Homo-Lobby hat unter Franziskus das Kommando in der Kirche übernommen

Bilder, die wie eine Enzyklika wiegen

Papst Franziskus mit Homo-Gruppe des Erzbistums Westminster.
Papst Franziskus mit Homo-Gruppe des Erzbistums Westminster.

(Rom) Der LGBT+ Catho­lics West­min­ster Pasto­ral Coun­cil traf mit Papst Fran­zis­kus zusam­men. „Eine Begeg­nung, die wie eine Enzy­kli­ka wiegt“, so Ric­car­do Cascio­li, der Chef­re­dak­teur der Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na (NBQ). Das Pro­blem sei nicht der Emp­fang für Men­schen, mit homo­se­xu­el­len Nei­gun­gen, die im Schoß der Kir­che ver­an­kert sind, um ihre Sünd­haf­tig­keit wis­sen und damit rin­gen. Das Pro­blem ist der Emp­fang für orga­ni­sier­te Homo-Grup­pen, deren Ziel es ist, die Leh­re der Kir­che zu ändern und ihre Homo­se­xua­li­tät aus­le­ben zu wollen.

Der Papst der Gesten

Papst Fran­zis­kus weiß, daß Gesten und vor allem über Medi­en ver­brei­te­te Bil­der die­ser Gesten mehr Wir­kung haben als tau­send Wor­te. Sein Pon­ti­fi­kat grün­det zu nicht gerin­gen Antei­len auf die­ser Erkennt­nis. Papst Fran­zis­kus ist der „Papst der Gesten“. 

„Des­halb gibt es wenig zu inter­pre­tie­ren“, so Cascio­li, wenn man die herz­li­che Begrü­ßung sieht, die Fran­zis­kus den Ver­tre­tern der Homo-Gemein­de von West­min­ster gewähr­te. Fran­zis­kus kann auch ganz anders, wie der Emp­fang für US-Prä­si­dent Donald Trump zeigte. 

Die Homo-Gemein­de von West­mi­ni­ster, die von Kar­di­nal Vin­cent Nichols geför­dert wird, war bereits Gegen­stand einer Über­prü­fung durch die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, als noch Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler dort das Sagen hat­te. Die von ihm erteil­ten Anwei­sun­gen schei­nen wenig Beach­tung gefun­den zu haben. 

Es waren die Homo­se­xu­el­len selbst, die freu­dig die päpst­li­che Auf­merk­sam­keit am Mon­tag bekannt­mach­ten.

Gewollte Begegnung

Die Begeg­nung fand am 6. März statt und bil­de­te den Abschluß der Pil­ger­rei­se nach Rom, die vom Jesui­ten, P. David Ste­wart, ange­führt wurde.

Es fehl­te in Rom nicht an einer bevor­zug­ten Behand­lun­gen. Bei der Gene­ral­au­di­enz am Peters­platz erhielt die Homo-Grup­pe „pri­vi­le­gier­te Plät­ze“. Am Ende der Gene­ral­au­di­enz wur­de sie zu einer „Begeg­nung mit Papst Fran­zis­kus eingeladen“. 

Gut gelaunter Papst mit „LGBT+ Catholics Westminster“
Gut gelaun­ter Papst mit „LGBT+ Catho­lics Westminster“

Es han­delt sich also nicht um „Zufalls­fo­tos“, die im Inter­net ver­brei­tet wur­den, son­dern um eine geplan­te Begeg­nung, die vom Hei­li­gen Stuhl gewollt war. Das wird durch die bei­gefüg­te Bot­schaft von Kar­di­nal Nichols bestä­tigt. Wenn es nicht der Papst selbst war, so wur­de die Zusam­men­kunft zumin­dest von sei­ner Entou­ra­ge wohl­wol­lend geför­dert. Mar­tin Pen­der­gast, der bekann­te Homo-Akti­vist, konn­te einem strah­len­den Papst Fran­zis­kus die Grup­pe vorstellen.

Ein offen­kun­di­ges „Zei­chen der Annah­me und der Mensch­lich­keit“, wie es Papst Fran­zis­kus von der Kir­che ver­langt, so Cascio­li mit iro­ni­schem Unterton. 

Die Metho­de sei natür­lich „anstren­gend“, so der NBQ-Chef­re­dak­teur, „so zu tun, als wür­de sich nichts ändern, damit sich alles ändert“. Anstren­gend ist es für die Zeit­ge­nos­sen, die Beob­ach­ter, die Betrof­fe­nen, die Bischö­fe, die Gläu­bi­gen, zu durch­schau­en und zu ver­ste­hen, was gespielt wird. Die Metho­de bestehe dar­in, die Glau­bens­leh­re durch die Pra­xis so lan­ge aus­zu­höh­len, bis sie ent­leert ist, ohne dies je zuzu­ge­ben, je dar­über zu spre­chen und ohne je eine Begrün­dung dafür zu lie­fern. So kommt eines Tages der Augen­blick, an dem fest­ge­stellt wird, daß alles anders gewor­den ist, und nie­mand weiß oder will wis­sen, wie es dazu kom­men konnte. 

Gestern eine Sünde, heute eine Tugend?

Bis gestern war die prak­ti­zier­te Homo­se­xua­li­tät eine wider­na­tür­li­che Sün­de, ja sogar eine him­mel­schrei­en­de Sün­de, die nach der Rache Got­tes ver­langt. So lehr­te es noch der hei­li­ge Pius X. und so steht es noch heu­te im Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che (KKK, 1867). Dabei han­delt es sich nicht um die Erfin­dung eines Pap­stes. Es ist die Hei­li­ge Schrift, die es so lehrt. 

Heu­te hin­ge­gen scheint Homo­se­xua­li­tät eine Tugend zu sein. 

Auf wel­cher Grund­la­ge erfolg­te die­ser Wech­sel? Was hat sich ver­än­dert? Viel­leicht die Natur?

Dar­auf gibt es kei­ne Ant­wor­ten, jeden­falls nicht aus dem Vati­kan. Dort wur­de ein­fach ent­schie­den, ohne es zu sagen, ohne es zuzu­ge­ben und ohne es zu erklä­ren, daß man es jetzt ein­fach anders macht. Ein­fach so. Wer das kri­ti­siert, der – so spricht Fran­zis­kus – ist ein „Stren­ger“, ein „Geset­zes­leh­rer“, ein Para­gra­phen­rei­ter, ein stu­rer Dog­ma­ti­ker, ein „Hart­her­zi­ger“, der steinigt. 

Die Auf­for­de­run­gen des Pap­stes, frank und frei zu reden, die Syn­oda­li­tät zu pfle­gen, erwei­sen sich bei nähe­rem Hin­se­hen schnell als wohl­fei­le Wor­te, mit denen die Fak­ten nicht mithalten. 

Die Jesuitisierung der Kirche

Wesens­merk­mal des päpst­li­chen Han­delns „ist die Zwei­deu­tig­keit“, so Cascioli. 

„Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles ande­re stammt vom Bösen“ (Mt 5,37).

Die­se Auf­for­de­rung des Herrn, die das Evan­ge­li­um über­lie­fert, scheint nur mehr ein „unmög­lich“ zu ver­wirk­li­chen­des Relikt der Ver­gan­gen­heit zu sein – folgt man Papst Fran­zis­kus. Jesui­ten­ge­ne­ral Arturo Sosa wird ein­wen­den, daß es damals noch kei­ne Ton­band­ge­rä­te gab, wes­halb die­se Wor­te auch falsch tra­diert wor­den sein könn­ten. Wer wis­se das schon genau. 

Man­che Kri­ti­ker spre­chen von einer Jesui­ti­sie­rung der Kir­che, und mei­nen das nicht positiv. 

Aus Rom hallt es anders, und vie­le plap­pern es nach: „Der Papst nimmt alle an. Alle sind wir Sün­der“. Hilft er damit den Men­schen, oder ist es bloß Anbie­de­rung um den Preis des Rela­ti­vis­mus? Es bestehe kein Zwei­fel, daß Fran­zis­kus sei­ne Gesten aus die­sem Geist des Anneh­men­wol­lens setzt, so Cascioli. 

„Die Geste hat aber auch eine objek­ti­ve Bot­schaft, und die geht weit dar­über hin­aus. Objek­tiv wird mit die­ser Geste die Sün­de legitimiert.“

Die Homo-Lobby hat das Kommando in der Kirche übernommen

Der Papst begeg­ne­te am 6. März nicht ein­zel­nen Per­so­nen, denen er sich per­sön­lich zuwand­te. Er traf sich mit einer orga­ni­sier­ten Grup­pe, die ihre Homo­se­xua­li­tät für etwas Gutes und Tol­les hält und dafür wirbt. Er traf sich mit einer struk­tu­rier­ten Lob­by, die die mensch­li­che Natur leug­net und zum Ziel hat, die kirch­li­che Leh­re und die Hei­li­ge Schrift zu ändern. Letz­te­re ist noch viel deut­li­cher, was die Plä­ne Got­tes betrifft, als es grö­ßer wer­den­de Tei­le der Kir­che seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil leh­ren. Die ein­deu­ti­gen Aus­sa­gen der Hei­li­gen Schrift begin­nen mit dem Schöp­fungs­be­richt (Gen 1,27), wo es unmiß­ver­ständ­lich heißt, daß Gott den Men­schen „als Mann und Frau“ schuf.

Es wäre das Min­de­ste, den prak­ti­zier­ten Para­dig­men­wech­sel zumin­dest zu begrün­den. Hat sich Gott viel­leicht geirrt? Hat die Kir­che etwa zwei­tau­send Jah­re Fal­sches gelehrt? 

„Vor sol­chen Fra­gen gibt es kein Ent­kom­men. Es kann nicht sein, daß eine Hand­lung an einem Tag Sün­de ist und am Tag danach die natür­lich­ste Sache. Das ist kei­ne Ver­tie­fung der Glau­bens­leh­re, son­dern ihre Leug­nung“, so Cascioli.

Die vom Papst gewoll­te Begeg­nung mit der Homo-Grup­pe läßt nach­träg­lich noch bes­ser begrei­fen, war­um beim Anti-Miß­brauchs­gip­fel im Febru­ar das The­ma Homo­se­xua­li­tät gemie­den wur­de, obwohl meh­re­re Bischö­fe das Pro­blem auf­ge­wor­fen haben. Für Cascio­li ist damit eines, bes­ser gesagt, alles klar:

„Wenn es noch immer nicht klar ist: Die Homo-Lob­by hat das Kom­man­do in der Kir­che übernommen.“

Für jene, die zu unschul­dig im Den­ken sind, und für jene, die es nicht wahr­ha­ben wol­len, noch zwei Anmer­kun­gen, um bes­ser zu ver­ste­hen, was geschieht.

Anmerkung 1

Die eng­li­sche Homo-Grup­pe fei­er­te bei ihrem Rom-Auf­ent­halt in der Kir­che San Bar­to­lo­meo all’Isola, das Mor­gen­lob „im Geden­ken an die Opfer der Homo­pho­bie und der Trans­pho­bie“. Die Kir­che wird von der Gemein­schaft von Sant’Egidio betreut. In ihr gedenkt die Kir­che aber nicht die­ser „Opfer“, son­dern „der Mär­ty­rer unse­rer Tage“. Wenn Sie an die­ser Stel­le stut­zen, haben Sie etwas verstanden.

„Ich den­ke, daß nie­mand ent­ge­hen kann, daß hier ein Ver­such im Gan­ge ist, die angeb­li­chen Opfer einer noch angeb­li­che­ren Dis­kri­mi­nie­rung mit den christ­li­chen Mär­ty­rern des 20. Jahr­hun­derts, die für ihre Lie­be zu Jesus Chri­stus getö­tet wur­den, auf eine Stu­fe zu stellen.“

Hier fin­de eine ideo­lo­gisch moti­vier­te Ope­ra­ti­on statt, um den Ort zu pro­fa­nie­ren, der von Papst Johan­nes Paul II. zum Geden­ken an Mil­lio­nen von Katho­li­ken gedacht war, die durch die Tota­li­ta­ris­men des vori­gen Jahr­hun­derts getö­tet wurden.

Anmerkung 2

Die Begeg­nung des Pap­stes mit der Homo-Grup­pe und deren Pres­se­er­klä­rung mach­te bekannt, daß das Erz­bis­tum West­mi­ni­ster sogar über einen „Pasto­ral­rat der LGBT+ – Katho­li­ken und Katho­li­kin­nen“ ver­fügt. Wahr­schein­lich, so Cascio­li, han­delt es dabei nicht ein­mal um einen Einzelfall. 

„Das heißt: In ver­schie­de­nen Diö­ze­sen wird nicht mehr die Spra­che der Kir­che gespro­chen, son­dern die der Welt. Die Gen­der-Ideo­lo­gie ist in vol­lem Umfang in die Seel­sor­ge eingedrungen.“ 

In Lon­don gibt es an jedem zwei­ten und vier­ten Sonn­tag eine Mes­se für die LGBT+ in der Farm Street Church, die der Unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis geweiht ist. Die Kir­che wur­de von Kar­di­nal Nichols aus­ge­sucht. Die Mes­se zele­brie­ren Jesuiten.

Beim Welt­fa­mi­li­en­tref­fen im August 2018 fan­den erst­mals eige­ne Homo-Pro­gramm­punk­te statt. Der „Wunsch“ kam aus­drück­lich aus Rom. Bei der Jugend­syn­ode im Okto­ber 2018 fand sich im Vor­be­rei­tungs­do­ku­ment die Homo-Selbst­be­zeich­nung LGBT. Im Schluß­do­ku­ment fehl­te er, weil der Druck der Syn­oda­len so groß war. 

„Wie man aber sieht, ist die Wirk­lich­keit schon viel wei­ter. Es gibt bereits Bischö­fe und Kar­di­nä­le, die aus Über­zeu­gung oder Bequem­lich­keit sich der neu­en Dik­ta­tur ange­paßt haben und sie der gan­zen Kir­che auf­zwin­gen wollen.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: lgbt-ca‑w (Screen­shots)

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