Der Hausliturgiker des Papstes ist begeistert – Ein Grund zur Sorge

Andrea Grillo und die weltweite Befragung zu Summorum Pontificum

Der „Hausliturgiker“ von Santa Marta, Andrea Grillo, begrüßt die weltweite Befragung zu Summorum Pontificum begeistert. Grund zur Sorge?
Der „Hausliturgiker“ von Santa Marta, Andrea Grillo, begrüßt die weltweite Befragung zu Summorum Pontificum begeistert. Grund zur Sorge?

(Rom) Der Hof­lit­ur­gi­ker von Papst Fran­zis­kus, Andrea Gril­lo, freut sich über die welt­wei­te Befra­gung der Diö­ze­san­bi­schö­fe zur Umset­zung des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum. Auf Face­book mel­de­te er sich hoch­er­freut dar­über und aggres­siv zu Wort.

Andrea Gril­lo lehrt Lit­ur­gie­wis­sen­schaf­ten am Päpst­li­chen Athen­ae­um Sant’Anselmo des Bene­dik­ti­ner­or­dens in Rom. Summorum Pon­ti­fi­cum, das Motu pro­prio, mit dem der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus 2007 von Papst Bene­dikt XVI. neue Frei­räu­me erschlos­sen wur­den, ist für Andrea Gril­lo das Haß­ob­jekt schlecht­hin, das er lie­ber heu­te als mor­gen ent­sor­gen wür­de.

Dabei ist Gril­lo nicht irgend­ein Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­ler an einer der zahl­rei­chen katho­li­schen oder auch päpst­li­chen Uni­ver­si­tä­ten. Er ist der Lit­ur­gi­ker, der der­zeit bei Papst Fran­zis­kus offe­ne Ohren fin­det. Gril­lo ist kein iso­lier­ter Ein­zel­gän­ger, son­dern gut ver­netzt. Vor allem wird er in San­ta Mar­ta und in der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz als „Haus­lit­ur­gi­ker“ des Pap­stes geschätzt.

Andrea Gril­lo, für den sich Summorum Pon­ti­fi­cum auf Faschis­mus reimt

Gril­los per­sön­li­cher Rache­feld­zug setzt sich zum Ziel, den Zugang zum über­lie­fer­ten Ritus so schwer als mög­lich zu machen und unter stren­ge Auf­sicht zu stel­len. Er bezeich­ne­te im April 2019 den von Bene­dikt XVI. durch Summorum Pon­ti­fi­cum geschaf­fe­nen Zustand als eine „immer läh­men­de­re Ver­le­gen­heit“. Die­ser habe mit sei­nem Motu pro­prio die Ein­heit des Ritus im Cor­pus eccle­siae zer­ris­sen, wes­halb eine schnel­le Rück­kehr zu einem ein­heit­li­chen Ritus drin­gend gebo­ten sei. Laut Gril­lo kann die Wie­der­her­stel­lung der „Ein­heit des Ritus“ nur die kon­se­quen­te Durch­set­zung des Novus Ordo bedeu­ten.

Gril­lo gilt als Schlüs­sel­fi­gur der von Papst Fran­zis­kus Ende 2016 errich­te­ten Geheim­kom­mis­si­on, die hin­ter dem Rücken von Kar­di­nal Sarah, dem Prä­fek­ten der zustän­di­gen Kon­gre­ga­ti­on, an einer „öku­me­ni­schen Mes­se“ bastelt. Der Vati­kan demen­tier­te die Exi­stenz die­ser Kom­mis­si­on, doch der spa­ni­sche Kolum­nist Fran­cis­co Fer­nan­dez de la Cigo­ña, in Per­so­nal­fra­gen stets gut infor­miert, ver­öf­fent­lich­te im Janu­ar 2017 die Namen der Kom­mis­si­ons­mit­glie­der, dar­un­ter auch den von Gril­lo. Fer­nan­dez de la Cigo­ña merk­te dazu an, daß das Gehör, das Gril­lo in San­ta Mar­ta fin­de, „äußerst besorg­nis­er­re­gend“ sei, so wie die Beset­zung der Geheim­kom­mis­si­on „in Sum­me äußerst besorg­nis­er­re­gend“ sei.

Die Angriffe auf Benedikt XVI. und Kardinal Sarah

2017 attackier­te er Kar­di­nal Robert Sarah, den Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, mit unglaub­li­cher Här­te. Mit der Auf­for­de­rung an alle Prie­ster, zur Zele­bra­ti­ons­rich­tung Osten, ad ori­en­tem, zurück­zu­keh­ren, hat­te sich der Kar­di­nal­prä­fekt den uner­bitt­li­chen Zorn des Lit­ur­gi­kers zuge­zo­gen. Gril­lo beschimpf­te den Kar­di­nal als „inkom­pe­tent“ und „unge­eig­net“ für sein Amt.

Seit Bene­dikt XVI. auf sein Amt ver­zich­te­te, wird auch er von Gril­lo offen attackiert. Die Angrif­fe haben sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­stärkt. Voll­ends die Fas­sung ver­lie­ren ließ ihn, daß Bene­dikt XVI. zum Buch „Die Kraft der Stil­le“ von Kar­di­nal Sarah ein Nach­wort bei­steu­er­te. In der päpst­li­chen Entou­ra­ge geht näm­lich eine Angst um, die Angst vor einem „Ver­zicht auf den Ver­zicht“.

Was näm­lich, wenn Bene­dikt XVI., der wei­ter­hin sei­nen Papst­na­men und zahl­rei­che sicht­ba­re Zei­chen der päpst­li­chen Wür­de bei­be­hal­ten hat, von sei­nem Amts­ver­zicht zurück­tritt und sei­ne Voll­mach­ten als Papst wie­der in Anspruch nimmt? Die­se Opti­on erscheint zwar alters­be­dingt immer unwahr­schein­li­cher, doch Gril­lo äußer­te besorgt die Fra­ge, was gesche­hen könn­te, soll­te Papst Fran­zis­kus vor Bene­dikt XVI. ster­ben.

Zugleich beschul­dig­te er Bene­dikt XVI., den er nur als „Ratz­in­ger“ ansprach, der Grund des „Schei­terns“ der Kir­che zu sein. Wenn es eine Kir­chen­kri­se gebe, dann wegen Bene­dikt XVI., so der Haus­lit­ur­gi­ker von San­ta Mar­ta.

Wäh­rend Bene­dikt XVI. zu den Angrif­fen gegen sei­ne Per­son schweigt, ant­wor­te­te Kar­di­nal Sarah am 6. Juni 2017:

 „Die Arro­ganz, die Gewalt­tä­tig­keit der Spra­che, der Man­gel an Respekt und die unmensch­li­che Ver­ach­tung für Bene­dikt XVI. sind dia­bo­lisch und bedecken die Kir­che mit einem Man­tel der Trau­rig­keit und der Schan­de. Die Per­so­nen zer­stö­ren die Kir­che und ihre tie­fe­re Natur. Der Christ bekämpft nie­man­den. Er hat kei­ne Fein­de zu besie­gen.“

Grillos Einschränkungsphantasien

Am 18. Febru­ar 2019 for­mu­lier­te Gril­lo fol­gen­de Schluß­fol­ge­run­gen aus der von ihm „fest­ge­stell­ten“ Kri­se der Kir­che, die eine lit­ur­gi­sche Kri­se sei, und die habe Bene­dikt XVI. mit Summorum Pon­ti­fi­cum ver­schärft:

  • Der Auf­schwung der Lit­ur­gie­re­form kann nicht erfol­gen, wenn nicht alle an einem ein­zi­gen Ritus arbei­ten.
  • Der Zugang zum vor­he­ri­gen Ritus, der dazu bestimmt ist, zu ver­lö­schen, kann nur unter außer­ge­wöhn­li­chen Bedin­gun­gen erfol­gen, unter der Auf­sicht der ört­lich zustän­di­gen Auto­ri­tät.
  • Die „Aus­ar­bei­tung“ des neu­en Ritus, mit allen Kor­rek­tu­ren und not­wen­di­gen För­de­run­gen, kann nur an einem „ein­zi­gen Tisch“ erfol­gen: Zwei Ritus-For­men, von denen eine Form ent­stan­den ist, um die ande­re zu erset­zen, kön­nen nichts ande­res als Spal­tung, Zer­ris­sen­heit und Zwie­tracht her­vor­ru­fen.

Umge­kehrt wur­de die Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem deut­schen Papst und dem Kar­di­nal aus Gui­nea durch die Angrif­fe noch enger und mün­de­te Anfang 2020 in dem gemein­sa­men Buch „Aus der Tie­fe des Her­zens“, mit dem sie das sakra­men­ta­le Prie­ster­tum und den prie­ster­li­chen Zöli­bat ver­tei­di­gen. Nicht zuletzt die­sem Buch wird es zuge­schrie­ben, daß Papst Fran­zis­kus vor der all­ge­mein erwar­te­ten Auf­wei­chung des Zöli­bats in sei­nem nach­syn­oda­len Schrei­ben zur Ama­zo­nas­syn­ode zurück­schreck­te (sie­he Die über­ra­schen­de Zöli­bats-Wen­de – Ver­such einer Rekon­struk­ti­on der Ereig­nis­se).

Die­se Inter­ven­ti­on Bene­dikts XVI. mit Hil­fe von Kar­di­nal Sarah stei­ger­te Gril­los Abnei­gung gegen die bei­den Kir­chen­ver­tre­ter noch mehr.

Wie abgrün­dig Gril­los Haß gegen Summorum Pon­ti­fi­cum ist, zeig­te sich am 1. Juni 2018. An jenem Tag wur­de Loren­zo Fon­ta­na (Lega), mehr­fa­cher Fami­li­en­va­ter, als Ita­li­ens Fami­li­en­mi­ni­ster ver­ei­digt. Fon­ta­na, der bis zum Bruch der Koali­ti­on aus Fünf­ster­ne­be­we­gung und Lega im Som­mer 2019 Mit­glied der Regie­rung blieb, ist tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ner Katho­lik und besucht mit sei­ner Fami­lie die Hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus. Auf Face­book schrieb Gril­lo noch am Tag der Ver­ei­di­gung ver­ächt­lich:

„Eine der Vor­aus­set­zun­gen für Fon­ta­nas Faschis­mus ist Summorum Pon­ti­fi­cum. Memen­to…“

Summorum Pon­ti­fi­cum, so der Lit­ur­gi­ker im Jar­gon der anti­fa­schi­sti­schen Lin­ken, mit der er in jenen Tagen den Schul­ter­schluß prak­ti­zier­te, „siche­re reak­tio­nä­ren Abwe­gen der Poli­tik die Legi­ti­ma­ti­on, nicht nur in Ita­li­en“.

Fon­ta­na selbst reagier­te gelas­sen und sag­te in einem Zei­tungs­in­ter­view:

„Der Haß der Eli­ten erschreckt mich nicht.“

Gril­los freu­di­ge Reak­ti­on auf das Bekannt­wer­den der welt­wei­ten Befra­gung zu Summorum Pon­ti­fi­cum darf auch in die­sem Zusam­men­hang gese­hen wer­den.

Wurde Sektion IV nur „informiert“?

Laut Infor­ma­tio­nen der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Sei­te Mes­sa in Lati­no sei die Sek­ti­on IV der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, die der ehe­ma­li­gen Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei ent­spricht, in die Ent­schei­dung zur Durch­füh­rung der Befra­gung und in die Aus­ar­bei­tung der Fra­gen nicht ein­ge­bun­den gewe­sen. Die Sek­ti­on IV, obwohl für Summorum Pon­ti­fi­cum zustän­dig, sei erst über die voll­ende­ten Tat­sa­chen „infor­miert“ wor­den.

Andrea Gril­lo ver­öf­fent­lich­te einen Appell, mit dem er sich gegen das Dekret Quo magis der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on wand­te, mit dem die­se sie­ben neue Präf­a­tio­nen für die über­lie­fer­te Form des Römi­schen Ritus gebil­ligt hat­te. Mit dem zwei­ten Dekret Cum sanc­tis­si­ma wur­den Hei­li­ge, die erst nach 1960 kano­ni­siert wur­den, in den über­lie­fer­ten Ritus inte­griert. Die bei­den Dekre­te vom 22. Febru­ar waren im März publik gemacht wor­den und führ­ten bei Gril­lo zu einer empör­ten Reak­ti­on. Der Lit­ur­gi­ker bezeich­net die von Bene­dikt XVI. mit Summorum Pon­ti­fi­cum geschaf­fe­ne Situa­ti­on von zwei For­men des Römi­schen Ritus als „Aus­nah­me­zu­stand“.

Auf Gril­los Appell gab es kei­ne offi­zi­el­le Reak­ti­on aus dem Vati­kan, aber die Ant­wort von Msgr. Mar­kus Grau­lich, Unter­se­kre­tär der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on für die Geset­zes­tex­te. Gril­lo for­der­te die „sofor­ti­ge“ Rück­nah­me bei­der Dekre­te. Letzt­lich, wie aus dem Text her­vor­geht, zielt Gril­lo aber weni­ger auf die bei­den Dekre­te, son­dern auf Summorum Pon­ti­fi­cum ab. Laut Mes­sa in Lati­no habe der Appell eine Unter­su­chung der Ange­le­gen­heit aus­ge­löst, die alle dar­in genann­ten Kon­gre­ga­tio­nen betrifft: die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, die Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on und auch die Bil­dungs­kon­gre­ga­ti­on. Eine Bestä­ti­gung für die­se Infor­ma­ti­on fehlt aller­dings noch.

„Das Ende für den Ausnahmezustand?“

Ob die Begei­ste­rung, mit der Gril­lo gestern auf das Bekannt­wer­den von Befra­gung und Fra­ge­bo­gen reagier­te, den Schluß zuläßt, daß die­se unter sei­ner Mit­wir­kung ent­stan­den sein könn­te oder zumin­dest aus sei­nem Umfeld stam­me, sei dahin­ge­stellt. Sei­ne Begei­ste­rung aber ist eine Tat­sa­che und dürf­te nicht dazu bei­tra­gen, die in den tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Krei­sen auf­ge­bro­che­ne Sor­ge zu ver­klei­nern.

Auf sei­ner Face­book-Sei­te schrieb Gril­lo gestern abend:

„Inner­halb Juli wer­den alle Bischö­fe vom Papst mit einem Fra­ge­bo­gen zu Summorum Pon­ti­fi­cum befragt. Das Ende für den Aus­nah­me­zu­stand?

Kurz dar­auf ergänz­te er:

„Nun wer­den die Theo­lo­gen und Lit­ur­gi­ker detail­liert die Män­gel des lit­ur­gi­schen Aus­nah­me­zu­stan­des erklä­ren müs­sen. Das wird ein kost­ba­rer Dienst sein.“

Mes­sa in Lati­no schreibt dazu:

„Liest man den Fra­ge­bo­gen und die­se Infor­ma­tio­nen gemein­sam, kön­nen wir die Sor­ge nicht unter­drücken, daß sie unter jene Kate­go­rie fal­len, die aus­ge­klü­gelt wer­den, um ein vor­ge­fer­tig­tes Ergeb­nis zu erzie­len und daß das Ergeb­nis in der ‚Fest­stel­lung‘ des Schei­terns von Summorum Pon­ti­fi­cum bestehen könn­te.
Die­ses Schei­tern wür­de dann wohl auf der Ebe­ne der „lit­ur­gi­schen Ver­söh­nung, der gegen­sei­ti­gen Berei­che­rung der bei­den For­men des Römi­schen Ritus und vor allem auf pasto­ra­ler Ebe­ne und der Prie­ster­aus­bil­dung ‘fest­ge­stellt‘ wer­den.“

Damit könn­te die Gefahr im Raum ste­hen, die Reich­wei­te von Summorum Pon­ti­fi­cum ein­zu­schrän­ken und auf die Indult-Ebe­ne zurück­zu­drän­gen – „oder noch schlim­mer“.

Mes­sa in Lati­no ruft daher den Popu­lus Summorum Pon­ti­fi­cum auf, kon­kret die Gläu­bi­gen, „schon jetzt alle [am Schei­tern von Summorum Pon­ti­fi­cum] Inter­es­sier­ten wis­sen zu las­sen, daß sie, soll­te dem wirk­lich so sein, ertappt wur­den, und daß die­ses Volk alles tun wird, um sich nicht wie die törich­ten Jung­frau­en zu ver­hal­ten.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

8 Kommentare

  1. Sein Ver­hal­ten erscheint mir typisch für vom Glau­ben abge­fal­le­ne. Haß gegen die Wahr­heit. Revo­lu­ti­on halt.
    Gibt es Gegen­bei­spie­le?

  2. Die Hei­li­ge Opfer­mes­se der Jahr­hun­der­te und fast aller Hei­li­gen
    — wie wun­der­schön ist sie
    — wie sehr führt sie zur Ruhe
    — wie sehr führt sie zur Andacht
    — wie sehr führt sie zur Anbe­tung
    — wie sehr führt sie zur Erkennt­nis der Grö­ße Got­tes
    und
    — wie furcht­bar wird sie von Bischö­fen behin­dert, ver­un­mög­licht
    — wie furcht­bar wer­den die Zele­bran­ten behan­delt
    — wie furcht­bar häß­lich sind die Hin­ter­hof­kir­chen, in die sie ver­bannt wird
    — wie­viel Angst müs­sen die sata­ni­schen Kräf­te im Vati­kan vor ihr haben
    Die Bischö­fe bekla­gen, dass den Gläu­bi­gen zu Coro­na-Zei­ten durch den gott­fer­nen Staat der Zugang zur Hei­li­gen Mes­se genom­men wird, sie soll­ten lie­ber kla­gen, dass sie selbst den Gläu­bi­gen ohne teil­wei­se lebens­ge­fähr­li­che Seu­che als gott­fer­ne Hir­ten den mei­sten Gläu­bi­gen den Zugang zur Hei­li­gen Opfer­mes­se genom­men haben.
    Wir ste­hen in einem gro­ßen gei­sti­gen Kampf. Von sei­ten der Staa­ten als auch von Sei­ten der Kir­che wird alles, was uns von Gott fern­hält geför­dert und alles, was uns zu Gott hin­führt genom­men.

  3. Es gibt — oder gab — doch auch einen Bep­pe Gril­lo. Ist der „Haus­lit­ur­gi­ker“ von San­ta Mar­ta womög­lich ein Bru­der von ihm?
    Doch Spaß bei­sei­te: Wenn die­ser Andrea Gril­lo meint, die „alte“ Mes­se qua­si aus­rot­ten zu kön­nen, dann täuscht er sich. In der Pius­bru­der­schaft wird sie so lan­ge wei­ter­le­ben, so lan­ge die­se besteht. Und es gibt der­zeit nicht die gering­sten Anzei­chen, dass FSSPX irgend­wann ein­mal zu bestehen auf­hö­ren könnte/sollte.

  4. Schon allein Gril­los Behaup­tung, es hät­te „Ein­heit des Ritus“ gege­ben, ist falsch. Das war weder vor, noch nach dem Triden­ti­num der Fall, noch vor der Lit­ur­gie­re­form Pauls VI, noch danach. Das Triden­ti­num hat bekannt­lich Eigen­lit­ur­gien, die nach­weis­lich seit min­de­stens 200 Jah­ren bestehen nicht abge­schafft, sie wur­den auch wei­ter­hin prak­ti­ziert (Ambro­sia­ni­scher Ritus, Domi­ni­ka­ni­scher Ritus, Köl­ner Eigen­lit­ur­gie, etc.) . Auch das Begleit­schrei­ben zu Summorum Pon­ti­fi­cum stellt klar fest, das der Usus Anti­qu­or nicht durch den NOM abge­schafft wur­de. Hin­zu­zu­fü­gen ist noch, dass die unier­ten Ost­kir­chen seit jeher Eigen­ri­ten haben, und deren Mess­fei­er auch aus „latei­ni­scher“ Sicht gül­tig ist. Ich erin­ne­re mich noch gut, daß Pater Dr. Hoh­mann OSA bereits in den 1990er Jah­ren öffent­li­che Lit­ur­gien nach dem byzan­ti­ni­schen Ritus in Kir­chensla­wisch gefei­ert hat, ohne daß jemand ein­ge­schrit­ten wäre. Nur die Fei­er nach dem Triden­ti­ni­schen Ritus soll ver­bo­ten sein, alles ande­re aber nicht? Und wenn ein Prie­ster einer unier­ten Kir­che die Mes­se fei­ern will, muss ihm der zustän­di­ge Pfarrer/Kirchenrektor sagen, das darf er nur wenn er im NOM zele­briert?

  5. Die ame­ri­ka­ni­sche Autorin Don­na Stei­chen (bekannt für ihre Erfor­schung des inner­kirch­li­chen Femi­nis­mus in „Ungod­ly Rage“) erzähl­te bei einem Vor­trag in den 1990er Jah­ren im Zusam­men­hang mit ihren Erfah­run­gen mit „Lit­ur­gie­re­form“ und deren „Exper­ten“ ein klei­nes Witz­chen:

    Was ist der Unter­schied zwi­schen einem Lit­ur­gie­ex­per­ten und einem Ter­ro­ri­sten?

    Mit einem Ter­ro­ri­sten kann man ver­han­deln.

    Das kommt mir gera­de in den Sinn, wenn ich die fin­ste­re Visa­ge des Herrn Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­lers sehe. Es ist nun ein­mal die Erfah­rung von vie­len Katho­li­ken der letz­ten Jahr­zehn­te, daß gera­de Lit­ur­gi­sten von Fana­tis­mus, Recht­ha­be­rei und rhe­to­ri­scher Bru­ta­li­tät gekenn­zeich­net sind. Die Unter­schei­dung der Gei­ster lehrt uns, daß das nur vom Teu­fel stam­men kann. Man erin­nert sich auch an die Bru­ta­li­tät, mit der die hl. Mes­se aller Zei­ten von Papst Paul VI. (Hei­li­ger, offi­zi­ell) unter­drückt und bekämpft wor­den ist. Kein Zei­chen des Guten.

    Was dar­aus folgt, ist aller­dings, daß jedes Pro­jekt einer „Reform der Reform“ (Joseph Ratz­in­ger, Klaus Gam­ber) sinn­los und daher zu ver­wer­fen ist. US-Theo­lo­ge Kwas­niew­ski äußer­te sich dazu jüngst hier: https://onepeterfive.com/reform-of-the-reform-doomed/
    Auch der weni­ger rele­van­te Theo­lo­ge, der ich bin, hal­te die­ses Pro­jekt für sinn­los:
    https://rorate-caeli.blogspot.com/2018/05/guest-article-councils-constitution-on.html

    Es wird nichts ande­res übrig­blei­ben, als den Novus Ordo von 1969/70 kom­plett zu revi­die­ren und — zunächst — auf das Meß­buch von 1962 zurück­zu­ge­hen. Das wird umso leich­ter gehen, als die Pro­mul­ga­ti­on der „neu­en“ Mes­se secund­um Bugni­ni ohne­hin recht­lich auf töner­nen Füßen steht.

    Dann wird man die alte Kar- und Oster­lit­ur­gie, an der schon 1955 her­um­ge­pfuscht wur­de, wie­der­her­stel­len müs­sen.

    Schließ­lich emp­feh­le ich auch eine Revi­si­on von Summorum Pon­ti­fi­cum: Es kann ja nicht sein, daß Bugni­ni-Mes­se und die Mes­se aller Zei­ten nur zwei Gebräu­che ein und des­sel­ben Ritus sein sol­len, erste­re sogar der „ordent­li­che“. Ok, wir geste­hen Papst Bene­dikt XVI. guten Wil­len mit die­sem Doku­ment zu, natür­lich, aber drei­zehn Jah­re danach, davon sie­ben unter dem Hor­ror aus Argen­ti­ni­en, müs­sen wir auch aner­ken­nen, daß die vor­ge­brach­te Argu­men­ta­ti­on sach­lich nicht zu recht­fer­ti­gen ist und daß sie sich gegen die Angrif­fe eines Gril­lo u. a. nicht oder fast nicht behaup­ten kann.

    • Lie­ber Herr Schrems,
      auch mir sind die „Schwä­chen“ von Summorum Pon­ti­fi­cum bekannt und bewusst.
      Als Lösung könnt ich mir u.a. die Schaf­fung von Per­so­nal­pfar­rei­en für den „Außer­or­dent­li­chen Römi­schen Ritus“ vor­stel­len. Zumin­dest ein Vor­bild gäbe es dafür bereits mit „Ss. Tri­ni­tà del Pele­gri­ni“. Die­se Per­so­nal­pfar­rei wur­de von Papst Bene­dikt XVI. am Oster­sonn­tag des Jah­res 2008 kon­sti­tu­iert.
      Eigent­lich müss­ten auch der­ar­ti­ge Per­so­nal­diö­ze­sen kir­chen­recht­lich mög­lich sein. Die öster­rei­chi­sche Mili­tär­diö­ze­se z.B. kann ja gar nichts ande­res als eine sol­che Per­so­nal­diö­ze­se sein.
      Aller­dings ist mir bewusst, dass der­ar­ti­ge „Kon­struk­tio­nen“ unter dem der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kat kei­ne Chan­ce auf Ver­wirk­li­chung haben.

      • Bischof Huon­der hat in der Schweiz zwei sol­che Per­so­nal­pfar­rei­en eingerichtet…Zürich und Oberarth

      • Lie­ber Herr Hahn,
        ich glau­be eben­falls nicht, daß Per­so­nal­diö­ze­sen der­zeit denk­bar sind. Die FSSP-Per­so­nal­pfar­rei in Rom ist m. E. im dt. Sprach­raum undenk­bar.

        Ich weiß aber auch gar nicht, ob wir uns das wirk­lich wün­schen soll­ten. Denn dann wäre die Mes­se aller Zei­ten doch nur eine Art Curio­sum in einem abge­grenz­ten Bereich. Die Gesamt­kir­che soll­te ja nach dem Unglück der Bugni­ni-Revo­lu­ti­on zurück­fin­den.
        Auch auf die­sem Sek­tor (neben Fati­ma und Umstän­de sei­nes Rück­tritts) könn­te und soll­te Papst eme­ri­tus noch sei­ne Stim­me erhe­ben. Das wäre ein gro­ßer Segen.

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