„Summorum Pontificum ist praktisch tot“ – Die Kriegserklärung gegen die Tradition

"Die Feinde von Summorum Pontificum wollen den Krieg"

"Wir müssen dieser Messe ein für allemal ein Ende bereiten!" Mit diesen Worten wird Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zitiert.
"Wir müssen dieser Messe ein für allemal ein Ende bereiten!" Mit diesen Worten wird Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zitiert.

(Rom) Die Note des vati­ka­ni­schen Staats­se­kre­ta­ri­ats zu den Zele­bra­tio­nen im Peters­dom und die Ankün­di­gung von Papst Fran­zis­kus, das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum neu „inter­pre­tie­ren“ zu wol­len, sor­gen seit Wochen für Unru­he. Dage­gen behaup­ten Stim­men in Rom und außer­halb, teils mit Nach­druck, daß der über­lie­fer­te Ritus unum­stöß­lich in der Kir­che ver­an­kert sei. Es dro­he des­halb „kei­ne Gefahr“. Wer das Gegen­teil behaup­te, erzeu­ge ledig­lich unnö­ti­ge Unru­he, müs­se sich fra­gen las­sen, „wel­ches Spiel“ er trei­be und der­glei­chen mehr. Die­se Hal­tung wird auch von Per­so­nen, dar­un­ter auch Vati­ka­ni­sten, ver­tre­ten, die über gute Infor­ma­tio­nen und ein aus­ge­wo­ge­nes Urteils­ver­mö­gen ver­fü­gen. Und doch wei­sen die Zei­chen in eine ganz ande­re Rich­tung. Das Gegen­teil des unnö­ti­gen Alar­mis­mus besteht dar­in, die Augen zu verschließen.

An erster Stel­le ist auf­grund der zeit­li­chen Nähe das Nega­tiv­bei­spiel Dijon zu nen­nen. Bischof Roland Min­ne­rath setz­te die Petrus­bru­der­schaft (FSSP) von einem Tag auf den ande­ren vor die Tür. Als erschreckend wur­de sei­ne Wei­ge­rung regi­striert, Ver­tre­ter der betrof­fe­nen Prie­ster­bru­der­schaft, die mit ihm spre­chen woll­ten, um die Grün­de zu erfah­ren, nicht ein­mal zu empfangen.

Ähn­li­che Situa­tio­nen gab es bereits in der Ver­gan­gen­heit, auch im deut­schen Sprach­raum. Kann also von einem Ein­zel­fall gespro­chen wer­den? Der Fall Dijon ist schwerwiegender. 

Soweit bis­her bekannt wur­de, erfolg­te der Raus­wurf durch Bischof Min­ne­rath, weil die Petrus­brü­der unter Ver­weis auf ihren kano­ni­schen Sta­tus und ihr Recht, in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus zele­brie­ren zu kön­nen, die Kon­ze­le­bra­ti­on ver­wei­gert hat­ten. Eine sol­che kennt nur der Novus Ordo Mis­sae von 1969, nicht aber der über­lie­fer­te Ritus.

Die Kon­ze­le­bra­ti­on ist einer der Schwer­punk­te, auf die Papst Fran­zis­kus drängt. Da sich der regie­ren­de Papst kaum um lit­ur­gi­sche Fra­gen küm­mert, sind die weni­gen Ansät­ze, in denen der sich äußert, von beson­de­rem Gewicht. Das sind zwei Ele­men­te, zum einen die Fest­stel­lung, daß die Lit­ur­gie­re­form von 1969/1970 „irrever­si­bel“ sei, und zum ande­ren die Beto­nung der Kon­ze­le­bra­ti­on. Die­se wur­de durch Fran­zis­kus in der Prie­ster­aus­bil­dung ver­an­kert und gilt seit Früh­lings­be­ginn, kon­kret seit dem 22. März, ver­pflich­tend im Peters­dom. Die mei­sten Altä­re in der bedeu­tend­sten Kir­che der Chri­sten­heit sind seit­her ver­waist. Sie blei­ben leer, sind unge­nützt und haben aus­ge­nom­men an beson­de­ren Gedenk­ta­gen nur mehr musea­len Cha­rak­ter. Die Prie­ster, eben­falls eine Viel­zahl, die täg­lich nach Rom und in den Peters­dom kom­men und dort ger­ne zele­brie­ren wür­den, sind eben­so zur Kon­ze­le­bra­ti­on gezwun­gen wie die Kano­ni­ker des Peters­do­mes und die vie­len Prie­ster, die an der Römi­schen Kurie Dienst tun.

Nun kann ein­ge­wandt wer­den, daß die­se Kon­ze­le­bra­ti­on den Neu­en Ritus von Anni­ba­le Bugni­ni betrifft, nicht aber den über­lie­fer­ten Ritus. Die­ser wur­de durch die­sel­be Note des Staats­se­kre­ta­ri­ats in die Vati­ka­ni­schen Grot­ten ver­bannt. Es gibt aller­dings den Druck, alle Prie­ster, auch jene, die im über­lie­fer­ten Ritus zele­brie­ren (nicht nur die Welt­prie­ster, son­dern auch jene der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten) zur Kon­ze­le­bra­ti­on im Neu­en Ritus zu zwin­gen. Auch damit, wie durch die Ver­ban­nung in die „Kata­kom­ben“ des Peters­doms, ist beab­sich­tigt, eine Min­der­wer­tig­keit des über­lie­fer­ten Ritus gegen­über dem Novus Ordo zu behaup­ten und wie­der struk­tu­rell ein­zu­zemen­tie­ren, nach­dem Papst Bene­dikt XVI. die­sen Zustand etwas auf­ge­bro­chen hatte. 

Unter die­sem Gesichts­punkt erhält das Motiv von Bischof Min­ne­rath für den Raus­wurf der Petrus­brü­der aus dem Bis­tum Dijon eine Rele­vanz, die über die enge­ren Gren­zen der Diö­ze­se hin­aus­weist. Das gilt umso mehr, da Bischof Min­ne­rath auch Mit­glied der römi­schen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ist. Er hält sich mehr­fach im Jahr, manch­mal monat­lich, in Rom auf und ver­fügt daher über die Infor­ma­tio­nen und auch die ent­spre­chen­de Kon­tak­te, um zu wis­sen, was San­ta Mar­ta oder zumin­dest das enge­re päpst­li­che Umfeld wünscht.

War Msgr. Min­ne­rath etwas zu eif­rig in sei­nem vor­aus­ei­len­den Gehor­sam und ent­hüll­te päpst­li­che Absich­ten frü­her, als es San­ta Mar­ta recht war? Bestä­tigt wer­den die sich dar­aus erge­ben­den Beden­ken von Paix Lit­ur­gi­que. Am 28. Juni titel­te die fran­zö­si­sche Seite:

„Die Fein­de von Summorum Pon­ti­fi­cum wol­len Krieg“.

„Wir müssen dieser Messe ein für allemal ein Ende bereiten!“

Paix Lit­ur­gi­que zitiert zur Stüt­zung die­ser mar­tia­li­schen Aus­sa­ge zwei hohe Kuri­en­ver­tre­ter, die sich mit har­ten Wor­ten zur über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus äußer­ten. Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Parolin:

Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Parolin

„Wir müs­sen die­ser Mes­se ein für alle­mal ein Ende bereiten!“

Aus dem Staats­se­kre­ta­ri­at stammt auch die Note, mit der die Zele­bra­tio­nen im Peters­dom neu gere­gelt wur­den. Das Doku­ment ist zwar nicht vom Kar­di­nal­staats­se­kre­tär unter­zeich­net, son­dern von sei­nem Stell­ver­tre­ter, den­noch ist sie ohne die Zustim­mung von Papst Fran­zis­kus und das Wis­sen von Kar­di­nal Paro­lin nicht denkbar.

Die zwei­te rang­ho­he Stim­me aus dem Vati­kan, die Paix Lit­ur­gi­que zitiert, ist jene von Msgr. Arthur Roche, dem neu­en Prä­fek­ten der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakramentenordnung:

„Summorum Pon­ti­fi­cum ist prak­tisch tot!“

„Wir wer­den die Zustän­dig­keit in die­sem Punkt an die Bischö­fe zurück­ge­ben, gera­de aber nicht an die kon­ser­va­ti­ven Bischöfe.“

Zu den Absich­ten, die in Rom bereits Ein­gang in einen Ent­wurf gefun­den haben, gehört der Plan, die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten, die seit Janu­ar 2019 der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on unter­ste­hen, der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on zu unter­stel­len. Die­ser Plan ist ent­ge­gen anders­lau­ten­den Behaup­tun­gen noch nicht vom Tisch. Damit wür­de die außer­or­dent­li­che Form des Römi­schen Ritus dem all­ge­mei­nen Recht der ordent­li­chen Form unter­wor­fen. Die sich dar­aus erge­ben­den Fra­gen, Streit­fäl­le und schwer­wie­gen­den Ein­schrän­kun­gen sind abseh­bar Legi­on, etwa die Ver­pflich­tung zur gele­gent­li­chen oder gar regel­mä­ßi­gen Teil­nah­me am Novus Ordo Mis­sae, die Ver­wen­dung des lit­ur­gi­schen Kalen­ders der ordent­li­chen Form des Römi­schen Ritus oder die Ver­wen­dung des neu­en Lek­tio­nars. Die Ent­schei­dungs­ge­walt über die­se und ande­re Fra­gen soll, so die in Rom dis­ku­tier­ten Plä­ne, wie von Msgr. Roche aus­ge­spro­chen, unter dem Stich­wort Dezen­tra­li­sie­rung an die Diö­ze­san­bi­schö­fe über­tra­gen wer­den. Die Kon­se­quen­zen, in Wor­ten aus­ge­spro­chen, eine fata­le Will­kür gepaart mit For­men der Repres­si­on, malen sich tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Krei­se bereits mehr oder weni­ger aus. Der Fall Dijon könn­te sich in rascher Fol­ge in ande­ren Diö­ze­sen wie­der­ho­len. Der über­lie­fer­te Ritus wäre nicht nur ein Spiel­ball der jewei­li­gen Lau­nen des Orts­bi­schofs. Die­ser pre­kä­re Zustand weit­ge­hen­der Rechts­un­si­cher­heit wür­de sich mit jedem Bischofs­wech­sel wiederholen.

Die Andro­hung von Prä­fekt Roche, daß von der Über­tra­gung der Voll­macht „kon­ser­va­ti­ve“ Diö­ze­san­bi­schö­fe aus­drück­lich aus­ge­klam­mert blei­ben sol­len, offen­bart einen regel­rech­ten Ver­nich­tungs­wil­len gegen den über­lie­fer­ten Ritus und die Tra­di­ti­on, und das ganz unab­hän­gig von der Fra­ge, wie eine sol­che Aus­klam­me­rung recht­lich erfol­gen sollte.

Erz­bi­schof Arthur Roche

Bei­de Aus­sa­gen von rang­höch­sten Kuri­en­ver­tre­tern – Erz­bi­schof Roche ist im näch­sten Kon­si­sto­ri­um Anwär­ter auf den Kar­di­nal­spur­pur – sind ein so lau­tes Säbel­ras­seln gegen den Geist, die Prie­ster und die Gläu­bi­gen der Tra­di­ti­on, daß tat­säch­lich von einem bevor­ste­hen­den Krieg gegen die Tra­di­ti­on die Rede sein kann. Vor allem sind sol­che Wort­mel­dun­gen unvor­stell­bar, wür­den sie nicht die Ansich­ten von Papst Fran­zis­kus wider­spie­geln. Des­sen völ­li­ge Ver­ständ­nis­lo­sig­keit gegen­über dem über­lie­fer­ten Ritus und sei­nen Ver­tre­tern ist notorisch.

Paix Lit­ur­gi­que zieht die Schluß­fol­ge­rung, daß durch die Ver­nich­tung von Summorum Pon­ti­fi­cum eine Situa­ti­on ange­strebt wer­de, die einen Rück­schritt zum Zustand vor dem Motu pro­prio Eccle­sia Dei von 1988 bedeu­ten würde.

Ist Dijon bald überall?

Eine indi­rek­te Bestä­ti­gung dafür, daß Alarm­stu­fe Rot ist, kommt auch von La Croix, der Tages­zei­tung der fran­zö­si­schen Bischö­fe. Am 28. Juni berich­te­te sie über die ange­spann­te Lage in Dijon. In dem Arti­kel heißt es:

„Der Papst ist dabei, eine Note über die Anwen­dung des Dekrets Summorum pon­ti­fi­cum zu ver­öf­fent­li­chen, das die außer­or­dent­li­che Form des Römi­schen Ritus libe­ra­li­siert. Nach Infor­ma­tio­nen von La Croix sol­len die Anwen­dungs­be­din­gun­gen die­ses Motu pro­prio bald, vier­zehn Jah­re nach sei­ner Ver­öf­fent­li­chung durch Bene­dikt XVI., über­ar­bei­tet wer­den. Tat­säch­lich will Fran­zis­kus die Auto­ri­tät der Bischö­fe in die­ser Ange­le­gen­heit stärken.“

Unter dem Stich­wort der Dezen­tra­li­sie­rung wird jene pro­gres­si­ve Agen­da, die in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten nicht durch­ge­setzt wer­den konn­te, mit Hil­fe einer neu­en Stra­te­gie ver­wirk­licht. Den Auf­takt dazu mach­te das umstrit­te­ne nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia, mit dem die Aner­ken­nung von Schei­dung, Wie­der­ver­hei­ra­tung und ande­rer irre­gu­lä­rer For­men durch die Hin­ter­tür prak­ti­ziert wird. Ein ande­res Bei­spiel ist die Über­tra­gung von Zustän­dig­kei­ten für die Über­set­zung der lit­ur­gi­schen Bücher. Damit wur­de die von Papst Bene­dikt XVI. ange­ord­ne­te Ver­wen­dung der Wand­lungs­wor­te pro mul­tis in den Volks­spra­chen als für vie­le und nicht mehr als für alle blockiert. Bil­li­gend wird dabei in Kauf genom­men, daß die Ein­heit der Kir­che in zen­tra­len Fra­gen zer­trüm­mert wird und Zustän­de ent­ste­hen, in denen von Bischofs­kon­fe­renz zu Bischofs­kon­fe­renz und von Diö­ze­se zu Diö­ze­se ande­re Bestim­mun­gen gel­ten können.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/Wikicommons

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10 Kommentare

  1. Es ist so wie Dr. Hes­se in einem sei­ner Vor­trä­ge gesagt hat, Über­lie­fer­te Mes­se und NOM schlie­ßen ein­an­der aus.
    Ver­ges­sen wir nicht, wer in Rom die Macht hat, die Konzilsleute.
    Papst Johan­nes Paul II hat in sei­nem Dekret „Eccle­sia Dei“ die über­lie­fer­te Mes­se als „eini­ge frü­he­re For­men der Zele­bra­ti­on“ herabgewürdigt.
    Ganz sub­jek­ti­vi­stisch wur­de ein­ge­räumt, das eini­ge Katho­li­ken die­sen frü­he­ren For­men noch anhän­gen und des­halb unter Bedin­gun­gen erlaubt.
    Ziel war immer Kon­zil und NOM, wer sich nicht fügt fliegt raus.
    Papst Bene­dikt hat mit sei­nem Motu Pro­prio für einen klei­nen Auf­schub gesorgt, aber wenn er tot ist, kön­nen alle Kon­ser­va­ti­ven die noch hof­fen sel­bi­ge begraben!

  2. Dann sol­len nun alle Gläu­bi­gen der Tra­di­ti­on die Kör­per­schaft öffent­li­chen Rech­tes verlassen.
    Wenn Geld das Geld nicht mehr fließt wer­den die­se Herrn wach.

  3. Was anschei­nend vie­le immer noch nicht verstehen:
    Die Kriegs­er­klä­rung liegt im Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­kum sowie in den Ein­füh­rungs­er­läu­te­run­gen von Papst Bene­dikt XVI. selbst verborgen!
    Das Motu Pro­prio mit dem eigent­li­chen Titel De usu extra­or­di­na­rio anti­quae for­mae Ritus Roma­ni behan­delt kei­nes­wegs „die Frei­ga­be der alten Mes­se“; es defi­niert die Stel­lung des von Papst Paul VI. 1969 ein­ge­führ­ten Novus Ordo (der neu­en Mes­se) als for­ma ordi­na­ria. Die­se wird als Nor­mal­form des römisch-katho­li­schen Got­tes­dien­stes fest­ge­schrie­ben. Die Lit­ur­gie nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962, die das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil „bal­digst“ durch erneu­er­te lit­ur­gi­sche Bücher abzu­lö­sen ange­ord­net hat­te (Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um Nr. 25), wird als for­ma extra­or­di­na­ria zum Novus Ordo inso­fern in Bezie­hung gesetzt, als dass Bene­dikt XVI. bei­de als Gebrauchs­for­men des einen Latei­ni­schen Ritus bezeichnet.
    Kein Gerin­ge­rer als der 2018 ver­stor­be­ne deut­sche Phi­lo­soph Pro­fes­sor Robert Spa­e­mann bezeich­ne­te die­ses Kon­strukt als tra­di­ti­ons­wid­rig und riet zur Ableh­nung des Apo­sto­li­schen Schrei­bens, da er die Fal­le sofort erkann­te. Offen­bar hör­te nie­mand auf ihn.
    Auch die „Lit­ur­gie von 1962“ soll eine Lit­ur­gie­re­form erfah­ren, doch in einer ande­ren Wei­se, als sie für die „ordent­li­che Form“ durch die Päp­ste Paul VI. und Johan­nes Paul II. durch­ge­führt wur­de. Län­ger­fri­stig unver­än­dert darf der „1962er Usus“ des­halb nicht blei­ben, weil das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil sei­ne Erneue­rung aus­drück­lich vor­ge­schrie­ben hat (Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um Nr. 25).
    Das ist die Hal­tung des Vatikans.
    So gab der Hei­li­ge Stuhl am 5. Febru­ar 2008 über­ra­schend die Ein­füh­rung einer Neu­for­mu­lie­rung der Kar­frei­tags­führ­bit­te für die Juden von Papst Bene­dikt aus­schließ­lich für die for­ma extra­or­di­na­ria bekannt.
    Im März 2021 hat­te die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on den 1962er Ritus (der seit der Ände­rung von 2008 eigent­lich schon kei­ner mehr war) mit neu­en lit­ur­gi­schen Tex­ten und einer Anpas­sung des Hei­li­gen­ka­len­ders aktua­li­siert. Kon­kret wur­den 4 Präf­a­tio­nen aus dem Novus Ordo für die for­ma extra­or­di­na­ria erlaubt, sowie die Fei­er von nach 1962 kano­ni­sier­ten Hei­li­gen im außer­or­dent­li­chen Ritus ermöglicht.
    Umge­kehrt wur­de aus der for­ma extra­or­di­na­ria nichts für die for­ma ordi­na­ria übernommen!
    Kuri­en­kar­di­nal Kurt Koch wird hier deut­li­cher: Er hofft dar­auf, dass es künf­tig nur noch eine Form des römi­schen Mess­ri­tus gibt. In der Juni-Aus­ga­be der Her­der-Kor­re­spon­denz sag­te er zur Zukunft der Mes­se im außer­or­dent­li­chen Ritus, dass es „auf lan­ge Sicht […] nicht bei der Koexi­stenz der bei­den For­men blei­ben“ kön­ne. Der Prä­si­dent des Päpst­li­chen Rates zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten, der außer­dem Mit­glied der für die Alte Mes­se zustän­di­gen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ist, beton­te die Eucha­ri­stie­fei­er als „zen­tra­le Fei­er der Ein­heit der Kir­che“. Die­se Bedeu­tung kön­ne sie nicht haben, „wenn es Streit und Aus­ein­an­der­set­zun­gen um sie gibt“. Daher hal­te er es für wün­schens­wert, „dass es in Zukunft zu einer Ver­söh­nung der bei­den For­men kommt“, bei der es „statt zwei ver­schie­de­ner nur noch eine Form als Syn­the­se“ gebe.
    Damit wäre das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil mit sei­nen Irr­tü­mern bzw. sei­nen ver­der­ben­brin­gen­den Refor­men end­gül­tig zemen­tiert und der Kampf der letz­ten 50 Jah­re völ­lig umsonst gewesen.
    Zudem ist eine syn­the­ti­sche Mess­form kei­nes­wegs das Ziel der welt­wei­ten Bewe­gung der katho­li­schen Tradition!
    Für wie dumm hält man uns eigentlich?

    • Vie­len Dank für die sehr gute Erklärung.
      Wie dank­bar mues­sen wir EB Mar­cel Leb­fe­v­re sein fuer sei­ne Wei­ge­rung irgend­et­was von dem sog. Kon­zil anzunehmen.
      Ich emp­feh­le sei­ne Vor­trä­ge dazu die im Inter­net leicht zu bekom­men sind.
      Deo gratias.

  4. Ber­go­glio setzt die Agen­da der Frei­mau­rer voll­kom­men um.

    Schon am Abend des Rück­tritts von Bene­dikt (mei­ner Ansicht nach
    in irgend­ei­ner Form erzwun­gen) wuss­te ich, dass wir einer völ­lig anderen
    (grau­en­haf­ten) Zeit ent­ge­gen gehen.
    Der­weil ist es aber nur ein beschleu­nig­ter Zustand seit dem 2. Vatikanum.
    Die­ses wie­der­um kam aber erst nach jahr­zehn­te­lan­ger vor­he­ri­ger Wühlarbeit
    von ein­ge­schleu­sten Prä­la­ten und Theo­lo­gen zustande.

    Das ist also der Lauf der Dinge.
    Am Ende steht dann die völ­li­ge Zer­stö­rung der katho­li­schen Kir­che, so wie sie
    immer von der Frei­mau­re­rei ange­strebt wurde.
    Die klei­ne Schar der Auf­rech­ten wird sich dann um die Pius­brü­der scharen.

  5. Was ich nur nicht begrei­fen kann.
    Vie­le Lai­en, die längst nicht die theo­lo­gi­sche Aus­bil­dung haben, sehen die Din­ge logisch und kön­nen die Moti­va­ti­on EB Leb­fe­v­res nach­voll­zie­hen und fol­gen sei­ner Einrichtung.
    War­um schaf­fen Theo­lo­gen das nicht ?
    Wie­so kom­men nicht mehr Kle­ri­ker zu der Ein­sicht, das die­ses Kon­zil ein Werk Satans war (Öku­me­nis­mus, Rel.freiheit, Kol­le­gia­li­tät zb.)?
    Es springt einem doch ins Auge.
    Das Moder­ni­sten wie Kard. Ratz­in­ger es nicht schaf­fen, liegt wohl an ihrem Anhän­gen am Relativismus.
    Aber ein Bischof Schnei­der, Bischf Viga­no oder Kar­di­nal Sarah müß­ten doch mit flie­gen­den Fah­nen überlaufen.
    Sie tun es nicht, dabei brau­chen sie einem Papst nicht fol­gen der die Lüge zur Leh­re erhebt.
    Ich glau­be es liegt am fal­schen Ver­ständ­nis der Unfehl­bar­keit, die gut gemeint, als Macht­in­stru­ment miß­braucht wird.

  6. Vol­ten­au­er, es brauch­te kei­ne ein­ge­schleu­sten Theo­lo­gen. Es reicht Deut­scher zu sein und mit dem Luthe­ris­mus zu fra­ter­ni­sie­ren. Wes­halb kam Eupho­rie auf, als Johan­nes XXIII. das Kon­zil ankün­dig­te, (statt die Fati­ma-Boschaft zu ver­öf­fent­li­chen)? Die „Eupho­rie“ steht für den Wil­len zur Revo­lu­ti­on, die ja nach dem Kon­zil mit dem Hebel „Geist des Kon­zils“ betrie­ben wur­de. Der Öku­me­nis­mus zielt in die sel­be Richtung.

    • Ich bin nach wie vor über­zeugt, dass das gan­ze auf­grund sehr lan­ger Wühlarbeit
      durch die Frei­mau­rer zustan­de­ge­kom­men ist.
      Selbst­ver­ständ­lich kann auch Ihre Sicht rich­tig sein.
      Grund­sätz­lich bin ich der Mei­nung, dass das alles irgend­wie gelenkt wird.
      So wie auch die gan­ze „Pan­de­mie“ gelenkt wird.

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