Der Paukenschlag – Benedikt XVI. und Kardinal Sarah: „Hände weg vom Zölibat“

„Zwei mächtige Stimmen erheben sich“



Kardinal Robert Sarah mit Benedikt XVI.: Gemeinsam haben sie eine Lanze für die Beibehaltung des priesterlichen Zölibats gebrochen.
Kardinal Robert Sarah mit Benedikt XVI.: Gemeinsam haben sie eine Lanze für die Beibehaltung des priesterlichen Zölibats gebrochen und eine Warnung an Papst Franziskus ausgesprochen.

(Rom) Das Jahr 2020 beginnt in der katholischen Kirche mit einem großen Paukenschlag. Benedikt XVI. und Kardinal Robert Sarah wenden sich in einem gemeinsamen Buch direkt an Papst Franziskus und fordern ihn auf, nicht Hand an den priesterlichen Zölibat zu legen. „Zwei mächtige Stimmen erheben sich“, titelt Le Figaro. Das Buch kommt am 15. Januar in den Buchhandel.

Sandro Magister, der ungekürte Doyen der Vatikanisten, spricht von einer „Bombe“. Zu den Hintergründen schreibt er:

„Sie haben sich getroffen. Sie haben sich geschrieben. Und haben beschlossen, das Schweigen zu brechen.“

Das Buch heißt „Des profondeurs de nos coeurs“ (Aus den Tiefen unserer Herzen) und erscheint im französischen Verlag Fayard. Der vormalige Papst und der Präfekt der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung sind sich schon länger zugetan. Jean-Marie Guénois von Le Figaro spricht von einer „tiefen spirituellen Freundschaft“. Dabei war es nicht Benedikt XVI., der den Kardinal aus Guinea an die Spitze der Kongregation stellte, sondern Papst Franziskus.

In einem Nachwort zum Buch „Die Kraft der Stille“ von Kardinal Sarah schrieb Benedikt XVI. 2017:

„Bei Kardinal Sarah ist die Liturgie in guten Händen.“

Die beiden „mächtigen Stimmen“ (Le Figaro) haben sich vereint, angetrieben von einer „seltsamen Synode“, deren Lärm, den die Medien um sie erzeugten, die „wirkliche Synode“ ersetzt habe. Gegen diesen Austausch der Synode erheben sie gemeinsam ihre Stimme und meinen damit die Gefahr eines Austausches der Lehre und der Disziplin, die sie am Horizont erkennen.

Das Buch wurde von Fayard kurz vor Weihnachten in Druck gegeben. Nun liegt es vor und ist ab Mittwoch im Buchhandel erhältlich. Die beiden hochkarätigen Autoren stecken zunächst die Koordinaten ab und vollziehen dabei eine Klarstellung. Die Amazonassynode wollte zwar über Flüsse und Wälder sprechen, doch in Wirklichkeit war sie eine „wilde Diskussion über die Zukunft des katholischen Priestertums, ob zölibatär oder nicht, und ob in Zukunft offen für Frauen“, so Magister.

Benedikt XVI. und der römische Präfekt für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, die erstrangigen Aufgabenfelder des Priesters, schieben mit ihrer Veröffentlichung den Bestrebungen modernistischer Kirchenkreise einen massiven Riegel vor. Sie stellen klar, daß der priesterliche Zölibat nicht nur ein Gesetz der Kirche, also ein menschengemachtes Gesetz ist, das auch geändert werden könne. Die Bedeutung des priesterlichen Zölibats geht viel tiefer und speist sich aus vielen höheren Quellen.

„Es wird ein ernstes Problem sein für Franziskus, eine Bresche für das verheiratete Priestertum und das Frauendiakonat zu schlagen, nachdem sein Vorgänger und ein Kardinal von so tiefer Kenntnis der Glaubenslehre und von so leuchtender Heiligkeit des Lebens wie Sarah so eindeutig und machtvoll begründet Position für den priesterlichen Zölibat bezogen haben, indem sie sich mit fast ultimativen Worten an den regierenden Papst wenden.“

Wie lauten diese „ultimativen Worte“:

„Es gibt eine ontologisch-sakramentale Verbindung zwischen dem Priestertum und dem Zölibat. Jede Reduzierung dieser Verbindung würde das Lehramt des Konzils und der Päpste Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. in Frage stellen. Ich bitte demütig Papst Franziskus uns definitiv vor einer solchen Eventualität zu schützen, indem er sein Veto gegen jede Schwächung des priesterlichen Zölibatsgesetzes einlegt.“

Diese Worte stammen von Kardinal Sarah, haben aber „die volle Zustimmung“ von Benedikt XVI., so Magister. Die Aufforderung richtet sich ausdrücklich auch gegen eine lokal begrenzte Schwächung des priesterlichen Zölibatsgesetzes, die nur „auf die eine oder andere Region beschränkt“ wäre. Wiederholt wurde gesagt, man denke aufgrund „besonderer Notwendigkeiten“ nur daran, für die noch im Amazonas-Regenwald lebenden Indios Lockerungen zu erlauben. Dem widersprechen allerdings die Absichten mehrerer Bischöfe des deutschen Sprachraumes, die bereits angemeldet haben, auch für ihre Diözesen diese Sonderregelung in Anspruch nehmen zu wollen.

Das Buch umfaßt 144 Seiten und beginnt mit einem Vorwort des französischen Journalisten und Publizisten Nicolas Diat, mit dem Kardinal Sarah bereits drei weltweit beachtete Bücher veröffentlichte. Diat ist der Herausgeber des neuen, aufsehenerregenden Buches.

Es besteht aus vier Kapiteln. Das erste Kapitel lautet: „Wovor fürchtet ihr euch?“, das von Benedikt XVI. und Kardinal Sarah gemeinsam stammt und im September 2019 verfaßt wurde.

Auch das zweite Kapitel, es stammt von Benedikt XVI. und hat einen biblischen und theologischen Zuschnitt, entstand im September und damit noch vor der Amazonassynode, die am 6. Oktober, zwei Tage nach dem Pachamama-Spektakel in den Vatikanischen Gärten, eröffnet wurde.

Beide Kapitel verdeutlichen, daß höchste Kirchenkreise, darunter der gewesene Papst Benedikt XVI., bereits im Vorfeld der Amazonassynode schwerwiegende Befürchtungen hegten, weil sie offensichtlich Kenntnis von bedenklichen Aktivitäten hinter den Kulissen hatten. Was sie wußten, besorgte sie so sehr, daß sie bereits vor Synodenbeginn zur Feder griffen.

Das dritte Kapitel „Lieben bis zum Ende“, stammt von Kardinal Sarah und ist ein „ekklesiologischer und pastoraler Blick auf den priesterlichen Zölibat“. Dieser Teil trägt das Datum vom 25. November, entstand also erst nach der Amazonassynode, an der Kardinal Sarah mit großem persönlichem Einsatz teilnahm. Als Präfekt einer römischen Kongregation war er von Amts wegen Synodale und bildete ein Gegengewicht zu einer ansonsten stark einseitig ausgewählten Schar der Synodenväter.

Das vierte und letzte Kapitel des Buches, „Im Schatten des Kreuzes“, enthält die Schlußfolgerungen der beiden Autoren und sind mit 3. Dezember datiert. Benedikt XVI. arbeitet darin vor allem „die tiefe Einheit zwischen den beiden Testamenten durch den Übergang vom Tempel aus Stein zum Tempel des Leibes Christi“ heraus. Diese Hermeneutik legt er drei biblischen Texten zugrunde, anhand derer er das christliche Verständnis des zölibatären Priestertums aufzeigt.

Der erste dieser Texte ist eine Stelle aus Psalm 16:

„Der Herr ist mein Anteil am Erbe und mein Kelch.“

Der zweite Text sind zwei Stellen aus dem Buch Deuteronomium (Dt 10,8 und 18,5–8), die Teil des zweiten Hochgebets des Novus Ordo sind:

„Wir danken dir, daß du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen.“

Gemeint ist hier der Vollzug des priesterlichen Dienstes. Um den Sinn dieser Worte zu erhellen, zitiert Benedikt XVI. fast vollständig seine Predigt, die er am 20. März 2008 im Petersdom gehalten hatte. Das war am Gründonnerstag jenes Jahres bei der Chrisammesse zur Weihe der heilige Öle, mit denen bei der Priesterweihe die Salbung erfolgt.

Benedikt XVI. sagte damals:

Zugleich ist uns der Gründonnerstag ein Anlaß, auch immer neu zu fragen: Wozu haben wir Ja gesagt? Was ist das, ein Priester Jesu Christi sein? Das 2. Hochgebet unseres Missale, wohl schon am Ende des 2. Jahrhunderts in Rom entstanden, beschreibt das Wesen des priesterlichen Dienstes mit den Worten, mit denen im Buch Deuteronomium (18, 5. 7) das Wesen des alttestamentlichen Priestertums beschrieben worden war: astare coram te et tibi ministrare. Zwei Aufgaben bestimmen danach das Wesen des priesterlichen Dienstes. Zuerst das „Stehen vor dem Herrn“. Im Buch Deuteronomium ist dies im Zusammenhang mit der vorhergehenden Bestimmung zu lesen, daß die Priester keinen Landanteil im Heiligen Land erhalten – sie leben von Gott und für Gott. Sie gehen nicht den üblichen Arbeiten nach, die für den Unterhalt des täglichen Lebens nötig sind. Ihr Beruf ist „Stehen vor dem Herrn“ – auf ihn hinzuschauen, für ihn da zu sein. Das Wort bedeutet so im letzten ein Leben in der Gegenwart Gottes und damit auch einen stellvertretenden Dienst für die anderen. So wie die anderen das Land bebauen, von dem auch der Priester lebt, so hält er die Welt auf Gott hin offen, soll mit dem Blick auf ihn hin leben. Wenn dieses Wort nun im Hochgebet der Messe unmittelbar nach der Verwandlung der Gaben, nach dem Hereintreten des Herrn in die betende Versammlung steht, so ist damit für uns das Stehen vor dem gegenwärtigen Herrn, Eucharistie als Mitte priesterlichen Lebens gemeint. Aber auch hier reicht der Radius weiter. In dem Hymnus des Stundengebets, der in der Fastenzeit die Lesehore einleitet, die einst bei den Mönchen Stunde der Nachtwache vor Gott und für die Menschen gewesen war, findet sich als eine der Aufgaben der Fastenzeit: arctius perstemus in custodia – stehen wir entschiedener auf Wache. In der syrischen Mönchstradition heißen die Mönche „die Stehenden“; Stehen war dabei Ausdruck für die Wachsamkeit. Was hier als Auftrag der Mönche angesehen war, dürfen wir mit Recht gerade auch als Ausdruck der priesterlichen Sendung und als rechte Auslegung des Deuteronomium-Wortes ansehen: Der Priester soll ein Wachender sein. Er soll Wache halten gegen die hereindrängenden Mächte des Bösen. Er soll die Welt wachhalten für Gott. Er soll ein Stehender sein: aufrecht gegenüber den Strömungen der Zeit. Aufrecht in der Wahrheit. Aufrecht im Einstehen für das Gute. Stehen vor dem Herrn muß zutiefst auch immer Einstehen für die Menschen vor dem Herrn sein, der für uns alle beim Vater einsteht. Und es muß Einstehen sein für ihn, für Christus, für sein Wort, seine Wahrheit, seine Liebe. Aufrecht muß der Priester sein, furchtlos und bereit, für den Herrn auch Schläge einzustecken, wie die Apostelgeschichte über die Apostel sagt: „Sie freuten sich, daß sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden“ (5, 41).

Kommen wir zu dem zweiten Wort, von dem das Hochgebet mit dem Text aus dem Alten Testament spricht, „vor dir zu stehen und dir zu dienen“. Der Priester muß ein Aufrechter, ein Wachender, ein Stehender sein. Dazu aber kommt dann das Dienen. Im alttestamentlichen Text hat dieses Wort wesentlich kultische Bedeutung: Den Priestern kamen all die kultischen Handlungen zu, die das Gesetz vorsah. Dieses kultische Tun wird nun freilich als Dienst, als Amt des Dienens eingestuft, und so wird ausgelegt, in welchem Geiste diese Aktivitäten geschehen müssen. In gewisser Weise wird – der Neuheit des christlichen Gottesdienstes gemäß – diese liturgische Bedeutung des Wortes „dienen“ mit der Aufnahme ins Hochgebet übernommen. Was der Priester in diesem Augenblick, in der Feier der Eucharistie tut, ist Dienen, Dienst für den Herrn und Dienst für die Menschen. Der Kult, den Christus dem Vater dargebracht hat, ist das Sichgeben für die Menschen bis zum Ende. In diesen Kult, in dieses Dienen muß der Priester eintreten. So umfaßt das Wort vom Dienen viele Dimensionen. Dazu gehört gewiß zuallererst die rechte, von innen her vollzogene Feier der Liturgie, der Sakramente überhaupt. Wir müssen die heilige Liturgie immer mehr in ihrem ganzen Wesen verstehen lernen, in ihr lebendig zu Hause sein, so daß sie Seele unseres Alltags wird. Dann feiern wir recht, dann ergibt sich die ars celebrandi, die Kunst des Feierns von selbst. In dieser Kunst darf nichts Künstliches sein. Wenn Liturgie eine zentrale Aufgabe des Priesters ist, dann heißt das auch, daß Beten für uns eine vordringliche Realität sein muß, die wir in der Schule Christi und der Heiligen aller Zeiten immer neu und tiefer lernen müssen. Weil christliche Liturgie ihrem Wesen nach auch immer Verkündigung ist, müssen wir Menschen sein, die in Gottes Wort zu Hause sind, es lieben und leben: Nur dann können wir es recht auslegen. „Dem Herrn dienen“ – priesterliches Dienen heißt gerade auch, ihn kennenlernen in seinem Wort und ihn all denen bekanntmachen, die er uns anvertraut.

Zum Dienen gehören schließlich noch zwei weitere Aspekte. Niemand ist seinem Herrn so nahe wie der Diener, der ins Privateste seines Lebens Zugang hat. Insofern bedeutet Dienen Nähe, fordert Vertrautheit. Diese Vertrautheit birgt auch eine Gefahr: Das Heilige, dem wir immerfort begegnen, wird uns gewöhnlich. Die Ehrfurcht erlischt. Wir spüren durch alle Gewohnheiten hindurch das Große, Neue, Überraschende nicht mehr, daß ER selber da ist, zu uns redet, sich uns schenkt. Dieser Gewöhnung ans Große, der Gleichgültigkeit des Herzens müssen wir immer wieder entgegentreten, immer neu unsere Armseligkeit erkennen und die Gnade, die es ist, daß ER sich so in unsere Hände gibt. Dienen bedeutet Nähe, aber es bedeutet vor allem auch Gehorsam. Der Diener steht unter dem Wort: „Nicht mein Wille geschehe, sondern der Deinige“ (Lk 22, 42). Mit diesem Wort hat Jesus auf dem Ölberg den Entscheidungskampf gegen die Sünde ausgetragen, gegen die Rebellion des gefallenen Herzens. Die Sünde Adams war es eben, daß er seinen Willen und nicht den Willen Gottes wollte. Die Versuchung der Menschheit ist es immer wieder, ganz autonom sein zu wollen, nur dem eigenen Willen zu folgen und zu meinen, erst dann seien wir frei; erst in solcher Freiheit ohne Schranken sei der Mensch ganz Mensch. Aber gerade so stellen wir uns gegen die Wahrheit. Denn die Wahrheit ist es, daß wir unsere Freiheit mit den anderen teilen müssen und nur im Miteinander frei sein können. Diese geteilte Freiheit kann wahre Freiheit dann und nur dann sein, wenn wir uns dabei in das Maß der Freiheit selbst, in den Willen Gottes hineinstellen. Dieser grundlegende Gehorsam, der zum Menschsein gehört – einem Sein nicht aus sich selbst und nur für sich selbst – wird beim Priester noch konkreter: Wir verkündigen nicht uns selbst, sondern IHN und sein Wort, das wir uns nicht selber ausdenken konnten. Wir verkünden sein Wort recht nur in der Gemeinschaft seines Leibes. Unser Gehorsam ist Mitglauben mit der Kirche, Mitdenken und Mitsprechen mit der Kirche, Dienen mit ihr. Dazu gehört dann auch immer wieder, was Jesus dem Petrus vorhergesagt hat: Du wirst geführt werden, wohin du nicht wolltest. Dieses Sich-führen-Lassen wohin wir nicht wollten, ist eine wesentliche Dimension unseres Dienens, und gerade dies macht uns frei. In solchem Geführtwerden, das gegen unsere Vorstellungen und Pläne stehen kann, erfahren wir das Neue – den Reichtum der Liebe Gottes.

„Vor ihm stehen und ihm dienen“: Jesus Christus als der wahre Hohepriester der Welt hat diesen Worten eine Tiefe gegeben, die vorher nicht geahnt werden konnte. Er, der als der Sohn der Herr war und ist, er wollte der Knecht Gottes werden, den die Vision des Jesaja-Buches vorhergesehen hatte. Er wollte der Diener aller sein. Er hat das Ganze seines Hohepriestertums dargestellt in der Gebärde der Fußwaschung. Er wäscht mit seiner Gebärde der Liebe bis ans Ende unsere schmutzigen Füße, reinigt uns mit der Demut seines Dienens von der Krankheit unseres Hochmuts. So macht er uns fähig zur Tischgemeinschaft mit Gott. Er ist abgestiegen, und der wahre Aufstieg des Menschen geschieht nun dadurch, daß wir mit ihm und zu ihm absteigen. Seine Erhöhung ist das Kreuz. Es ist der tiefste Abstieg und als Liebe bis ans Ende zugleich der höchste Punkt des Aufstiegs, die wahre „Erhöhung“ des Menschen. „Vor ihm stehen und ihm dienen“ – das bedeutet nun, in seine Berufung als Knecht Gottes einzutreten. Eucharistie als Gegenwart von Christi Abstieg und Aufstieg weist so immer über sich hinaus zu den vielfältigen Weisen des Dienstes der Nächstenliebe. Bitten wir den Herrn an diesem Tag, daß er uns schenkt, in diesem Sinne neu unser Ja zu seinem Ruf zu sagen: „Hier bin ich. Sende mich, Herr“ (Jes 6, 8). Amen.

Die dritte Stelle aus der Bibel, die Benedikt XVI. für den priesterlichen Zölibat heranzieht, sind die Worte Jesu im Johannesevangelium 17,17:

„Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“

Das neue Buch ist eine ernste Mahnung an Papst Franziskus. Es macht es ihm geradezu unmöglich, den priesterlichen Zölibat zu schwächen und aufzuweichen – eine Forderung der kirchlichen 68er-Bewegung seit den Zeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils –, ohne daß der Bruch mit seinem Vorgänger offensichtlich wäre.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL/Fayard

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20 Kommentare

  1. Das sind gute Worte von Benedikt:

    „Stehen vor dem Herrn“ – auf ihn hinzuschauen, für ihn da zu sein. Das Wort bedeutet so im letzten ein Leben in der Gegenwart Gottes und damit auch einen stellvertretenden Dienst für die anderen.“

    Dieses stehen drückt sich in vorzüglicher Weise im alten Messritus aus.

    Pastoral zeigt sich dies am Beispiel der Priester Pater Pio, dem Pfarrer von Ars, dem Mönch Leopold Mandic.

    Stehen in der Leuchtkraft Gottes ist das Wesen des Priestertums. Priestersein heißt stehen in Jesus, mit Jesus, durch Jesus (durch Gott).

    Solange man nicht zum alten Messritus zurückfindet, wird auch der Zölibat unter Dauerbeschuss stehen.

    Einzig erkannt hat dies Erzbischof Lefebvre.

    So erfreulich die Wort Sarahs und Benedikts auch sind: Sie kommen

    1. viel zu spät und verschleiern

    2. die Tatsache, dass gerade Kardinal Ratzinger dies über Jahrzehnte nicht hat erkennen wollen, und

    3. dass gerade er es war, der gegen Lefebvre im Namen Johannes Pauls II. oppiniert hat, und von der Piusbruderschaft die Zelebration des neuen Messritus als Zeichen der Einheit eingefordert hat.

    Benedikt steht an der Reling eines sinkenden Schiffes mit Namen Konzilskirche.

    Ihm steht das Wasser bis zum Hals und jetzt ruft er SOS, was er viel viel früher hätte tun müssen.

    Die Masse wird Papst Franziskus in den Untergang der Zölibatsaufhebung führen, da das Sprach- und Meinungsorgan des Vatikans die weltlichen Medien sind, und nicht die Disziplin und Heiligkeit ihrer Priester.

    Das Wort Medien, der sich die Kirche bedient, bekommt hier die Hauptbedeutung von ‚Medium‘. Sozialistisch-kommunistische Medienorgane werden geleitet von den Geistern der Bosheit, Täuschung und Verwirrung.

  2. Mit tiefer Dankbarkeit erfahre ich hier von dem von Papst Bendikt XVI und Kardinal Sarah geschrieben Buch.Das Buch ist das Bekenntnis zur Wahrheit und ist geschrieben in dem Sinne: „Du sollst Gott mehr gehorchen, als den Menschen“.

  3. 1.) Leider bin ich des Französischen nicht mächtig. Ich hoffe daher auf eine baldige deutschsprachige Ausgabe des Buches.
    2.) Welch brennende Sorge um die Kirche muss Papst em. Benedikt XVI. umtreiben, dass er sich nun schon zum wiederholten Mal gezwungen sieht, sein beim Amtsverzicht abgelegtes Schweigegelübde zu brechen!
    3.) Kurienkardinal Sarah schützt vor der Entlassung als Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vermutlich nur noch der Umstand, dass ihn Franziskus selbst in diese Funktion berufen hat. Im Unterschied zum längst „gefeuerten“ Ex-Präfekten der Glaubenskongregation Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

  4. In unseren Breiten sind verheiratete Priester nicht notwendig, da wir wohl alle die Möglichkeit haben, mit Auto, Bus und Straßenbahn zur nächsten Kirche zu fahren, in der eine heilige Messe gefeiert wird. Und wer dazu keine Gelegenheit hat, den kann man ja dann auch im Auto mitnehmen.
    Im Amazonas und vielleicht auch in dem ein oder anderen Gebiet der Erde ist es für die dort lebenden Christen am Ende nicht möglich, mal schnell zur nächsten heiligen Messe zu fahren. Und da frage ich mich, was für das Heil der Seelen der Menschen dort wohl förderlicher ist: der zölibatäre Priester, der nur 2 mal im Jahr kommen kann um die Sakramente zu spenden oder die Möglichkeit zur Mitfeier einer heiligen Messe, zelebriert von einem verheirateten, aber erlaubt und gültig geweihten Mann? Ist der Zölibat wichtiger als das Seelenheil der Menschen? Sind Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. dort aktiv und geben den Christen die Möglichkeit zur Feier der heiligen Messe? Beurteilen wir das alles nicht viel zu sehr nur von unserer Situation und unserem Standpunkt aus? Ist der Satz im Artikel „… nachdem sein Vorgänger und ein Kardinal von so tiefer Kenntnis der Glaubenslehre und von so leuchtender Heiligkeit des Lebens wie Sarah…“ nicht etwas arg sonderbar? Vorsicht bei Heiligsprechungen zu Lebzeiten, oder?

    • Eher wem Ehre gebührt.
      Ich habe kein Problem damit, zwei edle Menschen als heiligmäßig zu sehen.
      Außerdem sehe ich das Wesen des Zölibats, die Enthaltsamkeit schon im Judentum fixiert.
      Verstehen heißt erkennen wollen.

      • Ich habe auch kein Problem damit, zwei edle Menschen als heiligmäßig zu sehen.
        Die Bezeichnung von der „leuchtenden Heiligkeit“ finde ich dennoch sehr überzogen.
        Ob der Herr Kardinal selbst wohl mit dieser Formulierung sein Leben betreffend einverstanden ist?
        Ob die Christen im Amazonasgebiet, wenn es möglicherweise von der Anzahl her auch nicht allzu viele sind, nicht unter Gewissensnöten durch die fehlenden Priester und damit den nur sehr selten möglichen Sakramentenempfang leiden? Gerade auch wenn es ans Sterben geht? Keine Krankensalbung, keine heilige Beichte, keine heilige Kommunion als Wegzehr zur letzten Reise. Ist das denn alles egal und der Zölibat höherstehend als das Seelenheil der Menschen? Die orthodoxen Priester dürfen heiraten, die zur katholischen Kirche konvertierten Pastoren der evangelischen Kirche können dann trotz Ehe als katholische Priester wirken. Hat Papst Benedikt selbst nicht diese Möglichkeit für ehemalige anglikanische Geistliche geschaffen? Sind das dann alles Priester 2. Klasse und die von ihn gespendeten Sakramente weniger heilbringend?

        • Es wäre überhaupt kein Problem, von den über 13 000 Priestern in Deutschland 100 abzuziehen. Aber Franziskus will ja keine Mission aus Europa. Stattdessen sollen die Europäer ihre Grenzen für alles und jedes öffnen, und nicht einmal zwischen guten und bösen Migranten/Wirtzschaftsflüchltlingen öffnen.

          Und: natürlich ist der Zölibat der Ostkirche ein Zölibat zweiter Klasse, da er eindeutig und nachweisbar von der Lehre und Disziplin der Kirche abweicht.

          Ein Priester hat ein Gottgeweihter zu sein; und sonst gar nichts.

        • Sie betreiben Falschmünzerei zum eigenen Hausgebrauch, indem sie zwei Phänomene, die per se nicht das geringste miteinander zu tun haben, dennoch miteinander vermantschen. Einmal zudem gesetzt den Fall, beides hätte miteinander dennoch etwas zu schaffen, dann müßten sich, nach allen Regeln der Logik, die Protestanten vor Zulauf kaum schützen können, denn bekanntlich verheiraten sich deren Prediger ja schon seit und je. Wäre das Attribut „leer“ steigerbar, dann muß man ja, gemessen an der Realität, konstatieren, daß evangelische Häuser noch „leerer“ in der Landschaft herumstehen als diejenigen der Konzilskirche.
          Ein typisches Phänomen, neben den falschen Konzilssaussagen, ist die Laxheit. Ja, auch zu früheren Zeiten hat es verheiratete, vormals protestantische Prediger mit Familie gegeben, die irgendwann dennoch zur Heiligen Kirche gefunden haben, vor allem und zusätzlich getragen von der Vokation zum Priestertum. Warum auch immer. Die Heilige Kirche hat solche Fälle aus gutem Grund immer sehr genau geprüft. Natürlich war auch immer schon das Kindeswohl mit im Vordergrund gestanden; schließlich ist jedes Kind ein von Gott gewolltes Geschöpf und hat sein Recht auf seine Eltern. Fast immer jedoch wurde dann von den Aspiranten verlangt, mit der Ehefrau künftig wie „Bruder und Schwester“ zusammenzuleben; ein guter Kompromiß, der natürlich von allen Beteiligten vor Gott getragen werden mußte. Freilich wurde das nicht kontrolliert, genau so wenig, wie jemand, der sich widerrechtlich eine konsekrierte Hostie angeeignet hat. Sakramentsbrecher mögen wohl feixen, weil sie dem Irrtum erliegen, sie hätten den Priester übertölpelt. Der menschliche Priester ist jedoch lediglich ein Werkzeug Unseres Herrgott Jesu Christi – und den Ewigen Hohepriester kann man ja bekanntlich nicht übertölpeln…
          Deutschland, wie auch der gesamte Okzident, ist wieder zum Missionsgebiet geworden. Zu früheren Jahren war es normal, daß oftmals jahrelang kein Priester kommen konnte, um die Sakramente zu spenden. Trotzdem hat gerade dort der Gaube an Unseren Herrgott überlebt. Das beste Beispiel, welches mir hierzu einfällt, ist ein Hochtal in Tibet. Schon rein geographisch ist es schwer zugänglich, und die politische Situation der Kommunisten-Herrschaft tut ihr übriges. Seit über 80 Jahren ist dort kein Priester mehr gewesen; die Menschen dort haben nicht einmal das Zweite Vatikanum mitbekommen. Wie auch immer: Sie halten unerschütterlich an ihrem Glauben fest, und gerade die Armut läßt sie in Glaubenstreue ausharren. Die Situation bringt es mit sich, daß sie natürlich auch keine Sakramente empfangen können. Schreiber wie Sie, die so unerträglichen Blödsinn von sich geben, lassen eklatant unter den Tisch fallen, daß Menschen wie jene in Tibet oder Brasilien, die weder Schuld noch Verantwortung an der äußeren Lage tragen, gemäß ihrer Begierde gültig die Begierde-Sakramente empfangen. Die Menschen dort wissen das.
          Sie referieren also allen Ernstes über Seelenheil und „Heiligkeit“? Ja? Das nächste Mal fällt mir ganz gewiß etwas ein zur Scheinheiligkeit…
          Mir ist freilich klar, daß all die aus den USA stammenden Sekten der Evangelikalen, die sich in ganz Lateinamerika so erfolgreich ausbreiten, sich in vielerlei Hinsicht nicht mit den deutschen Protestanten vergleichen lassen: Abtreibung, „Homo-Ehe“, Genderismus und Ehescheidungen werden dort strikt abgelehnt. Höchstwahrscheinlich genau deswegen haben sie so enormen Zulauf, und die laxe, laue und wurschtig gewordene Konzilskirche treibt ihnen die Menschen gerade zu.
          Nicht ansatzweise vermag ich zu ergründen, was Benedikt zu solcherart wahren Worten getrieben hat; an der heutigen, postkonziliaren Misere trägt er ja Mitschuld und Mitverantwortung. Während seines langen Lebens hätte er schon früher ausreichend Zeit und Gelegenheit gehabt, Unseren Herrgott Jesus Christus zu verteidigen. Aber gut.

          In Cristo per Mariam. +

          Carlosmiguel

    • Was den Amazonas betrifft, aus sicherer Quelle weiß ich, dass wenn ein Priester in diese Gegend reist, er nur das Visum bekommt, wenn er garantiert in Amazonien nicht zu missionieren, weil das Weltkulturerbe sei.
      Es scheint also, dass Amazonien seit längerer Zeit vorbereitet wurde, der Katholik stört.

      Wie soll man ohne Zölibat das heilige Messopfer darbringen?
      Nur so kann man für das notwendige Seelenheil sorgen.
      Ansonsten sind das protestantische Zustände und alles zerfällt, weil es eben leer ist.
      Je reiner der Priester, desto größer seine Macht. Man denke daran, wie Dämonen den Exorzisten auslachen und seine Sünden aufzählen, wenn dieser nicht rein ist. Schließlich ist er mit Gott „verheiratet“ und Ehebruch ist eine Todsünde.

  5. Jubelt, ihr Lande, dem Herrn. Alle Enden der Erde schauen Gottes Heil.

    Der Druck auf den sog. synodalen Weg sollte von Seiten der gläubigen Katholiken verstärkt werden. Bis 23. Januar kann sich jedermann einbringen, bisher haben dies etwa 940 Leute getan.
    Unter synodalerweg.de kann zu den vorgesehenen Themen Stellung genommen werden (Ihre Stimme zum synodalen Weg)darunter drei Fragen zur priesterlichen Existenz. Papst Benedikt XVI. hat durch seine Predigten viele Steilvorlagen gegeben.

    Das Unverständnis der Betreiber dieses unseligen Ereignisses in Frankfurt, sollte nicht ohne katholische Stimmabgabe bleiben. Allein die Tatsache dass während der Tagungsperiode am 31.01. um 19 Uhr im Frankfurter Liebfrauendom, eine vom Stadtdekan stark geförderte Sondervorstellung Maria 2.0, mit Kampffaust von Kind und Frau beworben, stattfindet, sollte ein Ansporn sein.

    https://www.dom-frankfurt.de/aktuelles/veranstaltungen/liturgie/gottesdienst-maria-20-frankfurt

  6. Endlich zwei Hirten, die fuer dem Herrn Zeugnis ablegen, Dank sei Gott. Bei kathnet: Chefredakteur vom Domradio versucht, sein krankes Denken und das widerliche Domradio anzupreisen, eine Schande fuer Deutschland ind besonders fuer Kardinal Woelki. Solange diesem Domradio erlaubt ist, die Kirche abzureissen, moechte ich von Kardinal Woelki nichts hoeren.

  7. An mk In „unseren Breiten“ wurde in Berlin ein glaeubiger Priester aus einer grossen Gemeinde vor zwei Tagen verabscbiedet in die „Arbeitslosigkeit“, konnten endlich Hl. Messen ausfallen.

  8. Das erinnert alles sehr an Patriarch Athenagoras von Konstantinopel, der auch Paul VI. beschwor, die Heilige Liturgie nicht anzutasten. Es geschah trotzdem und zwar massiv, und das, obwohl sie weit wichtiger ist als der Zölibat.

    Das betone ich bewusst. Die Zölibatspflicht wird ja auch innerhalb der Katholischen Kirche nicht überall so gehandhabt wie generell in ihrem Lateinischen Teil – und das seit Jahrhunderten.

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