Priester der Untergrundkirche verhaftet – Drei katholische Bischöfe in Konzentrationslagern

(Peking) Ein katho­li­scher Unter­grund­prie­ster der chi­ne­si­schen Diö­ze­se Min­dong (Fujan) wur­de am 19. März ver­haf­tet. Pater Liu Moachun, 36 Jah­re, wur­de von der Poli­zei auf­ge­grif­fen, nach­dem erst am Tag zuvor ein ande­rer Prie­ster, Pater Gio­van­ni Bat­ti­sta Luo Wen nach 15 Tagen Haft frei­ge­kom­men war. Die Ver­haf­tun­gen fin­den par­al­lel zur dies­jäh­ri­gen Zusam­men­kunft der Chi­na-Kom­mis­si­on des Hei­li­gen Stuhls statt. Ein Zusam­men­hang zwi­schen den Ereig­nis­sen ist für Beob­ach­ter offen­sicht­lich, wie Asia­news berich­tet.

Die bei­den ver­haf­te­ten Prie­ster gehö­ren den rom­treu­en Prie­stern an, die vom kom­mu­ni­sti­schen Regime in Peking nicht aner­kannt wer­den. Die Grup­pe von sie­ben Prie­stern hat­te Ende Januar/Anfang Febru­ar zwei Stu­di­en­la­ger für rund 300 Uni­ver­si­täts­stu­den­ten der Diö­ze­se abge­hal­ten. Die Regie­rung stuf­te die Ver­an­stal­tun­gen als ille­gal ein, da außer­halb der Kon­trol­le durch Regie­rung und regime­treue Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung ste­hend. Das zwei­te Lager wur­de von der Poli­zei gestürmt und die Prie­ster bedroht. Die Prie­ster wur­den auf­ge­for­dert, die Ver­an­stal­tung sofort abzu­bre­chen. Die­se hiel­ten jedoch dar­an fest und setz­ten das Tref­fen fort. Einen Monat spä­ter wur­de Pater Luo ver­haf­tet. Er hat­te bereit zuvor Asia­news erklärt, daß er bereit sei, ins Gefäng­nis zu gehen, denn er sei „stolz dar­auf, katho­li­scher Prie­ster zu sein“, des­halb bren­ne er danach „für den Glau­ben Zeug­nis abzu­le­gen auch nach dem Vor­bild der Mär­ty­rer“. Zwei wei­te­re Prie­ster, Guo Xijin und  Miu Yong erhiel­ten eine Vor­la­dung durch die Poli­zei. Sie rech­nen damit, daß ihre Ver­haf­tung unmit­tel­bar bevor­steht. Jeder der sie­ben Prie­ster wur­de bereits mit einem Buß­geld von 500 Yuan (50 Euro) belegt.

P. Luo berich­te­te Asia­news über sei­ne Haft­zeit. Fünf Tage leb­te er mit 21 ande­ren Gefan­ge­nen in einer rund 40 Qua­drat­me­ter gro­ßen Zel­le zum Groß­teil Dro­gen­ab­hän­gi­ge oder Glücks­spie­ler. Ein gro­ßer Beton­klotz dien­te als Schlaf­stät­te für alle. Wäh­rend die ande­ren Gefan­ge­nen Besuch emp­fan­gen durf­ten, wur­de ihm jeder Kon­takt zur Außen­welt ver­bo­ten.

Wer in der Volks­re­pu­blik Chi­na reli­giö­se Akti­vi­tä­ten außer­halb der Regie­rungs­kon­trol­le orga­ni­siert, gilt als „Ver­bre­cher“.  Den­noch besteht die Diö­ze­se von Min­dong fast zur Gän­ze aus Ange­hö­ri­gen der rom­treu­en Unter­grund­kir­che. Ihr gehö­ren mehr als 70.000 von ins­ge­samt 80.000 Gläu­bi­gen an. Die Unter­grund­kir­che ist trotz aller Ein­schrän­kun­gen gut orga­ni­siert und sehr leben­dig. Die rom­treu­en Katho­li­ken wer­den in der Diö­ze­se Min­dong von 50 Prie­stern, 96 Ordens­frau­en und 400 Lai­en-Katech­ten betreut. Ihr Bischof, Msgr. Vin­cenz Huang Shou­cheng ist 86 Jah­re alt. Wegen der schwie­ri­gen Nach­fol­ge­fra­ge hal­ten die Bischö­fe im Amt aus, so lan­ge es ihnen gesund­heit­lich irgend­wie mög­lich ist. Dane­ben gibt es auch einen regime­treu­en Bischof, Msgr. Zhan Silu, dem nur weni­ge Gläu­bi­ge fol­gen.

Die Unter­grund­kir­che wird syste­ma­tisch ver­folgt, weil sie dem Papst die Treue hält und sich daher der tota­len Kon­trol­le durch die kom­mu­ni­sti­sche Par­tei und deren Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung ent­zieht. Die mei­sten rom­treu­en Bischö­fe kön­nen ihr Hir­ten­amt nicht frei aus­üben. Drei rom­treue Bischö­fe befin­den sich in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern. Von ihnen fehlt jede Spur.

Es han­delt sich um: Msgr. Jacob Su Zhi­min, Bischof von Bao­ding, 75 Jah­re. Er wur­de 1996 von der Poli­zei ver­haf­tet. Seit­her fehlt von ihm jede Spur. Ein­zig im Novem­ber 2003 wur­de er in einem Kran­ken­haus von Bao­ding erkannt, in dem er unter Poli­zei­be­wa­chung behan­delt wur­de. Weni­ge Tage spä­ter wur­de er erneut an einen unbe­kann­ten Ort ver­schleppt.

Msgr. Cos­ma Shi Enxiang, Bischof von Yixi­an, 86 Jah­re, wur­de am 13. April 2001 ver­haf­tet und ist seit­her ver­schwun­den. Msgr. Shi wur­de 1982 vom Papst zum Bischof ernannt und geweiht. Gut 30 Jah­re sei­nes Lebens ver­brach­te er in Gefäng­nis­sen und Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern. Zuletzt war er 1990 ver­haf­tet wor­den. 1993 frei­ge­las­sen wur­de er bis zu sei­ner erneu­ten Ver­haf­tung 2001 durch behörd­li­che Auf­la­gen, Ein­schrän­kung der Bewe­gungs­frei­heit in größt­mög­li­cher Iso­la­ti­on gehal­ten.

Msgr. Juli­us Jia Zhi­guo, 74 Jah­re, Bischof von Zheng­d­ing, wur­de am 20. März 2009 ver­haf­tet und ver­schleppt. Sei­ne Ver­haf­tung erfolg­te par­al­lel zur Tagung der Chi­na-Kom­mis­si­on des Hei­li­gen Stuhls im Vor­jahr. Das Pekin­ger Regime ver­sucht durch Schi­ka­nen und Ver­haf­tun­gen Druck auf den Hei­li­gen Stuhl aus­zu­üben. In die­sem Licht sei­en auch in die­sem Jahr die Ver­haf­tun­gen der Unter­grund­prie­ster zu sehen, so Asia­news.

(Asianews/GN, Bild: Asia­news)