Black Lives Matter andersrum – Kardinal Sarah wird 75

Der stille Kämpfer

Kardinal Robert Sarah vollendet heute sein 75. Lebensjahr.
Kardinal Robert Sarah vollendet heute sein 75. Lebensjahr.

(Rom) „Black Lives Mat­ter“ heißt die jüng­ste Mode­pa­ro­le der poli­ti­schen Lin­ken und ihrer super­rei­chen Geld­ge­ber und Strip­pen­zie­her. Das Wort lie­ße sich aus aktu­el­lem Anlaß auch anders lesen: ein Ver­such.

Um US-Prä­si­dent Donald Trump zu ver­hin­dern, sind skan­da­lös ver­ant­wor­tungs­lo­se Kräf­te bereit, nicht nur die USA sogar in Blut und Trä­nen zu erträn­ken. Nach der Kli­ma­wan­del­hy­ste­rie und dem Coro­na­wahn wird mit dem ras­si­sti­schen Anti­ras­sis­mus das näch­ste Bor­sten­tier durch die Stra­ßen west­li­cher Städ­te gejagt. Der Kampf gegen die Poli­zei, die in einem funk­tio­nie­ren­den Rechts­staat ihre unver­zicht­ba­re Pflicht erfüllt und Recht und Ord­nung schützt, war bis­her nur das Ziel der rand­stän­di­gen extre­men Lin­ken. Mit einem Schlag steht das wahn­wit­zi­ge Pro­jekt einer Abschaf­fung der Poli­zei aber plötz­lich auf der poli­ti­schen Tages­ord­nung. Die Welt steht kopf, und das ist den Men­schen in der Geschich­te noch nie bekom­men.

Die Wirren

Die Medi­en, von weni­gen Super­rei­chen mit All­machts­al­lü­ren am Nasen­ring geführt, berich­te­ten gestern über ein neu­es schwar­zes Opfer angeb­li­cher „Poli­zei­ge­walt“. Der Kon­text wird dabei mehr oder weni­ger unter­schla­gen. Die bei­den Todes­fäl­le ereig­ne­ten sich in Min­nea­po­lis und Atlan­ta. Bei­de Fäl­le sind zu klä­ren und even­tu­el­les Ver­schul­den zu ahn­den. So etwas eigens zu erwäh­nen, ist obso­let. Bei­de Städ­te sind links­re­giert. Die Bür­ger­mei­ste­rin und der vor­ma­li­ge Poli­zei­chef von Atlan­ta sind selbst Schwar­ze, auch der Poli­zei­chef von Min­nea­po­lis ist Afro­ame­ri­ka­ner. Atlan­ta wird seit 1879 unun­ter­bro­chen von den Demo­kra­ten regiert und seit 1974 (aus­ge­nom­men 1994–2002) von Afro­ame­ri­ka­nern. Die Stadt­re­gie­run­gen tra­gen die Erst­ver­ant­wor­tung für die jewei­li­ge Poli­zei­ein­heit. Dazu paßt kein Ras­sis­mus­vor­wurf, wie er der­zeit von der­sel­ben lin­ken Sei­te aus den Rei­hen der Demo­kra­ti­schen Par­tei und wei­ter links vor­ge­bracht wird. Es wäre ja eine Selbst­an­kla­ge. So ist es aber ganz und gar nicht gemeint, was die Heu­che­lei hin­ter dem der­zei­ti­gen Aktio­nis­mus offen­bar wer­den läßt. Kaum etwas ist in den Medi­en hin­ge­gen vom Auf­schrei des Öko­no­men und Har­vard-Pro­fes­sors Roland Ger­hard Fry­er zu lesen, selbst ein Schwar­zer, der vor weni­gen Tagen dar­auf auf­merk­sam mach­te, daß in den ver­gan­ge­nen zwei Wochen allein in Chi­ca­go 900 Schwar­ze von Schwar­zen zusätz­lich ermor­det wur­den, weil die Poli­zei, die zum Prü­gel­kna­ben des ras­si­sti­schen Anti­ras­sis­mus der Lin­ken wur­de, aus Pro­test nur mehr Dienst nach Vor­schrift macht oder gar nicht mehr. Die Fol­gen sind ein explo­si­ons­ar­ti­ger Anstieg der Ver­bre­chen aller Art, dar­un­ter hun­dert­fa­cher Mord.

Nach Homo­se­xu­el­len und Migran­ten wird die näch­ste Min­der­heit zu Bes­ser­men­schen erklärt, was nur den einen Zweck hat, die Gesell­schaft zu spal­ten und zu spren­gen und die Men­schen gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len und auf­zu­wie­geln. Jedes Mit­tel dazu scheint recht zu sein. Auch der Ras­sis­mus im Namen des Anti­ras­sis­mus.

Die Masche der radi­ka­len Lin­ken ist ewig gleich und grün­det auf Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung. Wer hat nicht die Lei­er im Ohr von aller­lei angeb­li­chen „Kon­struk­ten“, die von den Neo­mar­xi­sten seit den 70er Jah­ren rauf und run­ter gezupft wird. Die Palet­te reicht von der angeb­lich kon­stru­ier­ten Nati­on über das angeb­lich kon­stru­ier­te Volk, die angeb­lich kon­stru­ier­te Geschich­te und die angeb­lich kon­stru­ier­te Fami­lie bis zum angeb­lich kon­stru­ier­ten Geschlecht. Zum gewohn­ten Reper­toire des lin­ken Polit­kla­mauks gehört das Geschrei des Die­bes, der, zur Ablen­kung von sich selbst, am lau­te­sten „Hal­tet den Dieb“ schreit. Dabei zeigt er bevor­zugt auf jene, die ihm im Weg sind. Zwei Flie­gen auf einen Streich. Das Gefa­sel von den „Kon­struk­ten“ und von angeb­lich not­wen­di­ger „Dekon­struk­ti­on“, wie er Tei­le der Gei­stes­wis­sen­schaf­ten an den Uni­ver­si­tä­ten umtreibt, folgt die­sem Muster. Die ein­zi­gen, die wirk­lich kon­stru­ie­ren – näm­lich will­kür­lich und ohne Wirk­lich­keits­be­zug –, sind die Ver­tre­ter der ewig sub­ver­si­ven Lin­ken, deren Ziel Zer­set­zung und Zer­stö­rung ist. Selbst und viel­leicht gera­de dann, wenn sie das genaue Gegen­teil davon beteu­ert. Und allen Rechts­rech­ten, die gleich den­ken, nur unter umge­kehr­ten Vor­zei­chen, sei in Erin­ne­rung geru­fen, daß sie in Wirk­lich­keit Lin­ke sind. Der Unter­schied zwi­schen links und rechts defi­niert sich nicht nur durch die Ziel­set­zun­gen, son­dern auch durch die ange­wand­ten Mit­tel und Metho­den zu ihrer Durch­set­zung. Wer lin­ke Metho­den anwen­det, um rich­ti­ge Zie­le zu errei­chen, begibt sich auf Abwe­ge.

Hin­ter all dem Gesag­ten kri­stal­li­siert sich etwas her­aus, der Kampf gegen Recht und Ord­nung. Ein Kampf gegen die natür­li­che Ord­nung, die dem Wesen der Din­ge ent­spricht, vor allem dem Wesen des Men­schen, der kein Zufalls­pro­dukt im angeb­li­chen Cha­os des Uni­ver­sums ist. Wer Augen hat zu sehen, wird über­all und in allem eine Ord­nung erken­nen, ja sogar eine beein­drucken­de Per­fek­ti­on erah­nen. Chri­sten sind ande­ren weit vor­aus, ja über­le­gen, weil sie über eine höhe­re Erkennt­nis ver­fü­gen. Sie haben Wis­sen, wo ande­re im Dun­keln tap­pen und Rät­sel raten. Sie müs­sen sich nicht lächer­lich machen und ihr Leben lang ver­ge­bens dar­auf war­ten, daß irgend­ein Affe sich vom Baum bequemt, oder eine Amö­be sich durch einen „Gei­stes­blitz“ ent­schließt, woher die­ser auch immer kom­men soll­te, durch evo­lu­tio­ni­sti­sche Schnell­mu­ta­ti­on als Schön­heits­kö­ni­gin aus dem Was­ser zu krie­chen. Der Christ weiß, daß alles, was exi­stiert, erschaf­fen wur­de und allem Erschaf­fe­nen Per­fek­ti­on inne­wohnt, weil Gott per­fekt ist. Nicht Cha­os, son­dern Per­fek­ti­on. Die Schöp­fung ist aller­dings durch den Sün­den­fall ent­stellt, was die Gebre­chen von Mensch, Tier und Natur ins­ge­samt erklärt. Mit die­sem Rea­lis­mus aus­ge­stat­tet, einem aus­ge­präg­ten Sinn für die Wirk­lich­keit, baut der Christ am Reich Got­tes mit. Er baut auf und zer­stört nicht, auch nicht unter dem Vor­wand, durch Sub­ver­si­on, Zer­set­zung und Gewalt etwas Neu­es, vor­geb­lich Gutes schaf­fen zu wol­len – die ewig glei­che Lüge, die in Mord und Tot­schlag endet.

Es ist nur logisch, daß heu­te auch Kir­chen­ver­tre­ter in Ver­wir­rung gera­ten und sich am zer­set­zen­den Kampf betei­li­gen. Die Nach­kon­zils­zeit lie­fert dafür zahl­rei­che, schwer­wie­gen­de Bei­spie­le. Vor allem die Aus­bil­dung des Kle­rus hat unter den viel­fäl­ti­gen Para­dig­men­wech­seln gelit­ten und eine Schwä­che der Gei­stes­kraft geför­dert, die sich längst in der Aus­wahl der Bischö­fe bemerk­bar macht. Im deut­schen Sprach­raum wis­sen gläu­bi­ge Katho­li­ken ein Trau­er­lied davon zu sin­gen. Auch aktu­ell ist es nicht anders, etwa im schein­hei­li­gen Kampf gegen die Mund­kom­mu­ni­on, der gera­de unter aller­lei Aus­re­den und Vor­wand tobt. Dazu gehört als untrüg­li­ches Ver­falls­in­diz, daß sich Kir­chen­ver­tre­ter der poli­ti­schen Agen­da der Mäch­ti­gen andie­nen, anstatt auch die­sen gegen­über ihren Mis­si­ons­auf­trag zu erfül­len. Anstatt zur Umkehr zu Chri­stus zu rufen, wird zur „öko­lo­gi­schen Umkehr“ gebla­sen. Anstatt die Anbe­tung des Herrn als erha­ben­ste Hal­tung und höch­sten Aus­druck der Wirk­lich­keit und ihrer Aner­ken­nung zu för­dern, knien Bischö­fe vor einem Kri­mi­nel­len nie­der, der zum Pseu­do-Hei­li­gen Floyd kon­stru­iert wur­de. Katho­li­ken ken­nen kei­nen Ras­sis­mus. Mit der Keu­le der sub­jek­ti­ven Über­zeu­gung wird die Objek­ti­vi­tät erschla­gen. Das ist Ideo­lo­gie pur, auch wenn sie im kle­ri­ka­len Gewand des Weges kommt.

Papst Franziskus: Angelus in Coronazeiten.
Papst Fran­zis­kus: Ange­lus in Coro­na­zei­ten.

Nein, die Welt braucht kei­ne Bischö­fe und kei­ne Prie­ster, die sich als Aus­druck einer chri­stus­frei­en poli­ti­schen Agen­da um CO2 sor­gen und vor Kri­mi­nel­len nie­der­knien. Die Welt braucht, mehr denn je, Bischö­fe, Prie­ster und Gläu­bi­ge, gestan­de­ne Män­ner und Frau­en, die Zeu­gen der Wirk­lich­keit und der Ver­nunft sind. Es braucht Bischö­fe, Prie­ster und Lai­en, die im Cha­os, das immer Aus­druck des διάβολος (Diá­bo­los, Teu­fels) ist, des Durch­ein­an­der­wer­fers, Ver­wir­rers und Ver­leum­ders, wie Fel­sen in der Bran­dung ste­hen, wie unbe­irr­ba­re Leucht­tür­me, die in See­not Gera­te­ne vor dem Ertrin­ken ret­ten.

Ein Leuchtturm

Ein sol­cher Leucht­turm ist Kar­di­nal Robert Sarah, der Prä­fekt der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung. Der Pur­pur­trä­ger aus Gui­nea voll­endet heu­te sein 75. Lebens­jahr. Der­zeit ein gefähr­li­ches Alter in der Kir­che. Damit ist die büro­kra­tisch begrün­de­te Alters­gren­ze erreicht, die hohe Wür­den­trä­ger seit Paul VI. zwingt, dem Papst den Rück­tritt anzu­bie­ten. Die Ernen­nung von Kar­di­nal Sarah zum Prä­fek­ten einer der neun römi­schen Kon­gre­ga­tio­nen, die den höch­sten Rang unter den Dikaste­ri­en der Römi­schen Kurie inne­ha­ben, gehört zu den „Betriebs­un­fäl­len“ des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats. Fran­zis­kus ent­le­dig­te sich im Som­mer 2014 eines Ratz­in­ge­ria­ners. Er schick­te Kar­di­nal Anto­nio Cañi­za­res Llove­ra nach Spa­ni­en zurück, noch bevor die erste Fami­li­en­syn­ode begann. Alle Dikaste­ri­en­lei­ter waren ex offi­cio Syn­oda­len. Cañi­za­res war es dadurch nicht mehr.

Robert Kar­di­nal Sarah

Mit der Ernen­nung von Kar­di­nal Sarah zum Nach­fol­ger woll­te Fran­zis­kus Schwarz­afri­ka in sein Pon­ti­fi­kat ein­bin­den. Es soll­te die ein­zi­ge Rang­erhö­hung eines Schwar­zen auf höch­ster Kuri­en­ebe­ne blei­ben.

Seit eini­ger Zeit wird von eini­gen spe­ku­liert, von ande­ren befürch­tet, daß Fran­zis­kus den 75. Geburts­tag des Kar­di­nals, der sich als jun­ger Bischof die Spo­ren in der Ver­tei­di­gung der Kir­che gegen eine mar­xi­sti­sche Dik­ta­tur ver­die­nen muß­te, zu sei­ner Eme­ri­tie­rung nüt­zen könn­te. Der näch­ste Schritt ist unschwer abseh­bar: Die Prä­fek­ten­stel­le wird mit einem ber­go­glia­ni­schen Gefolgs­mann besetzt wer­den.

Kar­di­nal Sarah ist noch kei­ne sechs Jah­re im Amt, den­noch muß­te er die mei­ste Zeit davon als „Gefan­ge­ner“ im eige­nen Dikaste­ri­um ver­brin­gen. Papst Fran­zis­kus beließ ihn zwar im Amt, iso­lier­te ihn aber dar­in, indem er den Kar­di­nal mit einer Rei­he aus­ge­wähl­ter Mit­ar­bei­ter ein­heg­te und Sarah nicht nur igno­rier­te, son­dern öffent­lich attackier­te, etwa nach des­sen Vor­stoß im Mai 2016, zur Zele­bra­ti­ons­rich­tung Osten zurück­zu­keh­ren. Seit­her wird Sarah von Fran­zis­kus nicht mehr zu den rou­ti­ne­mä­ßi­gen indi­vi­du­el­len Audi­en­zen der Dikaste­ri­en­lei­ter emp­fan­gen (nicht zu ver­wech­seln mit den gro­ßen Audi­en­zen, die im Tages­bul­le­tin der vati­ka­ni­schen Pres­se­am­tes ver­öf­fent­licht wer­den). Als Papst Fran­zis­kus im Sep­tem­ber 2017 mit dem Motu pro­prio Magnum princi­pi­um einen mas­si­ven Ein­griff in das Kir­chen­recht vor­nahm, indem er der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on lit­ur­gi­sche Zustän­dig­kei­ten ent­zog und den Bischofs­kon­fe­ren­zen (nicht etwa den ein­zel­nen Diö­ze­san­bi­schö­fen) Auto­ri­tät für die lit­ur­gi­schen Über­set­zun­gen in die Volks­spra­chen über­trug, über­ging er Kar­di­nal Sarah als zustän­di­gen Prä­fek­ten, als wür­de er gar nicht exi­stie­ren. Das Kir­chen­ober­haupt zog statt­des­sen die Num­mer zwei der Kon­gre­ga­ti­on, Msgr. Arthur Roche, her­an. Kar­di­nal Sarah ver­such­te noch durch einen Inter­pre­ta­ti­ons­schlüs­sel ein­zu­grei­fen, indem er klar­stell­te, daß wei­ter­hin dem Hei­li­gen Stuhl die Letzt­ent­schei­dung zuste­he. Doch Fran­zis­kus wider­sprach ihm umge­hend.

Anfang des Jah­res führ­te das jüng­ste Buch des Kar­di­nals, das er gemein­sam mit Bene­dikt XVI. als Plä­doy­er für das zöli­ba­tä­re Wei­he­prie­ster­tum und gegen Bestre­bun­gen zur Zöli­bats­be­sei­ti­gung und zur Ver­tei­di­gung des Wei­he­sa­kra­ments ver­öf­fent­lich­te, bei Fran­zis­kus zu einem Wut­aus­bruch, des­sen Opfer Kuri­en­erz­bi­schof Georg Gäns­wein als Sekre­tär von Bene­dikt XVI. wur­de. Hin­ter den Kulis­sen ver­such­te San­ta Mar­ta zu ver­hin­dern, daß Bene­dikt XVI. als Co-Autor auf­scheint. Das Gewicht des ehe­ma­li­gen Pap­stes über­ragt jenes des Kar­di­nals noch um ein Viel­fa­ches. Zudem wäre es ohne den Namen des deut­schen Pap­stes leich­ter mög­lich gewe­sen, den Kar­di­nal und mit ihm das Buch zu dis­kre­di­tie­ren. Msgr. Gäns­wein ver­such­te in die­ser Zwangs­la­ge die Qua­dra­tur des Krei­ses, indem er bekräf­tig­te, daß die von Bene­dikt XVI. gezeich­ne­ten Tei­le des Buchs zu hun­dert Pro­zent von die­sem stam­men und des­sen Über­zeu­gung dar­stel­len. Zugleich beteu­er­te er, Fran­zis­kus habe nicht gegen das Buch inter­ve­niert. Es genüg­te nicht, weil Fran­zis­kus „der Barm­her­zi­ge“ damit sein Ziel nicht erreich­te: Gäns­wein wur­de als Prä­fekt des Päpst­li­chen Hau­ses beur­laubt, also fak­tisch vor die Tür gesetzt. Auch in die­sem Fall bedient sich Fran­zis­kus seit­her der Num­mer zwei, Msgr. Leo­nar­do Sapi­en­za. Kar­di­nal Sarah und Kuri­en­erz­bi­schof Gäns­wein ver­bin­det in die­ser Hin­sicht ein gemein­sa­mes Schick­sal. Bei­de sind eng mit Bene­dikt XVI. ver­bun­den, bei­de haben zwar for­mal noch ihren Posten und Titel, kön­nen ihr Amt aber fak­tisch nicht aus­üben.

Wie sehr der Kar­di­nal gekne­belt wird, zeigt sich der­zeit in dem Feld­zug zur Aus­mer­zung der Mund­kom­mu­ni­on, der unter dem lächer­li­chen Vor­wand der angeb­li­chen Coro­na­vi­rus-Bekämp­fung statt­fin­det. Die dabei welt­weit glei­che Vor­ge­hens­wei­se erlaubt kei­nen ande­ren Schluß, als daß der Anstoß dazu von San­ta Mar­ta aus­ge­gan­gen ist. Die staat­li­chen und kirch­li­chen Maß­nah­men in Sachen Coro­na­vi­rus brach­ten ein Doku­ment her­vor, das Geschich­te schrei­ben dürf­te (sie­he dies­be­züg­lich zu Kar­di­nal Sarah auch).

Wäh­rend die Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on in der Ver­gan­gen­heit, zuletzt noch im Zusam­men­hang mit der soge­nann­ten „Schwei­ne­grip­pe“, dem H1N1-Virus von 2009/2010, die Mund­kom­mu­ni­on ver­tei­dig­te und jede Form der Ver­wei­ge­rung kate­go­risch aus­schloß, ist von ihr der­zeit nichts zu hören. Dabei ist der Angriff gegen die Mund­kom­mu­ni­on, die auch von Jesus Chri­stus beim Letz­ten Abend­mahl gebraucht wur­de, radi­ka­ler und uner­bitt­li­cher als je zuvor.

Ein Nach­fol­ger von Kar­di­nal Sarah als Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on brauch­te das Nega­tiv­bei­spiel für einen bischöf­li­chen Kle­ri­ka­lis­mus nur mehr abzu­seg­nen.

Black Lives Matter andersrum?

Fran­zis­kus, der jede lin­ke Wel­le rei­tet, beeil­te sich, auch auf den Zug des ras­si­sti­schen Anti­ras­sis­mus von Black Lives Mat­ter auf­zu­sprin­gen. Hin­ter der Paro­le steht eine 2013 von den Stif­tun­gen einer Hand­voll US-Super­rei­cher initi­ier­te und finan­zier­te Orga­ni­sa­ti­on glei­chen Namens. Der größ­te Geld­ge­ber mit bis­her min­de­stens 100 Mil­lio­nen Dol­lar ist die Ford Foun­da­ti­on, der zweit­größ­te mit min­de­stens 35 Mil­lio­nen Dol­lar ist Geor­ge Soros. Black Lives Mat­ter ist kei­ne „Gras­wur­zel­be­we­gung“, son­dern von oben gewollt und gesteu­ert. „Von oben“, meint damit nicht die US-Regie­rung, son­dern ein pri­va­tes Par­al­lel­im­pe­ri­um weni­ger Super­rei­cher und ihrer Stif­tun­gen, um die sich wei­te­re Rei­che grup­pie­ren. Die Orga­ni­sa­tio­nen sind das pri­va­te Spiel­zeug die­ser Weni­gen, die selbst meist im Dun­keln blei­ben, aber – ohne sich demo­kra­ti­schen Wah­len zu stel­len – Macht und Ein­fluß aus­üben wol­len und sich die­se mit ihrem Geld zum Scha­den der All­ge­mein­heit regel­recht erkau­fen.

Es ist also zu hof­fen, daß Papst Fran­zis­kus, solan­ge er die Black-Lives-Mat­ter-Wel­le rei­tet, den ein­zi­gen schwar­zen Prä­fek­ten einer römi­schen Kon­gre­ga­ti­on nicht ent­las­sen kann. Zumin­dest vor­über­ge­hend, Stich­tag ist die US-Prä­si­dent­schafts­wahl am 3. Novem­ber, könn­te Kar­di­nal Sarah daher im Amt blei­ben. Fran­zis­kus hat ein Gespür für die poli­ti­sche Lin­ke, die ihm, je radi­ka­ler, desto sym­pa­thi­scher scheint. Er weiß, daß die Ent­las­sung eines schwar­zen Kar­di­nals auf dem Höhe­punkt eines anti-wei­ßen Ras­sis­mus sich gegen ihn selbst rich­ten und auch ihn ins Kreuz­feu­er der ras­si­sti­schen Anti­ras­si­sten brin­gen könn­te. Die Situa­ti­on ist teil­wei­se unbe­re­chen­bar gewor­den, da radi­ka­le Kräf­te von der Ket­te gelas­sen wur­den. Schnell könn­te ein über­eif­ri­ger Akti­vist und Jour­na­list den Papst beschul­di­gen, einen Schwar­zen gemobbt zu haben, da er als Wei­ßer ohne­hin unter dem Gene­ral­ver­dacht ste­he, ein „Ras­sist“ zu sein. In der Ver­gan­gen­heit, wie die Fäl­le von Bischof Bar­ros in Chi­le und Kar­di­nal McCarrick in den USA zei­gen, ver­such­te Fran­zis­kus sei­nen Weg unbe­irrt zu gehen, solan­ge es irgend­wie mög­lich ist. Auf Kri­tik bestimm­ter Medi­en, allen vor­an der New York Times, reagiert er aber hoch­sen­si­bel und vari­iert sei­nen Kurs.

Nicht weni­ge Katho­li­ken hof­fen, daß Kar­di­nal Sarah der Kir­che in sei­ner Posi­ti­on, trotz aller Ein­schrän­kun­gen, mög­lichst lan­ge erhal­ten bleibt. Man­che sehen ihn sogar als „Papa­bi­le“ für ein Pon­ti­fi­kat, um die Scher­ben von Fran­zis­kus weg­zu­räu­men.

Kardinal Robert Sarah mit Benedikt XVI. im Kloster Mater Ecclesiae
Kar­di­nal Robert Sarah mit Bene­dikt XVI. im Klo­ster Mater Eccle­siae

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/Vatican.va/Facebook (Screen­hots)

6 Kommentare

  1. ein herz­li­ches „ad mul­ros annos“ Exzel­lenz. Got­tes Segen und alles Gute.

  2. Auch ich wün­sche von gan­zem Herzen„ad mul­tos annos“. Jedes­mal, wenn ich Sarah sehe, den­ke ich, Du siehst das Gesicht eines Hei­li­gen.
    Ich hof­fe, dass er der Kir­che noch lan­ge erhal­ten bleibt.

  3. Das Man­dat des Kar­di­nals läuft aus laut der Apo­sto­li­schen Kon­sti­tu­ti­on von 1988 sind Man­da­te von Lei­tern von Kuri­en­be­hör­den nur im Aus­nah­me Fäl­len zu ver­län­gern
    Gera­de bei Em Sarah war es erfor­der­lich daß der Vati­kan ihn öffent­lich kor­ri­gier­te da der Ein­druck enstand eine Pri­vat­in­itia­ti­ve bezüg­lich der Zele­bra­ti­ons­rich­tung sei offi­zi­el­le Posi­ti­on der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on
    es wäre im Sin­ne des Pap­stes die Amts­zeit zu ver­län­gern

  4. Über den Emp­fang der hei­li­gen Kom­mu­ni­on habe ich einen sehr schö­nen Arti­kel von Kar­di­nal Brand­mül­ler gele­sen im Kath.net: Gott schreibt gut auf krum­men Zei­len. Er beschreibt wie durch die Jahr­hun­der­te die Kom­mu­ni­on prak­ti­ziert wur­de. Sehr emp­feh­lens­wert.

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