Gemeinschaft Sant’Egidio: Interreligiöse Treffen von Assisi 1986 bis Rom 2013

Die Gemeinschaft Sant'Egidio und die interreligiösen Jahrestreffen seit Assisi I(Rom) Vom 29. Sep­tem­ber bis 1. Okto­ber tref­fen sich auf Ein­la­dung der katho­li­schen Gemein­schaft Sant’Egidio 400 Reli­gi­ons­ver­tre­ter aus 60 Län­dern in Rom. Das The­ma des inter­re­li­giö­sen Tref­fens lau­tet „Der Mut der Hoff­nung“. Es ist das erste Tref­fen die­ser Art seit der Wahl von Papst Fran­zis­kus und fin­det unmit­tel­bar vor dem Besuch des Pap­stes am 4. Okto­ber in Assi­si statt, das von der Gemein­schaft Sant’Egidio als „Wie­ge des inter­re­li­giö­sen Dia­logs“ bezeich­net wird. Die 1968 als Aus­druck des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils gegrün­de­te Gemein­schaft, wur­de 1986 als Inter­na­tio­na­le Lai­en­ver­ei­ni­gung vom Hei­li­gen Stuhl aner­kannt. Seit jenem Jahr ver­an­stal­tet San­t’E­g­idio jedes Jahr das inter­re­li­giö­se Tref­fen, das Ende Sep­tem­ber nach 17 Jah­ren wie­der erst­mals in Rom statt­fin­den wird. Die Gemein­schaft war maß­geb­lich an der Orga­ni­sa­ti­on des 1986 von Papst Johan­nes Paul II. ein­be­ru­fe­nen inter­re­li­giö­sen Tref­fens Assi­si I betei­ligt, das Aus­gangs­punkt für die Jah­res­ta­gun­gen war.

Im Mit­tel­punkt des dies­jäh­ri­gen Tref­fens wird die Syri­en-Kri­se ste­hen, wie der Vor­sit­zen­de der Gemein­schaft, Mar­co Impagliaz­zo am Diens­tag in Rom bekannt­gab. Für die Gemein­schaft „fehlt die Hoff­nung sich eine neue Welt vor­zu­stel­len, die hin­ge­gen in den Wor­ten von Papst Fran­zis­kus vor­han­den ist. Um heu­te zu hof­fen, braucht es Mut“, so Impagliaz­zo.

Die Gemein­schaft Sant’Egidio ist bekannt für ihre guten inter­na­tio­na­len Kon­tak­te, so daß sie teil­wei­se vom Hei­li­gen Stuhl als “Par­al­lel­di­plo­ma­tie“ genützt wird, wo die offi­zi­el­len diplo­ma­ti­schen Kanä­le ver­sa­gen. Die Gemein­schaft for­dert die Rück­kehr an den Ver­hand­lungs­tisch in der Syri­en-Kri­se, wie es der Grün­der der Gemein­schaft, der Histo­ri­ker und Karls­preis­trä­ger Andrea Ric­car­di beton­te. Ric­car­di war 2011–2013 unter Mini­ster­prä­si­dent Mario Mon­ti ita­lie­ni­scher Mini­ster für inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit und Inte­gra­ti­on.

Der Vor­schlag des rus­si­schen Außen­mi­ni­sters Ser­gei Law­row, alle che­mi­schen Kampf­stof­fe Syri­ens abzu­lie­fern, sei ein „Zei­chen der Hoff­nung“. Ein Vor­schlag, der soll­te er ange­nom­men wer­den, „einen inter­na­tio­na­len Mili­tär­schlag ver­hin­dern könn­te“.

Zu den The­men, die beim Tref­fen im römi­schen Stadt­teil Tra­s­te­ve­re, wo sich der Sitz der Gemein­schaft befin­det, behan­delt wer­den sol­len, gehört auch der “reli­giö­se Ter­ro­ris­mus“. Die Dis­kus­si­ons­run­de wird der Vor­sit­zen­de des Päpst­li­chen Rats für den inter­re­li­giö­sen Dia­log, Jean-Lou­is Kar­di­nal Tau­ran lei­ten. Es sei Papst Fran­zis­kus selbst gewe­sen, der die Ver­ant­wort­li­chen der Gemein­schaft Sant‘Egidio auf­ge­for­dert habe, das Phä­no­men zu ver­tie­fen.

An der Tagung wer­den Dut­zen­de von Kar­di­nä­len, Bischö­fen, Ver­tre­ter der ver­schie­de­nen christ­li­chen Kon­fes­sio­nen, des Juden­tums, des Islam und ande­rer Welt­re­li­gio­nen teil­neh­men, aber auch Poli­ti­ker wie Ita­li­ens Mini­ster­prä­si­dent Enri­co Let­ta, die Inte­gra­ti­ons­mi­ni­ste­rin und Ver­fech­te­rin der Gen­der-Ideo­lo­gie Ceci­le Kyen­ge, die jüngst mit einem Vor­schlag auf­hor­chen ließ, die Bezeich­nun­gen „Vater“ und „Mut­ter“ aus Doku­men­ten strei­chen zu las­sen. Aus Paki­stan wird Min­der­hei­ten­mi­ni­ster Paul Bhat­ti anrei­sen.

Wei­te­re Dis­kus­si­ons­run­den und Arbeits­krei­se wird es geben zu den The­men: 50 Jah­re Enzy­kli­ka Pacem in ter­ris; Das Latein­ame­ri­ka von Papst Fran­zis­kus; Islam und Kul­tur des Zusam­men­le­bens; Reli­gio­nen und Gewalt gegen Frau­en; Ein­wan­de­rung von der Auf­nah­me zur Inte­gra­ti­on; Kran­ke Städ­te und die exi­sten­ti­el­len Peri­phe­ri­en; Infor­ma­ti­on im Dienst des Frie­dens; Dia­log zwi­schen Lai­zi­sten und Gläu­bi­gen; Kosten­los und Markt; Lang­le­big­keit als Segen sowie Das Mar­ty­ri­um als Rea­li­tät von heu­te, mit beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der ver­folg­ten Chri­sten. Am Mon­tag, den 30. Sep­tem­ber wer­den die Tagungs­teil­neh­mer um 12 Uhr von Papst Fran­zis­kus in Audi­enz emp­fan­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Comu­ni­tà  di San­t’E­g­idio




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1 Kommentar

  1. „die Inte­gra­ti­ons­mi­ni­ste­rin und Ver­fech­te­rin der Gen­der-Ideo­lo­gie Ceci­le Kyen­ge, die jüngst mit einem Vor­schlag auf­hor­chen ließ, die Bezeich­nun­gen „Vater“ und „Mut­ter“ aus Doku­men­ten strei­chen zu las­sen.“

    Das ist kein Zei­chen der Hoff­nung das ist total abstrus. Hof­fent­lich bleibt uns das Vater­un­ser erhal­ten, nicht das wir bald nicht mehr wis­sen wie wir unse­ren Gott anre­den dür­fen.

    „Für die Gemein­schaft „fehlt die Hoff­nung sich eine neue Welt vor­zu­stel­len, die hin­ge­gen in den Wor­ten von Papst Fran­zis­kus vor­han­den ist.“

    Ich gehe mal davon aus das die „Neue Welt“ die „Neue Welt­ord­nung“ ist.

    „Das The­ma des inter­re­li­giö­sen Tref­fens lau­tet „Der Mut der Hoff­nung“.“

    Ja den habe ich auch. „Him­mel und Erde wer­den ver­ge­hen aber mei­ne Wor­te nicht.“
    Per Mari­am ad Chri­stum.

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