Der Jesuit auf dem Papstthron – Von zwei Katastrophen in einer Person (2. Teil)

Der Jesuit auf dem Papstthron – Von zwei Katastrophen in einer Person
Der Jesuit auf dem Papstthron – Von zwei Katastrophen in einer Person

Von Wolf­ram Schrems*

Im Anschluß an den ersten Teil vom 21. März und den ersten Exkurs vom 28. März soll ein Blick auf den der­zei­ti­gen Zustand des Jesui­ten­or­dens gewor­fen wer­den. Frei­lich han­delt es sich um Stück­werk bzw. um Moment­auf­nah­men und ein­zel­ne Erfah­rungs­wer­te.
Sie erge­ben in der Zusam­men­schau für den, der Augen hat, um zu sehen, aber sehr wohl ein Bild.

Zunächst das Offen­kun­di­ge:

Die wirren Formulierungen von Papst Franziskus – Symptom und Rezept für Desaster

Seit zwei Jah­ren wer­den die Katho­li­ken mit der ganz merk­wür­di­gen Dik­ti­on eines Pap­stes ver­wirrt. Erin­ner­lich ist z. B. Fol­gen­des (teil­wei­se wört­lich, teil­wei­se sinn­ge­mäß zitiert): „Zu den Rän­dern gehen“, „dog­ma­ti­sche Sicher­hei­ten sind neu­ro­tisch“, „Pro­se­ly­ten­ma­chen ist eine Rie­sen­dumm­heit“, „Barm­her­zig­keit“, „Hir­ten müs­sen nach den Scha­fen rie­chen“ und vie­les mehr. Die Pre­dig­ten in San­ta Mar­ta inter­pre­tie­ren die jewei­li­gen Bibel­stel­len häu­fig am Wort­sinn vor­bei oder gegen die­sen.

Evangelii gaudium - Theologie der Einen Welt
Evan­ge­lii gau­di­um — Theo­lo­gie der Einen Welt

Völ­lig abwe­gig ist das in kryp­ti­scher Insi­der-Spra­che gehal­te­ne Doku­ment Evan­ge­lii gau­di­um, wobei beson­ders die Aus­füh­run­gen zu Islam und Juden­tum jeg­li­chen Rea­li­täts­be­zug und jeg­li­che theo­lo­gi­sche Ein­ord­nung ver­mis­sen las­sen.

Die­se Phra­sen sind aller­dings auch fixer Bestand­teil der Jesui­ten­pa­sto­ral der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te. Papst Fran­zis­kus schöpft hier aus einem Becken an Ideo­lo­ge­men, die inner­halb des Ordens popu­lär sind.

Die­se Sprü­che sind mir aus eige­ner Erfah­rung wohl­ver­traut.

Cha­rak­te­ri­stisch für unse­re Zeit ist noch ein wei­te­res Sym­ptom der Auf­lö­sung: näm­lich die Wel­le an durch­ge­führ­ten bzw. ange­kün­dig­ten Rück­trit­ten von auf Lebens­zeit zu beklei­den­den Ämtern. Neben dem („frei­wil­li­gen“) Rück­tritt von Papst Bene­dikt XVI. ist hier der vor­zei­ti­ge Rück­tritt von P. Peter-Hans Kol­ven­bach als Gene­ral­obe­rer der Gesell­schaft Jesu im Jahr 2007 zu nen­nen. Auch der jet­zi­ge Gene­ral P. Adol­fo Nicolás Pachón hat schon sei­nen Rück­tritt für das Jahr 2016 ange­kün­digt.

Es scheint, daß es dort nie­man­den mehr recht freut.
Hat man den Füh­rungs- und Gestal­tungs­wil­len ver­lo­ren?

Es sieht so aus. Mei­nes Erach­tens ist das eine direk­te Fol­ge der inhalt­li­chen Des­ori­en­tie­rung.
Daher ein Schlag­licht auf rezen­te Ent­wick­lun­gen:

Auswertung der jüngsten Ordensgeschichte am Beispiel Österreichs

Zu mei­ner dies­be­züg­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on möge die pau­scha­le Infor­ma­ti­on aus­rei­chen, daß ich in den 90er Jah­ren zwei Jah­re Novi­zi­at in Inns­bruck (das für die öster­rei­chi­sche, die schwei­ze­ri­sche und die litaui­sche Pro­vinz zustän­dig war) absol­vier­te (und ohne Gelüb­de abge­legt zu haben, ins zivi­le Leben zurück­kehr­te).

Ohne ins Detail zu gehen eini­ge Punk­te zur Zustands­be­schrei­bung seit jener Zeit:

Baustelle Theologie InnsbruckMein Ein­tritts­jahr­gang ist voll­stän­dig erlo­schen. Auch sonst sind vie­le Jesui­ten zwi­schen­zeit­lich aus­ge­tre­ten, ein­schließ­lich eini­ger Prie­ster (von denen min­de­stens zwei in Diö­ze­sen über­wech­sel­ten). Das Novi­zi­at wur­de auf­ge­las­sen und mit Nürn­berg zusam­men­ge­legt, das Gebäu­de geschleift. Dem Ver­neh­men nach steht dort jetzt ein Super­markt. Das in des­sen Nach­bar­schaft befind­li­che inter­na­tio­na­le Prie­ster­se­mi­nar Col­le­gi­um Cani­sia­num mit (ehe­ma­li­gem) Welt­ruf ist seit kur­zem eben­falls Geschich­te. Die noch ver­blie­be­nen Prie­ster, die ein Dok­to­rats­stu­di­um absol­vie­ren, fin­den im Jesui­ten­kol­leg Platz. Der Lehr­kör­per der Inns­brucker Theo­lo­gi­schen Fakul­tät, die in der Ver­ant­wor­tung des Ordens steht, ent­hält nur mehr weni­ge Jesui­ten. Die Kon­sul­ta­ti­on des Mit­tei­lungs­blat­tes „Bau­stel­le Theo­lo­gie“ läßt kein katho­li­sches Pro­fil die­ser Ein­rich­tung erken­nen.

Das Exer­zi­ti­en­haus Schloß Kol­legg in St. Andrä im Lavant­tal (Kärn­ten) ist ver­kauft, die dor­ti­ge Stadt­pfar­re auf­ge­ge­ben. Auf­ge­ge­ben wur­de auch die Pfar­re St. Cani­si­us (Wien IX.).

Offen­bar hat sich das Kon­zept nicht bewährt.
Trotz­dem hält man dar­an fest:

Sinn­bild­lich für den Zustand des Ordens in Öster­reich sind beson­ders zwei Ein­rich­tun­gen: das „Jesui­ten­foy­er“ am Dr. Ignaz Sei­pel-Platz in der Wie­ner Innen­stadt mit sei­nen vie­len Aus­stel­lun­gen einer vom Anti-Logos kün­den­den „Kunst“ (so etwa die beson­ders häß­li­che Instal­la­ti­on „Höl­len­tor“ vor weni­gen Jah­ren) und das „Kar­di­nal-König-Haus“ in Wien — Lainz (XIII. Bezirk) mit der sin­ni­ger­wei­se einer Frei­mau­rer­lo­ge nach­emp­fun­de­nen „Kon­zils­ge­dächt­nis­kir­che“.

Motus in fine velocior

Die Bewe­gung wird gegen Ende hin immer schnel­ler, wie Rober­to de Mattei ein­mal auf die­ser Sei­te in ande­rem Zusam­men­hang schrieb.

Was für einen Kata­rakt gilt, gilt auch für sich inner­lich auf­lö­sen­de sozia­le Ein­hei­ten, in die­sem Fall für die öster­rei­chi­sche Pro­vinz der Gesell­schaft Jesu. Deren Ent­wick­lung ver­fol­ge ich auf­grund nach­bar­schaft­li­cher Nähe in mei­ner Hei­mat­stadt seit 28 Jah­ren bewußt mit.

Schnell ist es gegan­gen.

Ana­lo­ge Ent­wick­lun­gen sind mir auf­grund per­sön­li­cher Kon­tak­te von der Schwei­zer Pro­vinz, die im dop­pel­ten Wort­sinn die „Ori­en­tie­rung“ auf­ge­ge­ben hat, und von der Unga­ri­schen Pro­vinz, die enor­me Aus­tritts­zah­len zu ver­zeich­nen hat­te, bekannt.

Dabei ist es so, daß ich reli­gi­ös und mensch­lich vor­bild­li­che Jesui­ten ken­ne bzw. kann­te. Einer von ihnen stell­te sich bei­spiels­wei­se in einem eige­nen Schrif­ten­apo­sto­lat gegen den Zeit­geist, muß­te aber auf Befehl („Bit­te“) der Obe­ren davon ablas­sen.

Es ist zwei­fels­frei so, daß die Gesell­schaft Jesu auch heu­te noch gläu­bi­ge, ver­nünf­ti­ge und zum Kampf gegen die nor­ma­ti­ve Kraft des nega­tiv Fak­ti­schen berei­te Men­schen her­vor­bringt. Aber sie prä­gen nicht die Linie des Ordens.

Wie ich weiß, sind gläu­bi­ge Jesui­ten mit dem Zustand des Ordens sehr unglück­lich.

Radikale Verweltlichung im Zeichen des Kubus

Altarkubus in der römischen Mutterkirche des Jesuitenordens
Altar­kubus: Mut­ter­kir­che des Jesui­ten­or­dens (Rom)

Schließ­lich fiel mir bei einem Besuch in der Haupt­kir­che des Ordens, Il Gesà¹, im Jahr 2011 auf, daß man dort einen wür­fel­för­mi­gen „Volks­al­tar“ (mit einem ange­deu­te­ten Riß in der Mit­te, sehr häß­lich) mit zwei Leuch­tern links und rechts, instal­liert hat­te, der 2007 noch nicht dort gestan­den war.

Was auch immer das genau bedeu­ten soll, klar ist, daß — frei nach Töhö­töm Nagy — „Jesui­ten und Frei­mau­rer“ kei­ne Fein­de mehr sein sol­len und de fac­to ohne­hin kei­ne Fein­de mehr sind (von ein­zel­nen Aus­nah­men abge­se­hen).

Womit wir aber wie­der­um beim grö­ße­ren Bild wären:
Was hat das alles mit Papst Fran­zis­kus zu tun?

Wir den­ken in die­sem Zusam­men­hang noch ein­mal an das kryp­ti­sche Schrei­ben Evan­ge­lii gau­di­um. Hät­te der Papst doch nur den Rat sei­nes Ordens­grün­ders beher­zigt, das fer­ti­ge Ela­bo­rat durch­ge­stri­chen und uns auf einem Drit­tel des Umfan­ges in kla­rer Spra­che mit­ge­teilt, was wirk­lich wich­tig und rich­tig ist!

Was aber steckt im kon­kre­ten Fall dahin­ter?

Mei­ner Ein­schät­zung nach hat sich der Jesui­ten­or­den (wie gesagt: als Gesamt­ge­bil­de, nicht jedes ein­zel­ne Mit­glied) der Gno­sis zuge­wandt.

Die­se tritt inner­halb der Kir­che in ver­schie­de­nen Mas­ken auf: im sozi­al­ethi­schen Bereich als Mar­xis­mus, in der geist­li­chen Beglei­tung als Psy­cho­the­ra­pie, Psy­cho­ana­ly­se und Grup­pen­dy­na­mik, in der Theo­lo­gie und Mis­si­on (oder was davon übrig geblie­ben ist) als inter­re­li­giö­ser Dia­log.

Büchele EIne Welt oder keine
Büche­le: Eine Welt oder kei­ne

Mehr oder weni­ger still­schwei­gend vor­aus­ge­setzt ist dabei ein moni­sti­sches System: Alles ist eins, es gibt kei­nen Riß in der Wirk­lich­keit durch Engels­sturz, Sün­den­fall und Erb­sün­de. „Pola­ri­sie­run­gen“ sind zu ver­mei­den, es geht aus­schließ­lich um „Inte­gra­ti­on“. Die Escha­to­lo­gie spielt kei­ne Rol­le.

Kon­se­quen­ter­wei­se stellt sich auch die Jesui­ten­fa­kul­tät Inns­bruck mit ihrem Pro­jekt „Welt­ord­nung – Reli­gi­on – Gewalt“ als Think Tank in den Dienst der New World Order. Hie­zu ganz cha­rak­te­ri­stisch der Buch­ti­tel von P. Her­wig Büche­le: Eine Welt oder kei­ne: sozi­al­ethi­sche Grund­fra­gen ange­sichts einer aus­blei­ben­den Welt­ord­nungs­po­li­tik. P. Büche­le hat auch mit dem sozia­li­sti­schen Bun­des­kanz­ler Bru­no Krei­sky, unter des­sen Regime 1974 die Fri­sten­lö­sung durch­ge­drückt wur­de, das Buch Kir­che und demo­kra­ti­scher Sozia­lis­mus und mit Anton Pel­in­ka, Pro­fes­sor der von der Soros-Foun­da­ti­on finan­zier­ten Cen­tral Euro­pean Uni­ver­si­ty in Buda­pest, u. a. den Titel Welt­in­nen­po­li­tik her­aus­ge­ge­ben.

Es ist also klar, woher der Wind weht.

Die Dik­ti­on von Papst Fran­zis­kus ist mei­nes Erach­tens ganz ähn­lich, sei­ne Poli­tik ent­spricht die­ser welt­li­chen Aus­rich­tung.

Weichenstellung durch die 34. Generalkongregation

34. GeneralkongregationDurch die 34. Gene­ral­kon­gre­ga­ti­on 1995 wur­den die vier Leit­li­ni­en Glau­be, Gerech­tig­keit, Dia­log und Inkul­tu­ra­ti­on fest­ge­legt. Dabei ist „Glau­be“ bei wei­tem nicht ein­deu­tig inhalt­lich defi­niert, von einer kla­ren bekennt­nis­ori­en­tier­ten katho­li­schen Dok­trin kann eben nicht die Rede sein. „Gerech­tig­keit“ ist immer „links“ inter­pre­tiert. Sie wird so gut wie nie für die Unge­bo­re­nen und für ver­folg­te Chri­sten ein­ge­for­dert, schon gar nicht gegen die unge­rech­te Ent­eig­nung durch eine maß­lo­se Steu­er­last und gegen die Dis­kri­mi­nie­rung der auto­chtho­nen Euro­pä­er durch radi­ka­le Über­frem­dung. „Dia­log“ heißt erfah­rungs­ge­mäß, daß unzäh­li­ge sinn­be­frei­te und kon­se­quen­zen­lo­se Kon­fe­ren­zen durch­ge­führt wer­den. „Inkul­tu­ra­ti­on“ ist die durch die Wirk­lich­keit x‑fach wider­leg­te Illu­si­on, man kön­ne das Evan­ge­li­um in jeder belie­bi­gen Phi­lo­so­phie, Kul­tur und Spra­che aus­drücken und struk­tu­rell umset­zen.

Resümee

Mei­ner Beob­ach­tung nach herrscht im Jesui­ten­or­den ele­men­ta­re Kon­fu­si­on. Man hat zuun­gun­sten des Glau­bens eine Art von inner­welt­li­chem Zukunfts­op­ti­mis­mus eta­bliert, der nun wahr­haf­tig kein Ordens­le­ben mehr begrün­den kann. Er braucht es auch nicht.

Die Men­ta­li­tät in der ordens­in­ter­nen For­ma­ti­on ist etwa so:

Es gibt kei­ne Fein­de der Kir­che mehr, alles ist eine Fra­ge der „Kon­flikt­be­wäl­ti­gung“, des „Dia­logs“ und der „Offen­heit“. Das radi­ka­le Böse gibt es nicht. Eine inhalt­lich katho­li­sche Ver­kün­di­gung zu betrei­ben, wäre ver­werf­li­che „Selbst­si­cher­heit“. Von der Höl­le ist selbst­ver­ständ­lich auch nicht zu reden. Die Bot­schaft Jesu ist somit bis zur Unkennt­lich­keit ver­stüm­melt.

Ist es da ein Wun­der, daß der Nach­wuchs aus­bleibt? Wozu eine sol­che Lebens­wei­se auf sich neh­men, wenn es ja letzt­lich nicht nötig ist? Denn der Sozi­al­ar­bei­ter oder Psy­cho­the­ra­peut kann es ja auch. Oder ver­meint­lich.

Die enor­men Aus­tritts­zah­len erklä­ren sich also nicht aus der Här­te der Lebens­wei­se son­dern aus deren Sinn­lo­sig­keit.

Und es ist genau die­se Men­ta­li­tät, die sich bei Papst Fran­zis­kus kryp­tisch codiert wie­der­fin­det. Es läuft einem kalt den Rücken hin­un­ter.

Wie man sieht, leert die­se Phra­seo­lo­gie suk­zes­si­ve den Peters­platz. Denn wen soll das schon inter­es­sie­ren? „Die ersten Jesui­ten“ (John W. O’Malley SJ) zogen die Zuhö­rer in Mas­sen an, da es um eine kla­re Bot­schaft ging. Im 20. Jahr­hun­dert noch ver­sam­mel­te ein P. Johan­nes Leppich gro­ße Men­schen­men­gen.

Aber jetzt? Man hat offen­bar nichts mehr zu sagen. Dar­um blei­ben die Leu­te aus. Und die Mit­glie­der.

Es ist uner­bitt­lich: An den Früch­ten erkennt man den Baum.

In den kom­men­den Tei­len wird auf dies­be­züg­li­che theo­lo­gi­sche Fra­gen näher ein­ge­gan­gen und eine Deu­tung der Situa­ti­on ver­sucht.

*MMag. Wolf­ram Schrems, Linz und Wien, Theo­lo­ge, Phi­lo­soph, Kate­chist

Die voll­stän­di­ge Rei­he:

Bild: Jesuiten.at/Wikicommons/Theol. Fakul­tät Inns­bruck (Screenshot)/

14 Kommentare

  1. Sehr geehr­ter Herr Schrems,
    in der Tat schei­nen die Jesui­ten im all­ge­mei­nen zu einer Art Sek­te ver­kom­men zu sein; die Prie­ster gehen teil­wei­se ganz welt­lich unge­niert im Pul­li und welt­lich kurz­är­me­lig, sozio­lo­gi­sie­ren teil­wei­se usw.
    Auf­schluß­reich die­ses Bild vom Altar in der „Mut­ter­kir­che“ zu Rom. Der hl. Igna­ti­us wür­de sich sicher im Gra­be her­um­dre­hen ange­sichts die­ses Satans­wür­fels. Wenn das kein Zeug­nuis ist!
    Das ist doch ganz unge­niert der Wür­fel Satans, wel­cher nach einer rela­tiv unkom­pli­zier­ten Rech­nung (müß­te nach­se­hen) genau die Zahl des Tie­res aus der Offen­ba­rung nach Johan­nes, näm­lich die Zahl 666 ergibt!

    Und wenn man liest, was Papst Fran­zis­kus heu­te in der Kapel­le „Domus Sanc­tae Marthae“ gesagt hat, stei­gen wie­der Zwei­fel auf. Ich zitie­re mal wenn erlaubt: „Die Gna­de des apo­sto­li­schen Muts, aus unse­rem christ­li­chen Leben kein Muse­um mit Erin­ne­rungs­stücken zu machen. Die Not­wen­dig­keit, ein Risi­ko ein­zu­ge­hen“.

    • Wenn man jedoch die­se Wor­te F.s, die Sie zitie­ren, mit den Quel­len im obi­gen Arti­kel ver­gleicht, muss man zuge­ben, dass die „Avant­gar­de“ der SJ eben genau das doch will: den Ernst der Glau­bens­mo­ti­ve und — gedan­ken zu einer Art musea­lem Acces­soire zu machen. Man tut das, was das Vat. I unter Anathem gesetzt hat­te: man gibt dem Über­lie­fer­ten einen völ­lig neu­en Sinn, schwemmt es mit im Fluss der plan­lo­sen „Neue­rung“, hof­fend, dass nach und nach ein Stück­chen nach dem ande­ren im gro­ßen Fluss irgend­wo an über­hän­gen­den Zwei­gen, Ufer­stei­nen oder Insel­chen hän­gen­bleibt und unter­geht.

      F. behaup­tet zunächst, Gott sei ein „Gott der Neu­hei­ten“, bemerkt aber dann selbst, dass das so undif­fe­ren­ziert nicht ste­hen blei­ben kann und fährt fort:

      „Aber ist gibt Neu­hei­ten und Neu­hei­ten“, so Fran­zis­kus. Bei eini­gen der Neu­hei­ten kön­ne man sehen, dass sie von Gott stamm­ten. Bei ande­ren sei dies nicht der Fall.“

      Er iden­ti­fi­ziert den Hl. Geist als den, der der Maß­stab jeder Erneue­rung sein muss. Soweit so gut. Man müs­se beten, das eine vom andern unter­schei­den zu ler­nen. Man kön­ne nicht den Stand­punkt ver­te­ten, dass man Din­ge macht, weil man sie immer so gemacht habe. Gott sei kein Gott des Still­stan­des etc. „Ver­än­de­rung“ als Zei­chen ech­ten und leben­di­gen Glau­bens.

      „Jetzt set­zen wir die­se Eucha­ri­stie­fei­er mit die­sen Wor­ten fort: ‚Herr, du bist hier bei uns gegen­wär­tig in der Eucha­ri­stie, du wirst nun in uns sein: schen­ke uns die Gna­de des Hei­li­gen Gei­stes. Schen­ke uns die Gna­de, kei­ne Angst zu haben, wenn der Geist uns – mit Sicher­heit – sagt, einen Schritt wei­ter­zu­ge­hen’. Und in die­ser Mes­se wol­len wir um die­sen Mut, um die­sen apo­sto­li­schen Mut bit­ten, Über­brin­ger des Lebens zu sein und aus unse­rem christ­li­chen Leben kein Muse­um mit Erin­ne­rungs­stücken zu machen“

      Dass Gott ein ewi­ger Gott ist, des­sen Wort in Ewig­keit bleibt und dass die­ses Ewi­ge sich nicht einer plan­lo­sen Ver­än­de­rung Aus­druck gibt, auf die man sich über einen über­zo­ge­nen und iso­lier­ten Hei­lig­geist­glau­ben ein­schwin­gen lässt, unter­drückt er.

      Damit voll­zieht er samt sei­nem Orden das, was er da so blu­mig abwehrt: er macht den über­lie­fer­ten Glau­ben zum Muse­ums­stück, zum Erin­ne­rungs­ge­gen­stand, gegen den der Hl. Geist aus­ge­spielt wird.

      Aber das ist eben das kon­zi­lia­re „Neue Pfing­sten“ — machen wir uns nichts vor.
      Die Kir­che ist durch die­ses „Neue Pfing­sten“ von bösen Gei­stern besetzt wor­den — nicht nur die ein­zel­nen Men­schen (denn das war vor­her immer wie­der schon der Fall), son­dern der gesam­te „Appa­rat“, allen vor­an die Päp­ste.

      Da aber die Kir­che und der Papst in der Lehr­treue nicht „fal­len“ kön­nen, ist das nicht die Kir­che. Die päpst­li­che Ver­brei­tung von schwe­ren Lehr­irr­tü­mern ist kein Kava­liers­de­likt und kei­nes­wegs eine läss­li­che Sün­de!

      Ob es nun ein biss­chen geschmack­vol­ler klingt (B XVI.) oder etwas cha­ris­ma­ti­scher (F.) — bei­des gehört in das Ver­wir­rungs­spiel, unter dem wir lei­den (sol­len).
      Bei BXVI. ist es schwe­rer zu erken­nen. F. samt sei­ner SJ sind wenig­stens ehr­lich und tun nicht tra­di­tio­nell!

  2. Lie­be Katho­li­ken,
    über Papst Fran­zis­kus gibt es den pro­phe­ti­schen Traum eines evan­ge­li­ka­len Pastors, Mat­thew Patrick Win­frey, vom 24. Mai 2013, wor­in des­sen gefähr­li­che Rol­le in der End­zeit ent­hüllt ist.
    Gestern nun ver­öf­fent­lich­te der­sel­be Pastor einen wei­te­ren pro­phe­ti­schen Traum, dies­mal über Papst Bene­dikt. Dar­in sieht er die­sen als einen wah­ren gläu­bi­gen wie­der­ge­bo­re­nen Chri­sten, umge­ben von einer Schar auf­rich­ti­ger jun­ger Prie­ster, die gläu­bi­ge Rest­kir­che, die in der bevor­ste­hen­den Zeit der Gro­ßen Drang­sal das wah­re Evan­ge­li­um ver­kün­den und gro­ße Macht­ta­ten voll­brin­gen wer­den.
    Wer eng­lisch ver­steht, die­se Vide­os unbe­dingt anschau­en: http://wp.me/p2UUpY-174
    Wer einen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal zu Papst Bene­dikt hat, bit­te die­se Vide­os ihm zur Kennt­nis brin­gen!
    Vergelt‚s Gott.
    Beten wir Papst Bene­dikt, dass Gott ihm Kraft für sei­ne noch zu erfül­len­den Auf­ga­ben geben möge!
    Beten wir für die Bekeh­rung und Ret­tung von Fran­zis­kus.

    • Was soll das?
      Träu­me sind Schäu­me — die kön­nen eine Wahr­heit ent­hal­ten, müs­sen aber nicht.
      Das kann nie­man­dem ein Weg­wei­ser sein! Denn wer kann das über­prü­fen?!

      Wir sol­len uns nicht auf die Alp­träu­me evan­ge­li­ka­ler ame­ri­ka­ni­scher Pasto­ren ver­las­sen, die auch blan­ke Wich­tig­tue­rei sein kön­nen, denn bei dem The­ma hört jeder hin, sen­sa­tio­nell, mar­vel­los, I had a dream, ken­nen wir das nicht zur Genü­ge?

      Too much dreams the last cen­tu­ry …! For­get the dreams! You bet­ter use your back-clou­ded brain.

      Wir sol­len mit nüch­ter­nem und ver­nünf­ti­gem Sinn prü­fen, was F. macht, tut, sagt. Eben­so bei B., des­sen Gna­den­stand nicht unse­re Sache ist, nein?
      Und Bene­dikt XVI. war nicht wirk­lich auf ande­ren Stand­punk­ten gestan­den als F..

      Mir ist das selbst gera­de heu­te wie­der wie Schup­pen von den Augen gefal­len, als ich „Cari­tas in veri­ta­te“ las.
      Es ist Bene­dikt, der nach einer auto­ri­tä­ren Welt­re­gie­rung rief, der sich auch die Kir­che unter­stellt. Viel­leicht soll­te man dem Pastor mal ein paar Buch­emp­feh­lun­gen, bzw. Enzy­kli­ka-Emp­feh­lun­gen geben.

      Bei dem Arti­kel hier https://www.katholisches.info/2015/04/28/geburtenkontrolle-beugt-sich-die-kirche-den-neo-malthusianern/ habe ich eini­ges draus zitiert, ist aber noch nicht alles frei­ge­schal­tet, also noch etwas war­ten — die Ham­mer­aus­sa­gen Bene­dikts kom­men erst am Ende.

      Viel­leicht lei­tet die­ser „Pastor“ auf sei­ne Wei­se eine „Eine-Welt-Öku­me­ne“ ein?
      Mit die­sem Ex-Papst, der nun also zwen­gns „Rebor­ned­hood“ von all sei­nen Irr­tü­mern oil­wa­s­hed ist, kann man näm­lich auch die Kon­ser­va­toi­ven pro­blem­los ins Boot holen…

      Es könn­te auch alles ganz anders sein, als die Hyste­rie es vor sich her­treibt…
      Vor­sicht vor­sicht — es wer­den vie­le kom­men und sagen „Hier ist Chri­stus“. Folgt ihnen nicht!
      Das sag­te der Herr.

    • //Träume sind Schäume//

      Das ist zum Teil rich­tig, aber, wie oft bei Sprich­wör­tern, eben nur zum Teil rich­tig und wird des­halb dem The­ma nicht gerecht.
      In der Hei­li­gen Schrift wer­den etli­che Träu­me ange­führt, die mehr als „Schäu­me“ waren, wie bei Abimel­ech, Jakob, Laban, Joseph dem Sohn Jakobs, dem Mund­schenk und dem Bäcker des Pha­rao, bei Pha­rao sel­ber, Salo­mo, Nebu­kad­ne­zar, Dani­el, Joseph dem Bräu­ti­gam der hl. Jung­frau Maria, den Wei­sen aus den Mor­gen­land, der Frau des Pila­tus, u.a.
      Einer­seits gibt es wah­re und fal­sche Träu­me, letz­te­re etwa bei fal­schen Pro­phe­ten, wel­che ver­ur­teilt wer­den, dass sie sich auf ihre fal­schen Träu­me beru­fen (sie­he Jere­mia 29). Ande­rer­seits wur­de Got­tes Wil­len oft durch Träu­me offen­bart.
      Gott ist der ein­zi­ge Traum­deu­ter. —
      Man­che Leu­te kön­nen kei­nen wesent­li­chen Unter­schied zwi­schen Papst Bene­dikt und Papst Fran­zis­kus eri­ken­nen.
      Ich gehö­re zu denen, die einen wesent­li­chen Unter­schied sehen, und zwar vom ersten Moment an des Pon­ti­fi­kats Papst Bene­dikts wie auch von Papst Fran­zis­kus.
      Mit dem Her­zen ist es ähn­lich ambi­va­lent wie mit den Träu­men. Einer­seits wird in den Sprü­chen der ein Narr genannt, der auf sein Herz ver­traut (Spr 28,26), ande­rer­seits ist das Herz das Organ, das, wenn es rein, durch den Glau­ben undd die Lie­be gerei­nigt ist, Gott sehen kann (Selig­prei­sung Mt 5,8), und wenn es Gott sehen kann, dann kann es auch sehen, was von Gott kommt und was nicht.
      Es kommt alles dar­auf an, den Hei­li­gen Geist in sich zu haben.
      In vor­lie­gen­den Fall haben wir aber noch die katho­li­schen End­zeit­pro­phe­zei­un­gen aus vie­len Jahr­hun­der­ten bis in die Gegen­wart, die Pastor Patricks Traum bzw. Traum-Visi­on bestä­ti­gen.

      • Ich sag­te ja selbst — sie kön­nen wahr sein oder auch nicht… Etc.

        Auf mein Herz ver­las­se ich mich nur dann, wenn es bereit ist, das Ver­mein­te auch nüch­tern zu prü­fen.

        Ist das aber hier in dem Fall zutref­fend?
        Ganz ehr­lich?

        Die Visio­nen die­ses Pastors wer­den durch kei­ne ein­zi­ge Erschei­nung bestä­tigt — jeden­falls durch kei­ne kirch­lich aner­kann­te. Und selbst wenn man da was aus­kra­men könn­te, wäre immer noch nicht klar, ob es wirk­lich die­se bei­den Per­so­nen sind, die in einer frü­he­ren Visi­on gemeint waren…

        Viel wich­ti­ger aber:

        Bene­dikt XVI. ist — wie ich schon oft sag­te — ein stil­vol­ler, hoch­in­tel­li­gen­ter, wort­ge­wand­ter und per­sön­lich sicher rela­tiv inte­grer Mann.
        F. ist all das nicht — er ist arm­se­lig dage­gen.
        Das spricht aber nicht gegen F.
        Wir sind gehal­ten, nicht nach dem Äuße­ren zu gehen.
        Inhalt­lich aber ist bene­dikt nicht so weit weg von F.

        Ich wies heu­te schon inten­siv auf „Cari­tas in veri­ta­te“ hin.
        Man kann sagen, dass Bene­dikt das, was F. vul­gär betreibt, auf eine hoch­in­tel­lek­tu­el­le Wei­se vor­be­rei­tet hat.

        Auch sei­ne Enzy­kli­ka ist v.a. poli­tisch und setzt den christ­li­chen Ein­fluss vor dem rein „natur­recht­li­chen“ auf­fal­lend so weit zurück, dass es auch nicht mehr oft erwähnt wird.

        Und wie gesagt: er for­dert eine Eine-Welt-Regie­rung. bene­dikt — nicht F.
        Aber wenn F. es tun soll­te, wur­de das von Bene­dikt vor­be­rei­tet.

        Aus­schlie­ßen kann man weder bei F. noch bei Bene­dikt (wie bei jedem Men­schen), dass sie von einer fal­schen Auf­fas­sung zurück­tre­ten.

  3. Mir kamen vor weni­gen Tagen Gedan­ken, daß irgend­et­was mit Papst Fran­zis­kus nicht stimmt bzw. mit dem Geist, den er ver­brei­tet. Da habe ich nicht den Ein­druck, daß er Vater ist oder sein will.
    So irgend­wie ist das etwas ande­res bei ihm.
    Man meint grad, daß die Kir­che jeden Tag neu erfun­den wer­den muß. Anstatt zu den­ken, nur Die­ner Chri­sti zu sein wie all die guten Die­ner schon seit bald 2000 Jah­ren, blen­det er das Über­lie­fer­te offen­kun­dig aus und macht sei­nen eige­nen Kram. Mit Demut hat das nichts mehr zu tun. Denn Demut ist auch die Fol­ge von Erkennt­nis der eige­nen Unzu­läng­lich­kei­ten einer­seits sowie der Lie­be zu Gott.
    Es ist nicht so wirk­lich Ver­laß auf ihn. Und wenn man denkt, daß er nun­mehr die rich­ti­gen Wege ein­ge­schla­gen hat, kom­men wie­der sol­che Sachen wie gestern.
    Ich glau­be, daß auch die glau­bens­treu­en Kar­di­nä­le nicht wirk­lich wis­sen wo sie mit ihm dran sind.

    Wenn er da von „Neu­hei­ten“ schwätzt, dann macht er das doch wohl nicht ohne Hin­ter­ge­dan­ken- also ein­fach mal so eine Voka­bel in den Raum stel­len. Damit hat er mit sei­ner gest­ri­gen Rede doch wie­der Unsi­cher­heit bzgl. der Ange­le­gen­hei­ten geweckt, die noch vor weni­gen Tagen end­gül­tig geklärt schie­nen.
    Es ist alles so am Rut­schen bei ihm.

    • Die Anschau­un­gen von Jor­ge Bergoglio/ Papst Fran­zis­kus haben drei Haupt­quel­len.
      1) den Katho­li­zis­mus,
      2) die Befrei­ungs­theo­lo­gie,
      3) die Eso­te­rik.
      Daher die Ver­wir­rung.

  4. Noch eine Ergän­zung:
    es kann sehr gut mög­lich sein, daß „wir“ in unse­rem Sein als Euro­pä­er den Papst aus Süd­ame­ri­ka nicht gut ver­ste­hen kön­nen. Und er ver­steht uns, die Euro­pä­er auch nicht so ganz wie es aus­sieht.

    Euro­päi­sche Ein­wan­de­rer nach Ame­ri­ka, egal ob in die ehe­mals meist­hin unbe­wohn­ten und kaum zivi­li­sier­ten Räu­me Nord- und Süd­ame­ri­kas brin­gen zwar ihre euro­päi­sche Geschich­te mit, müs­sen sich aber gezwun­ge­ner­ma­ßen irgend­wie auch täg­lich soz. neu erfin­den. Des­we­gen gibts da auch einen „run“ auf die „Zukunft“, denn es gibt ja kei­ne sicht­li­che Ver­gan­gen­heit, an die man sich anleh­nen und stüt­zen könn­te- und dar­auf auf­bau­en könn­te. Es fehlt die­se Sicher­heit, die uns hier­zu­lan­de selbst­ver­ständ­lich ist. Aber dort ist das nicht.

    Papst Fran­zis­kus ist direk­ter Nach­fah­re von Ein­wan­de­rern, und die (sei­ne Eltern usw.) muß­ten sich jeden Tag neu justie­ren in der frem­den und auch weit­hin geschchts­lo­sen Welt Argen­ti­ni­ens.

    Etwas anders sieht die Sache für Mexi­ka­ner aus. Die haben durch­aus eine Geschich­te und mit der Erschei­nung der Mut­ter­got­tes von Gua­de­lu­pe auch einen „alten“ festen christ­li­chen Grund, wor­auf man auf­bau­en und wor­auf man leben kann.

    Aber die Euro­pä­er in der sog. Neu­en Welt sind wie Ver­lo­re­ne und müs­sen sich täg­lich ihre Exi­stenz, ihr Sein irgend­wie bewei­sen. Das erzeugt immer wie­der Neu­es oder „Neu­es“, was für uns hier in der Alten Welt eher unge­wöhn­lich ist- die einen reagie­ren enthu­sia­stisch, ande­re ableh­nend auf die­ses ame­ri­ka­ni­sche Sein.
    Das macht uns als Euro­pä­er letzt­lich auch so kir­re und unsi­cher wie man sich zu die­sem ame­ri­ka­ni­schen Sein ver­hal­ten soll, obwohl ja eigent­lich die Ame­ri­ka­ner (euro­päi­schen Ursprungs)- ob in Nord- oder Süd­ame­ri­ka- die eigent­li­chen Unsi­che­ren sind. Und wir uns davon beein­drucken las­sen und nicht recht wis­sen. Und das ist wohl ein Mit­grund, war­um „uns“ der Papst so rät­sel­haft ist.

    • Das klingt zwar plau­si­bel für die aller­s­er­ste Besied­lungs­zeit durch Euro­pä­er vor Jahr­hun­der­ten. Aber heu­te oder vor 100 Jah­ren? Da gab es bereits eine geform­te ame­ri­ka­ni­sche Wirk­lich­keit! Nicht ganz so alt­ehr­wür­dig wie unse­re, aber es gab sie.

      Und ein Katho­lik hat doch eh, egal wohin er kommt, sei­ne erste Hei­mat in der Kir­che…

  5. Es ist ja in der Tat so, daß der Begriff Ame­ri­ka mit „Fort­schritt“ gereimt wird. Dazu soll­te man aber Fra­gen stel­len. Wenn es näm­lich so wäre, hät­te der gro­ße Rest der Welt immer das Nach­se­hen.
    (Das ist auch der eigent­li­che Grund der Span­nun­gen der USA mit Rußland/China usw. und auch gegen die wah­re Kir­che).

    Wer nach Ame­ri­ka (Nord- oder Süd, egal) aus­ge­wan­dert war, woll­te ja sich und den Daheim­ge­blie­be­nen bewei­sen, daß es ihm jetzt bes­ser geht. Das ist ja oft auch so eine Art von Recht­fer­ti­gungs­druck, aber auch Ange­be­rei. Man will ja als Aus­wan­de­rer sich selbst und den Daheim­ge­blie­be­nen zei­gen, daß es sich gelohnt hat, die Hei­mat zu ver­las­sen. Das ist aber auch hier­zu­lan­de so: oh, wie wohl fühl‚ich mich in Mün­chen, Ber­lin, Ham­burg…; und auch die Ver­wand­ten zuhau­se reden so: unser Sohn, unse­re Toch­ter leben jetzt da…und denen gehts blen­dend, wol­len nie mehr zurück in die „schlim­me“ alte Hei­mat — also ein gutes Stück fal­sche Ange­be­rei.

    In Ame­ri­ka aber wird/wurde das Gan­ze zu einer Ideo­lo­gie: näm­lich zum Glau­ben, die Besten zu sein, und die ande­ren der doo­fe Rest. Und das hat damit zu sein, daß die Aus­wan­de­rer und ihre Nach­kom­men, denen sie die­ses Den­ken ja „ver­erbt“ haben, in einem Kon­ti­nent leben, der weit­ge­hend bar jeder Zivi­li­sa­ti­on war- und abso­lut nur Natur und sonst nichts ist bzw. war.
    Wo das der Fall ist- wie eben in Ame­ri­ka (Nord- und Süd), wo kei­ne Geschich­te ist, muß man sich wohl etwas ande­res „aus­den­ken“- als Euro­pä­er. Es muß also immer etwas Neu­es her, weils ja wie gesagt nichts „Altes“ gibt. Das „Neue“-egal was und wie- defi­niert sich dann als „Fort­schritt“- ohne nach der Wahr­heit zu fra­gen.

    Auch die anti-reli­giö­sen/christ­li­chen „Auf­klä­rer“ trei­ben in Euro­pa selbst seit Jahr­hun­der­ten ihr Unwe­sen mit einer behaup­te­ten, selbst erfun­de­nen „Fort­schritt­lich­keit“. Es begann aber schon mit der „Refor­ma­ti­on“ und so sehen sich die Pro­te­stan­ten stets als Fort­schritt­li­che, weil der Begriff Refor­ma­ti­on bedeu­tungs­mä­ßig so auf­ge­la­den ist/wird: sie wer­fen aber nur alles über Bord und heu­te ist nichts mehr, was man sich noch ent­le­di­gen könn­te; daher die Pro­pa­gie­rung der Sün­den als Fort­schritt (Abtrei­bung, Homo­ehe, Kin­der­quä­le­rei, Men­schen­schin­de­rei bei der Arbeit usw.).

    Zurück zu Ame­ri­ka: Ame­ri­ka ver­stand sich immer als das bes­se­re Euro­pa- ob gesagt oder nicht; ein Den­ken aus den bei­den genann­ten Quel­len: Pro­te­stan­tis­mus und Frei­mau­re­rei. Auch ein Staat wie Preu­ßen-Deutsch­land hat­te und hat hier­in sei­ne gei­sti­gen Wur­zeln: also dezi­diert anti-katho­li­sche.

    Es ist ein gei­sti­ger Kampf und das Haupt­schlacht­feld ist heu­te die katho­li­sche Kir­che selbst, die von Pro­te­stan­tis­mus und Frei­mau­re­rei ange­steckt und teil­wei­se ver­gif­tet ist, denn vie­le wol­len ja „fort­schritt­lich“ sein- eben in die­sen bei­den anti-katho­li­schen Wei­sen.
    Die Fra­ge nach der Wahr­heit wird ja aus­ge­blen­det. Sie zu stel­len, ist bei Papst Fran­zis­kus offen­kun­dig so eine Sache. Er ist ja so einer, der sich als „Fort­schritt­li­cher“ ver­steht und Dog­men auch mal links lie­gen läßt.

  6. Papst Fran­zis­kus hat die not­wen­di­ge Dyna­mik für eine inne­re Reform der Kir­che.
    Äuße­run­gen kön­nen nicht poli­tisch kor­rekt sein, schließ­lich ist Papst Fran­zis­kus hin­ter sei­nem Amt auch ein Mensch.
    Wir in der west­li­chen Welt sind vol­ler Zwei­fel und im Glau­ben vol­ler Selbst­zwei­fel. Die Medi­en, denen es in der katho­li­schen Kir­che fehlt, haben den Kampf gegen die Kir­che auf Ihre Fah­nen geschrie­ben.
    Da hilft das Anbie­dern über­haupt nichts. Wenn man dann noch die Eigen­tü­mer der Medi­en, die den Kampf am offen­siv­sten trei­ben, beim Namen nennt, soll­te auch lie­ber eine kla­re Abgren­zung gegen ande­re Reli­gio­nen tref­fen. Das heisst kei­nen Ver­dam­mung, aber das Buh­len auf­ge­ben. Denn es ist kei­ne Ein­bahn­stra­ße. Ob Islam oder Juden­tum, dort wird Tole­ranz aus­ge­nutzt.
    Dabei hat gera­de die Katho­li­sche Kir­che, ein rie­si­gen Pool an visio­nä­ren Gläu­bi­gen.

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