Weihbischof Schneider fordert Reinigung der Kirche von Homo-Cliquen

Papst Franziskus
Weihbischof Athanasius Schneider: "Es besteht kein vernünftiger Zweifel an den Worten von Erzbischof Viganò zu zweifeln". Vielmehr seien Konsequenzen zu ziehen. Der Bischof nennt acht konkrete Forderungen.

(Rom) Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der, einer der pro­fi­lier­te­sten Bischö­fe der katho­li­schen Kir­che, mel­de­te sich zum Memo­ran­dum des Vati­kan­di­plo­ma­ten und Kuri­en­erz­bi­schofs Car­lo Maria Viganò zu Wort, das am ver­gan­ge­nen Sonn­tag vom Vati­ka­ni­sten Mar­co Tosat­ti in der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung La Veri­tà ver­öf­fent­licht wurde.

Der Weih­bi­schof spricht von einem „sel­te­nen und äußerst schwer­wie­gen­den“ Fak­tum in der Kir­chen­ge­schich­te, „daß ein Bischof öffent­lich und kon­kret einen regie­ren­den Papst anklagt“. Msgr. Viganò, der von 2011 bis 2016 Apo­sto­li­scher Nun­ti­us in den USA war, ernannt von Papst Bene­dikt XVI., abbe­ru­fen von Papst Fran­zis­kus, ver­si­chert in sei­nem Memo­ran­dum, daß Papst Fran­zis­kus seit sei­ner Wahl Kennt­nis von zwei Fak­ten hat­te: daß Kar­di­nal Theo­do­re McCarrick homo­se­xu­el­len Ver­kehr mit eini­gen sei­ner Semi­na­ri­sten und sei­ner Unter­ge­be­nen hat­te, und daß Papst Bene­dikt XVI. des­halb Sank­tio­nen gegen ihn ver­hängt hatte.

Der Spit­zen­di­plo­mat bekräf­tig­te sei­ne Sach­ver­halts­dar­stel­lung durch eine fei­er­li­che, eides­statt­li­che Erklä­rung im Namen Gottes.

„Es gibt daher kei­nen ver­nünf­ti­gen und plau­si­blen Grund am Wahr­heits­ge­halt des Doku­ments von Erz­bi­schof Car­lo Maria Viganò zu zwei­feln“, so Bischof Schneider.

Die Katho­li­ken der gan­zen Welt, vor allem die ein­fa­chen Gläu­bi­gen, „sind zutiefst schockiert“ wegen der jüng­sten Ent­hül­lun­gen, die ans Licht brach­ten, daß „Kir­chen­ver­tre­ter Kle­ri­ker gedeckt und geschützt haben“, die Min­der­jäh­ri­ge und eige­ne Unter­ge­be­ne sexu­ell miß­braucht haben. Weih­bi­schof Schnei­der mahnt „abso­lu­te Trans­pa­renz auf allen Ebe­nen“ der kirch­li­chen Hier­ar­chie ein, „und an erster Stel­le natür­lich durch den Papst“.

Fort­ge­setz­te all­ge­mei­ne Auf­ru­fe durch Kir­chen­ver­tre­ter zur „Null­to­le­ranz“ sei­en „unzu­rei­chend und wenig über­zeu­gend“, so Msgr. Schnei­der, um auf den Miß­brauch zu reagie­ren und das Zudecken die­ser Fäl­le abzustellen.

„Eben­so unzu­rei­chend sind ste­reo­ty­pe Ver­ge­bungs­bit­ten durch die kirch­li­che Autorität.“

Sol­che Auf­ru­fe und Bit­ten „wären nur dann glaub­wür­dig, wenn die Auto­ri­tät der Römi­schen Kurie alle Kar­ten auf den Tisch legt und alle an der Römi­schen Kurie beim Namen nennt, die unab­hän­gig von Rang und Titel sexu­el­len Miß­brauch von Min­der­jäh­ri­gen und Unter­ge­be­nen gedeckt haben“.

Weih­bi­schof zieht acht Schluß­fol­ge­run­gen aus dem Viganò-Memorandum:

  • 1) daß der Hei­li­ge Stuhl und der Papst selbst begin­nen müs­sen, kom­pro­miß­los die Römi­sche Kurie und den Epi­sko­pat von Homo-Cli­quen und Homo-Netz­wer­ken zu reinigen;
  • 2) daß der Papst auf unmiß­ver­ständ­li­che Wei­se die Gött­li­che Leh­re über die schwe­re Sünd­haf­tig­keit homo­se­xu­el­ler Hand­lun­gen verkündet;
  • 3) daß ver­bind­li­che und detail­lier­te Bestim­mun­gen erlas­sen wer­den, die die Wei­he von Män­nern mit homo­se­xu­el­len Ten­den­zen verbieten;
  • 4) daß der Papst die Rein­heit und Echt­heit der gesam­ten katho­li­schen Dok­trin in Leh­re und Ver­kün­di­gung wiederherstellt;
  • 5) daß in der Kir­che durch die päpst­li­che und bischöf­li­che Unter­wei­sung und die prak­ti­schen Nor­men die immer­gül­ti­gen christ­li­che Aske­se wie­der­her­ge­stellt wird: die Übun­gen des Fastens, der kör­per­li­chen Buße und des Verzichts;
  • 6) daß in der Kir­che der Geist und die Pra­xis der Wie­der­gut­ma­chung und der Süh­ne für began­ge­ne Sün­den wie­der­her­ge­stellt wird;
  • 7) daß in der Kir­che ein siche­res Aus­wahl­ver­fah­ren für die Bischofs­kan­di­da­ten ein­ge­führt wird, das garan­tiert, daß es sich offen­kun­dig um Got­tes­män­ner han­delt; es wäre daher bes­ser, die Diö­ze­sen meh­re­re Jah­re ohne Bischof zu las­sen, als einen Kan­di­da­ten zu ernen­nen, der nicht ein wirk­li­cher Got­tes­mann im Gebet, in der Glau­bens­leh­re und im mora­li­schen Leben ist;
  • 8) daß sich in der Kir­che eine Bewe­gung ent­wickelt, vor allem unter den Kar­di­nä­len, Bischö­fen und Prie­stern, die bereits sind auf jeden Kom­pro­miß und jedes Hofie­ren der Welt zu verzichten.“

Bischof Schnei­der geht in sei­ner Ana­ly­se über die acht Punk­te noch hinaus:

„Es darf uns nicht ver­wun­dern, wenn die inter­na­tio­na­len Mas­sen­me­di­en, die mit den Olig­ar­chen ver­bun­den sind, die Homo­se­xua­li­tät und mora­li­sche Ver­kom­men­heit för­dern, damit begin­nen, die Per­son von Erz­bi­schof Viganò zu ver­leum­den und die zen­tra­len Punk­te sei­nes Doku­ments unter einem Schlei­er des Schwei­gens zu vertuschen.“

Der Weih­bi­schof erin­nert in die­sem Zusam­men­hang an die Zeit der Kir­chen­spal­tung durch Mar­tin Luther:

„Als sich Luthers Häre­sie aus­brei­te­te und ein beträcht­li­cher Teil des Kle­rus und beson­ders der Römi­schen Kurie sich in einer tie­fen, mora­li­schen Kri­se befan­den, wand­te sich Papst Hadri­an VI. mit über­ra­schend offen­her­zi­gen Wor­ten an den in Nürn­berg tagen­den Reichstag:
‚Wir wis­sen, daß an die­sem  Hei­li­gen Stuhl bereits seit Jah­ren abscheu­li­che Din­ge gesche­hen, Miß­brauch der geist­li­chen Din­ge, Aus­flüch­te, und alles wur­de ins Schlech­te­re ver­kehrt. Vom Haupt ist die Kor­rup­ti­on in die Glie­der über­ge­gan­gen, von den Päp­sten auf die Unter­ge­be­nen. Wir alle, Prä­la­ten und Kir­chen­ver­tre­ter sind abge­irrt und es gab kei­nen, der Gutes tat, nicht einen‘.“

Höch­ste Trans­pa­renz und scho­nungs­lo­ses Bekennt­nis der Übel im Leben der Kir­che sei­en das beste und sicher­ste Mit­tel, den Weg der Rei­ni­gung und der geist­li­chen und mora­li­schen Erneue­rung zu gehen. „Vor der Ankla­ge gegen ande­re, soll­te sich jeder Kir­chen­mann mit Ver­ant­wor­tung in der Kir­che, unab­hän­gig von sei­nem Rang und Titel, in der Gegen­wart Got­tes fra­gen, ob er auf irgend­ei­ne Wei­se sexu­el­len Miß­brauch gedeckt hat. Wenn er sich schul­dig befin­den soll­te, soll­te er das öffent­lich erklä­ren, denn das Wort Got­tes ermahnt ihn: „Schä­me dich nicht, von der Sün­de umzu­keh­ren, / lei­ste nicht trot­zig Wider­stand!“ (Sir 4,26). Denn der Hei­li­ge Petrus, der erste Papst schrieb: „Denn jetzt ist die Zeit, in der das Gericht beim Haus Got­tes beginnt“ (1 Petr 4,17)“, so Bischof Schneider.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana

2 Kommentare

  1. Ich schät­ze Weih­bi­schof Schnei­der über­aus und bin sehr dank­bar für jedes klä­ren­de Wort. Ich sor­ge mich um ihn wegen der Auf­for­de­rung zur Zurück­hal­tung beim Besuch ande­rer Län­der — die Welt braucht drin­gend einen Zeu­gen der Wahr­heit, einen Leh­rer der wah­ren katho­li­schen Lehre.

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