Wir müssen noch viel lauter werden, denn es geht letztlich um alles!

Gegen die episkopalen Zeitgeistanwandlungen unserer Tage im Geiste Fatimas

In Fatima wandte sich Maria an drei unschuldige Kinder. Minderjährige stehen heute als Opfer im Zentrum des sexuellen Mißbrauchsskandals. „Wehe dem“, der die Kinder daran hindert, zum Herrn zu kommen.
In Fatima wandte sich Maria an drei unschuldige Kinder. Minderjährige stehen heute als Opfer im Zentrum des sexuellen Mißbrauchsskandals. „Wehe dem“, der die Kinder daran hindert, zum Herrn zu kommen.

von Dr. Markus Büning*

Die Ausgangslage: Fatima ruft gerade jetzt zur Umkehr!

Die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100. Erscheinungstag sind zu Ende, aber der Impuls an uns alle bleibt: Kehrt um, opfert für die Sünder und betet täglich den Rosenkranz! Mir wird immer klarer, wieso hier zu Lande das Jubiläum weitgehend totgeschwiegen wurde. In unserer Diözese feierte mit dem diözesanen Fatimakreis immerhin ein Weihbischof noch die Hl. Messe, allerdings vor den Toren der Stadt Münster in einer Klosterkapelle. Es waren so viele Leute da, dass man es kaum aushalten konnte. Nein, der Dom durfte dafür offensichtlich nicht herhalten. Dafür finden dort in regelmäßigen Abständen Talkshowabende mit mitunter doch eher zweifelhaften Stars der Polit- und Schickeriaszene unserer Republik statt. Ja, damit schmückt sich die Kirche und nicht mit der Aussicht, dass Marias unbeflecktes Herz einstmals siegen wird. Sie ist die Siegerin in allen Schlachten und nicht ein verbürgerlichter Katholizismus, der nur noch eines tut, sich dem Zeitgeist anbiedern. Warum waren unsere Bischöfe beim Jubiläum von Fatima so zurückhaltend? Die Antwort liegt auf der Hand: Fatima stört diese Herren ganz offenkundig in ihrem Bemühen, immer und immer mehr die Morallehre der Kirche aufzuweichen. Nach der Schleifung der Liturgie folgt nun die der Moraltheologie. Die Herren haben damit auch kein Problem, gibt es ja keine Hölle mehr, so vor geraumer Zeit noch der „große Vorsitzende“ aus München, Kardinal Marx (Siehe hier). Vor dem Hintergrund dieser eschatologischen Verunsicherung gehen solche Begriffe wie Umkehr und Sühne ins Leere, weil sie ja gegenstandslos geworden sind. Wir kommen ja alle, alle, alle in den Himmel… Wenn es ihn denn überhaupt gibt, möchte man zynisch hinzufügen.

Fatima warnt uns vor Gender, „Ehe für alle“ und die damit verbundene Auflösung von Ehe und Familie

Dabei zeigt uns doch gerade die Botschaft von Fatima deutlich an, in welch einem Stadium der geistlichen Auseinandersetzung wir uns derzeit befinden: Es geht um alles, ja wirklich um alles! Warum? Hören wir auf die Worte des inzwischen verstorbenen Kardinals Caffarra, der uns in diesem Zusammenhang ein wertvolles Zeugnis einer der Seherkinder von Fatima überlieferte, welches in die derzeitige Debatte um Ehe, Familie, Gender und Homosexualität wie ein gewaltiger Mahnruf über die ganze Christenheit, ja der gesamten Welt erschallt:

„Am Beginn dieser Arbeit (gemeint ist die Tätigkeit des Kardinals am Päpstlichen Institut für Studien zu Ehe und Familie), die mir von Johannes Paul II. anvertraut wurde, schrieb ich an Schwester Lucia von Fatima. Das Schreiben ging über den Bischof, da es direkt nicht möglich war. Unerklärlicherweise, da ich keine Antwort erwartete, sondern sie um ihr Gebet für das Projekt ersucht hatte, erhielt ich nur wenige Tage später einen langen, handgeschriebenen Brief von ihr, der heute im Archiv des Instituts aufbewahrt wird. Darin schrieb Sr. Lucia: Der Endkampf zwischen dem Herrn und dem Reich Satans wird über die Familie und die Ehe stattfinden. Haben Sie keine Angst, fügte sie hinzu, denn jeder, der für die Heiligkeit der Ehe und der Familie wirkt, wird immer und auf jede nur erdenkliche Weise bekämpft und angefeindet werden, weil das der entscheidende Punkt ist. Sie schloß mit dem Hinweis, daß die Gottesmutter dem Satan bereits den Kopf zertreten hat. Auch im Gespräch mit Johannes Paul II. konnte man wahrnehmen, daß er darin den neuralgischen Punkt sah, weil es sich um die tragende Säule der Schöpfung handelt, die Wahrheit über die Beziehung zwischen Mann und Frau und zwischen den Generationen.“ (zit. nach).

Ja, der Endkampf zwischen dem Herrn und dem Reich Satans wird über die Familie und die Ehe stattfinden! Warum geht es hier um alles? Es geht um die tragende Säule der Schöpfung, die Wahrheit der Beziehung zwischen Mann und Frau. Es geht eben nicht nur um Ethik. Nein es geht um die Anerkennung der Geschöpfe gegenüber ihrem Schöpfer, das alles so, wie ER es gemacht hat, sehr gut war. Erst wir Menschen haben unter Missbrauch der von Gott geschenkten Freiheit dieser guten Schöpfung einen empfindlichen Schaden zugefügt. Durch die Sünde kam der Defekt! Wir sprechen hier zutreffend von Erbsünde. Und nur diejenige Frau, die Gott von Beginn an begnadet hat, Maria, ist in der Lage, den Sieg über all diese Defekte zu erringen. Unsere Liebe Frau von Fatima fordert uns gleichsam auf, gegen all diese Pervertierungen zu kämpfen, unsere Stimmen zu erheben, zu beten, zu sühnen und zu opfern. Und vor diesem Hintergrund möchte ich diese Zeilen verstanden wissen: Als mein Kampfbeitrag in diesem fürchterlichen Endkampf, der an Perversion kaum noch zu durchschauen ist.

Da wird dann von der bunten und toleranten Gesellschaft gesprochen. Humanität wird als Urgrund des Bemühens geheuchelt. Dabei handelt es sich hier im Kern um eine „Kultur des Todes“ (so zutreffend der Hl. Johannes Paul II.), die die gute Ordnung Gottes durch eine aberwitzige Rebellion zu vernichten droht. Die Staaten hebeln durch ihre neuen Gesetze das Institut der Ehe zwischen Mann und Frau aus und nennen etwas Ehe, was diesen Namen gar nicht verdient. Es ist inzwischen völlig egal, wer mit wem zusammenlebt. „Hauptsache Fun!“ Das ist die Losung unserer Tage. Koste es was es wolle. Ja, dann kann der reiche „Gay-Mann“ auch schon mal die Leihmutter mit viel Geld dafür bezahlen, dass sie das Kind für seine „Homo-Ehe“ austrägt. Über all dies wird nicht mehr kritisch gesprochen. Wie auch, wenn selbst in sogenannten konservativen Parteien einige Spitzenpolitiker bekanntermaßen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben. Hier unterscheidet sich übrigens die AfD eben gar nicht von der CDU. Ja, all dies ist gruselig! Welche Wirkung wird es denn auf unsere Kinder und Kindeskinder haben, wenn eventuell bald der oder die erste homosexuelle Person, die in einer homosexuellen Partnerschaft lebt, Regierungschef unseres Landes ist. Welche Vorbildwirkung wird all dies auf die jüngere Generation haben? Ja, wir sind in einem Endkampf, dessen Dimension wir noch nicht im Ansatz durchschaut haben.

Der innerkirchliche Kampf: Zeitgeistige Anbiederungen einiger Oberhirten

Das Fatale ist derzeit, dass von der Amtskirche gegen all diese Umtriebe in unserer Gesellschaft nichts oder nur sehr wenig zu erwarten ist. Wen wundert’s, wenn man bedenkt, dass unsere Oberhirten eben nicht aus den Kirchensteuertöpfen sondern aus den allgemeinen Staatshaushalten der Länder bezahlt werden. Unsere Bischöfe sind besoldungstechnisch gesehen Staatsdiener. Und diese Staatsnähe zwingt ganz offenkundig zu einer falsch verstandenen Staatsnähe. Man will ja weiterhin gut leben, oder was steckt sonst dahinter?

Vor der Abstimmung über das Gesetz zur „Ehe für Alle“ habe ich mir die Mühe gemacht, einige einflussreiche Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag ans Telefon zu bekommen und sie davon zu überzeugen, gegen dieses naturrechtswidrige Gesetz zu stimmen. Es waren weitgehend sehr gute Telefonate. Ein bekannter CSU-Mann, selbst evangelisch, der klar gegen dieses Gesetz war, sagte mir dann folgendes: „Herr Büning, Sie haben ja völlig Recht! Von meiner Kirche kann ich hier nicht viel erwarten. Die sind längst eingeknickt. Aber was ist denn mit Ihren Bischöfen los? Da hören wir ja gar nichts. Und genau dies wird mir auch von den Befürwortern des Gesetzes entgegengehalten.“

Genauso war es! Es gab kein Hirtenwort vor der Abstimmung im Bundestag! Ein tapferer Weihbischof aus Münster wagte es immerhin, auf seinem Twitteraccount nach der Abstimmung seinen Unmut über das neue Gesetz deutlich zu bekunden. Aber dieser Mann musste recht schnell fühlen, wie sein Dienstherr das ganze sieht. Zunächst war seine Stellungnahme noch auf der offiziellen Homepage des Bistums zu lesen, wurde dann aber unter Hinweis, es handele sich hierbei um die Privatmeinung des Weihbischofs von der Kirchenseite gelöscht (zu diesem Vorgang siehe hier). Nur so viel zum Thema, wie die Amtskirche mit diesen Dingen umgeht.

Das die Politiker seitens der Amtskirche nicht mit Druck rechnen musste, zeichnete sich längst ab. Den Auftakt hierzu gab bekanntlich schon im Jahr 2012 (!) in Mannheim der damalige Erzbischof von Berlin, Kardinal Woelki:

„Wenn zwei Homosexuelle Verantwortung füreinander übernehmen, wenn sie dauerhaft und treu miteinander umgehen, muss man das in ähnlicher Weise sehen wie heterosexuelle Beziehungen.“

Allerdings hat im Gefolge der Berichterstattung der damalige Bistumssprecher die Aussagen des Kardinals auf ganz sublime Weise kontextualisiert, soll heißen abgemildert (siehe hierzu). Ein Dementi des Pressesprechers erfolgte jedoch nicht.

Ganz auf dieser Linie tönte dann sein Amtsnachfolger auf dem Berliner Erzstuhl, Herr Koch. Seine Äußerungen zum Thema sind noch prekärer, weil dieser Bischof immerhin der zuständige Hirte der Deutschen Bischofskonferenz für Familienfragen ist. Hören wir auf seine Einlassung zum Thema:

Gegenüber der taz sagte besagter Hirte im Januar 2017 folgendes:

„Ich will alle Formen des Zusammenlebens unterstützen, die dem Menschen dienen und Verbindlichkeit schaffen in dieser Gesellschaft. Trotzdem würde ich aus einem Einzelfall, der sehr positiv sein kann, nie eine Regel machen. Ich glaube, für ein Kind ist es das Beste, wenn es mit Vater und Mutter groß wird. (…) Trotzdem habe ich Respekt davor, wie sie ihre Sexualität (gemeint sind die in einer Partnerschaft lebenden Homosexuellen) leben – weil ich davon ausgehe, dass sie es verantwortungsvoll tun. Ich lasse mich nicht zum obersten Richter über die Sexualität von Menschen machen. Das ist nicht meine Aufgabe.” (Siehe hier).

Geht es noch, fragt sich der den Katechismus kennende Katholik? Respekt vor der praktizierten schweren Sünde? Diese Äußerung ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Und, wo bleibt nun Rom? Wo bleibt die Glaubens- und/oder Bischofskongregation, wenn ein Bischof so offenkundig gegen die Lehre der Kirche spricht? Nichts, aber auch gar nichts ist hier in dieser Hinsicht unter diesem Pontifikat mehr zu erwarten. Unter Papst Johannes Paul II., da bin ich mir sicher, hätten diese Herren so nicht geredet, und wenn ja, hätten sie ein Gesprächstermin bei Kardinal Ratzinger gehabt.

Ja, wir sind in einem Kampf, einem schlimmen Kampf. All diejenigen, die sich noch trauen, die Lehre der Kirche an dieser Stelle zu verteidigen, werden als homophob disqualifiziert. Wenn das so weiter geht, muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Und man glaube nicht, dass dann die Kirche einem hilft, eben die Lehre der Kirche zu verteidigen. Nein, die Herren Bischöfe und Pfarrer werden sich fast alle wegducken und beteuern, dass sie ebensolchen Respekt wie ein Herr Koch aus Berlin haben.

Ich für meinen Teil habe vor der Amtsführung eines solchen Bischofs keinen Respekt. Nein, mich überfällt ein großer Zorn über dieses verantwortungslose Handeln eines Hirten, der doch eigentlich nur eines vor Augen haben sollte, das Seelenheil aller Menschen. Aber, wie eingangs ja schon erwähnt, diese eschatologische Perspektive scheint ja dem zeitgeistigen Hedonismus unserer Tage längst gewichen zu sein.

Und dann kommen da noch die Herren Bode und Marx her, das Führungsduo der nationalen Bischofskonferenz, und versuchten zaghaft mal auszutesten, wie denn derzeit wohl die Stimmung in Sachen „kirchliche Segnung für gleichgeschlechtliche Paare“ ist. Ich habe mich hierzu an anderer Stelle eingehend geäußert (Siehe hier). Und dann erst jüngst der Vorstoß von Erzbischof Heße aus Hamburg, diese Dinge doch endlich theologisch neu einordnen zu wollen. Alles in allem: Vier Erzbischöfe und ein Bischof, der immerhin stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz ist, können hier mit dem Unterfangen angeführt werden, die kirchliche Morallehre zu verwässern, ja letztlich ins Gegenteil verkehren zu wollen.

Was können wir Laien in diesem Kampf tun?

Erstens: Wir müssen alle kampfbereit sein. Was heißt das? Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen, die Lehre der Kirche über die menschliche Sexualität, Ehe und Familie klar und mit dem eigenen Lebenszeugnis zu verteidigen. Leben wir vorbildlich unser Leben!

Zweitens: Beten wir täglich den Rosenkranz! Das ist das hilfreichste Gebet in allen Schlachten und Kämpfen unseres Lebens. Der Hl. Pius V. hat nicht umsonst die christlichen Truppen vor der Schlacht von Lepanto aufgerufen, den Rosenkranz zu beten. Unser Lepanto ist der derzeitige Kampf um Ehe und Familie.

Drittens: Opfern wir für die Bekehrung der oben genannten Bischöfe! Ja, das meine ich sehr ernst. Verzichten wir eine Zeit lang auf Alkohol, Süßigkeiten oder andere irdische Vergnügungen und tun dies mit der klaren Zielrichtung, dass der Herr die Herzen dieser verirrten Hirten wieder in die richtige Richtung bewegt. Leisten wir Sühne für all die Unwahrheiten, die inzwischen auch von Klerikern gesagt werden.

Viertens: Geben wir Zeugnis auch in der Gesellschaft! Sagen wir unsere Meinung, auch den Politikern. Machen wir klar, dass auch ein Mehrheitsbeschluss per se noch nicht die Wahrheit menschlichen Lebens ausmacht. Ein Stuhl ist eben ein Stuhl und sollte ein Parlament mir weismachen wollen, dass ich, um nicht die Tische zu diskriminieren, ab sofort Stühle Tische zu nennen habe, dann werde ich weiter den Stuhl als Stuhl bezeichnen. Warum soll das bei der Ehe anders sein! Nerven wir unsere Mandatsträger: Warum strengt Ihr gegen das Gesetz „Ehe für alle“ keinen Normenkontrollantrag in Karlsruhe an? Warum wählt ihr Leute in Spitzenämter Eurer Parteien, die in ihrem Leben kein Vorbild in Sachen „Ehe und Familie“ mehr sind? Der Fragenkatalog ließe sich noch fortsetzen.

Diese Gedanken sind sicher nicht umfassend. Viel Ohnmacht spricht auch aus diesen Zeilen, ja auch eine große Angst um den Zustand unserer Kirche. Aber lassen wir uns alle nicht entmutigen und schon gar nicht unsere Heimat nehmen. Die Kirche ist die Kirche des Herrn. Dies können auch die zuvor genannten Bischöfe, die glaubensunsicher geworden sind, nicht ändern. Nun kommt es auf unser Zeugnis an. Bei alledem lasst uns Zuflucht suchen, wo wirklich Schutz und Schild zu finden ist: Unter den Mantel Mariens wollen wir gehen, damit wir all die Angriffe überstehen, die auch uns in diesem Kampf bevorstehen werden. Das ist mein großer Wunsch in dieser schweren Stunde der Kirche.

*Markus Büning, geboren 1966 in Ahaus (Westfalen), studierte katholische Theologie und Philosophie in Münster in Westfalen und München sowie Rechtswissenschaften an den Universitäten von Konstanz und Münster; 2001 Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften, zunächst Assistent an den Universitäten Konstanz und Münster, dann Eintritt als Jurist in den Verwaltungsdienst. Der ausgewiesene Kirchenrechtler veröffentlichte zahlreiche Publikationen zu kirchenrechtlichen und theologischen Themen und über Heilige. Dr. Markus Büning ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Bild: MiL (Screenshot)

7 Kommentare

  1. „Wen wundert’s, wenn man bedenkt, dass unsere Oberhirten eben nicht aus den Kirchensteuertöpfen sondern aus den allgemeinen Staatshaushalten der Länder bezahlt werden. Unsere Bischöfe sind besoldungstechnisch gesehen Staatsdiener.“

    Lieber Herr Dr. Büning, diese Aussage ist in dieser Absolutheit falsch. Meines Wissens trifft dies allein auf Bayern zu, wo der Freistaat für den Unterhalt der Bischöfe Pauschalen überweist. Die Bischöfe sind aber nicht Beamte des Freistaates Bayern. Aus allen anderen Bundesländern ist mir dies nicht bekannt. Für Sachsen kann ich mit 100%iger Sicherheit sagen, dass kein Bischof vom Staat bezahlt wird.

  2. Sie haben insofern Recht, dass die von mir genannten Staatsleistungen nicht in allen Ländern geleistet werden. Ausnahmen sind hier die Freien und Hansestädte Hamburg und Bremen. Ich bitte diese Ungenauigkeit zu entschuldigen. Ich habe allerdings niergends behauptet, dass die Bischöfe Beamte seien. Nein, ich habe gesagt, dass sie dies in besoldungstechnischer Hinsicht de facto sind. In allen Ländern (auch in Sachsen!) werden diese Stellen, zumindest indirekt, aus den Haushalten der Länder im Wege der Personaldotationen (Staatsleistungen aufgrund der Säkularisation) an die Bistümer gezahlt. Nur in Bayern wird im Haushaltsplan des Landes diese Personalvergütung immerhin für den Bürger transparent bzgl. der so finanzierten Personalstellen genau dargestellt. In den anderen Ländern wird sozusagen eine kirchliche Auszahlstelle dazwischen geschaltet. Indirekt kommt dieses Geld aber ganz eindeutig auch dort vom Staat und nicht aus Kirchensteuertöpfen. Und dieser Zusammenhang führt aus meiner Sicht zu einer ganz unguten Staatsnähe der Kirche,insbesondere der Bischöfe (Zum ganzen Komplex vgl. den interessanten Überblich zum Thema hier: http://www.staatsleistungen.de/wp-content/uploads/2011/04/Frerk_SL_Teil_1_Aktuelle_Zahlen1.pdf ). Im Haushaltsplan von NRW (https://www.landtag.nrw.de/web/WWW/haushalt/cd-fm-0916/daten/pdf/2017/gesamt_2017.pdf) finden wir diesbezüglich folgenden Haushatstitel: Zu Titel 684 12: 1. Dotation für die Erzdiözesen und Diözesen: 7 037 400 EUR. Ich halte dies schlichtweg für skandalös! Zudem: Wieso sollen Nichtkatholiken mit ihren Steuergeldern die katholischen Diözesen bzgl. der Bischofs- und Kathedralkapitelgehälter unterstützen? Sagen Sie mir bitte dafür auch nur einen vernünftigen Grund. Ich kann nur hoffen, dass die Politik bald daran geht und diese Privilegien abschafft. Für die Kirche kann daraus nur ein neuer geistlicher Gewinn erwachsen. Schon Papst Benedikt XVI. wies ja in seiner bekannten Frieburger Rede auf die Notwendigkeit der Entweltlichung hin. Dabei hatte er sicher auch diese Zusammenhänge im Blick.

    • Leider muss ich Ihnen widersprechen. Richtig ist, dass es auch in Sachsen und fast allen Bundesländern die sogenannten Staatsleistungen gibt. Nicht richtig ist, dass sie der Bezahlung der Bischöfe dienen. Es sind Ausgleichszahlungen für Enteignungen in der Vergangenheit, insbesondere nach dem Reichsdeputationshauptschluss. Deswegen sind Bischöfe ausßerhalb Bayerns auch nicht indirekt vom Staat bezahlt. Die Aussage ist nur für Bayern haltbar.

      • Das Bayerische Konkordat ist zwar das einzige, welches eine Einzelausweisung der Bischofsgehälter enthält, aber offenbar keineswegs das einzige, welches auch von staatlicher Seite so verstanden wird, dass u.a. die Bischofsgehälter als Teile der Dotation vom Staat zu zahlen sind:

        „In diesen alten Verträgen liegt auch die Begründung dafür, dass sämtliche Bundesländer – mit Ausnahme der Stadtstaaten Hamburg und Bremen – ihren kirchlichen Würdenträgern das Gehalt zahlen. Dazu gehören Erzbischöfe, Bischöfe, Weihbischöfe und Domvikare – für das untergeordnete Personal wie einfache Priester kommen die Bistümer selbst auf.“ (https://www.sueddeutsche.de/panorama/steuern-spenden-staatszuschuesse-so-finanziert-sich-die-katholische-kirche-1.1794296-3)

        Dass die Dotationen der Diözesen auch explizit zur Deckung von Personalausgaben mit beamtenähnlicher Vergütung bestimmt sind, wird spätestens im Schlussprotokoll des Preußenkonkordats (http://www.verfassungen.ch/de/preussen/konkordat29.htm) deutlich: „Art. 4. (1) Die Dotation der Diözesen und Diözesananstalten wird künftig jährlich zwei Millionen achthunderttausend Reichsmark betragen. Im einzelnen wird sie gemäß besonderer Vereinbarung verteilt werden. (…)
        Schlussprotokoll (…)
        Zu Artikel 4 Absatz 1 Satz 1
        Bei Bemessung der Dotation ist von dem derzeitigen Stande der Aufwendungen des
        Preußischen Staates für vergleichbare persönliche und sächliche Zwecke ausgegangen
        worden. Es besteht Einverständnis darüber, daß in Zukunft hierin etwa eintretende
        Änderungen bei der Dotation entsprechende Berücksichtigung finden sollen.“

        Noch deutlicher wird die Gehaltsartigkeit eines wesentlichen Teils der Dotationen für die (erz)diözesanen Spitzenämter ausgedrückt im Badischen Konkordat (http://www.vatican.va/roman_curia/secretariat_state/archivio/documents/rc_seg-st_19321012_santa-sede-baden_ge.html): „ARTIKEL VI.
        1. Die Dotation des Erzbischöflichen Stuhles wird auf der bisherigen Bemessungsgrundlage gewährt.
        2. Die Dotationen für das Domkapitel und die Dompräbendare, der Aufwand für ihre Gebäude, der Beitrag zur Bestreitung der Kosten der Erzbischöflichen Kanzlei sowie für die kirchliche Vermögensverwaltung und deren Beaufsichtigung werden künftig insgesamt jährl. 356.000 RM – Dreihundertfünfzigsechstausend Reichsmark – betragen.
        3. Der nach der bisherigen Rechtslage bestehende Anspruch auf Realdotation wird hierdurch nicht berührt.
        4. Bei Bemessung des Jahresbetrages wurde vom derzeitigen Stand der Aufwendungen des Badischen Staates für vergleichbare persönliche und sachliche Zwecke ausgegangen. Es besteht Einverständnis darüber, dass im Falle künftiger Änderungen in diesen Aufwendungen diese auf Verlangen eines Vertragsteiles bei der Zahlung berücksichtigt werden. (…)“

        Das Bayerische Konkordat (http://www.vatican.va/roman_curia/secretariat_state/archivio/documents/rc_seg-st_19681007_s-sede-baviera_ge.html) schließlich ist sicher das, welches im 10. Kapitel die detailliertesten Regelungen zur Verteilung der Dotationen enthält und u.a. auch explizit „Geldleistungen an die 6 Diözesanbischöfe“ und „Gehaltszulage“ für Weihbischöfe auflistet.

        Das spätere Reichskonkordat schweigt sich zwar über Geldleistungen aus, anerkennt aber die fortbestehende Gültigkeit der 3 vorgenannten Konkordate.

  3. Herr Dr. Brüning findet immer wieder klare und deutliche Worte. Ich mag diese Art zu schreiben und die Art, wie er die Wahrheit zu benennen weiß, sehr. Ich würde mir wünschen, noch weitere Artikel von diesem Autor auf katholisches. info zu lesen.

  4. Zu Woelkis Zitat

    „Wenn zwei Homosexuelle Verantwortung füreinander übernehmen, wenn sie dauerhaft und treu miteinander umgehen, muss man das in ähnlicher Weise sehen wie heterosexuelle Beziehungen.“

    wäre noch zu sagen, da es beispielhaft für einen desolaten Glauben ist:

    Es verwundert mich immer wieder sehr, wie Priester, die ja für gewöhnlich jeden Tag die heilige Eucharistie feiern, Jesus Christus, der die Wahrheit Ist, in den zentralsten Fragen nicht mehr verstehen können, da sie eingenommen sind von den Stimmen dieser Welt.

    Die Hostie in uns verwandelt uns nicht durch sich selbst in einem magischen Akt. Nein, ganz im Gegenteil: die fordert uns zu einem ständigen Zwiegespräch mit Gott in Jesus Christus auf; das aber ist Anbetung und ein Leben in der Heiligkeit.

    Sofern täglich die Kommunion genossen wird, der Geist des Irrtum aber in uns aus Furcht vor der Welt in uns verbleibt, fordern wir Christus heraus und drohen uns das Gericht zu essen.

    Wir können nicht ‚weitersündigen‘ bzw. zur ‚Sünde anraten‘ oder diese durch pastorale und zeitgeistige Anweisungen abschwächen, ohne die Sünde mit dem Sakrament nicht zu vermischen. Das ist dann ein Sakrileg. Im Angesicht des Herrn, in seiner Kommunion mit uns, spricht er zu uns und im Raum unseres Gewissens, ‚klar Schiff zu machen‘.

    Wenn wir diese Stimme Gttes in uns ignorieren, kreiren wir allmählich eine Härsie und folgen den Gnadenlehre Luthers.

    Luther lehrte, der Mensch könne alle nur denkbaren Sünden begehen, wenn er nur den Glauben habe, als Sünder nicht anders zu können und dass Jesus für unsere Schuld schon bazahlt (hat).

    Luther hat ja den Menschen zur Welt befreit und geht damit den umgekehrten Weg, wie ihn etwa die Väter unseres Glaubens gingen.

    Unsere Kirche ist leider Gottes durch und durch protestantisiert.

    Wann aber, und so lehren es die Väter, ist eine Sünde vergeben? Es gibt hier im Grunde nur ein Kriterium: das der vollkommenen Reue. Wann aber haben wir vollkommene Reue:

    WENN WIR SICHER SIND, DIE SÜNDE NICHT MEHR ZU BEGEHEN.

    Ich weiß, dass gerade auch auf kath.tube von einem bekannten Beichtvater etwas anderes gelehrt wurde. Die konkreten Geschichten unseres Lebens lehren jedoch etwas anderes, und dies wird auch Herr Brüning bestätigen können:

    Wir sind es, die die Sünde abschneiden müssen, ‚um sich würdig zu machen zu empfangen‘. Und dieser FREIE Willensakt des Menschen forderte eben die Gnade heraus, er ist die alleinige Bringschuld des Menschen.

    Die Väter der Orthodoxie lehren bis heute den Weg der Askese, um der Gnade einen Raum zu schaffen. Gott will, dass wir sein Gesetz mit dem Herzen lesen und es verstehen.

    Die Gebotstreue führt uns in das Leben des Heiligen Geistes. Menschenseele und Gottes Geist umarmen sich.
    Es handelt sich im christlichen Glauben nie um ein pures Gnadengeschenk, sondern immer um das Schaffen der Vorausstzung dafür, Gott an die erste Stelle zu stellen.

    Der Heilige Makarios der Agyter gibt in einer seiner Homilien nichts anderes als den dringenden Ruf Gottes im 1. Gebot wieder: Setze Gott an die erste Stelle! Der Mönch [also eigentlich der Getaufte Mensch] sucht ‚zuerst‘ Gott. Zuvor vermag er nichts. Er geht auch nicht ‚zuerst‘ zu den Menschen, sondern weiß, dass Gott selber es ist, der Menschen schickt, wenn nur der Mönch unter dem Geiste treu und rechtschaffen ausharrt.

    Makarios: „Wenn Er sieht, dass du Ihn mit glühendem Eifer suchst, erscheint Er dir und zeigt sich dir, gewährt dir Seine Hilfe und verleiht dir den Sieg, indem Er dich erlöst von deinen Feinden. Denn Nachdem Er zuerst deine Suche nach Ihm gesehen hat, wie du deine ganze Erwartung unentwegt auf Ihn allein gerichtet hältst, lehrt er dich und gibt dir das wahre Gebet, die wahre Liebe, die nichts anderes ist als er Selbst, Der in dir alles wird: Paradies, „Baum des Lebens“ (Gen 2,9), Perle, Siegeskranz, Baumeister, Ackerbauer, Leidender, Leidenschaftsloser, Mensch, Gott, Wein, „lebendiges Wasser“ (Joh 4,10), Lamm, Bräutigamm, Krieger, Waffe, denn Christus ist „alles in allen“ (1 Kor 15,28).“

    Es geht bei Makarios um eine Grundsatzentscheidung Gott immer an die erste Stelle zu stellen:

    „Zu Ihm hin musst du deinen Geist und deine Gedanken sammeln und nichts anderes mehr denken, sondern harren auf Ihn allein.“ „Deshalb befleißige dich, dem Herrn zu gefallen, indem du Ihn jederzeit innerlich erwartest, indem du Ihn suchst mit deinen Gedanken und indem du deinen Willen und deine innere Neigung zwingst und nötigst, allezeit zu Ihm hinzuschauen. Dann wirst du sehen, wie Er zu dir kommt und Wohnung nimmt in dir. Denn je mehr du deinen Geist sammelst zur Suche nach Ihm, desto mehr wird er durch Seine eigene Barmherzigkeit und Güte genötigt, zu dir zu kommen und dich zu erquicken. Denn er ist da und beobachtet deinen Geist, deine Gedanken, deine Erwägungen. Er achtet darauf, wie du Ihn suchst – ob aus ganzer Seele oder aus Trägheit und Nachlässigkeit.“

    An dieser Stelle möchte ich noch einen Buchtipp abgeben:

    Klitos Ioannidis: Elder Porphyrios, Testimonies and experiences

    Das Buch gibt es nur auf Griechisch und Englisch. Die englische Fassung ist aber sehr leicht lesbar.
    Ein ganz wunderbares Buch, das aufzeigt, welche Schätze der Herr für die bereit hält, die bereit sind, sich über den schmalen Weg der Gebot zu heiligen.

  5. Bezüglich meiner Ausführungen ist hier noch ein guter Beitrag von Elder Joseph zu finden:

    https://www.youtube.com/watch?v=SDn_BXyCvLk

    Fazit: Leben ist ‚Leben auf Messers Schneide‘. Jeden Augenblick können wir sterben und stehen vor dem Richterstuhl Gottes. Das Gericht Gottes findet heute schon statt. Wir brauchen solche Hirten, die uns das immer wieder sagen: „Leben ist Anspannung und Tat“. (Karl Adam)

    Der Abreißkalender vom 07.11. erinnert daran, dass wir aufhören sollten Diesseits und Jenseits zu trennen:

    „Die Ewigkeit ist keine erstarrte Zeitlichkeit, sondern von Gott erfüllte Wirklichkeit.“ (Gotthard Niebert)

    Wir leben also jetzt schon in der Ewigkeit, in Himmel oder Hölle, ein jeder nach seinem Glauben.

    Denn was wir auf Erden binden, das wird auch im Himmel gebunden sein.

    Und wenn wir uns heute nicht bekehren, wer weiß, ob wir morgen dazu noch Zeit und Gnade haben werden.

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