Der Jesuit auf dem Papstthron – von zwei Katastrophen in einer Person (3. Teil/2)

Hans Rotter SJ
Hans Rotter SJ

von Wolf­ram Schrems*

Hier naht­los an den ersten Unter­ab­schnitt von Teil 3, der Aus­wer­tung der Situa­ti­on von Papst­tum und Jesui­ten­or­den, vom 1. Juni, anschlie­ßend.

Im fol­gen­den geht es um die Moral­theo­lo­gie und die Spi­ri­tua­li­tät.

Gibt es eine „Jesuitenmoral“?

Oft hört man, daß der „Pro­ba­bi­lis­mus“ das klas­si­sche moral­theo­lo­gi­sche System der Jesui­ten dar­stellt. Ob das so ist oder nicht, kann hier aus Platz­grün­den nicht erör­tert wer­den.

Hans Rotter SJ (1932-2015), Theologische Fakultät der Universität Innsbruck
Hans Rot­ter SJ (1932–2015), Theo­lo­gi­sche Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Inns­bruck

Aus heu­ti­ger Sicht ist das aber sowie­so eine müßi­ge Fra­ge.

Denn die von Jesui­ten gelehr­te aka­de­mi­sche Moral­theo­lo­gie hat sich – zumin­dest im Westen – weit von jeder katho­li­schen Moral ent­fernt. Am ehe­sten han­delt es sich dabei – wenn man die­se Eti­ket­tie­run­gen schon ver­wen­den will – um einen radi­ka­len Laxis­mus. Dem ging (ana­log übri­gens zu Islam und Pro­te­stan­tis­mus) im Zei­chen des Nomi­na­lis­mus eine völ­li­ge Auf­lö­sung der Meta­phy­sik und der Erkennt­nis­leh­re vor­aus.

Das führ­te zu schlim­men Fol­gen. Außen­ste­hen­de machen sich kei­ne Vor­stel­lung davon, wie sehr Jesui­ten die Moral zer­setzt haben. Das hat erwar­tungs­ge­mäß auch zu inne­ren Zer­set­zungs­pro­zes­sen geführt, wofür die ame­ri­ka­ni­schen Jesui­ten ein beson­ders tra­gi­sches Bei­spiel bie­ten. (1)

Man wagt kaum, es unver­blümt aus­zu­spre­chen, aber es ist so:

Jesui­ten haben sich zu Hand­lan­gern der Verhütungs‑, Abtrei­bungs- und Homo­lob­by gemacht.

Um das zu illu­strie­ren, grei­fe ich auf eige­ne Erfah­run­gen zurück:

Offene Bekämpfung der Gebote Gottes und ein „Goldjunge“

In Inns­bruck wir­ken­de Jesui­ten haben Huma­nae vitae (1968) für ungül­tig erklärt (2) , Veri­ta­tis sple­ndor (1993) in der Lehr­ver­an­stal­tung mit Ingrimm bekämpft und das intrin­se­ce malum (das inner­lich Schlech­te) geleug­net. Ich habe dort Jesui­ten gekannt, die aus­drück­lich die Fri­sten­lö­sung ver­tei­dig­ten, einer hat sogar die Abtrei­bung als medi­zi­ni­sche Maß­nah­me bei Hyper­to­nie gerecht­fer­tigt.

Papst Johan­nes Paul II., dem die Jesui­ten durch ihr 4. Gelüb­de in her­vor­ra­gen­der Wei­se loy­al hät­ten sein sol­len, war ein beson­de­res Haß­ob­jekt die­ser Theo­lo­gen.

Zwei beson­ders ein­fluß­rei­che Expo­nen­ten die­ser Art von Moral­theo­lo­gie an der Inns­brucker Jesui­ten­fa­kul­tät waren P. Hans Rot­ter und P. Edmund Kar­lin­ger.

Wenn man den Nach­ruf von Dekan Wolf­gang Pala­ver (der kein Jesu­it ist) auf erst­ge­nann­ten, liest, kommt man ob der offe­nen Wor­te aus dem Stau­nen nicht mehr her­aus.

Der Herr Dekan heu­chel­te ja nicht ein­mal eine spe­zi­el­le katho­li­sche Ori­en­tie­rung von P. Rot­ter (oder sei­ner eige­nen Per­son):

„[Hans Rot­ter] ent­wickel­te näm­lich im Lau­fe der Jah­re eine per­so­na­li­sti­sche Moral­theo­lo­gie, die die Sack­gas­sen der kasu­istisch — juri­di­schen Moral­leh­re der vor­kon­zi­lia­ren Zeit über­wand und es mög­lich mach­te, auf die kon­kre­ten Nöte der Men­schen von heu­te gute Ant­wor­ten zu geben. Er beton­te gegen eine Über­be­wer­tung der objek­ti­ven Erkennt­nis die geschicht­li­che und sozia­le Bedingt­heit allen Erken­nens und ethi­schen Urtei­lens. Vor allem das dia­lo­gi­sche Den­ken Mar­tin Bubers wur­de für Hans Rot­ter wich­tig“ (mei­ne Her­vor­he­bung). (3)

Und wei­ters sag­te Spek­ta­bi­li­tät – ob der neu­en Ver­hält­nis­se in Rom in kei­ner Wei­se mehr auf Ver­schleie­rung bedacht:

[Rot­ter] gehör­te auch zu den Pro­po­nen­ten des von Tirol aus­ge­hen­den Kir­chen­volks­be­geh­rens. Wer heu­te sei­nen auto­bio­gra­fi­schen Zugang zur Moral­theo­lo­gie nach­liest und sei­ne vie­len Publi­ka­tio­nen im Blick hat, kann sich des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass er in vie­len Punk­ten Impul­se des jet­zi­gen Pap­stes Fran­zis­kus vor­weg nahm. Ich bin heu­te froh, dass ich P. Rot­ter am 29. Dezem­ber letz­ten Jah­res in Zams noch besu­chen und mich mit ihm aus­tau­schen konn­te. Weil ich ver­mu­te­te, dass er mit der Rich­tung von Papst Fran­zis­kus sehr ein­ver­stan­den war, fragt ich ihn: ‚Hans, wie gefällt Dir der neue Papst?‘ Die kur­ze Ant­wort bestä­tig­te mei­ne Ver­mu­tung. Er ant­wor­te­te: ‚Ein Gold­jun­ge.‘“ (mei­ne Her­vor­he­bung)

Es paßt also alles gut zusam­men: Abkehr von der tra­di­tio­nel­len Moral­theo­lo­gie, Hin­wen­dung zu genu­in anti­christ­li­chen Autoren wie Buber, Kir­chen­volks­be­geh­ren, Feind­schaft gegen die Moral­leh­re und die Per­son von Johan­nes Paul II., Enthu­si­as­mus für Papst Fran­zis­kus.

Noch prä­gnan­ter als Dekan Pala­ver kann es auch ein ver­sier­ter „Tra­di­tio­na­list“ nicht sagen.

Bonae voluntatis?

Es ist durch­aus denk­bar, daß die­se Patres ursprüng­lich von gutem Wil­len beseelt waren. Es ist denk­bar, daß sie aus ehr­li­chem seel­sor­ger­li­chem Bestre­ben einen Weg gesucht haben, Men­schen das christ­li­che Sit­ten­ge­setz nahe­zu­brin­gen.

Hans Rotters „Sexualität“
Hans Rot­ters „Sexua­li­tät“

Es ist gut und wich­tig, die Lie­be als den Grund­im­pe­ra­tiv allen sitt­li­chen Han­delns her­aus­zu­stel­len.

Ande­rer­seits kommt kein Theo­lo­ge, kein Prie­ster, kein Seel­sor­ger, kein Christ und über­haupt kein Mensch guten Wil­lens am intrin­se­ce malum, am inner­lich Schlech­ten, vor­bei. Nie­mand darf die nega­tiv for­mu­lier­ten Gebo­te „Du sollst nicht…“ leug­nen oder umin­ter­pre­tie­ren. Die­se Gebo­te sind die Unter­gren­ze mora­li­schen Han­delns, die nicht unter­schrit­ten wer­den darf.

Es ist eine schwe­re Got­tes­lä­ste­rung, das Böse gut zu nen­nen (vgl. Jes 5, 20). Es ist ver­rückt, die Lie­be gegen die Gebo­te aus­zu­spie­len, denn: „Wer mei­ne Gebo­te hat und sie hält, ist es, der mich liebt“ (Joh 14,21). Gebo­te und Lie­be gehö­ren zusam­men und ver­schwin­den daher auch zusam­men: „Und weil die Miß­ach­tung von Got­tes Gesetz über­hand­nimmt, wird die Lie­be bei vie­len erkal­ten“ (Mt 24,12).

Was also auch immer die besag­ten Jesui­ten­theo­lo­gen moti­vier­te, ist uner­heb­lich. Die katho­li­sche Moral basiert auf der gött­li­chen Offen­ba­rung und jeder muß sich dar­an hal­ten.

Jede Bezweif­lung stammt vom Teu­fel: „Hat Gott wirk­lich gesagt…?“

Wo bleibt die jesuitische Selbstkritik?

Es kommt noch etwas dazu: Jesui­ten ler­nen, ihr Tun regel­mä­ßig zu über­den­ken und „aus­zu­wer­ten“. Es müß­te den Jesui­ten­theo­lo­gen also längst klar gewor­den sein, daß die Auf­wei­chung der Moral über­haupt nie­man­dem etwas nützt, vor allem nicht dem­je­ni­gen, der der Umkehr bedarf. Es müß­te ihnen auch auf­ge­gan­gen sein, daß im sozia­len Bereich jeg­li­ches Abge­hen von einer ein­deu­ti­gen und gut fun­dier­ten Moral­theo­lo­gie zu gera­de­zu kata­stro­phi­schen Ver­falls­er­schei­nun­gen geführt hat. Das epi­de­mi­sche Elend der tem­po­rä­ren Lebens­ab­schnitts­part­ner­schaf­ten bei­spiels­wei­se wider­legt jeden pasto­ra­len „Libe­ra­lis­mus“.

Gera­de ein Jesu­it mit sei­ner Bil­dung und sei­ner ein­ge­üb­ten Selbst­kri­tik hat kei­ne Ent­schul­di­gungs­grün­de für fal­sche Wei­chen­stel­lun­gen.

Mit Abscheu blickt man auf Män­ner, die sich mit einem Gelüb­de dem Dienst an Gott und sei­ner Kir­che geweiht hat­ten und dann aber aus Eitel­keit oder Oppor­tu­nis­mus oder Feig­heit oder falsch ver­stan­de­nem Gehor­sam oder allem zusam­men unter Aus­nut­zung ihrer Auto­ri­tät als Prie­ster, Pro­fes­sor und Beicht­va­ter unzäh­li­ge Men­schen in die Ver­wir­rung und in das Böse geführt haben. Sie haben sich damit nolens volens zu Hand­lan­gern der­je­ni­gen Mäch­te gemacht, die aus dem Hin­ter­grund Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le und Mord im Mut­ter­leib orche­strie­ren. Sie haben bei den Men­schen guten Wil­lens die Wider­stands­kraft gegen das Böse unter­gra­ben.

Mei­nem Kennt­nis­stand nach wird die­se desa­strö­se Poli­tik der­zeit in Inns­bruck wei­ter­ge­führt.

Damit im Zusam­men­hang steht der Abfall vom ech­ten Igna­ti­us von Loyo­la:

Mißbrauch der ignatianischen Spiritualität – nichts neues

Wie mir aus eige­nem Erle­ben wohl­be­kannt ist, haben die Jesui­ten die Exer­zi­ti­en und den gesam­ten For­ma­ti­ons­pro­zeß aus dem dok­tri­när klar abge­steck­ten Rah­men (vgl. beson­ders die „Regeln zum Füh­len mit der Kir­che“, Exer­zi­ti­en­buch 352 – 370) her­aus­ge­löst. Die inhalt­li­chen Vor­ga­ben wer­den umin­ter­pre­tiert und „der Zeit ange­paßt“. Was Igna­ti­us vor­ge­se­hen hat­te, näm­lich eine legi­ti­me Anpas­sung der Exer­zi­ti­en an das Fas­sungs­ver­mö­gen des jewei­li­gen Exer­zi­tan­ten, impli­ziert selbst­ver­ständ­lich kei­ne Abkehr vom katho­li­schen Glau­ben!

Edmund Karlinger SJ
Edmund Kar­lin­ger SJ (1928–2008), Theo­lo­gi­sche Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Inns­bruck

Genau das aber ist pas­siert.

Das ist die Erfah­rung vie­ler Gläu­bi­ger, die in gutem Glau­ben bei Jesui­ten Exer­zi­ti­en mach­ten oder sich eben dem Orden ange­schlos­sen haben.

Was für vie­le Leser unglaub­lich klin­gen wird, ist Rea­li­tät: Aus den Exer­zi­ti­en bzw. aus der For­ma­ti­on als gan­zer ist eine Art von Umpro­gram­mie­rung (im Sin­ne einer welt­li­chen mind con­trol, um nicht zu sagen brain­wa­shing) gewor­den.

Fun­da­men­ta­le Ver­wir­rung und schwe­re Gewis­sens­kon­flik­te sind die Fol­gen.

Das Her­aus­lö­sen ein­zel­ner Übun­gen bzw. „Tech­ni­ken“ aus dem Gesamt­zu­sam­men­hang der jesui­ti­schen Spi­ri­tua­li­tät (z. B. das examen, „Gewis­sens­er­for­schung“, und die ratio con­sci­en­tiae, die Offen­le­gung des eige­nen Innen­le­bens gegen­über dem Obe­ren, u. a.) hat min­de­stens zwei histo­ri­sche Vor­bil­der: einer­seits die „Illu­mi­na­ten“ des Jesui­ten­schü­lers und Frei­mau­rers Adam Weis­haupt (1748 – 1830), ande­rer­seits die SS von Hein­rich Himm­ler (1900 – 1945). Letz­te­rer war zu Schul­zei­ten eben­falls mit jesui­ti­scher Päd­ago­gik in Kon­takt gekom­men.

Bei­de über­nah­men Ele­men­te der For­ma­ti­on, der See­len­füh­rung und der äuße­ren Orga­ni­sa­ti­on aus dem Jesui­ten­or­den. Um sie für eige­ne, gno­sti­sche, okkul­te und ver­bre­che­ri­sche Zwecke dienst­bar zu machen, muß­ten sie sie eben vom tra­di­tio­nel­len Glau­ben, somit vom Geist des Exer­zi­ti­en­bu­ches und der gesam­ten igna­tia­ni­schen Spi­ri­tua­li­tät, abschnei­den.

Mitt­ler­wei­le haben wir ein Sta­di­um der Kir­chen­ge­schich­te erreicht, in der der Jesui­ten­or­den selbst das Exer­zi­ti­en­buch eben­falls vom alten Glau­ben abge­schnit­ten und „gno­stisch-moder­ni­stisch“ umge­deu­tet hat. Das „Igna­tia­ni­sche“ ist mit­hin gewis­ser­ma­ßen zu einer eso­te­ri­schen Geheim­leh­re mutiert.

„Man muß das Exer­zi­ti­en­buch auf die heu­ti­ge Zeit über­tra­gen“, lau­tet dabei die oft gehör­te Maxi­me.

Was aber bleibt dann übrig?

Was bleibt, ist ein Kon­glo­me­rat aus „Psy­cho­the­ra­pie“, Sozi­al­ar­beit und inter­re­li­giö­sem Dia­log. Alles das ist „poli­tisch kor­rekt“ aus­ge­rich­tet, ver­mei­det jede „Pola­ri­sie­rung“ und nützt daher den Macht­ha­bern die­ser Welt.

Aus der ver­fehl­ten Umset­zung der igna­tia­ni­schen Spi­ri­tua­li­tät und Ein­satz­be­reit­schaft im Sin­ne des katho­li­schen Glau­bens folgt ein fal­sches Han­deln im Kon­kre­ten. Es folgt auch ein fal­sches Leh­ren im Bereich der aka­de­mi­schen Theo­lo­gie. In der Moral­theo­lo­gie ist das beson­ders fol­gen­reich, weil jeder Mensch auf kla­re inhalt­li­che Wei­sung und – wie man umgangs­sprach­lich sagt – „mora­li­sche“ Unter­stüt­zung ange­wie­sen ist. Wenn ein Moral­theo­lo­ge in wich­ti­gen The­men her­um­schwa­dro­niert, anstatt kla­re Gren­zen abzu­stecken, wird das für das Han­deln von Men­schen in schwie­ri­gen Situa­tio­nen schlim­me Fol­gen haben.

Nach­dem Papst Fran­zis­kus in schwie­ri­gen Zei­ten eben­falls unver­ant­wort­lich her­um­schwa­dro­niert, erweist er sich eben als „Gold­jun­ge“ des oben genann­ten Jesui­ten­theo­lo­gen.

Es sind blin­de Blin­den­füh­rer.

Das hat­te Igna­ti­us nicht beab­sich­tigt.

*MMag. Wolf­ram Schrems, Linz und Wien, katho­li­scher Theo­lo­ge und Phi­lo­soph, Kate­chist

.Bild: Diö­ze­se Innsbruck/Jesuiten.at (Screen­shots)

(1) Ein beson­ders pro­mi­nen­tes Bei­spiel unter: Die Uni­ver­si­tä­ten George­town und Not­re Dame sind offen­sicht­lich Treib­häu­ser häre­ti­scher Leh­ren, die ihre Aus­wir­kun­gen auf die Pra­xis haben. Sie­he bei­spiels­wei­se: Für einen Über­blick über histo­ri­sche und aktu­el­le Vor­gän­ge im Orden, posi­ti­ve und nega­ti­ve, sie­he auch.

(2) Die Argu­men­ta­ti­on ist dabei meist, daß die Gedan­ken­füh­rung von Papst Paul VI. nicht „per­so­na­li­stisch“ son­dern „natu­ra­li­stisch“ war. Was immer das genau bedeu­ten soll.

(3) Man beach­te die Her­vor­he­bung der „geschicht­li­chen und sozia­len Bedingt­heit allen Erken­nens und ethi­schen Urtei­lens“. Mit die­ser Art von Bekämp­fung des objek­tiv Erkenn­ba­ren und objek­tiv Gül­ti­gen öff­net man dem Tota­li­ta­ris­mus Tür und Tor. Inkon­se­quen­ter­wei­se wird die „sozia­le Bedingt­heit allen ethi­schen Urtei­lens“ von moder­nen Jesui­ten und ande­ren Theo­lo­gen nie­mals als Recht­fer­ti­gungs­grund auf den Natio­nal­so­zia­lis­mus ange­wandt. Für „Nazis“ wird kei­ne „geschicht­li­che und sozia­le Bedingt­heit“ akzep­tiert, für alle ande­ren schon. Die­se Ver­blen­dung ist eine Tra­gö­die. Wer so wie Rot­ter oder Pala­ver argu­men­tiert, begibt sich jeder Waf­fe gegen den Tota­li­ta­ris­mus. Diet­rich von Hil­de­brand hat­te in den 30er Jah­ren den Natio­nal­so­zia­lis­mus als Spiel­art des Rela­ti­vis­mus demas­kiert. Von die­ser ideo­lo­gie­kri­ti­schen Ana­ly­se sind wir heu­te – auch dank des sub­ver­si­ven Wir­kens der Jesui­ten – um Licht­jah­re ent­fernt. Wer das intrin­se­ce malum leug­net, kann sich in letz­ter Ana­ly­se auch nicht über die Greu­el des Nazi­tums bekla­gen.

Die voll­stän­di­ge Rei­he:

13 Kommentare

  1. Dan­ke für die­se sehr erhel­len­de Fort­set­zung der Ana­ly­se der Theo­lo­gie !
    — „Man muß das Exer­zi­ti­en­buch auf die heu­ti­ge Zeit über­tra­gen“ — Das Ziz­at aus obi­gen Arti­kel von Herrn Schrems ver­deut­licht eine der Ursa­chen: ‚Die heu­ti­ge‘ = der Zeit­geist, d.h. dann Welt­an­ge­passt­heit.
    Es ist so trau­rig, wie an allen Ecken und Enden die gött­li­che Kir­che durch all dies lei­den muss !

    Das Buch „Füh­re mein Volk in mein bren­nen­des Herz“ von Pro­fes­sor Dr. Rein­hold Ord­ner, Dekan an der Gustav Sie­werth-Aka­de­mie, gibt auch einen sehr tief­grei­fen­den Ein­blick in die wirk­li­chen Ursa­chen der gei­sti­gen Kri­se inner­halb der Katho­li­schen Kir­che( http://www.katholischer-shop.at/index.php/fuhre-mein-volk-in-mein-brennendes-herz.html ): — Falsch ange­wand­te Theo­lo­gie, — Ver­leug­nen der Über­na­tür­lich­keit, — Zu 99 % redu­zier­te Anwen­dung des Exor­zis­mus durch die Prie­ster und Bisch­of­fe, — Welt­an­ge­passt­heit und Unfä­hig­keit den Men­schen die gött­li­chen Wahr­hei­ten zu ver­mit­teln u.v.m.
    Wenn die­se Fak­ten wei­ter­hin igno­riert wer­den, wird unser Herr­gott ein­grei­fen und die Kir­che, DIE IHM GEHÖRT (!), voll­kom­men erneu­ern !
    Ein wei­te­res sehr gutes Buch in die­sem Zusam­men­hang ist auch „Luzi­fer ist ent­larvt“ von Pastor Derek Prince ( http://www.ibl-dpm.de/index.php/component/jshopping/buecher/b66ge?Itemid=0 und http://www.ibl-dpm.de/components/com_jshopping/files/demo_products/B66GE_-_Luzifer_ist_entlarvt_-_Leseprobe.pdf ).
    Dar­in wird auf ein­drück­li­che Wei­se beschrie­ben auf wel­che Arten der Feind in die Kir­che ein­ge­drun­gen ist und wie er wirkt ! Wenn wir die­se heim­tücki­schen Attacken und Wir­kungs­wei­sen auf unser christ­li­ches Leben sowie auf das sakra­men­ta­le und pasto­ra­le Wir­ken nicht ver­ste­hen und ent­lar­ven, dann wird in abseh­ba­rer Zeit unser Herr­gott die Kir­che von die­sem wider­gött­li­chen Mief rei­ni­gen !

  2. Herr Schrems hat wie­der kla­re und gute Wor­te gefun­den.
    Zum Stich­wort Abtrei­bung im Zusam­men­hang mit einer von man­chen Jesui­ten akzep­tier­ten Fri­sten­lö­sung oder auch medi­zi­ni­schen Indi­ka­ti­on, fällt mir eine Kurz­no­tiz der letz­ten Tage ein:
    Nach­fra­ge nach der Pil­le danach:
    „Der Absatz der ‚Pil­le danach‘ ist in Deutsch­land stark ange­stie­gen, seit dem das Medi­ka­ment [als gin­ge es hier um eine Krank­heit] rezept­frei erhält­lich ist. [Es folgt die Nen­nung regio­na­ler Absatz- und Zuwachs­zah­len.] Ins­ge­samt wur­de in den Mona­ten März und April die­ses Jah­res [zwei Mona­te!!!] 107 600 Mal die ‚Pil­le danach‘ ver­kauft, im sel­ben Zeit­raum des Vor­jah­res nur [sub­ti­le Gut­hei­ßung durch die Wort­wahl nur; ist halt ein Ver­haufs­schla­ger] 82 600 Mal.“
    Die Krank­heit Schwan­ger­schaft muss also durch ein Medi­ka­ment besei­tigt wer­den. Nüch­ter­ner kann man kei­ne Ver­kaufs­zah­len prä­sen­tie­ren. Der Abschnitt stammt aber aus einer Tages­zei­tung.
    Hier­an zeigt sich ein­mal mehr, dass es zum Tabu gewor­den ist, etwas gegen Ver­hü­tung, Abtrei­bung und die ‚Pil­le danach‘ zu sagen.
    Das noto­ri­sche Dia­lo­gie­sie­ren hat dazu geführt, dass immer wei­ter von der Wahr­heit abge­rückt wird.
    Wir müs­sen aber wis­sen: Gott lässt sich nicht bin­den an mensch­li­che Ver­trä­ge, die dem Gebot wider­spre­chen. Sei­ne Barm­her­zig­keit geht nie an sei­ner Gerech­tig­keit vor­bei. Und in der Heils­öko­no­mie bleibt kei­ne ein­zi­ge Sün­de unge­sühnt. Gna­den­vol­le Ver­ge­bung in Jesus Chri­stus bedeu­tet gleich­zei­tig Lei­den in Fül­le für Jesus am Kreuz.
    Beim Dia­lo­gi­sie­ren der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che mögen sich die Wort­schwall­ma­cher für Augen­blicke in ihre­rem Men­scheln gut füh­len. Aber die Früch­te davon sind die tota­le Platt- und Gleich­ma­chung des Glau­bens­gu­tes im Bewusst­sein und in der Lebens­füh­rung.
    Der total gleich­ge­stal­te­te Mensch des Super­kom­mu­nis­mus west­li­cher Prä­gung ist so gut wie ver­wirk­licht. Rot-rot-grün­de Strö­mun­gen haben 95 % des öffent­li­chen Rau­mes, der Mei­nungs­ma­che und poli­ti­schen Agi­ta­ti­on istru­men­ta­li­siert und anek­tiert.
    Das mer­ken all­mäh­lich auch (irgend­wie) man­che Frau­en: Maria Furtwäng­ler kri­ti­sier­te ein sexua­li­sier­tes Frau­en­bild:
    „Die Bot­schaft lau­tet: Als Frau musst du in dei­nem Kör­per inve­stie­ren“ — Frau­en wür­den sich auch selbst zu Objek­ten machen.
    Mün­chen — Die Schau­spie­le­rin Maria Furtwäng­ler („Tat­ort“) beklagt ein sexua­li­sier­tes Frau­en­bild in Gesell­schaft und Medi­en. „Die Bot­schaft lau­tet: Als Frau musst du in dei­nem Kör­per inve­stie­ren, in dei­nen Busen, in dei­nen Hin­tern, um Auf­merk­sam­keit zu erre­gen“, sag­te die 48-Jäh­ri­ge dem „People“-Magazin.
    In den 1970er-Jah­ren habe es die Frau­en­be­we­gung gege­ben, weil Frau­en [völ­lig fal­sches Den­ken, aus dem die mutier­te Frau­en­be­we­gung mit all ihren ent­glei­sen­den und Gesell­schaft zer­stö­ren­den Eska­pa­den erst erwach­sen ist] „nichts wei­ter waren als Objek­te“. Heu­te mach­ten sie sich selbst zu Objek­ten. „Als ob das die ulti­ma­ti­ve Form der Frei­heit wäre, sei­ne Brü­ste zu prä­sen­tie­ren.“ Gera­de für jun­ge Frau­en müs­se es heu­te schwie­rig sein, ihren Platz in der Welt zu fin­den. (APA, 2.6.2015)

    • „Ins­ge­samt wur­de in den Mona­ten März und April die­ses Jah­res [zwei Mona­te!!!] 107 600 Mal die ‚Pil­le danach‘ ver­kauft, im sel­ben Zeit­raum des Vor­jah­res nur [sub­ti­le Gut­hei­ßung durch die Wort­wahl nur; ist halt ein Ver­haufs­schla­ger] 82 600 Mal.“
      Fazit: Also, wenn das kei­ne repro­duk­ti­ve Gesund­heit ist.
      (Schwan­ger­schaft gleich Krankheit/Keine Schwan­ger­schaft gleich Gesund­heit)
      Defi­ni­tio­nen:
      Nach Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on:

      „Gesund­heit ist ein Zustand des voll­stän­di­gen kör­per­li­chen, gei­sti­gen und sozia­len Wohl­erge­hens und nicht nur das Feh­len von Krank­heit oder Gebrechen.“[1] („Health is a sta­te of com­ple­te phy­si­cal, men­tal and social well-being and not merely the absence of dise­a­se or infir­mi­ty.“)

      Nach dem Phi­lo­so­phen Fried­rich Nietz­sche:

      „Gesund­heit ist das­je­ni­ge Maß an Krank­heit, das es mir noch erlaubt, mei­nen wesent­li­chen Beschäf­ti­gun­gen nach­zu­ge­hen.“

      Nach dem Sozio­lo­gen Tal­cott Par­sons:

      „Gesund­heit ist ein Zustand opti­ma­ler Lei­stungs­fä­hig­keit eines Indi­vi­du­ums, für die wirk­sa­me Erfül­lung der Rol­len und Auf­ga­ben für die es sozia­li­siert (Sozia­li­sa­ti­on = Ein­ord­nungs­pro­zess in die Gesell­schaft, Nor­men- und Wer­te­über­nah­me) wor­den ist.“

      Nach dem deut­schen Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Bil­dung, Wis­sen­schaft, For­schung und Tech­no­lo­gie 1996:

      „Gesund­heit wird als mehr­di­men­sio­na­les Phä­no­men ver­stan­den und reicht über den ‚Zustand der Abwe­sen­heit von Krank­heit‘ hin­aus.“

  3. Wie sieht der Wer­de­gang eines Jesui­ten heu­te aus ? Viel­fach so:
    -
    „Pater Ste­fan Bau­ber­ger SJ

    Gebo­ren 1960 in Mün­chen, dort bis zum Abitur 1979. Zwei Jah­re lang Sozi­al­ar­beit in Rastatt (Hil­fe für Fami­lie in Not­sied­lun­gen). 1981 Ein­tritt in den Jesui­ten­or­den, 1981 — 1983 Novi­zi­at in Nürn­berg. 1983 — 1985 Stu­di­um an der Hoch­schu­le für Phi­lo­so­phie in Mün­chen. 1985 — 1986 Prak­ti­kum als Sozi­al­ar­bei­ter in einem Flücht­lings­la­ger für Viet­na­me­sen (boat peop­le) in Malay­sia. 1986 — 1989 Theo­lo­gie­stu­di­um in Frank­furt, St. Geor­gen (bis zum Diplom). Dann acht Jah­re lang Phy­sik­stu­di­um in Würz­burg, unter­bro­chen 1990 durch die Prie­ster­wei­he. Abschluss der Phy­sik mit einer Dok­tor­ar­beit über theo­re­ti­sche Ele­men­tar­teil­chen­phy­sik. 1997 bis 1999: „Rei­se­zeit“: Ein hal­bes Jahr in Indi­en, im Bodhi-Zen­do, um inten­siv Zen-Medi­ta­ti­on zu üben. Dann ein hal­bes Jahr in Mün­chen. Anschlie­ßend wie­der fast ein Jahr in Indi­en für das „Ter­zi­at“ (spi­ri­tu­el­le Aus­bil­dungs­zeit der Jesui­ten) und für Zen­me­di­ta­ti­on. Seit­dem noch ein paar­mal in Indi­en und in Japan. Seit 1999: Dozent für Natur­phi­lo­so­phie, Wis­sen­schafts­theo­rie, und bud­dhi­sti­sche Phi­lo­so­phie an der Hoch­schu­le für Phi­lo­so­phie in Mün­chen.

    „Die Zen-Medi­ta­ti­on habe ich schon als Jugend­li­cher ken­nen gelernt, habe dann ein paar Fort­ge­schrit­te­nen­kur­se in Diet­furt gemacht und konn­te schon vor mei­nem Ein­tritt in den Jesui­ten­or­den ein Sess­hin bei P. Las­s­alle mit­ma­chen, der mich sehr beein­druckt hat. Wäh­rend des Phi­lo­so­phie­stu­di­ums habe ich dann eini­ge wei­te­re Sess­hins bei ihm besucht. Aber erst nach mei­ner Prie­ster­wei­he begann ich wirk­lich zu rea­li­sie­ren, wor­um es im Zen geht. Des­halb habe ich dann nach einem Mei­ster gesucht, den ich schließ­lich in P. AMA Samy gefun­den habe. Im Jahr 2001 hat er mich auto­ri­siert, Zen zu lehren.”
    -

    Und wo ist die­ser Pater heu­te tätig ? In einem Fran­zis­ka­ner-Klo­ster mit „Medi­ta­ti­ons­haus“ ! Die­ses hat­te ( und hat wei­ter­hin ) auch Fol­gen­des zu bie­ten:
    -
    „Aktu­el­les

    SANBO ZEN TEACHER SESSHIN IN DIETFURT

    Vom 26. bis 31. Okto­ber fand das erste inter­na­tio­na­le San­bo Zen Tea­cher Sess­hin unter der Füh­rung und auf Grund der Ein­la­dung von Yama­da Ryoun Roshi in unse­rem Haus statt.

    22 Zen-Leh­rer und ‑Mei­ster aus 12 Natio­nen nah­men dar­an teil. Der Schwer­punkt wur­de von Ryoun Roshi auf die Begeg­nung und Füh­rung im Doku­san gelegt.

    Unser Medi­ta­ti­ons­haus wur­de dabei als „per­fect place“ erfah­ren… „and the Sangha from Diet­furt was ama­zing in the ser­vices pro­vi­ded and their pre­sence sit­ting!“.

    Wahr­lich ein gro­ßes Geschenk für uns alle… und der Dank gilt auch allen, die es mit ihre Prä­senz aber auch durch die Arbeit im Vor­feld und Hin­ter­grund ermög­licht haben.

    -

    • Ich habe soeben die Sei­te des Medi­ta­ti­ons­hau­ses des Fran­zis­ka­ner­klo­sters in Diet­furt ange­klickt.
      Die Ange­bo­te in die­ser Rei­hen­fol­ge:
      Zen-Kur­se, Sess­hin, Kon­tem­pla­ti­on, T´ai Chi Ch´uan, Qi Gong, Ike­ba­na, Sakra­ler Tanz, Musik­me­di­ta­ti­on, Nuad Pha­en Boran, Afri­ka­ni­sche Trom­mel, Gre­go­ria­ni­scher Cho­ral.
      Bei den Kur­sen gibt es dann auch eine „Eucha­ri­stie­fei­er“, deren „Teil­nah­me frei­ge­stellt“ ist.
      Aber viel­leicht ist das auch bes­ser so!
      Im Klo­ster leben 5 Brü­der, doch „das Medi­ta­ti­ons­haus St. Fran­zis­kus ist der zen­tra­le Bestand­teil des Diet­fur­ter Fran­zis­ka­ner­klo­sters.“
      Jesus Chri­stus wur­de im Pro­gramm nicht erwähnt, son­dern nur dif­fus von etwas „Gött­li­chen“ war die Rede.

      • Abso­lut klar ! Erleuch­tug, Ein­heits­be­wußt­sein (Shunyata/Brahmichettana), sowie sogen. ‚Lee­re‘ — und alles ohne die PERSONEN von Gott Vater und Jesus Chri­stus und die per­sön­li­che Bezie­hung zu IHM. Sozu­sa­gen eine Stra­ße ins ‚Nichts‘, also im wahr­sten Sin­ne des Wor­tes eine road to nowhe­re.….

  4. „Sei­ne Barm­her­zig­keit geht nie an sei­ner Gerech­tig­keit vor­bei.“
    Dazu fällt mir noch ein: Gott zieht aus Tem­peln, Kir­chen, Kathe­dra­len, Kör­pern und Her­zen aus, wenn sich der Mensch von Sei­nem Gebot abwen­det.
    Den Israe­li­ten nützt die Bun­des­la­de in ihrer Mit­te im Kampf gegen die Phi­li­ster gar nichts, wenn die Gebo­te nicht in den Her­zen sind, son­dern in einem Schrein oder hin­ter Mau­ern. 30 000 Israe­li­ten kom­men zu Tode.
    Auch die Lade des Bro­tes nützt im Unglau­ben nichts. Der Ungläu­bi­ge isst sich sein Gericht. Vor Gott wer­den die Göt­zen gerich­tet. Für uns heißt das: wenn wir die Göt­zen (des Egos, des Kon­sums) in uns tra­gen, erzür­nen wir Gott. Er rich­tet uns in unse­rem Ubglau­ben. Wenn wir das Gute mit dem Schlech­ten, das Wah­re mit dem Fal­schen einem Schein­frie­den wegen (Har­mo­nie­sucht) ver­mi­schen (Dia­lo­gi­sie­ren) rich­ten wir uns am Bösen aus und kom­men vom gera­den Weg unmerk­lich ab (sie­he Jesui­ten­pa­sto­ral).
    Es gut zu mei­nen, reicht nicht. Dar­in ver­steckt schon das Gift der Ver­mi­schung und Halb­her­zig­keit, das Anhaf­ten und Kle­ben am Geschmack der Sün­de; die feh­len­de Ganz­hin­ga­be, die Flucht vor dem Opfer; das acht­lo­se Vor­bei­ge­hen am Schatz im Acker usf.
    „Über die Wahr­heit dis­ku­tiert man nicht. Ent­we­der man nimmt sie an, oder nicht!“ (Pater Pio)
    Ent­we­der das Herz nimmt an oder es lehnt ab. Das Herz erkennt.
    Die Gna­de braucht kei­ne gro­ßen, lan­gen Wor­te. Im Stil­le­wer­den vor dem Sakra­ment erkennt die See­le Gott und sei­nen Heil­plan.
    Die Phi­li­ster erbeu­ten die Lade und stel­len sie neben ihre Göt­zen. [So wie wir, wenn wir Gott und sei­ne Wei­sun­gen dem Zeit­geist unter­ord­nen.]
    „Dar­auf nah­men die Phi­li­ster die Lade Got­tes, schaff­ten sie in den Dagons­em­pel und stell­ten sie neben Dagon [Göt­zen­bild] auf. [Am ande­ren Mor­gen] sahen sie Dra­gon auf sein Gesicht zur Erde gefal­len vor der Lade des Herrn.“ [Gericht] Dies wie­der­holt sich noch ein­mal, bis sie sehen: „Der Kopf Dagons und sei­ne bei­den Hän­de lagen abge­schla­gen auf der Schwel­le [exor­zi­sti­sches Motiv, Gott will die Göt­zen aus­trei­ben], nur der Rumpf war von ihm übrig­ge­blie­ben [Sym­bol der Hand­lungs­un­fä­hig­keit ohne Gott selbst].
    Die geraub­te Lade bewirkt, dass die Men­schen mit Pest­beu­len geschla­gen wer­den. „Die Lade des Got­tes Isra­els darf nicht bei uns blei­ben; denn Sei­ne Hand liegt schwer auf uns und unse­rem Gott Dagon.“
    Die Göt­zen kön­nen nicht neben Gott bestehen. Das müss­te uns eigent­lich auch die Augen öff­nen. Wir haben einen Mis­si­ons­be­fehl, kei­nen Dia­log­be­fehl!
    Gott lässt sei­ner nicht spot­ten. Aber er ist gerecht. So essen wir uns sel­ber unser Unglück, das Gericht, indem wir jetzt schon die Früch­te [Nie­der­gang der Gesell­schaft und der Tod der See­len] genie­ßen. Das aber in vol­len Zügen.

  5. Sehr geehr­ter Herr MMag Schrems,
    dan­ke wie­der­um viel­mals für Ihren auf­klä­ren­den Arti­kel!
    Aber noch zwei Punk­te.
    1) Zum einen hof­fe ich, dass Sie noch einen Arti­kel brin­gen, um zu bespre­chen, was der wich­ti­ge Zeit­zeu­ge P. Mala­chi Mar­tin SJ über den Jesui­ten­or­den zu sagen hat­te. Pater Mar­tin erwäh­nen Sie in Ihrem Exkurs über Teil­hard de Char­din, aber im wei­te­ren nicht mehr. Sein Werk „The Jesuits: The Socie­ty of Jesus and the Betra­y­al of the Roman Catho­lic Church (non­fic­tion)“, 1988, dürf­te eine Vor­stel­lung und Rezen­sie­rung loh­nen. Pater Mar­tin war wie weni­ge ande­re in die Hin­ter­grün­de und Zie­le der theo­lo­gi­schen und poli­ti­schen Wen­de „ein­ge­weiht“, die die römisch-katho­li­sche Kir­che mit dem 2. Vati­ka­num genom­men hat, beson­ders auch die Socie­tas Jesu.
    2) Haben Sie schon ein­mal nach­ge­forscht, ob eini­ge Grün­de für den Nie­der­gang des Jesui­ten­or­dens nicht schon im Leben und Werk des Grün­ders, des hl. Igna­ti­us von Loyo­la, selbst lie­gen kön­nen? Ich glau­be nicht, dass es läster­lich ist, in Nüch­tern­heit über die­ses The­ma nach­zu­den­ken. Ich bin mit die­sem Hei­li­gen nun gar nicht ver­traut, aber ich den­ke da, bei­spiels­wei­se an sei­ne berühm­ten, bis heu­te prak­ti­zier­ten Exer­zi­ti­en, näm­lich an deren ima­gi­na­ti­ve Metho­de, die im Wider­spruch zur bild­lo­sen Tra­di­ti­on der christ­li­chen Asze­se und Mystik des 1. Jahr­tau­sends steht.
    Ich hof­fe, dies kann als Anre­gung für wei­te­re Arti­kel von Ihnen die­nen.

  6. In Erin­ne­rung rufen möch­te ich den alten Merk­vers:

    „si cum Jesui­tis,
    sine Jesu itis“

  7. @ Leo Laemm­lein

    nach mei­nem Kennt­nis­stand haben die dt. Jesui­ten 1968 wg. Huma­nae vitae dem Papst den Gehor­sam auf­ge­kün­digt. Das allein dürf­te schon aus­rei­chen, um den Nie­der­gang die­ses und der ande­ren Orden zu erklä­ren.

    Mit der Ableh­nung von H v befin­det man sich sofort in einem Teu­fels­kreis mit Abschwä­chun­gen, Ver­dre­hun­gen, Fäl­schun­gen usw.

    Der ein­zi­ge Aus­weg wäre die Annah­me und das will man nicht.

  8. Ich habe selbst mit igna­tia­ni­schen Exer­zi­ti­en noch kei­ne per­sön­li­chen Erfah­run­gen gemacht, aller­dings Erfah­run­gen ande­rer, mit bekann­ter Men­schen teil­wei­se nach­voll­zo­gen. Sie wer­den von Moder­ni­sten eben­so auf­ge­grif­fen wie von Anti­mo­der­ni­sten und man kann nicht ohne Wei­te­res sagen, die einen machen sie „rich­tig“ und die ande­ren „falsch“. Das muss im ein­zel­nen Fall genau über­prüft wer­den.

    Aller­dings habe ich ein Pro­blem mit der Hoch­be­lo­bi­gung die­ser Exer­zi­ti­en auf­sei­ten der Kon­ser­va­ti­ven … und dann der gera­de­zu nie­der­schmet­tern­den Rea­li­tät des Jesui­ten­or­dens, die ja nicht los­ge­löst von die­sem Buch statt­fin­det.

    Auf Kath-info z.B. kann man lesen:

    „Der hl. Pius X. sagt von der Metho­de des hl. Igna­ti­us, sie sei beson­ders geeig­net, Geist und Herz zu bewah­ren vor den ver­steck­ten Fall­stricken des Moder­nis­mus und der Unab­hän­gig­keit.“ http://www.kath-info.de/exerzitien.html

    Irgend­et­was stimmt doch da nicht! Immer­hin haben die Jesui­ten die­se Exer­zi­ti­en ja nicht im min­de­sten auf­ge­ge­ben?! Sie sind heu­te noch beliebt und wer­den an den ver­schie­den­sten Orten und nicht nur ver­frem­det auf­ge­grif­fen. Was ist an ihnen, dass sie so leicht kom­pa­ti­bel zu machen sind mit fern­öst­li­chen Tech­ni­ken?
    https://www.bistummainz.de/einrichtungen/bildungshauser/kardinal_volk/zentrum/GROSSEEXERZITIEN/vortrag.html

    Das sind für mich ernst­haf­te Fra­gen!
    Denn es gibt ande­re Exer­zi­ti­en-Bücher, die las­sen sich GAR NICHT „moder­ni­stisch“ trans­for­mie­ren — z.B. das „Gol­de­ne Buch“ (Gri­g­ni­on) oder die „Nach­fol­ge Chri­sti“ (Tho­mas von Kem­pen). Die­se Bücher wer­den nur in sehr erge­ben from­men Krei­sen den Exer­zi­ti­en zugrun­de gelegt. Alle Moder­ni­sten machen eher einen Bogen um sie.

    Die­se inne­re Hür­de haben die Exer­zi­ti­en des Ignaz nicht — es ist also offen­bar ganz und gar nicht so, wie Pius X. glaub­te? Und man kann nicht alles mit dem bösen Wil­len der Miss­brau­chen­den erklä­ren — denn wie gesagt: nicht jedes Werk lässt sich über­haupt miss­brau­chen!

    Das hin­ter­lässt auch bei mir — ähn­lich wie bei Leo Lämm­lein — eine gewis­se Rat­lo­sig­keit.

  9. Wenn die Infor­ma­tio­nen stim­men, die uns aus der Diö­ze­se Inns­bruck erreicht haben, hat­te sei­ner­zeit Bischof Ste­cher trotzt Ermah­nun­gen durch Rom sei­ne schüt­zen­de Hand über Prof. Rot­ter gehal­ten, der sich als fal­scher Pro­phet betä­tigt hat!
    Die­se Diö­ze­se erlebt seit lan­gem in vie­ler Hin­sicht einen dra­ma­ti­schen Nie­der­gang, der frei­lich von kirch­li­chen Funk­tio­nä­ren als „Auf­bruch“ bezeich­net wird.
    Wie vor eini­ger Zeit im klei­nen Kreis bekannt wur­de, denkt eine ein­fluss­rei­che Per­sön­lich­keit in Tri­ol dar­über nach, von höch­ster Stel­le aus unter­su­chen zu las­sen, ob der der­zei­ti­ge Bischof Man­fred Scheu­er über­haupt geeig­net ist, wei­ter­hin das Bischofs­amt aus­zu­üben.

Kommentare sind deaktiviert.