Papstvertrauter Paglia ohrfeigt die Lebensschützer und eröffnet Debatte zur Legalisierung künstlicher Verhütungsmittel

Der Regisseur ist weiß gekleidet

Die progressive Wochenzeitung The Tablet interviewte Erzbischof Paglia, den Vorsitzenden der Päpstlichen Akademie für das Leben, und legte das ganze Dilemma offen, in dem sich der päpstliche Einsatz für das Lebensrecht befindet.
Die progressive Wochenzeitung The Tablet interviewte Erzbischof Paglia, den Vorsitzenden der Päpstlichen Akademie für das Leben, und legte das ganze Dilemma offen, in dem sich der päpstliche Einsatz für das Lebensrecht befindet.

(Rom) In sei­nem jüng­sten Inter­view erklär­te Kuri­en­erz­bi­schof Vin­cen­zo Paglia, Prä­si­dent der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben, daß in der Fra­ge der kirch­li­chen Ableh­nung künst­li­cher Ver­hü­tungs­mit­tel „eine Ver­än­de­rung mög­lich ist“. Die Ernen­nung von Maria­na Maz­zu­ca­to und die hart­näcki­ge Ver­tei­di­gung die­ser Ernen­nung zeigt, daß es sich nicht nur um eine Per­so­na­lie han­delt, son­dern um einen Teil des gro­ßen Paradigmenwechsels.

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag ver­öf­fent­lich­te das bri­ti­sche pro­gres­si­ve katho­li­sche Blatt The Tablet ein Inter­view mit dem Papst­ver­trau­ten Vin­cen­zo Paglia. Schon vor Jah­ren läu­te­ten die Alarm­glocken, daß Fran­zis­kus eine Ände­rung der kirch­li­chen Posi­ti­on anstrebt. Damals wur­de dies von den Ver­ant­wort­li­chen ent­schie­den abge­strit­ten, doch die Wirk­lich­keit sieht anders aus.

Das Inter­view für The Tablet führ­te Chri­sto­pher Lamb. Dar­in eröff­net Msgr. Paglia die Debat­te zur Ände­rung der kirch­li­chen Leh­re zur Emp­fäng­nis­ver­hü­tung, kon­kret die Zulas­sung künst­li­cher Ver­hü­tungs­mit­tel. Es geht nicht nur um einen wei­te­ren Knie­fall vor dem Zeit­geist. Es geht um eine men­schen­feind­li­che Agen­da: die Dezi­mie­rung der Mensch­heit. Jedes Mit­tel dafür scheint recht zu sein: Ver­hü­tung, Abtrei­bung, Eutha­na­sie, För­de­rung der Unfrucht­bar­keit und der Homo­se­xua­li­tät, Fehl­ge­bur­ten wie durch die Corona-Impfungen…

Msgr. Mar­ce­lo Sán­chez Soron­do, der poli­ti­sche Arm von Papst Fran­zis­kus, der ihn im ver­gan­ge­nen April mit 80 Jah­ren alters­be­dingt als Kanz­ler der Päpst­li­chen Aka­de­mien der Wis­sen­schaf­ten und der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten ent­band, hat­te bereits 2015 vom „Kli­ma­wan­del“ als Abtrei­bungs­grund gefa­selt, wie es die glo­ba­li­sti­sche Agen­da vor­sieht, und das tota­li­tä­re kom­mu­ni­sti­sche Regime der Volks­re­pu­blik Chi­na mit ihrem Sozi­al­kre­dit­sy­stem als „beste Ver­wirk­li­chung“ der katho­li­schen Sozi­al­leh­re bezeichnet.

Fran­zis­kus lei­stet gegen die Dena­ta­li­sie­rung und die Dezi­mie­rung der Mensch­heit kei­nen Wider­stand. Er the­ma­ti­siert die Fra­ge nicht ein­mal. Gele­gent­lich blitzt eine Aus­sa­ge kurz­zei­tig auf, was aber mehr der Beru­hi­gung kon­ser­va­ti­ver Katho­li­ken zu die­nen scheint.

Neue Enzyklika Gaudium vitae, um Humanae vitae und Evangelium vitae zu überwinden?

Das Inter­view von Chri­sto­pher Lamb

Chri­sto­pher Lamb führ­te das Inter­view mit Paglia, nach­dem die römi­schen Jesui­ten­zeit­schrift La Civil­tà Cat­to­li­ca Hoff­nun­gen geäu­ßert hat­te, daß Fran­zis­kus die pro­gres­si­ven Krei­sen ver­haß­te Enzy­kli­ka Huma­nae vitae von 1968 mit einer neu­en Enzy­kli­ka über­win­den werde.

„In einer Anhäu­fung von bedau­erns­wer­ten Ant­wor­ten wer­den Umfra­gen und Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten ver­wir­rend anein­an­der­ge­reiht und als Lehr­mei­nung aus­ge­ge­ben. Es wird sogar der Neu­sprech ‚nicht-ideo­lo­gi­sche Pro-Lifer‘ erfun­den“, so La Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na in einem kri­ti­schen Bericht über das Paglia-Interview.

Der Jesu­it Jor­ge José Fer­rer, Pro­fes­sor für Moral­theo­lo­gie an der Päpst­li­chen Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Puer­to Rico, hat­te in der Civil­tà Cat­to­li­ca am Ende eines lan­gen Arti­kels eine mög­li­che Ände­rung der kirch­li­chen Leh­re ange­deu­tet. Kon­kret begrüß­te er Ansät­ze einer Erneue­rung in dem Tagungs­band „Theo­lo­gi­sche Ethik des Lebens“, der von der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben ver­öf­fent­licht wur­de. Fer­rer schrieb dazu:

„Es ist legi­tim, sich zu fra­gen, ob Papst Fran­zis­kus eine neue Enzy­kli­ka oder ein Apo­sto­li­sches Schrei­ben zur Bio­ethik vor­le­gen wird, das viel­leicht den Titel Gau­di­um vitae tra­gen könn­te“, denn die Enzy­kli­ka Evan­ge­li­um vitae über den Wert und die Unan­tast­bar­keit des mensch­li­chen Lebens von Johan­nes Paul II. sei inzwi­schen ja schon über 25 Jah­re alt.

Das Argu­ment ist schwach, umso deut­li­cher wird die Absicht. Lamb spricht in The Tablet von „wach­sen­den Gerüch­ten“ über ein „neu­es Doku­ment, das das kirch­li­che Ver­bot der künst­li­chen Emp­fäng­nis­ver­hü­tung auf­wei­chen könnte“.

Er sag­te es noch deut­li­cher: Die Gerüch­te wür­den besa­gen, daß Papst Fran­zis­kus, „der wie­der­holt den Vor­rang des geform­ten Gewis­sens und die Rol­le der Unter­schei­dung bei mora­li­schen Ent­schei­dun­gen betont hat, die Posi­ti­on ändern könn­te, daß ver­hei­ra­te­te Paa­re unter kei­nen Umstän­den auf künst­li­che Emp­fäng­nis­ver­hü­tung zurück­grei­fen dür­fen“. Msgr. Paglia pflich­te­te ihm bei:

„Ich den­ke, der Tag wird kom­men, an dem Papst Fran­zis­kus oder der näch­ste Papst das tun wird. Was soll ich sagen? Die­se Fra­ge müs­sen wir auf jeden Fall prüfen.“

Der Regisseur ist weiß gekleidet

La Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na sieht in dem Rei­gen Ferrer–Lamb–Paglia eine Vor­be­rei­tung des Bodens, indem „bereits die Rich­tung und auch schon der Titel der Enzy­kli­ka vor­ge­schla­gen wird“. Unklar sei, so die katho­li­sche Inter­net-Zei­tung, „ob sie einen Regis­seur haben, der grö­ßer ist als sie und viel­leicht weiß geklei­det ist“.

Msgr. Paglia mit Papst Franziskus

Die Fra­ge beant­wor­tet sich von selbst: Jeder Arti­kel der Civil­tà Cat­to­li­ca bedarf der Druck­erlaub­nis durch den Vati­kan. Zu The­men, die Fran­zis­kus wich­tig sind, übt er im Gegen­satz zu sei­nen Vor­gän­gern sogar per­sön­lich das Amt des Zen­sors aus. Es ist daher undenk­bar, daß etwas am Wil­len des Pap­stes vor­bei ver­öf­fent­licht wird.

Papst Fran­zis­kus war es, der 2016 die Zer­schla­gung der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben, wie sie von Johan­nes Paul II. gedacht und gegrün­det wor­den war, anord­ne­te und Msgr. Paglia damit beauf­trag­te. Fran­zis­kus war es, der in die­sem Zusam­men­hang im Juli auf dem Rück­flug von Kana­da die „Frei­heit der Theo­lo­gen“ ver­tei­dig­te, eine 360-Grad-Debat­te zu füh­ren. Fran­zis­kus wäre nicht Fran­zis­kus, wenn er dabei nicht – wie schon zu ande­ren The­men – das „klei­ne“ Detail ver­ges­sen hät­te, daß das kirch­li­che Lehr­amt über Emp­fäng­nis­ver­hü­tung, künst­li­che Befruch­tung und das Lebens­en­de bereits ent­schie­den hat.

Lamb gau­kelt mit dem Paglia-Inter­view einen Schein vor. Der Prä­si­dent der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben, der als ein­sti­ger „Fami­li­en­mi­ni­ster“ der Kir­che im Zuge der Fami­li­en­syn­ode von 2014 allen Ern­stes die kirch­li­che Ehe- und Moral­leh­re als Form der Unter­drückung dis­kre­di­tiert hat­te, wird als auf­rech­ter Lebens­rechts­kämp­fer prä­sen­tiert, der sogar noch viel „mehr Pro Life“ sein möch­te, „anstatt nur die tra­di­tio­nel­le Ableh­nung von Abtrei­bung und Ver­hü­tung durch die Kir­che zu bekräf­ti­gen“. In die­sem Wort­spiel wird der Trug erkenn­bar, um die kirch­li­che Leh­re anzu­grei­fen und abzuwerten.

Gaukelnde Zertrümmerung

In Wirk­lich­keit zer­trüm­mert Paglia, wie es seit 2016 sein Auf­trag ist, auch hier die Posi­ti­on von Johan­nes Paul II., denn im näch­sten Atem­zug benennt er die angeb­li­chen Böse­wich­te, jene, die „die Kir­che in den Kul­tur­kampf hin­ein­zie­hen“ wol­len. Dar­um geht es: Wer tat­säch­lich „Pro Life“ ist, also für das Lebens­recht der unge­bo­re­nen Kin­der ein­tritt und die schänd­lich­ste Bar­ba­rei der Mensch­heits­ge­schich­te seit dem Beginn der Chri­stia­ni­sie­rung bekämpft, wol­le die Kir­che „miß­brau­chen“ und in einen Kul­tur­kampf hin­ein­zie­hen. Und der Kul­tur­kampf muß, laut Paglia, etwas Schreck­li­ches sein, jeden­falls schreck­li­cher als die Mas­sen­tö­tung durch Abtrei­bung. In Wirk­lich­keit war und ist die gan­ze Evan­ge­li­sie­rung ein ein­zi­ger Kul­tur­kampf gegen Ent­mensch­li­chung und Men­schen­feind­lich­keit. Doch davon will man im Vati­kan, jeden­falls in San­ta Mar­ta, offen­bar nichts mehr wissen.

Paglia ver­rät auch, was er damit meint: Als Nega­tiv­bei­spiel nennt er US-Bischö­fe, die „zwei ange­se­he­ne katho­li­sche Poli­ti­ker“ dar­an hin­dern möch­ten, die Kom­mu­ni­on zu emp­fan­gen. Gemeint sind US-Prä­si­dent Joe Biden und die bis­he­ri­ge Vor­sit­zen­de des US-Reprä­sen­tan­ten­hau­ses Nan­cy Pelo­si. Bei­de sind erklär­te Abtrei­bungs­be­für­wor­ter und auch sonst weder Leucht­tür­me der Men­schen­freund­lich­keit noch der Katho­li­zi­tät. Um die Alli­anz zwi­schen San­ta Mar­ta und der poli­ti­schen Lin­ken nicht zu gefähr­den, führt Fran­zis­kus die kirch­li­che Leh­re zum Lebens­recht jedoch ad absur­dum. Biden und Pelo­si rei­sten inner­halb weni­ger Mona­te nach Rom und erhiel­ten dort mit dem Segen von Fran­zis­kus die Kom­mu­ni­on. Roma locu­ta, cau­sa fini­ta.

Sie kamen dabei nicht als reui­ge Buß­pil­ger. Kein mea cul­pa kam ihnen über die Lip­pen. Um kei­nen Deut änder­ten sie ihre Hal­tung zu dem seit einem hal­ben Jahr­hun­dert andau­ern­den Mas­sa­ker am eige­nen Volk und der Mensch­heit. Fran­zis­kus erteil­te ihnen einen Per­sil­schein, ohne erkenn­ba­re Gegenleistung.

Ohrfeigen für die Lebensrechtsbewegung

Paglia nennt im Inter­view noch ein wei­te­res Nega­tiv­bei­spiel, indem er jene angreift, die sich einer Ände­rung von Huma­nae vitae zur Emp­fäng­nis­ver­hü­tung ent­ge­gen­stel­len, indem sie „mit der unre­for­mier­ba­ren Leh­re der Kir­che hau­sie­ren gehen“.

Trot­zig betont Paglia gegen­über Lamb, daß er sich von einer „tur­bu­len­ten Debat­te“ und „hef­ti­ger Kri­tik eini­ger katho­li­scher Medi­en an der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben“ nicht beein­drucken las­se. Er gab sich damit als Über­zeu­gungs­tä­ter zu erken­nen, denn schließ­lich weiß er Fran­zis­kus hin­ter sich. Das scheint zu genü­gen. Inhalt­lich bewegt man sich ohne­hin auf ande­ren Ebenen:

„Sehen Sie, was heu­te wich­tig ist, ist wirk­lich für das Leben zu sein, und zwar auf eine nicht ideo­lo­gi­sche Weise.“

Msgr. Vin­cen­zo Paglia

Damit teil­te er gleich die näch­ste Ohr­fei­ge an die Lebens­rechts­be­we­gung aus, jene, die im Sturm, oft genug im Stich gelas­sen, aus­har­ren. Jene, die das Lebens­recht der Unschul­dig­sten ver­tei­di­gen, die die Zukunft dar­stel­len. Johan­nes Paul II. brach­te es auf den Punkt als er sagte:

„Eine Nati­on, die ihre Kin­der umbringt, hat kei­ne Zukunft.“

Selbst eine so erschüt­tern­de Ermah­nung scheint Paglia nicht zu bewe­gen. Er wirkt Licht­jah­re von der Wirk­lich­keit ent­fernt, wenn er sagt:

„Wir sind dar­an inter­es­siert, sozu­sa­gen die ideo­lo­gi­schen Vor­ur­tei­le zu zer­stö­ren, die das Nach­den­ken ver­un­rei­ni­gen, die öffent­li­che Mei­nung ver­pe­sten und eine brei­te Betei­li­gung auf allen Ebe­nen verhindern.“

Der lebens­frem­de und nicht sel­ten lebens­feind­li­che Gut­men­schen-Ser­mon folgt bei Fuß, wenn Paglia beleh­rend nach­schiebt: Für das Leben zu sein bedeu­te, gegen Krie­ge zu kämp­fen, sich mit dem Hun­ger in der Welt, der Zunah­me der Selbst­mor­de, der Todes­stra­fe und den Ein­wan­de­rern aus­ein­an­der­zu­set­zen. Laut Paglia habe sich die Debat­te auf die­se The­men zu kon­zen­trie­ren, da die Dis­kus­si­on über Abtrei­bung und Eutha­na­sie „ideo­lo­gi­siert“ sei. Jede Aus­re­de scheint gut genug, um sich aus der Ver­ant­wor­tung zu steh­len und der glo­ba­li­sti­schen lin­ken Agen­da nicht in den Weg zu kom­men, denn das wür­de ja, Gott bewah­re, einen „Kul­tur­kampf“ bedeuten.

Apro­pos: Zum Anstieg der Selbst­mord­ra­te wäh­rend der Coro­na-Zwangs­maß­nah­men, der Über­sterb­lich­keit seit Beginn der Coro­na-Imp­fun­gen und den exor­bi­tant explo­die­ren­den Fehl­ge­bur­ten war bis­her weder von Paglia oder der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben noch von Papst Fran­zis­kus etwas zu hören. Der Anspruch, wor­auf sich die Lebens­rechts­de­bat­te zu „kon­zen­trie­ren“ habe, scheint dem­nach sehr selek­tiv zu sein.

Mazzucato sei „nur“ für die „Wahlfreiheit“

So ist es fast nur mehr ein Detail am Ran­de, daß die Ernen­nung der Soros-finan­zier­ten Öko­no­min und Abtrei­bungs­be­für­wor­te­rin Maria­na Maz­zu­ca­to zum Mit­glied der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben im Mit­tel­punkt des Inter­views steht. Kein Wun­der, daß man­che Kri­ti­ker es schon als „per­vers“ bezeich­nen, was im Vati­kan der­zeit geschieht.

Msgr. Paglia ent­blö­det sich nicht, die Ernen­nung Maz­zu­ca­tos damit zu ver­tei­di­gen, daß die Öko­no­min nicht wirk­lich für Abtrei­bung, son­dern nur für die „Wahl­frei­heit“ ist. Damit ist gera­de­zu der Sei­ten­wech­sel ins Abtrei­bungs­la­ger voll­zo­gen, denn die Abtrei­bun­g­lob­by tarnt ihre Agen­da genau hin­ter dem Code­wort „Choice“. Sie unter­schlägt dabei nicht nur jede Erwäh­nung des unge­bo­re­nen Kin­des, son­dern auch die grau­sa­me Tat­sa­che, daß jede Abtrei­bung kein Spiel der Mei­nun­gen, son­dern töd­li­che Rea­li­tät ist, indem ein Mensch hin­ge­rich­tet wird.

Paglia hin­ge­gen lenkt sofort wie­der auf sozio­lo­gi­sches Ter­rain ab, indem er die Ernen­nung einer Wirt­schafts­wis­sen­schaft­le­rin mit den Angrif­fen auf das Leben „durch Ungleich­heit“ recht­fer­tigt. Die Kern­fra­gen mei­det Paglia, vor allem die der Ver­ant­wor­tung, obwohl das „geform­te“ und „gebil­de­te Gewis­sen“ angeb­lich eine so wich­ti­ge Rol­le spielt.

Lamb ver­hielt sich sei­nem Inter­view­part­ner gegen­über wirk­lich wie ein Lamm und ver­zich­te­te auf kri­ti­sche Fra­gen. Sein Sym­pa­thi­sie­ren mit dem schwa­dro­nie­ren­den Aka­de­mie­vor­sit­zen­den ist offen­sicht­lich. Das Inter­view dient als Bau­stein zur Lega­li­sie­rung der künst­li­chen Verhütung.

Zum bösen „Spiel“ gehört, daß Paglia bewußt Sand in die Augen streut, indem er zunächst Huma­nae vitae lobt, aber in Wirk­lich­keit angreift, indem er vor der Gefahr warnt, die Enzy­kli­ka „streng lega­li­stisch“ anzuwenden.

„Ist es zuviel ver­langt, den Rück­tritt die­ses Man­nes zu for­dern, der an der Spit­ze der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben steht?“, so La Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na. In der Ver­gan­gen­heit war bereits mehr­fach Pagli­as Rück­tritt gefor­dert wor­den, doch Papst Fran­zis­kus hält unein­sich­tig an sei­nem Ver­trau­ten fest – solan­ge die­ser den päpst­li­chen Auf­trag in gewünsch­ter Wei­se erfüllt.

Nach bald zehn Jah­ren des Pon­ti­fi­kats von Fran­zis­kus ist der Vati­kan als Boll­werk zum Schutz der Unge­bo­re­nen fast geschleift.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: PAV/Wikicommons/Vatican.va (Screen­shots)


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6 Kommentare

  1. Es ist wohl zu befürch­ten, daß das Nar­ra­tiv, Schuld an der sog. Kli­ma­kri­se sei­en die „Zuviel­men­schen“ Rom dazu ver­lei­tet, die Ableh­nung der Tötung von Kin­dern im Mut­ter­lei­be auf­zu­ge­ben. Man will eben mit dabei sein, die Welt vor dem Kli­ma zu schüt­zen. Da erscheint dann selbst die „Abtrei­bung“ als akzep­ta­bel zum Kamp­fe gegen die ver­meint­li­che Überbevölkerung!
    Uwe Lay Pro Theol Blogspot

  2. Jedes­mal wenn ich diver­se Aus­füh­run­gen der Typen um den Papst lese kommt mir die Sel. Katha­ri­na Emme­rick in den Sinn… 

    War­um wohl? 

    Beten wir immer­fort… allein den Betern kann es gelin­gen die katho­li­sche Kir­che zu retten

  3. Es geht um eine men­schen­feind­li­che Agen­da: die Dezi­mie­rung der Mensch­heit. Jedes Mit­tel dafür scheint recht zu sein: Ver­hü­tung, Abtrei­bung, Eutha­na­sie, För­de­rung der Unfrucht­bar­keit und der Homo­se­xua­li­tät, Fehl­ge­bur­ten wie durch die Corona-Impfungen…

    Das ist eine dia­bo­li­sche Agen­da, denn Satan hasst es, wenn die Men­schen im Him­mel mehr wer­den. Nor­ma­le Men­schen kön­nen schon nicht glau­ben, dass Poli­ti­ker im Auf­trag ihrer Hin­ter­män­ner, die Mensch­heit radi­kal dezi­mie­ren wol­len, wie viel weni­ger noch Katho­li­ken, dass Rom das auch will. Das mäch­tig­ste Instru­ment Satans ist Mord und die Sexua­li­tät und ihre Perversionen.

  4. Es ist furcht­bar und ein trau­ri­ges Kapi­tel, für einen Lai­en, sagen zu müs­sen, bei allem Respekt vor dem Papst und dem Stuhl Petri, dass der Stuhl Petri von Häre­sie und der Vati­kan von Apost­asie besu­delt ist. St. Peter durch Göt­zen­dienst sakri­le­gisch ent­weiht und die Braut Chri­stie von anti­christ­li­chen fal­schen Peo­phe­ten des Bösen Fein­des in Ket­ten und auf den Weg der Ver­damm­nis gelockt und ver­führt. Dop­pel­zün­gi­ge Reden und Leh­ren, sind die Spra­che, das Zischen der alten Schlan­ge. Auch wenn Papst Fran­zis­kus der recht­mä­ßi­ge Papst ist, was ich anneh­me, befeu­tet es nicht dass er auto­ma­tisch im Gei­ste unse­rees Erlö­sers han­delt und lehrt, des­sen Stell­ver­tre­ter er nicht mehr ist, aus eige­ner Aus­sa­ge. Er folgt und unter­stützt die Vor­be­rei­ter des Anti­chri­sten und ver­folgt die Treu­en und ver­rät die Her­de an den Feind Chi­nas Kir­che und die treu­en Prin­zen der Hei­li­gen Mut­ter Kir­che). Dies ist kei­ne Respekt­lo­sig­keit gegen­über dem Papst, es ist die Wahr­heit und die Tat­sa­che. Das Gebet zur Umkehr wird tau­sen­fach gebe­tet von der bedräng­ten Her­de, die ihren Hir­ten ver­lo­ren hat. Der Hir­te ist nicht geflo­hen. Er ist zum Feind über­ge­lau­fen. Möge Gott ihn zur Umkehr brin­gen und uns einen wür­di­gen Hei­li­gen Vater schenken.

  5. Die Erkennt­nis ist bit­ter, aber es führt kein Weg dar­an vor­bei: Die Bezeich­nung „Päpst­li­che Aka­de­mie für das Leben“ ist genau­so irre­füh­rend, schein­hei­lig und ver­lo­gen wie der Name „Pro fami­lia“. Wäre man ehr­lich, müß­te man die Prä­po­si­ti­on „für“ durch „gegen“ erset­zen. Aber das Böse war noch nie ehrlich.

    Die Rück­tritts­for­de­rung an Erz­bi­schof Paglia greift zu kurz. Tritt er zurück, ersetzt ihn Fran­zis­kus durch einen ande­ren sei­ner Gefolgs­leu­te. Abhil­fe schaf­fen wür­de die Abset­zung ‒ des Papstes.

  6. Paglia ist wie vie­le ande­re ein Ver­tre­ter der neu­ka­tho­li­schen Leh­re. Ihm wie auch Fran­zis­kus geht es dar­um, die neue Leh­re dog­ma­tisch in der RKK zu ver­an­kern. Sie wol­len eine neue Kir­che, eine neu­ka­tho­li­sche Kirche.
    Das Chis­ma ist von der DBK in Deutsch­land längst voll­zo­gen wor­den, was von Fran­zis­kus trotz gewis­ser Vor­be­hal­te i.E. geför­dert wur­de. Die­ser Pro­zess wird wei­ter vor­an­ge­trie­ben wer­den, der neu­ka­tho­li­sche Umbau der RKK in Deutsch­land steht erst am Umfang und soll ins­be­son­de­re auch in die Welt­kir­che trans­for­miert wer­den, sie­he Syn­ode der Synodalität.

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