Auch Fronleichnam verschwindet aus dem päpstlichen Kalender

Nachdem der Gründonnerstag unsichtbar gemacht wurde, erfolgt die Tilgung des katholischsten aller Hochfeste

Seit 2014 blieb Papst Franziskus der römischen Fronleichnamsprozession fern. Seit 2019 ist das Hochfest ganz aus dem päpstlichen Kalender verschwunden.
Seit 2014 blieb Papst Franziskus der römischen Fronleichnamsprozession fern. Seit 2019 ist das Hochfest ganz aus dem päpstlichen Kalender verschwunden.

(Rom) Der Kalen­der für die lit­ur­gi­schen Fei­ern des Pap­stes wird lau­fend aktua­li­siert. Es gibt jedoch zwei Ter­mi­ne, die dabei im wahr­sten Sin­ne des Wor­tes aus dem Rah­men fal­len. Um bei­de macht San­ta Mar­ta einen syste­ma­ti­schen Bogen: um den Grün­don­ners­tag und um Fron­leich­nam. Die Grün­don­ners­tags­lit­ur­gie schien zuletzt 2012 im päpst­li­chen Kalen­der auf, als noch Bene­dikt XVI. in Rom regier­te. Inzwi­schen ist auch das Fron­leich­nams­fest dar­aus ver­schwun­den. Bei­de Hoch­fe­ste ste­hen in direk­tem Zusam­men­hang mit der Eucha­ri­stie, der Real­prä­senz Jesu Chri­sti im aller­hei­lig­sten Altarsakrament.

Unter Vati­ka­ni­sten wird der­zeit gescherzt: „Wer Infor­ma­tio­nen zum ver­schol­le­nen Fron­leich­nams­fest haben soll­te, möge sich bit­te an das Amt für die lit­ur­gi­schen Fei­ern des Pap­stes wenden“.

Der Grün­don­ners­tag, obwohl erster Tag des Tri­du­um Pascha­le und kon­sti­tu­ti­ves Ele­ment für die Stif­tung der Kir­che durch Jesus Chri­stus (Ein­set­zung der Eucha­ri­stie und des Wei­he­prie­ster­tums), ist seit der Wahl von Fran­zis­kus aus dem lit­ur­gi­schen Kalen­der des Pap­stes ver­schwun­den. Das Fron­leich­nams­fest blieb vor­han­den, wur­de aber unter Fran­zis­kus immer wei­ter her­ab­ge­stuft, so sehr, daß inzwi­schen die Fra­ge im Raum steht, wo es denn geblie­ben ist, vor allem: wo der Papst an die­sem Hoch­fest geblie­ben ist.

2013 nahm Fran­zis­kus noch an der Fron­leich­nams­pro­zes­si­on teil. Er knie­te aller­dings nicht in stell­ver­tre­ten­der Anbe­tung für das Volk Got­tes vor dem Aller­hei­lig­sten, wie es 750 Jah­re lang sei­ne Vor­gän­ger getan hat­ten, son­dern ging zu Fuß hin­ter­her. Die Anbe­tung über­trug er zwei Dia­ko­nen. Dia­ko­ne sind aber nicht der Papst. Damals zier­te sich der Vati­kan, aus wel­chen Grün­den auch immer, die schon damals mög­li­chen Knie­pro­ble­me zu benen­nen, was eine ungu­te Optik zur Fol­ge hat­te und Spe­ku­la­tio­nen nährte.

2014 sag­te Fran­zis­kus kurz­fri­stig sei­ne Teil­nah­me ab mit der Begrün­dung, zwei Tage spä­ter eine klei­ne ita­lie­ni­sche Diö­ze­se irgend­wo in den Ber­gen Kala­bri­ens zu besu­chen. Der Besuch hat­te nur des­halb Bedeu­tung, weil er mit einer Per­so­nal­ent­schei­dung von Fran­zis­kus in Zusam­men­hang stand, mit der er die Ita­lie­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz auf „ber­go­glia­ni­schen Kurs“ brin­gen woll­te. Fran­zis­kus gab zu ver­ste­hen, wel­che Prio­ri­tä­ten für ihn zählen.

Ab die­sem Zeit­punkt nahm Fran­zis­kus an der Fron­leich­nams­pro­zes­si­on nicht mehr teil.

2017 ver­leg­te er dann die Zele­bra­ti­on von ihrem lit­ur­gi­schen Datum auf den dar­auf fol­gen­den Sonn­tag. Wegen der in den 70er Jah­ren erfolg­ten Abschaf­fung kirch­li­cher Fei­er­ta­ge durch die Repu­blik Ita­li­en war es auf­grund einer Ent­schei­dung von Papst Paul VI. fünf Jah­re lang so gewe­sen. Doch Johan­nes Paul II. führ­te das Hoch­fest in der päpst­li­chen Lit­ur­gie bereits 1982 wie­der in ihre ursprüng­li­che Form zurück. In Ita­li­en moch­te es all­ge­mein am Sonn­tag gefei­ert wer­den, doch der Papst als Ober­haupt der Welt­kir­che zele­brier­te in Rom am tat­säch­li­chen lit­ur­gi­schen Datum, dem Don­ners­tag nach dem Drei­fal­tig­keits­sonn­tag, 60 Tage nach Ostern. So blieb es bis Fran­zis­kus, der ein schwie­ri­ges Ver­hält­nis zur römi­schen Fron­leich­nams­pro­zes­si­on erken­nen ließ.

Systematische Distanzierung von der römischen Fronleichnamsprozession

Seit 2014 nahm Fran­zis­kus nicht mehr an der Pro­zes­si­on teil. 2018 ver­such­te er die Ver­le­gung zu einem „sozia­len Brenn­punkt“ und ent­zog sich 2019 über­haupt der äuße­ren Fei­er des Hoch­fe­stes. Im Rah­men der staat­lich ver­ord­ne­ten und von Fran­zis­kus für die Kir­che mit­voll­zo­ge­nen Coro­na-Hyste­rie wur­de die Fron­leich­nams­pro­zes­si­on schließ­lich auch den Gläu­bi­gen entzogen.

2019 schrieb Katho​li​sches​.info:

„Papst Fran­zis­kus zeigt seit sei­ner Wahl ein distan­zier­tes Ver­hält­nis zum römi­schen Fron­leich­nams­fest mit sei­ner groß­ar­ti­gen Pro­zes­si­on durch die Stra­ßen der Ewi­gen Stadt. Die katho­li­sche Kir­che ver­schafft dadurch der viel­fach bezwei­fel­ten und geleug­ne­ten Real­prä­senz Jesu Chri­sti in der Gestalt des aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ments öffent­li­che Sicher­heit. Die­se Öffent­lich­keit reizt seit Jahr­hun­der­ten ihre Geg­ner von den Pro­te­stan­ten über die Frei­mau­rer bis zu den Mar­xi­sten.
Gera­de die­ser tief­ste Aus­druck der katho­li­schen Iden­ti­tät und der öffent­li­che Cha­rak­ter des Festes durch die Fron­leich­nams­pro­zes­si­on schei­nen Papst Fran­zis­kus gleich­gül­tig zu sein oder gar zu stö­ren. Anders läßt sich sei­ne syste­ma­ti­sche Distan­zie­rung von der römi­schen Fron­leich­nams­pro­zes­si­on nicht erklären.“

Seit sei­nem ersten Fron­leich­nams­fest nahm Papst Fran­zis­kus nach und nach Ände­run­gen vor, bis das Fest ganz aus dem päpst­li­chen Kalen­der ver­schwand. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag, dem 3. Juni, gab das Amt für die lit­ur­gi­schen Fei­ern des Pap­stes die Zele­bra­tio­nen von Fran­zis­kus für die Mona­te Juni und Juli bekannt. Weder am 16. Juni, dem lit­ur­gi­schen Datum des Fron­leich­nams­fe­stes, noch am 19. Juni, dem ita­lie­ni­schen Aus­weich­ter­min, ist eine von Fran­zis­kus zele­brier­te Lit­ur­gie verzeichnet.

Auch auf dem Kalen­der der offi­zi­el­len Inter­net­sei­te des Hei­li­gen Stuhls läßt sich kein Hin­weis auf das Fron­leich­nams­fest finden.

Die Abwe­sen­heit 2019 war dem­nach kei­ne Aus­nah­me und die selbst­ver­ord­ne­te Coro­na-Pau­se war besten­falls ein will­kom­me­ner Vor­wand. Die Abwe­sen­heit ist gewollt und beabsichtigt.

Offi­zi­ell wird vom Vati­kan zu die­ser suk­zes­si­ven Her­ab­stu­fung des Hoch­fe­stes durch Fran­zis­kus nichts ver­laut­bart. Tat­sa­che ist, daß mit dem Grün­don­ners­tag und Fron­leich­nam zwei eucha­ri­sti­sche Hoch­fe­ste demon­tiert wer­den, was einen still­schwei­gen­den kau­sa­len Nexus nahe­legt – und bedenk­li­chen Spiel­raum für Spe­ku­la­tio­nen läßt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati​can​.va (Screen­shot)

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1 Kommentar

  1. “ 6. Auch das, was jetzt noch hemmt, kennt ihr, dass es sich offen­ba­re zu sei­ner Zeit.
    7. Denn das Geheim­nis der Bos­heit ist bereits wirk­sam; nur dass der, wel­cher es jetzt auf­hält, auf­hal­te, bis er hin­weg­ge­räumt wird.“
    http://​vul​ga​ta​.info/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​t​i​t​l​e​=​K​a​t​e​g​o​r​i​e​:​B​I​B​L​I​A​_​S​A​C​R​A​:​N​T​:​2​T​h​e​s02

    Der soge­nann­te „katechon“ – der Auf­hal­ter – ist letzt­lich!!! die Real­prä­senz Jesu Chri­sti im Aller­hei­lig­sten Sakra­ment des Altares!

    Dar­um muss – um dem Sohn des Ver­der­bens (des AC, des 2. Tie­res) den Weg zu bah­nen (sich selbst ins Zen­trum zu set­zen) – die­ses „hin­weg­ge­tan wer­den“ … das ist die Agen­da des 1. Tie­res = des „Fal­schen Propheten“!

    … ihr wer­det sehen – der All­mäch­ti­ge wird’s zulas­sen, schon allein dar­um, um sein geschrie­be­nes Wort (sie­he 2. Thess. 2,6–7) zu erfül­len – und nicht nur das!

    Alles ( die gesam­te Offen­ba­rung- ein­schließ­lich Kapi­tel 20) muss gesche­hen, weil es so geschrie­ben steht … wir sind mit­ten drin in der „Drang­sal“ (sie­he Sie­ver­nich „3 Jah­re“: 2020/​21/​22)
    … die letz­te „hal­be Zeit“ fällt somit ins 2023ger Jahr…

    Der 3–1ne Gott mit uns – Erhebt Eure Häup­ter + hal­tet stand!

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