Der Bischof, der den Kommunisten trotzte, aber am Papst zerbrochen ist

Aufsehenerregender Schritt von Bischof Guo Xijin

Bischof Vincent Guo Xijin erklärte zwei Jahre nach Unterzeichnung des Geheimabkommens zwischen dem Vatikan und Peking seinen Rücktritt und zog sich von Öffentlichkeit zurück in ein Leben des Gebets.
Bischof Vincent Guo Xijin erklärte zwei Jahre nach Unterzeichnung des Geheimabkommens zwischen dem Vatikan und Peking seinen Rücktritt und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück in ein Leben des Gebets.

(Rom/Peking) Der Hei­li­ge Stuhl lie­fer­te dem kom­mu­ni­sti­schen Regime in Peking den Kopf von Bischof Vin­cent Guo Xijin auf dem Sil­ber­tel­ler. Die For­mu­lie­rung ist nicht wört­lich im Sin­ne von Johan­nes dem Täu­fer zu neh­men, aber doch sehr real. Der rom­treue Bischof Guo Xijin warf am ver­gan­ge­nen Sonn­tag end­gül­tig das Hand­tuch und ist zurück­ge­tre­ten. Er gab bekannt, sich völ­lig aus der Öffent­lich­keit zurück­zu­zie­hen und ein Leben des Gebets zu füh­ren. Ein alar­mie­ren­der Schritt, der in direk­tem Zusam­men­hang mit dem umstrit­te­nen Geheim­ab­kom­men zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und dem kom­mu­ni­sti­schen Regime in Peking steht, des­sen Ver­län­ge­rung gera­de ver­han­delt wird.

Mit der Macht­über­nah­me der Kom­mu­ni­sten im Jahr 1949 begann eine Eis­zeit für die Kir­che in Chi­na. Nach einer ersten Pha­se der Ver­fol­gung grün­de­te das Regime 1957 eine schis­ma­ti­sche, von ihr kon­trol­lier­te katho­li­sche Kir­che, die Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung, um die Ver­bin­dung der chi­ne­si­schen Katho­li­ken mit dem Papst zu unter­bin­den. Rom kann seit 71 Jah­ren offi­zi­ell kei­ne Bischö­fe mehr ernen­nen. „Offi­zi­ell“ bezieht sich auf den chi­ne­si­schen Staat, der nur die Bischö­fe aner­kennt, die von den kom­mu­ni­sti­schen Macht­ha­bern selbst ernannt oder bestä­tigt wer­den. Wer nicht die­se Bestä­ti­gung erhält, gilt als Unter­grund­bi­schof.

Msgr. Vin­cent Guo Xijin ist ein sol­cher Unter­grund­bi­schof. Er wur­de 2008 von Papst Bene­dikt XVI. zum Bischofs­ko­ad­ju­tor für das Bis­tum Funing mit Sitz in Xia­pu (heu­ti­ges Bis­tum Min­dong) ernannt und folg­te nach dem Tod von Bischof Vin­cent Huang Shou­cheng die­sem auf dem Bischofs­stuhl. Bischof Huang Shou­cheng ver­starb im Alter von 93 Jah­ren. Ein sol­ches Alter ist für chi­ne­si­sche Bischö­fe kein Ein­zel­fall. Wegen der schwie­ri­gen Nach­fol­ge­fra­ge hal­ten die Bischö­fe solan­ge im Amt aus, als es ihnen gesund­heit­lich mög­lich ist. Vie­le ster­ben noch im Amt, wie es bis vor weni­gen Jahr­zehn­ten für die gesam­te Welt­kir­che üblich war.

Das kom­mu­ni­sti­sche Regime faß­te drei Bis­tü­mer unter dem Namen Diö­ze­se Min­dong zusam­men und ernann­te aus eige­ner Will­kür mit Zhan Silu einen regi­me­hö­ri­gen Prie­ster ohne Zustim­mung des Pap­stes zum Bischof. Damit gab es im Bis­tum Funing/Mindong zwei Bischö­fe, einen rom­treu­en und einen schis­ma­ti­schen. Dem rom­treu­en Unter­grund­bi­schof folg­ten mehr als 80 Pro­zent der Gläu­bi­gen, dem regi­me­hö­ri­gen kei­ne zwan­zig Pro­zent.

Msgr. Guo Xijin war wegen sei­ner Kir­chen­treue bereits vor sei­ner Bischofs­wei­he von der Poli­zei ver­haf­tet wor­den. Wei­te­re Ver­haf­tun­gen folg­ten, so im April 2017 und wie­der Anfang 2018. Bischö­fe und Prie­ster wer­den in der Volks­re­pu­blik Chi­na ohne Nen­nung von Grün­den ver­haf­tet und auf unbe­stimm­te Zeit an einem unbe­kann­ten Ort fest­ge­hal­ten. Nie­mand weiß dann etwas über ihren Ver­bleib. Sol­che „Ent­füh­run­gen“ wer­den vom Regime durch­ge­führt, um die Fest­ge­nom­me­nen einer „Gehirn­wä­sche“ zu unter­zie­hen und sie zu drän­gen, sich der vom Regime kon­trol­lier­ten Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung zu unter­wer­fen.

Bischof Guo Xijin hielt die­sem Druck jedoch tap­fer stand. Er beug­te sich nicht.

Im Zuge der neu­en Ost­po­li­tik, die unter Papst Fran­zis­kus vom Vati­kan auf­ge­nom­men wur­de, ver­lang­ten die Kom­mu­ni­sten, daß alle schis­ma­ti­schen, aber regi­me­hö­ri­gen Bischö­fe vom Papst aner­kannt und als recht­mä­ßi­ge Diö­ze­san­bi­schö­fe bestä­tigt wer­den. Im Gegen­zug wur­de eine Eini­gung bei künf­ti­gen Bischofs­er­nen­nun­gen in Aus­sicht gestellt.

Zum Druck des Regimes kam der des Vatikans

Damit begann im Herbst 2017 der Druck auf Msgr. Guo Xijin, der als recht­mä­ßi­ger Bischof von Funing (Min­dong) zugun­sten des regi­me­hö­ri­gen Bischofs Vin­cent Zhan Silu zurück­tre­ten soll­te. Die­ser dach­te aber gar nicht dar­an, einem Schis­ma­ti­ker Platz zu machen, was jeder Logik wider­sprach und vor allem sein treu­es Stand­hal­ten gegen alle Wid­rig­kei­ten und Ver­fol­gung mit Füßen trat. Sein Wider­stand hat­te noch einen kon­kre­ten Grund: Zhan Silu, für den er das Feld räu­men soll­te, ist nicht irgend­ein regi­me­hö­ri­ger Bischof, son­dern Vor­sit­zen­der des Bischofs­rats, das ist das regi­me­hö­ri­ge Pen­dant zur Bischofs­kon­fe­renz, und stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der schis­ma­ti­schen Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung, die als „katho­li­scher Arm“ des kom­mu­ni­sti­schen Regimes zu betrach­ten ist. Die Aner­ken­nung Zhan Silus muß­te als Aner­ken­nung der genann­ten Ver­ei­ni­gun­gen gese­hen wer­den. Papst Bene­dikt XVI. hat­te jedoch 2007 in sei­nem Schrei­ben an die Katho­li­ken Chi­nas bekräf­tigt, daß die Zuge­hö­rig­keit zur Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung mit der katho­li­schen Kir­che unver­ein­bar ist.

Da der Vati­kan mit Nach­druck auf das Abkom­men mit dem Regime in Peking dräng­te, gab Bischof Guo Xijin Anfang 2018 bekannt, „im Gehor­sam“ zum Rück­tritt bereit zu sein, wenn der Papst es for­dern soll­te. Eine sol­che For­de­rung hielt er für aus­ge­schlos­sen, und tat­säch­lich woll­te man sich in San­ta Mar­ta nicht soweit aus dem Fen­ster leh­nen. Eini­ge Wochen spä­ter wur­de er kurz vor Ostern von der chi­ne­si­schen Staats­po­li­zei ver­haf­tet, um sei­ner „Ent­schei­dung“ nach­zu­hel­fen. Die Fest­nah­me dau­er­te im Gegen­satz zu frü­he­ren Ver­haf­tun­gen nur kurz, dafür wur­de ihm unter­sagt, die Chri­sam­mes­se zu fei­ern, jene Lit­ur­gie, bei der sich die Prie­ster des gan­zen Bis­tums um den Bischof ver­sam­meln, um die hei­li­gen Öle zu emp­fan­gen. Die Staats­be­hör­den änder­ten dann noch ihre Mei­nung und lie­ßen ihn die Chri­sam­mes­se zele­brie­ren, aber ganz zei­tig in der Früh, sodaß nie­mand etwas davon mit­be­kom­men wür­de, wäh­rend ihm die Fei­er des Tri­du­ums unter­sagt wur­de. Die gro­ße Sicht­bar­keit am höch­sten Fest der Chri­sten­heit soll­te dem regi­me­hö­ri­gen Bischof vor­be­hal­ten blei­ben.

Ende Sep­tem­ber 2018 wur­de zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und dem Regime in Peking ein Geheim­ab­kom­men über die Bischofs­er­nen­nun­gen unter­zeich­net. Geheim des­halb, weil der Inhalt des Abkom­mens bis heu­te nicht bekannt­ge­ge­ben wur­de. Dem kom­mu­ni­sti­schen Regime wur­de damit offi­zi­ell noch mehr Ein­fluß ein­ge­räumt, als es ohne­hin bereits mit Gewalt genom­men hat­te.

Kurz vor der Unter­zeich­nung hat­te Papst Fran­zis­kus alle schis­ma­ti­schen Bischö­fe, die das Regime ernannt hat­te, und auch die vom Regime voll­zo­ge­ne Neu­ein­tei­lung der Bis­tü­mer aner­kannt. Bischof Guo Xijin wei­ger­te sich aber wei­ter­hin sei­nen Bischofs­stuhl für einen Schis­ma­ti­ker zu räu­men, der sich auf die Sei­te der kom­mu­ni­sti­schen Kir­chen­ver­fol­ger geschla­gen und dem Papst in Rom den Rücken gekehrt hat­te.

Es bedurf­te noch erheb­li­chen Drucks, der auf den recht­mä­ßi­gen Bischof aus­ge­übt wur­de. Dem tap­fe­ren Bischof wur­de ange­bo­ten, daß der schis­ma­ti­sche Bischof zum Diö­ze­san­bi­schof, er aber des­sen Weih­bi­schof wer­den soll­te. Ob es sich dabei um eine ein­sei­ti­ge Absicht des Vati­kans han­del­te oder ob sich auch das Regime dazu ver­pflich­tet hat­te, ist nicht bekannt.

Als sich noch immer nichts tat, der Vati­kan aber offen­sicht­lich bei den Kom­mu­ni­sten im Wort stand und dadurch in eine miß­li­che Lage kam, griff man zum letz­ten Mit­tel. Am 13. Dezem­ber 2018 wur­de der Bischof von einer eigens in die Volks­re­pu­blik Chi­na gerei­sten vati­ka­ni­schen Dele­ga­ti­on zu sich zitiert und ihm ein Schrei­ben von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin über­reicht. Dar­in wur­de Bischof Guo Xijin im Namen von Papst Fran­zis­kus auf­ge­for­dert, „zum Wohl der Kir­che“ zurück­zu­tre­ten. Dem aus­drück­li­chen Befehl des Pap­stes konn­te und woll­te sich der treue Unter­grund­bi­schof, der dem Regime eisern getrotzt hat­te, nicht wider­set­zen. Kurz vor Weih­nach­ten trat er zurück. Der Vati­kan lob­te den Schritt als „Geste des Gehor­sams“.

Das Bis­tum Min­dong wur­de bereits im Früh­jahr 2018, also noch vor der Unter­zeich­nung, als Lack­mus­test für das Geheim­ab­kom­men bezeich­net. Die­ser Test wur­de nicht bestan­den. Die Ent­wick­lung in Min­dong beleg­te schon im Früh­jahr 2019 das Schei­tern des Abkom­mens, doch dazu schwei­gen sich der Hei­li­ge Stuhl, aber auch die ber­go­glia­ni­schen Unter­stüt­zer der neu­en Ost­po­li­tik aus.

Die chinesische Einbahnstraße

Der Hei­li­ge Stuhl hat­te alle Bedin­gun­gen gegen­über den Kom­mu­ni­sten erfüllt und Bischof Guo Xijin alle gegen­über dem Papst. Doch das Regime in Peking erfüll­te sei­nen Teil nicht, sofern es eine ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung dazu gab. Zhan Silu ist seit­her recht­mä­ßi­ger Bischof von Min­dong, doch Msgr. Guo Xijin, den Fran­zis­kus zum Weih­bi­schof von Min­dong ernann­te, wur­de als sol­cher vom Regime nicht aner­kannt. Die angeb­lich ange­streb­te „Ver­söh­nung“ der bei­den Tei­le der Kir­che, der römisch-katho­li­schen und der schis­ma­ti­schen, die am Bei­spiel der bei­den Bischö­fe von Min­dong für alle sicht­bar wer­den soll­te, blieb eine Ein­bahn­stra­ße. Die­se „Ver­söh­nung“ zur Wie­der­her­stel­lung der Kir­chen­ein­heit war jedoch das vom Vati­kan genann­te Haupt­ziel der gan­zen Ope­ra­ti­on.

„Wäh­rend der Vati­kan einen Schritt zurück mach­te, beweg­te sich Peking um kei­nen Mil­li­me­ter“, schrieb der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster im April 2019.

Auch nach der Unter­zeich­nung des Geheim­ab­kom­mens setz­ten die chi­ne­si­schen Behör­den den Druck auf Bischof Guo Xijin fort, damit er Mit­glied der Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung wer­de. Er soll­te ein Doku­ment unter­schrei­ben, mit dem er erklärt, in den Dienst von Bischof Zhan Silu zu tre­ten, die Geset­ze des Staa­tes zu ach­ten, in offi­zi­el­le Orga­ni­sa­tio­nen des Regimes ein­zu­tre­ten und die „Unab­hän­gig­keit“ der chi­ne­si­schen Kir­che zu unter­stüt­zen. Gemeint ist damit die „Unab­hän­gig­keit“ von Rom und die Abhän­gig­keit von der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Chi­nas. Damit mach­te das Regime deut­lich, daß die „Ein­heit“ der katho­li­schen Kir­che nicht im Sin­ne von Kir­che und Papst wie­der­her­ge­stellt, son­dern unter die Ägi­de des Regimes gestellt wer­den soll. Bischof Guo Xijin ver­wei­ger­te sich der For­de­rung der Kom­mu­ni­sten.

Hin­zu kam, daß Bischof Zhan Silu sich kei­nes­wegs an einer Zusam­men­ar­beit mit Bischof Guo Xijin und Ver­tre­tern der Unter­grund­kir­che inter­es­siert zeig­te. Die ver­kün­de­te „Ein­heit“ hat­te als Unter­wer­fung ver­stan­den zu wer­den und Punkt.

Trotz die­ses offen­sicht­li­chen Fehl­schlags hör­ten offi­zi­el­le Ver­tre­ter des Hei­li­gen Stuhls nicht auf, das Geheim­ab­kom­men und ins­ge­samt das kom­mu­ni­sti­sche Regime zu loben. Im März 2019 besuch­te Chi­nas Staats- und Par­tei­chef Xi Jin­ping Ita­li­en, und im Vati­kan wur­de auf einen Besuch beim Papst gehofft. Die Wirk­lich­keit blieb eine ande­re. Magi­ster kom­men­tier­te damals:

„Die vati­ka­ni­schen Behör­den hat­ten auf unter­schied­li­che Wei­se zu ver­ste­hen gege­ben, daß die Tore des Apo­sto­li­schen Pala­stes offen­ste­hen, sogar sperr­an­gel­weit offen, für einen Besuch des chi­ne­si­schen Staats­prä­si­den­ten beim Papst.
Der Besuch fand aber nicht statt. Er wur­de von Xi Jin­ping nicht ein­mal in Erwä­gung gezo­gen. Eine wei­te­re Ohr­fei­ge für die Kir­che von Rom, die still­schwei­gend ver­setzt wur­de.“

Das Glei­che wie­der­hol­te sich vor kur­zem, als Chi­nas Außen­mi­ni­ster Ita­li­en besuch­te. Erneut kam es nicht zu einem Besuch im Vati­kan. Umge­kehrt lud der Vati­kan eigens US-Außen­mi­ni­ster Mike Pom­peo von einer bereits ver­ein­bar­ten Audi­enz aus. Ein Affront, wie er im Lehr­buch steht. Die Diplo­ma­tie des Hei­li­gen Stuhls, die beste, die es gibt, sucht die bewuß­te Kon­fron­ta­ti­on mit der der­zei­ti­gen US-Regie­rung und die Annä­he­rung an das kom­mu­ni­sti­sche Regime.

Der Rückzug von Bischof Guo Xijin

Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag, dem 4. Okto­ber, zog Bischof Guo Xijin, zwei Jah­re nach Unter­zeich­nung des Geheim­ab­kom­mens, die Kon­se­quen­zen. In sei­ner Pre­digt ver­las er eine Erklä­rung, in der er sei­nen völ­li­gen Rück­zug in das Gebets­le­ben bekannt­gab. Die Erklä­rung war in einer typisch chi­ne­si­schen Wei­se gehal­ten. Er voll­zog sei­nen Rück­zug mit einer Selbst­an­kla­ge. Es gehe um die Lage der Kir­che in Chi­na und „in unse­rer Diö­ze­se“. Was zuletzt gesche­hen sei, „ist viel­leicht das Zei­chen einer neu­en Epo­che, einer neu­en Sei­te für die Kir­che“, die auf­ge­schla­gen wer­de. Er sei „inkom­pe­tent“, „talent­los“, sein Kopf sei „obso­let“ gewor­den, er sei nicht imstan­de, „mit der Epo­che Schritt zu hal­ten“. Er wol­le nicht zum „Hin­der­nis für den Fort­schritt“ wer­den. Des­halb habe er beschlos­sen, dem Hei­li­gen Stuhl sei­nen Rück­tritt als Weih­bi­schof ein­zu­rei­chen, was bereits im Sep­tem­ber gesche­hen ist.

Bischof Guo Xijin ging nicht dar­auf ein, doch aus Rom scheint kein Wider­spruch gekom­men zu sein. So gab er bekannt, ab Mon­tag, gestern, an kei­nen öffent­li­chen Ereig­nis­sen mehr teil­zu­neh­men und auch kei­nen öffent­li­chen Got­tes­dienst mehr zu zele­brie­ren. Außer für Beich­ten bei Gewis­sens­not ersu­che er alle Gläu­bi­gen sich an ande­re Prie­ster zu wen­den. Er wer­de in kei­ner Wei­se mehr an der Lei­tung des Bis­tums und die­ses betref­fen­den Fra­gen mit­wir­ken.

Sei­ne Erklä­rung, die von Asia­News ver­öf­fent­licht und hier aus­zugs­wei­se wie­der­ge­ge­ben wird, ist ein dra­ma­ti­sches Doku­ment von einem Mann und Ober­hir­ten, der vie­le Jah­re kom­pro­miß­los einem tota­li­tä­ren Regime trotz­te, aber an einem Papst zer­bro­chen ist, der mit geschlos­se­nen Augen auf Chi­na schaut, wo die Kir­che und die Chri­sten inak­zep­ta­bler Ein­mi­schung und Repres­si­on aus­ge­setzt sind.

„Mei­ne Gläu­bi­gen, denkt dar­an, daß Euer Glau­ben Gott gilt, nicht dem Men­schen. Der Mensch ist Ver­än­de­run­gen unter­wor­fen, Gott aber nicht.“

„Und noch mei­ne letz­te Emp­feh­lung: Unter kei­nen Umstän­den oder Ver­än­de­run­gen dürft Ihr Gott ver­ges­sen, die Gebo­te des Herrn nicht igno­rie­ren, die Inte­gri­tät des Glau­bens nicht beein­träch­ti­gen, das Heil der See­le nicht ver­lang­sa­men, was das Wich­tig­ste ist.“

Er ende­te sei­ne Erklä­rung mit der Bit­te, „mei­ne Schwä­che und Hilf­lo­sig­keit zu ver­zei­hen.“

„Möge der barm­her­zi­ge Gott immer mit Euch sein, bis zum letz­ten Tag Eures Lebens!

Euer unfä­hi­ger Hir­te Guo Xijin
Sonn­tag, 4. Okto­ber 2020“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Asia­News

3 Kommentare

  1. Papst und Vati­kan ver­ra­ten die chi­ne­si­chen Gläu­bi­gen und ihre dem ehe­ma­li­gen Rom treu­en Hir­ten. So kön­nen wir sehen, was uaf uns zukommt als dem ehe­ma­li­gen Rom treu­en Gläu­bi­gen.

  2. Bei so vie­len Arti­keln die wir immer wie­der über die Vor­gangs­wei­se von Papst Fran­zis­kus lesen, wird doch immer deut­li­cher wel­ches gei­sti­ge Reich er ver­tritt.

  3. Schockie­rend, was man da lesen muss!
    Den Machern im Vati­kan, gera­de auch Fran­zis­kus, müss­ten eigent­lich vor Scham ver­ge­hen, wenn sie sich ihr Han­deln scho­nungs­los vor Augen füh­ren wür­den.
    Doch auf Ein­sicht zu hof­fen, bleibt wohl illu­so­risch.
    Bischof Guo Xijin, ein Die­ner Got­tes und ein über­zeu­gen­des Vor­bild an Cha­rak­ter­stär­ke und per­sön­li­chem Mut!
    Gott möge es ihm ein­mal ver­gel­ten!

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