Der Paukenschlag – Benedikt XVI. und Kardinal Sarah: „Hände weg vom Zölibat“

„Zwei mächtige Stimmen erheben sich“

Kardinal Robert Sarah mit Benedikt XVI.: Gemeinsam haben sie eine Lanze für die Beibehaltung des priesterlichen Zölibats gebrochen.
Kardinal Robert Sarah mit Benedikt XVI.: Gemeinsam haben sie eine Lanze für die Beibehaltung des priesterlichen Zölibats gebrochen und eine Warnung an Papst Franziskus ausgesprochen.

(Rom) Das Jahr 2020 beginnt in der katho­li­schen Kir­che mit einem gro­ßen Pau­ken­schlag. Bene­dikt XVI. und Kar­di­nal Robert Sarah wen­den sich in einem gemein­sa­men Buch direkt an Papst Fran­zis­kus und for­dern ihn auf, nicht Hand an den prie­ster­li­chen Zöli­bat zu legen. „Zwei mäch­ti­ge Stim­men erhe­ben sich“, titelt Le Figa­ro. Das Buch kommt am 15. Janu­ar in den Buch­han­del.

San­dro Magi­ster, der unge­kür­te Doy­en der Vati­ka­ni­sten, spricht von einer „Bom­be“. Zu den Hin­ter­grün­den schreibt er:

„Sie haben sich getrof­fen. Sie haben sich geschrie­ben. Und haben beschlos­sen, das Schwei­gen zu bre­chen.“

Das Buch heißt „Des pro­fon­deurs de nos coeurs“ (Aus den Tie­fen unse­rer Her­zen) und erscheint im fran­zö­si­schen Ver­lag Fay­ard. Der vor­ma­li­ge Papst und der Prä­fekt der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung sind sich schon län­ger zuge­tan. Jean-Marie Gué­nois von Le Figa­ro spricht von einer „tie­fen spi­ri­tu­el­len Freund­schaft“. Dabei war es nicht Bene­dikt XVI., der den Kar­di­nal aus Gui­nea an die Spit­ze der Kon­gre­ga­ti­on stell­te, son­dern Papst Fran­zis­kus.

In einem Nach­wort zum Buch „Die Kraft der Stil­le“ von Kar­di­nal Sarah schrieb Bene­dikt XVI. 2017:

„Bei Kar­di­nal Sarah ist die Lit­ur­gie in guten Hän­den.“

Die bei­den „mäch­ti­gen Stim­men“ (Le Figa­ro) haben sich ver­eint, ange­trie­ben von einer „selt­sa­men Syn­ode“, deren Lärm, den die Medi­en um sie erzeug­ten, die „wirk­li­che Syn­ode“ ersetzt habe. Gegen die­sen Aus­tausch der Syn­ode erhe­ben sie gemein­sam ihre Stim­me und mei­nen damit die Gefahr eines Aus­tau­sches der Leh­re und der Dis­zi­plin, die sie am Hori­zont erken­nen.

Das Buch wur­de von Fay­ard kurz vor Weih­nach­ten in Druck gege­ben. Nun liegt es vor und ist ab Mitt­woch im Buch­han­del erhält­lich. Die bei­den hoch­ka­rä­ti­gen Autoren stecken zunächst die Koor­di­na­ten ab und voll­zie­hen dabei eine Klar­stel­lung. Die Ama­zo­nas­syn­ode woll­te zwar über Flüs­se und Wäl­der spre­chen, doch in Wirk­lich­keit war sie eine „wil­de Dis­kus­si­on über die Zukunft des katho­li­schen Prie­ster­tums, ob zöli­ba­tär oder nicht, und ob in Zukunft offen für Frau­en“, so Magi­ster.

Bene­dikt XVI. und der römi­sche Prä­fekt für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, die erst­ran­gi­gen Auf­ga­ben­fel­der des Prie­sters, schie­ben mit ihrer Ver­öf­fent­li­chung den Bestre­bun­gen moder­ni­sti­scher Kir­chen­krei­se einen mas­si­ven Rie­gel vor. Sie stel­len klar, daß der prie­ster­li­che Zöli­bat nicht nur ein Gesetz der Kir­che, also ein men­schen­ge­mach­tes Gesetz ist, das auch geän­dert wer­den kön­ne. Die Bedeu­tung des prie­ster­li­chen Zöli­bats geht viel tie­fer und speist sich aus vie­len höhe­ren Quel­len.

„Es wird ein ern­stes Pro­blem sein für Fran­zis­kus, eine Bre­sche für das ver­hei­ra­te­te Prie­ster­tum und das Frau­en­dia­ko­nat zu schla­gen, nach­dem sein Vor­gän­ger und ein Kar­di­nal von so tie­fer Kennt­nis der Glau­bens­leh­re und von so leuch­ten­der Hei­lig­keit des Lebens wie Sarah so ein­deu­tig und macht­voll begrün­det Posi­ti­on für den prie­ster­li­chen Zöli­bat bezo­gen haben, indem sie sich mit fast ulti­ma­ti­ven Wor­ten an den regie­ren­den Papst wen­den.“

Wie lau­ten die­se „ulti­ma­ti­ven Wor­te“:

„Es gibt eine onto­lo­gisch-sakra­men­ta­le Ver­bin­dung zwi­schen dem Prie­ster­tum und dem Zöli­bat. Jede Redu­zie­rung die­ser Ver­bin­dung wür­de das Lehr­amt des Kon­zils und der Päp­ste Paul VI., Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. in Fra­ge stel­len. Ich bit­te demü­tig Papst Fran­zis­kus uns defi­ni­tiv vor einer sol­chen Even­tua­li­tät zu schüt­zen, indem er sein Veto gegen jede Schwä­chung des prie­ster­li­chen Zöli­bats­ge­set­zes ein­legt.“

Die­se Wor­te stam­men von Kar­di­nal Sarah, haben aber „die vol­le Zustim­mung“ von Bene­dikt XVI., so Magi­ster. Die Auf­for­de­rung rich­tet sich aus­drück­lich auch gegen eine lokal begrenz­te Schwä­chung des prie­ster­li­chen Zöli­bats­ge­set­zes, die nur „auf die eine oder ande­re Regi­on beschränkt“ wäre. Wie­der­holt wur­de gesagt, man den­ke auf­grund „beson­de­rer Not­wen­dig­kei­ten“ nur dar­an, für die noch im Ama­zo­nas-Regen­wald leben­den Indi­os Locke­run­gen zu erlau­ben. Dem wider­spre­chen aller­dings die Absich­ten meh­re­rer Bischö­fe des deut­schen Sprach­rau­mes, die bereits ange­mel­det haben, auch für ihre Diö­ze­sen die­se Son­der­re­ge­lung in Anspruch neh­men zu wol­len.

Das Buch umfaßt 144 Sei­ten und beginnt mit einem Vor­wort des fran­zö­si­schen Jour­na­li­sten und Publi­zi­sten Nico­las Diat, mit dem Kar­di­nal Sarah bereits drei welt­weit beach­te­te Bücher ver­öf­fent­lich­te. Diat ist der Her­aus­ge­ber des neu­en, auf­se­hen­er­re­gen­den Buches.

Es besteht aus vier Kapi­teln. Das erste Kapi­tel lau­tet: „Wovor fürch­tet ihr euch?“, das von Bene­dikt XVI. und Kar­di­nal Sarah gemein­sam stammt und im Sep­tem­ber 2019 ver­faßt wur­de.

Auch das zwei­te Kapi­tel, es stammt von Bene­dikt XVI. und hat einen bibli­schen und theo­lo­gi­schen Zuschnitt, ent­stand im Sep­tem­ber und damit noch vor der Ama­zo­nas­syn­ode, die am 6. Okto­ber, zwei Tage nach dem Pach­a­ma­ma-Spek­ta­kel in den Vati­ka­ni­schen Gär­ten, eröff­net wur­de.

Bei­de Kapi­tel ver­deut­li­chen, daß höch­ste Kir­chen­krei­se, dar­un­ter der gewe­se­ne Papst Bene­dikt XVI., bereits im Vor­feld der Ama­zo­nas­syn­ode schwer­wie­gen­de Befürch­tun­gen heg­ten, weil sie offen­sicht­lich Kennt­nis von bedenk­li­chen Akti­vi­tä­ten hin­ter den Kulis­sen hat­ten. Was sie wuß­ten, besorg­te sie so sehr, daß sie bereits vor Syn­oden­be­ginn zur Feder grif­fen.

Das drit­te Kapi­tel „Lie­ben bis zum Ende“, stammt von Kar­di­nal Sarah und ist ein „ekkle­sio­lo­gi­scher und pasto­ra­ler Blick auf den prie­ster­li­chen Zöli­bat“. Die­ser Teil trägt das Datum vom 25. Novem­ber, ent­stand also erst nach der Ama­zo­nas­syn­ode, an der Kar­di­nal Sarah mit gro­ßem per­sön­li­chem Ein­satz teil­nahm. Als Prä­fekt einer römi­schen Kon­gre­ga­ti­on war er von Amts wegen Syn­oda­le und bil­de­te ein Gegen­ge­wicht zu einer anson­sten stark ein­sei­tig aus­ge­wähl­ten Schar der Syn­oden­vä­ter.

Das vier­te und letz­te Kapi­tel des Buches, „Im Schat­ten des Kreu­zes“, ent­hält die Schluß­fol­ge­run­gen der bei­den Autoren und sind mit 3. Dezem­ber datiert. Bene­dikt XVI. arbei­tet dar­in vor allem „die tie­fe Ein­heit zwi­schen den bei­den Testa­men­ten durch den Über­gang vom Tem­pel aus Stein zum Tem­pel des Lei­bes Chri­sti“ her­aus. Die­se Her­me­neu­tik legt er drei bibli­schen Tex­ten zugrun­de, anhand derer er das christ­li­che Ver­ständ­nis des zöli­ba­tä­ren Prie­ster­tums auf­zeigt.

Der erste die­ser Tex­te ist eine Stel­le aus Psalm 16:

„Der Herr ist mein Anteil am Erbe und mein Kelch.“

Der zwei­te Text sind zwei Stel­len aus dem Buch Deu­te­ro­no­mi­um (Dt 10,8 und 18,5–8), die Teil des zwei­ten Hoch­ge­bets des Novus Ordo sind:

„Wir dan­ken dir, daß du uns beru­fen hast, vor dir zu ste­hen und dir zu die­nen.“

Gemeint ist hier der Voll­zug des prie­ster­li­chen Dien­stes. Um den Sinn die­ser Wor­te zu erhel­len, zitiert Bene­dikt XVI. fast voll­stän­dig sei­ne Pre­digt, die er am 20. März 2008 im Peters­dom gehal­ten hat­te. Das war am Grün­don­ners­tag jenes Jah­res bei der Chri­sam­mes­se zur Wei­he der hei­li­ge Öle, mit denen bei der Prie­ster­wei­he die Sal­bung erfolgt.

Bene­dikt XVI. sag­te damals:

Zugleich ist uns der Grün­don­ners­tag ein Anlaß, auch immer neu zu fra­gen: Wozu haben wir Ja gesagt? Was ist das, ein Prie­ster Jesu Chri­sti sein? Das 2. Hoch­ge­bet unse­res Mis­sa­le, wohl schon am Ende des 2. Jahr­hun­derts in Rom ent­stan­den, beschreibt das Wesen des prie­ster­li­chen Dien­stes mit den Wor­ten, mit denen im Buch Deu­te­ro­no­mi­um (18, 5. 7) das Wesen des alt­te­sta­ment­li­chen Prie­ster­tums beschrie­ben wor­den war: asta­re coram te et tibi mini­stra­re. Zwei Auf­ga­ben bestim­men danach das Wesen des prie­ster­li­chen Dien­stes. Zuerst das „Ste­hen vor dem Herrn“. Im Buch Deu­te­ro­no­mi­um ist dies im Zusam­men­hang mit der vor­her­ge­hen­den Bestim­mung zu lesen, daß die Prie­ster kei­nen Land­an­teil im Hei­li­gen Land erhal­ten – sie leben von Gott und für Gott. Sie gehen nicht den übli­chen Arbei­ten nach, die für den Unter­halt des täg­li­chen Lebens nötig sind. Ihr Beruf ist „Ste­hen vor dem Herrn“ – auf ihn hin­zu­schau­en, für ihn da zu sein. Das Wort bedeu­tet so im letz­ten ein Leben in der Gegen­wart Got­tes und damit auch einen stell­ver­tre­ten­den Dienst für die ande­ren. So wie die ande­ren das Land bebau­en, von dem auch der Prie­ster lebt, so hält er die Welt auf Gott hin offen, soll mit dem Blick auf ihn hin leben. Wenn die­ses Wort nun im Hoch­ge­bet der Mes­se unmit­tel­bar nach der Ver­wand­lung der Gaben, nach dem Her­ein­tre­ten des Herrn in die beten­de Ver­samm­lung steht, so ist damit für uns das Ste­hen vor dem gegen­wär­ti­gen Herrn, Eucha­ri­stie als Mit­te prie­ster­li­chen Lebens gemeint. Aber auch hier reicht der Radi­us wei­ter. In dem Hym­nus des Stun­den­ge­bets, der in der Fasten­zeit die Leseho­re ein­lei­tet, die einst bei den Mön­chen Stun­de der Nacht­wa­che vor Gott und für die Men­schen gewe­sen war, fin­det sich als eine der Auf­ga­ben der Fasten­zeit: arc­ti­us per­ste­mus in custo­dia – ste­hen wir ent­schie­de­ner auf Wache. In der syri­schen Mönch­s­tra­di­ti­on hei­ßen die Mön­che „die Ste­hen­den“; Ste­hen war dabei Aus­druck für die Wach­sam­keit. Was hier als Auf­trag der Mön­che ange­se­hen war, dür­fen wir mit Recht gera­de auch als Aus­druck der prie­ster­li­chen Sen­dung und als rech­te Aus­le­gung des Deu­te­ro­no­mi­um-Wor­tes anse­hen: Der Prie­ster soll ein Wachen­der sein. Er soll Wache hal­ten gegen die her­ein­drän­gen­den Mäch­te des Bösen. Er soll die Welt wach­hal­ten für Gott. Er soll ein Ste­hen­der sein: auf­recht gegen­über den Strö­mun­gen der Zeit. Auf­recht in der Wahr­heit. Auf­recht im Ein­ste­hen für das Gute. Ste­hen vor dem Herrn muß zutiefst auch immer Ein­ste­hen für die Men­schen vor dem Herrn sein, der für uns alle beim Vater ein­steht. Und es muß Ein­ste­hen sein für ihn, für Chri­stus, für sein Wort, sei­ne Wahr­heit, sei­ne Lie­be. Auf­recht muß der Prie­ster sein, furcht­los und bereit, für den Herrn auch Schlä­ge ein­zu­stecken, wie die Apo­stel­ge­schich­te über die Apo­stel sagt: „Sie freu­ten sich, daß sie gewür­digt wor­den waren, für sei­nen Namen Schmach zu erlei­den“ (5, 41).

Kom­men wir zu dem zwei­ten Wort, von dem das Hoch­ge­bet mit dem Text aus dem Alten Testa­ment spricht, „vor dir zu ste­hen und dir zu die­nen“. Der Prie­ster muß ein Auf­rech­ter, ein Wachen­der, ein Ste­hen­der sein. Dazu aber kommt dann das Die­nen. Im alt­te­sta­ment­li­chen Text hat die­ses Wort wesent­lich kul­ti­sche Bedeu­tung: Den Prie­stern kamen all die kul­ti­schen Hand­lun­gen zu, die das Gesetz vor­sah. Die­ses kul­ti­sche Tun wird nun frei­lich als Dienst, als Amt des Die­nens ein­ge­stuft, und so wird aus­ge­legt, in wel­chem Gei­ste die­se Akti­vi­tä­ten gesche­hen müs­sen. In gewis­ser Wei­se wird – der Neu­heit des christ­li­chen Got­tes­dien­stes gemäß – die­se lit­ur­gi­sche Bedeu­tung des Wor­tes „die­nen“ mit der Auf­nah­me ins Hoch­ge­bet über­nom­men. Was der Prie­ster in die­sem Augen­blick, in der Fei­er der Eucha­ri­stie tut, ist Die­nen, Dienst für den Herrn und Dienst für die Men­schen. Der Kult, den Chri­stus dem Vater dar­ge­bracht hat, ist das Sich­ge­ben für die Men­schen bis zum Ende. In die­sen Kult, in die­ses Die­nen muß der Prie­ster ein­tre­ten. So umfaßt das Wort vom Die­nen vie­le Dimen­sio­nen. Dazu gehört gewiß zual­ler­erst die rech­te, von innen her voll­zo­ge­ne Fei­er der Lit­ur­gie, der Sakra­men­te über­haupt. Wir müs­sen die hei­li­ge Lit­ur­gie immer mehr in ihrem gan­zen Wesen ver­ste­hen ler­nen, in ihr leben­dig zu Hau­se sein, so daß sie See­le unse­res All­tags wird. Dann fei­ern wir recht, dann ergibt sich die ars cele­b­ran­di, die Kunst des Fei­erns von selbst. In die­ser Kunst darf nichts Künst­li­ches sein. Wenn Lit­ur­gie eine zen­tra­le Auf­ga­be des Prie­sters ist, dann heißt das auch, daß Beten für uns eine vor­dring­li­che Rea­li­tät sein muß, die wir in der Schu­le Chri­sti und der Hei­li­gen aller Zei­ten immer neu und tie­fer ler­nen müs­sen. Weil christ­li­che Lit­ur­gie ihrem Wesen nach auch immer Ver­kün­di­gung ist, müs­sen wir Men­schen sein, die in Got­tes Wort zu Hau­se sind, es lie­ben und leben: Nur dann kön­nen wir es recht aus­le­gen. „Dem Herrn die­nen“ – prie­ster­li­ches Die­nen heißt gera­de auch, ihn ken­nen­ler­nen in sei­nem Wort und ihn all denen bekannt­ma­chen, die er uns anver­traut.

Zum Die­nen gehö­ren schließ­lich noch zwei wei­te­re Aspek­te. Nie­mand ist sei­nem Herrn so nahe wie der Die­ner, der ins Pri­va­te­ste sei­nes Lebens Zugang hat. Inso­fern bedeu­tet Die­nen Nähe, for­dert Ver­traut­heit. Die­se Ver­traut­heit birgt auch eine Gefahr: Das Hei­li­ge, dem wir immer­fort begeg­nen, wird uns gewöhn­lich. Die Ehr­furcht erlischt. Wir spü­ren durch alle Gewohn­hei­ten hin­durch das Gro­ße, Neue, Über­ra­schen­de nicht mehr, daß ER sel­ber da ist, zu uns redet, sich uns schenkt. Die­ser Gewöh­nung ans Gro­ße, der Gleich­gül­tig­keit des Her­zens müs­sen wir immer wie­der ent­ge­gen­tre­ten, immer neu unse­re Arm­se­lig­keit erken­nen und die Gna­de, die es ist, daß ER sich so in unse­re Hän­de gibt. Die­nen bedeu­tet Nähe, aber es bedeu­tet vor allem auch Gehor­sam. Der Die­ner steht unter dem Wort: „Nicht mein Wil­le gesche­he, son­dern der Dei­ni­ge“ (Lk 22, 42). Mit die­sem Wort hat Jesus auf dem Ölberg den Ent­schei­dungs­kampf gegen die Sün­de aus­ge­tra­gen, gegen die Rebel­li­on des gefal­le­nen Her­zens. Die Sün­de Adams war es eben, daß er sei­nen Wil­len und nicht den Wil­len Got­tes woll­te. Die Ver­su­chung der Mensch­heit ist es immer wie­der, ganz auto­nom sein zu wol­len, nur dem eige­nen Wil­len zu fol­gen und zu mei­nen, erst dann sei­en wir frei; erst in sol­cher Frei­heit ohne Schran­ken sei der Mensch ganz Mensch. Aber gera­de so stel­len wir uns gegen die Wahr­heit. Denn die Wahr­heit ist es, daß wir unse­re Frei­heit mit den ande­ren tei­len müs­sen und nur im Mit­ein­an­der frei sein kön­nen. Die­se geteil­te Frei­heit kann wah­re Frei­heit dann und nur dann sein, wenn wir uns dabei in das Maß der Frei­heit selbst, in den Wil­len Got­tes hin­ein­stel­len. Die­ser grund­le­gen­de Gehor­sam, der zum Mensch­sein gehört – einem Sein nicht aus sich selbst und nur für sich selbst – wird beim Prie­ster noch kon­kre­ter: Wir ver­kün­di­gen nicht uns selbst, son­dern IHN und sein Wort, das wir uns nicht sel­ber aus­den­ken konn­ten. Wir ver­kün­den sein Wort recht nur in der Gemein­schaft sei­nes Lei­bes. Unser Gehor­sam ist Mit­glau­ben mit der Kir­che, Mit­den­ken und Mit­spre­chen mit der Kir­che, Die­nen mit ihr. Dazu gehört dann auch immer wie­der, was Jesus dem Petrus vor­her­ge­sagt hat: Du wirst geführt wer­den, wohin du nicht woll­test. Die­ses Sich-füh­ren-Las­sen wohin wir nicht woll­ten, ist eine wesent­li­che Dimen­si­on unse­res Die­nens, und gera­de dies macht uns frei. In sol­chem Geführt­wer­den, das gegen unse­re Vor­stel­lun­gen und Plä­ne ste­hen kann, erfah­ren wir das Neue – den Reich­tum der Lie­be Got­tes.

„Vor ihm ste­hen und ihm die­nen“: Jesus Chri­stus als der wah­re Hohe­prie­ster der Welt hat die­sen Wor­ten eine Tie­fe gege­ben, die vor­her nicht geahnt wer­den konn­te. Er, der als der Sohn der Herr war und ist, er woll­te der Knecht Got­tes wer­den, den die Visi­on des Jesa­ja-Buches vor­her­ge­se­hen hat­te. Er woll­te der Die­ner aller sein. Er hat das Gan­ze sei­nes Hohe­prie­ster­tums dar­ge­stellt in der Gebär­de der Fuß­wa­schung. Er wäscht mit sei­ner Gebär­de der Lie­be bis ans Ende unse­re schmut­zi­gen Füße, rei­nigt uns mit der Demut sei­nes Die­nens von der Krank­heit unse­res Hoch­muts. So macht er uns fähig zur Tisch­ge­mein­schaft mit Gott. Er ist abge­stie­gen, und der wah­re Auf­stieg des Men­schen geschieht nun dadurch, daß wir mit ihm und zu ihm abstei­gen. Sei­ne Erhö­hung ist das Kreuz. Es ist der tief­ste Abstieg und als Lie­be bis ans Ende zugleich der höch­ste Punkt des Auf­stiegs, die wah­re „Erhö­hung“ des Men­schen. „Vor ihm ste­hen und ihm die­nen“ – das bedeu­tet nun, in sei­ne Beru­fung als Knecht Got­tes ein­zu­tre­ten. Eucha­ri­stie als Gegen­wart von Chri­sti Abstieg und Auf­stieg weist so immer über sich hin­aus zu den viel­fäl­ti­gen Wei­sen des Dien­stes der Näch­sten­lie­be. Bit­ten wir den Herrn an die­sem Tag, daß er uns schenkt, in die­sem Sin­ne neu unser Ja zu sei­nem Ruf zu sagen: „Hier bin ich. Sen­de mich, Herr“ (Jes 6, 8). Amen.

Die drit­te Stel­le aus der Bibel, die Bene­dikt XVI. für den prie­ster­li­chen Zöli­bat her­an­zieht, sind die Wor­te Jesu im Johan­nes­evan­ge­li­um 17,17:

„Hei­li­ge sie in der Wahr­heit; dein Wort ist Wahr­heit.“

Das neue Buch ist eine ern­ste Mah­nung an Papst Fran­zis­kus. Es macht es ihm gera­de­zu unmög­lich, den prie­ster­li­chen Zöli­bat zu schwä­chen und auf­zu­wei­chen – eine For­de­rung der kirch­li­chen 68er-Bewe­gung seit den Zei­ten des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils –, ohne daß der Bruch mit sei­nem Vor­gän­ger offen­sicht­lich wäre.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/Fayard

20 Kommentare

  1. Das sind gute Wor­te von Bene­dikt:

    „Ste­hen vor dem Herrn“ – auf ihn hin­zu­schau­en, für ihn da zu sein. Das Wort bedeu­tet so im letz­ten ein Leben in der Gegen­wart Got­tes und damit auch einen stell­ver­tre­ten­den Dienst für die ande­ren.“

    Die­ses ste­hen drückt sich in vor­züg­li­cher Wei­se im alten Mess­ri­tus aus.

    Pasto­ral zeigt sich dies am Bei­spiel der Prie­ster Pater Pio, dem Pfar­rer von Ars, dem Mönch Leo­pold Man­dic.

    Ste­hen in der Leucht­kraft Got­tes ist das Wesen des Prie­ster­tums. Prie­ster­sein heißt ste­hen in Jesus, mit Jesus, durch Jesus (durch Gott).

    Solan­ge man nicht zum alten Mess­ri­tus zurück­fin­det, wird auch der Zöli­bat unter Dau­er­be­schuss ste­hen.

    Ein­zig erkannt hat dies Erz­bi­schof Lef­eb­v­re.

    So erfreu­lich die Wort Sarahs und Bene­dikts auch sind: Sie kom­men

    1. viel zu spät und ver­schlei­ern

    2. die Tat­sa­che, dass gera­de Kar­di­nal Ratz­in­ger dies über Jahr­zehn­te nicht hat erken­nen wol­len, und

    3. dass gera­de er es war, der gegen Lef­eb­v­re im Namen Johan­nes Pauls II. oppi­niert hat, und von der Pius­bru­der­schaft die Zele­bra­ti­on des neu­en Mess­ri­tus als Zei­chen der Ein­heit ein­ge­for­dert hat.

    Bene­dikt steht an der Reling eines sin­ken­den Schif­fes mit Namen Kon­zils­kir­che.

    Ihm steht das Was­ser bis zum Hals und jetzt ruft er SOS, was er viel viel frü­her hät­te tun müs­sen.

    Die Mas­se wird Papst Fran­zis­kus in den Unter­gang der Zöli­bats­auf­he­bung füh­ren, da das Sprach- und Mei­nungs­or­gan des Vati­kans die welt­li­chen Medi­en sind, und nicht die Dis­zi­plin und Hei­lig­keit ihrer Prie­ster.

    Das Wort Medi­en, der sich die Kir­che bedient, bekommt hier die Haupt­be­deu­tung von ‚Medi­um‘. Sozia­li­stisch-kom­mu­ni­sti­sche Medi­en­or­ga­ne wer­den gelei­tet von den Gei­stern der Bos­heit, Täu­schung und Ver­wir­rung.

  2. Mit tie­fer Dank­bar­keit erfah­re ich hier von dem von Papst Ben­dikt XVI und Kar­di­nal Sarah geschrie­ben Buch.Das Buch ist das Bekennt­nis zur Wahr­heit und ist geschrie­ben in dem Sin­ne: „Du sollst Gott mehr gehor­chen, als den Men­schen“.

  3. Die Jung­fräu­lich­keit ist das Wesens­merk­mal der Kir­che schlecht­hin. Ohne Zöli­bat ist die Kir­che nicht mehr Kir­che!

  4. 1.) Lei­der bin ich des Fran­zö­si­schen nicht mäch­tig. Ich hof­fe daher auf eine bal­di­ge deutsch­spra­chi­ge Aus­ga­be des Buches.
    2.) Welch bren­nen­de Sor­ge um die Kir­che muss Papst em. Bene­dikt XVI. umtrei­ben, dass er sich nun schon zum wie­der­hol­ten Mal gezwun­gen sieht, sein beim Amts­ver­zicht abge­leg­tes Schwei­ge­ge­lüb­de zu bre­chen!
    3.) Kuri­en­kar­di­nal Sarah schützt vor der Ent­las­sung als Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung ver­mut­lich nur noch der Umstand, dass ihn Fran­zis­kus selbst in die­se Funk­ti­on beru­fen hat. Im Unter­schied zum längst „gefeu­er­ten“ Ex-Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on Kar­di­nal Ger­hard Lud­wig Mül­ler.

  5. In unse­ren Brei­ten sind ver­hei­ra­te­te Prie­ster nicht not­wen­dig, da wir wohl alle die Mög­lich­keit haben, mit Auto, Bus und Stra­ßen­bahn zur näch­sten Kir­che zu fah­ren, in der eine hei­li­ge Mes­se gefei­ert wird. Und wer dazu kei­ne Gele­gen­heit hat, den kann man ja dann auch im Auto mit­neh­men.
    Im Ama­zo­nas und viel­leicht auch in dem ein oder ande­ren Gebiet der Erde ist es für die dort leben­den Chri­sten am Ende nicht mög­lich, mal schnell zur näch­sten hei­li­gen Mes­se zu fah­ren. Und da fra­ge ich mich, was für das Heil der See­len der Men­schen dort wohl för­der­li­cher ist: der zöli­ba­tä­re Prie­ster, der nur 2 mal im Jahr kom­men kann um die Sakra­men­te zu spen­den oder die Mög­lich­keit zur Mit­fei­er einer hei­li­gen Mes­se, zele­briert von einem ver­hei­ra­te­ten, aber erlaubt und gül­tig geweih­ten Mann? Ist der Zöli­bat wich­ti­ger als das See­len­heil der Men­schen? Sind Prie­ster der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. dort aktiv und geben den Chri­sten die Mög­lich­keit zur Fei­er der hei­li­gen Mes­se? Beur­tei­len wir das alles nicht viel zu sehr nur von unse­rer Situa­ti­on und unse­rem Stand­punkt aus? Ist der Satz im Arti­kel „… nach­dem sein Vor­gän­ger und ein Kar­di­nal von so tie­fer Kennt­nis der Glau­bens­leh­re und von so leuch­ten­der Hei­lig­keit des Lebens wie Sarah…“ nicht etwas arg son­der­bar? Vor­sicht bei Hei­lig­spre­chun­gen zu Leb­zei­ten, oder?

    • Eher wem Ehre gebührt.
      Ich habe kein Pro­blem damit, zwei edle Men­schen als hei­lig­mä­ßig zu sehen.
      Außer­dem sehe ich das Wesen des Zöli­bats, die Ent­halt­sam­keit schon im Juden­tum fixiert.
      Ver­ste­hen heißt erken­nen wol­len.

      • Ich habe auch kein Pro­blem damit, zwei edle Men­schen als hei­lig­mä­ßig zu sehen.
        Die Bezeich­nung von der „leuch­ten­den Hei­lig­keit“ fin­de ich den­noch sehr über­zo­gen.
        Ob der Herr Kar­di­nal selbst wohl mit die­ser For­mu­lie­rung sein Leben betref­fend ein­ver­stan­den ist?
        Ob die Chri­sten im Ama­zo­nas­ge­biet, wenn es mög­li­cher­wei­se von der Anzahl her auch nicht all­zu vie­le sind, nicht unter Gewis­sens­nö­ten durch die feh­len­den Prie­ster und damit den nur sehr sel­ten mög­li­chen Sakra­men­ten­emp­fang lei­den? Gera­de auch wenn es ans Ster­ben geht? Kei­ne Kran­ken­sal­bung, kei­ne hei­li­ge Beich­te, kei­ne hei­li­ge Kom­mu­ni­on als Weg­zehr zur letz­ten Rei­se. Ist das denn alles egal und der Zöli­bat höher­ste­hend als das See­len­heil der Men­schen? Die ortho­do­xen Prie­ster dür­fen hei­ra­ten, die zur katho­li­schen Kir­che kon­ver­tier­ten Pasto­ren der evan­ge­li­schen Kir­che kön­nen dann trotz Ehe als katho­li­sche Prie­ster wir­ken. Hat Papst Bene­dikt selbst nicht die­se Mög­lich­keit für ehe­ma­li­ge angli­ka­ni­sche Geist­li­che geschaf­fen? Sind das dann alles Prie­ster 2. Klas­se und die von ihn gespen­de­ten Sakra­men­te weni­ger heil­brin­gend?

        • Es wäre über­haupt kein Pro­blem, von den über 13 000 Prie­stern in Deutsch­land 100 abzu­zie­hen. Aber Fran­zis­kus will ja kei­ne Mis­si­on aus Euro­pa. Statt­des­sen sol­len die Euro­pä­er ihre Gren­zen für alles und jedes öff­nen, und nicht ein­mal zwi­schen guten und bösen Migranten/Wirtzschaftsflüchltlingen öff­nen.

          Und: natür­lich ist der Zöli­bat der Ost­kir­che ein Zöli­bat zwei­ter Klas­se, da er ein­deu­tig und nach­weis­bar von der Leh­re und Dis­zi­plin der Kir­che abweicht.

          Ein Prie­ster hat ein Gott­ge­weih­ter zu sein; und sonst gar nichts.

        • Sie betrei­ben Falsch­mün­ze­rei zum eige­nen Haus­ge­brauch, indem sie zwei Phä­no­me­ne, die per se nicht das gering­ste mit­ein­an­der zu tun haben, den­noch mit­ein­an­der ver­mant­schen. Ein­mal zudem gesetzt den Fall, bei­des hät­te mit­ein­an­der den­noch etwas zu schaf­fen, dann müß­ten sich, nach allen Regeln der Logik, die Pro­te­stan­ten vor Zulauf kaum schüt­zen kön­nen, denn bekannt­lich ver­hei­ra­ten sich deren Pre­di­ger ja schon seit und je. Wäre das Attri­but „leer“ stei­ger­bar, dann muß man ja, gemes­sen an der Rea­li­tät, kon­sta­tie­ren, daß evan­ge­li­sche Häu­ser noch „lee­rer“ in der Land­schaft her­um­ste­hen als die­je­ni­gen der Kon­zils­kir­che.
          Ein typi­sches Phä­no­men, neben den fal­schen Kon­zilss­aus­sa­gen, ist die Lax­heit. Ja, auch zu frü­he­ren Zei­ten hat es ver­hei­ra­te­te, vor­mals pro­te­stan­ti­sche Pre­di­ger mit Fami­lie gege­ben, die irgend­wann den­noch zur Hei­li­gen Kir­che gefun­den haben, vor allem und zusätz­lich getra­gen von der Voka­ti­on zum Prie­ster­tum. War­um auch immer. Die Hei­li­ge Kir­che hat sol­che Fäl­le aus gutem Grund immer sehr genau geprüft. Natür­lich war auch immer schon das Kin­des­wohl mit im Vor­der­grund gestan­den; schließ­lich ist jedes Kind ein von Gott gewoll­tes Geschöpf und hat sein Recht auf sei­ne Eltern. Fast immer jedoch wur­de dann von den Aspi­ran­ten ver­langt, mit der Ehe­frau künf­tig wie „Bru­der und Schwe­ster“ zusam­men­zu­le­ben; ein guter Kom­pro­miß, der natür­lich von allen Betei­lig­ten vor Gott getra­gen wer­den muß­te. Frei­lich wur­de das nicht kon­trol­liert, genau so wenig, wie jemand, der sich wider­recht­lich eine kon­se­krier­te Hostie ange­eig­net hat. Sakra­ments­bre­cher mögen wohl fei­xen, weil sie dem Irr­tum erlie­gen, sie hät­ten den Prie­ster über­töl­pelt. Der mensch­li­che Prie­ster ist jedoch ledig­lich ein Werk­zeug Unse­res Herr­gott Jesu Chri­sti – und den Ewi­gen Hohe­prie­ster kann man ja bekannt­lich nicht über­töl­peln…
          Deutsch­land, wie auch der gesam­te Okzi­dent, ist wie­der zum Mis­si­ons­ge­biet gewor­den. Zu frü­he­ren Jah­ren war es nor­mal, daß oft­mals jah­re­lang kein Prie­ster kom­men konn­te, um die Sakra­men­te zu spen­den. Trotz­dem hat gera­de dort der Gau­be an Unse­ren Herr­gott über­lebt. Das beste Bei­spiel, wel­ches mir hier­zu ein­fällt, ist ein Hoch­tal in Tibet. Schon rein geo­gra­phisch ist es schwer zugäng­lich, und die poli­ti­sche Situa­ti­on der Kom­mu­ni­sten-Herr­schaft tut ihr übri­ges. Seit über 80 Jah­ren ist dort kein Prie­ster mehr gewe­sen; die Men­schen dort haben nicht ein­mal das Zwei­te Vati­ka­num mit­be­kom­men. Wie auch immer: Sie hal­ten uner­schüt­ter­lich an ihrem Glau­ben fest, und gera­de die Armut läßt sie in Glau­bens­treue aus­har­ren. Die Situa­ti­on bringt es mit sich, daß sie natür­lich auch kei­ne Sakra­men­te emp­fan­gen kön­nen. Schrei­ber wie Sie, die so uner­träg­li­chen Blöd­sinn von sich geben, las­sen ekla­tant unter den Tisch fal­len, daß Men­schen wie jene in Tibet oder Bra­si­li­en, die weder Schuld noch Ver­ant­wor­tung an der äuße­ren Lage tra­gen, gemäß ihrer Begier­de gül­tig die Begier­de-Sakra­men­te emp­fan­gen. Die Men­schen dort wis­sen das.
          Sie refe­rie­ren also allen Ern­stes über See­len­heil und „Hei­lig­keit“? Ja? Das näch­ste Mal fällt mir ganz gewiß etwas ein zur Schein­hei­lig­keit…
          Mir ist frei­lich klar, daß all die aus den USA stam­men­den Sek­ten der Evan­ge­li­ka­len, die sich in ganz Latein­ame­ri­ka so erfolg­reich aus­brei­ten, sich in vie­ler­lei Hin­sicht nicht mit den deut­schen Pro­te­stan­ten ver­glei­chen las­sen: Abtrei­bung, „Homo-Ehe“, Gen­de­ris­mus und Ehe­schei­dun­gen wer­den dort strikt abge­lehnt. Höchst­wahr­schein­lich genau des­we­gen haben sie so enor­men Zulauf, und die laxe, laue und wursch­tig gewor­de­ne Kon­zils­kir­che treibt ihnen die Men­schen gera­de zu.
          Nicht ansatz­wei­se ver­mag ich zu ergrün­den, was Bene­dikt zu sol­cher­art wah­ren Wor­ten getrie­ben hat; an der heu­ti­gen, post­kon­zi­lia­ren Mise­re trägt er ja Mit­schuld und Mit­ver­ant­wor­tung. Wäh­rend sei­nes lan­gen Lebens hät­te er schon frü­her aus­rei­chend Zeit und Gele­gen­heit gehabt, Unse­ren Herr­gott Jesus Chri­stus zu ver­tei­di­gen. Aber gut.

          In Cri­sto per Mari­am. +

          Car­los­mi­guel

    • Was den Ama­zo­nas betrifft, aus siche­rer Quel­le weiß ich, dass wenn ein Prie­ster in die­se Gegend reist, er nur das Visum bekommt, wenn er garan­tiert in Ama­zo­ni­en nicht zu mis­sio­nie­ren, weil das Welt­kul­tur­er­be sei.
      Es scheint also, dass Ama­zo­ni­en seit län­ge­rer Zeit vor­be­rei­tet wur­de, der Katho­lik stört.

      Wie soll man ohne Zöli­bat das hei­li­ge Mess­op­fer dar­brin­gen?
      Nur so kann man für das not­wen­di­ge See­len­heil sor­gen.
      Anson­sten sind das pro­te­stan­ti­sche Zustän­de und alles zer­fällt, weil es eben leer ist.
      Je rei­ner der Prie­ster, desto grö­ßer sei­ne Macht. Man den­ke dar­an, wie Dämo­nen den Exor­zi­sten aus­la­chen und sei­ne Sün­den auf­zäh­len, wenn die­ser nicht rein ist. Schließ­lich ist er mit Gott „ver­hei­ra­tet“ und Ehe­bruch ist eine Tod­sün­de.

  6. Jubelt, ihr Lan­de, dem Herrn. Alle Enden der Erde schau­en Got­tes Heil.

    Der Druck auf den sog. syn­oda­len Weg soll­te von Sei­ten der gläu­bi­gen Katho­li­ken ver­stärkt wer­den. Bis 23. Janu­ar kann sich jeder­mann ein­brin­gen, bis­her haben dies etwa 940 Leu­te getan.
    Unter synodalerweg.de kann zu den vor­ge­se­he­nen The­men Stel­lung genom­men wer­den (Ihre Stim­me zum syn­oda­len Weg)darunter drei Fra­gen zur prie­ster­li­chen Exi­stenz. Papst Bene­dikt XVI. hat durch sei­ne Pre­dig­ten vie­le Steil­vor­la­gen gege­ben.

    Das Unver­ständ­nis der Betrei­ber die­ses unse­li­gen Ereig­nis­ses in Frank­furt, soll­te nicht ohne katho­li­sche Stimm­ab­ga­be blei­ben. Allein die Tat­sa­che dass wäh­rend der Tagungs­pe­ri­ode am 31.01. um 19 Uhr im Frank­fur­ter Lieb­frau­en­dom, eine vom Stadt­de­kan stark geför­der­te Son­der­vor­stel­lung Maria 2.0, mit Kampf­f­a­ust von Kind und Frau bewor­ben, statt­fin­det, soll­te ein Ansporn sein.

    https://www.dom-frankfurt.de/aktuelles/veranstaltungen/liturgie/gottesdienst-maria-20-frankfurt

  7. End­lich zwei Hir­ten, die fuer dem Herrn Zeug­nis able­gen, Dank sei Gott. Bei kath­net: Chef­re­dak­teur vom Dom­ra­dio ver­sucht, sein kran­kes Den­ken und das wider­li­che Dom­ra­dio anzu­prei­sen, eine Schan­de fuer Deutsch­land ind beson­ders fuer Kar­di­nal Woel­ki. Solan­ge die­sem Dom­ra­dio erlaubt ist, die Kir­che abzu­rei­ssen, moech­te ich von Kar­di­nal Woel­ki nichts hoe­ren.

  8. An mk In „unse­ren Brei­ten“ wur­de in Ber­lin ein glae­u­bi­ger Prie­ster aus einer gro­ssen Gemein­de vor zwei Tagen ver­ab­sc­bie­det in die „Arbeits­lo­sig­keit“, konn­ten end­lich Hl. Mes­sen aus­fal­len.

  9. Das erin­nert alles sehr an Patri­arch Athen­ago­ras von Kon­stan­ti­no­pel, der auch Paul VI. beschwor, die Hei­li­ge Lit­ur­gie nicht anzu­ta­sten. Es geschah trotz­dem und zwar mas­siv, und das, obwohl sie weit wich­ti­ger ist als der Zöli­bat.

    Das beto­ne ich bewusst. Die Zöli­bats­pflicht wird ja auch inner­halb der Katho­li­schen Kir­che nicht über­all so gehand­habt wie gene­rell in ihrem Latei­ni­schen Teil — und das seit Jahr­hun­der­ten.

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