Wenn man in der Kirche Handzettel gegen die Mundkommunion findet

Gedanken von Don Nicola Bux zur Kommunionspendung in Corona-Zeiten

Die letzte Kommunion des heiligen Joseph von Calasanz, Gemälde von Francisco de Goya (1819).

In Län­dern wie Spa­ni­en und Ita­li­en, wo die Mund­kom­mu­ni­on auch im Novus Ordo noch weit­ver­brei­tet ist, wird dage­gen zum Sturm gebla­sen. Anlaß sind die Coro­na-Maß­nah­men der Bischö­fe. In vie­len Län­dern wur­de die Hand­kom­mu­ni­on den Gläu­bi­gen zwangs­wei­se ver­ord­net. Die weit­ge­hen­de Uni­for­mi­tät der Richt­li­ni­en, die von den ver­schie­de­nen Bischofs­kon­fe­ren­zen erlas­sen wur­den, legen römi­sche Gene­ral­richt­li­ni­en nahe, obwohl sol­che nicht bekannt sind.

Die pro­gres­si­ve spa­ni­sche Inter­net­sei­te Reli­gi­on Digi­tal feu­er­te am 1. Mai eine Breit­sei­te gegen die Mund­kom­mu­ni­on ab. Die­se ist, was gera­de im deut­schen Sprach­raum vie­le nicht mehr wis­sen, die offi­zi­el­le Form des Kom­mu­nion­emp­fangs, wie er in der Kir­che in Gel­tung war und ist. Die Hand­kom­mu­ni­on in Nach­ah­mung einer pro­te­stan­ti­schen Pra­xis kam erst in den spä­ten 60er Jah­ren auf. Es waren die deut­schen Bischö­fe, die mit revo­lu­tio­nä­rer Arro­ganz die Zulas­sung Rom abtrotz­te. Den­noch ist die Hand­kom­mu­ni­on auch heu­te nur eine von der Kir­che gedul­de­te Aus­nah­me. Im Zuge der Coro­na-Kri­se wol­len eini­ge sie, ent­ge­gen der gesam­ten kirch­li­chen Tra­di­ti­on, zur ein­zi­gen Form des Kom­mu­nion­emp­fangs machen. Mit dem Ver­weis auf „hygie­ni­sche“ Not­wen­dig­kei­ten wer­den, wie bequem, alle theo­lo­gi­schen und pasto­ra­len Aspek­te aus­ge­klam­mert. Das Coro­na­vi­rus habe „alle Berei­che unse­res Lebens“ ver­än­dert: „Auch unser Gebet hat sich ver­än­dert, zumin­dest das lit­ur­gi­sche. Unse­re Mes­se wird nun mehr denn je im Inner­sten gelebt“, schrieb Reli­gi­on Digi­tal. Und wei­ter:

„Viel­leicht wer­den wir uns bewußt, daß die Eucha­ri­stie bei der Fuß­wa­schung beginnt und um sie kreist, bei der Soli­da­ri­tät und dem Dienst an unse­ren Brü­dern.“

Weder nach Pest und Mala­ria und auch nicht nach der Spa­ni­schen Grip­pe vor 100 Jah­ren oder der Asia­ti­schen Grip­pe vor 50 Jah­ren, die alle weit mehr, sogar viel, viel mehr Todes­op­fer for­der­ten, änder­te sich etwas an der hei­li­gen Lit­ur­gie, doch das Coro­na­vi­rus, zu des­sen Ursprung und Gefähr­lich­keit viel noch unge­klärt ist, so die apo­dik­ti­sche Ver­kün­di­gung von Reli­gi­on Digi­tal, ände­re nun alles, oder zumin­dest fast:

„Wir Gläu­bi­ge wis­sen genau, daß wir von jetzt an eini­ge unse­rer lit­ur­gi­schen Bräu­che ändern müs­sen.“

Ohne öffent­li­che Mes­se wer­de die „gei­sti­ge Kom­mu­ni­on“ emp­fan­gen und es wur­de bereits ange­kün­digt, daß bei Wie­der­zu­las­sung der öffent­li­chen Got­tes­dien­ste die Hand­kom­mu­ni­on zu prak­ti­zie­ren sei.

„Eini­ge kon­ser­va­ti­ve Krei­se ver­tei­di­gen die­sen Brauch (der Mund­kom­mu­ni­on) um jeden Preis.“

Die früh­christ­li­che Pra­xis sei die Hand­kom­mu­ni­on gewe­sen. Erst in der Karo­lin­ger­zeit sei sie durch die Mund­kom­mu­ni­on ersetzt wor­den. Als Beleg wird die Emp­feh­lung des hei­li­gen Cyr­il­lus, Bischof von Jeru­sa­lem, aus der Mit­te des vier­ten Jahr­hun­derts ange­führt, die Hän­de beim Kom­mu­nion­emp­fang zu einem Thron zu for­men. Der Schrei­ber des Reli­gi­on-Digi­tal-Arti­kels, Maciej Klein, was einen pol­nisch-deut­schen Autor ver­mu­ten läßt, ver­weist auf den Jesui­ten Klaus Schatz, der sei­nen Stu­den­ten, dar­un­ter auch Klein, an der Frank­fur­ter Jesui­ten­hoch­schu­le Sankt Geor­gen bei­gebracht habe, daß die Mund­kom­mu­ni­on nur des­halb ein­ge­führt wur­de, um halb­heid­ni­schen Ger­ma­nen ein magi­sches Eucha­ri­stie­ver­ständ­nis aus­zu­trei­ben.

Klein wei­ter:

„Heu­te wis­sen wir nicht, wann wir die Kom­mu­ni­on wie­der emp­fan­gen wer­den kön­nen. Sicher ist, daß es auf die Hand sein wird, und zwar für alle auf die Hand. Wir kön­nen von die­ser Kri­se zumin­dest pro­fi­tie­ren, um die ‚Mund­kom­mu­ni­on‘ hin­ter uns zu las­sen, eine Pra­xis, die auf eine ziem­lich archai­sche Wei­se ent­stan­den ist. Berei­ten wir den Thron unse­rer Hän­de für den Herrn, für den König… Und ver­ges­sen wir nicht, unse­re Hän­de zu benut­zen, um zu die­nen, was das Wich­tig­ste ist.“

Das Kurio­se dar­an sei, so die Inter­net­zei­tung wei­ter, daß eini­ge der zu ändern­den Bräu­che, obwohl seit Jahr­hun­der­ten in Ver­wen­dung, „gar nicht so ‚christ­lich‘ oder so hei­lig sind“. Dazu gehö­re die Mund­kom­mu­ni­on, die als ein­zi­ges Bei­spiel für die­se The­se ange­führt wird.

Reli­gi­on Digi­tal, das wich­tig­ste pro­gres­si­ve Medi­um in der spa­nisch­spra­chi­gen Welt, steht Papst Fran­zis­kus nahe. Der Chef­re­dak­teur, ein lai­sier­ter Prie­ster, wur­de vom Papst vor zwei Jah­ren mit gro­ßer Herz­lich­keit in San­ta Mar­ta emp­fan­gen, obwohl die Nach­rich­ten­sei­te zu ver­schie­de­nen The­men häre­ti­sche Posi­tio­nen ver­brei­tet.

Der Angriff gegen die Mund­kom­mu­ni­on erfolg­te ziel­ge­nau, als in den mei­sten Län­dern über Locke­run­gen dis­ku­tiert wur­de oder die Wie­der­zu­las­sung öffent­li­cher Got­tes­dien­ste unmit­tel­bar bevor­stand. Die Mund­kom­mu­ni­on sei nur „ein Brauch, den wir (durch höhe­re Gewalt) auf­ge­ben kön­nen“, so Klein.

Kuri­os ist in der Tat, daß die „Ein­füh­rung der Mund­kom­mu­ni­on“ den Deut­schen (Ger­ma­nen) ange­la­stet wird. Jenen also, die seit einem hal­ben Jahr­hun­dert deren Besei­ti­gung betrei­ben. Laut Reli­gi­on Digi­tal wur­de die Mund­kom­mu­ni­on ein­ge­führt, um „ein magi­sches Ver­ständ­nis der Eucha­ri­stie zu ver­hin­dern. Vie­le ger­ma­ni­sche Bau­ern haben die kon­se­krier­te Hostie, als sie die­se auf die Hand beka­men, ver­steckt und mit nach Hau­se genom­men, um sie ihrer kran­ken Kuh oder einem ande­ren kran­ken Haus­tier zu geben“.

Was von die­sem selt­sa­men Exkurs bleibt, ist die Tat­sa­che, daß die Mund­kom­mu­ni­on als „archai­scher Brauch“ dis­kre­di­tiert wird mit der Absicht, ihn unter dem Vor­wand des Coro­na­vi­rus (höhe­re Gewalt) für immer zu besei­ti­gen. Der Angriff von Reli­gi­on Digi­tal wur­de von einer pro­gres­si­ven Part­ner­sei­te in Ita­li­en über­nom­men und auch dort ver­brei­tet. Neben der fak­ti­schen Umset­zung der zwangs­wei­sen Hand­kom­mu­ni­on durch die Bischofs­kon­fe­ren­zen tauch­ten auch Hand­zet­tel in Kir­chen gegen die Mund­kom­mu­ni­on auf. Es steckt eini­ges System hin­ter den Bemü­hun­gen, die sich nicht allein aus „der Not her­aus“ erklä­ren las­sen.

Der Vati­ka­nist Aldo Maria Val­li lei­te­te einen sol­chen Hand­zet­tel, der im Erz­bis­tum Mai­land auf­tauch­te, an den bekann­ten Theo­lo­gen und Lit­ur­gi­ker Don Nico­la Bux wei­ter und bat ihn um eine Stel­lung­nah­me. Hier sei­ne Reak­ti­on:

Kommentar von Msgr. Nicola Bux

Wir wer­den unse­rem Herrn Jesus Chri­stus über den Skan­dal bzw. das Hin­der­nis Rechen­schaft geben müs­sen, das so vie­le Kle­ri­ker den Gläu­bi­gen mit ihrer respekt­lo­sen und sogar sakri­le­gi­schen Hal­tung gegen­über dem Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment berei­ten, ein Sym­ptom der schwe­ren Glau­bens­kri­se, die wir durch­ma­chen (Glau­bens­kri­se = Nicht­an­er­ken­nung der Gegen­wart Got­tes in der Lit­ur­gie, die wegen die­ser Gegen­wart als hei­lig bezeich­net wird).

Die Haupt­ur­sa­che ist natür­lich die Säku­la­ri­sie­rung, die laut Charles Peguy in erster Linie von Geist­li­chen aus­geht wegen ihrer über­mä­ßi­gen Beto­nung des lit­ur­gi­schen Sym­bo­lis­mus, aber noch mehr, weil wegen der Glau­bens­kri­se der Sinn für das Hei­li­ge ver­lo­ren­ge­gan­gen ist.

Teil die­ser Kri­se ist die Redu­zie­rung der Eucha­ri­stie auf eine Aus­drucks­form mensch­li­cher Soli­da­ri­tät. So wird auf dem Hand­zet­tel, der in einer Mai­län­der Pfarr­kir­che gefun­den wur­de, behaup­tet, daß „die Mund­kom­mu­ni­on eine Gewohn­heit ist, die auf­ge­ge­ben wer­den muß“, weil sie weder „christ­lich“ noch hei­lig sei, und auch, weil sie auf ein pri­mi­ti­ves Chri­sten­tum zurück­ge­he.
Die Häre­sie des Archäo­lo­gis­mus kehrt also zurück, laut der man sich aus der Anti­ke das nimmt, was einem paßt, und unbe­ach­tet läßt, was einem nicht zusagt (zum Bei­spiel die gemein­sa­me Zele­bra­ti­ons­rich­tung ad Deum von Prie­stern und Gläu­bi­gen, die apo­sto­li­schen Ursprungs ist).

Von ande­ren wird die Abschaf­fung im Namen einer angeb­lich grö­ße­ren Ansteckungs­ge­fahr des Mun­des als der Hand ver­tre­ten, dem aber nicht weni­ge Exper­ten wider­spre­chen.

Das „Bre­chen des Bro­tes“, von dem die Mes­se in der Apo­stel­ge­schich­te ihren Namen hat, bedeu­tet aber nicht, daß das Abend­mahl den Jün­gern auf die Hand gege­ben wur­de, son­dern, wie Johan­nes bezeugt (vgl. Joh 13, 26–27), von Jesus als „Bis­sen Brot, den ich ein­tau­che“, dem Judas gege­ben wur­de. Die­se Form ist unter den Ori­en­ta­len und in der Ost­kir­che noch heu­te bei der Kom­mu­ni­ons­pen­dung üblich. Ein Bis­sen ein­ge­tauch­tes Brot kann nicht auf die Hand gege­ben wer­den, son­dern nur in den Mund.

An ande­rer Stel­le haben wir als Beleg den Codex Pur­pu­re­us Ros­sa­nen­sis, ein illu­strier­tes Evan­ge­li­ar aus Rossa­no, aus dem fünf­ten Jahr­hun­dert ange­führt, also lan­ge vor der Karo­lin­ger­zeit, und anhand die­sem die nur weni­ge Jahr­zehn­te davor ergan­ge­ne Ein­la­dung des hei­li­gen Cyr­il­lus, Bischof von Jeru­sa­lem (348–386), erklärt, die Hän­de zu einem Thron zu for­men. Nicht um die Kom­mu­ni­on auf die Hand zu emp­fan­gen, wie fälsch­lich behaup­tet wird, son­dern um die so geform­te Hand direkt unter den Mund zu hal­ten und damit beim Emp­fang des eucha­ri­sti­schen „Bis­sen“ zu ver­hin­dern, daß der klein­ste Krü­mel ver­lo­ren­geht [die Emp­feh­lung des hei­li­gen Cyr­il­lus war eine Vor­weg­nah­me der Pate­ne].

Man beach­te zu die­sem The­ma auch die Kom­mu­ni­on der Apo­stel in der byzan­ti­ni­schen Iko­no­gra­phie, die wie alle ori­en­ta­li­schen Zeug­nis­se nicht etwas ex post dar­stel­len, oder die west­li­chen Zeug­nis­se wie jene des Beato Ange­li­co, von Tin­to­ret­to und ande­ren.

Die Zuschrei­bung, die der Jesu­it Schatz vor­nahm, indem er die Mund­kom­mu­ni­on erst so spät datier­te und mit dem Ein­drin­gen eines „magi­schen Eucha­ri­stie­ver­ständ­nis­ses“ unter den Gläu­bi­gen erklär­te, ist offen­sicht­lich ideo­lo­gisch moti­viert.

Der Autor des Hand­zet­tels kann nicht ein­fach igno­rie­ren, daß heu­te nicht von der Mund­kom­mu­ni­on die Gefahr einer Pro­fa­nie­rung droht – vor­aus­ge­setzt, er unter­schei­det das Hei­li­ge vom Pro­fa­nen –, son­dern von der Hand­kom­mu­ni­on. Weiß er nicht, daß es Gläu­bi­ge gibt, die, sobald sie die kon­se­krier­te Hostie auf die Hand bekom­men, sie mit­neh­men? Für wel­che Zwecke? Weiß er nicht, daß sogar die Ver­wen­dung für sata­ni­sche Riten fest­ge­stellt wur­de? Das behaup­te­te magi­sche Ver­ständ­nis, des­sen man die Mund­kom­mu­ni­on beschul­digt, ist also nicht ver­schwun­den, son­dern tritt viel­mehr im Zusam­men­hang mit der Hand­kom­mu­ni­on auf.

Zusam­men­fas­send wider­spricht sich der Ver­fas­ser des Hand­zet­tels: Nach­dem er fälsch­lich behaup­tet, daß es die Pra­xis der Mund­kom­mu­ni­on im frü­hen Chri­sten­tum nicht gege­ben habe, behaup­tet er dann, daß die­se „Pra­xis auf archai­sche Wei­se ent­stan­den ist“ und beharrt dar­auf, die Eucha­ri­stie auf einen Dienst an den Brü­dern zu redu­zie­ren. In Wahr­heit will der Autor nicht aner­ken­nen, daß Chri­stus das Sakra­ment ein­ge­setzt hat, damit wir ein Leib mit ihm wer­den, gera­de durch die Kom­mu­ni­on mit sei­nem Leib und Blut. Nur so wer­den wir sei­ne Glie­der und, soweit es auch ande­re tun, erken­nen uns als Brü­der. Das sind die agà­pe (Grie­chisch) und die cari­tas (Latein) der Chri­sten, die wah­ren Namen der Soli­da­ri­tät. Es besteht kei­ne Not­wen­dig­keit für ein Hohes Komi­tee für die mensch­li­che Brü­der­lich­keit, denn die­se folgt nur aus der Aner­ken­nung des ein­zi­gen Herrn Jesus Chri­stus, von des­sen Leib und Blut sich durch christ­li­che Initia­ti­on jene näh­ren, die sich bekeh­ren und getauft sind. So ver­steht man auch das berühm­te Axi­om: „Die Eucha­ri­stie voll­zieht die Kir­che“, und folg­lich kann die Kir­che die Eucha­ri­stie voll­zie­hen (vgl. Johan­nes Paul II., Enzy­kli­ka Eccle­sia de Eucha­ri­stia, Nr. 26).

Daher ist es trotz der Glau­bens­kri­se der unbän­di­ge Sinn für das Hei­li­ge – den das Wort mit sei­ner Mensch­wer­dung nicht aus dem Her­zen des Men­schen gelöscht, son­dern viel­mehr ver­stärkt hat –, der vie­le Prie­ster und Gläu­bi­ge drängt, es nicht zu akzep­tie­ren, die Kom­mu­ni­on mit pro­fa­nen Ein­weg­hand­schu­hen zu spen­den bzw. zu emp­fan­gen. Der Glau­be ist not­wen­dig, um den Leib und das Blut Chri­sti wahr­haf­tig und wirk­lich zu erken­nen, die sub­stan­tia­li­ter unter den Gestal­ten von Brot und Wein gegen­wär­tig sind – Erschei­nun­gen, die der hei­li­ge Tho­mas von Aquin mit dem ari­sto­te­li­schen Begriff „Akzi­den­tien“ bezeich­net –, sodaß der Zele­brant, wenn ein eucha­ri­sti­sches Teil­chen zu Boden fällt, es nicht mehr für die Kom­mu­ni­on ver­wen­det, son­dern in eine Gefäß mit Was­ser legt, wo es sich auf­löst und die Real­prä­senz endet.

Wenn es bei der gegen­wär­ti­gen Ansteckungs­ge­fahr als unzu­rei­chend ange­se­hen wer­den soll­te, die Hän­de vor der Mes­se und nach dem Offer­to­ri­um zu waschen, viel­leicht unter Zusatz von Rei­ni­gungs­mit­tel, könn­te man auf die vom Bischof in der im über­lie­fer­ten Römi­schen Ritus zele­brier­ten Mes­se ver­wen­de­ten Chi­ro­the­ken zurück­grei­fen, die mit Kreu­zen geschmück­ten Hand­schu­he aus kost­ba­rem Stoff. Er benutzt sie wäh­rend der Mes­se, nimmt sie aber ab, um das Offer­to­ri­um, die Wei­he und die Kom­mu­ni­on zu voll­zie­hen. Es ist also das genaue Gegen­teil von dem, was jetzt prak­ti­ziert wird: Alles, was benö­tigt wird (Meß­buch, Mikro­fon usw.), wird mit blo­ßen Hän­den berührt, aber zur Kom­mu­ni­on wer­den die Hand­schu­he ange­zo­gen. Das ist para­dox! Es sind vor allem die hei­li­gen Opfer­ga­ben, die der Zele­brant mit blo­ßen Hän­den berüh­ren, und die­se statt­des­sen für den Rest der Fei­er durch die Chi­ro­thek schüt­zen soll­te. Nicht nur die Bischö­fe benutz­ten Chi­ro­te­ken, auch die Prie­ster von Kol­le­gi­ats­ka­pi­teln hat­ten sie unter ihren Insi­gni­en. War­um also nicht erneut die Ver­wen­dung die­ser lit­ur­gi­schen Hand­schu­he durch Prie­ster, nicht nur durch Bischö­fe, zumin­dest in die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Zeit vor­schla­gen?

Wer kann ver­ste­hen, war­um die­se Prie­ster, die so öku­me­nisch mit den Ortho­do­xen des Ostens sind, die unnach­gie­big die Kom­mu­ni­on mit einem Löf­fel in den Mund spen­den, plötz­lich ganz und gar nicht mehr tole­rant sind und mit ihren latei­ni­schen Gläu­bi­gen (den römi­schen und den ambro­sia­ni­schen) arro­gant und unfle­xi­bel umge­hen, die kniend die Mund­kom­mu­ni­on emp­fan­gen oder ein klei­nes Lei­nen­tuch auf die Hand legen wol­len, um die Eucha­ri­stie von dort direkt in den Mund zu füh­ren. Sind nicht genau das die Bestim­mun­gen der Kir­che?
So bleibt zum Schluß nur, die­se Bestim­mun­gen mit Mut gegen­über jenen Prie­stern und Bischö­fen zu bekräf­ti­gen, ganz im Sin­ne der Wor­te von Johan­nes Paul II.

„Wer Gott fürch­tet, hat kei­ne Angst vor Men­schen.“

Nico­la Bux

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: NBQ