Papstvertrauter eliminiert in seinem Bistum das Motu proprio Summorum Pontificum

Massives Signal gegen die überlieferte Form des Römischen Ritus

Victor Manuel „Tucho“ Fernandez, der Ghostwirter von Papst Franziskus, eliminierte faktisch in seinem Erzbistum das Motu proprio Summorum Pontificum.
Victor Manuel „Tucho“ Fernandez, der Ghostwirter von Papst Franziskus, eliminierte faktisch in seinem Erzbistum das Motu proprio Summorum Pontificum.

(Bue­nos Aires) Msgr. Vic­tor Manu­el Fer­nan­dez gehört zu den eng­sten, argen­ti­ni­schen Ver­trau­ten von Papst Fran­zis­kus. Am 2. Juni 2018 ernannt ihn Fran­zis­kus zum Erz­bi­schof von La Pla­ta, dem nach Bue­nos Aires zweit­wich­tig­sten Metro­po­litan­sitz in Argen­ti­ni­en. Dort schritt er nun zur Tat und unter­sag­te in sei­nem Erz­bis­tum fak­tisch die Zele­bra­ti­on der Hei­li­gen Mes­se in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus. Die Indi­zi­en häu­fen sich, daß das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum von Papst Bene­dikt XVI. abge­würgt wer­den soll.

Dem Argen­ti­ni­er Vic­tor Manu­el Fer­nan­dez galt eine der aller­er­sten Per­so­nal­ent­schei­dun­gen von Papst Fran­zis­kus. Fran­zis­kus ernann­te ihn am 13. Mai 2013, genau zwei Mona­te nach sei­ner Wahl zum Kir­chen­ober­haupt, zum Titu­lar­erz­bi­schof. Kaum eine Per­so­na­lie in der Früh­pha­se die­ses Pon­ti­fi­kats signa­li­sier­te deut­li­cher, daß sich unter dem neu­en Papst gar man­ches ändern wer­de.

Die Karriere des Ghostwriters

Fer­nan­dez war 2009 von Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio, des­sen Reden­schrei­ber er war, zum Rek­tor der Päpst­li­chen Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Argen­ti­ni­en ernannt wor­den. Der Ernen­nung folg­te ein hart­näcki­ges Tau­zie­hen mit der römi­schen Bil­dungs­kon­gre­ga­ti­on, das sich gan­ze zwei Jah­re hin­zog. Die Kon­gre­ga­ti­on hielt den Kan­di­da­ten des dama­li­gen Erz­bi­schofs von Bue­nos Aires für nicht geeig­net. Zwei­fel bestan­den unter ande­rem an sei­ner theo­lo­gi­schen Pro­duk­ti­on und sogar an sei­ner Ortho­do­xie. Ber­go­glio setz­te sich den­noch durch. 2011 erfolg­te Fer­nan­dez‘ Bestä­ti­gung durch Rom.

An jenen, die sich ihm im Vati­kan wider­setzt hat­ten, übte Fran­zis­kus als Papst Ver­gel­tung.

Fer­nan­dez, genannt „Tucho“, beför­der­te er hin­ge­gen demon­stra­tiv zum Titu­lar­erz­bi­schof. Offi­zi­ell wei­ter­hin als Rek­tor in Bue­nos Aires tätig, hol­te ihn Fran­zis­kus jedoch häu­fig nach Rom, wo er vor allem in den ersten Jah­ren des Pon­ti­fi­kats der eigent­li­che Reden­schrei­ber des Pap­stes war. Eini­ge Aus­sa­gen ver­schaff­ten ihm nicht nur Auf­merk­sam­keit, son­dern brach­ten ihm auch Kri­tik ein. Als die­se zu hef­tig wur­de, wur­de er aus der vor­der­sten Linie abge­zo­gen. Seit­her tritt er kaum noch im Zusam­men­hang mit Fran­zis­kus öffent­lich in Erschei­nung. Die Ver­bun­den­heit zwi­schen Ber­go­glio und sei­nem „Aug­ap­fel“, wie „Tucho“ noch genannt wird, gilt aber nach wie vor.

Im Mai 2018 trat Fer­nan­dez als Rek­tor zurück und wur­de von Fran­zis­kus zum neu­en Erz­bi­schof von La Pla­ta ernannt. Zuvor hat­te der Papst den dor­ti­gen Erz­bi­schof, Msgr. Hec­tor Ruben Aguer, mit Voll­endung des 75. Lebens­jah­res eme­ri­tiert. Erz­bi­schof Aguer war der ein­fluß­reich­ste Gegen­spie­ler Ber­go­gli­os im argen­ti­ni­schen Epi­sko­pat. Die Erset­zung durch Fer­nan­dez wur­de erneut als demon­stra­ti­ver Akt gewer­tet, mit dem Papst Fran­zis­kus sei­nen Tri­umph und eine ent­spre­chen­de Demü­ti­gung von Erz­bi­schof Aguer signa­li­sier­te.

Zwei Dekrete gegen den überlieferten Römischen Ritus

Ein hal­bes Jahr nach der Inbe­sitz­nah­me sei­nes Erz­bis­tums erließ Erz­bi­schof Fer­nan­dez vor Weih­nach­ten zwei Dekre­te, mit denen er die Zele­bra­ti­on der über­lie­fer­ten Mes­se, wie sie von Papst Bene­dikt XVI. im Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum fest­ge­legt wur­de, fak­tisch unter­sag­te.

Die Dekre­te wur­den in tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Krei­sen mit beson­de­rer Sor­ge auf­ge­nom­men. Sie rei­hen sich in wei­te­re Signa­le ein, die sich in den ver­gan­ge­nen zwei Mona­ten gegen Summorum Pon­ti­fi­cum rich­te­ten. Im Novem­ber war bei der Herbst­voll­ver­samm­lung der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz zum Angriff gegen das Motu pro­prio gebla­sen wor­den.

Jüng­ste Gerüch­te über eine Auf­lö­sung der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei gehen in die­sel­be Rich­tung.

Die Maß­nah­men von „Tucho“ Fer­nan­dez sind bis­her der mas­siv­ste Angriff. Wegen sei­nes direk­ten Nähe­ver­hält­nis zu Papst Fran­zis­kus las­sen sie beson­ders auf­hor­chen.

Am 17. Dezem­ber erließ Fer­nan­dez ein Dekret, mit dem er „gene­rell alle frü­he­ren Nor­men der Erz­diö­ze­se mit Bezug auf lit­ur­gi­sche Fei­ern“ auf­hob.

Eine Woche spä­ter erließ er am 24. Dezem­ber ein zwei­tes Dekret, mit dem er anord­ne­te, daß die Sakra­men­te immer „in der Volks­spra­che“, also nicht auf Latein, zu spen­den sind. Die Mes­se, so das­sel­be Dekre­te, hat zudem „in der ordent­li­chen Form“ und „Rich­tung Volk“ zele­briert zu wer­den.

Der von Papst Fran­zis­kus ein­ge­setz­te Ver­trau­te hat damit im Erz­bis­tum La Pla­ta Summorum Pon­ti­fi­cum fak­tisch eli­mi­niert, indem er regiert, als wür­de das Motu pro­prio nicht exi­stie­ren. Mit dem Motu pro­prio setz­te Papst Bene­dikt XVI. vor allem die Not­wen­dig­keit außer Kraft, die Vor­ge­setz­ten, im kon­kre­ten Fall den Erz­bi­schof, um Erlaub­nis für die Zele­bra­ti­on in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus fra­gen zu müs­sen.

Nur „ein Blin­der kann leug­nen“, um Kar­di­nal Car­lo Caf­farra zu zitie­ren, „daß in der Kir­che eine Kam­pa­gne gegen alles im Gan­ge ist, was nach Tra­di­ti­on riecht“, so das spa­ni­sche Nach­rich­ten­por­tal Info­Va­ti­ca­na. Die Fra­ge sei, „wo die End­sta­ti­on, was der letz­te Akt die­ser Ope­ra­ti­on sein wird“.

Text: Giu­sep­pe Nari
Bild: colum­nas­de­lai­gle­sia (Screen­shot)

5 Kommentare

  1. So leid es mir tut, aber lei­der ist die Zeit für eine Kir­chen­spal­tung gekom­men. Viel­leicht erwacht dann ROM end­lich.…

  2. Dan­ke an katholisches.info.
    Es ist nicht mehr wie vor 40 Jah­ren mit „Lef­eb­v­re“.
    Die kri­ti­schen Katho­li­ken haben zuge­nom­men.
    Nicht die­je­ni­gen, an die jetzt alle den­ken. Die haben sich zwi­schen­zeit­lich selbst ent­sorgt.
    Der Wider­stand wird nur wach­sen, Herr Fernán­dez.

  3. Soll­te „Summorum Pon­ti­fi­cum“ tat­säch­lich eli­mi­niert wer­den — und zwar nicht nur für ein­zel­ne Bis­tü­mer, son­dern für die gan­ze Welt­kir­che -, wür­de sich FSSP vor­aus­sicht­lich (wie­der) mit FSSPX ver­ei­ni­gen. Das Pon­ti­fi­kat von Fran­zis­kus könn­te sich dann als „Erfolg“ auf die Fah­nen hef­ten, ein bestehen­des Schis­ma nicht nur nicht been­det, son­dern „umfäng­lich“ sogar noch ver­grö­ßert zu haben. „Gra­tu­la­ti­on“, kann man dazu nur sagen!

  4. In der Poli­tik wer­den Pro­zes­se ange­sto­ßen zum Abriß der Mensch­heit und der Kir­che.
    In der Kir­che wer­den Pro­zes­se ange­sto­ßen zum Abriß der Kir­che und der Mensch­heit.

  5. Das SP von Papst Bene­dikt ist noch gül­tig. Inso­fern dür­fen die Prie­ster in die­sem Bis­tum auch wei­ter­hin den über­lie­fer­ten Ritus fei­ern. Im pro­mul­gier­ten Mess­buch Paul VI. kön­nen die Sakra­men­te ins­be­son­de­re der Hei­li­gen Mes­se in Latein gele­sen wer­den. Dazu gibt es die dazu­ge­hö­ri­gen Mess­for­mu­la­re. Mei­ner Mei­nung nach feh­len für sol­cher­lei Dekre­te die recht­li­chen Voraussetzungen.Ein Bischof kann nie­mals Dekre­te erlas­sen die im Wider­spruch zu den Regu­la­ri­en der katho­li­schen Kir­che ste­hen.

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