Papst Benedikt XVI. und Fatima – und einige Ungereimtheiten (1. Teil)

Kardinal Tarcisio Bertone und sein Buch "Die Seherin von Fatima" mit "Ungeheuerlichkeiten"
Kardinal Tarcisio Bertone und sein Buch "Die Seherin von Fatima" mit "Ungeheuerlichkeiten"

Von Wolf­ram Schrems*

Anläß­lich des 100. Fati­ma­jah­res und im Zusam­men­hang mit bereits auf die­ser Sei­te ver­öf­fent­lich­ten Über­le­gun­gen soll hier die Rol­le von Papa eme­ri­tus Bene­dikt XVI. im Fati­ma-Dra­ma in den Blick genom­men wer­den. Auf­grund der Fül­le des Mate­ri­als fokus­sie­ren wir uns auf eini­ge weni­ge, aber maß­geb­li­che Fak­ten.
Eine sol­che Erör­te­rung scheint dring­lich. Vie­le haben ein star­kes Bewußt­sein von einer ablau­fen­den Gna­den­frist. Der eme­ri­tier­te Papst geht auf sei­nen 90. Geburts­tag zu.

Und höchst­wahr­schein­lich spürt auch er, in Bezug auf Fati­ma noch etwas sagen und tun zu sol­len – oder zu dem der­zei­ti­gen Cha­os in der Kir­che. Denn der dama­li­ge Kar­di­nal Ratz­in­ger schien etwa im Jahr 1984 noch ein erheb­lich tie­fe­res Pro­blem­be­wußt­sein bezüg­lich des kata­stro­pha­len Zustan­des der nach­kon­zi­lia­ren Kir­che gehabt zu haben als spä­ter und er brach­te das auch mit dem „Drit­ten Geheim­nis“ in Ver­bin­dung.

Es sei fest­ge­hal­ten, daß die im fol­gen­den geäu­ßer­te Kri­tik kein Selbst­zweck ist. Sie beinhal­tet den Respekt vor Amt und Per­son des eme­ri­tier­ten Pap­stes. Sie ist auch des­we­gen für den Autor die­ser Zei­len schmerz­lich, weil er, wie vie­le ande­re, mit dem Amts­an­tritt von Papst Bene­dikt im Jahr 2005 gro­ße Hoff­nun­gen ver­band.

Das Gut der Wahr­haf­tig­keit ver­langt aber deut­li­che Wor­te, beson­ders ange­sichts der apo­ka­lyp­ti­schen Vor­gän­ge in Kir­che und Welt.

In drei Tei­len soll auf fol­gen­de The­men ein­ge­gan­gen wer­den: (1) auf Kar­di­nal Ber­to­nes Buch „Die Sehe­rin von Fati­ma“ und die dort ver­öf­fent­lich­ten Unge­heu­er­lich­kei­ten der bei­den Autoren, (2) auf die Erklä­rung von Kar­di­nal Ratz­in­ger vom 26.06.2000 zum „Drit­ten Geheim­nis“ von Fati­ma, (3) auf die Selbst­zen­sur in einer „kon­ser­va­ti­ven“ katho­li­schen Publi­zi­stik.

Sinn und Zweck die­ser Aus­füh­run­gen ist es, den Sinn für die Bot­schaft Fati­ma zu wecken und zu ihrer Befol­gung in Gebet und Süh­ne anzu­re­gen. Damit ist die Hoff­nung ver­knüpft, auch Leser im Kle­rus und in der Hier­ar­chie zu errei­chen. Die Aus­füh­run­gen sind auch ein (von Dr. Mai­ke Hick­sons Brief an Papst em. Bene­dikt XVI. inspi­rier­ter) Ver­such, den eme­ri­tier­ten Papst zu ange­mes­se­nen Stel­lung­nah­men im der­zei­ti­gen Cha­os zu ermu­ti­gen.

Kardinal Tarcisio Bertones Schwindelbuch: Die Seherin von Fatima

Anlaß der Aus­füh­run­gen ist eine Aus­wer­tung  von Kar­di­nal Tar­ci­sio Ber­to­ne, Die Sehe­rin von Fati­ma – Mei­ne Gesprä­che mit Schwe­ster Lucia, Hey­ne, Mün­chen 2009 (ital. Ori­gi­nal 2007).

Bertones Buch "Die Seherin von Fatima"
Ber­to­nes Buch „Die Sehe­rin von Fati­ma“

Zu die­sem Buch hat Papst Bene­dikt ein Vor­wort bei­gesteu­ert. Auch der theo­lo­gi­sche Kom­men­tar des dama­li­gen Kar­di­nals Joseph Ratz­in­ger zum „Drit­ten Geheim­nis“ vom 26. Juni 2000 ist abge­druckt.

Der Hey­ne-Ver­lag, ein welt­li­cher Ver­lag, der die deut­sche Aus­ga­be besorg­te, schreibt am Buch­rücken:

„Im Mai 1917 sol­len drei Hir­ten­kin­der auf einem Feld bei Fati­ma Mari­en­er­schei­nun­gen erlebt haben.“

Das sagt doch schon sehr vie­les aus.

Papst Bene­dikt hat es anläß­lich sei­ner Wahl gewußt, daß es „Wöl­fe“ gibt, die ihm das Leben schwer machen wür­den. „Betet, daß ich nicht vor den Wöl­fen flie­he“, sag­te er damals. Ange­sichts des­sen stellt sich die Fra­ge: Wie muß man dann die­se merk­wür­di­ge Abdan­kung ver­ste­hen? Als Flucht?

Ein genaue­rer Blick auf sei­ne Aus­sa­gen zum The­ma Fati­ma zei­gen aber erschrecken­de Din­ge. Offen­sicht­lich brach­te auch er den Bot­schaf­ten nicht die nöti­ge Zustim­mung ent­ge­gen. Denn auch unter sei­nem Pon­ti­fi­kat wur­den die Süh­ne­sams­ta­ge nicht geför­dert, geschwei­ge denn die Ruß­land-Wei­he end­lich durch­ge­führt.

Sagen wir es unum­wun­den:

Das Buch, das Kar­di­nal Ber­to­ne mit Inter­view­er Giu­sep­pe De Car­li geschrie­ben hat, ist ein ein­zi­ger Schwin­del. Daß Bene­dikt XVI. hier mit­ge­wirkt hat, zeigt eine Kri­se des Papst­tums. Hier gibt es eine unter­grün­di­ge Stö­rung, die noch nicht beho­ben ist.

Um es kurz zu sagen: Kar­di­nal Ber­to­nes Erklä­run­gen und Erzäh­lun­gen atmen nicht den Geist von Fati­ma. Er scheint gar nicht dar­an zu glau­ben, sein Com­pa­gnon De Car­li auch nicht.

Unterminieren der Glaubwürdigkeit der Fatimabotschaft durch den Interviewer

Eini­ge Bei­spie­le aus der Ein­lei­tung von Gesprächs­part­ner Dr. De Car­li und kur­ze Ent­geg­nun­gen:

  • „[Fran­cis­co] ver­dan­ken wir ein Gebet, das Ein­gang in den Rosen­kranz gefun­den hat [näm­lich den Zusatz „O mein Jesus…“]“ (30).

Das ist falsch. Nicht Fran­cis­co hat das erfun­den, es wur­de von der Mut­ter­got­tes geof­fen­bart.

  • „Buß­übun­gen“ als die „Lieb­lings­spie­le“ der Seher­kin­der zu bezeich­nen (31), ist degou­tant. Eigent­lich ist es eine fri­vo­le Ver­höh­nung der Seher­kin­der. Die­se Buß­übun­gen waren kein Kin­der­spiel.
  • Im „Drit­ten Geheim­nis“ ist nicht von einem „Ver­such“ (32), den in Weiß geklei­de­ten Bischof zu ermor­den, die Rede, son­dern von einer Ermor­dung.
  • Daß sich Jacin­ta in den Hei­li­gen Vater „ver­liebt“ haben soll­te (33), ist wie­der­um eine Fri­vo­li­tät, die der Ernst­haf­tig­keit der jun­gen Sehe­rin und ihrer Absich­ten nicht gerecht wird.

Und so wei­ter, und so fort.

Das ist also der Co-Autor von Kar­di­nal Ber­to­ne (und nach der Fra­ge auf S. 132, ob Sr. Lucia dem Kar­di­nal pro­phe­zeit hät­te, ob er Staats­se­kre­tär wer­den wür­de, offen­bar nicht frei von Schmei­che­lei). Was aber soll man von einem Autor hal­ten, der die Stu­di­en u. a. von Yves Con­gar, Karl Rah­ner und Eugen Dre­wer­mann (!) als maß­geb­lich betrach­tet (20)?

Kardinal Bertone als Beispiel für die angekränkelte Hierarchie unserer Zeit

Der Text des Kar­di­nals selbst wür­de eine eige­ne aus­führ­li­che Unter­su­chung ver­die­nen.

Hier aber nur in Kür­ze: Er ist das Zeug­nis eines Kir­chen­man­nes, der nicht an Fati­ma glaubt und die Bot­schaft von Fati­ma bei den Gläu­bi­gen unter­mi­niert. Zudem bleibt zwei­fel­haft, was Sr. Lucia wirk­lich gesagt hat. In kei­ner Wei­se pas­sen die Ber­to­ne­schen Berich­te über Sr. Lucia mit dem Inter­view, das Sr. Lucia am 26. Dezem­ber 1957 P. Augu­stin Fuen­tes gege­ben hat, zusam­men.

Sr. Lucia Santos
Sr. Lucia San­tos

Ber­to­ne pflegt einen unernst­haf­ten Ton­fall. Er paßt nicht zum Ernst der Din­ge.

Es fin­den sich auch sach­li­che Feh­ler. So wuß­te Ber­to­ne offen­bar nicht, daß Fran­cis­co bei den Visio­nen kei­ne Audi­tion erhielt (68). Die bei­den Mäd­chen muß­ten ihm die Wor­te der Mut­ter­got­tes mit­tei­len.

Der Inter­view­er De Car­li legt mit Wor­ten Umber­to Ecos (!) und C. G. Jungs (!) nahe, daß die Nie­der­schrif­ten von Sr. Lucia unzu­ver­läs­sig sei­en, weil sich Geschau­tes mit Inter­pre­ta­tio­nen ver­mischt habe. Fri­vo­ler­wei­se ergänzt der Inter­view­er mit der schon längst wider­leg­ten pseu­do-wis­sen­schaft­li­chen Mei­nung der Spät­da­tie­rung der Evan­ge­li­en: „Mei­ner beschei­de­nen Ansicht nach ist das ent­fernt auch mit den Evan­ge­li­sten ver­gleich­bar, die ihre Schrif­ten eine gan­ze Wei­le nach Jesu Tod und Auf­er­ste­hung ver­faßt haben. Und auch Jesu Auf­er­ste­hung wird als eine ‚Erschei­nung‘ beschrie­ben“ (70).

Kar­di­nal Ber­to­ne ant­wor­tet unge­rührt: „Zwei­fel­los“, und setzt nach: „Oft beklag­te [Sr. Lucia], dass sie mit den Daten unsi­cher sei. Weder noch Jacin­ta und Fran­cis­co waren in der Lage, die Wochen­ta­ge, Mona­te oder Jah­re zu bestim­men“ (71). Die Seher­kin­der erin­ner­ten sich im Gegen­teil aber sehr gut an die Ereig­nis­se! Aber der Kir­chen­mann sät Zwei­fel und ver­tei­digt auch die zeit­na­he Ver­fas­sung der Evan­ge­li­en nicht: Wenn die Evan­ge­li­en schon höchst­wahr­schein­lich nicht ganz zuver­läs­sig sind, wird es Sr. Lucia wohl auch nicht sein.

Der Kar­di­nal sagt dann zum Motiv des Pap­stes, das „Drit­te Geheim­nis“ im Jahr 2000 (im Anschluß an die Selig­spre­chung von Jacin­ta und Fran­cis­co) zu ver­öf­fent­li­chen ((Die Rede ist hier immer nur vom Text, der die Visi­on beschreibt. Die Exi­stenz von Wor­ten der Mut­ter­got­tes wird durch­ge­hend bestrit­ten, was die vati­ka­ni­schen Erklä­run­gen zum The­ma eben so unglaub­haft macht.)), es sei­en die „Fati­mi­sten“ gewe­sen, die extrem hohen Druck aus­ge­übt hät­ten. „[M]an woll­te kei­ne Kri­se her­vor­ru­fen, das wäre nur Wind auf die Müh­len von Legio­nen lau­ern­der Kata­stro­phi­sten gewe­sen, hät­te die absur­de­sten The­sen her­auf­be­schwo­ren“ (72). „Fati­mi­sten“ und „Kata­stro­phi­sten“ – was für eine Wort­wahl für einen Kar­di­nal!

Pater Augustin Fuentes
Pater Augu­stin Fuen­tes

Ber­to­ne ver­gaß offen­bar das psy­cho­lo­gi­sche Gesetz, daß die Geheim­hal­tung einer Sache die­se noch inter­es­san­ter macht. War­um wird über­haupt geheim­ge­hal­ten? War­um alle die Eier­tän­ze und die Wort­akro­ba­tik? War­um nicht die Ver­öf­fent­li­chung des Tex­tes der Visi­on gleich nach dem 13. Mai 1981, wenn es ohne­hin nur um das Atten­tat von 1981 gegan­gen sein soll?

Kar­di­nal Ber­to­ne hält eben dar­an fest, daß die Visi­on von der Ermor­dung des „weiß geklei­de­ten Bischofs“ das Atten­tat dar­stel­len soll – und das, obwohl er den Wider­spruch zu den Ereig­nis­sen selbst aner­kennt! Er erklärt den Wider­spruch aber weg: „Eine Pro­phe­zei­ung, selbst wenn sie apo­ka­lyp­tisch ist oder eine Kata­stro­phe vor­aus­sagt, kann, wie Kar­di­nal Ratz­in­ger ein­leuch­tend erklärt hat, gar nicht unab­wend­bar sein“ (82). Das ist als Grund­satz­aus­sa­ge einer­seits und als kon­kre­te Anwen­dung auf den 13. Mai 1981 ande­rer­seits pro­ble­ma­tisch. Vor­her­ge­sag­te Kata­stro­phen kön­nen allen­falls abge­mil­dert wer­den. Daß sie „gar nicht unab­wend­bar“ wären, ist bestimmt kei­ne Aus­sa­ge, die sich auf die Bibel beru­fen könn­te. Ande­rer­seits ist ja aus den vati­ka­ni­schen Dikaste­ri­en kein ent­schie­de­ner Buß­ruf an die Gläu­bi­gen bekannt – auch von den Päp­sten nicht! Man glaub­te also nicht an die Dring­lich­keit des Buß­auf­ru­fes von Fati­ma oder nahm ihn auf die leich­te Schul­ter. Es gibt also auch kei­nen Ver­such zur Abwen­dung oder zur Abmil­de­rung der pro­phe­zei­ten Kata­stro­phen sei­tens der Hier­ar­chie!

Resümee

Um hier den Leser nicht über Gebühr zu stra­pa­zie­ren, fas­sen wir zusam­men: Kar­di­nal Ber­to­ne bleibt wort­reich und vage, vie­les klingt nach Aus­flüch­ten, man­ches ist from­mes Gere­de bzw. fidei­sti­sche Aus­flucht. Scharf wird der Ton­fall nur, wo er bei­spiels­wei­se das her­vor­ra­gend recher­chier­te Buch von Anto­nio Soc­ci, Das vier­te Geheim­nis von Fati­ma, kri­ti­siert, das der Inter­view­er drei­ster­wei­se als „Pam­phlet“ denun­ziert (99). Dem schließt der Kar­di­nal eine über­ra­schend unru­hi­ge Zurück­wei­sung der (an sich ja her­vor­ra­gend begrün­de­ten) Mut­ma­ßung an, im „Drit­ten Geheim­nis“ könn­te es um eine Apost­asie in der Kir­chen­hier­ar­chie gehen. Er leug­net das etwas zu hef­tig – ange­sichts des­sen, was wir seit Johan­nes XXIII. erle­ben.

Er leug­net auch zu wort­reich, daß es Wor­te der Mut­ter­got­tes zu die­ser Visi­on gege­ben haben soll.

Das ist rein psy­cho­lo­gisch nicht glaub­wür­dig.

Wei­ter­hin bezieht sich Kar­di­nal Ber­to­ne posi­tiv auf den sini­stren Enzo Bian­chi von Bose (153) und legt an ver­schie­de­nen Stel­len nahe, daß er an ein über­na­tür­li­ches Ein­grei­fen Got­tes gar nicht glaubt (z. B. 141, sehr unklar 145), und daß er die ande­ren Reli­gio­nen auch für irgend­wie respek­ta­bel hält, etwa den Islam („Der Groll gegen den Islam, den vie­le im Her­zen tra­gen, muß aus­ge­merzt wer­den, trotz der Gefähr­dung des Lebens vie­ler Chri­sten.“ [!] 172).

All das zeigt, daß Kar­di­nal Ber­to­ne, immer­hin einst Sekre­tär der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on und danach Kar­di­nal­staats­se­kre­tär, eine sehr zwei­fel­haf­te Bezie­hung zum über­lie­fer­ten Glau­ben der Kir­che hat. An das Wesen der Fatima­bot­schaft glaubt er offen­bar nicht und sei­ne Wort­kas­ka­den zum „Drit­ten Geheim­nis“ sind suspekt – um das Min­de­ste zu sagen.

Und in die­sem Buch befin­den sich zwei Tex­te von Bene­dikt XVI.

Dazu im näch­sten Teil.

*MMag. Wolf­ram Schrems, Theo­lo­ge, Phi­lo­soph, Kate­chist

Bil­der: Infovaticana/Fatima.org (Screen­shots)

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19 Kommentare

  1. Hier­zu habe ich eine Fra­ge. Ich ken­ne mich mit Fati­ma nicht gut aus und wür­de mich sehr freu­en, wenn jemand mir dabei wei­ter­hel­fen könn­te.

    Am 17. Juni 1917 sag­te die Mut­ter­got­tes zu den Seher­kin­dern: „Ihr habt die Höl­le gese­hen, wohin die See­len der armen Sün­der kom­men. Um sie zu ret­ten, will Gott die Andacht zu mei­nem Unbe­fleck­ten Her­zen in der Welt begrün­den. Wenn man tut, was ich euch sage, wer­den vie­le geret­tet wer­den; wenn man aber nicht auf­hört, Gott zu belei­di­gen, wird unter dem Pon­ti­fi­kat Pius XI. ein ande­rer, schlim­me­rer Krieg begin­nen.“

    Nun fand ich es bis­her immer so erstaun­lich, dass dies schon 1917 gesche­hen ist: Die Vor­her­sa­ge des Zwei­ten Welt­krie­ges und die Vor­her­sa­ge, die der zukünf­ti­ge Papst hei­ßen wür­de.

    Vor Kur­zem habe ich aber gele­sen, dass die­ser Aus­spruch der Mut­ter­got­tes erst im Jahr 1941 von Schwe­ster Lucia auf­ge­schrie­ben und ver­öf­fent­licht wur­de, also nach all die­sen Ereig­nis­sen. Außer­dem begann der Zwei­te Welt­krieg mit dem Angriff auf Polen am 1. Sep­tem­ber, Papst Pius XI. ist aber schon am 10. Febru­ar gestor­ben.

    Ich fin­de das ver­wir­rend und möch­te gern Klar­heit haben. Kann mir da jemand hel­fen?

    • - Die Vor­her­sa­ge des 2. Geheim­nis­ses war am 13. Juli 1917. Sr. Lucia hat die Geheim­nis­se 1941 nie­der­ge­schrie­ben und dem Bischof von Lei­ra über­ge­ben. Wür­de Sr. Lucia dies der Mut­ter Got­tes in den Mund legen?

      - Auch wenn erst am 1. Sep­tem­ber 1939 seit 5.45 Uhr zurück­ge­schos­sen wur­de, so hat der 2. Welt­krieg doch in Wirk­lich­keit frü­her begon­nen. Wer sagt denn, dass der Angriff auf Polen der Beginn des 2. Welt­kriegs war (Stich­wort: Zwei­ter Japa­nisch-Chi­ne­si­scher Krieg 1937–1945, der von man­chen Histo­ri­kern bereits als Teil des 2. Welt­kriegs gese­hen wird)?

      Hof­fe etwas gehol­fen haben zu kön­nen.

      • Tra­di­di, Ihre Ant­wort ist gut hin­ge­bo­gen, aber Elsa hat mit ihrer Fra­ge und ihren Zwei­feln ganz recht! Sie sind abso­lut ange­bracht und kön­nen so leicht, wie Sie es ver­su­chen, nicht beant­wor­tet wer­den.

    • Ja, die Vor­aus­sa­gen der Mut­ter­got­tes sind erstaun­lich und es geht ihr um die Bekeh­rung der Men­schen, der Völ­ker zu ihrem Sohn Jesus Chri­stus. Wenn nicht, dann stün­den der Welt, Gläu­bi­gen wie Ungläu­bi­gen, har­te selbst­ver­schul­de­te Zei­ten bevor wie der 2. Welt­krieg, der nach Mei­nung man­cher bereits mit der Beset­zung, dem „Anschluß“ Öster­reichs an das „3. Reich“ im März 1938 begann, aber sicher­lich mit der Beset­zung von Böh­men und Mäh­ren eini­ge Mona­te spä­ter- unter dem Pon­ti­fi­kat von Papst Pius XI.
      Es geht der Mut­ter­got­tes dann u.a. beson­ders um Ruß­land und sei­ne Bekeh­rung, und so soll­te Sr. Lucia die­ses Geheim­nis dann offen­kun­dig auch dann erst auf­schrei­ben als die Din­ge sich dra­ma­tisch zuspitz­ten im Jah­re 1941.
      Papst Pius XII. hat­te dann jeden­falls, als Gefan­ge­ner im Vati­kan, die Bit­ten der Mut­ter­got­tes teil­wei­se erfüllt und erfül­len kön­nen gegen Ende 1942, als die sog. Ach­sen­mäch­te (Deutsch­land, Ita­li­en und Ver­bün­de­te) unbe­sieg­bar schie­nen. Aber nach der Wei­he dreh­te sich das krie­ge­ri­sche Glück und bereits am 2. Febru­ar 1943 (Maria Licht­meß) muß­te Gene­ral von Pau­lus die offi­zi­el­le Kapi­tu­la­ti­on der 6. Armee unter­zeich­nen.

    • @Elsa: Ihr Fra­gen sind berech­tigt und wur­den des­halb auch schon von offi­zi­el­len Kir­chen­ver­tre­tern — ich neh­me an unter Pius XI. oder unter Pius XII. — an Sr. Lucia gerich­tet. Es ist lei­der bezeich­nend für die heu­ti­ge Kir­chen­kri­se — die auch offen­kun­dig mit dem Inhalt der wei­ter geheim­ge­hal­te­nen Bot­schaft des 3. Geheim­nis­ses von Fáti­ma zu tun hat -, dass Sr. Luci­as Ant­wor­ten in der heu­ti­gen kirch­li­chen Kate­che­se weit­ge­hend unbe­kannt sind. Ich selbst ver­dan­ke mei­ne Infor­ma­tio­nen zu den Fra­gen an und Ant­wor­ten von Sr. Lucia einem exzel­len­ten Arti­kel in einer Aus­ga­be des deutsch­spra­chi­gen Mit­tei­lungs­blat­tes der Prie­ster­bru­der­schaft des hl. Pius X. Die Fra­ge, ob Unse­re Lie­be Frau 1917 damals wirk­lich „Pius XI.“ genannt hat­te, wur­de, nach ihrem Bischof, durch einen wei­te­ren Ver­tre­ter der Kir­che an Sr. Lucia gerich­tet, und Sr. Lucia bejah­te die­se Fra­ge aus­drück­lich, und füg­te hin­zu, dass sie, die Seher­kin­der, mit jenem Namen nichts anzu­fan­gen wuss­ten, und sie 1917 die Ver­mu­tung gehegt hat­ten, es wür­de sich beim Namen „Pius XI.“ „viel­leicht um einen König han­deln“. Über den detail­lier­ten und voll­stän­di­gen Arti­kel rich­ten Sie Ihre Anfra­ge am besten an die deutsch­spra­chi­ge Prie­ster­bru­der­schaft des hl. Pius X., die sicher­lich recher­chie­ren kann, in wel­cher (noch nicht sehr weit zurück­lie­gen­den) Aus­ga­be ihres Mit­tei­lungs­blat­tes die­ser Arti­kel erschie­nen ist. Auch die FSSPX wid­met bekannt­lich Unse­rer Frau von Fáti­ma seit jeher ein beson­de­res Augen­merk, und ganz sicher auch im 100. Jubi­lä­ums­jahr 2017.

      Zuerst zum Wort­laut der Pro­phe­zei­ung: „Wenn man tut, was ich euch sage, wer­den vie­le geret­tet wer­den; wenn man aber nicht auf­hört, Gott zu belei­di­gen, wird unter dem Pon­ti­fi­kat Pius’ XI. ein ande­rer, schlim­me­rer Krieg begin­nen.“ (Drit­te Erschei­nung: 13. Juli 1917 — Cova da Iria. Quel­le: [http://www.kathpedia.com/index.php?title=Fatima#Dritte_Erscheinung:_13._Juli_1917_-_Cova_da_Iria]).

      Zur Datie­rung des Aus­bru­ches des „ande­ren, schlim­me­ren Krie­ges“ unter „Pius XI.“: Die Beant­wor­tung die­ser Fra­ge ist in Fáti­ma-Krei­sen schon eher bekannt. Pius XI. wur­de 1922 Papst und ver­starb im Früh­jahr 1939. In der offi­zi­el­len Geschichts­schrei­bung wird der Aus­bruch des II. Welt­krie­ges mit dem 1. IX. 1939 datiert, d.h. mit Hit­lers Angriff auf Polen, der, ent­ge­gen Hit­lers Kal­kül, zu den Kriegs­er­klä­run­gen durch Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en gegen Deutsch­land führ­te. Der Angriff Deutsch­lands gegen die UdSSR und die Kriegs­er­klä­rung Deutsch­lands gegen die USA erfolg­te erst 1941, womit der Krieg in Euro­pa nun wirk­lich zu einem glo­ba­len Welt­krieg wur­de.

      Sr. Lucia erwi­der­te jedoch, dass der eigent­li­che Beginn des „ande­ren, schlim­me­ren Krie­ges“ bereits mit Hit­ler-Deutsch­lands erstem Ein­marsch in ein frem­des Land zu datie­ren sei. Die­ser erste mili­tä­ri­sche Angriff des Deut­schen Rei­ches gegen ein unab­hän­gi­ges Land voll­zog sich tat­säch­lich bereits im März 1938, und er betraf den ver­fas­sungs­mä­ßig katho­lisch-austro­fa­schi­stisch gepräg­ten Bun­des­staat Öster­reich, noch ein Jahr vor dem Tod Pius‘ XI. Sr. Lucia nann­te selbst aus­drück­lich den Ein­marsch Hit­ler-Deutsch­lands im Staat Öster­reich als eigent­li­chen Beginn des ange­kün­dig­ten Krie­ges.

      Der letz­te demo­kra­tisch gewähl­te öster­rei­chi­sche Bun­des­prä­si­dent (als Kan­di­dat der Christ­lich-Sozia­len Par­tei), der gläu­bi­ge Katho­lik Dr. Wil­helm Miklas, ver­wei­ger­te sei­ne Unter­schrift unter das „Anschluss­ge­setz“ an das Deut­sche Reich und trat am 13. III. 1938 zurück. Zu die­sem Zeit­punkt amtier­te jedoch bereits seit den Abend­stun­den des 11. III. der erste NSDAP-Kanz­ler Dr. Seyß-Inquart; in der Nacht vom 11. zum 12. III. hat­ten Wehr­macht und SS Öster­reich bereits über­nom­men, und die ersten öster­rei­chi­schen poli­ti­schen Gefan­ge­nen wur­den bereits von der Gesta­po ver­haf­tet, um in die KZs des „Alt­rei­ches“ depor­tiert zu wer­den. Auch der am 11. III. 1938 zurück­ge­tre­te­ne katho­li­sche Kanz­ler Dr. Schu­sch­nigg war bereits von der Gesta­po unter Haft gestellt.

      Noch im Herbst des sel­ben Jah­res 1938 folg­te Deutsch­lands wei­te­rer Ein­marsch in einen zwei­ten unab­hän­gi­gen Staat: in die Tsche­cho­slo­wa­ki­sche Repu­blik, um die durch das Münch­ner Abkom­men gegen Prags Wil­len zuge­spro­che­nen sude­ten­deut­schen Gebie­te dem Reich ein­zu­ver­lei­ben.

      Es ist unbe­strit­ten, dass für die öster­rei­chi­sche und tsche­cho­slo­wa­ki­sche Sei­te der Krieg bereits 1938 begon­nen hat. Es folg­te im Früh­jahr 1939 der Ein­marsch in die „Rest­tsche­chei“, ganz kurz nach dem Tod Pius‘ XI., und, unter dem ew. Pius XII., der Ein­marsch in Polen. Ab da setz­te die Aus­wei­tung des Krie­ges vor­erst auf Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en ein,

      Ich den­ke jedoch, dass sich mit Hit­lers bei­den Erobe­run­gen des Jah­res 1938 — unter Papst Pius XI. — tat­säch­lich bereits die Wor­te Unse­rer Frau von Fáti­ma erfüllt haben, die ja ledig­lich vom Beginn des ande­ren, schlim­me­ren Krie­ges spre­chen, und kei­nes­wegs vom Aus­bruch des II. glo­ba­len Krie­ges prak­tisch am sel­ben Tag (wie es wohl heut­zu­ta­ge beim Aus­bruch eines III. glo­ba­len Krie­ges der Fall wäre, der wohl ein Atom­krieg wäre, und der sofort von Welt­macht gegen Welt­macht geführt wür­de, z.B. von den USA gegen Russ­land oder Chi­na). Die Wor­te Mari­ens spre­chen übri­gens einer­seits vom Beginn die­ses Krie­ges, ande­rer­seits aber von einem myste­riö­sen Licht, dem auch Beach­tung geschenkt wer­den soll­te: „Wenn man tut, was ich euch sage, wer­den vie­le geret­tet wer­den; wenn man aber nicht auf­hört, Gott zu belei­di­gen, wird unter dem Pon­ti­fi­kat Pius’ XI. ein ande­rer, schlim­me­rer Krieg begin­nen. Wenn ihr eine Nacht sehen wer­det, erhellt von einem unbe­kann­ten Licht, dann wis­set, dass dies das gro­ße Zei­chen ist, das Gott euch gibt, dass er nun die Welt für ihre Mis­se­ta­ten bestra­fen wird, und zwar durch Krieg, Hun­gers­not, Ver­fol­gung der Kir­che und des Hei­li­gen Vaters.“ kath­pe­dia fügt erklä­rend hin­zu: „Hier muß bemerkt wer­den, dass Schwe­ster Lucia den Namen von Papst Pius XI. (1922–1939) ihrem Bischof gegen­über aus­drück­lich bestä­tig­te. Auf den spä­ter erho­be­nen Ein­wand, dass der 2. Welt­krieg (1939–1945) erst unter dem Pon­ti­fi­kat Pius’ XII. begann, ant­wor­te­te sie, dass die Beset­zung Öster­reichs 1938 als der eigent­li­che Beginn des Krie­ges anzu­se­hen sei. Lucia nahm in der Tat an, dass das ‚außer­ge­wöhn­li­che‘ Nord­licht in der Nacht vom 25. auf den 26. Janu­ar 1938 jenes Zei­chen Got­tes für den Beginn des Krie­ges war, von dem in der Visi­on die Rede ist. Das Licht war auch in Nord­ame­ri­ka sicht­bar.“ (Quel­le: [http://www.kathpedia.com/index.php?title=Fatima#Dritte_Erscheinung:_13._Juli_1917_-_Cova_da_Iria]).
      Dr. Mala­chi Mar­tin, der dabei war, als der hl. Papst Johan­nes XXIII. im Vati­kan das Cou­vert mit dem 3. Geheim­nis von Fáti­ma öff­ne­te (es hät­te 1960 aller Welt bekannt gemacht wer­den sol­len, was Papst Johan­nes XXIII. ver­wei­ger­te; er woll­te der 3. Pro­phe­zei­ung nach eige­ner Aus­sa­ge kei­nen Glau­ben schen­ken und auch nicht die Ver­ant­wor­tung für deren Inhalt über­neh­men) erwähnt in sei­nem Radio­in­ter­view über Fáti­ma und über das 3. Geheim­nis, dass auch Hit­ler die­ses Nord­licht sah in der Nacht vom 25. auf den 26. I. 1938 sah und in die­sem ein beson­de­res Vor­zei­chen sah (aller­dings in sei­nem, für ihn gün­sti­gen Sin­ne).

  2. Vie­len Dank für den inter­es­san­ten und auf­schluß­rei­chen Artikel.Er ver­an­schau­licht auf eine ein­drück­li­che Wei­se, in wel­chen erschrecken­den, ja apo­ka­lyp­ti­schen Zei­ten wir leben.

  3. Ich stim­me der Kri­tik zu. Aber einen gewis­sen Auto­ma­tis­mus, den vie­le vor allem an eine „kor­rek­te“ Russ­land­wei­he knüp­fen, scheint mir auf der ande­ren Sei­te nicht weni­ger pro­ble­ma­tisch. Hier ďenke ich auch an Ten­den­zen inner­halb der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., die sie bei­na­he in eine Fatim­ab­ru­der­schaft umzu­for­men dro­hen.

  4. Begei­ste­rung für apo­ka­lyp­ti­sche Bot­schaf­ten gibt es seit vie­len tau­send Jah­ren. Sol­che Gedan­ken­gän­ge üben offen­sicht­lich auf vie­le Men­schen eine unge­heu­re Fas­zi­na­ti­on aus. Dies erklärt auch, dass die Bot­schaft von Fati­ma seit hun­dert Jah­ren immer wie­der aufs Neue her­um­gei­stert. Eine beson­ders Jesu-nahe Pro­phe­zei­hung, näm­lich die sei­ner bal­di­gen Wie­der­kunft, diedie damals Leben­den noch erle­ben soll­ten, hat sich nicht bewahr­hei­tet. Daher wur­de die Pro­phe­zei­ung umin­ter­pre­tiert und so ist es bis heu­te. Ich glau­be, man soll­te Fati­ma ruhen las­sen. Es ist ein­deu­tig kein ver­pflich­ten­der Glau­bens­satz, die Erschei­nun­gen für echt und die behaup­te­ten Pro­phe­zei­un­gen für wahr zu hal­ten. Und es ist unge­recht, alle Katho­li­ken, die nicht dar­an glau­ben, als nicht auf der rech­ten Leh­re der Kir­che befind­lich zu deklas­sie­ren!

    • @sydel.Richtig! Pri­va­tof­fen­ba­run­gen und zu die­sen zählt auch die Erschei­nung von Fati­ma, kommt nur mensch­li­che Glaub­wür­dig­keit zu. Frag­wür­dig sind die Licht­pha­e­no­me­ne, die im Nach­klang der Erschei­nun­gen zu sehen waren.

    • Dem möch­te ich ganz gene­rell zustim­men, also nicht auf Fati­ma beschränkt. Das Urteil der Kir­che sagt außer­dem streng­ge­nom­men nie, dass ein Phä­no­men „echt“ ist, son­dern eher, dass es nichts ent­hält, was Glau­ben und Sit­zen wider­spricht, dass es also maxi­mal authen­tisch sein k a n n.

    • @sysed
      Die Erschei­nun­gen von Fati­ma sind von der Kir­che als echt aner­kannt wor­den. Die­se Aner­ken­nung gilt.
      Es ist rich­tig, dass der Katho­lik nicht ver­pflich­tet ist, Pri­va­tof­fen­ba­run­gen zu glau­ben. Die Bot­schaf­ten von Fati­ma sind als sol­che anzu­se­hen.
      Die Bot­schaf­ten von Fati­ma haben jedoch durch die Aner­ken­nung der Erschei­nun­gen von Fati­ma eine her­aus­ra­gen­de Stel­lung für Kir­che und Welt. Das kann man als Pri­vat­per­son akzep­tie­ren oder blei­ben las­sen. Es min­dert die her­aus­ra­gen­de Stel­lung der Bot­schaf­ten nicht.

      Ihr letz­ter Satz ist gänz­lich unver­ständ­lich.
      Zitat:
      „Und es ist unge­recht, alle Katho­li­ken, die nicht dar­an glau­ben, als nicht auf der rech­ten Leh­re der Kir­che befind­lich zu deklas­sie­ren!“

      Was Sie hier als Vor­wurf zum Aus­druck brin­gen, steht nicht im Arti­kel.

      Gott sprach und spricht zu allen Zei­ten zu den Men­schen. Er teilt sich immer zuerst mit, bevor er han­delt. Die Wege sei­ner Mit­tei­lung wählt Gott selbst. Sol­che Wege sind u.a. Erschei­nung der Got­tes­mut­ter, Bot­schaf­ten, Pro­phe­zei­hun­gen. Die Prü­fung auf Echt­heit ist Auf­ga­be der katho­li­schen Kir­che. Es ist nahe­lie­gend, dass gera­de heu­te, in unse­rer Zeit, eine Anzahl von ech­ten Erschei­nun­gen und Pro­phe­zei­hun­gen der Mensch­heit gege­ben wer­den. Es ist des­halb nahe­lie­gend, weil das Heil der See­len in einer Wei­se bedroht ist, wie wahr­schein­lich zuvor noch zu kei­ner Zeit der Mensch­heit.
      Gott hat und wird zu allen Zei­ten für jede See­le alles getan, unter­nom­men und gewährt zu haben, damit die See­le das ewi­ge Heil erlangt. Die Gaben und Gna­den Got­tes anneh­men muss jedoch jede See­le selbst, aus frei­em Wil­len.

      Das The­ma Pro­phe­zei­hun­gen ist in gewis­ser Wei­se ein schwie­ri­ges, da Pro­phe­zei­hun­gen immer eine Bedingt­heit beinhal­ten. Dies bedeu­tet, das pro­phe­zeih­te Gesche­hen kann spä­ter und oder abge­mil­dert ein­tref­fen. War­um? Ech­te Erschei­nun­gen und Pro­phe­zei­hun­gen gehen immer mit Auf­ru­fen des Him­mels zu Gebet, Fasten, Buße, Umkehr und Süh­ne ein­her. Wenn Men­schen die­se Auf­ru­fe befol­gen, was ja ein Ziel ist, wer­den „Ver­dien­ste“ erwor­ben, wel­che die Schwe­re der Prophzei­hun­gen mil­dern kön­nen.
      Viel­leicht hilft Ihnen dies, Ihr Ver­ständ­nis betref­fend das Ein­tref­fen von Pro­phe­zei­hun­gen zu über­prü­fen.

  5. Zu behaup­ten die Wei­he Russ­land wäre nicht voll­zo­gen ist purer Unsinn! Damit wirs Schwe­ster Lucia der Lüge bezich­tigt. Sie hat es selbst gesagt und in Publi­ka­tio­nen geschrie­ben! Bei­spiels­wei­se in ihrem Büch­lein: „Die Bot­schaft von Fati­ma“

  6. Mit dem Bischof in Weiß kann durch­aus Papst Bene­dikt XVI. gemeint sein und des­wew­gen ist es m.Er. auch, wenn es so sein soll­te, nach­voll­zieh­bar, daß er sich zurück­hält.
    Mit der halb zer­stör­ten Stadt im 3. Geheim­nis ist neben der „Welt“ sehr wahr­schein­lich auch die Kir­che, die Stadt Got­tes auf Erden ange­spro­chen. Kein Wun­der, daß die Päp­ste sich sehr zurück­hiel­ten mit der Bekannt­ma­chung (auch wegen einer irre­ge­lei­te­ten Sen­sa­ti­ons­gier), aber heu­te scheint sich die­ses Geheim­nis zu ent­fal­ten bzw. zu erfül­len wegen der Bos­haf­tig­keit der Men­schen und Völ­ker, was die kirch­li­chen wie auch die welt­li­chen Ereig­nis­se nahe­zu­le­gen schei­nen.

  7. Dan­ke, Micha­el für die­sen her­vor­ra­gen­den, umfas­sen­den Kom­men­tar! Ja, mit FATIMA ver­hält es sich wie mit dem Grab­tuch von Turin. Bei­des sind Ange­bo­te bzw. Geschen­ke Got­tes, die unse­ren Glau­ben stär­ken sol­len und uns WEGWEISER in höch­ster Not sein wol­len. Es ist jeder FREI, sie anzu­neh­men oder nicht.

  8. Vielen,vielen Dank für Herrn Schrem
    Ich habe das Buch von Kar­di­nal Ber­to­ne (Fati­ma) gele­sen. Für mich war das eine ein­zi­ge Blas­phe­mie auf Fati­ma ‚Lucia und die Mut­ter­got­tes. Inmit­ten des Buches erklärt der Kar­di­nal „Alle Fati­ma-Anhän­ger sei­en Frei­mau­rer “
    Was aber schlimm ist ‚sind der Vor­spann und Nach­spann von Kar­di­nal Ratz­nin­ger über Pri­va­tof­fen­ba­run­gen. Nach rie­sen­lan­gen Erklä­run­gen lan­den sie in einem Satz: Pri­va­tof­fen­ba­run­gen gehö­ren zum christ­li­chen Volks­tum

  9. Sehr geehr­ter Herr MMag. Schrems!

    Vie­len Dank, dass Sie sich des The­mas „Erschei­nun­gen Fati­ma und 3. Geheim­nis“ nochmals/wieder anneh­men.
    Der Kreis der Inter­es­sier­ten wird dies­mal grö­ßer sein im Hin­blick auf das Jubi­lä­um 100 Jah­re Fati­ma­er­schei­nung. Mögen vie­le Men­schen erreicht wer­den, der Herr wird für die Früch­te Sor­ge tra­gen.

    Got­tes Segen für Sie, es wird gebe­tet.

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