Pedro Arrupe – Seligsprechung des Untergangs (3. Teil)

Die Unterscheidung der Geister und ihr Versagen


Zwei bekannte Jesuiten der Arrupe-Ära: Robert Drinan (links) und Fernando Cardenal (zusammen mit dem sandinistischen Diktator Daniel Ortega, dessen Minister er war).
Zwei bekannte Jesuiten der Arrupe-Ära: Robert Drinan (links) und Fernando Cardenal (zusammen mit dem sandinistischen Diktator Daniel Ortega, dessen Minister er war).

Von Wolf­ram Schrems*

Anzei­ge

Die­ser Teil schließt unmit­tel­bar an den 2. Teil vom 12. Jän­ner an.

Wie­der­um über­schla­gen sich die Ereig­nis­se. Denn zwi­schen­zei­tig, am 3. Febru­ar, ver­kün­de­te die zen­tral­eu­ro­päi­sche Jesui­ten­pro­vinz, daß dem­nächst eine wei­te­re Stät­te ihres Wir­kens auf­ge­ge­ben wer­de, näm­lich Linz/​Donau. Motus in fine velo­ci­or, wie es Pro­fes­sor de Mat­tei öfter sag­te: Gegen Ende wird die Bewe­gung immer schneller.

Nach­dem es sich um mei­ne Hei­mat­stadt han­delt, eini­ge per­sön­li­che Wor­te cum ira et stu­dio:

Im Jahr 1600, also bereits 44 Jah­re nach dem Tod des hl. Igna­ti­us, kamen die ersten Jesui­ten nach Linz. In zen­tra­ler Lage wur­den Igna­ti­us-Kir­che und Kol­leg errich­tet. Die Kir­che wur­de nach Auf­he­bung des Ordens (1773) zur Dom­kir­che der neu­errich­te­ten Diö­ze­se Linz (1785). Im Jahr 1909 wur­de sie an den Orden zurück­ge­ge­ben, da der Neue Dom zwar noch nicht fer­tig­ge­stellt, aber schon benutz­bar war. Daher der für die Igna­ti­us-Kir­che all­ge­mein gebräuch­li­che Name „Alter Dom“. Auch am west­lich des Stadt­zen­trums gele­ge­nen Frein­berg wirk­ten Jesui­ten. Dort war in der ersten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts das Gym­na­si­um Col­le­gi­um Aloi­sia­num gegrün­det wor­den. (Die­ses wur­de nach dem Kon­zil genau­so ver­spielt wie die tra­di­ti­ons­rei­che Stel­la Matu­ti­na in Feld­kirch und das Kol­le­gi­um Kalks­burg in Wien.)

Der Alte Dom war eine belieb­te Beicht­kir­che. Die hl. Mes­se im Novus Ordo Mis­sae wur­de in den 80er und 90er Jah­ren nach mei­ner Erin­ne­rung wür­dig und rubri­ken­ge­mäß gefei­ert. Den Vor­lie­ben der Arru­pe-Ära ent­spre­chend gab es eine wöchent­lich tagen­de Zen-Medi­ta­ti­ons­grup­pe. Es wur­den auch geist­li­che Beglei­tung und Exer­zi­ti­en ange­bo­ten, durch­aus in gläu­bi­gem Geist. Da mehr und mehr Exer­zit­an­ten kamen, bau­te man Ende der 90er Jah­re die Haus­ka­pel­le um, was lei­der in typi­scher Anbie­de­rung an den „moder­nen“ Zeit­geist geschah. Natür­lich konn­te die Haus­ka­pel­le nicht ohne „Volks­al­tar“ blei­ben. Und unbe­dingt muß­te auch in die als Werk­tags­ka­pel­le benütz­te Mari­en­ka­pel­le ein „Volks­al­tar“ hin­ein­ge­zwängt wer­den. Eine Kom­mu­ni­on­bank paß­te dann natür­lich nicht mehr hin­ein. Vor weni­gen Jah­ren wur­den im barocken Alten Dom die alten Beicht­stüh­le ent­fernt und ein Beicht- und Aus­spra­che­raum im Stil einer zeit­ge­nös­si­schen Auto­bahn-Toi­let­ten­an­la­ge errichtet.

Das war der letz­te Streich.

Da die Jesui­ten per 31. Juli abge­zo­gen wer­den sol­len, stellt sich die ban­ge Fra­ge, was danach aus der Kir­che wer­den soll. „Jugend­kir­che“? „Künst­ler­kir­che“? „Frau­en­kir­che“ viel­leicht, mit Zele­bra­ti­ons­übun­gen? Moschee­kir­che? Logen­kir­che? Der Lin­zer Mafia ist alles zuzutrauen.

Der Abfall des Jesui­ten­or­dens führ­te, wie schon öfter gesagt, zur Implo­si­on sei­ner Struk­tu­ren und damit zur geist­li­chen Ver­wai­sung der auf­ge­ge­be­nen Wir­kungs­stät­ten. Nichts für ungut, aber tri­via­le Lied­chen („Musi­ka­po­sto­lat“) waren ohne­hin kein Ersatz für die ver­lo­re­ne Glau­bens­ver­kün­di­gung der Jesui­ten­pio­nie­re des 17. Jahr­hun­derts und von deren besten Nach­fol­gern im 20. Jahrhundert.

Sie haben es ver­mas­selt. Es ist ein Jammer. –

Damit zum Hauptthema:

Prominente Jesuiten als Verkörperung der neuen Ordensphilosophie

In die­sem Teil der Serie wer­fen wir einen Blick auf zwei pro­mi­nen­te Jesui­ten, die in der Ära des Gene­ral­obe­ren Arru­pe wirk­ten. Die­ses Wir­ken muß bei dem Selig­spre­chungs­pro­zeß für Pater Arru­pe selbst­ver­ständ­lich in Betracht gezo­gen wer­den: Da der Jesui­ten­or­den eine zen­tral gelei­te­te Ordens­ge­mein­schaft mit straf­fer Füh­rung und aus­ge­präg­tem, ja gera­de­zu extrem umge­setz­tem Gehor­sam ist, kön­nen sich Jesui­ten nur dann öffent­lich expo­nie­ren, wenn das von der Füh­rung geneh­migt oder ange­ord­net ist. Wenn also etwa pro­mi­nen­te Ordens­mit­glie­der in der Öffent­lich­keit wir­ken, heißt das, daß sie das mit Erlaub­nis des Obe­ren oder in sei­nem Auf­trag tun und damit den Orden reprä­sen­tie­ren. Das heißt natür­lich auch, daß sich der Obe­re im Fall von Kri­tik von außen nicht von sei­nem Unter­ge­be­nen distan­zie­ren kann. Man kann also bei­spiels­wei­se bei einem Jesui­ten­theo­lo­gen, der Irr­tü­mer und Häre­si­en ver­brei­tet, nicht sagen, daß das eine irrele­van­te Ein­zel­mei­nung wäre oder daß das ohne Zustim­mung der Obe­ren geschä­he.1

Wie schon öfter fest­ge­hal­ten, hat­te aber die Kir­chen­hier­ar­chie ihrer­seits mit Kon­zil und fälsch­lich so genann­ter „Lit­ur­gie­re­form“ einen pro­ble­ma­ti­schen Weg ein­ge­schla­gen, der sei­ner­seits das Glau­bens­gut ver­schwim­men ließ.

Damit zu zwei reprä­sen­ta­ti­ven Jesui­ten der Arrupe-Ära:

In der Wir­kungs­zeit des Gene­ral­obe­ren Pedro Arru­pe von 1965 bis 1981 gab es etli­che pro­mi­nen­te und welt­be­kann­te Jesui­ten, die – man­gels eines bes­se­ren Aus­drucks – „pro­gres­si­ve“ Posi­tio­nen ver­tra­ten. Damit unter­stütz­ten sie nega­ti­ve Ent­wick­lun­gen. Sie ver­rie­ten Glau­ben und Moral und brach­ten gif­ti­ge Früch­te her­vor. Sie unter­mi­nier­ten die Fun­da­men­te, die heut­zu­ta­ge allent­hal­ben ein­stür­zen. Ein aktu­ell geplan­ter Ein­sturz wur­de ja ein­gangs genannt.

Um also die Amts­zeit von Pater Arru­pe zu cha­rak­te­ri­sie­ren, sol­len hier zwei Jesui­ten vor­ge­stellt wer­den, die im Schein­wer­fer­licht der Welt­öf­fent­lich­keit stan­den. Ver­mut­lich sind sie der Mehr­zahl der deutsch­spra­chi­gen Leser nicht bekannt. Sie wur­den aus­ge­wählt, weil erste­rer die Posi­ti­on der Jesui­ten zum Lebens­schutz unter­mi­nier­te, mit allen schlim­men Kon­se­quen­zen für heu­te, und zwei­te­rer die Hin­wen­dung des Ordens zum Kom­mu­nis­mus ver­kör­per­te – und somit die gegen­wär­ti­ge Kir­chen­ver­fol­gung mit der schänd­li­chen Ver­ur­tei­lung von Bischof Rolan­do Álva­rez in Nica­ra­gua begünstigte.

Robert Drinan – ein Jesuit für den Mord an den Ungeborenen

Robert Fre­de­rick Dri­nan (1920 – 2007) war Pro­fes­sor der Rechts­wis­sen­schaf­ten. Er beschäf­tig­te sich aka­de­misch und poli­tisch mit Men­schen­rech­ten. Er war von 1971 bis 1981 Mit­glied des US-Reprä­sen­tan­ten­hau­ses für die Demo­kra­ten und aus­drück­lich „Pro Choice“, also für (!) das Recht auf Abtrei­bung. Er sprach sich auch nach sei­nem Aus­schei­den aus dem poli­ti­schen Amt (Papst Johan­nes Paul II. ver­schärf­te 1980 das Ver­bot für Prie­ster, in poli­ti­schen Funk­tio­nen zu wir­ken) für die Pro-Abtrei­bungs-Legis­la­tur aus und bestärk­te den dama­li­gen US-Prä­si­den­ten Bill Clin­ton in sei­nem Veto gegen (!) den Par­ti­al Birth Abor­ti­on Ban Act. Die­ser Geset­zes­an­trag sah ein Ver­bot der beson­ders grau­en­vol­len „Teil­ge­burts­ab­trei­bun­gen“ vor.

Dri­nan ist somit mit­schul­dig an dem him­mel­schrei­en­den Blut­ver­gie­ßen an den unge­bo­re­nen Kin­dern (vgl. KKK 1867) und an der Schwä­chung des Wider­stan­des von Katho­li­ken und allen Men­schen guten Willens.

2006 wur­de Robert Dri­nan vom US-Reprä­sen­tan­ten­haus mit dem Distin­gu­is­hed Ser­vice Award aus­ge­zeich­net, rechts von ihm Nan­cy Pelo­si, damals Frak­ti­ons­chefin der Demokraten.

Die juri­di­sche Fakul­tät der von Jesui­ten geführ­ten George­town-Uni­ver­si­tät ver­leiht übri­gens bis heu­te den soge­nann­ten Robert F. Dri­nan, S.J., Public Ser­vice Award an sol­che Absol­ven­ten, „deren Lauf­bahn, wie die von Pater Dri­nan, die Men­schen­wür­de erhö­hen und Gerech­tig­keit [!] fördern.“

Es ist nicht schwer zu sehen, wie der noble Begriff der „Gerech­tig­keit“ hier sata­nisch ver­dreht wird.

Die Tätig­keit Pater Drin­ans war nur des­we­gen mög­lich, weil die Ordens­füh­rung das gestat­tet hat. Pater Arru­pe ließ ihn gewäh­ren. Johan­nes Paul II. befahl zwar, wie gesagt, im Jahr 1980 das Ende der poli­ti­schen Tätig­keit von Prie­stern, griff gegen den Greu­el eines abtrei­bungs­be­für­wor­ten­den Prie­sters und Pro­fes­sors aber nicht wei­ter durch.

An die­sem trau­ri­gen Bei­spiel ist die tie­fe Kor­rup­ti­on des Jesui­ten­or­dens erkenn­bar, aber eben lei­der auch des post­kon­zi­lia­ren Papst­tums. Aus heu­ti­ger Sicht fragt man sich ja mit Ent­set­zen, wie ein Jesu­it mit die­ser Pro-Abtrei­bungs-Hal­tung so lan­ge im US-Kon­greß wir­ken durf­te und auch nach sei­nem Aus­schei­den immer noch in die­se Rich­tung wir­ken konn­te, ohne daß die kirch­li­che Obrig­keit eingriff.

Damit zum ande­ren pro­mi­nen­ten Jesui­ten der Arrupe-Ära:

Fernando Cardenal – Minister im marxistischen Regime, Wegbereiter des Marxismus

Fer­nan­do Car­denal Mar­ti­nez (1934 – 2016) stamm­te aus einer wohl­ha­ben­den Fami­lie in Nica­ra­gua. Im Jahr 1952 trat er dem Orden bei. Im Ter­ti­at erleb­te er die Armut aus näch­ster Nähe und ent­schloß sich, sein Leben der Bekämp­fung der Armut zu wid­men. Er mein­te 1973, dazu die Christ­lich-Revo­lu­tio­nä­re Bewe­gung (Movi­men­to Cri­stia­no Revo­lu­cio­na­rio) mit­be­grün­den zu müs­sen. Nach­dem die San­di­ni­sten 1979 im Bür­ger­krieg gegen den Dik­ta­tor Somo­za gesiegt hat­ten, beauf­trag­ten sie Fer­nan­do Car­denal mit der Lei­tung des Kreuz­zu­ges zur Über­win­dung des Analpha­be­tis­mus. Von 1984 bis 1990 war Fer­nan­do Car­denal Bil­dungs­mi­ni­ster. An der Revo­lu­ti­on selbst war er logi­stisch betei­ligt gewe­sen. Nach Malachi Mar­tin, The Jesuits, war Car­denal für das neue Regime von unschätz­ba­rer Bedeu­tung, weil in einem fast voll­stän­dig katho­li­schen Land ein Prie­ster als Mini­ster einem kom­mu­ni­sti­schen Regime Popu­la­ri­tät und Ver­trau­ens­wür­dig­keit ver­schaf­fen konn­te. Car­denal wird von Mar­tin als rhe­to­risch bril­lant und diplo­ma­tisch ver­siert beschrie­ben. Er habe gegen­über sei­nem Publi­kum immer den von der Situa­ti­on gefor­der­ten Ton gefun­den. Er habe die katho­li­sche Leh­re mar­xi­stisch re-inter­pre­tiert, wann immer es not­wen­dig war.

Nach Malachi Mar­tin waren bis Febru­ar 1980 etwa 2000 poli­ti­sche Geg­ner der San­di­ni­sten hin­ge­rich­tet wor­den, 6000 waren im Gefäng­nis. Fol­ter war gän­gi­ge Pra­xis. Die Mis­ki­to-India­ner waren in Oppo­si­ti­on gegen die San­di­ni­sten. Die­se such­ten nach Mar­tin die lästi­gen India­ner zu eli­mi­nie­ren (liqui­da­te).

Wie im Kom­mu­nis­mus üblich, berei­cher­ten sich die Funk­tio­nä­re und kauf­ten in Dol­lar-Geschäf­ten Luxus­gü­ter, die sich die brei­te Mas­se nicht lei­sten konn­te. Nach einer Quel­le hat Car­denal bei Jun­ta-Chef Dani­el Orte­ga gegen die­se „Klep­to­kra­tie“ pro­te­stiert – wie inten­siv und wie erfolg­reich, wis­sen wir nicht.

Drei Brü­der, zwei Prie­ster, drei Revo­lu­tio­nä­re: (v. l.) Erne­sto, Rodri­go und Fer­nan­do Car­denal (1979), der jüng­ste mit Maschinenpistole

Nach der Amts­un­fä­hig­keit von Pater Arru­pe im Jahr 1981 auf­grund eines Schlag­an­fal­les ver­lang­te Inte­rims­obe­rer Pater Pao­lo Dez­za unter Druck von Johan­nes Paul II. von Fer­nan­do Car­denal, sich von sei­nem Regie­rungs­amt zurück­zu­zie­hen. Der Brief Dez­zas war nach Malachi Mar­tin jedoch sehr schwach gehal­ten. Dez­za kri­ti­sier­te auch nicht Car­denals Invol­vie­rung mit den San­di­ni­sten. Er signa­li­sier­te, daß er die­sen Befehl zum Rück­zug nur auf Anord­nung des Pap­stes übermittle.

Car­denal gehorch­te nicht und sei­ne Obe­ren insi­stier­ten nicht.

Im Jahr 1983 mach­te Johan­nes Paul II. einen Pasto­ral­be­such in Zen­tral­ame­ri­ka, unter ande­rem in Nica­ra­gua. Für ihn wur­de es zu einer schlim­men Demü­ti­gung durch das Regime. Nach Malachi Mar­tin besteht kein Zwei­fel, daß Car­denal und ande­re san­di­ni­sti­sche Prie­ster an der Orga­ni­sie­rung von Demon­stra­tio­nen u. dgl. betei­ligt waren. Fer­nan­do Car­denal erschien auch gar nicht zur Mes­se mit Johan­nes Paul II.

Car­denal wur­de 1984 vom Prie­ster­amt sus­pen­diert und eini­ge Mona­te spä­ter aus dem Orden aus­ge­schlos­sen. 1997 wur­de er wie­der auf­ge­nom­men und die Sus­pen­si­on vom Prie­ster­amt auf­ge­ho­ben.2

Wie auf die­ser Sei­te öfter dar­ge­stellt wur­de, ist Nica­ra­gua wie­der eine kom­mu­ni­sti­sche Dik­ta­tur, sogar der Dik­ta­tor ist der­sel­be. Die gegen­wär­ti­ge kom­mu­ni­sti­sche Kir­chen­ver­fol­gung in Nica­ra­gua und beson­ders die erwähn­te schänd­li­che Ver­ur­tei­lung von Bischof Rolan­do Álva­rez zei­gen, wie ver­derb­li­che Aus­wir­kun­gen die mar­xi­sti­sche Poli­tik zen­tral­ame­ri­ka­ni­scher Jesui­ten zur Zeit Arru­pes bis heu­te haben. Fer­nan­do Car­denal war nicht der ein­zi­ge Jesui­ten-Mini­ster der san­di­ni­sti­schen Jun­ta, der ande­re hieß Alva­ro Argüel­lo Hur­ta­do. Dar­über hin­aus gab es nach Mar­tin Hun­der­te Prie­ster und Ordens­leu­te, die dem Regime zuar­bei­te­ten. Eines der Vehi­kel dafür waren die berühm­ten „Basis­ge­mein­den“.

Ohne Umschwei­fe gesagt: Es ging um die Errich­tung eines Para­die­ses auf Erden. Wie­der ein­mal hat der Wider­sa­cher Kir­chen­leu­te erfolg­reich zum Nar­ren gehalten.

Resümee

Malachi Mar­tin stellt die Ver­ant­wor­tung des Gene­ral­obe­ren für die Ereig­nis­se in Latein­ame­ri­ka deut­lich her­aus, kei­ne Aus­flüch­te sind möglich:

„Arru­pe wuß­te, daß sei­ne Jesui­ten in Zen­tral­ame­ri­ka mar­xi­sti­sche Kader aus­bil­de­ten, daß sie selbst akti­ve kom­mu­ni­sti­sche Gue­ril­las waren, daß sie Regie­rungs­mit­glie­der einer mar­xi­sti­schen Regie­rung waren, daß sie Revo­lu­tio­nen anzet­tel­ten, daß sie an blu­ti­gen und manch­mal sakri­le­gi­schen Gescheh­nis­sen betei­ligt waren“ (The Jesuits, 481).

Man fragt sich, wie hier und im Fall von Pater Dri­nan die „Unter­schei­dung der Gei­ster“ so kraß ver­sa­gen konnte.

Der Selig­spre­chungs­pro­zeß wird das zu berück­sich­ti­gen haben.

Fort­set­zung folgt.

*Wolf­ram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., kirch­lich gesen­de­ter Kate­chist, Pro-Lifer, rei­che Erfah­rung mit der Gesell­schaft Jesu

Bild: You­tube (Screen­shots)


1 In die­sem Zusam­men­hang eine Bemer­kung zur Poli­tik des Gene­ral­obe­ren Arru­pe: Er betrach­te­te nach Malachi Mar­tin, The Jesuits, die Gene­ral­kon­gre­ga­ti­on als höch­sten Obe­ren im Orden. Was die­se beschlos­sen hat­te, galt ihm als durch­zu­füh­ren­des Gesetz. Hin­ter deren Beschlüs­sen ver­schanz­te er sich gegen­über den Päp­sten, als die­se ihn zur Rede stell­ten. Da die Beschlüs­se der 31. und 32. Gene­ral­kon­gre­ga­tio­nen (1965/​66 bzw. 1974/​75) inhalt­lich bereits pro­ble­ma­tisch waren und von Sen­dung und Selbst­ver­ständ­nis des Ordens weg­führ­ten, wird man die­se Vor­gangs­wei­se nicht als genu­in igna­tia­nisch bezeich­nen kön­nen. Denn das igna­tia­ni­sche Cha­ris­ma ist inhalt­lich katho­lisch bestimmt.

2 In einem nicht datier­ten Vor­trag (offen­bar an einer ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­tät), der 2014 auf You­tube (ver­mut­lich zeit­na­he) ver­öf­fent­licht wur­de, sprach Pater Car­denal über sein Leben. Man ist unan­ge­nehm berührt von der Eitel­keit und Selbst­ge­fäl­lig­keit des in kei­ner Wei­se als Prie­ster erkenn­ba­ren Refe­ren­ten. Bezeich­nend ist etwa die dem dama­li­gen jesui­ti­schen Zeit­geist ent­spre­chen­de läs­si­ge Aus­sa­ge, daß ihn die Phi­lo­so­phie des hl. Tho­mas nicht sehr inter­es­sie­re (39:07). Ab 39:47 spricht er über die christ­li­che revo­lu­tio­nä­re Bewe­gung, die zwei Zie­le hat­te: den Kampf gegen die Somo­za-Dik­ta­tur und die Errich­tung eines neu­en Staa­tes. Er recht­fer­tigt sei­nen Ein­tritt in die Revo­lu­ti­on mit dem Gleich­nis vom Sama­ri­ter (!). Inter­es­sant ist bei 55:50 sein Ein­ge­ständ­nis, daß er bei einem Hea­ring über Somo­za im US-Kon­greß ver­schwieg, daß er bereits selbst Teil der Revo­lu­ti­on war. Ein Prie­ster als Waf­fen­schie­ber ist kein erfreu­li­cher Anblick, so sagt er bei 59:38: „Wir kauf­ten Waf­fen mit dem Geld von Vene­zue­la und gaben sie nach Pana­ma, um sie nach Nica­ra­gua zu bringen.“

In der Rei­he bis­her erschienen:

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1 Kommentar

  1. Wem gehorcht Papst Fran­zis­kus SJ? Muss er sei­nem Gene­ral gehor­chen oder „darf“ er Chri­stus gehor­chen? Das ist lei­der eine ernst­haf­te Fra­ge, denn zum ersten mal ist ein Jesu­it Papst. Hof­fent­lich gibt es jeman­den unter den Lesern, der mei­ne Fra­ge beant­wor­ten kann.

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