Kardinal Sarah „Es ist diabolisch …, sie zerstören die Kirche“ — Aufforderung zur knienden Mundkommunion

Kardinal Robert Sarah: "Es ist diabolisch ...., sie zerstören die Kirche"
Kardinal Robert Sarah: "Es ist diabolisch ...., sie zerstören die Kirche"

(Mai­land) Mit einem Vor­trag von Robert Kar­di­nal Sarah, dem Prä­fek­ten der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung begann gestern in Mai­land der vier­tä­gi­ge inter­na­tio­na­le Kon­greß Sacra Lit­ur­gia über die hei­li­ge Lit­ur­gie. Mit beson­de­rer Span­nung wur­de im Fest­saal der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät vom Hei­li­gen Kreuz der Auf­takt mit Kar­di­nal Sarah, einem der pro­fi­lier­te­sten Kir­chen­ver­tre­ter, erwar­tet.

In sei­ner Begrü­ßung ver­wies Bischof Domin­que Rey von Tou­lon-Fre­jus auf das Nach­wort, das Bene­dikt XVI. dem jüng­sten Buch von Kar­di­nal Sarah. „Die Kraft der Stil­le“. nach­steu­er­te.

„Das Nach­wort ließ jeman­den die Fas­sung ver­lie­ren.“

So Ric­car­do Cascio­li, Chef­re­dak­teur der Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na und des Monats­ma­ga­zins Il Timo­ne, der damit den Lit­ur­gi­ker Andrea Gril­lo mein­te, der am Päpst­li­chen Athen­ae­um San­t’An­sel­mo des Bene­dik­ti­ner­or­dens Lit­ur­gie­wis­sen­schaf­ten lehrt. Gril­lo wird in San­ta Mar­ta sehr geschätzt.

Grillos „unglaublich harter„Angriff gegen Kardinal Sarah und Benedikt XVI.

Mit unglaub­li­cher Här­te stürz­te sich Gril­lo wegen die­ses Nach­wor­tes am ver­gan­ge­nen 19. Mai auf Kar­di­nal Sarah und Bene­dikt XVI. Den Kar­di­nal beschimpf­te Gril­lo als „inkom­pe­tent“ und „unge­eig­net“ für sein Amt. Bene­dikt XVI. bezeich­ne­te er nur als „Ratz­in­ger“ oder „eme­ri­tier­ten Bischof“ und beschul­dig­te ihn, Grund des „Schei­terns“ der Kir­che zu sein.

Andrea Grillo
Andrea Gril­lo

Gril­lo, so Cascio­li, „ist eine Schlüs­sel­fi­gur, die hin­ter dem Rücken von Kar­di­nal Sarah und mit Zustim­mung des Pap­stes an lit­ur­gi­schen Ver­än­de­run­gen arbei­tet, die der ‚Reform der Reform‘ wider­spre­chen, die Bene­dikt XVI. so wich­tig war“.

Dabei geht es um die von Bene­dikt XVI. gefor­der­te Revi­si­on der Mis­sa­le-Über­set­zun­gen in die Volks­spra­chen. Statt­des­sen wird an Neu­über­set­zun­gen gear­bei­tet, die in offe­nem Wider­spruch zur Instruk­ti­on Lit­ur­gi­am Authen­ti­cam von 2001 ste­hen. Dabei geht es nicht „nur“ um die hei­li­ge Lit­ur­gie, son­dern — und letzt­lich ganz logisch — um die Gefahr eines Ver­su­ches, die Glau­bens­in­hal­te zu ändern.

Summorum Pontificum, „ökumenische Messe“: die drohende „liturgische Revolution“

Auf dem Spiel steht auch das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum, mit dem Bene­dikt XVI. einen wich­ti­gen Schritt setz­te, der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus wie­der wirk­li­che Heim­statt in der Kir­che ein­zu­räu­men. Es ist ein offe­nes Geheim­nis, daß es kirch­li­che Krei­se gibt, dar­un­ter Lit­ur­gi­ker wie Andrea Gril­lo, denen der über­lie­fer­te Ritus ein Dorn im Auge ist, den sie lie­ber heu­te als mor­gen — und zwar ein für alle­mal — ent­fer­nen wür­den. Der­zeit weiß man noch nicht recht, wie das recht­lich bewerk­stel­ligt wer­den soll­te, was aber nicht zum trü­ge­ri­schen Schluß ver­lei­ten soll­te, zu mei­nen, die­se Krei­se hät­ten sich nach zehn Jah­ren mit dem Motu pro­prio abge­fun­den.

Es ist eine Tat­sa­che, daß im Bereich der Wan­kel­mü­ti­gen die von Bene­dikt XVI. ange­sto­ße­ne Wie­der­ent­deckung des über­lie­fer­ten Ritus mit der Wahl von Papst Fran­zis­kus abge­bro­chen ist. Der neue Papst gab gleich in den ersten Mona­ten sei­nes Pon­ti­fi­kats unmiß­ver­ständ­lich zu ver­ste­hen, was er von tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Gläu­bi­gen und vom über­lie­fer­ten Ritus hält. Die­ses nega­ti­ve Urteil des „Wer bin ich, um zu urteilen“-Papstes wur­de von ihm nie zurück­ge­nom­men.

Eine wei­te­re Bau­stel­le, auf der Gril­lo & Co. arbei­ten, ist die Schaf­fung einer „öku­me­ni­schen Mes­se“, um eine gemein­sa­me eucha­ri­sti­sche Zele­bra­ti­on mit den Luthe­ra­nern „mög­lich“ zu machen.

Hin­ter den Kulis­sen ist also eine regel­rech­te „lit­ur­gi­sche Revo­lu­ti­on“ (Cascio­li) im Gan­ge. Was die Kir­che der­zeit erlebt, scheint — geht es nach Gril­lo — nur die Ruhe vor dem Sturm zu sein.

Der „Betriebsunfall“ Sarah

Kar­di­nal Sarah gilt die­sen Krei­sen als eines der Haupt­hin­der­nis­se. Ein unglück­li­cher „Betriebs­un­fall“ in der päpst­li­chen Per­so­nal­po­li­tik brach­te den Pur­pur­trä­ger aus Gui­nea in sein Amt. Papst Fran­zis­kus hat­te offen­bar eine Prio­ri­tä­ten­li­ste in sein Pon­ti­fi­kat mit­ge­bracht, auf der die füh­ren­de „Ratz­in­ge­ria­ner“ ver­zeich­net waren, die schnellst­mög­lich aus dem Amt ent­fernt wer­den soll­ten. Auf die­ser Liste stand auch der Name von Kar­di­nal Anto­nio Cañi­za­res, der „klei­ne Ratz­in­ger“, der damals die Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on lei­te­te. Cañi­za­res wur­de 2014 mit besten Wün­schen nach Spa­ni­en zurück­ge­schickt und an sei­ner Stel­le Kar­di­nal Sarah beru­fen, der sich zur päpst­li­chen Über­ra­schung als ener­gi­scher, eigen­stän­di­ger und gei­stig über­le­ge­ner Ver­tei­di­ger der hei­li­gen Lit­ur­gie ent­pupp­te. Wie die­se Pan­ne pas­sie­ren konn­te, ist ein Rät­sel, und der Ärger dar­über ist in papst­na­hen Krei­sen unge­bro­chen groß.

Kar­di­nal Sarah ist über­zeugt, daß die Kir­che ihre Kri­se nur durch die hei­li­ge Eucha­ri­stie über­win­den kann, durch die Wie­der­ent­deckung der Sakra­li­tät und die Wie­der­ge­win­nung der hei­li­gen Lit­ur­gie . Für pro­gres­si­ve Zeit­gei­ster ist das „reak­tio­när­ster“ Hor­ror.

Angst vor dem „Verzicht auf den Verzicht“

Auf Bene­dikt XVI. ist Gril­lo beson­ders sau­er, weil die­ser durch sein Nach­wort zu Kar­di­nal Sarahs Buch eine Art von „Ver­zicht auf den Ver­zicht“ voll­zo­gen habe. Gemeint ist ein Ver­zicht auf den Amts­ver­zicht, den Bene­dikt am 28. Febru­ar 2013 vor lau­fen­den Fern­seh­ka­me­ras in einem gespen­stisch anmu­ten­den Sze­na­rio voll­zog.

Tagung Sacra Liturgia 2017 in Mailand
Tagung Sacra Lit­ur­gia 2017 in Mai­land

Gril­lo & Co. fürch­ten, daß der vier Jah­re nach sei­nem Rück­tritt „aus gesund­heit­li­chen Grün­den“ noch immer leben­de und „gei­stig fri­sche“ (Kuri­en­erz­bi­schof Gäns­wein) ehe­ma­li­ge Papst Anspruch auf eine Füh­rungs­rol­le in der Kir­che erhe­ben könn­te. In der Tat ist der Amts­ver­zicht Bene­dikts noch immer mit tau­send Rät­seln behaf­tet. Dazu gehört sein nicht hun­dert­pro­zen­ti­ger Ver­zicht, weil er sich wei­ter­hin als Papst klei­det und sich mit sei­nem Papst­na­men und als „Hei­lig­keit“ anre­den läßt.

Gril­lo wie­der­hol­te mit sei­nem schar­fen Angriff letzt­lich die Sor­ge und War­nung, die bereits Kar­di­nal Wal­ter Kas­per zwi­schen dem Rück­tritt und dem Kon­kla­ve 2013 aus­ge­spro­chen hat­te, als er Bene­dikt in war­nen­dem Ton auf­for­der­te, sich nicht in die Wahl sei­nes Nach­fol­gers ein­zu­mi­schen. Katholisches.info schrieb am 7. März 2013 als Reak­ti­on auf Kas­pers-War­nung, daß ein „Anti-Ratz­in­ger-Pon­ti­fi­kat in Pla­nung“ sei. Kas­per wuß­te, war­um er warn­te. Der deut­sche Kar­di­nal gehör­te zu den vier Kar­di­nä­len des Team Ber­go­glio, die zu jener Zeit bereits die orga­ni­sa­to­ri­schen Wei­chen für die Wahl von Papst Fran­zis­kus stell­ten. 2005 waren sie an Bene­dikt XVI. geschei­tert. Noch ein­mal soll­te ihnen der der ehe­ma­li­ge Glau­bens­prä­fekt nicht in die Que­re kom­men.

Das erklärt auch den Ärger Gril­los. Bene­dikt XVI. war und ist ein Feind­bild für bestimm­te Kir­chen­krei­se. Sie über­häuf­ten Bene­dikt nur ein­mal mit Lob, als er zurück­trat.

Benedikts Nachwort von dramatischem Ernst

Kar­di­nal Sarah wur­de syste­ma­tisch in sei­nem Amt iso­liert. Er hat Titel und Wür­de behal­ten, steht in sei­ner eige­nen Kon­gre­ga­ti­on aber auf ver­lo­re­nem Posten. Und alles von Papst Fran­zis­kus gewollt und erst mög­lich gemacht. Die nun erfolg­te Ver­tei­di­gung Sarahs durch Bene­dikt beschimpft Gril­lo als „schwer­wie­gen­den Ein­griff und eine Ver­än­de­rung der kirch­li­chen Gleich­ge­wich­te“. Damit bestä­tig­te er die Bedeu­tung des Nach­wor­tes und den dra­ma­ti­schen Kon­text, in dem es zustan­de­kam.

Bene­dikt setz­te die­sen „schwer­wie­gen­den Ein­griff“ nur des­halb, weil hin­ter den Kulis­sen ein har­ter Kampf gegen die hei­li­ge Lit­ur­gie im Gan­ge ist und der Kar­di­nal aus Gui­nea abge­sägt wer­den soll. Bei Bene­dikt läu­te­ten die Alarm­glocken und er tat wie­der­um etwas, was mit sei­nem Amts­ver­zicht nicht wirk­lich in Ein­klang zu brin­gen ist, außer man nimmt an, daß der Amts­ver­zicht doch nicht ganz frei­wil­lig erfolgt ist. Bene­dikt eil­te Kar­di­nal Sarah, der abser­viert wer­den soll, zu Hil­fe und erklär­te vor aller Welt, daß die hei­li­ge Lit­ur­gie genau in Kar­di­nal Sarahs Hän­den gut auf­ge­ho­ben ist. Eine unmiß­ver­ständ­li­cher Wink in Rich­tung Papst Fran­zis­kus, weder Hand an Kar­di­nal Sarah noch an die hei­li­ge Lit­ur­gie zu legen.

Bene­dikts Deut­lich­keit dürf­te ihre Wir­kung nicht ver­feh­len, zumin­dest solan­ge der deut­sche Papst am Leben ist. Gril­los Reak­ti­on spricht Bän­de. Die­ser wird, trotz sei­ner unglaub­lich schar­fen Kri­tik, am ehe­ma­li­gen Papst, „in den vati­ka­ni­schen Stan­zen, die wirk­lich zäh­len, nicht an Pre­sti­ge ver­lie­ren ange­sichts des hohen Anse­hens, das eine aus­er­wähl­te Rie­ge von Avant­gar­di­sten und Revo­lu­ti­ons­an­wär­tern inzwi­schen erlangt hat“, so Cascio­li.

Wäh­rend der Papst-Freund Andrea Gril­lo Kar­di­nal Sarah und Bene­dikt XVI. ins Visier nahm, feu­ert zeit­gleich ein ande­rer Papst-Freund, Kar­di­nal Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga, in sei­nem jüng­sten Buch auf Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke.

„Wenn wir inzwi­schen auch gewis­se Wort­mel­dun­gen von Kar­di­nal Mara­dia­ga gewohnt sind, sind die sar­ka­sti­schen und ver­ächt­li­chen Töne, mit denen er jene über­gießt, die ihre Sor­ge über eine ‚pro­te­stan­ti­sie­ren­de‘ Abir­rung zum Aus­druck brin­gen, doch etwas nie Dage­we­se­nes. Wie es scheint, ist das aber erst der Anfang“, so Cascio­li.

Kardinal Sarah: „Verachtung für Benedikt XVI. ist diabolisch und bedeckt die Kirche mit Schande“

Gestern um 17.30 Uhr trat Kar­di­nal Sarah ans Red­ner­pult.

„Ich bete instän­dig für jene, die Zeit und Geduld fin­den, auf­merk­sam die­ses Buch [Die Kraft der Stil­le] zu lesen: Möge Gott ihnen hel­fen, die Vul­ga­ri­tät und die Nied­rig­keit zu ver­ges­sen, die von eini­gen Per­so­nen im Zusam­men­hang mit dem Nach­wort und sei­nem Autor, Papst Bene­dikt XVI., gebraucht wur­den.“

Der Kar­di­nal­prä­fekt sag­te tat­säch­lich „Papst Bene­dikt XVI.“. Blo­ße Macht der Gewohn­heit? Hat­te er nur ein „Papst“ zuviel oder ein „eme­ri­tus“ zu wenig gesagt?

„Die Arro­ganz, die Gewalt­tä­tig­keit der Spra­che, der Man­gel an Respekt und die unmensch­li­che Ver­ach­tung für Bene­dikt XVI. sind dia­bo­lisch und bedecken die Kir­che mit einem Man­tel der Trau­rig­keit und der Schan­de. Die Per­so­nen zer­stö­ren die Kir­che und ihre tie­fe­re Natur. Der Christ bekämpft nie­man­den. Er hat kei­ne Fein­de zu besie­gen.“

Mit der Liturgie steht und fällt die Kirche

Nach die­ser Ein­lei­tung ver­tief­te der Kar­di­nal die Über­zeu­gung, bei der der sich mehr­fach durch Zita­te auf Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger stütz­te, „daß die Kir­che mit der Lit­ur­gie steht und fällt“. Um dies zu ver­deut­li­chen stell­te er drei Fra­gen:

  • „Wer ist Jesus Chri­stus?“
  • „Wie Jesus Chri­stus ken­nen­ler­nen?“
  • „Was ist ein Christ?“

In der hei­li­gen Lit­ur­gie, so der Kar­di­nal, fei­ern wir weder den „histo­ri­schen Jesus“ noch den „Chri­stus des Glau­bens“. Wir erken­nen viel­mehr demü­tig den auf­er­stan­de­nen Chri­stus als Gott, unse­ren Herrn. Die „aka­de­mi­sche“ Auf­spal­tung Jesu Chri­sti in einen „histo­ri­schen Jesus“ und eine „Jesus des Glau­bens“ ist im Kul­tus der Kir­che nicht legi­tim.

„Wenn wir die Hei­li­ge Lit­ur­gie zele­brie­ren, neh­men wir an der Anbe­tung Chri­sti teil, der für unser Heil Mensch gewor­den ist, ganz Mensch und ganz Gott.“ Aus die­sem Grund „kann die Lit­ur­gie nicht blo­ße Fei­er der Brü­der­lich­keit sein, son­dern muß ein Got­tes­kult sein“.

Da Chri­stus Per­son ist und lebt, begeg­ne man Chri­stus in sei­ner Kir­che.

„Unse­re Bezie­hung zu Chri­stus geht von der ein­zi­gen, wah­ren Kir­che aus, die Er dazu gegrün­det hat. Sie ist Sein Leib.“

Heu­te wer­de die­ser Zusam­men­hang geleug­net, weil man zwar sage, Jesus auf­zu­neh­men, aber die Kir­che ablehnt.

„Die per­sön­li­che Begeg­nung mit Chri­stus ist ein Same, der nicht von allei­ne her­an­rei­fen und Frucht brin­gen kann, weil er sich dazu am Leben der Kir­che näh­ren muß.“

Der Kar­di­nal zitier­te dazu Papst Johan­nes Paul II., als die­ser 1996 die nicht mehr prak­ti­zie­ren­den Getauf­ten auf­for­der­te: „Kehrt nach Hau­se zurück“. Wenn die Getauf­ten, so Kar­di­nal Sarah, der hei­li­gen Lit­ur­gie fern­blei­ben, „brin­gen sie ihr ewi­ges Leben in Gefahr“. Damit nicht genug: Wenn die Getauf­ten auf­ge­for­dert wer­den, in das Haus Got­tes zurück­zu­keh­ren und an der hei­li­gen Lit­ur­gie teil­zu­neh­men, dann müs­se sicher­ge­stellt sein, daß dort auch tat­säch­lich die hei­li­ge Lit­ur­gie zele­briert wird, wie sie die Kir­che vor­schrei­be.

Der Kar­di­nal­prä­fekt beton­te zudem die „Dring­lich­keit“ der „Reform der Lit­ur­gie­re­form“. In eini­gen Berei­chen der Kir­che herr­sche eine Tren­nung von „alt“ und neu“. Die­sen Gegen­satz dür­fe es nicht län­ger geben. Die Lit­ur­gie kön­ne nicht bei jeder kirch­li­chen Ent­wick­lung geän­dert wer­den.

„Die Kir­che vor und nach dem Kon­zil hat nicht zwei unter­schied­li­che Iden­ti­tä­ten.“

Zelebrationsrichtung Osten

Kar­di­nal Sarah zitier­te dann Wor­te des Kir­chen­va­ters Ambro­si­us, die die­ser an die Getauf­ten rich­te­te.

„Erin­ne­re dich der Fra­gen, die dir gestellt wur­den. Beden­ke die Ant­wor­ten: Gen Osten wen­de­test du dich; denn wer dem Teu­fel wider­sagt, wen­det sich Chri­stus zu, ihm schaut er gera­den Blickes ins Auge“ (De Myste­rii).

Der Kar­di­nal kam auf sei­ne For­de­rung zu spre­chen, daß alle Prie­ster wie­der Rich­tung Osten zele­brie­ren soll­ten.

„Ich habe mehr­fach über die Wich­tig­keit gespro­chen, die Zele­bra­ti­ons­rich­tung Osten heu­te in der Fei­er der Lit­ur­gie wie­der­zu­ge­win­nen. Und ich ver­tre­te wei­ter­hin, was ich gesagt habe. Ich möch­te heu­te ledig­lich dar­auf auf­merk­sam machen, daß wir in die­sen Wor­ten des hei­li­gen Ambro­si­us die wah­re Macht, die Schön­heit und auch den Sinn schät­zen kön­nen, wenn wir nach Osten blicken. So sind wir in der Kir­che geeint, die sich an den Herrn wen­det, um ihn anzu­be­ten, um Chri­stus gera­den Blickes ins Auge zu schau­en.“

Und wei­ter:

„Ein Christ ist eine Per­son, die den ihr ange­mes­se­nen Platz in der lit­ur­gi­schen Ver­samm­lung der Kir­che ein­nimmt und aus die­ser Quel­le die Gna­de und die not­wen­di­ge Unter­wei­sung erlangt für das christ­li­che Leben. Die­se Per­so­nen begin­nen, die durch die Hei­li­ge Lit­ur­gie ver­mit­tel­ten Geheim­nis­se immer tie­fer zu durch­drin­gen und zu leben. Die Teil­nah­me an der Hei­li­gen Lit­ur­gie ist für den Chri­sten wesent­lich.“

Kniende Mundkommunion

Einen Schwer­punkt sei­nes Vor­tra­ges bil­de­te jedoch sein Wunsch,

„die Schön­heit und die pasto­ra­le Bedeu­tung einer Pra­xis zu beden­ken und för­dern, die sich im Lau­fe ihres lan­gen Lebens in der Tra­di­ti­on der Kir­che ent­wickelt hat: den Emp­fang der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on kniend und auf die Zun­ge. Wenn der Hei­li­ge Pau­lus uns lehrt, daß ‚alle im Him­mel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beu­gen vor dem Namen Jesu‘ (Phil 2,10), umso wie­viel mehr müs­sen wir dann unse­re Knie beu­gen, wenn wir den Herrn in dem erha­be­nen und inni­gen Akt der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on emp­fan­gen!“

Er sei sich bewußt, daß die der­zei­ti­ge Gesetz­ge­bung den Indult umfas­se, die hei­li­ge Eucha­ri­stie ste­hend und auf die Hand emp­fan­gen zu kön­nen. Das sei aber nur eine Aus­nah­me­re­ge­lung. Dage­gen sei es die „Norm für die Katho­li­ken des latei­ni­schen Ritus, die Hei­li­ge Eucha­ri­stie kniend und auf die Zun­ge zu emp­fan­gen“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: vatican.va (Screen­shot)

 

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12 Kommentare

  1. Kar­di­nal Sah­ra beein­druckt zu tiefst weil es so wahr ist. Hat Papst Fran­zis­kus ähn­li­ches gesagt? Wenn ja , wäre es schön mich dar­auf hin zuwei­sen .Ich will und muss gegen­über unse­rem Papst fair sein.

    • Das ist nur ein Trau­er­spiel was da in der Kir­che abgeht. Wenn Jesus heu­te wie­der auf die Welt kom­men würde.dann wür­de er die mei­sten Kar­di­nä­le und Bischö­fe als Pha­ri­sä­er bezeich­nen. Das sol­che Bischö­fe und Kar­di­nä­le von sich sagen dür­fen sie vertret­ten Jesus Chri­stus auf Erden ist Got­tes­lä­ste­rung. Jesus kann einem Leid tun von sol­chen Men­schen sich vertret­ten zu las­sen. Das so vie­le Men­schen nichts mehr von die­ser Kir­che wis­sen möch­ten ‚ist auch ein Ver­dienst die­ser Pha­ri­sä­er. Jesus ist nicht für die­se Pha­ri­sä­er gestorben.sondern für uns Men­schen die an ihn glau­ben.
      Beim letz­ten Abend­mahl sag­te Jesus zu sei­nen Jünger,tut dies zu mei­nem Andenken,von Prunk und Reich­tum ansam­meln war nie die Rede. Jeder Papst und Kar­di­nal oder Bischof meint er muss ein Buch schrei­ben über den Glauben,doch Jesus hat es uns ganz ein­fach erklärt mit der Berg­pre­digt. Ich möch­te nicht in der Haut von die­sen Päp­sten Kar­di­nä­len und Bischö­fe stecken wenn sie eines Tages vor ihrem Rich­ter ste­hen wer­den und Rechenschft able­gen müs­sen. Wie sag­te schon Jesus, mein ist die Rache. Wer den Namen Jesus miss­braucht hat auf Erden, der wird vor Gott kei­ne Gna­de bekom­men. Die mei­sten Chri­sten wol­len von dier Kir­che nichts mehr wissen,doch an ihrem Glau­ben an Gott hal­ten sie fest.

  2. Kar­di­nal Sarah: Wir dan­ken Ihnen für Ihre deut­li­chen Wor­te und Ihren Mut, dem Bösen ent­ge­gen­zu­tre­ten. Wir ver­trau­en fest dar­auf, dass das Böse im Kampf gegen das Gute ver­lie­ren wird — und wir sind dank­bar für die, die den Kampf gegen das Böse auf­neh­men.

  3. Es ist eine Freu­de zu sehen, dass der Emp­fang der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on, kniend und auf die Zun­ge, auch von vie­len jun­gen Men­schen wie­der ver­mehrt in inni­ger Hin­ga­be ange­nom­men wird. Lei­der muss­te ich bei einer Wall­fahrt fest­stel­len, dass Frau­en wel­che das Aller­hei­lig­ste Sakra­ment des Alta­res kniend am noch vor­han­de­nen „Speis­git­ter“ der Wall­fahrts­kir­che in Form der Mund­kom­mu­ni­on emp­fan­gen woll­ten, abge­wie­sen wur­den.
    Ich ahn­te, dass sie in Erin­ne­rung an die glück­se­li­ge Unschuld in der sie die Erst­kom­mu­ni­on in die­ser Form emp­fan­gen haben, die­sen Moment wie­der erle­ben woll­ten und man Ihnen die­se Freu­de und die­sen Trost vor­ent­hielt.
    Das Aller­hei­lig­ste Sakra­ment des Alta­res in Form der Hostie ver­mit­telt doch in Jesus als Brenn­punkt in der Fokus­sie­rung auf den Vater im Him­mel den zen­tra­len Mit­tel­punkt der Eucha­ri­stie und kniend emp­fan­gen umso innig­li­cher.

  4. Auf die Mysti­fi­zie­rung des Rück­tritts von Bene­dikt XVI zu einem bloß qua­si sol­chen soll­te man end­lich ver­zich­ten, nach­dem kein ande­rer als er höchst sel­ber die Unzwei­deu­tig­keit sei­nes Rück­tritts nach­drück­lich klar­ge­stellt hat!
    Was er immer nur mein­te und in sei­nem Ver­hal­ten dar­stellt: Man kann die damit ver­bun­de­ne Beru­fung, die tief ins Leben greift, nicht able­gen — ent­spre­chend kommt er die­ser jetzt auf ande­re Wei­se nach.
    Im Gegen­zug: wenn der ‚papa eme­ri­tus‘ etwas so deut­lich sagt, tut er es nicht ohne Grund. Und er tut es sehr wei­se und geschickt: Es ist nicht ver­bo­ten, jeman­den für etwas zu loben. Auch als Papst wur­de er dafür geschol­ten, dass er Din­ge erlaubt hat …- Schon das Inter­view mit Jac­ques Ser­vais SJ im März 2016 hat­te es in sich: das pro­gram­ma­ti­sche Lob für sei­nen Nach­fol­ger, Papst Fran­zis­kus (Barm­her­zig­keit etc.) war „schön umrahmt“. Wer den Stil von Joseph Ratz­in­ger Seni­or kennt, weiß, dass er ein Mei­ster der ganz lei­sen, aber effek­tiv nach­hal­len­den Töne ist …

    Ceter­um cen­seo: Die lit­ur­gi­schen Fra­gen inter­es­sie­ren mich selbst (der ich gleich­wohl treu­er Sonn­tags­be­su­cher der alten Mes­se bin) nicht per se, son­dern mit Blick auf die theo­lo­gi­schen Anschluss­fra­gen und Kon­zep­te. — Und da haben mich jüngst die Erwä­gun­gen von Kar­di­nal Coc­co­pal­me­rio zu einer Anders­be­wer­tung der „angli­ka­ni­schen Wei­hen“ höchst irri­tiert … Da müs­sen die Alarm­glocken schril­len …

    • Die Lebens­er­fah­rung lehrt uns, daß man sich bezüg­lich der Frei­wil­lig­keit einer Hand­lung selbst auch über län­ge­re Zeit betrü­gen bzw. daß man sich etwas vor­ma­chen kann. Viel­leicht ent­geht der genaue Cha­rak­ter einer mehr oder weni­ger frei­wil­li­gen Hand­lung auch einer sehr schar­fen Intro­spek­ti­on.

      Daß Bene­dikt XVI. völ­lig frei gehan­delt haben soll­te, ist nach den bekannt­ge­wor­de­nen Umstän­den (Druck­aus­übung über das Bank­sy­stem, E‑Mail-leaks u. dgl.) nicht anzu­neh­men.

      Es ist mög­lich, daß er „die Unzwei­deu­tig­ke­ti sei­nes Rück­tritts nach­drück­lich klar­ge­stellt hat“. Viel­leicht hat er es aber auch zu mas­siv oder mit omi­nö­sen Wor­ten getan und damit legi­ti­me Zwei­fel her­vor­ge­ru­fen. Viel­leicht aber erach­tet er den Rück­tritt den­noch als ille­gi­tim, eben wegen der erwähn­ten Umstän­de oder weil er sieht, daß er Opfer einer Erpres­sung gewor­den ist?

      Wie Sie rich­tig sagen, kann man eine sol­che Beru­fung nicht able­gen. Dar­um ist etwas — unab­hän­gig von den Umstän­den, deren Details wir nicht alle ken­nen kön­nen — faul an der Sache.

      • Papst Bene­dikt wür­de nie zuge­ben, aus dem Amt gemobbt wor­den zu sein — das ver­bie­tet ihm nicht zuletzt sei­ne fein­sin­ni­ge Natur und sein nobler Cha­rak­ter. Außer­dem tut er nach wie vor alles, um ja kein schlech­tes Licht auf die Kir­che und ihr Ober­haupt zu wer­fen. Lie­ber hält er an der Ansicht vom frei­wil­li­gen Rück­tritt fest und macht sich dabei höchst­wahr­schein­lich sel­ber etwas vor.

        • @ Vera
          Zustim­mung zu Ihrem Kom­men­tar, nur Ihrem letz­ten Satz muss ich wider­spre­chen: Bene­dikt hat­te sei­ne Angst vor den „Wöl­fen“ schon in sei­ner ersten Rede als Papst for­mu­liert: „Betet für mich, dass ich nicht furcht­sam vor den Wöl­fen flie­he.“

          Erst im Licht der Ereig­nis­se um sei­nen Rück­tritt kön­nen wir die Bedeu­tung der Wor­te erfas­sen. Denn vor inner­kirch­li­chen Wider­sa­chern allein wäre Bene­dikt nicht „geflo­hen“, sei­ne Wehr­haf­tig­keit hat er als Vor­sit­zen­der der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on in hin­rei­chen­der Wei­se bewie­sen. — Er wuss­te um den Druck, den kir­chen­feind­li­che Krei­se auf ihn aus­üben wür­den, er wuss­te um deren Macht.

    • Bit­te infor­mie­ren Sie sich über die Ereig­nis­se im Zusam­men­hang mit dem Rück­tritt von Papst Bene­dikt: Der SWIFT-Code der Vati­kan­bank war so mani­pu­liert wor­den, dass Trans­ak­tio­nen (egal ob Über­wei­sun­gen, Kar­ten­zah­lun­gen oder Geld­aus­zah­lun­gen) nicht mög­lich waren. Einen Tag, nach­dem Bene­dikt sei­nen Rück­tritt bekannt­ge­ge­ben hat­te, war die Vati­kan­bank wie­der hand­lungs­fä­hig.

      Hil­la­ry Clin­ton hat­te in ihren Mails von der Not­wen­dig­keit einer „katho­li­schen Revo­lu­ti­on“ geschrie­ben, so wie sie zum Bei­spiel vor der Ent­mach­tung Muba­raks in Ägyp­ten von der Not­wen­dig­keit eines „ägyp­ti­schen Früh­lings“ geschrie­ben hat­te.
      http://remnantnewspaper.com/web/index.php/articles/item/3001-did-vatican-attempt-to-influence-u-s-election-catholics-ask-trump-administration-to-investigate

  5. Dan­ke Gott für dei­nen treu­en und demü­ti­gen Die­ner Kar­di­nal Sarah. Es ist Bal­sam für die See­le die­se Wor­te der Wahr­heit zu lesen.

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