Das Motu proprio Summorum Pontificum ist tot

Der Auftrag von Franziskus: Mit Entschlossenheit die Tradition auf null setzen

Zwischen sie paßt "kein Blatt"? Papst Franziskus küßt Benedikt XVI. vor dem Photographen die Hand.
Zwischen sie paßt "kein Blatt"? Papst Franziskus küßt Benedikt XVI. vor dem Photographen die Hand.

Anmer­kun­gen von Giu­sep­pe Nardi

Als die Nach­richt ein­traf, war ich unter­wegs, den gan­zen Tag. Eine erzwun­ge­ne Nach­denk­pau­se. Es kam, wie es kom­men muß­te, sagen nun man­che. Muß­te es so kom­men? Offen­sicht­lich! Papst Fran­zis­kus „schränkt Fei­er der alten Mes­se ein“. So oder ähn­lich lau­ten die ein­tref­fen­den Schlag­zei­len. Auch an dümm­li­chen, wie könn­te es anders sein, fehlt es nicht. Läßt sich das am Frei­tag ver­öf­fent­lich­te Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des (Hüter der Tra­di­ti­on) spon­tan in einem aus­sa­ge­kräf­ti­gen Satz zusam­men­fas­sen? Geht das über­haupt? Ja, das geht und könn­te fol­gen­der­ma­ßen lau­ten: Papst Fran­zis­kus hat sei­nem Vor­gän­ger Bene­dikt XVI. einen Faust­schlag ins Gesicht ver­setzt! Doch das ist nur ein Aspekt, denn das eigent­li­che Ziel ist die Ver­nich­tung des über­lie­fer­ten Ritus, für den besten­falls noch der Sta­tus einer musea­len Attrak­ti­on gedacht ist.

Der erste Adres­sat des neu­en Motu pro­prio von Fran­zis­kus ist also sein Amts­vor­gän­ger, der um die­sel­be Zeit, am 7. Juli 2007, mit dem Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum gewagt hat­te, was in den Augen eines Teils der Kir­che uner­träg­lich war, so uner­träg­lich, daß nichts die boden­lo­se Ableh­nung abzu­mil­dern ver­moch­te – nicht der Fak­tor Zeit, immer­hin sind seit­her vier­zehn Jah­re ver­gan­gen, und nicht ein­mal der Tri­umph, Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio auf den Stuhl des Petrus gehievt zu haben.

Und was ist mit den vie­len Wohl­ta­ten, die Summorum Pon­ti­fi­cum der Kir­che ver­schafft hat? Was mit den guten Früch­ten, die es trägt?

Sie sind für die genann­ten Kräf­te erst recht ein Grund, tabu­la rasa zu machen. Je eher, desto bes­ser. Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin ist einer von die­sen („Wir müs­sen die­ser Mes­se ein für alle­mal ein Ende berei­ten!“), der Lit­ur­gi­ker Andrea Gril­lo ein ande­rer. Sein Name steht für eine gan­ze Fron­de hoch­ge­stell­ter Lit­ur­gi­ker, deren Ener­gien in den ver­gan­ge­nen Jah­ren dar­in kumu­lier­ten, Summorum Pon­ti­fi­cum zu tor­pe­die­ren, zunächst ver­steckt und seit 2013 unver­hoh­len, aber ohne gro­ßes Geschrei, denn es hieß, die Zeit müs­se „reif“ sein.

Andrea Gril­lo, Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­ler am Päpst­li­chen Athen­ae­um Sant’Anselmo des Bene­dik­ti­ner­or­dens in Rom, war es, der am 18. Febru­ar 2018 for­der­te den „Zugang zum über­lie­fer­ten Ritus ein­zu­schrän­ken“. So ist es nun geschehen.

Das schamlose Motu proprio

Das Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des ist vor allem eines: Es ist scham­los, da Papst Fran­zis­kus nicht zögert, das bedeu­tend­ste Werk des Pon­ti­fi­kats von Bene­dikt XVI. noch zu des­sen Leb­zei­ten zu ver­nich­ten. Dar­aus darf gefol­gert wer­den, daß Fran­zis­kus sogar will, daß sein Amts­vor­gän­ger die­sen Akt der Rache mit­er­lebt. Und ja, Bene­dikt XVI. lebt noch und muß mit­an­se­hen, was er durch sei­nen eben­so uner­war­te­ten wie unver­ständ­li­chen Amts­ver­zicht erst mög­lich gemacht hat. 

Fran­zis­kus ist im neun­ten Jahr sei­nes Pon­ti­fi­kats zur Über­zeu­gung gelangt, daß die Zeit „reif“ ist, die­sen Akt der Ver­nich­tung noch selbst umzu­set­zen – schließ­lich wis­se man nie, wer einem nach­folgt, wie Bene­dikt XVI. erle­ben muß­te. Ande­rer­seits, und wahr­schein­li­cher, kam Fran­zis­kus zum Schluß, daß der deut­sche Papst inzwi­schen so alt und so gebrech­lich ist, daß er zum Gefan­ge­nen im Klo­ster Mater Eccle­siae gewor­den ist und zu kei­ner Gegen­wehr mehr imstan­de wäre. Jeden­falls zu kei­ner, die Fran­zis­kus fürch­ten muß. Und ja, es ist auch eine Ver­gel­tung für jenen Strich durch die Rech­nung, den Bene­dikt XVI. im Zusam­men­wir­ken mit Kar­di­nal Robert Sarah den Plä­nen von Fran­zis­kus nach der Ama­zo­nas­syn­ode gemacht hat, als die­ser den prie­ster­li­chen Zöli­bat auf­wei­chen wollte.

Der deut­sche Schrift­stel­ler Mar­tin Mose­bach schrieb nach dem abrup­ten Ende des Pon­ti­fi­kats von Bene­dikt XVI., daß vom Papst aus Bay­ern, wenn über­haupt, „nur“ Summorum Pon­ti­fi­cum blei­ben wer­de. Es schien ein zu har­tes Urteil zu sein. Der Büch­ner-Preis­trä­ger blick­te offen­bar tie­fer und erkann­te früh­zei­tig, was der Amts­ver­zicht in Bewe­gung gesetzt hat­te. Seit dem 16. Juli 2021 steht fest, daß vom Pon­ti­fi­kat von Bene­dikt XVI. nicht ein­mal Summorum Pon­ti­fi­cum Bestand hat. Die­ses Motu pro­prio von 2007, das dem über­lie­fer­ten Ritus nicht die vol­le Frei­heit, aber zumin­dest das Son­nen­licht zurück­gab, wur­de gestern von Papst Fran­zis­kus zer­trüm­mert. Es wur­de for­mal zwar nicht besei­tigt, doch bleibt nichts von dem übrig, wofür es Bene­dikt XVI. erlas­sen hat­te. Rein gar nichts. Art. 8 von Tra­di­tio­nis custo­des besagt es unmißverständlich:

„Die Bestim­mun­gen, Instruk­tio­nen, Zuge­ständ­nis­se und Gebräu­che, die nicht mit dem über­ein­stim­men, was vom vor­lie­gen­den Motu Pro­prio bestimmt ist, sind aufgehoben.“

Das gilt übri­gens nicht nur für das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum samt zuge­hö­ri­ger Instruk­ti­on Uni­ver­sae Eccle­siae von 2011, son­dern auch für das Motu pro­prio Eccle­sia Dei von 1988.

Papst Franziskus hat mit dem Motu proprio Traditionis custodes sein Unverständnis und seine Abneigung gegen den überlieferten Ritus, die Tradition und ihre Vertreter in Gesetzeskraft gegossen.
Papst Fran­zis­kus hat mit dem Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des sein Unver­ständ­nis und sei­ne Abnei­gung gegen den über­lie­fer­ten Ritus, die Tra­di­ti­on und ihre Ver­tre­ter in Geset­zes­kraft gegossen.

Die Dezentralisierung, die sich auf Zentralismus reimt

Tra­di­tio­nis custo­des segelt im Kiel­was­ser der von Fran­zis­kus ver­kün­de­ten Dezen­tra­li­sie­rung. Das klingt gut, und dar­auf scheint es im PR-Zeit­al­ter auch im Vati­kan eini­gen anzu­kom­men. Die Bischö­fe schei­nen nun für ihren Juris­dik­ti­ons­be­reich wie­der zu bestim­men, ob und wie vie­le Meß­or­te im über­lie­fer­ten Ritus und sogar wie vie­le hei­li­ge Mes­sen es an die­sen Meß­or­ten im über­lie­fer­ten Ritus geben darf – oder nicht. Doch Fran­zis­kus wäre nicht Fran­zis­kus, wenn sich hin­ter die­ser Dezen­tra­li­sie­rung nicht auch der neue Zen­tra­lis­mus ver­ber­gen wür­de. Die For­mel ist also etwas komplexer.

Die Bischö­fe dür­fen alles „dezen­tral“, was gegen die Tra­di­ti­on gerich­tet ist. Alles was ein wohl­ge­sinn­ter Bischof aber für die Tra­di­ti­on tun möch­te, ist ihm zen­tra­li­stisch ent­zo­gen. Wenn es dar­um geht, Meß­or­te auf­zu­he­ben, Prie­stern die Erlaub­nis zur Zele­bra­ti­on des über­lie­fer­ten Ritus zu ent­zie­hen bzw. nicht zu bestä­ti­gen oder eine Eccle­sia-Dei-Gemein­schaft aus einer Diö­ze­se zu ent­fer­nen, wie es jüngst der Bischof von Dijon tat, darf dies der Diö­ze­san­bi­schof exklu­siv im Allein­gang tun. Wenn es dar­um geht, eine neu ent­ste­hen­de Gemein­schaft der Tra­di­ti­on nach diö­ze­sa­nem Recht kano­nisch anzu­er­ken­nen oder Neu­prie­stern, die ab dem heu­ti­gen Tag geweiht wer­den, die nun wie­der not­wen­di­ge Erlaub­nis zur Zele­bra­ti­on des über­lie­fer­ten Ritus zu ertei­len, sind dem Diö­ze­san­bi­schof die Hän­de gebun­den. Sei­ne Voll­mach­ten und Zustän­dig­kei­ten wur­den von Fran­zis­kus kas­siert, schon in einem ersten Schritt am 1. Novem­ber 2020 mit dem Motu pro­prio Authen­ti­cum cha­ris­ma­tis und am 16. Juli noch mehr. 

Die Errich­tung neu­er Per­so­nal­pfar­rei­en, wie der Erz­bi­schof von Fer­ra­ra erst vor drei Wochen eine errich­tet hat, wur­de gestern von Fran­zis­kus aus­drück­lich unter­sagt. Viel­mehr ver­langt er, daß selbst dort, wo es bereits Per­so­nal­pfar­rei­en oder stän­di­ge Meß­or­te des über­lie­fer­ten Ritus gibt, der zustän­di­ge Diö­ze­san­bi­schof deren „Nütz­lich­keit“ über­prüft. Vor allem habe er zu über­prü­fen, daß Gläu­bi­gen­grup­pen der Tra­di­ti­on an den stän­di­gen Meß­or­ten und ihre Prie­ster „die Gül­tig­keit und Recht­mä­ßig­keit der Lit­ur­gie­re­form, die Dik­ta­te des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils und des Lehr­am­tes der Päp­ste“ „nicht ausschließen“.

Art. 3 des neu­en Motu pro­prio läßt sich, ohne die Phan­ta­sie zu stra­pa­zie­ren, als  Auf­for­de­rung von Fran­zis­kus an die Bischö­fe ver­ste­hen, die Zahl der Per­so­nal­pfar­rei­en und Meß­or­te des über­lie­fer­ten Ritus zu dezi­mie­ren und neue Meß­or­te nicht mehr zu genehmigen.

Am 28. Juni schrieb der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne fran­zö­si­sche Blog Paix Lit­ur­gi­que mit Blick auf das nahen­de Unheil:

„Die Fein­de von Summorum Pon­ti­fi­cum wol­len Krieg.“

Der erste „Feind von Summorum Pon­ti­fi­cum“, dar­an kann seit Frei­tag kein Zwei­fel mehr bestehen, heißt Papst Fran­zis­kus. Paix Lit­ur­gi­que zitier­te damals Kuri­en­erz­bi­schof Arthur Roche, den neu­en Prä­fek­ten der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on, mit den Worten:

„Summorum Pon­ti­fi­cum ist prak­tisch tot!“

Roche, alles ande­re als ein Freund des über­lie­fer­ten Ritus – den Fran­zis­kus dem­nächst zum Kar­di­nal kre­ieren dürf­te –, ist seit gestern für alle lit­ur­gi­schen Fra­gen des über­lie­fer­ten Ritus zustän­dig. Paix lit­ur­gi­que zitier­te ihn noch mit einer wei­te­ren Vor­her­sa­ge, die sich bewahrheitete:

 „Wir wer­den die Zustän­dig­keit in die­sem Punkt an die Bischö­fe zurück­ge­ben, gera­de aber nicht an die kon­ser­va­ti­ven Bischöfe.“

Die gelob­te Dezen­tra­li­sie­rung ist ein nega­ti­ver „Pro­zeß“, um einen Lieb­lings­be­griff des regie­ren­den Pap­stes zu zitieren. 

Unver­ständ­nis und Abnei­gung dik­tie­ren das römi­sche Vorgehen

Abneigung gegen den überlieferten Ritus

Wor­auf genau zielt Tra­di­tio­nis custo­des neben der erwähn­ten Rache an Bene­dikt XVI. ab? Das zwei­te Hand­lungs­mo­tiv ist eine nie ver­ebb­te Abnei­gung gegen den über­lie­fer­ten Ritus, das hei­li­ge Meß­op­fer und die damit ver­bun­de­ne Theo­lo­gie. Es geht nun­mal um mehr als nur um die ver­meint­li­che Äußer­lich­keit der Gebets­rich­tung. Es geht um das Kir­chen­ver­ständ­nis. Art. 1 des neu­en Motu pro­prio besagt es:

„Die lit­ur­gi­schen Bücher, die von den Päp­sten Paul VI. und Johan­nes Paul II. in Über­ein­stim­mung mit den Dekre­ten des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils ver­öf­fent­licht wur­den, sind der ein­zi­ge Aus­druck der lex oran­di des Römi­schen Ritus.“

Klipp und klar!

Wer nun den­ken soll­te, Fran­zis­kus sei das Opfer schlech­ter Bera­ter gewor­den, etwa eines Andrea Gril­lo, der irrt sich dop­pelt und drei­fach. Seit jenem 13. März 2013, dem Abend der Papst­wahl, ist das Unver­ständ­nis von Fran­zis­kus gegen­über Tra­di­tio­nen – sinn­bild­lich für sei­ne Abnei­gung gegen die Tra­di­ti­on – bekannt.  Und er mach­te seit­her auch kein Hehl dar­aus. Fran­zis­kus ist sich in die­ser Sache (und ande­ren) sein eige­ner schlech­ter Bera­ter. Wer meint, daß Fran­zis­kus ein Getrie­be­ner sei, liegt damit nicht falsch. Aller­dings ist er ein Getrie­be­ner sei­ner selbst. Soll­te jemand aber anneh­men, Fran­zis­kus tref­fe sei­ne Ent­schei­dun­gen nicht bewußt, über­legt und ent­schlos­sen, der hat nach mehr als acht Jah­ren die­ses Pon­ti­fi­kats vom argen­ti­ni­schen Papst noch nichts ver­stan­den. Fran­zis­kus ist ganz Haupt­ak­teur, ganz Prot­ago­nist. Er läßt sich nicht manipulieren.

Und nun?

Der schei­den­de Distrik­t­o­be­re der Petrus­bru­der­schaft, P. Bern­hard Gerst­le, zog erst am Don­ners­tag in der Tages­post eine über­ra­schend posi­ti­ve Bilanz, was das Ver­hält­nis zur Orts­kir­che im deut­schen Sprach­raum angeht. Kei­ne 24 Stun­den spä­ter kann man dar­über nur mehr stau­nen. Katholisch.de, das Nach­rich­ten­por­tal der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, faß­te sei­ne Aus­sa­gen mit nun­mehr so unglaub­lich schei­nen­den Sät­zen zusam­men wie: „Das Ver­ständ­nis und die Wert­schät­zung für die außer­or­dent­li­che Form sei deut­lich gewach­sen“ und „Kei­ne Kluft zwi­schen Ver­tre­tern von ordent­li­cher und außer­or­dent­li­cher Form“. Wie „deut­lich“ das „Ver­ständ­nis und die Wert­schät­zung“ für den über­lie­fer­ten Ritus „gewach­sen“ sind, hat Papst Fran­zis­kus gestern allen ins Stamm­buch geschrie­ben – und wie! Glei­ches gilt für die „Kluft“, die er im zitier­ten Art. 1 sei­nes neu­en Motu pro­prio auf­ge­ris­sen und fest­ge­schrie­ben hat. 

Wäh­rend Bene­dikt XVI. mit Summorum Pon­ti­fi­cum sei­nem Titel eines Pon­ti­fex gerecht wur­de, erweist sich Fran­zis­kus nicht als „Brücken­bau­er“. Mit Tra­di­tio­nis custo­des reißt er Brücken ein, wie ein Kriegs­herr, der hin­ter sich ver­brann­te Erde schaf­fen will.

Mit gutem Grund war wegen der in Tei­len der Kir­che vor­herr­schen­den feh­len­den Sen­si­bi­li­tät von Papst Johan­nes Paul II. 1988 die Päpst­li­che Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei errich­tet wor­den, um die Gemein­schaf­ten der Tra­di­ti­on, die in der vol­len Ein­heit mit Rom ste­hen, nicht den römi­schen Dikaste­ri­en des Novus Ordo aus­zu­lie­fern. Auch die­se Klug­heit wur­de am Frei­tag von Fran­zis­kus revi­diert. Die genann­te Kom­mis­si­on hat­te er in einem ersten Schritt bereits am 19. Janu­ar 2019 besei­tigt. Im Art. 6 von Tra­di­tio­nis custo­des ver­füg­te er, daß die soge­nann­ten Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten wie die Petrus­bru­der­schaft, das Insti­tut Chri­stus König und Hohe­prie­ster, das Insti­tut Bon Pasteur und ande­re ab nun der Ordens­kon­gre­ga­ti­on unter­ste­hen wie die neu­ri­tu­el­len Orden. Was das bedeu­tet, haben die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta bit­ter zu spü­ren bekom­men. Die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten wis­sen nun, daß sie sich kei­nen fal­schen Illu­sio­nen hin­zu­ge­ben haben. Die päpst­li­che Wil­lens­be­kun­dung ist ein­deu­tig. Die Vor­ge­hens­wei­se von Kar­di­nal­prä­fekt Braz de Aviz und von Kon­gre­ga­ti­ons­se­kre­tär Erz­bi­schof Rodri­guez Car­bal­lo OFM ist bekannt.

Mit der Über­tra­gung aller Zustän­dig­keit der ehe­ma­li­gen Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei an die Ordens- und die Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on wur­de von Fran­zis­kus ent­schie­den, die Ele­fan­ten in den Por­zel­lan­la­den zu las­sen. Die nun abseh­bar fol­gen­de Unru­he unter den Gläu­bi­gen des über­lie­fer­ten Ritus und in den Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten wird groß sein und ist von Rom so ange­legt, daß sich die­se Unru­he noch stei­gern wird, sobald da und dort von Bischö­fen oder den bei­den römi­schen Kon­gre­ga­tio­nen Maß­nah­men ergrif­fen wer­den. Von Bischof Atha­na­si­us Schnei­der wur­de vor weni­gen Tagen in einem Radio­in­ter­view die Ver­mu­tung geäu­ßert, daß ein Teil der Eccle­sia-Dei-Prie­ster in näch­ster Zeit zur Pius­bru­der­schaft abwan­dern könn­te, weil die­se durch ihre grö­ße­re Unab­hän­gig­keit auch mehr Frei­hei­ten genießt. Ins­ge­samt, des­sen scheint man sich auch in den Rei­hen der Lef­eb­vria­ner bewußt zu sein, ist die Wie­der­her­stel­lung der Tra­di­ti­on in eine Fer­ne gerückt, die sich jener vor dem Motu pro­prio Eccle­sia Dei nähert.

Über kon­kre­te Reak­tio­nen in den Rei­hen der Tra­di­ti­on, in den Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten oder auch der Pius­bru­der­schaft etwas sagen zu wol­len, wäre rei­ne Spe­ku­la­ti­on. Tat­sa­che ist jedoch, daß mit dem heu­ti­gen Tag eine star­ke Dyna­mik frei­ge­setzt wurde. 

Fran­zis­kus stellt mit dem Namen des Motu pro­prio klar, wer sei­ner Ansicht nach die Hüter der Tra­di­ti­on sind – und wer nicht.

Bild: Vatican.va/NLM (Screen­shots)

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22 Kommentare

  1. Im Okto­ber 2019 war Pach­a­ma­ma im Vati­kan, im Novem­ber 2019 die ersten Chi­ne­sen mit einer bis dato unbe­kann­ten Krank­heit im Kran­ken­haus. Jetzt wird es span­nend, denn Gott schreibt auch auf krum­men Zei­len gera­de. Für Fran­zis­kus und für Bene­dikt müs­sen wir jetzt beson­ders beten. Die Früch­te bei­der Pon­ti­fi­ka­te sind erschreckend. Was wer­den sie Gott ant­wor­ten kön­nen, wenn er sie fragt, was sie mit den gege­be­nen Talen­ten gemacht haben?

      • Wie heißt es so schön: „Dumm­heit schützt vor Stra­fe nicht“ !
        Er wird vor allem die „Macher“ und Ver­rä­ter zur Rechen­schaft ziehen.
        Ich will es mal so formulieren:
        Er wird auch die „Belo­ge­nen“ fra­gen. „Ich habe euch doch einen Ver­stand gegeben,
        war­um habt ihr ihn nicht benutzt“.
        Glau­be und Ver­nunft. Sehen kön­nen, aber nicht wollen.

  2. Prof. Bal­du­in Schwarz nach Gabri­el Mar­cel über Kant: Er hat den Baum der Exi­stenz aus der Erde geris­sen, die Wur­zeln abge­schnit­ten, das unte­re Ende des Stam­mes zuge­spitzt und wie­der in die Erde gerammt.
    Genau das tut Ber­go­glio mit der Katho­li­schen Kir­che. Aus­ge­rech­net jener Papst, der den Titel Vica­ri­us Chri­sti als über­holt betrach­tet. Ist er eigent­lich Papst oder übt er nur Macht aus, indem er des­sen Brief­pa­pier verwendet?

  3. Bei all der Auf­re­gung um die fak­ti­sche Abschaf­fung des Motu Pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum wird oft das Wesent­li­che in dem Apo­sto­li­schen Schrei­ben übersehen:
    Näm­lich, dass die von Papst Bene­dikt XVI. dar­in fest­ge­leg­ten Bestim­mun­gen von vorn­her­ein nicht auf Dau­er ange­legt waren!
    Aus­ge­nom­men davon ist nur eine Bestimmung:

    Die Hoch­schät­zung der täti­gen und bewuss­ten Teil­nah­me der Christ­gläu­bi­gen am Got­tes­dienst der Kir­che soll auch nach Summorum Pon­ti­fi­cum nicht gemin­dert wer­den. Eine bestimm­te Gestal­tung der Altä­re, der lit­ur­gi­schen Gefä­ße und Gewän­der ist durch Summorum Pon­ti­fi­cum nicht vor­ge­schrie­ben. Die Fei­er an einem frei­ste­hen­den Altar, auch „ver­sus popu­lum“, ist wie im Mis­sa­le Roma­num von 1570 nicht aus­ge­schlos­sen. Die Lesun­gen in der Gemein­de­mes­se dür­fen in der Volks­spra­che vor­ge­tra­gen wer­den. In Zukunft kön­nen auch in das 1962er Mess­buch neue Hei­li­ge und eini­ge der neu­en Präf­a­tio­nen auf­ge­nom­men wer­den. Auch die „Lit­ur­gie von 1962“ soll dem­nach eine Lit­ur­gie­re­form erfah­ren, doch in einer ande­ren Wei­se, als sie für die „ordent­li­che Form“ durch die Päp­ste Paul VI. und Johan­nes Paul II. durch­ge­führt wur­de. Län­ger­fri­stig unver­än­dert darf der „1962er Usus“ des­halb nicht blei­ben, weil das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil sei­ne Erneue­rung aus­drück­lich vor­ge­schrie­ben hat (Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um Nr. 25). (Quel­le wikipedia)

    Das Ziel des Motu Pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum war die Durch­set­zung aller Beschlüs­se des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, vor­nehm­lich gegen­über jenen, die es bis­lang ablehnten.

    Die­se Ziel­set­zung ist nun durch das neue Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des von Papst Fran­zis­kus kla­rer herausgestellt.

  4. „Aus für „Summorum Pon­ti­fi­cum“: Die wah­re Tra­di­ti­on bestimmt der Papst“
    So jubelt die qua­si offi­zi­el­le Inter­net­sei­te der Deut­schen Bischö­fe am 17.7.2021. Wir erle­ben und erlei­den hier
    eine Revo­lu­tio­nie­rung des Papst­amts­ver­ständ­nis­ses: Ab jetzt gibt es für die­sen Papst und sei­ne Nachfolger
    kei­ne ver­bind­li­che Tra­di­ti­on der Kir­che mehr, denn jetzt bestimmt der jeweis aktu­ell herr­schen­de Papst,
    was Tra­di­ti­on ist und was nicht. Damit kann er jede bis­her als wahr gel­ten­de Leh­re außer Kraft setzen.
    Ja viel­eicht erle­ben wir noch einen Kate­chis­mus, in dem es kei­ne Höl­le mehr gibt und einen Jesus von Nazareth,
    der nicht mehr der Sohn Got­tes ist.
    Uwe Lay Pro Theol Blogspot

  5. S.E. Wal­ter Kar­di­nal Kas­per ist einer der letz­ten noch leben­den und sich selbst so bezeich­nen­den St.-Gallen-Mafia, die Jor­ge Maria Ber­go­glio auf die Kathe­dra Petri gehievt hat. Noch regel­mä­ßig ist er bei beson­de­ren Papst­mes­sen im Peters­dom zu sich­ten, und gele­gent­lich sind von ihm auch – erstaun­li­cher­wei­se – mah­nen­de Wor­te der Zurück­hal­tung beim sog. Syn­oda­len Weg der Deut­schen zu ver­neh­men. Ob er auch etwas zum jet­zi­gen Van­da­len­akt des amtie­ren­den Pap­stes zu sagen weiß? Höchst­wahr­schein­lich ist er glück­lich bis über­glück­lich über die päpst­li­che Demü­ti­gung sei­nes ein­sti­gen theo­lo­gi­schen Rivalen.

    Besten Dank auch dem vati­ka­ni­schen Beob­ach­ter Giu­sep­pe Nar­di für sei­ne tref­fen­den Anmer­kun­gen zum gest­ri­gen römi­schen Van­da­len­akt. Der passt natür­lich, genau­er betrach­tet, zum „weg von Rom“, hin zur „Eine-Welt-Reli­gi­on“, zum Gre­at Reset. Dafür ist Fran­zis­kus dann doch noch der Pon­ti­fex. Aber von Anfang an nicht mehr für die katho­li­sche Kirche.

  6. Der Vor­wurf an Bene­dikt ärgert mich ein wenig, weil ohne sei­nen Rück­tritt er sel­ber bald gestor­ben und das Ver­häng­nis noch frü­her ein­ge­tre­ten wäre. Als bis­he­ri­ger Brem­ser war er sehr wich­tig. So wur­den wir Zeu­gen einer Ent­wick­lung, die schlei­chend bis rasant auf das End­ziel hinsteuert.

  7. Wie Yves Con­gar tref­fend fest­stell­te, stellt das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil eine Revo­lu­ti­on in der Kir­che dar. So wird und wur­de es auch von den füh­ren­den Geist­li­chen ver­stan­den. Es gab Errun­gen­schaf­ten, die von den Revo­lu­tio­nä­ren gegen „die Reak­ti­on“ ver­tei­digt wer­den müs­sen — not­falls mit allen Mit­teln. Wer also „hin­ter das Kon­zil zurück will“, ist Kon­ter­re­vo­lu­tio­när und hat sich die Fol­gen selbst zuzuschreiben.
    Inhalt­lich war die­se Ent­schei­dung nur eine Fra­ge der Zeit, der Stil ver­wun­dert in die­sem Pon­ti­fi­kat nicht. Die Mes­se aller Zei­ten ist für die gegen­wär­ti­ge Kir­chen­struk­tur kaum erträg­lich, da die­se klar theo­zen­trisch und nicht anthro­po­zen­trisch ist. Eine siche­re Hei­mat hat sie der­zeit wohl nur in der FSSPX, so gese­hen ein begrü­ßens­wer­ter Schritt zur Klar­heit und zur Schei­dung der Geister.

  8. Es ist erschüt­ternd anzu­se­hen, wie into­le­rant, ja tota­li­tär der Moder­nis­mus sei­nem Wesen nach ist.

  9. Ja, die mei­sten woll­ten es schlicht­weg nicht glau­ben, dass Ber­go­glio der fal­sche Pro­phet ist. Sehen sie es jetzt?

    • Grü­ße Sie, David. Wer es bis jetzt nicht sehen woll­te, der wird es auch jetzt nicht sehen.
      Es gibt zu vie­le in der Kir­che, die es nicht sehen wol­len. Glau­ben Sie mir, ich erle­be es bei Leu­ten, die ich seit Jahr­zehn­ten ken­ne und für gute Katho­li­ken gehal­ten habe. Heute?
      Alles Gute. Gelobt sei der Herr!

  10. Wenn die vie­len nicht trotz aller Taten vom dem Glau­ben Abstand neh­men, dass Mer­kel uns nur Gutes tut, wie sol­len Sie trotz aller Taten von dem Glau­ben Abstand neh­men kön­nen, dass Papst Fran­zis­kus der Kir­che nur Gutes will?
    In unse­rer heu­ti­gen Welt und Kir­che ist rasant schnell alles ver­dreht gewor­den und die Men­schen las­sen sich das gern ver­kau­fen. Jesus hat uns gezeigt, wie wir vor­ge­hen sol­len. Er hat kei­nen Dia­log mit dem Ver­füh­rer begon­nen, der Herr hat gesagt „Es steht geschrieben“

  11. Trifft die Ent­schei­dung Ber­go­gli­os wirk­lich direkt nur Bene­dikt ‚oder trifft sie in Wirk­lich­keit den des­sen Stell­ver­tre­ter Bene­dikt ist, unse­ren Her­ren Jesus Chri­stus? Und wird die­ser nicht ein zwei­tes mal fra­gen „War­um schlägst Du mich“? Mit die­ser Ent­schei­dung Ber­go­gli­os beginnt sich die Pro­phe­zei­ung Dani­els zu erfül­len, die von der Been­di­gung des Hei­li­gen Opfers und dem Gräu­el der Ver­wü­stung des Tem­pels spricht. ( Dani­el 12:11 )

    • Es hat die Zeit begon­nen, in der die Schrift sich Wort für Wort erfüllt. Dies zeigt uns, dass alles nach Got­tes Plan läuft. Es ist alles wahr. Wahr ist es auch, dass Men­schen auf­tre­ten, die dies erkennen.

  12. Das Gebot der Stun­de wäre wohl jetzt, daß sich alle tra­di­tio­nel­len Kräf­te zusam­men­tun und Wider­stand lei­sten gegen die unge­recht­fer­tig­ten Bestim­mun­gen die­ses Motu Proprio.

  13. Ein­fach igno­rie­ren, so wie die dt. Bischö­fe die Ände­rung der Wandlunswor­te bis heu­te igno­riert. Die Tra­di­ti­on hat ein Pro­blem, sie will sich noch an Regeln hal­ten, wel­che auf der ande­ren Sei­te längst kei­nen mehr inter­es­sie­ren. Die Kom­mu­ni­ons­pen­dung durch Lai­en ist z.B. eben­falls eine Aus­nah­me, die längst jeder als sol­che igno­riert. Ein­fach noch mehr
    Hl. Mes­sen fei­ern als bis­her, wäre die rich­ti­ge Ant­wort. Die Hl. Mes­se aller Zei­ten, die Mes­se Gre­gors des Gro­ßen usw. kann von nie­man­den behin­dert oder auf­ge­ho­ben wer­den, der im Sin­ne die­ser Kir­che denkt und han­delt, es sei denn die­ser jemand stün­de sel­ber ausser­halb der Kirche.

    • Bra­vo lie­ber Feu­er und Flamme
      genau das ist es
      Wenn die Kon­zils­kir­che ihre hula hula mes­sen oder ihre mess greu­el begeht ist das immer wunderbar.
      Wenn sich end­lich Prie­ster zusam­men­schlie­ßen und sagen nur noch über­lie­fer­te Mes­se sol­len die Bischö­fe sie doch raus­wer­fen, fsspx wuer­de sich freu­en dort wer­den wegen dem gro­ßen Zuwachs an Glae­u­bi­gen tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Prie­ster gesucht.
      Macht end­lich die öku­me­ni­sche Kir­che Deutsch­lands auf und lasst uns in Ruhe

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