Papst Franziskus stellt Weihbischof Athansius Schneider unter Beobachtung

Bischof Athanasius Schneider, ein treuer Streiter Gottes, aber dem Vatikan unbequem?
Bischof Athanasius Schneider, ein treuer Streiter Gottes, aber dem Vatikan unbequem?

(Rom/Astana) Msgr. Athanasius Schneider ist Weihbischof von Astana in Kasachstan. Der Bischof ist rußlanddeutscher Abstammung und wurde in Mittelasien geboren, wohin seine Familie, da Deutsche, von Stalin aus der Schwarzmeergegend deportiert worden war. Nachdem die Familie ausgesiedelt war, verbrachte Schneider seine Jugend in der Bundesrepublik Deutschland, trat dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz bei und kehrte für diesen, aufgrund seiner Sprachkenntnisse, nach Zentralasien zurück. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn 2006 zum Weihbischof des Bistums Karaganda und 2011 zum Weihbischof des Erzbistums Astana. Heute zählt der Bischof, der regelmäßig in der überlieferten Form des Römischen Ritus zelebriert, zu den herausragenden Bischöfen des gesamten Weltepiskopats.

Mutig erhob er seine Stimme zur Verteidigung des Ehesakraments und veröffentlichte im Vorfeld der Familiensynode eine maßgebliche Orientierungshilfe mit 100 Fragen und Antworten. Er meldete sich auch nach der Veröffentlichung des Viganò-Dossiers zu Wort, um zu sagen, was zu sagen war:

„Es gibt keinen vernünftigen und plausiblen Grund am Wahrheitsgehalt des Dokuments von Erzbischof Carlo Maria Viganò zu zweifeln“.

Und da dem so ist, seien klare Konsequenzen zu ziehen und ein Werk der Reinigung zu beginnen und die Kirche von Homo-Cliquen zu befreien.

Mit seinen offenen, sanft, klug, aber klar vorgetragenen Worten machte sich der Weihbischof in der Kirche nicht nur Freunde – erst recht nach dem Machtwechsel in Rom. Seine Umgebung fürchtete schon länger, daß gegen den Bischof Sanktionen verhängt werden könnten. Nach der Wortmeldung zum Fall McCarrick und dem Homo-Skandal, in den höchste Kirchenkreise verwickelt sind, ist es nun soweit. Allerdings geht die Sanktion schon auf die Zeit davor zurück, wurde aber erst jetzt bekannt.

Wenn Täter zu Opfern und Unschuldige zu Schuldigen gemacht werden

Gegen Bischof Schneider wurden vom Vatikan Disziplinarmaßnahmen ergriffen, als wäre er ein Schuldiger, obwohl er nur die Glaubenslehre der Kirche verteidigt und Konsequenzen aus den Verfehlungen und schuldhaften Verhalten von Kirchenvertretern fordert. Dem Weihbischof wurde mündlich mitgeteilt, seine Auslandsreisen „zu reduzieren“. Im Klartext: Bischof Schneider wurde unter Beobachtung gestellt. Dies gab der Vatikanist Marco Tosatti bekannt, der im Frühjahr auch den Anstoß zum Dossier des ehemaligen Apostolischen Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò, gegeben hatte und dieses am vergangenen 26. August veröffentlichte.

Die Restriktion wurde bereits im vergangenen Frühjahr verhängt und Weihbischof Schneider im April mitgeteilt. Schneider wird weltweit eingeladen, um als guter Hirte die Gläubigen im Glauben zu stärken. Es waren vor allem traditionsverbundene, glaubenstreue Kirchenkreise, die ihn zu sich baten. Damit erhielt seine Stimme Gewicht und Bedeutung, die weit über das unbedeutende, und vielen Menschen völlig unbekannte Kasachstan hinausreicht. Doch nicht jede Stimme von „den Rändern“ und aus „der Peripherie“ scheint in Rom gewünscht zu sein. Das wachsende Gewicht von Msgr. Schneider, das nicht an ein ranghohes Amt gekoppelt ist, stört offensichtlich die derzeitige Kirchenführung in Rom. Dabei erwies der Weihbischof Papst Franziskus stets den größten, dem Amt geschuldeten Respekt.

Das genügt aber offensichtlich nicht, denn der Kampf geht eben nicht um Personen, sondern um Inhalte, und da stehen sich die Positionen von Bischof Schneider und dem päpstlichen Hofstaat in manchen Bereichen geradezu diametral gegenüber.

Tosatti spricht von einer „außergewöhnlichen restriktiven Maßnahme“, die dem Weihbischof vom Apostolischen Nuntius für Kasachstan, Erzbischof Francis Assisi Chullikatt, mitgeteilt wurde. Msgr. Chullikatt wurde 2016 von Papst Franziskus als diplomatischer Vertreter des Heiligen Stuhls nach Zentralasien entsandt, wo er für Kasachstan, Tadschikistan und Kirgisistan zuständig ist.

Kein Rechtsweg möglich

Ungewöhnlich an der ganzen Sache ist noch mehr. Die Strafmaßnahme wurde direkt vom Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet. Das Strafdekret wurde dem Betroffenen vom Nuntius zur Lektüre vorgelegt, aber nicht ausgehändigt. Weihbischof Schneider hält laut Tosatti nichts in der Hand, aufgrund dessen er Einspruch gegen die Maßnahme erheben könnte, etwa bei der Bischofskongregation oder dem Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur.

„Bis zum Auftreten von Papst Bergoglio war die Apostolische Signatur die zuständige Instanz, an die sich Laien, Priester und Bischöfe gegen Maßnahmen wenden konnten, die sie für ungerecht hielten“, so Tosatti.

Der ordentliche Rechtsweg, wie er jede Rechtsordnung auszeichnet, die dieser Bezeichnung würdig ist, gehört in der Kirche jedoch der Vergangenheit an. Das Exempel dazu statuierte Papst Franziskus gegen die Franziskaner der Immakulata, die er im Juli 2013 über die Ordenskongregation unter kommissarische Verwaltung stellte. Zugleich ordnete er an, daß den betroffenen Ordensangehörigen der Rechtsweg verwehrt ist. Seit mehr als fünf Jahren haben sie keine Möglichkeit, die gegen sie verhängten, schwerwiegenden Maßnahmen auf ihre Rechtsmäßigkeit prüfen zu lassen. Ihr Recht auf Verteidigung wird ihnen verwehrt. Sie hatten bisher keine Möglichkeit, angehört zu werden. Franziskus entschied autoritär und Punkt.

Ähnlich ergeht es nun Weihbischof Schneider. Ohne schriftliche Ausfertigung der Restriktion ist auch ihm der Rechtsweg verwehrt. Ein Schritt, der von Rom offensichtlich in voller Absicht gesetzt wurde.

Wie den Franziskanern der Immakulata wurde auch Weihbischof Schneider kein Grund für die Beschränkung seiner Freiheit mitgeteilt. Wann immer Msgr. Schneider Kasachstan verlassen möchte, muß er dem Nuntius Mitteilung machen. Rom will genau Bescheid wissen, wohin er reist und auf wessen Einladung er reist, um nach Möglichkeit zu wissen, mit wem er Kontakt hat. Eine solche Einschränkung der persönlichen Freiheiten hatte Franziskus bereits im Juni 2017 für die in Rom residierenden Kardinäle ins Auge gefaßt. Wann immer sie Rom verlassen, sollten sie Meldung machen. Die Maßnahme richtete sich damals konkret vor allem gegen Kardinal Raymond Burke, wurde aber in dieser Form bisher nicht umgesetzt.

Nicht bekannt ist, wie Tosatti vermerkt, ob der Nuntius auch über die Vollmacht verfügt, Weihbischof Schneider eine Reise zu verbieten.

Zweierlei römisches Maß: Der Fall McCarrick und der Fall Pineda/Maradiaga

Tosatti verweist auf die gänzlich verschiedene Vorgehensweise von Papst Franziskus gegen Kardinal McCarrick. McCarrick hatte durch sein Homo-Doppelleben auf schwerwiegende Weise gegen das Kirchenrecht verstoßen. Von der Verführung und Zerstörung von Berufungen und Seelen erst gar nicht zu sprechen. Obwohl Papst Franziskus über McCarricks Fehlverhalten genau informiert war, wie inzwischen gesichert feststeht, rehabilitierte er ihn durch Aufhebung der Sanktionen, die Papst Benedikt XVI. gegen ihn verhängt hatte. Benedikt XVI. hatte McCarrick u.a. ein Reiseverbot auferlegt. Franziskus machte ihn hingegen zu seinem persönlichen Vertrauten für die USA und sandte McCarrick in seinem Namen auf Reisen, so auf besonders heikle Mission in die Volksrepublik China, auf die Philippinen, auf Kuba und nach Armenien.

Weihbischof Schneider, der sich nichts zuschulden kommen ließ, wird dagegen in seinen Freiheiten beschnitten, weil er es mit allem Respekt wagt, Mißstände aufzuzeigen und Abhilfe einzufordern.

Tosatti erwähnt noch einen zweiten Fall, um das zweierlei Maß deutlich zu machen, das Franziskus anwendet. Es geht um den Papst-Vertrauten Oscar Kardinal Rodriguez Maradiaga, der auf eigene Initiative und im Namen von Franziskus in der ganzen Welt und vor allem in Rom unterwegs ist, sodaß er sein Erzbistum Tegucigalpa seinem Weihbischof überließ. Dieser installierte dort ein Homo-Netzwerk, das im vergangenen Frühjahr zusammen mit finanziellen Unregelmäßigkeiten aufflog und ihn Ende Juli zum Rücktritt zwang. Kardinal Maradiaga reist weiterhin durch alle Welt, obwohl er selbst schwer in der Kritik steht. In beiden Fällen, bei Kardinal McCarrick in den USA und bei Weihbischof Pineda in Honduras, wurde Papst Franziskus erst aktiv, als die Medien die Skandale der Genannten in alle Welt posaunten. Daraus darf geschlossen werden, daß McCarrick heute noch Kardinal wäre und in Santa Marta ein und aus ginge, und daß Pineda weiterhin in Tegucigalpa wie ein Statthalter des Feudalfürsten schalten und walten würde, wäre es nach Franziskus gegangen. Eine Tatsache, die viele Fragen aufwirft. Fragen, die von manchen Katholiken, vor allem in den USA, bereits öffentlich gestellt wurden. Dazu gehört die Frage, warum Papst Franziskus so viele Homosexuelle in einem engeren und weiteren Umfeld förderte und beförderte?

Das Pontifikat Bergoglio wird nicht nur durch umstrittenen und zweifelhafte Gesten, Aussagen und Regierungsakte gekennzeichnet, von denen einige unter dem Verdacht der Verbreitung von Häresien stehen, sondern auch durch eine offenkundige Unterdrückung freier Stimmen. Kritische Beobachter sprechen daher von einem „Regime Bergoglio“. Das vor einem Jahr erschienene und inzwischen auch in deutscher Übersetzung vorliegende Buch „Der Diktator-Papst“ bringt diese Aussage im Titel besonders plakativ zum Ausdruck.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL

18 Kommentare

  1. Wie tröstlich kann angesichts solcher Nachrichten ein Blick ins Buch der Psalmen sein!
    Zum Beispiel „Auf Gott allein harre still, meine Seele! Denn von ihm stammt meine Hoffnung. Er nur ist mein Fels und meine Hilfe, meine Burg, dass ich nicht wanke. Auf Gott ruht mein Heil und mein Ruhm; … Vertrau auf ihn, du ganze Volksgemeinde! Schüttet euer Herz ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht! … Ja, Du vergiltst einem jeden nach seinem Tun.“ (aus Psalm 62)

  2. Ohne es zu wollen, hat Papst Franziskus bzw. sein Umfeld damit Bischof Athanasius Schneider geadelt. Das empfiehlt Letzteren – sobald der bergoglianische Regenbogen-Karneval vorbei sein wird – zweifelsohne für höhere Aufgaben. Der Mensch denkt, Gott lenkt.

  3. Der Weihbischof soll sich um die Gläubigen in Kasachstan kümmern und nicht in der halben Welt. Dafür ist er nicht zuständig. Es lebe Papst Franziskus.

    • Ja die Wahrheit darf man nicht mehr sagen!

      „Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen.“

      Bischof Athsasius Schneider ist ein Ehrenwerter Geistlicher.

    • Vielleicht sollte Franziskus sich einmal um seine Gläubigen kümmern, und nicht allen nach dem Mund reden, die die katholische Kirche toll finden sollen, mit ihr aber gar nichts zu tun haben wollen und ihrer Selbstabschaffung applaudieren werden. dagegen darf jeder Christ seine Stimme erheben.

    • Ich denke dieser Einwand wäre berechtigt, wenn wir keine Kirchenkrise hätten. Jedoch haben wir nun mal diesen Umstand und somit ist dies legitim… Das oberste Gesetz ist doch, das Heil der Seelen.

      Etwas anders ausgedrückt: Wenn Sie ein krankes Kind Zuhause haben und kein Arzt ihnen helfen kann, dann werden sie doch auch Ihren Suchradius solange vergrößern bis sie jemanden finden der breit und fähig ist ihnen zu helfen.

      Ja, es lebe Papst Franziskus – aber natürlich um das Heil der Seelen zu bewirken…

    • Werter @Einoedlandwirt,
      Franziskus und seinen Aktionen zuzustimmen ist Ihr gutes Recht und selbstverständlich dürfen Sie das auch hier tun. Stimmen Sie aber auch seinen diktatorischen Handlungsweisen zu? Als Oberhaupt der Kirche und Stellvertretender Christi auf Erden hat er sehr viel Macht. Aber ist es richtig – und notwendig- sie so zu missbrauchen?
      Interessieren würde mich auch, wie Sie zu der Tatsache stehen, dass er ständig mit zweierlei Maß misst. Warum stellt er einen treuen Bischof unter Beobachtung, während er zum Missbrauchsskandal nichts zu sagen hat, außer den Überbringer der schlechten Nachrichten anzugehen?
      „Es lebe Papst Franzikus!“ Auch in diesem Zusammenhang?

  4. Der Weihbischof Athanasius Schneider hat bisher immer die Wahrheit verkündet. Deswegen habe ich mich immer gefreut, seine Stimme zu hören. Auch ich empfinde, wie MC, die jetzige Einschränkung seines Aktionskreises als eine Auszeichnung seiner bisherigen Tätigkeit.
    Auch hier gilt: viel Feind, viel Ehr.

  5. Die nachkonziliaren Kulissen beginnen zu wanken. Das konziliar gesäte Unkraut gedieh hinter schützenden Kulissen zu voller Pracht: Zölibatswegfall, „Diakonninnen“-Debatte als Durchgangsstation zum Frauen-„Priestertum“, priesterlose Gottesdienste, „ökumenische Bündnisse“, konfessionsübergreifender Religionsunterricht. Die Phase der Kulissenabschirmung zur Beruhigung der „Halb-und-Halben“ scheint vorbei.

    Die Saat bedarf ihres Schutzes nicht mehr, alle Strukturen übernommen, die Herrschaft ist bereits konsolidiert. Der – anfangs sorgfältig getarnte – Kurswechsel von der theozentrischen Kirche zur anthropozentrischen ist abgeschlossen, der „Kult des Menschen“ ist nun gelebte Realität. Und wenn dieser Kult gelebt werden soll, wird der Gottesglaube notwendigerweise als störend wahrgenommen, da er der kommenden Menschheitsverbrüderung (über alle Konfessionen und Religionen hinweg: One World – One Religion) im Wege steht (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/09/07/die-aufregung-ueber-den-marx-ismus-im-woelkikuckucksheim/). Privatblog, Zugang kommt umgehend nach dem Anklicken des links.

    • Frage: was ist an priesterlosen Gottesdiensten schlecht?
      Das hört sich so an, als sei nur die Heilige Messe ein Gottesdienst.
      Sind also dann Rosenkranz- und Kreuzweg- und Maiandachten ohne Priester kein Gottesdienst?
      Was denn dann?

      • Ja, im eigentlichen Sinn ist nur die Heilige Messe ein Gottesdienst. Nur hier findet das Opfer, das unblutige Kreuzesopfer Christi, statt. Alles andere sind maximal Gebetstreffen. Der Begriff „Wortgottesdienst“ ist falsch. Ohne Opfer kein Gottesdienst!

      • Es geht mir nicht um Andachtsformen, sondern um die schrittweise Protestantisierung der katholischen Kirchenstruktur in Deutschland. Ausführliches dazu finden Sie, wenn Sie besagten link anklicken, in einer Kommentarspalte läßt sich dies nicht unterbringen.

      • Die Heilige Messe, also die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Jesu ist der Mittelpunkt von Zeit und Raum. Jesus opfert sich in Gott (es Geist) täglich, weil Heilsgeschichte nicht zwar chronologisch erfahrbar ist, aber im Grunde heute schon abgeschlossen ist. Der Film liegt bei Gott bereits vor, er wird nur Bild für Bild abgespielt. Vor dem Filmprojekt hat sich Gott zuzusagen mit seinen heiligen Engeln an einen Tisch gesetzt und ihnen offenbart, was er vorhat. Viele Engel waren nicht mit dem Drehbuch einverstanden und sind abgefallen. Sie glaubten sich dem Film entziehen zu können, blieben aber Bestandteil davon. Nund rückte Gott die Menschenselen, all jenen, die einmal geboren werden sollten, in den Mittelpunkt und setzte sich auch mit ihnen an einen Tisch. Viele waren mit ihrer Rolle einverstanden. Andere jedoch lehnten ihre Rolle ab und taten es den aufrührerischen Engeln gleich.

        Wir alle stehen sekündlich vor dem Thron Gottes, wenn diesem Licht (also der Reinheit des Blickes auf Gott) auch der Schleier unserer Leidenschaften aufgelegt ist und das Antlitz Gottes verdeckt ist.

        Im Glauben aber wissen wir, dass wir vor Gott stehen. In jedem Augenblick sagen wir Nein zu Gottes willen, wenn wir seinen Geboten nicht folgen.

        Wir müssen uns das so vorstellen, dass wir zwar in unserem Körper auf Erden wesen. Unsere Seele aber steht vor Gott, vor der Zeit, am Tisch mit Gott als Regisseur und sagt Ja oder nein.

        Unser Leben ist also das Abspielen unseres Lebensfilms mit all unseren Ja’s und Nein’s, die wir einst, also jetzt gerade vor Gott treffen; denn bei Gott ist ja alles Gegenwart.

        Deshalb ist auch das Kreuzesopfer jetzt und gegenwärtig; nur durch den Schleier der Zeit etwas aus dem Blick geraten. Aber es bleibt die Mitte des Films.

        Von der Eucharistie her, dem Denken an diese Zusammenhänge und dem Danken für das ‚Tun des Willens Gottes des Vaters‘, sollen wir dem Beispiele Jesu folgen.

        Denn unser aller Leben ist ja ein Kreuz. In jedem Augenblick werden wir durch Gott in unserem Willen geprüft.

        Jede einzelne Handlung des Christen soll die eines zweiten Christus in der Einheit des einen Geistes Gottes des Vaters sein.

        Die Verbundenheit mit Seinem Kreuz, dem Kreuz Christi, zeigt sich in jeder Situation unseres Lebens.

        Jede heilige Messe fordert uns zu einem beständigen Gottesdienst auch und besonders im Alltag auf.

        Wir sind gesand (Messe) und haben die Sendung (den Segen), das gute Wort (Evangelium) zu leben, d.h. konkret zu setzen.

        Die heilige Messe ist das konkret gesetzte Beispiel des unbedingten Lebens. Der wahre Mensch liebt unbedingt und bis zum Tod.

        Die heilige Messe ist darum eine Schule für den Alltag. Hier wird das Wort Gottes verkündet, beispielhaft und vorbildhaft veranschaulicht am Beispiel Jesu, und es erfolgt die Einladung zur Nachahmung/Nachfolge.

        Wenn wir den Willen Gottes immer unbedingt umsetzen ist unser Geist schon jetzt im Paradies, auch wenn unsere Körper leiden, bedrängt, geprüft oder gefoltert werden, wie es uns die Martyrer sowie der erste Martyrer Jesus vorgelebt hat.

        Das Leiden und der Tod kommen durch die Sünde in die Welt. Jetzt ist die Zeit der Prüfungen. Ein jeder wird geprüft nach seinem Willen. Nur nicht jeder weiß es.

        Während unserer irdischen Existenz versuchen uns die Dämonen in ihren Ungeist (die schlechten Gedanken) hinein zu ziehen. Alls Sünden kommen aus den schlechten Gedanken.

        Auch das Leiden Jesu ist das Ergebnis der schlechten Gedanken, die mittels der Einflüsterung der Dämonen in die Henkersknechte Jesu gefahren sind. Für diese ist nicht Gott, sondern ein jeder Mensch selber verantwortlich, da wir kraft unseres Willens die Macht dazu haben, jeden schlechten Gedanken sofort abzuschneiden.

        Das Mittel dazu ist die Askese. Askese (Übung) können und müssen wir überall umsetzen: ob als Alleinstehende, in der Ehe oder als Gottgeweihte, insbesondere als Priester.

        Das ist unser Lebensopfer. Und wenn wir es im Geiste Jesu (dem allverbindenden katholischen Geist Gottes) in Liebe zur Umkehr der Sünder (also durch unbedingtes Beibehalten von Friede, Freude, Geduld, Langmut, Demut …) begehen (d.h.leben), wird das ‚Opfer‘ durch die Liebe zum ‚Geschenk‘, denn es bewirkt die Umkehr der Welt; Gemeinde bildet sich um den Geist Gottes, der im Menschen Wohnung genommen hat.

        Das ist Christsein. Leider wird es nur schlecht gelebt. Aber es gibt nur diesen einen Weg zum Frieden und zur Freude in Gott.

        Die Mönchsväter sagen: Du musst den Eigenwillen zerstören und dich unter den Gehorsam Gottes stellen. Denn der Eigenwille ist das Einfallstor für die bösen Gedanken und der Anfang aller Laster und Leidenschaften, die den Menschen bis in den Suizid treiben. Das aber ist der Geist der Welt und nicht der Geist Gottes.

        Wenn wir im Willen Gottes bleiben durch Gebet, Arbeit und Messopfer, wird sich unsere Seele irgendwann trotz zeitlicher Leiden zur überweltlichen Freude erheben (Gloria). Der Weg aber ist in der Messe vorgezeichnet. Der Wortgottesdienst, bietet den Geist Gottes im Gedanken des Wortes, er geht über zum Glauben (Gloria) und zum Bekenntnis im Geiste (zum ‚Ja Vater‘ des Glaubensbekenntnisses) In der Messe und Kommunion begegnen uns das das konkrete Lebensopfer/Geschenk dem Geiste nach: in Kreuz und Auferstehung vorgestellt. Wenn der Priester die Hostie erhebt ereignet sich Wandlung, also Auferstehung, die uns durch seinen Geist (Vater unser, dein Wille geschehe) und die Umsetzung eines Geistes in die Kommunion (und Kommunikation) mit dem Herz Gottes bringt.

        Ich hoffe, meine Gedanken konnten etwas hilfreich sein.

  6. Die Frage, was ist an einem priesterlosen Gottesdienst schlecht sei, ist falsch gestellt. Jeder Gottesdienst hat die Anbetung Gottes zum Ziel und damit ein gutes und anerkennungswertes Ziel. Aber es gibt nur einen Gottesdienst, der dem Vollkommenheitsideal entspricht. Es ist das vollkommene Gedächtnis des Kreuzesopfers Christi in der heiligen Messe, dargebracht von einem Priester, der für die Person Christi dieses unblutige Opfer mit den Worten Christi wiederholt. Dies ist nur in dem Heiligen Messopfer, das von einem geweihten Priester dargebracht wird, möglich. Es geht also nicht um gut oder schlecht, sondern um die Vollkommenheit

  7. Stimmt ja alles.
    Mich stört halt die Aussage, dass nur die heilige Messe ein Gottesdienst ist
    und die anderen Andachten, Stundengebet usw. „maximal“ Gebetstreffen wären.
    Die Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn am Karfreitag ist,
    auch wenn ihr ein Priester vorsteht, dem zu Folge dann auch kein Gottesdienst, da an diesem Tag eben
    keine heilige Messe stattfindet. Wenn es so richtig wäre, dann dürfte ja nur die Messfeier in der „Gottesdienstordnung“ im Pfarrbrief aufgeführt werden.

  8. Dass Bischof Athanasius Schneider, auch hinsichtlich seines Lebenswandels und seiner Lehren der Prototyp eines besseren Kardinals wäre, dürfte unbestritten bei Gläubigen sein. Die Frage ist, warum die Kirche ausgerechnet Personen in höhere Würden erhebt, die das Vertrauen der Glauben gerade nicht haben. Das dürfte das Geheimnis der derzeitigen kirchlichen Hierarchie sein, welche vor allem als politische Taktierer in Erscheinung treten, anstatt als Verkünder des reinen, übernatürlichen Glaubens. Wenn man das nicht als Kirse bezeichnen kann, was dann?

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