Kardinal Bertone wollte Bergoglio zum Kommissar des Jesuitenordens machen

Das Buch „Die Jesuiten“



Kardinalstaatssekretär Bertone und Kardinal Bergoglio: Der Kommissar für den Jesuitenorden.
Kardinalstaatssekretär Bertone und Kardinal Bergoglio: Der Kommissar für den Jesuitenorden.

(Madrid) Ein Buch enthüllt Merkwürdiges: Tarcisio Bertone, unter Papst Benedikt XVI. Kardinalstaatssekretär, wollte den Jesuitenorden unter kommissarische Aufsicht stellen lassen. Zum Apostolischen Kommissar des größten Männerordens der katholischen Kirche sollte der Jesuit Jorge Mario Bergoglio, der heutige Papst, ernannt werden.

Die Enthüllung findet sich im Buch „I gesuiti“ („Die Jesuiten. Vom Zweiten Vatikanischen Konzil bis zu Papst Franziskus“) des studierten Politologen und Theologen Gianni La Bella. Ab 1983 war La Bella Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Politikwissenschaftlichen Fakultät der römischen Universität La Sapienza und von 1985–1993 Verantwortlicher der Abteilung Wirtschaft und Soziales der Päpstlichen Kommission Iustitia et Pax. Ab 1995 lehrte er Wirtschaftsgeschichte und Geschichte der Internationalen Beziehungen an der römischen Universität LUISS. Seit 2005 ist er außerordentlicher Professor für Zeitgeschichte und Interkulturelle Mediationsmethoden an der Universität Modena und Reggio Emilia.

Sein Buch erschien bereits im Mai 2019, doch erst die am Dienstag in einer Madrider Jesuitenniederlassung vorgestellte spanische Ausgabe „Los Jesuitas“ verschaffte einem merkwürdigen Detail größere Aufmerksamkeit. Wegen des Niedergangs des Jesuitenordens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil machte der damalige Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone im Jahr 2007 den Vorschlag, den Orden unter kommissarische Verwaltung zu stellen und den Jesuiten und damaligen Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, zum Kommissar zu ernennen.

Der Kontext

Im Jahr 2007 war Bertone, zuvor Erzbischof von Genua, seit wenigen Monaten Kardinalstaatssekretär der Kirche. In dieses Amt hatte ihn Papst Benedikt XVI. berufen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern und auch seinem Nachfolger gehörte er nicht dem Diplomatischen Corps des Heiligen Stuhls an. Er war sozusagen ein Außenstehender. Genau das war einer der Gründe, weshalb sich Benedikt XVI. für ihn entschieden hatte. Eine Entscheidung, die für zahlreiche Diskussionen sorgte.

Der Jesuitenorden war von seinem 28. Generaloberen Pedro Arrupe, der dem Orden des heiligen Ignatius von Loyola seit 1965 vorstand, in eine schwere Krise gestürzt worden. Der Baske Arrupe erklärte den Orden nach den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils umzugestalten, führte ihn aber in eine Allianz mit dem Sozialismus – eine Weichenstellung mit weitreichenden und schwerwiegenden Auswirkungen in der Ersten und der Dritten Welt. Als Papst Johannes Paul II. gewählt wurde, der, im Gegensatz zu Arrupe, den „Realen Sozialismus“ in Polen aus eigener Anschauung kannte, zog er die Handbremse, weil der Orden vor dem Zusammenbruch stand. Johannes Paul II. nützte Arrupes gesundheitliche Probleme, um ihn zu entmachten und die Wahl eines Nachfolgers von Arrupes Gnaden zu verhindern. 1983 wurde mit Billigung des Vatikans Peter Hans Kolvenbach zum neuen Generaloberen gewählt. Arrupe, um den sich in einem Teil des Ordens eine mythische Verehrung ausbreitete, verstarb 1991 in Rom. Eine wirkliche Trendwende konnte durch die zu zaghafte vatikanische Intervention aber nicht erreicht werden.

2007 hatte Kolvenbach dem Vatikan seinen Rücktritt angekündigt und bereitete die Übertragung seiner Vollmachten an einen Nachfolger vor. Das rief Kardinalstaatssekretär Bertone auf den Plan, der eine Chance sah, einen erneuten Versuch zur Erneuerung des Ordens zu unternehmen. Wie schon 1981/1983, mitten in der Auseinandersetzung mit der marxistischen Befreiungstheologie, war der Heilige Stuhl dabei vor allem von der Sorge getrieben, die Wahl eines zweiten Arrupe zu verhindern.

Kardinal Bertone warf die Idee auf, statt der Wahl eines Nachfolgers von Kolvenbach einen Apostolischen Kommissar einzusetzen, um den Niedergang des Ordens und seine negativen Einflüsse auf die Weltkirche zu stoppen.

Als Kommissar hatte Bertone an den damaligen Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Kardinal Bergoglio, gedacht. Das erstaunt und zeigt, wie lange einmal zugewiesene Etikettierungen nachwirken können. Bertone dachte an Bergoglio, weil dieser in Rom als „konservativ“ galt. Diese Einordnung hatte er sich wegen seines ordensinternen Konfliktes „erworben“. Insgesamt war sie aber kurzsichtig. Rom war offensichtlich nur lückenhaft über den Konflikt und seine tatsächlichen Beweggründe informiert und zog falsche Schlüsse. Auch die Möglichkeit, daß Rom bewußt lückenhaft oder falsch informiert wurde, ist nicht ausgeschlossen, aber einer Frage, die nicht geklärt ist. Die Tatsache, daß Bergoglio in den 80er Jahren ordensintern von Mitbrüdern ins Exil geschickt worden war, die in Rom als Arrupe-Anhänger galten, ließ ihn zur interessanten Option werden und begründete seinen plötzlichen Aufstieg in den 90er Jahren.

Das Mißverständnis

Was im Rom von Johannes Paul II. nicht beachtet wurde oder nicht ausreichend bekannt war: Bergoglio war 1974/1975 selbst Mitglied der berühmt-berüchtigten 32. Generalkongregation des Jesuitenordens, auf der der Orden von Arrupe politisch auf den Sozialismus und kirchlich auf den Modernismus ausgerichtet wurde. Bergoglio gehörte zu den Protegés Arrupes. Der Konflikt mit seinen Mitbrüdern innerhalb der Argentinischen Ordensprovinz lag auf einer ganz anderen Ebene und hatte nicht zuletzt mit Bergoglios Charakter zu tun.

In Rom verkannte man die Lage und wollte in dem ordensintern kaltgestellten und in die Provinz abgeschobenen Jesuiten ein brauchbares ordensinternes Gegengewicht erkennen. Kolvenbachs negative Stellungnahme zu einer möglichen Bischofsernennung Bergoglios scheint diese römischen Hoffnungen noch beflügelt zu haben. Die Existenz dieser Stellungnahme ist gesichert, sie selbst aber seit der Wahl von Papst Franziskus aus den Archiven verschwunden.

Liest man die Etappen des innerkirchlichen Aufstiegs Bergoglios scheint ihm fatalerweise ein großes Mißverständnis zugrundezuliegen. Das findet seine Bestätigung in einem weiteren Detail jenes versuchten Manövers von Kardinal Bertone. Durch dessen Einfluß auf Benedikt XVI. sei es nicht dieser Papst gewesen, der 2007 den Vorschlag seines Kardinalstaatssekretärs verwarf. Es sei Bergoglio selbst gewesen, der sich weigerte, als päpstlicher Kommissar an die Spitze seines Ordens zu treten.

Zudem: Als Kolvenbach von Bertone über dessen Vorschlag unterrichtet wurde, sei er„ratlos und irritiert“. Er bat Papst Benedikt XVI. dringend um eine Audienz und versicherte diesem, daß ein vom Vatikan dem Orden auferlegter Kommissar von den Jesuiten „nicht geduldet“ werden würde. Damit war die Option Bergoglio und überhaupt der Vorschlag eines Kommissars vom Tisch. 2008 wurde der Spanier Adolfo Nicolas zum 30. Jesuitengeneral gewählt.

Seit 2016 wird der Jesuitenorden von General Arturo Sosa Abascal geleitet, der zwar kein zweiter Arrupe ist, aber dessen Allianz von Christentum und Sozialismus so ernst nahm, daß er sie theoretisch untermauerte und in den 80er Jahren dem kommunistischen Diktator Fidel Castro zujubelte. Seit seiner Wahl zum General des Jesuitenordens im Herbst 2016 fiel er durch irritierende bis skandalöse Aussagen auf, die ihm eine Anzeige wegen Häresie bei der Glaubenskongregation einbrachte. Dort bleibt sie freilich in der Schublade liegen, schließlich wurde Kardinal Gerhard Müller kurz nach Einbringung der Anzeige als Glaubenspräfekt entlassen. Seither sind sowohl der Papst als auch der derzeitige Glaubenspräfekt Jesuiten.

Währenddessen betreibt General Sosa, wiederum mit vatikanischer Unterstützung, die Seligsprechung seines Vorgängers Pedro Arrupe, den Papst Franziskus im November 2019 als „Prophet“ bezeichnete und im November 2014 als „Vorbild“ empfahl. Der offizielle Seligsprechungsprozeß wurde vom Orden im Juli 2018 eröffnet, vom Vatikan im Februar 2019. Damit soll auch Arrupes Traum von der Allianz zwischen Christentum und Sozialismus zu den Altären erhoben werden.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: InfoVaticana

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12 Kommentare

  1. Sagenhaft, seit dem Konzil gab es keinen Papst ohne Marxismushintergund mehr.
    Wie sich die Zeiten ändern, da wundert einen nichts mehr.

    • Papst Benedikt XVI. ebenfalls mit Marxismushintergrund? Und auch Johannes Paul II., der nach allgemeiner Auffassung maßgeblichen Einfluss auf die Implosion der kommunistischen (marxistischen) Regimes in Mittel- und Osteuropa hatte?

      • Die Religionsfreiheit führt zum Laiizismus. Der Laizismus wiederum zum Marxismus.

        Ich habe das erst verstanden, als ich Lefebvre zu lesen begann.

        Leider war auch Johannes Paul II. ein Modernist, zwar ein frommer, aber doch ein die Tragweite des Laizismus nicht erkennender. Bezogen auf seinen starken Glauben, sein Befördern des Charismatismus, glaubte er an ein neues Pfingsten, das die Menschen dazu befähigen würde, die Wahrheit aus freien Stücken zu wählen.

        Leider war seine Einschätzung nicht umfassend und ging an der Realität vorbei. Insgesamt hat er auch mit seinen Assisi-Treffen der Freimaurerei und damit der Eine-Welt-Religion mehr gedient, als ihm das bewusst war.

        Er war kein Marxist, aber hat dem Marxismus zugearbeitet.

        Dazu gehört das Anklingen der Allerlösungsleere in fast allen seiner Enzykliken.

        Dann denke man an das Küssen der Korans.

        Und er hat sämliche Liberalisten, die im Sinne des Konzilssprechs stets uneindeutig waren, wie zum Beispiel Kasper, Lehmann, Zolitsch … in höchste Positionen gehoben. Wenn ein Konservativer ernannt wurde, wurde gleichzeitig ein Liberaler ernannt. Das war stets gängige Praxis bei ihm und Teil seines Kirche-Welt-Verständnisses.

        Schlussendlich hat er 1988 die Bischöfe der Piusbruderschaft exkommuniziert und denen dieselbe Strafe auferlegt, die die Piusbruderschaft besuchen.

        Zum Glück hat Benedikt XVI. diesen großen Irrtum später korrigiert.

        Die Piusbruderschaft zählt heute 650 Priester. Sollte es zum Schisma kommen, wird die Bruderschaft noch interessant werden; besonders dann, wenn die Petrusbrüder mit Rom mitziehen und nicht mit der Tradition.

        Selbst Ratzinger war Modernist, da er aus dem Konzi die falschen Schlüsse zog. Für ihn war der Konzilsgeist des II. Vatikanums die Grundlage für alles, er sprach von einem gesunden Geist des Konzils und glaubte, der Geist desselben sei verraten worden.

        Erzbischof Lefebvre versucht ihm in seinem Buch „Sie haben ihn entthront“ nachzuweisen, dass es keinen gesunden Konzilsgeist gab, sondern der Geist des Konzils in sich schon die falschen Werte der Revolution beherbergte (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit als Legitimation für den Staatslaizismus, die freie Gewissensentscheidung, die Religionsfreiheit, die Ökumene – ohne Rückkehrökumene zu sein und die verprotestatisierte Liturgie).

        Ich glaube Ratzinger ist dies später zumindest in Ansätzen aufgegangen, selbst wenn er heute in seiner Argumentation immer noch das Konzil und des ‚gesunden‘ Konzilsgeist zu stützen sucht.

        In Auseinandersetzung mit den Annahmen Ratzingers schreibt Lefebvre in seinem erwähnten Buch, S. 232:

        „Ich bin gern bereit, äußere Gründe der Krise in Betracht zu ziehen, namentlich eine liberale und genusssüchtige Mentalität [was dem Ansatz Ratzingers und Johannes Pauls II. entspricht],die sich in der Gesellschaft, selbst in der christlichen ausgebreitet hat, aber da ist es eben: …“

        Und nun kommt der Ansatz Lefebvres für den Ungeist des Konzils, wie ich finde, überaus treffend anhand eines Bildes aus der Natur beschrieben:

        „Was hat das II. Vatikanum getan, um sich ihr entgegenzustellen? Nichts! Oder vielmehr: Vatikanum II hat nur noch in diese Richtung gedrängt! Ich bringe einen Vergleich: Was würden Sie denken, wenn angesichts einer drohenden Springflut die holländische Regierung eines Tages beschlösse, die Deiche zu öffnen, um den Anprall der Wassermassen zu vermeiden? und sich nachher, nach der vollständigen Überschwemmung ihres Landes, so entschuldigte: ‚Wir können nichs dafür, das war die Springflut!‘?

        Und nun die Schlussfolgerung aus diesem unmöglichen, ja falschen Weg:

        „Genau das aber hat das Konzil gemacht: Es hat dem Weltgeist sämtliche traditionelle Barrieren geöffnet, indem es die Öffnung zur Welt erklärte durch die Religionsfreiheit, durch die Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute (Gaudium et spes, die beide echter [zerstörerischer] Konzilsgeist sind …“

        Was ist geschehen? Der Weltgeist und alle Häresien sind in die Kirche eingedrungen. Die Mitte des Stuhles Petri wurde besetzt; und nun wird nur noch das ausgesandt, was die Welt eingespeist hat: nämlich der Geist der Revolution.

        Wäre die Kirche mit dem Geist der Tradition in die Welt gegangen, wie sie es immer gemacht hat, nämlich mit verstärkter Mission, wäre tatsächlich ein neues Pfingesten angebrochen. Wir hatten es ja zu Beginn des Konzils mit einem Überschwang und einem ungekannten, fast übergeblichen Mut zu tun, der sich aus den sich aus den massenhaft einsetzenden Konversionsbewegungen z.B. aus der anglikanischen Kirche ergab.

        Selbst in den USA und in Südamerika war das Pfingsten der Tradition ja schon da. Und was erfand das Lehramt in Rom nun: einen Wahrheitsklon. Die Konversionen wurden vollstänig unterlaufen, Mission geradezu unmöglich gemacht, wie es Lefebvre als Ordensoberer der Väter vom Heiligen Geist selber feststellte, als man ihn entmachtete und an seiner Statt ein Rätegremium setzte.

        Rom verordnete sodann allen verbliebenen katholischen Staaten, den Katholizismus als Staatsreligion aus der Verfassung zu nehmen. In der Folge öffnete man die Grenzen für die charismatischen und freikirchlichen Sekten, die in kürzester Zeit 30 bis 40 Millionen Menschen durch den falschen Geist des Charismatismus in den Glaubensabfall trieben.

        Das ganze Desaster ist also Hausgemacht.

        Und zwar deshalb, weil Paul VI. ein liberaler Geist war und selbst Roncalli im Einflussbereich der Freimaurerei stand.

        Die Freimauerer hatten das geschafft, woran sie 100 Jahre gearbeitet hatten: einen Papst an der Spitze zu installieren, der in sofern ihr Mann war, als dass er die liberalen und modernistischen Strömungen begünstigte.

        Die linke Presse, die Freimaurerer jubelte.

        Und sie tun es aufgrund der Verschwommenheit und Unklarheit des in Bergoglio personifizierten Konzilsgeistes noch heute.

        Heute ist der Tag der Bekehrung des Apostels Paulus (25.01.). In der Apostelgeschichte heißt es, dass Paulus die Augen des Geistes durch Hananias geöffnet bekommt.

        „Da war aber ein gottesfürchtiger Mann, der sich an das Gesetz hielt …“

        Das „Da aber“ zeigt an, das da nicht viele Juden waren, die sich noch an die Tradition des Gestzes hielten, da sie den Geist und das Wort Jesus Christus wirklich angenimmen hatten; sein Wort also wirklich stehend unter dem Geist Gottes lebend und nicht abwichen von der Leben spendenden Tradition, die allein alles neu macht in Christus.

        Erzbischof Lefebvre war ebenfall ein solcher Mann; einer von den ganz wenigen Bekenner in einer Zeit der Verführung durch einen Ungeist, der sich als Engel des Lichtes tarnt.

        Den Ungeist erkennt man an der Schwachheit unserer Kirche, die nichts ode beinah nichts einer Kultur des Todes entgegenzusetzen hat, außer das genau falsche:

        sich noch weiter den Ungeister zu öffnen, um auch noch die letzten Gläubigen in die Irre und den Abfall zu bringen.

        Die deutsche Bischofskonferenz mit der Absicht der grundlegenden Korrektur der katholischen Sittenlehre toppt in diesem unseligen Prozess des apostatischen Niedergangs natürlich alles.

        Schlussfolgerung: Wir sind im Neuheidentum angelangt und der Teufel triumphiert – und der Name Gottes wird verunehrt und missbraucht.

        • Werter Alfons!
          Ihre unentwegte und jedes Mal äußerst ausführliche und leidenschaftliche Verteidigung der Piusbrüder in Ehren. Aber m.E. versteigen Sie sich dabei zu Behauptungen, die bei halbwegs objektiver Betrachtung niemand mehr nachvollziehen kann. Zum Beispiel: Selbst Ratzinger und Johannes Paul II. waren Modernisten? Und namentlich eine liberale und genusssüchtige Mentalität hat dem Ansatz von Ratzinger und Johannes Paul II. entsprochen?
          Vielleicht denken Sie einmal darüber nach, ob Sie mit diesen und ähnlichen Äußerungen den Piusbrüdern nicht doch mehr schaden als nutzen.

          • „Und namentlich eine liberale und genusssüchtige Mentalität hat dem Ansatz von Ratzinger und Johannes Paul II. entsprochen?“

            Nein, natürlich nicht. Aber sie haben die Freiheit der Wählbarleit und Erkennbarkeit des Menschen, die darin bestünde, die wirkliche Feiheit sehen und auch wählen zu können, sowie Ordnungen und Vereinigungen aufzusuchen, in einer gottvergessenen Welt tausenderlei Zwänge einfach zu hoch eingeschätzt. Die Menschen können nicht mehr frei wählen und sich auch nicht frei entscheiden, wenn die katholische Religion kaum mehr Lebensbereiche der Alltagswelt abdeckt (Laizismus).

            Das war ja gerade das Ziel der Freimaurer. Sie jubelten, als der Staatslaizismus durch war.

            Die völlig freie Wahl zu lassen und die katholische Religion als eine neben vielen anderen gleichwertigen darzustellen, wie es im Religionsunterricht geschieht, heißt, nicht von ihr durchdrungen zu sein.

            Auf familiärer Ebene ist es dann so, als wolle man Kindern die Taufe und die christliche Erziehung mit der Begründung vorenthalten, sie würden einmal selber völlig frei wählen können.
            Das Verpasste wird nie wieder nachgeholt werden können.

            Man lese in diesem Zudammenhang einmal „Der Weg zur Rettung – Eine Anleitung“ von Theophan dem Klausner.

            Darin schildert Theophan, Eltern, Erzieher und Lehrer müssen vollkommen rechtschaffene und heilige Menschen sein, um den Glauben an ihre Kinder weiter geben zu können. Was einmal verloren gegangen ist in Kindheit und Jugend, kann kaum noch nachgeholt werden. Haben es Kinder und Jugendliche aber geschafft sich durch die Stürme der Jugendzeit rein zu erhalten, da ihnen das klare Ziel ihres Daseins und Kämpfens aufgezeigt wird, wird ihr Leben später glämzend verlaufen.
            Obwohl es Ausnahmen von der Regel durch die Gnade Gottes gibt, kann man sagen: Wenn die Erziehung frei ist, ist das beste für den Menschen im Leben verloren.

            Der Mensch wählt ja die Gewohnheiten und leider auch die schlechten, weil er zwar das Falsche sieht, aber durch die Gewohnheit nicht mehr frei wählen und entscheiden kann.

            Also bemüht er den Protestantismus, das Christentum light, dass den Menschen seiner Verantwortung enthebt.

            Zudem glaube ich nicht, dass die Mehrheit der regelmäßigen Kirchenbesucher noch konservativ sind. Ich glaube, dass die Konservativen in zunehmendem Maße gezielt die Tradition wählen.

            Ob ich den Piusbrüdern mit meinen eifrigen und Raum einnehmenden Kommentaren mehr schade als nutze, weiß ich nicht. Ich habe dieselben erst dreimal besucht und bin auch in keiner Gemeinde.

            Ich spreche also nicht für die Piusbrüder, sehe aber wohl, dass man sie als Demokratiefeinde und Befürworter eines Gottesstaates hinzustellen versucht, wenn man Lefebvre nicht dahingehend begreien möchte, dass die Freiheit – mit den Worten von P.J.P. II – eben keine Freiheit auf Beliebigkeit (Freibrief) meint, sondern die Freiheit, die erst durch den gelebten Glauben kommt. Der Freiheitsbegriff wurde durch die Freimaurer geradezu pervertiert. Nun heißt es, man müsse von der Religion, die zur Freiheit führt, absehen, dürfe sie nicht vorsetzen oder gar vorscheiben, um die Freiheit der Wahl gegen die Religion (und damit gegen die Mittel der Errettung)zu nicht zu missachten. Das II. Vatikanum stellt die Person des Menschen über jede Vereinnahmung, was in der Praxis zu einem Indifferentismus gegenüber der Wahrheit und zu einer Oberhoheit des Gewissens führen muss.

            In der Praxis sieht das so aus: alle Weichen, alle Signale und Strapenschilder werden auf Abgrund gestellt, und nun sagt man, man dürfe nicht mit Nachdruck vor dem Abgrund warnen.

            Wenn wir von Freiheit sprechen, meinen wir möglicherweise einerseits die Freiheit der Wahl, die auch darin besteht, das Falsche wählen zu können; und andererseits die Freiheit, die die wahre Religion erst bringt: nämlich die Rettung des Menschen und seiner Seele.

            Wenn es wirklich um das ewige Heil geht, darf es im Grunde gar keine Freiheit der Wahl, zumindest nicht in dem Maße, wie wir sie heute im Namen der Freiheit vorfinden, geben; sondern es muss allenhalben und allerorten, eben auch im und durch den Staat, die Religion der Freiheit befördert werden.

            Man kann noch so oft vor der Verderblichkeit des Internets für Jugendliche warnen, noch so viel vor schlechter Musik, Drogen, Freizügigkeit in der Mode und der Lebensführung (Freiheit ohne Trauschein zusammenzuleben, Freiheit, sich homosexuell zu vereiraten und damit ein falsches Beispiel zu geben), wenn dies Wege in der indifferenten Gesellschaft geradezu im Minutentakt beworben werden und der Zugang völlig frei ist.

            Das alles ist, wie es früher hieß, ein Ärgernis geben. Der moderne Staat gibt heute ein Ärgernis. Er animiert geradezu zur Sünde und verkauf das Leben ohne Grenzen und Gebote als große Freiheit.

            Ja, die Sünde ist bunt angestrichen.

            Schließich wirft man den Piusbrüdern vor, den konfessionsgebundenen Staat gäbe es ja schon im Islam. Die Rede ist dann von einem Gottesstatt oder der Umma. Ich denke jedoch, dass der Islam in keiner Weise mit dem Christentum vergleichbar ist.

            Lefebvre sprach von Toleranz gegenüber Andersgläubigen oder Atheisten, aber nur in sofern die Ablehnung Gottes durch den individullen Entscheid nicht vermieden werden kann. Also Toleranz im Sinne von Ertragen und nicht im Sinne des Beförderns, nachdem die Religion sich also komplett aus den Angelegenheiten des Staates zurückzuziehen habe.

            Multikulti, wie wir es heute erleben, geht indirekt auf das II. Vatikanum zurück, da dort der Laizismus des Staates von der Kirche abgesegnet wurde.

            Alles in allem bin ich davon überzeugt, dass es in religiösen Dingen keine vollkommen freie Wahl geben kann. Die Freiheit der Wahl ist ein Kind der Moderne. Sie entsteht ja erst aus der Voraussetzung, alle Religionen seien irgendwie gleichgültig, gleich – gültig. Und ob der, der meint, er habe sich aus freien Stücken für den Glauben entschieden, am Ende eher in die Liebe kommt als der, der durch Gesellschaft und Erziehung angeleitet wurde, wage ich zu bezweifeln.

            Es geht ja bei der religiösen Eriehung darum, den Menschen dazu anzuleite, sich mittels einer Ordnung und Disziplin, von den eigenen Leidenschaften zu befreien.

            Sicher kann ohne Freiheit keine Liebe sein, aber noch weniger ohne Ordnung. Denn was junge Menschen oft frei wählen (z.B. di Freiheit von den Geboten), würden sie immer aus mit dem Herzen und aus Liebe gewählt bezeichnen. Sie wählen zwar, was ihnen lieb ist, aber darum doch noch lange nicht die Liebe.

            Die Liebe Gottes erschließt sich dem in seiner ganzen Glückseligkeit und Fülle, der dazu angeleitet worden ist, die Gebote zu erfüllen, so dass ein Kanal geschaffen wird, durch den die Gnade und Liebe Gottes fließen kann.

            Die Freiheit kommt nicht nur durch die freie Wahl; vielmehr ergibt sie sich auf dem christlichen Wege erst durch die Erfahrung, dass das gelebte Wort Freiheit bringt. Und die volle Freiheit offenbart Gott dem, der die Gebote „voll der Gnade“, also vollständig annimmt; und das meist, weil hier meist schon seine Eltern den Weg gegebnet haben (siehe Maria).

            Heute müssen die Menschen hingegen erst durch die tausend Brüche und Sünden gehen (sollen), bis sie die Wahrheit ergreifen?

            Johannes Paul II. und auch Benedikt waren von dem Freiheitsbegriff des Modernismus stark beeinflusst, Johannes Paul II. sicher auch durch den unmittelbar erlebten Totalitarismus des kommunistischen Systems. Somit war er ein Kind seiner Zeit, weshalb er die Demokratie zwar für nicht perfekt, aber doch für das beste aller Freiheit ermöglichenden Systeme/Staatsformen hielt.

  2. Das Problem der Weltkirche besteht darin, dass offenbar keiner den anderen so richtig kennt.

    Im Artikel heißt es, Bergoglio galt als konservativ. Offensichtlich war ihm der Peronismus schon damals zutiefst zu eigen.

    Bergoglio hat kein Problem damit, in einer konservativen Gesellschaft konservativ zu sein, in einer kommunistischen kommunistisch und in einer liberal-progressiven liberal-progressiv.

    Das ist das ganze Geheimnis um seine Person: sich immer dorthin zu wenden, wo das Schiffchen die meiste Fahrt aufnimmt oder das Fähnlein am günstigsten im Wind hängt.

    Bei allem, was man zu Bergoglios links-rechts Schwänkern sagen kann: den Glauben der ihm anvertrauten Brüder hat er sich zu keiner Zeit nachhaltig gestärkt.

    Im Grunde tut er mir leid. Auch wenn mich eigentlich die Euphorie um seine Person für ihn persönlich freuen müsste. Doch wie könnte man sich freuen, wenn sich jemand selbst und andere hinters Licht führt.

    Bergoglio ist schwer zu fassen. Für viele war, wie ich andernorts gelesen habe, der Verrat an der Untergrundkirche Chinas der Point of no return, an dem auch bei ihnen der Groschen um die verderbliche Kirchenpolitik Bergoglios endlich gefallen ist.

    An dieser Stelle sein noch einmal auf das Statements von Acies ordninata, der synodale Weg sei in seinen verderblichen Folgen ein weiterer, und zwar seelischer ‚Holocaust‘. Es ging hier unter den Kommentatoren darum, ob man den Begriff, der für die Einzigartikeit des jüdischen Holocaust stehe, auf eine innerkirchliche ‚Debatte‘ beziehen dürfe.

    Ich glaube, Weihbischof Andreas Laun hat darauf in einem sehr profunden Beitrag auf kath.net die passende Antwort gegeben. Er sieht durchaus Parallelen. Denn die Ausmaße des weltweiten vertuschten und beschönigten systemischen Mordens, das sich seit 1973 durch fast alle Länder der Erde zieht, ist in seiner Ungeheuerlichkeit mit nichts anderem Vergleichbar, berührt jene traumatische Sprachlosigkeit eines ganzen kollektiven Weltbewusstseins. Im Grunde toppt es sogar noch die singlare Ungeheuerlichkeit, die an den Juden begangen wurde. Denn sie macht weder Halt vor der Rasse, noch vor der Schutzbedürftigkeit, noch vor der Religion. Der Abtreibungsmord zieht sich mit nichts anderem vergleichbar durch die zivilisierte Welt als Ganzes.

    Darum relativiert sie den Versuch des Judengenozid auch nicht, weist aber ähnliche und vergleichbar Muster des Verschweigens, Vertuschens, Fehlleitens auf: der Embryo wird zum Feind des Lebens erklärt.

    Und was hat nun der synodale Weg einer DBK damit zu tun? Und was hat erst Recht Papst Franziskus damit zu tun?

    Franziskus hat bisher die falschen Signale gesetzt, viele viele kleine, die den Gegnern der katholischen Sexualethik und damit der Lebensfeundlichkeit (und der systemischen Abtreibung) nichts Entscheidendes in den Weg gestellt hat. Alle, die es mit der Sexuallehre und dem Naturrrecht nicht so genau nehmen, rennen bei Papst Franziskus offene Türen ein.

    Das Wanken und Schwinden eben dieser Sexiuallehre in den Köpfen des deutschen Episkopats, die Angleichung, ja Anbiederung an die moderne Zivilgesellschaft der 68er, hier repräsentiert durch das ZdK, befördert indirekt das Weiterwalzen der Mordmaschine Kindstötung im Mutterleib.

    Präsident Trump müsste im Grunde von Papst Franziskus der rote Teppich ausgeleht werden. Trump setzt konservative Richter ein, die mit aller Kraft die Abtreibung bekämpfen. Er maschiert bei den Kundgebungen und Märschen für das Leben mit und setzt sich ein für den Lebensschutz.

    Doch Papst Franziskus setzt auch hier die falschen Weichen. Er hofiert geradezu fanatische Abtreibungslobbyisten wie die Obamas, Clinons, Boninos. Er verleiht Orden – wenn auch nur aus Unachtsamkeit – an Frauenrechtlerinnen. Und Lakaien wie Marx und seine Bande hecheln wie süffende Erfüllungsgehilfen, die nichts lieber tun, als den nächsten Knochen zu bringen, hinter den eindeutig zweideutigen Signalen des chinaverliebten Peronisten Bergoglio hinterher.

    Die Stäbe sind gefallen. Das Schisma wird seinen Lauf nehmen.

    Denn entweder man schütz das Leben oder man schützt es nicht. Das 6. Gebot erweist sich immer mehr als der neuralgischen Punkt des Glaubens überhaupt. Es zeigt, wer Kind dieser Welt ist, und wer den Kindern des Lichtes zuzurechnen ist.

    Für mich spielt schon lange keine Rolle mehr, was dieser Papst sagt und nicht sagt.

    Denn auf mich selber kommt es an. Nicht auf den Papst in Rom oder auf eine Hand voll Bischöfe in Fulda, Ingolstadt oder München.

    Gottesdienst wird zuhause im alltäglichen Lebensvollzug, in der Treue zu Gottes Wort, 7 x 24 Stunden die Woche, gefeiert und vor allem gelebt.

    Der Christ kennt keine Ausnahme von der ‚Ausnahme“:

    der ungeteilten Nachfolge.

  3. @Jan: Werter Jan, was meinen Sie mit Ihrer Rede von ,,dem Konzil“? Das Apostelkonzil? Oder doch das Nicaenum? Oder gar hehre Tridentinum? Begriffliche Präzision tut not.

    Der ,,Marxismushintergrund“ des hl. Johannes Paul II. bestand jedenfalls in konkreter Erfahrung marxistisch motivierter Unterdrückung von Glaube und Kirche und in entsprechender Kritik der marxistischen Irrtümer.

    Der ,,Marxismushintergrund“ SH Papst Benedikt XVI. bestand und besteht ebenfalls in profunder Kritik der marxistischen Irrtümer, z. B. der kollektivistischen und damit das Individuum zerstörenden Menschenbildes und in Kritik des nicht selten auftretenden marxistischen Staatsterrors.

  4. Lieber Alfons, vielen Dak für die Klarheit Ihrer Worte. Auch wenn ich die Analyse genau so sehe, hab ich zur Feststellung eines Schismas meine Zweifel. Ich erkenne, wie Sie, zwei Kirchen, eine welche an der Lehre Jesu Christi festhält und eine, welche glaubt die Glaubensinhalte frei definieren zu können. Dies betrifft die ganze Lehre. Wenn wir nun ein Schisma zwischen beiden Positionen definieren, müssen wir, u.a. Sie und ich, sehr schnell erkennen, dass wir keine Mehrheit haben und als Minderheit negligabel sind.
    Auch, wenn wir glauben die Wahrheit zu vertreten, wird man uns fragen, wen vertretet ihr denn. Da wir keine Mehrheit vertreten, wird man uns auch die Wahrheit absprechen und uns entlassen. Also muß die Antwort eine andere sein. Wir müssen die Wahrheit einfordern, ohne auch nur über ein Verlassen der Kirche nachzudenken. Aber jeder persönlich muss sich fragen, ob er an einen Gottesdienst teilnimmt, in welchen Christus verraten wird. Aus konkretem Anlass, kann ich an einem Gottesdienst teilnehmen, der z.B. Maria 2.0 verkündet? Zusammengefasst: Wir sollten nicht den juristischen Bruch provozieren, sondern mit unsern Füssen dafür sorgen, dass die Verräter erkennen müssen, dass sie keine Mehrheit haben. Denn die Mehrzahl der regelmäßigen Kirchenbesucher sind eher konservativ und wenn sie wegbrechen, wird es kritisch auch für die „Modernisten“.

  5. Schauen Sie, werter Jan, in der Bundesrepublik Deutschland schwören die Bischöfe vor Übernahme ihrer Diözese den Treueid auf den Reichsstatthalter gemäß Artikel 16 des Reichskonkordat von 1933. Kardinal Woelki hat dies bereits zweimal vollzogen, einmal vor der Übernahme der Diözese Berlin, das andere mal bei der Übernahme der Diözese Köln
    https://youtu.be/1_GrYstzQfA

    Artikel 16 des Reichskonkordat von 1933 , Unterschrift Adolf Hitler lautet:

    “Bevor die Bischöfe von ihrer Diözese Besitz ergreifen, leisten sie in die Hand des Reichsstatthalters in dem zuständigen Lande oder dem Reichspräsidenten einen Treueid nach folgender Formel:(weiteres siehe Internet Artikel 16 Reichskonkordat von 1934).

    Die “Reichsstatthalter“, in dessen Hand die Bischöfe in Deutschland den Treueid leisten, bevor sie von ihrer Diözese Besitz ergreifen, sind heute unter anderem die Vertreter der Abtreibungslobby und der LGBT-Lobby in Berlin, Nordrhein-Westfalen und in den anderen Bundesländern.

    Die kommunistischen Machthaber und Marxisten der DDR haben einen derartigen Treueid von den katholischen Bischöfen nicht abverlangt, muss man den
    DDR Machthabern lobend nachrufen.

    In einem Artikel DIE WELT vom 30.3.18 “Staat und Religion: Wann hört die Kirche endlich auf, sich zu verzwergen?“ ist die Praxis,das die Bischöfe vor Übernahme ihrer Diözese den Treueid gem. Artikel 16 des Reichskonkordat von 1933 abzulegen haben, profund kritisiert worden. Der Artikel ist in jeder Hinsicht empfehlenswert:

    “Mit Verlaub,wieso sollte eine Kirche jeder denkbaren Regierung ihre Achtung versprechen, und das auf Vorschuss…und warum soll ein weltlicher Regierungschef seinen Segen zu den Personalien einer Weltkirche geben…vergleichbare ritualisierte Bücklinge kennt keine zweite Religionsgemeinschaft in Deutschland…doch die deutschen Bischöfe mögen den Bückling offenbar nicht missen…oder geht es ihnen um die Tasse Kaffee,die sie bei dieser Gelegenheit mit dem Regierungschef trinken dürfen..“

    Der Artikel in DIE WELT stellt zutreffend fest, das lediglich die Katholische Kirche in Deutschland den Bückling des Treueids auf den Staat macht, und sich dabei auch regelmäßig öffentlich vorführen lässt,und das eben auch noch,wie seinerzeit in Berlin, von einem prominenten Vertreter der LGBT-Lobby.
    Keine andere Religionsgemeinschaft in Deutschland leistet einen derartigen Treueid.

    Woelki hat seinerzeit in Berlin unmittelbar vor dem Papstbesuch am 22.9.11 dann einen noch tieferen Bückling gemacht. Der Lesben- und Schwulenverband hatte vor dem Papstbesuch mit anderen linken Gruppierungen zu Demonstrationen gegen den Papst aufgerufen. Woelki hat die Vertreter des Lesben- und Schwulenverbandes unmittelbar vor dem Papstbesuch im Ordinariat des Erzbistums Berlin empfangen.
    Der Vorgänger von Kardinal Woelki, Kardinal Sterzynski, hat auf “Gesprächsangebote“ des Lesben- und Schwulenverbandes, der tendenziell Links ist, nie reagiert. (Tagesspiegel vom 16.9.2011, Katholische Kirche unterschiedlich aber friedlich)

    Auf YouTube sind zahlreiche Predigten des 1987 ermordeten Priesters Hans Milch verfügbar. Hans Milch, der 1979 bereits von Bischof Kempf wegen seiner kritischen Predigten suspendiert wurde, hat erstaunliche Weitsichtigkeit bewiesen,
    Empfehlenswert sind die auf YouTube abrufbaren Predigten von Hans Milch

    *Der drohende Untergang Europas

    *Ansprache gegen den kollektiven Menschheitsfortschritt

    *Zeitvergötzung, Fortschrittsbetrug

    *Das II. Vatikanische Konzil

    *Wir und Rom

    *Das Wesen des Antichrist

    Ach ja, Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben während ihres Pontifikats mehrmals ihre Heimat besucht. Franziskus ist seit demnächst demnächst 7 Jahren Papst und war während seines Pontifikats bereits in Brasilien, Israel, Türkei, Paraguay, in Aserbaidschan, Armenien, Bangladesch,Marokko, in Albanien und sogar in der Zentralafrikanischen Republik, aber niemals hat er seine argentinische Heimat besucht. VaticanNews hat am 13.11.19 gemeldet: “Auch 2020 keine Papstreise nach Argentinien!“
    Warum hat Papst Franziskus seine Heimat während seines Pontifikats noch nicht besucht? Möglicherweise hat die TAZ im Artikel zutreffendes analysiert
    TAZ vom 17.1.2018 “Kommentar, der Papst in Südamerika. Angst vor Argentinien!“

  6. @ Alexander Rudolph. Zur Feststellung, dass Franziskus noch nicht in seinem Heimatland Argentien war, gestatten Sie mie einen Hinweis:
    Franziskus ist nach wie vor Argentinier.Vor einigen Jahren ging durch die Presse, dass sein argentinischer Ausweis/ Pass verlängert wurde. Ob er einen vatikanischen Pass besitzt erschien danach fraglich. Dies könnte jedoch im Gegenzug zur Folge haben, dass er in Argentinien keine diplomatische Immunität geniest. Dies wäre ein Grund um sein Heimatland zu meiden.

  7. Der Autor des besprochenen Buchs stammt aus dem Umfeld von La Sapienza (Jesuitenuniversität bei Rom) und von linksorientierten Jesuiten.
    Kard. Tarcisio Bertone stammt wohl nicht aus der Diplomatie; bei vielen Problemen und Aufgaben handelte er nicht sehr klug, nicht weise und nicht selten sehr dumm.
    PaterGeneral Peter Kolvenbach SI, Nachfolger von Päpstlichen Delegaten Pater Paolo Dezza SI, hat den damals total zerkrümelnden Jesuitenorden behutsam zusammengehalten über 26 Jahren.
    Keine geringe Leistung für einen irenischen Menschen.
    Jorge Bergoglio SI wurde 1978 seines Postens als Provinzoberer der Jesuitenprovinz Argentina enthoben, und wohl wegen gewaltigen Problemen mit seiner Ordensführung.
    Von bestimmten jüngeren Mitbrüdern angehimmelt, wurde er zugleich äusserst kritisch gesehen von vielen anderen Jesuiten.
    Wie es aussieht, lagen hochgradige psychiatrische Defizite bei Bergoglio vor.
    Bergoglio wurde in die Provinz geschickt (für ein Großstadtmensch wie er die schlimmste Strafe), darüberhinaus versehen mit dem Zusatz, daß er nie mehr in einem Haus der Jesuiten verkehren dürfte.
    Das Verhältnis von Bergoglio zu seinem Orden geriet damit für die nächste 34 Jahren auf den Nullpunkt.
    1985 hat PaterGeneral Kolvenbach dem Vatikan (und dabei Papst Johann Paul 22 direkt) mitgeteilt, daß Bergoglio im jeden Fall nicht zu Bischof geweiht werden dürfte aufgrund schwersten Defekten.
    2005 detonierte der Skandal um Juan Carlos Maccarone (1940-2015), früher Weihbischof in Buenos Aires und später Bischof in Santiago del Estero (Argent.), wobei eine Videoaufnahme dessen Homosexestbattementen in der Sakristei der Kathedrale von Buenos Aires (mit einem 23-jährigen männlichen Prostituierten alias inzwischen umgetauft zu „seinem Fahrer“) an mehreren Zeitungen angeboten wurde.
    Papst Benedikt XVI hat dann in der schnellsten Handlung in der Geschichte sofort Maccarona entfernt und in ein Altenheim verbannt.
    Die intensive und beiderseits stützende Verbindung zwischen Maccarone und Bergoglio war damals schon sehr gut bekannt.
    Insoweit zeigt die hier kolportierte Geschichte um Kard. Bertone überhaupt keinen Lorbeer für Bergoglio, sondern zuallererst das unwissende/dumme/gefährlich nachlässige Verhalten von Kard. Tarcisio Bertone.

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