Im Amazonas zelebrieren verheiratete Diakone bereits „die Messe“

Die Enthüllungen eines Papst Franziskus nahestehenden Priesters

Don Giovanni Nicolini enthüllt: Im Amazonas zelebrieren verheiratete Diakone bereits „die Messe“.
Don Giovanni Nicolini enthüllt: Im Amazonas zelebrieren verheiratete Diakone bereits „die Messe“.

(Rom) Von wegen Ama­zo­nas­syn­ode: Die von Papst Fran­zis­kus für kom­men­den Okto­ber ein­be­ru­fe­ne Son­der­syn­ode soll – folgt man jüng­sten Ent­hül­lun­gen – nur mehr abseg­nen, was Fran­zis­kus bereits gebil­ligt hat und im Ama­zo­nas bereits prak­ti­ziert wird. Es war bekannt, daß sich bestimm­te, ultra­pro­gres­si­ve Krei­se um Bestim­mun­gen, Geset­zen und Nor­men – und sei­en sie gött­li­chen Ursprungs – wenig sche­ren. Wenn schon füh­len sie sich davon pro­vo­ziert. Die Bereit­schaft zur Über­tre­tung scheint immer vor­han­den. Den­noch schockiert die Ent­hül­lung des Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster, daß man im Ama­zo­nas-Regen­wald nicht die umstrit­te­ne Ama­zo­nas­syn­ode abwar­ten will: „Im Ama­zo­nas lesen ver­hei­ra­te­te Dia­ko­ne bereits die Mes­se“. Damit aber nicht genug: Papst Fran­zis­kus wis­se von die­ser „Meß­si­mu­la­ti­on“ und habe sie gebil­ligt.

Seit eini­gen Tagen ist im Inter­net ein Video in Umlauf, in dem einer der bekann­te­sten ita­lie­ni­schen Prie­ster zu sehen ist. Don Gio­van­ni Nico­li­ni, so sein Name, steht Papst Fran­zis­kus beson­ders nahe. Er sagt dar­in, daß die Zele­bra­ti­on der Mes­se durch ver­hei­ra­te­te Dia­ko­ne im Ama­zo­nas-Tief­land bereits Rea­li­tät ist.

Don Nico­li­ni geht aber noch wei­ter: Papst Fran­zis­kus, der dar­über infor­miert sei, habe gesagt:

 „Macht wei­ter!“

Die Schil­de­rung erin­nert ver­blüf­fend an jene des öster­rei­chi­schen, inzwi­schen eme­ri­tier­ten Mis­si­ons­bi­schofs Erwin Kräut­ler vom Mai 2014. Sei­ne Audi­enz bei Papst Fran­zis­kus im April jenes Jah­res kann als Initi­al­zün­dung für die nun bevor­ste­hen­de Ama­zo­nas­syn­ode gese­hen wer­den. Damals erteil­te Fran­zis­kus der „Ama­zo­nas-Werk­statt“ grü­nes Licht.

Nico­li­ni ist Prie­ster des Erz­bis­tums Bolo­gna, wo Fran­zis­kus als Nach­fol­ger des her­aus­ra­gen­den Kar­di­nals Car­lo Caf­farra, den Ver­tre­ter der Gemein­schaft von Sant’Egidio, Msgr. Matteo Zup­pi ein­setz­te, den er im Okto­ber zum Kar­di­nal kre­ieren wird.

Der ehe­ma­li­ge Cari­tas-Direk­tor Nico­li­ni ist, so Magi­ster, ein „gei­sti­ger Sohn“ von Giu­sep­pe Dos­set­ti (1913–1996). Dos­set­ti ist die prä­gen­de Gestalt des ita­lie­ni­schen Links­ka­tho­li­zis­mus der Nach­kriegs­zeit. Er war zunächst Poli­ti­ker und wur­de dann Prie­ster. Als sol­cher setz­te er im Gefol­ge des dama­li­gen Erz­bi­schofs von Bolo­gna, Kar­di­nal Ler­ca­ro, sein poli­ti­sches Hand­werk trick­reich auf dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil zugun­sten der Rhei­ni­schen Alli­anz ein. Dos­set­ti for­mu­lier­te die Geschäfts­ord­nung um und mach­te sie zur Waf­fe der pro­gres­si­ven Par­tei­ung, bis es sogar Papst Paul VI. zu bunt wur­de. Der Papst erteil­te Kar­di­nal Ler­ca­ro die Anwei­sung, Dos­set­ti aus Rom zu ent­fer­nen. Den­noch blieb die­ser bis zu sei­nem Tod ein zen­tra­ler Bezugs­punkt pro­gres­si­ver Krei­se, vor allem des poli­ti­schen Links­ka­tho­li­zis­mus, der in sei­nem Todes­jahr mit Roma­no Pro­di den ita­lie­ni­schen Mini­ster­prä­si­den­ten und spä­te­ren EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten stell­te.

Es ver­wun­dert nicht, daß Nico­li­ni eng mit einer der bekann­te­sten, pro­gres­si­ven Denk­fa­bri­ken der katho­li­schen Welt ver­bun­den ist, mit der von Dos­set­ti gegrün­de­ten „Schu­le von Bolo­gna“. Magi­ster erin­nert in die­sem Zusam­men­hang an die bei­den der­zei­ti­gen „Regen­ten und Gurus“ die­ser „Schu­le“, den Histo­ri­ker Alber­to Mel­lo­ni und Grün­der der Gemein­schaft von Bose, Enzo Bian­chi. Bei­de gehö­ren zum Kreis der Ultra­be­go­glia­ner. Bian­chi wur­de vom ehe­ma­li­gen Dekan der phi­lo­so­phi­schen Fakul­tät der Päpst­li­chen Late­ran­uni­ver­si­tät, Msgr. Anto­nio Livi, als „fal­scher Pro­phet“ bezeich­net.

Nico­li­ni setz­te sich 2017 tat­kräf­tig für Msgr. Pere­go als Nach­fol­ger von Erz­bi­schof Lui­gi Negri in Fer­ra­ra ein. So wie Zup­pi eine Ohr­fei­ge für Kar­di­nal Caf­farra war, und wohl auch als sol­che gedacht war, war Pere­go eine Ohr­fei­ge für Erz­bi­schof Fer­ra­ra. In bei­den Fäl­len gilt, daß Papst Fran­zis­kus nicht nur nach den „pro­gres­siv­sten Kan­di­da­ten“ such­te, um das Werk der Vor­gän­ger zu annul­lie­ren. Es scheint, daß er die Vor­gän­ger durch die Ernen­nun­gen auch demü­ti­gen woll­te.

Die Ent­hül­lun­gen mach­te ein sicht­lich erfreu­ter Don Nico­li­ni bei einem Som­mer­tref­fen der Rosa Bian­ca Ita­lia­na, einer Ver­ei­ni­gung für einen „demo­kra­ti­schen Katho­li­zis­mus“. Das Som­mer­tref­fen, das vom 21.–25. August in Ter­zo­las im Tren­ti­no (Erz­bis­tum Tri­ent) statt­fand, hat­te die „Wie­der­ent­deckung der Gemein­schaft“ zum The­ma, „um die Ungleich­heit zu besei­ti­gen“. „Die Nach­hal­tig­keit“ sei das „Para­dig­ma einer sozia­len und öko­lo­gi­schen Gerech­tig­keit“.

San­dro Magi­ster ver­öf­fent­lich­te heu­te die wört­li­che Nie­der­schrift der dort gemach­ten Aus­sa­gen von Don Nico­li­ni, daß im Ama­zo­nas­ge­biet ver­hei­ra­te­te Dia­ko­ne bereits „mit Erlaub­nis der Orts­bi­schö­fe und Bil­li­gung durch Papst Fran­zis­kus“ die „Mes­se“ zele­brie­ren:

Don Nicolini: „Die Kirche der Priester ist zu Ende“
Don Nico­li­ni: „Die Kir­che der Prie­ster ist zu Ende“

„Und der Papst sagte: ‚Macht weiter!‘“

Ich füh­le die Gele­gen­heit, mich gemein­sam mit euch dar­an zu erin­nern, daß die Kir­che der Prie­ster zu Ende geht. Ist das eine Pro­phe­zei­ung? Nein, das ist die Rea­li­tät. Das muß berück­sich­tigt wer­den, denn sie ändert sich kom­plett. Jetzt errei­chen wir den Höhe­punkt des Wahn­sinns: Jeder Prie­ster betreut sechs Pfar­rei­en, so ist das aber das Ende. Die­se Kri­se des Prie­ster­tums wird auf alle Fäl­le uner­bitt­lich zuneh­men, solan­ge der Gedan­ke nicht ernst genom­men wird, den Zöli­bat der Prie­ster abzu­schaf­fen.

Solan­ge die­ser Zöli­bat der Prie­ster bleibt, ist der Abstieg unauf­halt­sam, auch weil oft nicht die Tat­sa­che berück­sich­tigt wird, daß ich zum Bei­spiel Prie­ster bin, aber bevor ich Prie­ster bin, bin ich ein Mönch. Fran­ces­co, der hier ist, ist ein Mönch, und da wir eine sehr klei­ne Mönchs­ge­mein­schaft sind, haben wir der Kir­che von Bolo­gna fünf Prie­ster geschenkt. Wir konn­ten das aber tun, weil wir einer ande­ren Ras­se ange­hö­ren. Aber solan­ge eine Situa­ti­on fort­be­steht, für die – ihr wißt, nicht wahr? – rich­tig? – der Umstand zöli­ba­tär zu blei­ben, ist eine rei­ne Bestim­mung dis­zi­pli­na­ri­scher Art, juri­sti­schen Art, das ist kein Gelüb­de, das ist kei­ne Gabe Got­tes, das wird nicht durch das Gemein­schafts­le­ben getra­gen…  Nichts, er ist es, der nicht hei­ra­tet, wegen der Bestim­mun­gen kann er nicht hei­ra­ten. Aber es ist klar, wenn ich erfah­re, daß ein drei­ßig­jäh­ri­ger Prie­ster, der zu mir kommt, um zu beich­ten, der jetzt allein in eine gro­ße Auf­ga­be gestellt wird, daß der in sechs Mona­te eine Gelieb­te hat. Und des­halb wird die­ser Abstieg jetzt sehr schnell gehen. Vor­ge­stern wur­de mir gesagt, daß es 2030 in Bolo­gna noch geschätz­te 30 Prie­ster geben wird, jetzt sind es 450, und es sind schon viel weni­ger als frü­her gewor­den. Und des­halb wird es die­se Struk­tur der Kir­che nicht mehr geben.

Es fin­det die Bischofs­syn­ode über den Ama­zo­nas statt. Im Ama­zo­nas­ge­biet haben wir erfah­ren, daß sie eines Abends aus einer ent­fern­ten Mis­si­ons­pfar­re im Ama­zo­nas­ge­biet ange­ru­fen haben. Er war ein alter Dia­kon, 60 Jah­re alt, ver­hei­ra­tet, der sei­nem Bischof sag­te:

„Ich muß dir sagen, daß es mor­gen kei­ne Mes­se gibt, weil es kei­nen Prie­ster gibt“.

Und der Bischof sag­te ihm:

„Geh dort­hin und lies die Mes­se“.

Ein ver­hei­ra­te­ter Dia­kon, die Kin­der sind bereits außer Haus, sie wer­den „Älte­ste“ genannt, und die Bischö­fe haben ihnen von da an die Erlaub­nis erteilt, die Lit­ur­gie zu lei­ten.

Sie haben das dem Papst gesagt, und der Papst hat gesagt:

„Im Moment kön­nen wir nichts schrei­ben, ihr macht wei­ter!“

Ich habe mich gefragt, als ich erfah­ren habe, daß er die Tagung des Welt­epi­sko­pat über den Ama­zo­nas ein­be­ru­fen hat: Wer weiß, ob er etwas dazu sagen könn­te oder möch­te. Aber die Kir­che ist in ihrer kon­kre­ten, juri­sti­schen und der­zeit bestehen­den Struk­tur ist am Ende.

Soweit die Aus­füh­run­gen von Don Gio­van­ni Nico­li­ni zu denen San­dro Magi­ster anmerkt:

„Die Wor­te von Don Gio­van­ni Nico­li­ni wer­fen Fra­gen auf, die nach einer Ant­wort ver­lan­gen wür­den, noch bevor die Ama­zo­nas­syn­ode beginnt.

Stimmt es, was er über die ‚Mes­sen‘ sagt, die schon jetzt im Ama­zo­nas von ver­hei­ra­te­ten Dia­ko­nen zele­briert wer­den?

Und stimmt es, daß Papst Fran­zis­kus grü­nes Licht dafür gege­ben hat?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Rosa Bianca/Youtube (Screen­shot)

20 Kommentare

  1. Jetzt wird es schwie­rig.
    Der gro­ße Afri­ka­ner, Kar­di­nal Sarah sag­te: „Wir sol­len die Prie­ster dafür lie­ben, was sie sind und nicht dafür, was sie tun“.
    Kann ich ab jetzt mei­ne Lie­be nur auf das Papst­tum beschrän­ken und den Papst qua­si links lie­gen las­sen? Er ist ja die leib­haf­ti­ge Zumu­tung mit sei­nem hin­ter­li­sti­gen Agie­ren. Das grenzt an Schi­zo­phre­nie.
    Wenn das in einem wei­te­ren Schrei­ben in einer Fuß­no­te „amt­lich“ wird, bin ich bei den Pius­brü­dern, zu denen ich trotz Wohl­wol­len immer Abstand gehal­ten habe. Und die Mes­se besu­che ich am Sonn­tag Nach­mit­tag um 14 Uhr in Birmingham/Alabama.

        • Wer eine im Fern­se­hen über­tra­ge­ne ‑in ech­ter Fröm­mig­keit zele­brier­te Hl.Messe- in ehr­li­chem Wunsch, Gott zu ver­eh­ren, und das in Gemein­schaft mit all den vie­len ande­ren, welt­weit ver­streu­ten, aber wäh­rend die­ser reli­giö­sen Fern­seh­über­tra­gung ver­ein­ten Gläu­bi­gen, mit­fei­ert, dem wird selbst dann warm im und ums Herz, wenn die Tem­pe­ra­tur um ihn her­um eher kühl ist.

          Ent­schei­dend ist, dass eine Hl. Mes­se nicht als Event wie ein Unter­hal­tungs­film kon­su­miert wird, son­dern dass Herz und Hirn für Chri­stus geöff­net und ihm hin­ge­hal­ten wer­den.

          Und über­haupt, ist es nicht bes­ser, eine Ker­ze zu ent­zün­den, um sich an ihrem ‑wenn auch klei­nen- Licht zu erfreu­en und sich dar­an ‑zumin­dest-die Hän­de zu wär­men, anstatt über die Dun­kel­heit zu jam­mern und zu schimp­fen?

    • @ Kon­rad Kug­ler
      Sie mein­ten wohl „Kann ich ab jetzt mei­ne Lie­be nur auf das Prie­ster­tum beschrän­ken und den Papst qua­si links lie­gen lasen?“
      Im Übri­gen wird unter die­sem Pon­ti­fi­kat auch für mich die Suche nach einem siche­ren Hort des rech­ten katho­li­schen Glau­bens immer vor­dring­li­cher.

    • Schon seit zwei Jah­ren besu­che ich häu­fig die hl. Mes­se bei der Pius­bru­der­schaft.
      Anfangs „frem­del­te“ ich noch, heu­te füh­le ich mich dort gut auf­ge­ho­ben und am rich­ti­gen Ort.
      Beim Pon­ti­fi­kat von Bene­dikt wäre mir ein Wech­sel zur Bru­der­schaft kaum in den Sinn gekom­men.
      Natür­lich tra­ge ich für mei­ne Ent­schei­dung die allei­ni­ge Ver­ant­wor­tung, doch Fran­zis­kus und eini­ge Kar­di­nä­le und Bischö­fe tun alles, um mir den Wech­sel leich­ter wer­den zu las­sen.

  2. Es läuft doch im End­ef­fekt dar­auf hin­aus, dass jeder Haus­kreis schliess­lich auch sei­ne eige­ne Mes­se zele­brie­ren wird. Denn ob jemand durch irgend einen kirch­li­chen Ver­wal­tungs­akt eine Beschei­ni­gung mit Erlaub­nis (Ernen­nung) dafür bekom­men hat, ist dann schliess­lich auch nicht mehr zu vermitteln.…Wenn es kein sakra­men­ta­ler Akt mehr sein soll, kann es jeder, der der ent­spre­chen­den Inten­ti­on folgt. Die Kir­che ist damit als sol­ches so gut wie obso­let, und durch das Kon­zept der „Frei­kir­chen“ ersetzt. Ob sich die Betei­lig­ten über die zwangs­läu­fig lang­fri­sti­gen Wir­kun­gen klar sind, darf bezwei­felt wer­den.

  3. Das ist offen­kun­dig der „modus ope­ran­di“ die­ses Pon­ti­fi­ka­tes: das Kir­chen­recht bleibt zwar unver­än­dert, aber auch unbe­ach­tet, Ultra­mo­der­ni­sten ver­sto­ßen „mutig“ flä­chen­deckend und sank­ti­ons­los dage­gen, der Papst lächelt gütig dazu, daher schwei­gen Bischö­fe und Ordens­obe­re (die ja „noch etwas wer­den“ wol­len“). Dia­ko­ne ahmen das Mess­op­fer nach, die US-Kapu­zi­ner wäh­len einen Lai­en zum Pro­vin­zi­al (https://katholisches.info/2019/06/21/us-kapuziner-waehlten-erstmals-laien-zum-provinzial-mit-hoechster-erlaubnis/).

    Wäh­rend die Nor­men, wel­che die Lebens­wirk­lich­keit der Kir­che regeln sol­len, im Regal ver­stau­ben, for­men statt­des­sen Moder­ni­sten durch rea­le Hand­lun­gen die Lebens­wirk­lich­keit: Bischö­fe trei­ben Gläu­bi­gen die Mund­kom­mu­ni­on aus, ver­hin­dern den über­lie­fer­ten Mess-Ritus, star­ten „muti­ge“ Pilot­pro­jek­te. Gera­de die­se Vor­ge­hens­wei­se über­for­dert die Mas­se kon­ser­va­tiv füh­len­der, nach-kon­zi­li­ar sozia­li­sier­ter (hin-und-wie­der-) Kirch­gän­ger. Die theo­lo­gisch gebil­de­ten sind aus­schließ­lich text­fi­xiert auf CIC und Dog­men — wird da nichts geän­dert, ist bei denen „alles in But­ter“. Bei ihnen und ande­ren fehlt in der Regel jeg­li­ches Gespür für „hybri­de“ Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mu­ster im kirch­li­chen Raum (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/05/01/hybride-kommunikationsmuster-im-kirchlichen-raum/), man nimmt alles arg­los „zum Nenn­wert“ und freut sich gera­de­zu kind­lich, wenn der Papst oder ein Bischof mal zur Abwechs­lung etwas „katho­li­sches“ sagt.

  4. Was gilt nun?
    1. Wenn ein geweih­ter Dia­kon der Eucha­ri­stie­fei­er vor­an­steht, kann kei­ne
    Wand­lung statt­fin­den, sodaß die Kom­mu­ni­kan­ten statt den Leib und das
    Blut Chri­sti zu , nur Brot und Wein emp­fan­gen. Sol­len so die Gläu­bi­gen
    durch eine simu­lier­te Mes­se getäuscht wer­den oder
    2. meint der der Bischof und mit ihm der Papst, daß gegen die Leh­re der
    Kir­che nun plötz­lich auch Dia­ko­ne über die Kon­se­kra­ti­ons­voll­macht
    ver­fü­gen?
    3. Ist das Ziel der Re(De)formen etwa eine prie­ster­lo­se Kir­che, weil nun
    wie bei den Pro­te­stan­ten gelehrt wer­den soll, daß jeder getauf­te Laie
    gül­tig das „letz­te Aben­mahl“ fei­ern kann? Wenn nun gemeint wür­de, das
    kön­ne Papst Fran­zis­kus so nicht beab­sich­ti­gen, der sei dar­an erin­nert,
    daß die­ser Papst auch gegen das Zeug­nis der Hl. Schrift und der Leh­re
    der Kir­che plötz­lich die Todes­stra­fe als nicht mit der Men­schen­wür­de
    kom­pa­ti­bel ver­ur­teil­te, obwohl das Gott selbst (noch) nicht wuß­te!

  5. Lie­ber Herr Kug­ler, Zunächst bringt Kar­di­nal Sarah es — wie so oft — auf den berühm­ten Punkt.Ein Papst hat zunächst ein­mal eine Amts­au­to­ri­tät, aber die­se ist nicht uner­schöpf­lich. Er muss auch die­ser Auto­ri­tät gerecht wer­den und nicht nur Papst sein, son­dern sich auch wie ein sol­cher beneh­men. Es muss erkenn­bar sein, dass er sich in die Rei­he sei­ner Vor­gän­ger ein­reiht. Das, was sei­ne Vor­gän­ger gebun­den haben, darf er nicht lösen, son­dern er muss das Gebun­de­ne mit sei­ner Auto­ri­tät wei­ter­ge­ben. Dies kann ich aus den Bot­schaf­ten des Fran­zis­kus und ihrer Ter­mi­no­lo­gie nicht erken­nen.

  6. Es geht noch bes­ser: Heu­te in einer regio­na­len (west­fä­li­schen) Tages­zei­tung: „Katho­li­sche Frau­en for­dern gerech­te­re Kir­che“

    „Frau­en als Prie­ste­rin­nen, Bischö­fin­nen und Kar­di­nä­lin­nen, auch als Päp­stin­nen: Das for­dern die Mit­glie­der der katho­li­schen Frau­en­gemein­schaft (kfd) in Deutsch­land. Die­ser Akti­on für eine Kir­che der Zukunft, in der die Geschlech­ter gleich­be­rech­tigt sind, unter­stüt­zen auch die Frau­en aus dem kfd-Bezirk […]“

    […]

    Rück­halt aus Pader­born

    „Ich ste­he voll und ganz hin­ter der Akti­on, es ist eine wich­ti­ge Ange­le­gen­heit“, sagt kfd-Diö­ze­san­prä­ses Roland Schmitz. Er bekräf­tigt auch die For­de­rung, Frau­en zu allen Wei­he­äm­tern zuzu­las­sen. „Ich bin durch­aus jemand, der an Wun­der glaubt“, sagt er.

    Mit den For­de­run­gen der katho­li­schen Frau­en­gemein­schaft wer­de ein demo­kra­ti­scher Pro­zess inner­halb der Kir­che in Gang gesetzt.
    Schmitz: „Ich mer­ke, dass eine gro­ße Eupho­rie da ist, die­se Mei­nung zu äußern.“ (Zita­ten­de)

    Die kfd Deutsch­land liegt also voll auf der Linie der DBK, die sich inhalt­lich die For­de­run­gen des ZDK zu eigen gemacht hat: Abschaf­fung der ver­al­ten, unzeit­ge­mä­ßen Sexu­al­mo­ral, posi­ti­ve Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät und Wei­he von Frau­en in alle kirch­li­chen Wei­he­äm­ter der noch katho­li­schen Kir­che.

    Die deut­sche ‚Natio­nal­kir­che‘ ist gera­de dabei, sich voll­stän­dig, bra­chi­al und „eupho­risch“ unter der Lei­tung der Frau­en zu pro­te­stan­ti­sie­ren. Wahr­schein­lich wird die Agen­da noch ange­heizt durch die zuneh­men­de Femi­ni­sie­rung der Poli­tik, ins­be­son­de­re der Euro­pa­po­li­tik (sie­he Ernen­nung von der Ley­ens zu Par­la­ments­prä­si­den­tin des Europ. Par­la­ments)

  7. Da die FSSPX genannt wird:
    Ich bin im Novus Ordo auf­ge­wach­sen und habe spä­ter die FSSPX ken­nen gelernt. Dazu kann ich nur sagen :„Gelobt sei Jesus Chri­stus!“. Was ist das für eine Gna­de dort oder auch zur FSSP o. a. zu gehen. Mitt­ler­wei­le gehe ich nach Mög­lich­keit jeden Sonn- und Fei­er­tag dort hin, 1 Stun­de Fahrt ist egal. Was will man dazu sagen, wenn ich wie­der in den Novus Ordo gehe, fra­ge ich mich: „Wo bin ich? Was erzählt er da stän­dig? War­um ist es jedes­mal anders?“. Ich kann jedem nur Raten die Vor­be­hal­te gegen­über z. B. FSSPX abzu­le­gen und in der Tra­di­ti­on neu anzu­fan­gen, oft Beich­ten, Rosen­kranz, es wird anders. Das Latein ist kein Hin­der­nis. Im online Shop der FSSP gibt es eini­ge Schrif­ten gra­tis.

    Am Sonn­tag war die Kir­che bei der FSSP Rand voll, auch voll mit vie­len Kin­dern, wo die Kon­zils­kir­che nur träumt.
    All die kaput­ten Fami­li­en­got­tes­dien­ste brin­gen nix, nur vie­le Belei­di­gun­gen. Spä­ter sind kaum Kin­der da, kein Nach­wuchs.

    Im Text oben wird ganz deut­lich wie sich die neue Sek­te mit sei­nem Ober­haupt mani­fe­stiert.
    Keh­ren wir dem den Rücken, die hl. katho­li­sche Kir­che wird nur in der Tra­di­ti­on zu fin­den sein und neu auf­er­ste­hen.
    Mein Papst ist B16, für den in immer bete auch im hl. Mess­op­fer.

    • Ich habe den Ein­druck, die mei­sten der Gläu­bi­gen suchen sich ihre Hei­mat bei der Pius­bru­der­schaft. Von der vom Schrei­ber „Fisch“ genann­ten Petrus­bru­der­schaft ist in den Kom­men­ta­ren weni­ger zu lesen. Da ich noch nie bei einer der bei­den Bru­der­schaf­ten einen Got­tes­dienst besucht habe, mei­ne Fra­ge: Gibt es einen gra­vie­ren­den Unter­schied in der Fei­er der Lit­ur­gie zwi­schen der Petrus — und der Pius­bru­der­schaft?
      Dan­ke!

  8. Die Petrus­brü­der sind ein Teil der Kon­zils­kir­che und akzep­tie­ren alle Beschlüs­se des 2. Vat. „Kon­zils“. Sie nen­nen im Canon der von ihnen zele­brier­ten 1962er Lit­ur­gie wie die Pius­brü­der „una cum papa Fran­cis­co“. Also sind bei­de Bru­der­schaf­ten einig mit dem Papst.
    Die Pius­brü­der ver­han­deln seit Jah­ren mit den Auto­ri­tä­ten der Kir­che um eine Ein­glie­de­rung.

  9. Lei­der gibt es nur weni­ge Hir­ten, die uns bei ste­hen.
    Es ist schreck­lich, was in unse­rer Katho­li­schen Kir­che
    pas­siert.
    Wir wer­den von den ande­ren Gläu­bi­gen oder Ungläu­bi­gen
    belä­chelt, mit so einem Papst.
    Ja, die­ses ist unser Lei­dens­weg und eine Prü­fung.
    Wir haben ja noch Papst Bene­dikt XVI., er muß­te ja gehen
    und außer­dem kam der jet­zi­ge Papst, durch intri­gan­te Machen­schaft
    an sein Ziel.
    Somit ist sei­ne Wahl ungül­tig!

  10. Macht wei­ter. Hat er das wirk­lich gesagt. Papst Fran­zis­kus steht doch nicht wirk­lich hin­ter dem sakra­men­ta­len Wei­he­prie­ster­tum . Deutsch­land wird in einem Son­der­weg das Zöli­bat abschaf­fen und zukünf­tig auch Frau­en zu Prie­ster wei­hen. Die­ser Papst wird alles gesche­hen las­sen. Die­ser Papst ist exakt das ‚was ich stets dach­te. Papst Bene­dikt wur­de rück­sichts­los aus dem Amt gedrängt. Die Fol­gen wer­den fürch­ter­lich sein. Macht wei­ter.

  11. Alfons, Sie schrei­ben u.a. „„Frau­en als Prie­ste­rin­nen, Bischö­fin­nen und Kar­di­nä­lin­nen, auch als Päp­stin­nen: Das for­dern die Mit­glie­der der katho­li­schen Frau­en­gemein­schaft (kfd) in Deutsch­land.“ Ich bin der Ansicht, dass sich die­se For­de­rung der katho­li­schen Frau­en­gemein­schaft dann lösen wird, wenn der Anti­christ erscheint. Die Kir­che Jesu kann die­sem Ansin­nen nie nach­kom­men. Nach Vor­her­sa­gen wird auch der Anti­christ in Rom herrr­schen.

  12. „Im Ama­zo­nas zele­brie­ren Dia­ko­ne bereits ‚die Mes­se‘.“ Mei­ne Fra­ge: Ist das schon seit län­ge­rem so, oder erst seit Papst Fran­zis­kus? Es scheint sich jeden­falls wie naht­los in die ber­go­glia­ni­sche Agen­da ein­zu­fü­gen.

    Was wir der­zeit erle­ben, ist alles ande­re als eine Reform der Röm.-kath. Kir­che, son­dern viel­mehr deren Defor­ma­ti­on bis hin zur Unkennt­lich­keit. Man könn­te es auch im schlech­te­sten Sinn als Revo­lu­ti­on bezeich­nen. Aber abwar­ten – mög­lichst in nicht nach­las­sen­dem Gebet (sie­he Gebets­auf­ruf Kar­di­nal Bur­ke und Bischof Schnei­der)! Noch immer „frisst die Revo­lu­ti­on ihre Kin­der“.

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