Homo-Lobby hat unter Franziskus das Kommando in der Kirche übernommen

Bilder, die wie eine Enzyklika wiegen

Papst Franziskus mit Homo-Gruppe des Erzbistums Westminster.
Papst Franziskus mit Homo-Gruppe des Erzbistums Westminster.

(Rom) Der LGBT+ Catho­lics West­min­ster Pasto­ral Coun­cil traf mit Papst Fran­zis­kus zusam­men. „Eine Begeg­nung, die wie eine Enzy­kli­ka wiegt“, so Ric­car­do Cascio­li, der Chef­re­dak­teur der Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na (NBQ). Das Pro­blem sei nicht der Emp­fang für Men­schen, mit homo­se­xu­el­len Nei­gun­gen, die im Schoß der Kir­che ver­an­kert sind, um ihre Sünd­haf­tig­keit wis­sen und damit rin­gen. Das Pro­blem ist der Emp­fang für orga­ni­sier­te Homo-Grup­pen, deren Ziel es ist, die Leh­re der Kir­che zu ändern und ihre Homo­se­xua­li­tät aus­le­ben zu wol­len.

Der Papst der Gesten

Papst Fran­zis­kus weiß, daß Gesten und vor allem über Medi­en ver­brei­te­te Bil­der die­ser Gesten mehr Wir­kung haben als tau­send Wor­te. Sein Pon­ti­fi­kat grün­det zu nicht gerin­gen Antei­len auf die­ser Erkennt­nis. Papst Fran­zis­kus ist der „Papst der Gesten“.

„Des­halb gibt es wenig zu inter­pre­tie­ren“, so Cascio­li, wenn man die herz­li­che Begrü­ßung sieht, die Fran­zis­kus den Ver­tre­tern der Homo-Gemein­de von West­min­ster gewähr­te. Fran­zis­kus kann auch ganz anders, wie der Emp­fang für US-Prä­si­dent Donald Trump zeig­te.

Die Homo-Gemein­de von West­mi­ni­ster, die von Kar­di­nal Vin­cent Nichols geför­dert wird, war bereits Gegen­stand einer Über­prü­fung durch die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, als noch Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler dort das Sagen hat­te. Die von ihm erteil­ten Anwei­sun­gen schei­nen wenig Beach­tung gefun­den zu haben.

Es waren die Homo­se­xu­el­len selbst, die freu­dig die päpst­li­che Auf­merk­sam­keit am Mon­tag bekannt­mach­ten.

Gewollte Begegnung

Die Begeg­nung fand am 6. März statt und bil­de­te den Abschluß der Pil­ger­rei­se nach Rom, die vom Jesui­ten, P. David Ste­wart, ange­führt wur­de.

Es fehl­te in Rom nicht an einer bevor­zug­ten Behand­lun­gen. Bei der Gene­ral­au­di­enz am Peters­platz erhielt die Homo-Grup­pe „pri­vi­le­gier­te Plät­ze“. Am Ende der Gene­ral­au­di­enz wur­de sie zu einer „Begeg­nung mit Papst Fran­zis­kus ein­ge­la­den“.

Gut gelaunter Papst mit „LGBT+ Catholics Westminster“
Gut gelaun­ter Papst mit „LGBT+ Catho­lics West­min­ster“

Es han­delt sich also nicht um „Zufalls­fo­tos“, die im Inter­net ver­brei­tet wur­den, son­dern um eine geplan­te Begeg­nung, die vom Hei­li­gen Stuhl gewollt war. Das wird durch die bei­gefüg­te Bot­schaft von Kar­di­nal Nichols bestä­tigt. Wenn es nicht der Papst selbst war, so wur­de die Zusam­men­kunft zumin­dest von sei­ner Entou­ra­ge wohl­wol­lend geför­dert. Mar­tin Pen­der­gast, der bekann­te Homo-Akti­vist, konn­te einem strah­len­den Papst Fran­zis­kus die Grup­pe vor­stel­len.

Ein offen­kun­di­ges „Zei­chen der Annah­me und der Mensch­lich­keit“, wie es Papst Fran­zis­kus von der Kir­che ver­langt, so Cascio­li mit iro­ni­schem Unter­ton.

Die Metho­de sei natür­lich „anstren­gend“, so der NBQ-Chef­re­dak­teur, „so zu tun, als wür­de sich nichts ändern, damit sich alles ändert“. Anstren­gend ist es für die Zeit­ge­nos­sen, die Beob­ach­ter, die Betrof­fe­nen, die Bischö­fe, die Gläu­bi­gen, zu durch­schau­en und zu ver­ste­hen, was gespielt wird. Die Metho­de bestehe dar­in, die Glau­bens­leh­re durch die Pra­xis so lan­ge aus­zu­höh­len, bis sie ent­leert ist, ohne dies je zuzu­ge­ben, je dar­über zu spre­chen und ohne je eine Begrün­dung dafür zu lie­fern. So kommt eines Tages der Augen­blick, an dem fest­ge­stellt wird, daß alles anders gewor­den ist, und nie­mand weiß oder will wis­sen, wie es dazu kom­men konn­te.

Gestern eine Sünde, heute eine Tugend?

Bis gestern war die prak­ti­zier­te Homo­se­xua­li­tät eine wider­na­tür­li­che Sün­de, ja sogar eine him­mel­schrei­en­de Sün­de, die nach der Rache Got­tes ver­langt. So lehr­te es noch der hei­li­ge Pius X. und so steht es noch heu­te im Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che (KKK, 1867). Dabei han­delt es sich nicht um die Erfin­dung eines Pap­stes. Es ist die Hei­li­ge Schrift, die es so lehrt.

Heu­te hin­ge­gen scheint Homo­se­xua­li­tät eine Tugend zu sein.

Auf wel­cher Grund­la­ge erfolg­te die­ser Wech­sel? Was hat sich ver­än­dert? Viel­leicht die Natur?

Dar­auf gibt es kei­ne Ant­wor­ten, jeden­falls nicht aus dem Vati­kan. Dort wur­de ein­fach ent­schie­den, ohne es zu sagen, ohne es zuzu­ge­ben und ohne es zu erklä­ren, daß man es jetzt ein­fach anders macht. Ein­fach so. Wer das kri­ti­siert, der – so spricht Fran­zis­kus – ist ein „Stren­ger“, ein „Geset­zes­leh­rer“, ein Para­gra­phen­rei­ter, ein stu­rer Dog­ma­ti­ker, ein „Hart­her­zi­ger“, der stei­nigt.

Die Auf­for­de­run­gen des Pap­stes, frank und frei zu reden, die Syn­oda­li­tät zu pfle­gen, erwei­sen sich bei nähe­rem Hin­se­hen schnell als wohl­fei­le Wor­te, mit denen die Fak­ten nicht mit­hal­ten.

Die Jesuitisierung der Kirche

Wesens­merk­mal des päpst­li­chen Han­delns „ist die Zwei­deu­tig­keit“, so Cascio­li.

„Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles ande­re stammt vom Bösen“ (Mt 5,37).

Die­se Auf­for­de­rung des Herrn, die das Evan­ge­li­um über­lie­fert, scheint nur mehr ein „unmög­lich“ zu ver­wirk­li­chen­des Relikt der Ver­gan­gen­heit zu sein – folgt man Papst Fran­zis­kus. Jesui­ten­ge­ne­ral Arturo Sosa wird ein­wen­den, daß es damals noch kei­ne Ton­band­ge­rä­te gab, wes­halb die­se Wor­te auch falsch tra­diert wor­den sein könn­ten. Wer wis­se das schon genau.

Man­che Kri­ti­ker spre­chen von einer Jesui­ti­sie­rung der Kir­che, und mei­nen das nicht posi­tiv.

Aus Rom hallt es anders, und vie­le plap­pern es nach: „Der Papst nimmt alle an. Alle sind wir Sün­der“. Hilft er damit den Men­schen, oder ist es bloß Anbie­de­rung um den Preis des Rela­ti­vis­mus? Es bestehe kein Zwei­fel, daß Fran­zis­kus sei­ne Gesten aus die­sem Geist des Anneh­men­wol­lens setzt, so Cascio­li.

„Die Geste hat aber auch eine objek­ti­ve Bot­schaft, und die geht weit dar­über hin­aus. Objek­tiv wird mit die­ser Geste die Sün­de legi­ti­miert.“

Die Homo-Lobby hat das Kommando in der Kirche übernommen

Der Papst begeg­ne­te am 6. März nicht ein­zel­nen Per­so­nen, denen er sich per­sön­lich zuwand­te. Er traf sich mit einer orga­ni­sier­ten Grup­pe, die ihre Homo­se­xua­li­tät für etwas Gutes und Tol­les hält und dafür wirbt. Er traf sich mit einer struk­tu­rier­ten Lob­by, die die mensch­li­che Natur leug­net und zum Ziel hat, die kirch­li­che Leh­re und die Hei­li­ge Schrift zu ändern. Letz­te­re ist noch viel deut­li­cher, was die Plä­ne Got­tes betrifft, als es grö­ßer wer­den­de Tei­le der Kir­che seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil leh­ren. Die ein­deu­ti­gen Aus­sa­gen der Hei­li­gen Schrift begin­nen mit dem Schöp­fungs­be­richt (Gen 1,27), wo es unmiß­ver­ständ­lich heißt, daß Gott den Men­schen „als Mann und Frau“ schuf.

Es wäre das Min­de­ste, den prak­ti­zier­ten Para­dig­men­wech­sel zumin­dest zu begrün­den. Hat sich Gott viel­leicht geirrt? Hat die Kir­che etwa zwei­tau­send Jah­re Fal­sches gelehrt?

„Vor sol­chen Fra­gen gibt es kein Ent­kom­men. Es kann nicht sein, daß eine Hand­lung an einem Tag Sün­de ist und am Tag danach die natür­lich­ste Sache. Das ist kei­ne Ver­tie­fung der Glau­bens­leh­re, son­dern ihre Leug­nung“, so Cascio­li.

Die vom Papst gewoll­te Begeg­nung mit der Homo-Grup­pe läßt nach­träg­lich noch bes­ser begrei­fen, war­um beim Anti-Miß­brauchs­gip­fel im Febru­ar das The­ma Homo­se­xua­li­tät gemie­den wur­de, obwohl meh­re­re Bischö­fe das Pro­blem auf­ge­wor­fen haben. Für Cascio­li ist damit eines, bes­ser gesagt, alles klar:

„Wenn es noch immer nicht klar ist: Die Homo-Lob­by hat das Kom­man­do in der Kir­che über­nom­men.“

Für jene, die zu unschul­dig im Den­ken sind, und für jene, die es nicht wahr­ha­ben wol­len, noch zwei Anmer­kun­gen, um bes­ser zu ver­ste­hen, was geschieht.

Anmerkung 1

Die eng­li­sche Homo-Grup­pe fei­er­te bei ihrem Rom-Auf­ent­halt in der Kir­che San Bar­to­lo­meo all’Isola, das Mor­gen­lob „im Geden­ken an die Opfer der Homo­pho­bie und der Trans­pho­bie“. Die Kir­che wird von der Gemein­schaft von Sant’Egidio betreut. In ihr gedenkt die Kir­che aber nicht die­ser „Opfer“, son­dern „der Mär­ty­rer unse­rer Tage“. Wenn Sie an die­ser Stel­le stut­zen, haben Sie etwas ver­stan­den.

„Ich den­ke, daß nie­mand ent­ge­hen kann, daß hier ein Ver­such im Gan­ge ist, die angeb­li­chen Opfer einer noch angeb­li­che­ren Dis­kri­mi­nie­rung mit den christ­li­chen Mär­ty­rern des 20. Jahr­hun­derts, die für ihre Lie­be zu Jesus Chri­stus getö­tet wur­den, auf eine Stu­fe zu stel­len.“

Hier fin­de eine ideo­lo­gisch moti­vier­te Ope­ra­ti­on statt, um den Ort zu pro­fa­nie­ren, der von Papst Johan­nes Paul II. zum Geden­ken an Mil­lio­nen von Katho­li­ken gedacht war, die durch die Tota­li­ta­ris­men des vori­gen Jahr­hun­derts getö­tet wur­den.

Anmerkung 2

Die Begeg­nung des Pap­stes mit der Homo-Grup­pe und deren Pres­se­er­klä­rung mach­te bekannt, daß das Erz­bis­tum West­mi­ni­ster sogar über einen „Pasto­ral­rat der LGBT+ — Katho­li­ken und Katho­li­kin­nen“ ver­fügt. Wahr­schein­lich, so Cascio­li, han­delt es dabei nicht ein­mal um einen Ein­zel­fall.

„Das heißt: In ver­schie­de­nen Diö­ze­sen wird nicht mehr die Spra­che der Kir­che gespro­chen, son­dern die der Welt. Die Gen­der-Ideo­lo­gie ist in vol­lem Umfang in die Seel­sor­ge ein­ge­drun­gen.“

In Lon­don gibt es an jedem zwei­ten und vier­ten Sonn­tag eine Mes­se für die LGBT+ in der Farm Street Church, die der Unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis geweiht ist. Die Kir­che wur­de von Kar­di­nal Nichols aus­ge­sucht. Die Mes­se zele­brie­ren Jesui­ten.

Beim Welt­fa­mi­li­en­tref­fen im August 2018 fan­den erst­mals eige­ne Homo-Pro­gramm­punk­te statt. Der „Wunsch“ kam aus­drück­lich aus Rom. Bei der Jugend­syn­ode im Okto­ber 2018 fand sich im Vor­be­rei­tungs­do­ku­ment die Homo-Selbst­be­zeich­nung LGBT. Im Schluß­do­ku­ment fehl­te er, weil der Druck der Syn­oda­len so groß war.

„Wie man aber sieht, ist die Wirk­lich­keit schon viel wei­ter. Es gibt bereits Bischö­fe und Kar­di­nä­le, die aus Über­zeu­gung oder Bequem­lich­keit sich der neu­en Dik­ta­tur ange­paßt haben und sie der gan­zen Kir­che auf­zwin­gen wol­len.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: lgbt-ca‑w (Screen­shots)

8 Kommentare

  1. Geleb­te Homo­se­xua­li­tät ist und bleibt eine him­mel­schrei­en­de Sün­de. Nie­mals geht es hier um Lie­be, son­dern immer nur um das gegen­sei­ti­ge ego­isti­sche Benut­zen des ande­ren Kör­pers unter Zer­stö­rung bei­der See­len, wei­ter um die Zer­stö­rung betei­lig­ter Fami­li­en und der Gesell­schaft, fol­gen­schwe­res Ende ist oft der Selbst­mord.

  2. Das alles ist die Fol­ge der Pro­te­stan­ti­sie­rung der Kir­che und die unse­li­ge Frucht des Öku­me­nis­mus.

    Wie sol­len wir umge­hen mit der Sün­de, wo doch alle Sün­der sind?

    Eine gute Ant­wort gibt Theo­phan der Klaus­ner in sei­ner Schrift „Weg der Ret­tung“:

    „Je öfter die­ser Fall [in die Tod­sün­de] sich wie­der­holt, desto schwä­cher wird der Ansatz zur Bes­se­rung, weil das Herz sich gewis­ser­ma­ßen an das In-die-Sün­de-Fal­len gewöhnt, und so gehen die­se Stür­ze in das Reich der all­täg­li­chen Ereig­nis­se des See­len­le­bens über.“

    Was Theo­phan hier anspricht, ist die Gefahr einer unmerk­lich ein­set­zen­den Pro­fa­nie­rung der Sün­de und des Sün­den­be­wusst­seins. Theo­phan schreibt:

    „Infol­ge einer sol­chen Ver­rin­ge­rung ist er [der Ansatz zur Bes­se­rung] nicht mehr län­ger, sei­nem wah­ren Cha­rak­ter ent­spre­chend, eine wir­kungs­vol­le Emp­fin­dung [im Her­zen], son­dern er nähert sich immer mehr dem Reich des Den­kens. Schließ­lich bleibt nichts ande­res mehr übrig als ein ein­fa­cher Gedan­ke, eine Erin­ne­rung.“

    Theo­phan beschreibt Schritt für Schritt den Rück­zug der Gna­de und das schwä­cher wer­den­de Gewis­sen, bis hin zur voll­stän­di­gen Abstump­fung des­sel­ben:

    „Die­ser Gedan­ke [zur Umkehr] wird noch eini­ge Zeit mit Über­ein­stim­mung akzep­tiert, dann aber nur noch gedul­det, obgleich ohne Unbe­ha­gen, doch kalt, ohne beson­de­re Auf­merk­sam­keit.“

    Es folgt eine Art Ver­kap­se­lung der Sün­de im Her­zen bis der Teu­fel das Herz ein­ge­nom­men hat und es zum Skla­ven des sinn­li­chen Bereichs gewor­den ist. Die­se Her­zens­hal­tung endet im Pro­test (Pro­te­stan­tis­mus) gegen Gott und im Ver­lust der hei­lig­ma­chen­den Gna­de.

    Das Schuld­be­wusst­sein wird dabei aus dem Her­zen in den Bereich des Den­kens abge­zo­gen und das Herz für den Reue­schmerz ver­schlos­sen. Wir sind jetzt auf der Ebe­ne der Selbst­recht­fer­ti­gung und der Argu­men­ta­ti­on, in der sich der Sün­der noch für sein Fehl­ver­ha­ten recht­fer­tigt. Spä­ter kommt es aber noch schlim­mer.

    „Danach wird er [der mah­nen­de Gedan­ke] ermü­dend, zu etwas, was man so schnell wie mög­lich bei­sei­te­le­gen muss. Dem Sün­der miss­fällt er nicht nur, son­dern er hasst ihn, er jagd ihn fort und ver­folgt ihn. Damit zusam­men­hän­gend ver­schwin­det die Über­zeu­gung, dass es not­wen­dig sei, ein bes­se­res Leben zu füh­ren. Zunächst erscheint es noch wahr­schein­lich, dass es wohl not­wen­dig wäre, sich zu ändern. Spä­ter wird auch dies von Zwei­feln erfasst, die in Form von Fra­gen über ihre ver­schie­de­nen Aspek­te erschei­nen, und schließ­lich erscheint sie [die Über­zeu­gung] immer nutz­lo­ser und äußer­li­cher.“

    Der Sün­der kommt in Hass zum Wort Got­tes und zur Kir­che, die ihm die Gebo­te Got­tes vor­hält. Er wird wütend, da er das Wort nicht mehr in sich selbst ver­neh­men kann, son­dern von außen ver­neh­men muss. Das reizt den Teu­fel der Sinn­lich­keit im eige­nen Her­zen. Der Abfall vom Glau­ben der Väter wird schließ­lich per­fekt mit der Erklä­rung des indi­vi­du­el­len Gewis­sen­spri­ma­tes, wel­ches kei­nes Lehr­am­tes, kei­ner Auto­ri­tät, kei­nes Gehor­sams mehr bedür­fe, außer dem Wor­te Got­tes in der hei­li­gen Schrift, dass sich allein nach mei­nem Gut­dün­ken aus­le­gen las­se. Dar­um ver­dreht Luther das ’scrip­tu­ra‘ der Offen­ba­rung Got­tes zum ’sola scrip­tu­ra‘: die Schrift allein wird zur Quel­le der Offen­ba­rung, das Lehr­amt muss fort­fal­len. Es wird vom Pro­te­stan­ten kei­ne Auto­ri­tät mehr gedul­det, die über dem Wort Got­tes stün­de. Kein Papst, kein begna­de­ter Heil­ger kann fort­an auf die Tra­di­ti­on ver­wei­send zur Umkehr mah­nen.

    „Am Ende fällt man die inne­re Ent­schei­dung, zu ‚leben, wie man mag – es ist in Ord­nung, auf die­se Wei­se zu leben. Alles ande­re bringt nur gro­ßen Ärger.‘ An die­ser Stel­le ist der Mensch in die Tie­fen des Bösen und der Sorg­lo­sig­keit gefal­len, sein Zustand ist nun der­sel­be, wie bei jeman­dem, der nie­mals erweckt wor­den ist.“

    Luther mau­ert das Gewis­sen gleich­sam ein und gibt dem Ruf Got­tes im Inne­ren des Her­zens den Todes­stoß, indem er jeden Klein­sten noch auf­kom­men­den Gewis­sens­biss, der dazu auf­ruft, sein Leben doch noch zu ändern, im Keim erstickt und ihn erschlägt durch das Postu­lat der sogen­at­ten ‚Sta­tu­ie­rung des Gau­bens‘ oder der ‚Sta­tu­ie­rung des Heils‘ (Heils­ge­wiss­heit). Die Agen­da von Papst Fran­zis­kus ist durch das Set­zen bestimm­ter Gesten eben­falls ein Akt der Sta­tu­ie­rung des Heils für den reue­lo­sen Sün­der. Dar­um bewegt sich Fran­zis­kus glas­klar auf der Linie Luthers. „Wir alle sind Sün­der.“ Und das war’s.

    Pro­te­stan­ti­sche Heils­ge­wiss­heit besagt: „Egal was du tust; wenn du nur glaubst, dass Jesus dein Ret­ter ist, der für dei­ne Sün­den schon im Vor­aus bezahlt hat, bist du gewiss geret­tet. Du sel­ber kannst zu dei­nem eige­nen Hei­le gar nichts tun. Du musst dich auch nicht ändern oder bes­sern, schon gar nicht kannst du dich hei­li­gen.“

    Denn der Hei­li­ge Geist ist nach Luther nie­mals im Men­schen, son­dern durch den geschenk­ten Glau­ben um ihn her­um. Der Mensch kann in die­ser bil­li­gen Heils­öko­no­mie nicht ein­mal die Ent­schei­dung dazu tref­fen umzu­keh­ren, son­dern nur sein Leben der Gna­de pas­siv über­ge­ben, eine Gna­de, die dann in einer Art Heils­au­to­ma­tis­mus unab­hän­gig von den eige­nen Wer­ken und dem eige­nen Wil­len ret­tet. Der Mensch wird bei Luther voll­stän­dig pas­siv von der Gna­de des hei­li­gen Gei­stes ergrfif­fen und ist einer Mario­net­te ähn­lich Opfer eines grau­sa­men Will­kür-Got­tes, der zum Heil oder Unheil vor­her­be­stimmt; der seg­net oder ver­dammt. Der lie­ben­de Gott im Men­schen ist Luther fremd. Allein der Geist Got­tes im Men­schen zieht, voll­bringt die Wer­ke des Heils; aber nie­mals der Geist im Men­schen. Denn der Mensch bleibt bis zu sei­nem Erden­en­de von Sün­de voll­stän­dig ver­derbt und ist zum Guten aus sich selbst her­aus völ­lig untaug­lich.

    Theo­phan gibt dies­be­züg­lich aus ortho­dox-recht­gläu­bi­ger Sicht zu beden­ken:

    „Es ist ganz deut­lich, dass die Erret­tung die­ses Men­schen in gro­ßer Gefahr ist. Got­tes Gna­de ist groß, doch es könn­te sein, dass auch sie nicht mehr in der Lage ist, bei einem sol­chen Men­schen etwas zu bewir­ken. Er ist wie der Acker­bo­den, der vie­le Male den fal­len­den Regen getrun­ken hat, doch frucht­los blieb, und so ist er vom Fluch bedroht (Heb 6,8)3.

    Der Pro­test gegen Gott ist nach Theo­phan das Ergeb­nis ver­wei­ger­ter und hin­aus­ge­scho­be­ner Umkehr. Es kommt dem Häre­ti­ker Luther nun dar­auf an, den Weg zur Umkehr durch die Beich­te abzu­schnei­den. Dies eben macht Luther, wenn er die freie mensch­li­che Schuld und Ver­ant­wort­lich­keit nicht mehr aner­kennt. Er nimmt sich sel­ber her­aus aus der Ver­ant­wort­lich­keit und Sünd­haf­tig­keit, indem er sie Gott sel­ber anla­stet. Luther sagt: „Gott sün­digt durch den Men­schen.“ Dies nutzt er als Mit­tel, um das Gewis­sen voll­ends zum Schwei­gen zu brin­gen, um in Zukunft auch ohne Gewis­sens­bis­se sün­di­gen zu kön­nen.

    Der recht­gläu­bi­ge Christ sieht in einer sol­chen Ver­mes­sen­heit bereits den tota­len Glau­bens­ab­fall, die Sün­de wider den hei­li­gen Geist, die alle Wer­ke der Laster­haf­tig­keit nach sich zieht.

    Luther war der Erz­hä­re­ti­ker schlecht­hin. Nach Prof. Dr. Joe­sef Sei­fert for­mu­lier­te Fran­zis­kus jüngst eine „Här­seie aller Häre­si­en“, in dem er alle Reli­gio­nen als gott­ge­wollt bezeich­ne­te. Damit steht er Luther um nichts nach.

    Theo­phan beschreibt auch die Ursa­chen für die ver­un­mög­lich­te Umkehr:

    „Dies ist die Fol­ge, wenn man nicht mit Aus­dau­er in einem gut aus­ge­rich­te­ten Leben – Sei­te an Sei­te mit dem Bedürf­nis nach gna­den­er­füll­tem Erwa­chen – ver­bleibt. Es soll­te sich bei allen, die es benö­ti­gen, beson­ders im Gedächt­nis ver­an­kern. Wir soll­ten zwar über die Mög­lich­keit unse­rer Bekeh­rung und Erret­tung nicht ver­zwei­feln, ganz gleich wie schwach der Ruf zu einem tugen­haf­ten Leben umzu­keh­ren auch ist, doch wir soll­ten stets furcht­sam und besorgt an die Schwä­che unse­res Zustan­des den­ken. Könn­ten wir schon so tief gesun­ken sein, dass wir bei der letz­ten Mög­lich­keit, eine gna­den­vol­le Erweckung zu erhal­ten, ange­langt sind? Könn­te es sein, dass wir alle Ein­gän­ge ver­sperrt haben, so dass die gött­li­che Gna­de, die unab­läs­sig unse­re Erret­tung wünscht, kei­ne Wir­kung mehr auf uns aus­zu­üben ver­mag? Ist dies viel­leicht das letz­te Mal, dass sich die Gna­de mit der Absicht nähert, uns zur Besin­nung zu rufen und unse­re unse­li­ge Ent­wick­lung zum Still­stand zu brin­gen? Somit soll­ten wir, so schwach ein sol­cher Ruf auch sein mag, umso schnel­ler von ihm mit aller Stand­haf­tig­keit Gebrauch machen, obgleich dies einen auf­merk­sa­men Blick erfor­dert, und uns in unse­rem Vor­ha­ben im vol­len Maß der mensch­li­chen Frei­heit bestär­ken. Es ist offen­kün­dig, dass eine sol­che Ver­stär­kung nichts ande­res ist, als sich selbst zu die­sem Suchen und zur gesuch­ten Gna­de hin zu öff­nen. Wir müs­sen uns öff­nen, denn wir sind durch unse­re Stür­ze im zuneh­men­den Maße ver­här­tet und für die Gna­de, zunächst in der einen, dann in der ande­ren Hin­sicht, unzu­gäng­lich gewor­den.“

    Für den Gefal­le­nen ist die sofor­ti­ge Umkehr erfor­der­lich. Denn solan­ge die Sün­de noch nicht zur Gewohn­heit gewor­den ist, ist auch noch der Reue­schmerz in der geöff­ne­ten See­le anwe­send. Die See­le ist noch nicht im Nebel der Sorg­lo­sig­keit ein­ge­hüllt. Dar­um will sie sogleich umkeh­ren, weiß sie doch, sie hät­te sich ein­mal in den Dienst Got­tes tre­tend, nicht mehr umblicken dür­fen zu den Sor­gen die­ser Welt. „Wer aber die Hand an den Pflug gelegt hat und sich noch umblickt, …“

    Die Irr­leh­ren (Häre­si­en) set­zen durch die in der Sün­de ver­här­te­ten genau hier an, in denen sie Ratio­na­li­sie­run­gen an die Stel­le des rei­nen Gewis­sens set­zen, die Sün­den in der See­le (im Her­zen) ver­schlie­ßen und den Men­schen samt sei­nem Bewusst­sein ganz ins Fleisch zie­hen. Nicht mehr das rei­ne Herz, son­dern das fleisch­lich gewor­de­ne Herz domi­niert jetzt all unse­re Ent­schei­dun­gen. Fak­tisch lebt der Mensch fort­an in einem Dau­er­zu­stand der Depres­si­on und ver­dräng­ten Ver­zweif­lung, der sich mit ’sor­ge­vol­ler Sorg­lo­sig­keit‘ umschrei­ben lie­ße.

    Umso mehr benö­tigt er Gesten des Zuspruchs, Bil­der, Mas­ken, Grup­pie­run­gen, Pro­test­ak­tio­nen, um von sei­ner inne­ren Höl­le abzu­len­ken.

    Wäh­rend er in den Sor­gen die­ser Welt fest gefan­gen ist, ver­lei­ten ihn die irr­leh­ren­den Stim­men des Pro­tests, die alle­samt aus der Welt kom­men, zur Sorg­lo­sig­keit gegen­über dem Umkehr­ruf im Gewis­sen.

    So geht es immer wei­ter an die Ober­flä­che, und der ehe­mals Her­zens­rei­ne wird zu einem ganz und gar äußer­li­chen und sinn­li­chen Men­schen der Begier­de. Dazu ver­hilft ihm unse­re beweg­te Welt sehr leicht.

    Er muss nun fort­an das ihn beherr­schen­de Dun­kel sei­ner See­le betäu­ben durch äuße­re Ein­drücke, Rei­sen, Erleb­nis­se, Ein­käu­fe, Genüs­se im Essen und im Sexu­el­len, usw. Und er muss immer reden, reden, reden; durch Wor­te zudecken, was sich im Gewis­sen noch regt.

    Allein mit sich zu sein ist ihm die Höl­le. Zu die­sem Außer-sich-sein ist ihm jedes Mit­tel der Selbs­recht­fer­ti­gung recht. Eine für alle ver­bind­li­che Moral­leh­re kann er nicht mehr akzep­tie­ren.

    Ich den­ke, Theo­phan trifft vor über 100 Jah­ren sehr gut, was heu­te mit den See­len — auch inner­halb der Kir­che — geschieht: Ablen­kung und Ver­füh­rung zur Sorg­lo­sig­keit gegen­über der Sün­de mit­hil­fe des unse­li­gen Gei­stes des Pro­te­stan­tis­mus!

  3. Ein sehr detail­lier­ter Arti­kel.
    Es wird jeden Tag deut­li­cher daß die Hl. Kir­che sich nicht mehr in die­sem Lotter­hau­fen befin­det son­dern in dem „Hei­li­gen Rest“.
    Gera­de das ist eine schwe­re Ver­ant­wor­tung.
    Ich bete jeden Tag daß die dort treu ihre Pflicht tun und zum Herrn ste­hen.
    Omnia instaur­a­re in chri­sto

  4. Hal­lo Herr Ber­go­glio was machen Sie da ?
    Homo­se­xua­li­tät ist eine Sün­de und die Ehe Mann und Frau vor­be­hal­ten.
    Sie soll­ten ver­su­chen die Men­schen zur Umkehr zu bewe­gen.
    Sie füh­ren so die Kir­che von Gott weg, der ändert sich wegen Ihnen nicht.
    Oder ste­hen Sie über Gott ?

  5. Der Dik­ta­tor Ber­go­glio hat geschafft in sechs Jah­ren die Kir­che zu zer­stö­ren. Abschaf­fung der Sün­de, Ver­än­de­rung des Evan­ge­li­ums, fal­scher Demut und Barm­her­zig­keit haben ihm sehr vie­le Anhän­ger der Welt gebracht. Für Umkehr und Mis­si­on hat er nichts getan. Nur die Ver­wir­rung unter den Katho­li­ken und für die Moder­ni­sten frei­en Lauf. Es ist sehr trau­rig, dass die Frei­mau­rer so gro­ße Macht in der Kir­che haben und durch den Ver­rat in den Abgrund gehen.

  6. Wenn ein Papst unter ein häre­ti­sches, ja apo­sta­ti­sches Doku­ment wie die Erklä­rung von Abu Dha­bi sei­ne Unter­schrift setzt mit dem Papst­na­men, so ist die­ses zunächst mate­ri­el­le Häre­sie, mate­ri­el­le Apost­asie. Man muß ihm bewei­sen, daß er die­ses Doku­ment in vol­lem Bewußt­sein gegen die Tra­di­ti­on der Kir­che und der Hei­li­gen Schrift in Kraft gesetzt hat. Das ist aber nicht der Fall, da eine ent­spre­chen­de For­mu­lie­rung fehlt. Die­ses ist der Beweis für den geleb­ten Marxismus,den die­ser Papst lebt!

Kommentare sind deaktiviert.