feind, viel Ehr.

  5. Die nach­kon­zi­lia­ren Kulis­sen begin­nen zu wan­ken. Das kon­zi­li­ar gesä­te Unkraut gedieh hin­ter schüt­zen­den Kulis­sen zu vol­ler Pracht: Zöli­bats­weg­fall, „Diakonninnen“-Debatte als Durch­gangs­sta­ti­on zum Frauen-„Priestertum“, prie­ster­lo­se Got­tes­dien­ste, „öku­me­ni­sche Bünd­nis­se“, kon­fes­si­ons­über­grei­fen­der Reli­gi­ons­un­ter­richt. Die Pha­se der Kulis­sen­ab­schir­mung zur Beru­hi­gung der „Halb-und-Hal­ben“ scheint vor­bei.

    Die Saat bedarf ihres Schut­zes nicht mehr, alle Struk­tu­ren über­nom­men, die Herr­schaft ist bereits kon­so­li­diert. Der — anfangs sorg­fäl­tig getarn­te — Kurs­wech­sel von der theo­zen­tri­schen Kir­che zur anthro­po­zen­tri­schen ist abge­schlos­sen, der „Kult des Men­schen“ ist nun geleb­te Rea­li­tät. Und wenn die­ser Kult gelebt wer­den soll, wird der Got­tes­glau­be not­wen­di­ger­wei­se als stö­rend wahr­ge­nom­men, da er der kom­men­den Mensch­heits­ver­brü­de­rung (über alle Kon­fes­sio­nen und Reli­gio­nen hin­weg: One World – One Reli­gi­on) im Wege steht (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/09/07/die-aufregung-ueber-den-marx-ismus-im-woelkikuckucksheim/). Pri­vat­blog, Zugang kommt umge­hend nach dem Anklicken des links.

    • Fra­ge: was ist an prie­ster­lo­sen Got­tes­dien­sten schlecht?
      Das hört sich so an, als sei nur die Hei­li­ge Mes­se ein Got­tes­dienst.
      Sind also dann Rosen­kranz- und Kreuz­weg- und Mai­an­dach­ten ohne Prie­ster kein Got­tes­dienst?
      Was denn dann?

      • Ja, im eigent­li­chen Sinn ist nur die Hei­li­ge Mes­se ein Got­tes­dienst. Nur hier fin­det das Opfer, das unblu­ti­ge Kreu­zes­op­fer Chri­sti, statt. Alles ande­re sind maxi­mal Gebets­tref­fen. Der Begriff „Wort­got­tes­dienst“ ist falsch. Ohne Opfer kein Got­tes­dienst!

        • Das stimmt offen­sicht­lich nicht, sonst wären die Horen des Gött­li­chen Offi­zi­ums kein Got­tes­dienst.

      • Es geht mir nicht um Andachts­for­men, son­dern um die schritt­wei­se Pro­te­stan­ti­sie­rung der katho­li­schen Kir­chen­struk­tur in Deutsch­land. Aus­führ­li­ches dazu fin­den Sie, wenn Sie besag­ten link anklicken, in einer Kom­men­tar­spal­te läßt sich dies nicht unter­brin­gen.

      • Die Hei­li­ge Mes­se, also die Ver­ge­gen­wär­ti­gung des Kreu­zes­op­fers Jesu ist der Mit­tel­punkt von Zeit und Raum. Jesus opfert sich in Gott (es Geist) täg­lich, weil Heils­ge­schich­te nicht zwar chro­no­lo­gisch erfahr­bar ist, aber im Grun­de heu­te schon abge­schlos­sen ist. Der Film liegt bei Gott bereits vor, er wird nur Bild für Bild abge­spielt. Vor dem Film­pro­jekt hat sich Gott zuzu­sa­gen mit sei­nen hei­li­gen Engeln an einen Tisch gesetzt und ihnen offen­bart, was er vor­hat. Vie­le Engel waren nicht mit dem Dreh­buch ein­ver­stan­den und sind abge­fal­len. Sie glaub­ten sich dem Film ent­zie­hen zu kön­nen, blie­ben aber Bestand­teil davon. Nund rück­te Gott die Men­schen­se­len, all jenen, die ein­mal gebo­ren wer­den soll­ten, in den Mit­tel­punkt und setz­te sich auch mit ihnen an einen Tisch. Vie­le waren mit ihrer Rol­le ein­ver­stan­den. Ande­re jedoch lehn­ten ihre Rol­le ab und taten es den auf­rüh­re­ri­schen Engeln gleich.

        Wir alle ste­hen sekünd­lich vor dem Thron Got­tes, wenn die­sem Licht (also der Rein­heit des Blickes auf Gott) auch der Schlei­er unse­rer Lei­den­schaf­ten auf­ge­legt ist und das Ant­litz Got­tes ver­deckt ist.

        Im Glau­ben aber wis­sen wir, dass wir vor Gott ste­hen. In jedem Augen­blick sagen wir Nein zu Got­tes wil­len, wenn wir sei­nen Gebo­ten nicht fol­gen.

        Wir müs­sen uns das so vor­stel­len, dass wir zwar in unse­rem Kör­per auf Erden wesen. Unse­re See­le aber steht vor Gott, vor der Zeit, am Tisch mit Gott als Regis­seur und sagt Ja oder nein.

        Unser Leben ist also das Abspie­len unse­res Lebens­films mit all unse­ren Ja’s und Nein’s, die wir einst, also jetzt gera­de vor Gott tref­fen; denn bei Gott ist ja alles Gegen­wart.

        Des­halb ist auch das Kreu­zes­op­fer jetzt und gegen­wär­tig; nur durch den Schlei­er der Zeit etwas aus dem Blick gera­ten. Aber es bleibt die Mit­te des Films.

        Von der Eucha­ri­stie her, dem Den­ken an die­se Zusam­men­hän­ge und dem Dan­ken für das ‚Tun des Wil­lens Got­tes des Vaters‘, sol­len wir dem Bei­spie­le Jesu fol­gen.

        Denn unser aller Leben ist ja ein Kreuz. In jedem Augen­blick wer­den wir durch Gott in unse­rem Wil­len geprüft.

        Jede ein­zel­ne Hand­lung des Chri­sten soll die eines zwei­ten Chri­stus in der Ein­heit des einen Gei­stes Got­tes des Vaters sein.

        Die Ver­bun­den­heit mit Sei­nem Kreuz, dem Kreuz Chri­sti, zeigt sich in jeder Situa­ti­on unse­res Lebens.

        Jede hei­li­ge Mes­se for­dert uns zu einem bestän­di­gen Got­tes­dienst auch und beson­ders im All­tag auf.

        Wir sind gesand (Mes­se) und haben die Sen­dung (den Segen), das gute Wort (Evan­ge­li­um) zu leben, d.h. kon­kret zu set­zen.

        Die hei­li­ge Mes­se ist das kon­kret gesetz­te Bei­spiel des unbe­ding­ten Lebens. Der wah­re Mensch liebt unbe­dingt und bis zum Tod.

        Die hei­li­ge Mes­se ist dar­um eine Schu­le für den All­tag. Hier wird das Wort Got­tes ver­kün­det, bei­spiel­haft und vor­bild­haft ver­an­schau­licht am Bei­spiel Jesu, und es erfolgt die Ein­la­dung zur Nachahmung/Nachfolge.

        Wenn wir den Wil­len Got­tes immer unbe­dingt umset­zen ist unser Geist schon jetzt im Para­dies, auch wenn unse­re Kör­per lei­den, bedrängt, geprüft oder gefol­tert wer­den, wie es uns die Mar­ty­rer sowie der erste Mar­ty­rer Jesus vor­ge­lebt hat.

        Das Lei­den und der Tod kom­men durch die Sün­de in die Welt. Jetzt ist die Zeit der Prü­fun­gen. Ein jeder wird geprüft nach sei­nem Wil­len. Nur nicht jeder weiß es.

        Wäh­rend unse­rer irdi­schen Exi­stenz ver­su­chen uns die Dämo­nen in ihren Ungeist (die schlech­ten Gedan­ken) hin­ein zu zie­hen. Alls Sün­den kom­men aus den schlech­ten Gedan­ken.

        Auch das Lei­den Jesu ist das Ergeb­nis der schlech­ten Gedan­ken, die mit­tels der Ein­flü­ste­rung der Dämo­nen in die Hen­kers­knech­te Jesu gefah­ren sind. Für die­se ist nicht Gott, son­dern ein jeder Mensch sel­ber ver­ant­wort­lich, da wir kraft unse­res Wil­lens die Macht dazu haben, jeden schlech­ten Gedan­ken sofort abzu­schnei­den.

        Das Mit­tel dazu ist die Aske­se. Aske­se (Übung) kön­nen und müs­sen wir über­all umset­zen: ob als Allein­ste­hen­de, in der Ehe oder als Gott­ge­weih­te, ins­be­son­de­re als Prie­ster.

        Das ist unser Lebens­op­fer. Und wenn wir es im Gei­ste Jesu (dem all­ver­bin­den­den katho­li­schen Geist Got­tes) in Lie­be zur Umkehr der Sün­der (also durch unbe­ding­tes Bei­be­hal­ten von Frie­de, Freu­de, Geduld, Lang­mut, Demut …) bege­hen (d.h.leben), wird das ‚Opfer‘ durch die Lie­be zum ‚Geschenk‘, denn es bewirkt die Umkehr der Welt; Gemein­de bil­det sich um den Geist Got­tes, der im Men­schen Woh­nung genom­men hat.

        Das ist Christ­sein. Lei­der wird es nur schlecht gelebt. Aber es gibt nur die­sen einen Weg zum Frie­den und zur Freu­de in Gott.

        Die Mönchs­vä­ter sagen: Du musst den Eigen­wil­len zer­stö­ren und dich unter den Gehor­sam Got­tes stel­len. Denn der Eigen­wil­le ist das Ein­falls­tor für die bösen Gedan­ken und der Anfang aller Laster und Lei­den­schaf­ten, die den Men­schen bis in den Sui­zid trei­ben. Das aber ist der Geist der Welt und nicht der Geist Got­tes.

        Wenn wir im Wil­len Got­tes blei­ben durch Gebet, Arbeit und Mess­op­fer, wird sich unse­re See­le irgend­wann trotz zeit­li­cher Lei­den zur über­welt­li­chen Freu­de erhe­ben (Glo­ria). Der Weg aber ist in der Mes­se vor­ge­zeich­net. Der Wort­got­tes­dienst, bie­tet den Geist Got­tes im Gedan­ken des Wor­tes, er geht über zum Glau­ben (Glo­ria) und zum Bekennt­nis im Gei­ste (zum ‚Ja Vater‘ des Glau­bens­be­kennt­nis­ses) In der Mes­se und Kom­mu­ni­on begeg­nen uns das das kon­kre­te Lebensopfer/Geschenk dem Gei­ste nach: in Kreuz und Auf­er­ste­hung vor­ge­stellt. Wenn der Prie­ster die Hostie erhebt ereig­net sich Wand­lung, also Auf­er­ste­hung, die uns durch sei­nen Geist (Vater unser, dein Wil­le gesche­he) und die Umset­zung eines Gei­stes in die Kom­mu­ni­on (und Kom­mu­ni­ka­ti­on) mit dem Herz Got­tes bringt.

        Ich hof­fe, mei­ne Gedan­ken konn­ten etwas hilf­reich sein.

  6. Die Fra­ge, was ist an einem prie­ster­lo­sen Got­tes­dienst schlecht sei, ist falsch gestellt. Jeder Got­tes­dienst hat die Anbe­tung Got­tes zum Ziel und damit ein gutes und aner­ken­nungs­wer­tes Ziel. Aber es gibt nur einen Got­tes­dienst, der dem Voll­kom­men­heits­ide­al ent­spricht. Es ist das voll­kom­me­ne Gedächt­nis des Kreu­zes­op­fers Chri­sti in der hei­li­gen Mes­se, dar­ge­bracht von einem Prie­ster, der für die Per­son Chri­sti die­ses unblu­ti­ge Opfer mit den Wor­ten Chri­sti wie­der­holt. Dies ist nur in dem Hei­li­gen Mess­op­fer, das von einem geweih­ten Prie­ster dar­ge­bracht wird, mög­lich. Es geht also nicht um gut oder schlecht, son­dern um die Voll­kom­men­heit

  7. Stimmt ja alles.
    Mich stört halt die Aus­sa­ge, dass nur die hei­li­ge Mes­se ein Got­tes­dienst ist
    und die ande­ren Andach­ten, Stun­den­ge­bet usw. „maxi­mal“ Gebets­tref­fen wären.
    Die Lit­ur­gie vom Lei­den und Ster­ben des Herrn am Kar­frei­tag ist,
    auch wenn ihr ein Prie­ster vor­steht, dem zu Fol­ge dann auch kein Got­tes­dienst, da an die­sem Tag eben
    kei­ne hei­li­ge Mes­se statt­fin­det. Wenn es so rich­tig wäre, dann dürf­te ja nur die Mess­fei­er in der „Got­tes­dienst­ord­nung“ im Pfarr­brief auf­ge­führt wer­den.

  8. Dass Bischof Atha­na­si­us Schnei­der, auch hin­sicht­lich sei­nes Lebens­wan­dels und sei­ner Leh­ren der Pro­to­typ eines bes­se­ren Kar­di­nals wäre, dürf­te unbe­strit­ten bei Gläu­bi­gen sein. Die Fra­ge ist, war­um die Kir­che aus­ge­rech­net Per­so­nen in höhe­re Wür­den erhebt, die das Ver­trau­en der Glau­ben gera­de nicht haben. Das dürf­te das Geheim­nis der der­zei­ti­gen kirch­li­chen Hier­ar­chie sein, wel­che vor allem als poli­ti­sche Tak­tie­rer in Erschei­nung tre­ten, anstatt als Ver­kün­der des rei­nen, über­na­tür­li­chen Glau­bens. Wenn man das nicht als Kir­se bezeich­nen kann, was dann?

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