Franziskaner der Immakulata: Es war ein regelrechter, ideologischer Putsch

Franziskaner der Immakulata: Bild mit einem Putschisten: Einkleidungen bei den Franziskanern der Immakulata in Benin (2014). „Die neuen, nur mehr wenigen Berufungen kommen zum Großteil aus Afrika und Asien. Europäer haben ein größeres Gespür und treten nicht mehr ein.“
Bild mit einem Putschisten: Einkleidungen bei den Franziskanern der Immakulata in Benin (2014). „Die neuen, nur mehr wenigen Berufungen kommen zum Großteil aus Afrika und Asien. Europäer haben ein feineres Gespür und treten nicht mehr ein.“

(Rom) Um den 1990 von P. Ste­fa­no Maria Manel­li gegrün­de­ten Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta ist es zuletzt ruhi­ger gewor­den. Es war eine der ersten, dra­sti­schen Maß­nah­men von Papst Fran­zis­kus, im Juli 2013 den Orden einem Kom­mis­sar zu unter­wer­fen. Nun brach­te P. Pao­lo M. Sia­no, einer der her­aus­ra­gen­den Ange­hö­ri­gen die­ses Ordens, eini­ge neue Anmer­kun­gen zur seit­he­ri­gen Odys­see des Ordens zu Papier. Denn wäh­rend man in Rom erste Vor­be­rei­tun­gen trifft, den fünf­ten Jah­res­tag der Wahl von Fran­zis­kus zum Papst zu bege­hen, wer­den die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta noch immer von einem Päpst­li­chen Kom­mis­sar regiert.

Franziskaner der Immakulata
Die Ordens­grün­der: P. Manel­li und P. Pel­let­tie­ri

Zur Erin­ne­rung: P. Ste­fa­no Maria Manel­li sah in der Nach­kon­zils­zeit in den Moder­ni­sie­run­gen im Mino­ri­ten­or­den, dem er ange­hör­te, eine Fehl­ent­wick­lung. In einem län­ge­ren Pro­zeß näher­te er sich der ursprüng­li­chen Ordens­re­gel des hei­li­gen Franz von Assi­si. Nach­dem sich ihm und sei­nem Mit­bru­der, P. Gabrie­le Maria Pel­let­tie­ri, ande­re Män­ner anschlos­sen, ent­stand dar­aus der neue Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta und der Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­ku­la­ta.

Manel­li, ein geist­li­cher Sohn des hei­li­gen Pater Pio, erkann­te schritt­wei­se die Bedeu­tung und Rich­tig­keit des tra­di­tio­nel­len Kir­chen­ver­ständ­nis­ses. Unter Papst Bene­dikt XVI. voll­zog der Orden 2008, nach dem Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum, den Wech­sel vom Novus Ordo zur über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus. In der Seel­sor­ge, meh­re­re Bischö­fen hat­ten dem Orden Wall­fahrts­kir­chen und Pfar­rei­en anver­traut, wur­de der Orden biri­tu­ell.

Damit war er zu einer ein­zig­ar­ti­ge Erschei­nung in der katho­li­schen Kir­che gewor­den. Im Gegen­satz zu den alt­ri­tu­el­len Gemein­schaf­ten, die der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei unter­ste­hen, unter­stand er wei­ter­hin der römi­schen Ordens­kon­gre­ga­ti­on, die für die neu­ri­tu­el­len Ordens­ge­mein­schaf­ten zustän­dig ist.

Der Orden zog immer mehr Beru­fun­gen an, auch in Euro­pa, und stell­te auch des­halb eine Rari­tät inmit­ten einer Beru­fungs­dür­re dar. Die Kom­bi­na­ti­on, neu­ri­tu­ell gegrün­det wor­den zu sein, aber zum über­lie­fer­ten Ritus und zur Tra­di­ti­on gewech­selt zu haben, und nicht zuletzt auch des­halb zahl­rei­che Beru­fun­gen anzu­zie­hen, zog die Auf­merk­sam­keit ande­rer Orden an. Es schien, als wür­de er gera­de weil er dem Teich der neu­ri­tu­el­len Orden ange­hört, unter die­sen zu einem inter­es­san­ten Modell wer­den.

Die erhöh­te Auf­merk­sam­keit zog aber auch die Auf­merk­sam­keit der Nei­der und der Geg­ner der Tra­di­ti­on an. Bene­dikt XVI. hielt sei­ne schüt­zen­de Hand über dem Orden, sodaß die — aus heui­ger Sicht betrach­tet — schon bereit­lie­gen­den Mes­se nicht gewetzt wer­den konn­ten. Doch kaum hat­te er abge­dankt, wur­de zum Gegen­schlag aus­ge­holt. Papst Fran­zis­kus, selbst kein Freund der Tra­di­ti­on und ohne Ver­ständ­nis für den über­lie­fer­ten Ritus, erteil­te der Ordens­kon­gre­ga­ti­on grü­nes Licht, gegen die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta vor­zu­ge­hen. Er ver­wei­ger­te dem Orden sogar den Rechts­weg, sodaß vor den zustän­di­gen vati­ka­ni­schen Gerich­ten gegen die Maß­nah­men der Ordens­kon­gre­ga­ti­on vom Juli 2013 kein Ein­spruch mög­lich war.

Kardinal Braz de Aviz
Kar­di­nal Braz de Aviz

Kar­di­nal Joao Braz de Aviz, der Prä­fekt der Ordens­kon­gre­ga­ti­on, setz­te Pater Manel­li, der gera­de sei­nen 80. Geburts­tag voll­endet hat­te, als Gene­ral­obe­ren ab und stell­te ihn unter Haus­ar­rest. Abge­setzt wur­de die gesam­te Ordens­lei­tung, deren Funk­ti­on ein Päpst­li­cher Kom­mis­sar über­nahm.

Grün­de, war­um gegen den Orden und mit sol­cher Här­te vor­ge­gan­gen wur­de, nann­te der Vati­kan nicht. Dabei ist es geblie­ben.

Der blü­hen­de Orden, ein fas­zi­nie­ren­des Uni­kat in der katho­li­schen Kir­che, wird seit vier­ein­halb Jah­ren abge­würgt, ohne daß offi­zi­ell irgend­ein Grund dafür genannt wur­de.

Inof­fi­zi­ell lie­ßen die bei­den Spit­zen­ver­tre­ter der Ordens­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Braz de Aviz und Kuri­en­erz­bi­schof Jose Rodri­guez Car­bal­lo, bei nicht-öffent­li­chen Ereig­nis­sen anklin­gen, daß der Orden „das Kon­zil ablehnt“ und „lef­eb­vria­nisch“ sei. Das deckt sich mit dem direkt im Juli 2013 gegen alle Prie­ster des Ordens ver­häng­te Ver­bot, im über­lie­fer­ten Ritus zu zele­brie­ren. Jeder muß­te ein­zeln und in offe­nem Wider­spruch zu Summorum Pon­ti­fi­cum um eine eige­ne Erlaub­nis ansu­chen, wie­der im Vetus Ordo die Hei­li­ge Mes­se zele­brie­ren zu dür­fen.

Die Tat­sa­che, daß offi­zi­ell kei­ne Grün­de für die Drang­sa­lie­rung des Ordens genannt wer­den, ist eine impli­zi­te Bestä­ti­gung, daß es sich um einen ideo­lo­gi­schen Feld­zug ohne Rechts­grund­la­ge han­delt. Anders aus­ge­drückt: um einen Will­kür­akt, mit dem ein Sta­chel im Fleisch der Ordens­kon­gre­ga­ti­on und der neu­ri­tu­el­len Orden besei­tigt wer­den soll.

Pater Pao­lo Sia­no, selbst Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta und einer der besten, leben­den Ken­ner der Frei­mau­re­rei, doku­men­tiert eini­ge Aspek­te der fort­dau­ern­den Kom­mis­sars­zeit, die vom Vati­ka­ni­sten Mar­co Tosat­ti ver­öf­fent­licht wur­den.

Sind wir Franziskaner der Immakulata „Abschaum“ (1 Kor 4,13) in der „neuen Kirche“?

von P. Pao­lo Maria Sia­no FFI

Fast fünf Jah­re nach­dem wir Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta (FFI) und unge­fähr zwei Jah­re nach­dem auch die Fran­zis­ka­ner­in­nern der Imma­ku­la­ta (SFI) unter kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung gestellt wur­den, kön­nen wir sagen, daß wir Brü­der und Schwe­stern, die wir der Spi­ri­tua­li­tät der Grün­der P. Manel­li und P. Pel­let­tie­ri fol­gen, und die Grün­der selbst, seit Beginn des Pon­ti­fi­kats von Fran­zis­kus von den für das geweih­te Leben ein­fluß­reich­sten vati­ka­ni­schen Krei­sen als „Abschaum“ (1 Kor 4,13) betrach­tet wer­den.  Man den­ke an das Gift und den Schmutz, mit denen die Grün­der wie in einer Kloa­ke über­schüt­tet wur­den und auch wir Brü­der und Schwe­stern, die sie ver­tei­di­gen. Die Beschrän­kung der Zei­chen zwingt zu einer knap­pen Dar­stel­lung mit weni­gen Quel­len­an­ga­ben.

Zwi­schen 2011 und 2013 setz­te eine Grup­pe von Brü­dern aus ver­schie­den­sten Grün­den (Eitel­keit, Ehr­geiz, Ideo­lo­gie), mit­tels einer Medi­en­st­ra­te­gie in- und außer­halb der Fami­lie der Ordens­fa­mi­lie, einen Putsch gegen die Ordens­lei­tung der Grün­der­vä­ter in Gang. Im Vati­kan wur­den die Put­schi­sten von eini­gen unter­stützt, die viel­leicht schon seit eini­ger Zeit nur auf einen Vor­wand gewar­tet hat­ten, um die Akti­vi­tä­ten und das Wachs­tum von uns, den Brü­dern und Schwe­stern von P. Manel­li, die als zu phi­lo­triden­ti­nisch, zu „restau­ra­tiv“ und zu feind­lich gegen­über der „nou­vel­le théo­lo­gie“ von Rah­ner, Mar­ti­ni, von Bal­tha­sar, Bian­chi, Bel­lo und der ver­schie­de­nen latein­ame­ri­ka­ni­schen Befrei­ungs­theo­lo­gen betrach­tet wur­den, unter kom­mis­sa­ri­sche Kon­trol­le zu stel­len und zu blockie­ren. So kam es zur Apo­sto­li­schen Visi­ta­ti­on der Brü­der. Der Visi­ta­tor ver­teil­te einen zwei­deu­ti­gen und spitz­fin­di­gen Fra­ge­bo­gen, der in vol­ler Brei­te die Vor­ur­tei­le der Put­schi­sten wider­spie­gel­te und den unbe­darf­te­ren Brü­dern Zwei­fel gegen die Grün­der ein­träu­fel­te.

Dann kam es [im Juli 2013] zur kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung und die ver­bis­se­nen Put­schi­sten unter den Brü­dern bra­chen mit Hil­fe ihrer kirch­li­chen Ver­bün­de­ten, aber auch von Lai­en, vor Gericht und in den Medi­en einen Krieg vom Zaun, um den Grün­der, P. Manel­li, und sein Werk weg­zu­fe­gen und selbst alles zu über­neh­men (den Orden, die Lei­tung, die Aus­bil­dung, das Apo­sto­lat, die Medi­en, den Ver­lag, die Güter).

Eini­ge Brü­der um Kom­mis­sar Volpi ver­häng­ten in unse­ren Kon­ven­ten die dam­na­tio memo­riae über die Grün­der und deren vor­kom­mis­sa­ri­sche Ordens­lei­tung. Die Grün­der und wir, ihre Brü­der, wer­den ver­leum­det und bezich­tigt: kei­ne kirch­li­che Gesin­nung zu haben, des Lef­eb­vris­mus, einer unter­drücken­den, anti­kol­le­gia­len und per­so­nen­be­zo­ge­nen Lei­tung, des Gehor­sams­miß­brauchs durch das maria­ni­sche Gelüb­de, des Güter­be­trugs…

Es han­del­te sich um einen regel­rech­ten, ideo­lo­gi­schen Putsch, unter­stützt von „hohen Tie­ren“ der Kon­gre­ga­ti­on für die Insti­tu­te geweih­ten Lebens und für die Gesell­schaf­ten apo­sto­li­schen Lebens. Der Fall Maciel Degollado begün­stigt ein „Anti-Grün­der-Syn­drom“, das eini­gen im Vati­kan sehr gele­gen scheint.

Ein Put­schist und Medi­en­ex­per­te publi­zier­te in der (vom Deho­nia­ner P. Loren­zo Prez­zi gelei­te­ten) Zeit­schrift Testi­mo­ni (Zeu­gen) Nr. 3/2014. Der „Media­figh­ter“ stell­te listig den hei­li­gen Maxi­mi­li­an Kol­be in einen Gegen­satz zu P. Manel­li. „Kol­be, nicht Lef­eb­v­re“ (S. 39–41) lau­te­te die Über­schrift des Arti­kels, der ein har­ter Angriff gegen die Grün­der, die Brü­der, die Schwe­stern und die Lai­en­mit­glie­der der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta ist.

Die Zeit­schrift Testi­mo­ni bevor­zugt alles, was nach „aggior­na­men­to“ schmeckt, und ver­ach­tet alles, was „tra­di­tio­nell“ riecht und nicht in Ein­klang mit der vor­herr­schen­den Par­tei­ung in der Kir­che ist.

  • In der Testi­mo­ni-Aus­ga­be 10/2014 bezich­tigt Kar­di­nal Braz de Aviz, Prä­fekt der Ordens­kon­gre­ga­ti­on und Befrei­ungs­theo­lo­ge, uns Brü­der und Schwe­stern, das Kon­zil abzu­leh­nen (S. 3)… Eine Lüge!
  • In der Testi­mo­ni-Aus­ga­be 10/2014 kün­digt P. Prez­zi mit Genuß den Beginn der Apo­sto­li­schen Visi­ta­ti­on bei den Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­ku­la­ta an (S. 28).
  • Im Novem­ber 2014 attackiert der neue Ordens­obe­re für Ita­li­en (ein­ge­setzt von Kom­mis­sar Volpi am 12.09.2013), der sich mit sei­ner neu­en Auto­ri­tät offen­sicht­lich stark fühlt, auf Face­book die Grün­der, Brü­der und Schwe­stern des Ordens. 2015 rich­ten empör­te Lai­en gegen ihn eine Peti­ti­on an die Ordens­kon­gre­ga­ti­on. Er ist jedoch vom Kom­mis­sar und von der Kon­gre­ga­ti­on gut pro­te­giert. 2016 wird die­ser Obe­re sogar für wei­te­re drei Jah­re in sei­nem Amt bestä­tigt.
  • Ende 2015/Anfang 2016 erfol­gen har­te und wie­der­hol­te Angrif­fe von Zei­tun­gen und Fern­se­hen gegen P. Manel­li (ich den­ke, die Auf­trag­ge­ber und Strip­pen­zie­her zu ken­nen).

Zwi­schen Dezem­ber 2016 und Juli 2017 berich­te­te die Zeit­schrift Testi­mo­ni nicht mehr direkt über die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta. Es fin­den sich aber indi­rek­te Ankla­gen und Anspie­lun­gen:

  • Testi­mo­ni 3/2017 (S. 4): Braz de Aviz erwähnt 70 Insti­tu­te und 15 Grün­der, gegen die sein Dikaste­ri­um ermit­telt. Er spricht von den Grün­dern als „Her­ren der Gewis­sen“, von „Plag­ti­atsphä­no­me­nen“, von „star­ken, psy­cho­lo­gi­schen Kon­di­tio­nie­run­gen der Mit­glie­der“… Es scheint, daß Braz de Aviz im Gegen­zug Luther viel sym­pa­thi­scher fin­det: „Wir ler­nen Luther ohne Zwei­fel bes­ser ken­nen und ver­ste­hen. […] Wir wis­sen gut, daß wir in der Geschich­te der katho­li­schen Kir­che gro­ße Feh­ler gemacht haben, und haben dafür um Ver­ge­bung gebe­ten“ (S. 6).
  • Testi­mo­ni 12/2016 (S. 38–43) zieht es vor, Luther und den 500. Jah­res­tag der Refor­ma­ti­on zu fei­ern, anstatt irgend­ein loben­des Wort für jene Ordens­leu­te zu ver­lie­ren, die treu geblie­ben sind.
  • Testi­mo­ni 3/2017 (7–9) signa­li­siert Zustim­mung für die Anti-Trump-Hal­tung der LCWR-Schwe­stern. Bekannt­lich wur­de die LCWR von der Ordens­kon­gre­ga­ti­on und von Papst Fran­zis­kus „begna­digt“ trotz schwer­wie­gend­ster, dok­tri­nel­ler Pro­ble­me. Auch in der Aus­ga­be 10/2016 wird der LCWR Platz ein­ge­räumt (S. 24–26).
  • Testi­mo­ni 4/2017 (S. 7–8): P. Prez­zi spielt auf die Ermitt­lun­gen gegen 15 Grün­der und das Ein­grei­fen der Ordens­kon­gre­ga­ti­on in etwa 70 Insti­tu­ten an. Im Doku­ment der Ordens­kon­gre­ga­ti­on „Neu­er Wein in neu­en Schläu­chen“ (2017) wer­den wei­te­re Grün­der-Gene­ral­obe­re bezich­tigt: des Auto­ri­ta­ris­mus, der Erzeu­gung eines infan­ti­len Gehor­sams, der skru­pel­lo­sen Abhän­gig­keit… Kurz­um, erneut das Anti-Grün­der-Syn­drom! Die Grün­der gehö­ren ersetzt durch… Post-Grün­der, ob Indi­vi­du­en oder Gemein­schaft?
  • Testi­mo­ni 4/2017 (S. 20–21): Bezüg­lich neu­er Beru­fungs­for­men ver­ach­tet Ame­deo Cen­ci­ni „alte Aske­se­for­men“, „Stren­ge und Regeln ver­gan­ge­ner Zei­ten“, „vor­kon­zi­lia­re lit­ur­gi­sche Model­le“, um dann wie­der­um auf „Pro­ble­me“ zu ver­wei­sen, die „von der Per­sön­lich­keit der Grün­der“ ver­ur­sacht wür­den. Cen­ci­ni scheint einer „Glo­ba­li­sie­rung“ der Beru­fungs­pa­sto­ral das Wort zu reden und behaup­tet, die „Tra­di­tio­nel­len“ hät­ten zuviel Unab­hän­gig­keit von der Orts­kir­che und ande­ren Beru­fungs­for­men… Wird das Ende der eigen­stän­di­gen Iden­ti­tät und der gesun­den Auto­no­mie ein­ge­läu­tet?
  • Testi­mo­ni 6/2017 (S. 4): Prez­zi spricht davon, daß „schwer­wie­gen­de und jüng­ste Fäl­le das The­ma der Grün­der auf­ge­wor­fen haben: die Ver­wir­rung zwi­schen Radi­ka­li­tät und Rück­kehr in die Ver­gan­gen­heit (Tra­di­tio­na­lis­mus und Anti­kon­zil)“.
  • Testi­mo­ni 6/2017 (S. 29): P. Coz­za erwähnt die Ernen­nung von Kom­mis­sa­ren durch die Ordens­kon­gre­ga­ti­on zwi­schen 2003 und 2013 und behaup­tet, daß die „eige­ne Iden­ti­täts­kri­se als Gele­gen­heit zu Wachs­tum, Umkehr und Neu­be­ginn“ akzep­tiert, wer­den sol­le…

Bemer­kens­wert dar­an ist, daß gera­de unse­re Geg­ner jenen abso­lu­ten und infan­ti­len Gehor­sam von uns ver­lan­gen, den sie uns anla­sten und mit dem sie die kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung recht­fer­ti­gen, die sich in Ziel und Art als ideo­lo­gisch moti­viert erweist (ohne daß die Moti­ve näher oder genau „bekannt“ wer­den). Es dürf­te inzwi­schen bekannt sein, daß nicht ein­mal die Apo­sto­li­sche Signa­tur (Post-Burke)((Gemeint ist Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke, der Anfang Novem­ber 2014 von Papst Fran­zis­kus in einer Straf­ak­ti­on als Prä­fekt des Ober­sten Gerichts­ho­fes der Apo­sto­li­schen Signa­tur des Hei­li­gen Stuh­les abge­setzt wur­de, weil er bei der ersten Bischofs­syn­ode über die Fami­lie als Wort­füh­rer der Ver­tei­di­ger des Ehe­sa­kra­ments auf­ge­tre­ten und die Ver­su­che zur schlei­chen­den Ein­füh­rung von Schei­dung und Zweit­ehe in die Kir­che deut­lich kri­ti­siert hat­te.)) die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta schüt­zen konn­te, die gegen die Miß­bräu­che der Kom­mis­sars­re­gie­rung Ein­spruch erho­ben hat­ten. In min­de­stens einem Fall (die Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­ku­la­ta betref­fend) hat die Ordens­kon­gre­ga­ti­on die Signa­tur ein­fach über­gan­gen und sich direkt an Papst Fran­zis­kus gewandt, der das Gerichts­ver­fah­ren blockier­te und ein­stel­len ließ.

Wer wird uns reha­bi­li­tie­ren? Eini­ge Prä­la­ten, die Brü­der oder ehe­ma­li­ge Brü­der ver­tei­digt und auf­ge­nom­men haben, wur­den abge­setzt, ver­setzt oder selbst unter kom­mis­sa­ri­sche Auf­sicht gestellt.

Das ist ein Pon­ti­fi­kat der „Barm­her­zig­keit“ mit den pro­gres­si­ven LCWR-Schwe­stern, aber nicht mit den „tra­di­tio­nel­len“ Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta und ihren Freun­den und Ver­tei­di­gern.

Brü­der und Schwe­stern, die sich der „Umer­zie­hung“ und der dam­na­tio memo­riae der Grün­der ver­wei­gern, ris­kie­ren, selbst wenn sie ihre Insti­tu­te ver­las­sen, von den Geg­nern von P. Manel­li, Kle­ri­kern wie Lai­en, mit Ver­leum­dun­gen ver­folgt zu wer­den.

Im Namen des „Gehor­sams“ wird ver­sucht, die Ver­gan­gen­heit, die Gegen­wart und die Zukunft der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta zu fäl­schen und zu mani­pu­lie­ren. Die Brü­der, die der Linie des Kom­mis­sars fol­gen, hal­ten sie viel­leicht für gött­lich, ohne zu begrei­fen, daß es sich um eine ideo­lo­gi­sche Linie han­delt, die auf einem ideo­lo­gisch moti­vier­ten Anti-Grün­der-Putsch auf­baut. Die neu­en, nur mehr weni­gen Beru­fun­gen kom­men vor­wie­gend aus Afri­ka und Asi­en. Euro­pä­er haben ein fei­ne­res Gespür und tre­ten nicht mehr ein.

Wir Brü­der von P. Manel­li müs­sen wei­ter in einem Unter­ta­nen­ver­hält­nis zu unse­ren Anklä­gern ver­har­ren. Wir dür­fen kei­ne auto­no­me „Pro­vinz“ grün­den oder uns abtren­nen.

So wol­len sie es im Vati­kan? So will es jener, der nicht auf die Dubia der vier Kar­di­nä­le zu Amo­ris lae­ti­tia ant­wor­tet, und der min­de­stens 63 Mal von Frei­mau­rern der gan­zen Welt gelobt wur­de?

Zuletzt wur­den von P. Pao­lo M. Sia­no FFI zum The­ma Frei­mau­re­rei und dem Ver­hält­nis der Logen zur katho­li­schen Kir­che fol­gen­de Auf­sät­ze ver­öf­fent­licht: Die Loge Qua­tu­or Coro­na­ti, der Groß­mei­ster und ein Bet­tel­bru­der. Frei­mau­re­rei, Luzi­fer & MagieDen Anklop­fen­den erwar­ten beim Frei­mau­rer­bund Initia­ti­on und Gno­sis; Die Frei­mau­re­rei erklärt von einem Groß­mei­ster; Baron Yves Mar­s­audon – Ein Hoch­g­rad­frei­mau­rer im Mal­te­ser­or­den.

Text/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: FFI (Screen­shots)

6 Kommentare

  1. 1.Zitat: „Im Namen des ‚Gehor­sams‘ wird ver­sucht, die Ver­gan­gen­heit, die Gegen­wart und die Zukunft der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta zu fäl­schen und zu mani­pu­lie­ren…“
    2.Zitat: „Brü­der und Schwe­stern, die sich der ‚Umer­zie­hung‘ …ver­wei­gern, ris­kie­ren …, von Geg­nern …, mit Ver­leum­dun­gen ver­folgt zu wer­den.“

    Lässt hier der „Gro­ße Bru­der“ grü­ßen? Bei Jesus heißt es: Behand­le dei­nen Näch­sten so, wie du behan­delt wer­den möch­test. Oder frei nach dem Volks­mund: Was du nicht willst, das man dir antue, das füg auch kei­nem ande­ren zu.
    Ein Theo­lo­gie­pro­fes­sor und from­mer Prie­ster pfleg­te zu sagen, ursprüng­lich habe es gehei­ßen, man wol­le durch das „Aggior­na­men­to“ der Kir­che den Geist des Evan­ge­li­ums in die Welt hin­aus­tra­gen; inzwi­schen müs­se man sich jedoch die Fra­ge stel­len, ob das „Aggior­na­men­to“ nicht viel­mehr das Ein­drin­gen des welt­li­chen Ungei­stes in die Kir­che bewirkt habe.
    Trotz allem: Beten und hof­fen!

  2. Bei all den Ent­wick­lun­gen in der Kir­che kapiert jeder wohin der Zug fährt, ich als Gläu­bi­ger habe mich der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ange­schlos­sen, rei­ne Leh­re, Sakra­men­te deren Gül­tig­keit ich nicht in Zwei­fel zie­hen muss, schö­ne Kapel­len und Kir­chen, Prie­ster in geist­li­cher Klei­dung ect. ect. ich hal­te es da mit dem Ver­eh­rungs­wür­di­gen Kar­di­nal Alfre­do Otta­via­ni, ich möch­te katho­lisch ster­ben.

  3. Der Umgang mit die­sem Orden ist ent­wür­di­gend. Man hat den Ein­druck, geist­li­cher Nach­wuchs sei gar nicht mehr erwünscht son­dern das Gegen­teil.

  4. Die skan­da­lö­se Behand­lung der Fran­zis­ka­ner und der Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­cu­la­ta bela­stet wie ein Müh­len­stein das Pon­ti­fi­kat von Ber­go­glio vom Anfang an.
    Eisern tot­ge­schwie­gen vom Vati­kan, zugleich breit doku­men­tiert und jour­na­li­stisch welt­weit bekannt­ge­macht nicht zuletzt mit Hil­fe der neu­en elek­tro­ni­schen Medi­en, ist die Drang­sa­lie­rung die­ser Brü­der und Schwe­ster durch einen auto­ri­tä­ren „Papst“ inzwi­schen welt­weit bekannt.
    Das Wal­ten der Scher­gen und Hen­ker wird sorg­fäl­tig doku­men­tiert.
    Absto­ßend ihre Dumm­heit:
    unver­geß­lich wie erst alles ver­neint wur­de, wie Pater Fidenzio Volpi zum End­schlag ansetz­te und dann plötz­lich eine sehr schwe­re Hirn­blu­tung erlitt, die von den Ver­fol­gern als „eine klei­ne malai­se“ (pic­co­lo malo­re) ver­nied­licht wur­de, mit eben einem süß­lich-schmel­zen­den Brief des inzwi­schen schon apal­li­schen Paters Volpi, wor­in er sei­nen Geg­nern alles ver­gab…
    Der Höhe­punkt der Schein­hei­lig­keit und beim Tode des Paters auch noch sofort als Fake erkenn­bar.
    Der dar­auf­fol­gen­de Pro­zeß der Kom­mis­sar­ver­wal­tung gegen die Freun­de und Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von P. Manel­li um die Immo­bi­li­en zu ergat­tern wur­de vom ita­lie­ni­schen Gericht total zum Vor­teil der Freun­de und Unter­stüt­zer ent­schie­den und Pater Volpi wegen Ver­leum­dung bestraft.
    P. Manel­li wur­de von sei­nem sehr kal­ten Haus­ar­rest im Gebir­ge wenig­stens nach einem mil­de­ren Kli­ma gebracht.
    Die Brü­der und Schwe­ster der FFI lei­den in Stil­le.
    Sie kön­nen jedoch sicher sein, daß vie­le Sym­pa­thi­san­ten und Freun­de sich für sie enga­gie­ren und das tun, was die FFI selbst nicht kann tun.

  5. Ich erin­ne­re mich noch gut an die Auf­lö­sung von Sas­sofer­ra­to, dem Stu­di­en­ort der FI. Als ehe­ma­li­ges Mit­glied der FI muss­te ich erle­ben, wie von Sei­ten der neu­en Obe­ren nach und nach die Pro­fes­so­ren — ein­schliess­lich der von mir sehr geschätz­te P. Pao­lo Sia­no — abge­setzt wur­den, bis schliess­lich Sas­sofer­ra­to geschlos­sen wur­de. Die neu­en Obe­ren wur­den von der Mehr­heit der Stu­die­ren­den mit gro­ßer Skep­sis betrach­tet, um es gelin­de aus­zu­drücken. Wäh­rend vor­her eine ver­trau­ens­vol­le Stim­mung zwi­schen den Obe­ren herrsch­te, so änder­te sich dies sehr schnell. Ein Teil der Stu­die­ren­den war mit den Ände­run­gen ein­ver­stan­den, ein ande­rer Teil natür­lich nicht, da die­ser klar erken­nen konn­te, in wel­che Rich­tung sich der Orden ent­wickeln wür­de. So ent­wickel­te sich auch zwi­schen den Mit­brü­dern eine para­no­ide Stim­mung. Man konn­te nie­man­dem mehr wirk­lich ver­trau­en, mit Aus­nah­me derer, deren Rich­tung man klar erkann­te. Die­se Situa­ti­on wur­de dadurch zemen­tiert, dass der ein­zig halt­ba­re Vor­schlag der Tren­nung der bei­den Grup­pen in unter­schied­li­che Orden (Linie P. Ste­fa­no Manel­li und neue Linie) nicht annehm­bar für die neu­en Obe­ren war. Dass die­ser ver­nünf­ti­ge Vor­schlag auch für Rom nicht annehm­bar war zeig­te sich auch in der Ver­fol­gung, die die aus­ge­schie­de­nen hin­neh­men muss­ten. Es wur­de — wie P. Pao­lo rich­tig schreibt — ver­sucht, im Gehor­sam die fal­sche neue Rich­tung durch­zu­set­zen. Dass dies für vie­le nicht annehm­bar war, liegt auf der Hand. Der Orden geht auch wei­ter durch das Mar­ty­ri­um. Bevor mir jemand den Vor­wurf macht, ich wäre geflo­hen, möch­te ich sagen, dass mir die neu­en Obe­ren nahe­ge­legt haben, das zeit­li­che Gelüb­de nicht mehr zu erneu­ern.
    Der Umgang mit die­sem Orden zeigt, was von der neu­en Barm­her­zig­keit zu hal­ten ist. Er zeigt auch, wel­chen Zwang Ber­go­glio benut­zen wird, um sei­ne neue Linie durch­zu­set­zen.

  6. „In der Testi­mo­ni-Aus­ga­be 10/2014 bezich­tigt Kar­di­nal Braz de Aviz, Prä­fekt der Ordens­kon­gre­ga­ti­on und Befrei­ungs­theo­lo­ge, uns Brü­der und Schwe­stern, das Kon­zil abzu­leh­nen (S. 3)… Eine Lüge!“
    Viel­leicht ist das der Feh­ler?

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