Jesuitengeneral: „Papstkritiker wissen, daß Franziskus nicht Meinung ändern wird. Es geht bereits um seine Nachfolge“

Arturo Sosa Abascals Verschwörungstheorie

Jesuitengeneral Sosa Abascal ersetzt Dialog und Diskussion durch Diskreditierung und Verschwörungstheorien.
Jesuitengeneral Sosa Abascal ersetzt Dialog und Diskussion durch Diskreditierung und Verschwörungstheorien.

(Rom) Es wird nicht bezwei­felt, daß Jesui­ten­ge­ne­ral Arturo Sosa Abas­cal ein treu­er Sol­dat an der Sei­te sei­nes Ordens­mit­bru­ders Papst Fran­zis­kus ist. Unheim­lich sind man­chen aller­dings sei­ne Medi­en­auf­trit­te, die seit sei­ner Wahl im Okto­ber 2016 erfol­gen. Ein sol­cher fand auch jüngst statt.

Ende der 70er Jah­re bemüh­te sich Sosa Abas­cal um eine Ver­ei­ni­gung von Chri­sten­tum und Sozia­lis­mus. Noch 1989 unter­zeich­ne­te er eine Lobes­hym­ne auf den kom­mu­ni­sti­schen Dik­ta­tor Fidel Castro.

Nach sei­ner Wahl zum Ordens­ge­ne­ral wur­de Sosa berühmt, indem er das umstrit­te­ne nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia damit ver­tei­dig­te, daß er Anfang 2017 die Echt­heit des Her­ren­wor­tes zur Unauf­lös­lich­keit der Ehe im Evan­ge­li­um in Fra­ge stell­te. Damals habe schließ­lich nie­mand „ein Ton­band­ge­rät“ dabei­ge­habt. Bei der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, damals noch unter der Lei­tung von Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, wur­de ein Häre­sie­vor­wurf gegen Sosa ein­ge­bracht. Kaum mehr als zwei Mona­te spä­ter wur­de Kar­di­nal Mül­ler von Papst Fran­zis­kus ent­las­sen und durch Luis Ladar­ia Fer­rer ersetzt. Die Ein­ga­be ver­schwand in einer Schub­la­de. Seit­her gehö­ren der Papst und der Glau­bens­prä­fekt dem Jesui­ten­or­den an. Weder das eine noch das ande­re gab es zuvor in der Kir­chen­ge­schich­te, geschwei­ge denn bei­des zusam­men. Wer soll­te gegen den Jesui­ten­ge­ne­ral ein Ver­fah­ren eröff­nen?

Gene­ral Sosa mag nach eige­nem Bekun­den das Wort „Glau­bens­leh­re“ nicht. Er will auch vom Teu­fel nichts wis­sen. Das per­so­ni­fi­zier­te Böse gebe es nicht. Der Teu­fel sei nur eine „sym­bo­li­sche Rea­li­tät“, um das Böse im Men­schen zu benen­nen. Im ver­gan­ge­nen August wie­der­hol­te er beim Mee­ting der Gemein­schaft Com­u­nio­ne e Libe­ra­zi­one in Rimi­ni die­se Behaup­tung, die der Hei­li­gen Schrift und der kirch­li­chen Leh­re offen wider­spricht.

Die Inter­na­tio­na­le Exor­zi­sten­ver­ei­ni­gung AIE, gegrün­det von P. Gabrie­le Amor­th, reagier­te ener­gisch:

„Die Kir­che warnt vor Leu­ten wie Jesui­ten­ge­ne­ral Sosa.“

Wie bei den ande­ren umstrit­te­nen Äuße­run­gen Sosas schwieg der Vati­kan auch dies­mal.

Es geht „bereits um die Nachfolge“

Am Mon­tag mel­de­te sich der „Schwar­ze Papst“, wie der Gene­ral­obe­re des Jesui­ten auch tra­di­tio­nell genannt wird, erneut in den Medi­en zu Wort und warn­te vor einer Ver­schwö­rung, die bereits die Nach­fol­ge von Papst Fran­zis­kus im Auge habe. Es gebe geziel­te Angrif­fe mit der Absicht, „Ein­fluß auf die Wahl des näch­sten Pap­stes zu neh­men“.

Fran­zis­kus habe ein bestimm­tes Alter, wes­halb sein Pon­ti­fi­kat nicht zu den läng­sten der Kir­chen­ge­schich­te gehö­ren wer­de.

„Eini­ge schau­en bereits auf die Nach­fol­ge.“

Der Ordens­ge­ne­ral sprach am Sitz der Aus­lands­pres­se in Rom mit Jour­na­li­sten. Fran­ca Gian­sol­da­ti, Vati­ka­ni­stin des Mess­ag­ge­ro und über­zeug­te Ber­go­glia­ne­rin, sekun­dier­te Pater Sosa, daß eine „breit­ge­fä­cher­te Offen­si­ve im Gan­ge ist, um Papst Fran­zis­kus zu schwä­chen“. Laut Gian­sol­da­ti hand­le es sich dabei um etwas, was „als inter­ne Ver­schwö­rung bezeich­net wer­den könn­te“.

Sosa Abas­cal wur­de zu den nega­ti­ven Stel­lung­nah­men eini­ger Kar­di­nä­le zur bevor­ste­hen­den Ama­zo­nas­syn­ode befragt. Dabei han­delt es sich um eine Son­der­syn­ode über die Ama­zo­nas­re­gi­on, die laut offi­zi­el­ler Sprach­re­ge­lung des Vati­kans von Papst Fran­zis­kus im Gefol­ge sei­ner Öko-Enzy­kli­ka Lau­da­to sì ein­be­ru­fen wur­de.

Der 30. Nach­fol­ger des hei­li­gen Igna­ti­us von Loyo­la rede­te vor den Jour­na­li­sten nicht drum­her­um. Ja, der erneu­te Fron­tal­an­griff sei als „inter­ner Kampf“ zu sehen. Gene­ral Sosa wört­lich:

„Es ist effek­tiv so etwas gegen die Sicht von Papst Fran­zis­kus, die er der Umset­zung des Zwei­ten Vati­ca­num gibt. In die­sem Kampf wird etwas sicht­bar, erkenn­bar: der Kle­ri­ka­lis­mus, oder anders gesagt, ein Macht­kampf.“

Es sei kein Zufall, wenn der Papst seit sei­ner Wahl gegen den Kle­ri­ka­lis­mus in der Kir­che pre­di­ge.

„Die glei­chen Angrif­fe, die sich nun wegen die­ser Syn­ode gegen ihn rich­ten, gab es auch schon wegen der Fami­li­en­syn­ode. Es sind die­sel­ben Krei­se.“

Gian­sol­da­ti ver­deut­licht die Wor­te des „Schwar­zen Pap­stes“ und erklär­te, daß damit der „kon­ser­va­tiv­ste Teil“ in der Kir­che gemeint sei. Jener Teil, der „am wenig­sten gewillt“ sei, die „Öff­nun­gen des Kon­zils in Sachen Syn­oda­li­tät, Gesell­schaft, Bezie­hun­gen zwi­schen den Reli­gio­nen, Öff­nun­gen gegen­über Frau­en und Lai­en umzu­set­zen“.

Gene­ral Sosa ging noch etwas wei­ter:

„Mei­ner Ansicht nach ist es nicht nur ein Angriff gegen den Papst. Jene, die kri­ti­sie­ren oder die Kri­tik schü­ren, wis­sen genau, daß Fran­zis­kus sei­ne Mei­nung nicht ändern wird. Ihr wirk­li­ches Ziel ist die Visi­on des Zwei­ten Vati­ca­num.“

Die bequeme Verschwörungstheorie

Gene­ral Sosa befeu­er­te beim Jour­na­li­sten­ge­spräch die The­se eines Kom­plotts gegen Papst Fran­zis­kus, an der von pro­gres­si­ven Kir­chen­krei­sen seit 2013 gestrickt wird. Einer der ersten war der in den Medi­en omni­prä­sen­te öster­rei­chi­sche Prie­ster und Pasto­ral­theo­lo­ge Paul Zuleh­ner. Bereits vor sechs Jah­ren schrieb er im ORF am Dreh­buch zur fik­tio­na­len Tra­gö­die, indem er aus hei­te­rem Him­mel behaup­te­te, es wür­de ihn nicht wun­dern, wenn Papst Fran­zis­kus „von sei­nen Geg­nern umge­bracht wird“.

Katholisches.info damals:

„In die­ser so wirr anmu­ten­den, ja kaba­rett­rei­fen Kom­plott­welt Zuleh­ners ste­hen die even­tu­el­len Täter schon fest: Es sind natür­lich ‚die Kon­ser­va­ti­ven‘. Kri­ti­sche Fra­gen zu sei­ner abstru­sen Unter­stel­lung hat­te er vom ORF nicht zu befürch­ten. So etwas nennt man gei­sti­ge Brun­nen­ver­gif­tung.“

Heu­te prä­sen­tiert sich der Kon­text, in den Zuleh­ner sei­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie bet­te­te, in einem neu­en Licht, aller­dings einem ande­ren als von ihm behaup­tet. Weni­ger beach­tet wur­de damals, da Zuleh­ners Posi­tio­nen seit Jah­ren hin­läng­lich bekannt waren, der Zusam­men­hang, in dem er die War­nung vor einem Mord aus­sprach: Er sei sich sicher, so der Wie­ner Pasto­ral­theo­lo­ge, daß Papst Fran­zis­kus den prie­ster­li­chen Zöli­bat abschaf­fen wol­le.

Die Zeit sei „reif, über die Abschaf­fung des Zöli­bats bei katho­li­schen Prie­stern nach­zu­den­ken“, so Zuleh­ner wört­lich. Papst Fran­zis­kus wol­le die Kir­che grund­le­gend refor­mie­ren und eben dabei auch end­lich den prie­ster­li­chen Zöli­bat besei­ti­gen. Er hof­fe, daß sich der Papst mit sei­nen Reform­plä­nen durch­set­zen kön­ne, habe aber Angst um den Papst. Er hof­fe, daß Papst Fran­zis­kus nicht vor­her von sei­nen Geg­ner umge­bracht wer­de. Wört­lich sag­te Zuleh­ner dem ORF:

„Man­che Leu­te fürch­ten auch, daß es den Kon­ser­va­ti­ven zu viel ist und daß man­che auch dar­an den­ken, ihn umzu­brin­gen. Es gibt sol­che Gerüch­te.“

Um genau zu sein, war es Zuleh­ner, der mit die­ser Behaup­tung im öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk ein Gerücht in die Welt setz­te. Ins­ge­samt war aber „opti­mi­stisch“, was die Absich­ten von Papst Fran­zis­kus zur Zöli­bats­be­sei­ti­gung betrifft.

Wuß­te Zuleh­ner bereits mehr über die Ama­zo­nas-Plä­ne zur Zulas­sung ver­hei­ra­te­ter Prie­ster?

Zulehners Enthüllung: Es geht um die Beseitigung des Zölibats

Am 10. Novem­ber 2017 wie­der­hol­te Zuleh­ner sei­ne Behaup­tun­gen bei der Herbst­voll­ver­samm­lung des Lan­des­ko­mi­tees der Katho­li­ken in Bay­ern und wie­der­um exakt mit der­sel­ben Ver­quickung. KNA berich­te­te damals:

„‚Papst wird Prie­ster­wei­he Ver­hei­ra­te­ter zulas­sen.‘ Der Wie­ner Pasto­ral­theo­lo­ge Paul Zuleh­ner zeigt sich über­zeugt, dass Papst Fran­zis­kus neue For­men des Prie­ster­tums zulas­sen wird. ‚Wir wer­den das noch erle­ben, wenn nie­mand den Papst erschießt oder ver­gif­tet‘, sag­te Zuleh­ner.“

In das­sel­be Horn wur­de nun von Gene­ral Sosa gebla­sen mit dem Zusatz, daß der Obe­re der Jesui­ten das Regie­rungs­pro­gramm von Papst Fran­zis­kus, ein­schließ­lich der Ama­zo­nas­syn­ode, als „Umset­zung“ des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils dekla­rier­te.

Die Ver­schwö­rungs­theo­rie, die Sosa ver­brei­tet, hat den ange­neh­men „Neben­ef­fekt“ sich jeder inhalt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit den Kri­ti­kern und ihren Posi­tio­nen ent­zie­hen zu kön­nen. Bei genaue­rer Betrach­tung erweist sich der „Neben­ef­fekt“ viel­mehr als ein Wesens­merk­mal des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats. Die Liste der Dia­log­ver­wei­ge­run­gen durch Papst Fran­zis­kus wird immer län­ger.

Geäu­ßer­te Kri­tik wird als „Angriff“ abge­schmet­tert und als „Kom­plott“ denun­ziert. Die „Täter“ wer­den ledig­lich zum Zweck der Dis­kre­di­tie­rung benannt.

Die Kom­plott-The­se, ob von Zuleh­ner oder Sosa, läßt sich im sieb­ten Jahr des Pon­ti­fi­kats als Teil einer Stra­te­gie erken­nen mit dem Ziel, die geplan­ten „Refor­men“, mit ihren Ein­grif­fen in die Glau­bens­leh­re und die kirch­li­che Ord­nung, gegen Wider­stän­de abzu­si­chern. Die Dis­kus­si­ons­ver­wei­ge­rung erweist sich als kon­sti­tu­ti­ves Ele­ment die­ser Stra­te­gie.

Und die Spur führt wie­der in den deut­schen Sprach­raum.

Zuleh­ner wur­de bereits genannt. Kar­di­nal Kas­per gilt als „Theo­lo­ge des Pap­stes“ als des­sen wich­tig­ster inhalt­li­cher Stich­wort­ge­ber. Er war als Mit­glied der Geheim­grup­pe von Sankt Gal­len und des Team Ber­go­glio auch der Kopf der „Ope­ra­ti­on Ber­go­glio“ beim Kon­kla­ve. Deut­lich wur­de das an der War­nung an Bene­dikt XVI., sich nicht in die Wahl sei­nes Nach­fol­gers „ein­zu­mi­schen“.

Zuleh­ners frü­her Auf­takt in Sin­ne die­ser Stra­te­gie erfolg­te kei­ne sechs Mona­te nach der Wahl von Fran­zis­kus, gan­ze vier Jah­re bevor erst­mals offi­zi­ell eine Ama­zo­nas­syn­ode ange­kün­digt wur­de und mehr als fünf Jah­re bevor Kar­di­nal Loren­zo Bal­dis­se­ri, der Gene­ral­se­kre­tär der Bischofs­syn­ode, zum ersten Mal bestä­tig­te, daß bei der Ama­zo­nas­syn­ode über das Wei­he­sa­kra­ment und den prie­ster­li­chen Zöli­bat gespro­chen wird. Das legt nahe, daß die Wei­chen­stel­lun­gen für die mit der Ama­zo­nas­syn­ode ver­folg­ten Zie­le bereits in der Zeit der Sedis­va­kanz zu suchen sind und die Pla­nun­gen unmit­tel­bar nach der Papst­wahl ein­setz­ten. Zu den Freun­den Zuleh­ners gehört der inzwi­schen eme­ri­tier­te, öster­rei­chi­sche Mis­si­ons­bi­schof Erwin Kräut­ler, der in den Syn­oden­vor­be­rei­tun­gen eine zen­tra­le Rol­le spielt. Kräut­ler war es, der im Mai 2014 erst­mals und ziem­lich offen­her­zig durch­blicken ließ, daß die Anti-Zöli­bats-Agen­da in San­ta Mar­ta ange­kom­men war.

Die Amazonassynode der Klerikalisten

Der Gesamt­zu­sam­men­hang sagt noch etwas: Die Besei­ti­gung des prie­ster­li­chen Zöli­bats und die Zulas­sung „neu­er“ Ämter für Frau­en, bei­des fin­det sich im Arbeits­pa­pier für die Ama­zo­nas­syn­ode, ist für die Grup­pe von Kar­di­nä­len und Bischö­fen, deren Kan­di­dat Jor­ge Mario Ber­go­glio im Kon­kla­ve war, noch wich­ti­ger als die Zulas­sung von Katho­li­ken zu den Sakra­men­ten, die in irre­gu­lä­ren Ver­bin­dun­gen leben (wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne, ein­ge­tra­ge­ne, homo­se­xu­el­le Part­ner­schaf­ten). Die Fami­li­en­syn­oden waren ein Pro­be­lauf für die bevor­ste­hen­de Ama­zo­nas­syn­ode. Die Cho­reo­gra­phie der Syn­oden mit „vor­ge­fer­tig­ten Ergeb­nis­sen“ (Ablauf, Ernen­nung der Syn­oda­len, Ver­bind­lich­keit) konn­te dadurch ver­fei­nert wer­den.

Sosa bekräf­tig­te, drei Wochen vor Syn­oden­be­ginn, daß man auf die Kri­ti­ker des Instru­men­tum labo­ris kei­ne Rück­sicht zu neh­men habe. Abge­se­hen davon, so der Jesui­ten­ge­ne­ral, sei ohne­hin klar, daß „Papst Fran­zis­kus sei­ne Mei­nung nicht ändern wird“. Die Ama­zo­nas­syn­ode ist durch die geo­gra­phi­sche Ein­schrän­kung auf die Diö­ze­sen des Ama­zo­nas­beckens her­me­tisch abge­schirmt. Die Syn­oda­len, die voll­stän­di­ge Liste der Syn­oden­teil­neh­mer wur­de noch nicht ver­öf­fent­licht, sind gewis­ser­ma­ßen hand­ver­le­sen. Mit uner­wünsch­ten Wider­stän­den wie bei den Fami­li­en­syn­oden ist daher nicht mehr zu rech­nen.

Was war noch gleich Kle­ri­ka­lis­mus?

Eine Sor­ge plagt das päpst­li­che Umfeld aller­dings noch: die Nach­fol­ge von Papst Fran­zis­kus. Fran­zis­kus selbst bemüht sich um Abhil­fe, durch die Kre­ierung ihm nahe­ste­hen­der Kar­di­nä­le. Am Tag vor Eröff­nung der Ama­zo­nas­syn­ode wird Fran­zis­kus zehn neu­en Papst­wäh­lern das Kar­di­nal­spur­pur ver­lei­hen. Da es auch im näch­sten Kon­kla­ve kaum mehr als 120 Papst­wäh­ler geben wird, kei­ne Klei­nig­keit. Bereits im Novem­ber 2015 schrieb Katholisches.info:

„Die wirk­li­che Revo­lu­ti­on von Papst Fran­zis­kus erfolgt durch Ernen­nun­gen.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

5 Kommentare

  1. Das sind End­zeit-Sze­na­ri­en, die­ser sog. Jesui­ten-Gene­ral ist mit sei­nen Aus­sa­gen eher ein Fall für einen Psych­ia­ter.

  2. Die Nach­fol­ge von Papst Fran­zis­kus wird kein Kon­ser­va­ti­ver antre­ten. Dafür ist bereits gesorgt. Und daß es zu einer offi­zi­el­len Spal­tung kommt ist unwahr­schein­lich; die Mehr­hei­ten wer­den die Immo­bi­li­en für sich behaup­ten kön­nen.
    Unser neu­er Bischof von Augs­burg wird auch von die­ser Qua­li­tät sein und zu den Mehr­hei­ten pas­sen.

  3. Die Aus­drucks­wei­se die­ses Jesui­ten-Gene­ral Sosa erin­nern sehr an die belie­bi­ge, vom The­ma abschwei­fen­de Redens­art von Papst Fran­zis­kus. Wie sag­te noch ein­mal Jesus Chri­stus, „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein sei ein Nein. Alles ande­re kommt vom Teu­fel.“

    Ja kön­nen sie nicht sagen(bspw beim The­ma Zöli­bat-Abschaf­fung), obwohl es ins­ge­heim die Wahr­heit wäre(dass sie, die Aposta­ten dafür wären), nein auch nicht, also sagen sie stän­dig Jein und schmücken es mit kom­pli­zier­ten For­mu­lie­run­gen aus.
    Und im Alter und mit ent­spre­chen­der Macht-Absi­che­rung zeigt sich oft das wah­re Gesicht eines Prä­la­ten, man­che tre­ten ent­schie­de­ner gegen Abtrei­bun­gen auf(K. Küng, Laun), ande­re wür­den die Kir­che als sol­che am Lieb­sten abschaf­fen ihren Wor­ten zufolge(Kasper, Ber­go­glio).

    • „Ja kön­nen sie nicht sagen (bspw. beim The­ma Zöli­bat-Abschaf­fung), obwohl es ins­ge­heim die Wahr­heit wäre, dass sie, die Aposta­ten dafür wären, nein auch nicht, also sagen sie stän­dig Jein und schmücken es mit kom­pli­zier­ten For­mu­lie­run­gen aus.“

      Das ist dann fak­tisch die Aus­wei­tung der noch von Papst Johan­nes Paul II. ver­wor­fe­nen Situa­ti­ons­ethik auf den Bereich der zöli­ba­tä­ren Prie­ster­schaft, ein Angriff auf das Wei­he­amt selbst.

      Die­ses Vor­ge­hen einer Theo­lo­gie von unten („Theo­lo­gie auf den Knien“) ent­spricht der Demo­kra­ti­sie­rung der Kir­che sowie all ihrer Glie­der; die Kir­chen­struk­tur wird ent­au­to­ri­siert und der Prie­ster reiht sich selbst leicht in den Mief der Schaf­her­de ein, anstatt durch ein rei­nes und keu­sches Leben die Men­schen vom Eros zur Aga­pe hin­zu­lei­ten. Also ver­liert er die Ori­en­tie­rung und wird zuerst zu einem Heuch­ler, dann zu einem Welt­prie­ster der Neu­en Kir­che, die ihm fort­an die Beru­fung zuspricht — und nicht mehr Gott.

      Wenn der Prie­ster ver­hei­ra­tet ist, kann er nicht län­ger ein ande­rer Chri­stus sein. Er kann nicht mehr wirk­lich aus der Hei­lig­keit sei­ner evan­ge­li­schen Rein­heit zur Schön­heit der Ganz­hin­ga­be lei­ten.

      Dem Sub­jek­ti­vis­mus, dem Pri­mat des Gewis­sens, der Pro­te­stan­ti­sie­rung der katho­li­schen Kir­che ist das Feld über­las­sen.

      Dafür ern­tet man wohl anfangs eini­gen Applaus, lang­fri­stig aber wird so die­ser gewal­ti­ge Eis­berg der Apost­asie von der wah­ren klei­nen Kir­che Chri­sti weg­bre­chen.

      Ganz sicher wird die Geschich­te des Abfalls beglei­tet wer­den durch gro­ße Zei­chen und Wun­der; hat man doch sämt­li­che Gei­ster und Dämo­nen ein­ge­la­den, um im Hau­se Got­tes sein Unwe­sen zu trei­ben.

      Vie­le Wun­der wer­den gesche­hen und sie wer­den den Abfall von der Tugend und die Hin­wen­dung zum Gei­ste Luthers noch beschleu­ni­gen. Die­sel­ben wer­den jedoch nicht von Dau­er sein, wer­den dämo­nisch ver­ur­sacht oder mas­sen­hyp­no­tisch erklär­bar sein, und sie wer­den die Geheil­ten zu noch mehr Frech­hei­ten und Sün­den wider den katho­li­schen Geist anspor­nen.

      Unser Gott aber ist ein Gott der Demut und der Bekeh­rung zur Wahr­heit.

      Zwar gab es z.B. bei Pater Pio vie­le Hei­lun­gen, aber es gab auch vie­le Kreu­ze; und für die­je­ni­gen, die wirk­lich bereit waren, gab es nur noch das Kreuz und das Opfer.

      Wir müs­sen die Tugend ver­tei­di­gen bis ans Kreuz des fort­le­ben­den und fort­lei­den­den Chri­stus.

      Wer in die­ser Welt der Abkehr von Gott kein see­li­sches Mar­ty­ri­um erlei­det, son­dern die Oster­bot­schaft ein­sei­tig vor­weg­nehm­men will, um alle Laster ein­zu­las­sen, der lie­fert sich den Ver­su­chun­gen des Fein­des aus und der dient all­mäh­lich dem Her­ren die­ser Welt.

      In die­ser Welt braucht es aber den Wider­spruch des zöli­ba­tä­ren Prie­sters, der sich ganz dem Werk der See­len­ret­tung hin­gibt.

      Die Auf­lö­sung des Zöli­bats bedeu­tet schluss­end­lich, die Prie­ster einer Welt aus­zu­lie­fern, die sie ver­ein­nah­me und besit­zen wird. Sie wer­den kei­ne Män­ner des fort­dau­ern­den Gebe­tes mehr sein, wie es zum Bei­spiel Robert Kar­di­nal Sarah in sei­nem Buch „Herr, blei­be bei uns“ anmahnt.

      Der Prie­ster muss einer sein, der wie Pater Pio oder der Pfar­rer von Ars nur für die gefes­sel­ten und ver­sklav­ten Men­schen die­ser Welt da sein will.

      Sei­ne Auf­ga­be liegt in der See­len­füh­rung und der Weckung des Glau­bens, die immer drei Stu­fen umfasst:

      von hell­grau
      zu raa­ben­schwarz
      zu hel­lem Licht.

      Der Gläu­bi­ge ohne See­len­füh­rung ergibt sich so gut wie immer im Zustand des Lei­des (raa­ben­schwarz) der Resi­gna­ti­on. Gera­de hier beginnt aber Kir­che fort­le­ben­der, fort­lei­den­der Chri­stus zur Ent­mach­tung des Bösen zu sein.

      Das Licht Got­tes, Wort und Per­son Jesu müs­sen aus dem Prie­ster leuch­ten. Die Zuver­sicht Jesu, der auf das Reich Got­tes blickt und es ver­heißt.

      Der Prie­ster muss sei­nen Blick abwen­den von den Lei­den­schaf­ten die­ser Welt. Er soll und darf kein Sozi­al­ar­bei­ter sein.

      Viel­mehr wird das Licht Got­tes in ihm, das durch sei­ne Gott­zu­ge­wand­heit in ihm ist, alle hil­fe­su­chen­den Men­schen und alles Böse anzie­hen, dass es sich im Sakra­ment der Beich­te bre­chen und im Opfer der hei­li­gen Mes­se rein­wa­schen kann.

      Danach beginnt für den Umge­kehr­ten der Weg der Tugend. Der Prie­ster muss Gebets­grup­pen um sich scha­ren und ver­ant­wort­li­che Lai­en um sich grup­pie­ren, die sich um die Belan­ge der Umge­kehr­ten küm­mern.

  4. Kei­ne Kir­chen­re­form hat mit einer Abschaf­fung des Zöli­ba­tes begon­nen. Das soll­te auch Prof. Zuleh­ner wis­sen, der Papst sowie­so.

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