Der Jesuit auf dem Papstthron – Von zwei Katastrophen in einer Person (3. Teil/1)

Unsere Liebe Frau von Fatima und die drei Seherkinder.
Unsere Liebe Frau von Fatima und die drei Seherkinder.

von Wolf­ram Schrems*

Im Anschluß an die bei­den ersten Tei­le und die Exkur­se folgt nun eine Aus­wer­tung der der­zei­ti­gen pre­kä­ren Situa­ti­on von Papst­amt und Gesell­schaft Jesu. Aus Grün­den der Über­sicht­lich­keit des umfang­rei­chen und kom­ple­xen Stof­fes muß die­ser Abschnitt wie­der­um unter­teilt wer­den. Die Gedan­ken­füh­rung der drei Unter­ab­schnit­te ist fol­gen­de: eine Ana­ly­se des Glau­bens­ab­falls der Gott­ge­weih­ten im Licht von Fati­ma, eine Ana­ly­se des Ver­fal­les der Moral­theo­lo­gie als poli­tisch und gesell­schaft­lich beson­ders bri­san­te Mate­rie und schließ­lich eine Aus­wer­tung in Bezug auf das Wir­ken von Papst Fran­zis­kus.

Drei Korrekturen

Eine Durch­sicht der bis­her ver­öf­fent­lich­ten Tei­le die­ser Serie läßt die Kor­rek­tur zwei­er klei­ner Feh­ler und eine Ergän­zung not­wen­dig erschei­nen:

Im 1. Teil war der Name der römi­schen Titel­pfar­rei von Kar­di­nal Kas­per falsch geschrie­ben. Es muß hei­ßen „Ognis­san­ti“, nicht „Ognis­an­ti“. Im 2. Exkurs war zum Namen der deut­schen Phi­lo­so­phin Alma von Stock­hau­sen irr­tüm­lich ein Kreuz­chen gesetzt wor­den. Das wur­de zwar schon ent­fernt, ich ersu­che Frau von Stock­hau­sen aber noch nach­träg­lich um Nach­sicht. Im 2. Teil wur­den Wer­ke der öster­rei­chi­schen Jesui­ten­pro­vinz genannt, die in den letz­ten zehn bis fünf­zehn Jah­ren auf­ge­ge­ben wur­den. Nicht genannt wur­de dabei die Zeit­schrift „Der Ent­schluß“ (vor­mals: „Der gro­ße Ent­schluß“). Was ein­mal ein inter­es­san­tes Peri­odi­kum gewe­sen war (sogar mit einem Bei­trag von Rein­hold Schnei­der zur Zeit sei­nes Wien­auf­ent­hal­tes 1957/58, „Win­ter in Wien“), „ver­lor das Salz“ und wur­de belang­los. Auch das hat man also in den Gra­ben gefah­ren.

Kom­men wir zum The­ma:

Die – zunächst – verdeckte Apostasie im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Sr. Lucia von Fati­ma hat­te offen­bar allen Grund, daß sie in dem Inter­view mit P. Augu­stin Fuen­tes am 26. Dezem­ber 1957 vor der Apost­asie der Gott­ge­weih­ten warn­te.

La Salette (1846)
La Salet­te (1846)

Im Nach­hin­ein bekom­men somit auch die düste­ren War­nun­gen von La Salet­te 1846 einen tie­fe­ren Sinn. Und die von Qui­to, Ecua­dor, am Anfang des 17. Jahr­hun­derts (Unse­re Lie­be Frau vom Guten Erfolg). Und der dra­ma­ti­sche Auf­ruf zur Buße in Lour­des 1858.

Das zeigt daher, daß eine pau­scha­le und unkri­ti­sche Glo­ri­fi­zie­rung der „vor­kon­zi­lia­ren Kir­che“ (wor­un­ter man nor­ma­ler­wei­se in etwa die Epo­che von Pius IX. bis Pius XII. ver­steht) tat­säch­lich nicht gerecht­fer­tigt ist.

Ich wur­de etwa von Zeit­zeu­gen dar­auf hin­ge­wie­sen, daß die vol­len Kir­chen und Semi­na­re in den 50er Jah­ren einen schon beäng­sti­gen­den Schwund an per­sön­li­chem Glau­bens­le­ben im Volk ver­deckt hät­ten. Zeit­ge­nös­si­sche geist­li­che Schrif­ten für Lai­en (bspw. „Christ­li­che Haus­po­stil­le“) schla­gen schon zur Zeit der Wen­de zum 20. Jahr­hun­dert einen ern­sten und mah­nen­den Ton an. Offen­bar gab es eini­gen Grund dazu.

Bei allem gutem Wil­len, den es damals zwei­fel­los in den Jah­ren nach dem Welt­krieg gab, muß daher doch ein rea­li­sti­scher Blick bei­be­hal­ten wer­den.

Somit muß man kon­sta­tie­ren, daß eine Nach­läs­sig­keit der je per­sön­li­chen Glau­bens­pra­xis einer­seits, bewuß­te Sub­ver­si­on durch „Wöl­fe im Schafs­pelz“ ande­rer­seits, bereits statt­ge­habt hat­te.

Die Rolle der Ordensleute in der Apostasie

Auf letz­te­res weist das Phä­no­men der­je­ni­gen Prie­ster und Ordens­leu­te hin, die zwar in ihrem Stand blie­ben, aber inner­lich vom Glau­ben abge­fal­len oder doch zumin­dest in Irr­tum gefal­len waren, was eine Ver­bin­dung des Glau­bens mit wesens­frem­den Prak­ti­ken betraf.

Kardinal-König-Haus in Wien
Kar­di­nal-König-Haus in Wien

Damit tru­gen sie Wider­sprüch­li­ches in ihr Leben und ihren Orden hin­ein. In den 70er Jah­ren brei­te­te sich das dann explo­si­ons­ar­tig aus: Zen, Mar­xis­mus, Enne­agramm, Grup­pen­dy­na­mik, Psy­cho­tech­ni­ken aller Art, „moder­ne Kunst“, Befrei­ungs­theo­lo­gie, u. s. w., u. s. f.

Kaum ein Bil­dungs- und Exer­zi­ti­en­haus, das die­se Abar­tig­kei­ten nicht in ihrem Pro­gramm hat. (Man schaue exem­pla­risch nur in das Pro­gramm des Kar­di­nal-König-Hau­ses der Jesui­ten in Wien-Lainz.)

Alles das war schon kryp­tisch in den Orden ange­legt.

Unter den Toten­grä­bern der katho­li­schen Theo­lo­gie, damit des kirch­li­chen Glau­bens­le­bens, waren bedeu­ten­de Ordens­leu­te. Um nur eini­ge zu nen­nen: der Laza­rist Anni­ba­le Bugni­ni (( Streng genom­men sind die Laza­ri­sten (Con­gre­ga­tio Mis­sio­nis) kein Orden son­dern eine Welt­prie­ster­kon­gre­ga­ti­on. In der Pra­xis ist der Unter­schied ver­nach­läs­sig­bar.)) , „Archi­tekt“ der fälsch­lich so genann­ten „Lit­ur­gie­re­form“ und nach glaub­wür­di­gen Zeug­nis­sen Frei­mau­rer, die Domi­ni­ka­ner Yves Con­gar und Edward Schillebe­eckx und die Jesui­ten Édouard Dha­nis, John Court­ney Mur­ray, Hen­ri de Lub­ac, Karl Rah­ner und der sini­st­re Kar­di­nal Augu­stin Bea. Inhalt­lich ging es dabei meist um eine Ein­eb­nung des Unter­schie­des von Natur und Über­na­tur.

Die Zeit­bom­ben waren also gelegt.

Folgen der Apostasie im weltlichen Bereich

Die Zeit­bom­ben sind dann auch nach dem Kon­zil hoch­ge­gan­gen.

Wir sehen es ohne­hin um uns: Die Aus­wir­kun­gen blie­ben nicht auf den kirch­li­chen Bin­nen­raum beschränkt. Die Kon­fu­si­on ver­wirr­te die Welt. Sie unter­mi­nier­te den Wil­len zum Guten und riß die Mau­ern ein, die das Böse ein­däm­men soll­ten.

Die Aus­wir­kun­gen in der Welt sind dra­ma­tisch. So vie­le Krie­ge und Völ­ker­mor­de hat es noch nie in einem so kur­zen Zeit­raum gege­ben. Die Isla­mi­sie­rung geht seit den 60er Jah­ren, aus sini­stren geo­po­li­ti­schen Grün­den von den USA und ihren „Ver­bün­de­ten“ mas­siv geför­dert, explo­si­ons­ar­tig von­stat­ten.

Abtrei­bung wird immer drei­ster als Recht gefor­dert.

Man hat sei­tens der Hier­ar­chie einen fal­schen Weg ein­ge­schla­gen und der Bot­schaft von Fati­ma direkt und wis­sent­lich und bewußt getrotzt. Damit fühl­te sich auch die Welt nicht mehr zur Bekeh­rung auf­ge­ru­fen.

Da die Jesui­ten durch ihre hohe Ein­satz­be­reit­schaft, inter­na­tio­na­le Ver­net­zung und pro­fun­de Bil­dung einen star­ken Ein­fluß auf die ande­ren Orden, auf die Gesamt­kir­che und damit auch auf den welt­li­chen Bereich hat­ten und noch haben, wir­ken sich deren Fehl­ent­schei­dun­gen umso dra­ma­ti­scher aus.

Daher ein Wort zu Fati­ma im gegen­ständ­li­chen Zusam­men­hang:

Die Jesuiten und Fatima

Mir liegt das Buch des gläu­bi­gen por­tu­gie­si­schen Jesui­ten Luà­s Gon­za­ga da Fon­se­ca, Maria spricht zur Welt – Geheim­nis und welt­ge­schicht­li­che Sen­dung Fati­mas (1) , vor.

P. Gonzaga da Fonseca "Maria spricht zur Welt"
P. Gon­za­ga da Fon­se­ca „Maria spricht zur Welt“

Die­ses Buch ist ein Zeug­nis für den Glau­bens­sinn, der in Bezug auf Fati­ma bei vie­len Lai­en und Prie­stern in den 30er und 40er Jah­ren her­an­reif­te. Bemer­kens­wert ist das im Buch abge­druck­te Glück­wunsch­schrei­ben des Bischofs von Leiri­a, Msgr. José Cor­reia da Sil­via, vom 4. August 1942. Dar­in bestä­tigt der für Fati­ma zustän­di­ge Ober­hir­te die Rea­li­tät der Erschei­nun­gen und deren Gehalt. Er ruft dort auf zur Abscheu vor der „unrei­nen Sün­de, die so vie­le See­len in die Höl­le stürzt“. Für heu­ti­ge Ohren klingt das eher unge­wohnt.

Nicht P. da Fon­se­ca wur­de aber dann von der Hier­ar­chie zu die­sem The­ma rezi­piert son­dern der bel­gi­sche Jesu­it und Moder­nist Édouard Dha­nis (1902 – 1978)!

Die­ser war ein mas­si­ver Geg­ner der Fati­ma-Bot­schaft. Er muß­te die Rea­li­tät der Erschei­nun­gen von 1917 zwar ein­ge­ste­hen (jeg­li­che Bestrei­tung des über­na­tür­li­chen Cha­rak­ters die­ser Ereig­nis­se hät­te ihm nur Spott ein­ge­tra­gen), leg­te aber in zwei Arti­keln 1944 nahe, daß die spä­te­ren Offen­ba­run­gen (näm­lich von Pon­te­ve­dra 1925/26, Tuy 1929, Rian­jo 1931) „unbe­wuß­te Erfin­dun­gen“ durch Sr. Lucia dar­stell­ten.

So führ­te er eine Tren­nung von „Fati­ma 1“ und „Fati­ma 2“ ein. Er riß also die Offen­ba­run­gen von 1917, die er (offen­bar äußerst unwil­lig) aner­ken­nen muß­te, und die Bot­schaf­ten, die Sr. Lucia danach emp­fing, gegen alle inne­re Logik und Evi­denz aus­ein­an­der – und dis­kre­di­tier­te damit natür­lich auch „Fati­ma 1“.

Er lehn­te vor allem die gefor­der­te Wei­he Ruß­lands an das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens ab.

Für sei­ne Arbeits­wei­se ist cha­rak­te­ri­stisch, daß er sich wei­ger­te, in den Kar­mel nach Coim­bra zu fah­ren und mit Sr. Lucia selbst zu spre­chen. Die Ein­la­dun­gen des Orts­bi­schofs, die Archiv­ak­ten zu stu­die­ren, lehn­te er eben­falls ab. Fach­leu­te wider­leg­ten sei­ne per­fi­den Ela­bo­ra­te mehr­fach, unter ihnen auch Jesui­ten (etwa Agost­in­ho Velo­so in der Jesui­ten­zeit­schrift Bro­té­ria).

Barreto Edouard Dhanis Fatima und der Zweite Weltkrieg
„Bar­re­to“: Edouard Dha­nis Fati­ma und der Zwei­te Welt­krieg

Genützt hat es nichts. Dha­nis blieb ver­stockt.

Unver­ständ­li­cher­wei­se wird aber genau die­ser P. Dha­nis von dem dama­li­gen Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger, in der unglück­li­chen Erklä­rung Die Bot­schaft von Fati­ma (26.06.2000) als „her­aus­ra­gen­der Gelehr­ter“ bezeich­net.

Hat hier jemand im Hin­ter­grund Druck auf den Glau­bens­prä­fek­ten aus­ge­übt? Oder gar auf den Papst?

Hät­te der gro­ße Mari­en­ver­eh­rer Igna­ti­us von Loyo­la eine Bot­schaft „Unse­rer Her­rin“, wie er sich aus­drück­te, igno­riert, oder, wie Dha­nis, bekämpft?

Allei­ne schon die­se Fra­ge zeigt, wie sehr sich die Gesell­schaft Jesu von ihren eige­nen Wur­zeln ent­fernt hat. Die Fati­ma-Fra­ge wirft ein grel­les Schlag­licht auf die Apost­asie eines Ordens, der sich mit beson­de­rem Nach­druck der Ver­brei­tung des katho­li­schen Glau­bens gewid­met und in spe­zi­el­ler Wei­se der Ver­eh­rung Unse­rer Lie­ben Frau geweiht hat, somit zu Recht als „maria­nisch“ zu bezeich­nen ist.

Das ist aber so gut wie voll­stän­dig ver­dun­stet.

„Maria­nisch“ ist auch nicht im Sin­ne von päpst­li­chen Gesten zu ver­ste­hen, die Grund zur Ver­wir­rung bie­ten, wie der Ball auf dem Altar von San­ta Maria Mag­gio­re und die „Wei­he, die kei­ne war“.

*MMag. Wolf­ram Schrems, Linz und Wien, katho­li­scher Theo­lo­ge, Phi­lo­soph, Kate­chist

Bild: Fatima/Canisius/Barreto (Screen­shots)

(1) 9. Auf­la­ge, Maria­ni­scher Ver­lag, Inns­bruck, 1950; Ori­gi­nal: Le Meravi­glie di Fà tima, Ita­li­en 1931. Mit herz­li­chem Dank an Frau B. für das Aus­bor­gen

Die voll­stän­di­ge Rei­he:

10 Kommentare

  1. Die­ser Arti­kel beschreibt sehr gut wie schon ab ca. 1860 ein inne­re Glau­bens­ab­fall in vie­len kirch­li­chen Milieus und vor allem in den Jesui­ten­or­den statt­ge­fun­den hat.
    Idem übri­gens auch für die Theo­log. Fakul­tät der Kath. Uni­ver­si­tät Löwen, einst die welt­größ­te kath. Uni­ver­si­tät.

  2. „Da die Jesui­ten durch ihre hohe Ein­satz­be­reit­schaft, inter­na­tio­na­le Ver­net­zung und pro­fun­de Bil­dung einen star­ken Ein­fluß auf die ande­ren Orden, auf die Gesamt­kir­che und damit auch auf den welt­li­chen Bereich hat­ten und noch haben, wir­ken sich deren Fehl­ent­schei­dun­gen umso dra­ma­ti­scher aus.“

    Nicht nur das, den­ke ich schon seit eini­ger Zeit, son­dern gera­de ihr vier­tes Gelüb­de auf die Treue zum Papst hat sie gera­de­zu dafür prä­de­sti­niert, das Papst­tum zu zer­stö­ren.
    Wenn einer vor­hat­te, die Hier­ar­chie zu zer­stö­ren, dann war es ja nur schlüs­sig, stra­te­gisch den Jesui­ten­or­den ein­zu­set­zen. Das war der effi­zi­en­te­ste und schnell­ste Weg.

    Aller­dings klag­te La Salet­te an, dass die Hier­ar­chie nur ihren Macht­er­halt in der Poli­tik im Sinn hät­te. Dem Papst wird nicht auf­ge­tra­gen, nun mit Bra­chi­al­ge­walt sei­ne Posi­ti­on zu behaup­ten, son­dern:

    „Er sei viel­mehr stand­haft und groß­mü­tig und kämp­fe mit den Waf­fen des Glau­bens und der Lie­be.“ https://gloria.tv/?media=297398

    Man kann aus dem, was folg­te nur schlie­ßen, dass die Zer­stö­rung der Kir­che nicht nur durch die, die zer­stö­ren WOLLTEN, aus­ging, son­dern auch von denen, die mein­ten, auf eige­ne Wei­se, „aus dem Fleisch“ und eigen­mäch­tig, „ret­ten“ zu sol­len. Sie erst haben das, was wahr gewe­sen wäre, kom­pro­mit­tiert.

    So sehr man den Päp­sten in vie­lem zustimmt, geht doch auf ihre Eigen­mäch­tig­keit auch eini­ges zurück, was erst noch den Laden ins Wan­ken brach­te. Das war nicht nur Pius X., der die deut­schen Theo­lo­gen vom Anti­mo­der­ni­sten­eid dis­pen­sier­te, son­dern auch — wenn wir hier von Fati­ma reden — Pius XI., der sich wei­ger­te, das, was die Got­tes­mut­ter von ihm woll­te, durch­zu­füh­ren. Die Got­tes­mut­ter, so soll er gesagt haben, sol­le bit­te­schön zu ihm sel­ber kom­men, wenn sie etwas von ihm wol­le und nicht ein tum­bes Hir­ten­mäd­chen als Botin schicken. Ja — das ist die Arro­ganz der Kon­ser­va­ti­ven und derer, die eben v.a. ihre Macht und weni­ger ihre Dienst­pflicht im Sinn haben… Von Pius XII. selt­sa­mer Kon­nek­ti­on zu Bea und Bugni­ni ganz zu schwei­gen…

    Lei­der haben wir kei­ne Poten­tia­le mehr, aus denen sich eine ech­te Erneue­rung schaf­fen lie­ße — ver­dor­ben ist der gan­ze Laden von rechts bis links und zurück. Auch wenn ein­zel­ne wert­vol­le Gedan­ken den­ken — es fehlt eine ord­nen­de hier­ar­chi­sche Auto­ri­tät und es gibt kei­ne Nach­kom­men der Apo­stel mehr, die das könn­ten.
    Ich kann nicht sehen, dass die­se Auf­ga­be nun in Lai­en­hand gut auf­ge­ho­ben wäre. Denn auch das Geran­gel der Lai­en, v.a., wenn sie poli­ti­sche Macht haben, um die geist­li­che Ober­hand ist auch so alt und ver­werf­lich wie die Kir­che…

    Man sieht kein Land mehr…

    Und noch eine Nach­be­mer­kung: ich kann nicht ver­ste­hen, wie­so man Ratz­in­gers Fati­ma-Kri­tik, die er an Dha­nis anlehn­te, nicht auch als sei­ne ech­te Über­zeu­gung anse­hen will.
    Sein Gedan­ken­gang passt genau zu dem, was er auch sonst ver­trat. Man muss ihn nur unvor­ein­ge­nom­men lesen und soll­te dabei die wohl­wol­lend-kon­ser­va­ti­ve Bril­le abneh­men. Ich habe das selbst lan­ge ver­kannt.

  3. Der Jesu­it auf dem Papst­thron ver­brei­tet in sei­ner vom CTV auf­ge­zeich­ne­ten Video­bot­schaft vom 23. Mai auf spa­nisch offen sei­ne häre­ti­schen Ideen:
    (Und es kommt mir in den Sinn etwas zu sagen was viel­leicht dumm sein mag oder viel­leicht eine Häre­sie, ich weiß nicht.)
    „Y me vie­ne a la men­te decir algo que pue­de ser una insen­sa­tez, o qui­zás una herejía, no sé. Pero hay algu­i­en que ‘sabe’ que, pese a las dife­ren­ci­as, somos uno. Y es el que nos per­si­gue. El que per­si­gue hoy día a los cri­stia­nos, el que nos unge con el mar­ti­rio, sabe que los cri­stia­nos son discípulos de Cri­sto: ¡que son uno, que son her­ma­nos! No le inte­re­sa si son evangélicos, orto­do­xos, lutera­nos, cató­li­cos, apostólicos…¡no le inte­re­sa! Son cri­stia­nos. Y esa sang­re se jun­ta. Hoy esta­mos vivi­en­do, que­r­idos her­ma­nos, el “ecu­me­nis­mo de la san­gre”. Esto nos tie­ne que ani­mar a hacer lo que esta­mos haci­en­do hoy: orar, hab­lar ent­re noso­tros, acor­tar distanci­as, her­manar­nos cada vez más.“

    in Kurz­form: alle Chri­sten s i n d eins, trotz aller Dif­fe­ren­zen. Häre­ti­ker, ob Angli­ka­ner, Lutheraner.…sind mit den Katho­li­ken eins in der einen Kir­che Chri­sti.

    = mate­ri­el­le Häre­sie?

    • IMEK @ “ Alle Chri­sten sind eins „. Da muss man doch wider­spre­chen ! Häre­ti­ker, Angli-
      kaner und Luthe­ra­ner sind NICHT eins in der einen Kir­che Chri­sti. Die­se Reli­gi­ons­ver­ei­ne
      haben sich frei­wil­lig von der kath.Kirche getrennt und sind somit Außer­halb. Die “ All­ge-
      mein­erlö­sung “ in der Öku­me­ne führt in die Irre. Durch die Aner­ken­nung ande­rer Reli­gi-
      onen, bis hin zum Hei­den­tum, sind mit ein Indiz für den gei­sti­gen Nie­der­gang und Ver-
      wir­rung in der katho­li­schen Kir­che !

      Maria, Sie­ge­rin gegen alle Irr­leh­ren, bit­te für uns !

    • Er wider­spricht damit jeden­falls TOTAL allem, was die Kir­che zu dem The­ma gelehrt hat­te bis einschl. Pius XII.

      Mate­ri­el­le Häre­sie?
      Was soll das sein?
      Dass er zu blöd ist, um zu wis­sen, dass die Kir­che das ihre gan­ze Zeit nach Chri­stus anders gelehrt hat­te?
      Oder dass er das wenig­stens nicht auch noch in einem Lehr­schrei­ben äußert?
      Was tut an die­ser Stel­le der Unter­schied „for­mell-mate­ri­ell“.
      Häre­sie ist Häre­sie.
      Punkt.

      Man könn­te sagen: O, er meint viel­leicht, dass die­se Chri­sten es sub­jek­tiv auch ganz ernst mei­nen kön­nen…
      Ja — das hat das Lehr­amt auch nie bestrit­ten! Es ging nie dar­um, das Mei­nen der viel­leicht nicht bes­ser belehr­ten See­len zu ergrün­den! Aller­dings hat die Kir­che von denen, die es wirk­lich wohl­mei­nen ver­langt, dass sie nicht ablas­sen, die Fra­ge auf­rich­tig zu prü­fen. Kopf in den Sand stecken war nicht erlaubt. Jeder hat die Pflicht, die Wahr­heit mit allem, was ihm zur Ver­fü­gung steht, zu ergrün­den.
      Es ging dar­um, ob die Leh­re wahr ist oder nicht.

      Selbst ein wenig Gebil­de­ter wüss­te aber, dass man, wenn man Wohl­wol­len hin­sicht­lich der nicht bes­ser Belehr­ten aus­drücken woll­te, eine not­wen­di­ge Dif­fe­ren­zie­rung vor­neh­men müss­te, um kei­ne Miss­ver­ständ­nis­se zu erzeu­gen.

      „Papst“?

      • //„Papst“//

        Ein Papst, der damit koket­tiert, dass das, was er sagt, „viel­leicht“ häre­tisch ist, ist ein Viel­leicht-Häre­ti­ker und outet sich damit als Häre­ti­ker.
        Ein Häre­ti­ker kann nicht Papst sein.
        Kein ech­ter Papst ver­kün­det vor der Welt­öf­fent­lich­keit „Viel­leicht-Häre­si­en“.
        Daher ist Fran­zis­kus ein „Papst“, aber kein Papst.
        In der gespro­che­nen Rede ein „Papst“ mit air quo­tes (https://youtu.be/s_cAS-mvV20).

    • Wenn alle Chri­sten eins sind wie das der Papst hier sagt, dann muß man wohl die Fra­ge stel­len, war­um sie nicht alle der Einen Hei­li­gen Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che ange­hö­ren (inkklu­si­ve aller Dog­men, Sakra­men­te, des Lehr­am­tes usw.) sowie ihn, den Papst als ihr geist­li­ches und juri­sti­sches Ober­haupt aner­ken­nen.
      Es fragt sich wie ande­re Chri­sten die Aus­sa­gen des Pap­stes ver­ste­hen.

      Und es wür­de sich die Fra­ge stel­len, war­um er, der Papst, noch katho­lisch und Papst ist.
      Aber: ich kann die­se Aus­sa­gen kaum glau­ben und war­te mal noch ab ob es dazu auch noch ande­re ent­spre­chen­de Äuße­run­gen von Papst Fran­zis­kus gibt.

      • Naja — IMEK gibt ja eine genaue Quel­le an, und die Sät­ze sind von F. — obwohl ich nicht Spa­nisch spre­che, ver­ste­he sogar ich sie als Latei­ner und Fran­zos…

        Man muss eine Häre­sie nicht zwei­mal aus­spre­chen, um sie aus­ge­spro­chen zu haben.

        Außer­dem ent­spricht das schon dem, was F. an ande­rer Stel­le sag­te, sug­ge­re­rier­te, auf der fak­ti­schen Ebe­ne tat — ins­be­son­de­re sei­ne Lieb­schaft mit dem pro­te­stan­ti­schen Cha­ris­ma­tis­mus…

      • „Es fragt sich wie ande­re Chri­sten die Aus­sa­gen des Pap­stes ver­ste­hen.“
        Sie wer­den sich in ihrer Kon­fes­si­on bestä­tigt füh­len und wer­den sagen katho­lisch braucht man nicht sein. Für die Katho­li­ken beginnt eine gro­ße Ver­wir­rung denn sie wer­den sich fra­gen „Stimmt das über­haupt das die katho­li­sche Kir­che hei­lig ist und kann ich mir nicht eine ande­re Kon­fes­si­on zule­gen die mir bes­ser passt.“
        „Aber: ich kann die­se Aus­sa­gen kaum glau­ben und war­te mal noch ab ob es dazu auch noch ande­re ent­spre­chen­de Äuße­run­gen von Papst Fran­zis­kus gibt.“
        Er wird selbst­ver­ständ­lich auch wie­der ande­re Aus­sa­gen tref­fen (zb. an einem Mari­en­wall­fahrts­ort) denn Ver­wir­rung ist die höch­ste Effi­zi­enz und der Geist des Kon­zils ist ein wah­rer Mei­ster in die­sen Din­gen.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

  4. Die Kon­fu­si­on ver­wirr­te die Welt. Sie unter­mi­nier­te den Wil­len zum Guten und riß die Mau­ern ein, die das Böse ein­däm­men soll­ten.

    In die­sem Kon­text ist auch Ano­t­her Brick in the Wall von Pink Floyd zu betrach­ten. Dar­in wird die Zer­stö­rung der Brand­wand zum Reich Satans ange­prie­sen. Der rebel­li­sche Mensch — im kon­kre­ten Fall ran­da­lie­ren­de Schü­ler — ist eine leich­te Beu­te für den Wider­sa­cher Got­tes. Nur mit die­sem Wis­sen kann man sich jenes Mach­werk ohne Scha­den für die eige­ne See­le anschau­en:

    https://www.youtube.com/watch?v=YR5ApYxkU‑U

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