Wir müssen noch viel lauter werden, denn es geht letztlich um alles!

Gegen die episkopalen Zeitgeistanwandlungen unserer Tage im Geiste Fatimas

In Fatima wandte sich Maria an drei unschuldige Kinder. Minderjährige stehen heute als Opfer im Zentrum des sexuellen Mißbrauchsskandals. „Wehe dem“, der die Kinder daran hindert, zum Herrn zu kommen.
In Fatima wandte sich Maria an drei unschuldige Kinder. Minderjährige stehen heute als Opfer im Zentrum des sexuellen Mißbrauchsskandals. „Wehe dem“, der die Kinder daran hindert, zum Herrn zu kommen.

von Dr. Mar­kus Büning*

Die Ausgangslage: Fatima ruft gerade jetzt zur Umkehr!

Die Jubi­lä­ums­fei­er­lich­kei­ten zum 100. Erschei­nungs­tag sind zu Ende, aber der Impuls an uns alle bleibt: Kehrt um, opfert für die Sün­der und betet täg­lich den Rosen­kranz! Mir wird immer kla­rer, wie­so hier zu Lan­de das Jubi­lä­um weit­ge­hend tot­ge­schwie­gen wur­de. In unse­rer Diö­ze­se fei­er­te mit dem diö­ze­sa­nen Fati­ma­kreis immer­hin ein Weih­bi­schof noch die Hl. Mes­se, aller­dings vor den Toren der Stadt Mün­ster in einer Klo­ster­ka­pel­le. Es waren so vie­le Leu­te da, dass man es kaum aus­hal­ten konn­te. Nein, der Dom durf­te dafür offen­sicht­lich nicht her­hal­ten. Dafür fin­den dort in regel­mä­ßi­gen Abstän­den Talk­showa­ben­de mit mit­un­ter doch eher zwei­fel­haf­ten Stars der Polit- und Schicke­ri­a­sze­ne unse­rer Repu­blik statt. Ja, damit schmückt sich die Kir­che und nicht mit der Aus­sicht, dass Mari­as unbe­fleck­tes Herz einst­mals sie­gen wird. Sie ist die Sie­ge­rin in allen Schlach­ten und nicht ein ver­bür­ger­lich­ter Katho­li­zis­mus, der nur noch eines tut, sich dem Zeit­geist anbie­dern. War­um waren unse­re Bischö­fe beim Jubi­lä­um von Fati­ma so zurück­hal­tend? Die Ant­wort liegt auf der Hand: Fati­ma stört die­se Her­ren ganz offen­kun­dig in ihrem Bemü­hen, immer und immer mehr die Moral­leh­re der Kir­che auf­zu­wei­chen. Nach der Schlei­fung der Lit­ur­gie folgt nun die der Moral­theo­lo­gie. Die Her­ren haben damit auch kein Pro­blem, gibt es ja kei­ne Höl­le mehr, so vor gerau­mer Zeit noch der „gro­ße Vor­sit­zen­de“ aus Mün­chen, Kar­di­nal Marx (Sie­he hier). Vor dem Hin­ter­grund die­ser escha­to­lo­gi­schen Ver­un­si­che­rung gehen sol­che Begrif­fe wie Umkehr und Süh­ne ins Lee­re, weil sie ja gegen­stands­los gewor­den sind. Wir kom­men ja alle, alle, alle in den Him­mel… Wenn es ihn denn über­haupt gibt, möch­te man zynisch hin­zu­fü­gen.

Fatima warnt uns vor Gender, „Ehe für alle“ und die damit verbundene Auflösung von Ehe und Familie

Dabei zeigt uns doch gera­de die Bot­schaft von Fati­ma deut­lich an, in welch einem Sta­di­um der geist­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung wir uns der­zeit befin­den: Es geht um alles, ja wirk­lich um alles! War­um? Hören wir auf die Wor­te des inzwi­schen ver­stor­be­nen Kar­di­nals Caf­farra, der uns in die­sem Zusam­men­hang ein wert­vol­les Zeug­nis einer der Seher­kin­der von Fati­ma über­lie­fer­te, wel­ches in die der­zei­ti­ge Debat­te um Ehe, Fami­lie, Gen­der und Homo­se­xua­li­tät wie ein gewal­ti­ger Mahn­ruf über die gan­ze Chri­sten­heit, ja der gesam­ten Welt erschallt:

„Am Beginn die­ser Arbeit (gemeint ist die Tätig­keit des Kar­di­nals am Päpst­li­chen Insti­tut für Stu­di­en zu Ehe und Fami­lie), die mir von Johan­nes Paul II. anver­traut wur­de, schrieb ich an Schwe­ster Lucia von Fati­ma. Das Schrei­ben ging über den Bischof, da es direkt nicht mög­lich war. Uner­klär­li­cher­wei­se, da ich kei­ne Ant­wort erwar­te­te, son­dern sie um ihr Gebet für das Pro­jekt ersucht hat­te, erhielt ich nur weni­ge Tage spä­ter einen lan­gen, hand­ge­schrie­be­nen Brief von ihr, der heu­te im Archiv des Insti­tuts auf­be­wahrt wird. Dar­in schrieb Sr. Lucia: Der End­kampf zwi­schen dem Herrn und dem Reich Satans wird über die Fami­lie und die Ehe statt­fin­den. Haben Sie kei­ne Angst, füg­te sie hin­zu, denn jeder, der für die Hei­lig­keit der Ehe und der Fami­lie wirkt, wird immer und auf jede nur erdenk­li­che Wei­se bekämpft und ange­fein­det wer­den, weil das der ent­schei­den­de Punkt ist. Sie schloß mit dem Hin­weis, daß die Got­tes­mut­ter dem Satan bereits den Kopf zer­tre­ten hat. Auch im Gespräch mit Johan­nes Paul II. konn­te man wahr­neh­men, daß er dar­in den neur­al­gi­schen Punkt sah, weil es sich um die tra­gen­de Säu­le der Schöp­fung han­delt, die Wahr­heit über die Bezie­hung zwi­schen Mann und Frau und zwi­schen den Genera­tio­nen.“ (zit. nach).

Ja, der End­kampf zwi­schen dem Herrn und dem Reich Satans wird über die Fami­lie und die Ehe statt­fin­den! War­um geht es hier um alles? Es geht um die tra­gen­de Säu­le der Schöp­fung, die Wahr­heit der Bezie­hung zwi­schen Mann und Frau. Es geht eben nicht nur um Ethik. Nein es geht um die Aner­ken­nung der Geschöp­fe gegen­über ihrem Schöp­fer, das alles so, wie ER es gemacht hat, sehr gut war. Erst wir Men­schen haben unter Miss­brauch der von Gott geschenk­ten Frei­heit die­ser guten Schöp­fung einen emp­find­li­chen Scha­den zuge­fügt. Durch die Sün­de kam der Defekt! Wir spre­chen hier zutref­fend von Erb­sün­de. Und nur die­je­ni­ge Frau, die Gott von Beginn an begna­det hat, Maria, ist in der Lage, den Sieg über all die­se Defek­te zu errin­gen. Unse­re Lie­be Frau von Fati­ma for­dert uns gleich­sam auf, gegen all die­se Per­ver­tie­run­gen zu kämp­fen, unse­re Stim­men zu erhe­ben, zu beten, zu süh­nen und zu opfern. Und vor die­sem Hin­ter­grund möch­te ich die­se Zei­len ver­stan­den wis­sen: Als mein Kampf­bei­trag in die­sem fürch­ter­li­chen End­kampf, der an Per­ver­si­on kaum noch zu durch­schau­en ist.

Da wird dann von der bun­ten und tole­ran­ten Gesell­schaft gespro­chen. Huma­ni­tät wird als Urgrund des Bemü­hens geheu­chelt. Dabei han­delt es sich hier im Kern um eine „Kul­tur des Todes“ (so zutref­fend der Hl. Johan­nes Paul II.), die die gute Ord­nung Got­tes durch eine aber­wit­zi­ge Rebel­li­on zu ver­nich­ten droht. Die Staa­ten hebeln durch ihre neu­en Geset­ze das Insti­tut der Ehe zwi­schen Mann und Frau aus und nen­nen etwas Ehe, was die­sen Namen gar nicht ver­dient. Es ist inzwi­schen völ­lig egal, wer mit wem zusam­men­lebt. „Haupt­sa­che Fun!“ Das ist die Losung unse­rer Tage. Koste es was es wol­le. Ja, dann kann der rei­che „Gay-Mann“ auch schon mal die Leih­mut­ter mit viel Geld dafür bezah­len, dass sie das Kind für sei­ne „Homo-Ehe“ aus­trägt. Über all dies wird nicht mehr kri­tisch gespro­chen. Wie auch, wenn selbst in soge­nann­ten kon­ser­va­ti­ven Par­tei­en eini­ge Spit­zen­po­li­ti­ker bekann­ter­ma­ßen in gleich­ge­schlecht­li­chen Part­ner­schaf­ten leben. Hier unter­schei­det sich übri­gens die AfD eben gar nicht von der CDU. Ja, all dies ist gru­se­lig! Wel­che Wir­kung wird es denn auf unse­re Kin­der und Kin­des­kin­der haben, wenn even­tu­ell bald der oder die erste homo­se­xu­el­le Per­son, die in einer homo­se­xu­el­len Part­ner­schaft lebt, Regie­rungs­chef unse­res Lan­des ist. Wel­che Vor­bild­wir­kung wird all dies auf die jün­ge­re Genera­ti­on haben? Ja, wir sind in einem End­kampf, des­sen Dimen­si­on wir noch nicht im Ansatz durch­schaut haben.

Der innerkirchliche Kampf: Zeitgeistige Anbiederungen einiger Oberhirten

Das Fata­le ist der­zeit, dass von der Amts­kir­che gegen all die­se Umtrie­be in unse­rer Gesell­schaft nichts oder nur sehr wenig zu erwar­ten ist. Wen wundert’s, wenn man bedenkt, dass unse­re Ober­hir­ten eben nicht aus den Kir­chen­steuer­töp­fen son­dern aus den all­ge­mei­nen Staats­haus­hal­ten der Län­der bezahlt wer­den. Unse­re Bischö­fe sind besol­dungs­tech­nisch gese­hen Staats­die­ner. Und die­se Staats­nä­he zwingt ganz offen­kun­dig zu einer falsch ver­stan­de­nen Staats­nä­he. Man will ja wei­ter­hin gut leben, oder was steckt sonst dahin­ter?

Vor der Abstim­mung über das Gesetz zur „Ehe für Alle“ habe ich mir die Mühe gemacht, eini­ge ein­fluss­rei­che Abge­ord­ne­te der CDU/C­SU-Frak­ti­on im Deut­schen Bun­des­tag ans Tele­fon zu bekom­men und sie davon zu über­zeu­gen, gegen die­ses natur­rechts­wid­ri­ge Gesetz zu stim­men. Es waren weit­ge­hend sehr gute Tele­fo­na­te. Ein bekann­ter CSU-Mann, selbst evan­ge­lisch, der klar gegen die­ses Gesetz war, sag­te mir dann fol­gen­des: „Herr Büning, Sie haben ja völ­lig Recht! Von mei­ner Kir­che kann ich hier nicht viel erwar­ten. Die sind längst ein­ge­knickt. Aber was ist denn mit Ihren Bischö­fen los? Da hören wir ja gar nichts. Und genau dies wird mir auch von den Befür­wor­tern des Geset­zes ent­ge­gen­ge­hal­ten.“

Genau­so war es! Es gab kein Hir­ten­wort vor der Abstim­mung im Bun­des­tag! Ein tap­fe­rer Weih­bi­schof aus Mün­ster wag­te es immer­hin, auf sei­nem Twit­ter­ac­count nach der Abstim­mung sei­nen Unmut über das neue Gesetz deut­lich zu bekun­den. Aber die­ser Mann muss­te recht schnell füh­len, wie sein Dienst­herr das gan­ze sieht. Zunächst war sei­ne Stel­lung­nah­me noch auf der offi­zi­el­len Home­page des Bis­tums zu lesen, wur­de dann aber unter Hin­weis, es han­de­le sich hier­bei um die Pri­vat­mei­nung des Weih­bi­schofs von der Kir­chen­sei­te gelöscht (zu die­sem Vor­gang sie­he hier). Nur so viel zum The­ma, wie die Amts­kir­che mit die­sen Din­gen umgeht.

Das die Poli­ti­ker sei­tens der Amts­kir­che nicht mit Druck rech­nen muss­te, zeich­ne­te sich längst ab. Den Auf­takt hier­zu gab bekannt­lich schon im Jahr 2012 (!) in Mann­heim der dama­li­ge Erz­bi­schof von Ber­lin, Kar­di­nal Woel­ki:

„Wenn zwei Homo­se­xu­el­le Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­neh­men, wenn sie dau­er­haft und treu mit­ein­an­der umge­hen, muss man das in ähn­li­cher Wei­se sehen wie hete­ro­se­xu­el­le Bezie­hun­gen.“

Aller­dings hat im Gefol­ge der Bericht­erstat­tung der dama­li­ge Bis­tums­spre­cher die Aus­sa­gen des Kar­di­nals auf ganz sub­li­me Wei­se kon­tex­tua­li­siert, soll hei­ßen abge­mil­dert (sie­he hier­zu). Ein Demen­ti des Pres­se­spre­chers erfolg­te jedoch nicht.

Ganz auf die­ser Linie tön­te dann sein Amts­nach­fol­ger auf dem Ber­li­ner Erz­stuhl, Herr Koch. Sei­ne Äuße­run­gen zum The­ma sind noch pre­kä­rer, weil die­ser Bischof immer­hin der zustän­di­ge Hir­te der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz für Fami­li­en­fra­gen ist. Hören wir auf sei­ne Ein­las­sung zum The­ma:

Gegen­über der taz sag­te besag­ter Hir­te im Janu­ar 2017 fol­gen­des:

„Ich will alle For­men des Zusam­men­le­bens unter­stüt­zen, die dem Men­schen die­nen und Ver­bind­lich­keit schaf­fen in die­ser Gesell­schaft. Trotz­dem wür­de ich aus einem Ein­zel­fall, der sehr posi­tiv sein kann, nie eine Regel machen. Ich glau­be, für ein Kind ist es das Beste, wenn es mit Vater und Mut­ter groß wird. (…) Trotz­dem habe ich Respekt davor, wie sie ihre Sexua­li­tät (gemeint sind die in einer Part­ner­schaft leben­den Homo­se­xu­el­len) leben – weil ich davon aus­ge­he, dass sie es ver­ant­wor­tungs­voll tun. Ich las­se mich nicht zum ober­sten Rich­ter über die Sexua­li­tät von Men­schen machen. Das ist nicht mei­ne Auf­ga­be.” (Sie­he hier).

Geht es noch, fragt sich der den Kate­chis­mus ken­nen­de Katho­lik? Respekt vor der prak­ti­zier­ten schwe­ren Sün­de? Die­se Äuße­rung ist an Drei­stig­keit nicht mehr zu über­bie­ten. Und, wo bleibt nun Rom? Wo bleibt die Glau­bens- und/oder Bischofs­kon­gre­ga­ti­on, wenn ein Bischof so offen­kun­dig gegen die Leh­re der Kir­che spricht? Nichts, aber auch gar nichts ist hier in die­ser Hin­sicht unter die­sem Pon­ti­fi­kat mehr zu erwar­ten. Unter Papst Johan­nes Paul II., da bin ich mir sicher, hät­ten die­se Her­ren so nicht gere­det, und wenn ja, hät­ten sie ein Gesprächs­ter­min bei Kar­di­nal Ratz­in­ger gehabt.

Ja, wir sind in einem Kampf, einem schlim­men Kampf. All die­je­ni­gen, die sich noch trau­en, die Leh­re der Kir­che an die­ser Stel­le zu ver­tei­di­gen, wer­den als homo­phob dis­qua­li­fi­ziert. Wenn das so wei­ter geht, muss man mit dem Schlimm­sten rech­nen. Und man glau­be nicht, dass dann die Kir­che einem hilft, eben die Leh­re der Kir­che zu ver­tei­di­gen. Nein, die Her­ren Bischö­fe und Pfar­rer wer­den sich fast alle weg­ducken und beteu­ern, dass sie eben­sol­chen Respekt wie ein Herr Koch aus Ber­lin haben.

Ich für mei­nen Teil habe vor der Amts­füh­rung eines sol­chen Bischofs kei­nen Respekt. Nein, mich über­fällt ein gro­ßer Zorn über die­ses ver­ant­wor­tungs­lo­se Han­deln eines Hir­ten, der doch eigent­lich nur eines vor Augen haben soll­te, das See­len­heil aller Men­schen. Aber, wie ein­gangs ja schon erwähnt, die­se escha­to­lo­gi­sche Per­spek­ti­ve scheint ja dem zeit­gei­sti­gen Hedo­nis­mus unse­rer Tage längst gewi­chen zu sein.

Und dann kom­men da noch die Her­ren Bode und Marx her, das Füh­rungs­duo der natio­na­len Bischofs­kon­fe­renz, und ver­such­ten zag­haft mal aus­zu­te­sten, wie denn der­zeit wohl die Stim­mung in Sachen „kirch­li­che Seg­nung für gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re“ ist. Ich habe mich hier­zu an ande­rer Stel­le ein­ge­hend geäu­ßert (Sie­he hier). Und dann erst jüngst der Vor­stoß von Erz­bi­schof Heße aus Ham­burg, die­se Din­ge doch end­lich theo­lo­gisch neu ein­ord­nen zu wol­len. Alles in allem: Vier Erz­bi­schö­fe und ein Bischof, der immer­hin stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Bischofs­kon­fe­renz ist, kön­nen hier mit dem Unter­fan­gen ange­führt wer­den, die kirch­li­che Moral­leh­re zu ver­wäs­sern, ja letzt­lich ins Gegen­teil ver­keh­ren zu wol­len.

Was können wir Laien in diesem Kampf tun?

Erstens: Wir müs­sen alle kampf­be­reit sein. Was heißt das? Wir dür­fen uns nicht ein­schüch­tern las­sen, die Leh­re der Kir­che über die mensch­li­che Sexua­li­tät, Ehe und Fami­lie klar und mit dem eige­nen Lebens­zeug­nis zu ver­tei­di­gen. Leben wir vor­bild­lich unser Leben!

Zwei­tens: Beten wir täg­lich den Rosen­kranz! Das ist das hilf­reich­ste Gebet in allen Schlach­ten und Kämp­fen unse­res Lebens. Der Hl. Pius V. hat nicht umsonst die christ­li­chen Trup­pen vor der Schlacht von Lepan­to auf­ge­ru­fen, den Rosen­kranz zu beten. Unser Lepan­to ist der der­zei­ti­ge Kampf um Ehe und Fami­lie.

Drit­tens: Opfern wir für die Bekeh­rung der oben genann­ten Bischö­fe! Ja, das mei­ne ich sehr ernst. Ver­zich­ten wir eine Zeit lang auf Alko­hol, Süßig­kei­ten oder ande­re irdi­sche Ver­gnü­gun­gen und tun dies mit der kla­ren Ziel­rich­tung, dass der Herr die Her­zen die­ser ver­irr­ten Hir­ten wie­der in die rich­ti­ge Rich­tung bewegt. Lei­sten wir Süh­ne für all die Unwahr­hei­ten, die inzwi­schen auch von Kle­ri­kern gesagt wer­den.

Vier­tens: Geben wir Zeug­nis auch in der Gesell­schaft! Sagen wir unse­re Mei­nung, auch den Poli­ti­kern. Machen wir klar, dass auch ein Mehr­heits­be­schluss per se noch nicht die Wahr­heit mensch­li­chen Lebens aus­macht. Ein Stuhl ist eben ein Stuhl und soll­te ein Par­la­ment mir weis­ma­chen wol­len, dass ich, um nicht die Tische zu dis­kri­mi­nie­ren, ab sofort Stüh­le Tische zu nen­nen habe, dann wer­de ich wei­ter den Stuhl als Stuhl bezeich­nen. War­um soll das bei der Ehe anders sein! Ner­ven wir unse­re Man­dats­trä­ger: War­um strengt Ihr gegen das Gesetz „Ehe für alle“ kei­nen Nor­men­kon­troll­an­trag in Karls­ru­he an? War­um wählt ihr Leu­te in Spit­zen­äm­ter Eurer Par­tei­en, die in ihrem Leben kein Vor­bild in Sachen „Ehe und Fami­lie“ mehr sind? Der Fra­gen­ka­ta­log lie­ße sich noch fort­set­zen.

Die­se Gedan­ken sind sicher nicht umfas­send. Viel Ohn­macht spricht auch aus die­sen Zei­len, ja auch eine gro­ße Angst um den Zustand unse­rer Kir­che. Aber las­sen wir uns alle nicht ent­mu­ti­gen und schon gar nicht unse­re Hei­mat neh­men. Die Kir­che ist die Kir­che des Herrn. Dies kön­nen auch die zuvor genann­ten Bischö­fe, die glau­bens­un­si­cher gewor­den sind, nicht ändern. Nun kommt es auf unser Zeug­nis an. Bei alle­dem lasst uns Zuflucht suchen, wo wirk­lich Schutz und Schild zu fin­den ist: Unter den Man­tel Mari­ens wol­len wir gehen, damit wir all die Angrif­fe über­ste­hen, die auch uns in die­sem Kampf bevor­ste­hen wer­den. Das ist mein gro­ßer Wunsch in die­ser schwe­ren Stun­de der Kir­che.

*Mar­kus Büning, gebo­ren 1966 in Ahaus (West­fa­len), stu­dier­te katho­li­sche Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie in Mün­ster in West­fa­len und Mün­chen sowie Rechts­wis­sen­schaf­ten an den Uni­ver­si­tä­ten von Kon­stanz und Mün­ster; 2001 Pro­mo­ti­on zum Dok­tor der Rechts­wis­sen­schaf­ten, zunächst Assi­stent an den Uni­ver­si­tä­ten Kon­stanz und Mün­ster, dann Ein­tritt als Jurist in den Ver­wal­tungs­dienst. Der aus­ge­wie­se­ne Kir­chen­recht­ler ver­öf­fent­lich­te zahl­rei­che Publi­ka­tio­nen zu kir­chen­recht­li­chen und theo­lo­gi­schen The­men und über Hei­li­ge. Dr. Mar­kus Büning ist ver­hei­ra­tet und Vater von zwei Kin­dern.

Bild: MiL (Screen­shot)

7 Kommentare

  1. „Wen wundert’s, wenn man bedenkt, dass unse­re Ober­hir­ten eben nicht aus den Kir­chen­steuer­töp­fen son­dern aus den all­ge­mei­nen Staats­haus­hal­ten der Län­der bezahlt wer­den. Unse­re Bischö­fe sind besol­dungs­tech­nisch gese­hen Staats­die­ner.“

    Lie­ber Herr Dr. Büning, die­se Aus­sa­ge ist in die­ser Abso­lut­heit falsch. Mei­nes Wis­sens trifft dies allein auf Bay­ern zu, wo der Frei­staat für den Unter­halt der Bischö­fe Pau­scha­len über­weist. Die Bischö­fe sind aber nicht Beam­te des Frei­staa­tes Bay­ern. Aus allen ande­ren Bun­des­län­dern ist mir dies nicht bekannt. Für Sach­sen kann ich mit 100%iger Sicher­heit sagen, dass kein Bischof vom Staat bezahlt wird.

  2. Sie haben inso­fern Recht, dass die von mir genann­ten Staats­lei­stun­gen nicht in allen Län­dern gelei­stet wer­den. Aus­nah­men sind hier die Frei­en und Han­se­städ­te Ham­burg und Bre­men. Ich bit­te die­se Unge­nau­ig­keit zu ent­schul­di­gen. Ich habe aller­dings nier­gends behaup­tet, dass die Bischö­fe Beam­te sei­en. Nein, ich habe gesagt, dass sie dies in besol­dungs­tech­ni­scher Hin­sicht de fac­to sind. In allen Län­dern (auch in Sach­sen!) wer­den die­se Stel­len, zumin­dest indi­rekt, aus den Haus­hal­ten der Län­der im Wege der Per­so­nal­do­ta­tio­nen (Staats­lei­stun­gen auf­grund der Säku­la­ri­sa­ti­on) an die Bis­tü­mer gezahlt. Nur in Bay­ern wird im Haus­halts­plan des Lan­des die­se Per­so­nal­ver­gü­tung immer­hin für den Bür­ger trans­pa­rent bzgl. der so finan­zier­ten Per­so­nal­stel­len genau dar­ge­stellt. In den ande­ren Län­dern wird sozu­sa­gen eine kirch­li­che Aus­zahl­stel­le dazwi­schen geschal­tet. Indi­rekt kommt die­ses Geld aber ganz ein­deu­tig auch dort vom Staat und nicht aus Kir­chen­steuer­töp­fen. Und die­ser Zusam­men­hang führt aus mei­ner Sicht zu einer ganz ungu­ten Staats­nä­he der Kirche,insbesondere der Bischö­fe (Zum gan­zen Kom­plex vgl. den inter­es­san­ten Überblich zum The­ma hier: http://www.staatsleistungen.de/wp-content/uploads/2011/04/Frerk_SL_Teil_1_Aktuelle_Zahlen1.pdf ). Im Haus­halts­plan von NRW (https://www.landtag.nrw.de/web/WWW/haushalt/cd-fm-0916/daten/pdf/2017/gesamt_2017.pdf) fin­den wir dies­be­züg­lich fol­gen­den Haushats­ti­tel: Zu Titel 684 12: 1. Dota­ti­on für die Erz­diö­ze­sen und Diö­ze­sen: 7 037 400 EUR. Ich hal­te dies schlicht­weg für skan­da­lös! Zudem: Wie­so sol­len Nicht­ka­tho­li­ken mit ihren Steu­er­gel­dern die katho­li­schen Diö­ze­sen bzgl. der Bischofs- und Kathe­dral­ka­pi­tel­ge­häl­ter unter­stüt­zen? Sagen Sie mir bit­te dafür auch nur einen ver­nünf­ti­gen Grund. Ich kann nur hof­fen, dass die Poli­tik bald dar­an geht und die­se Pri­vi­le­gi­en abschafft. Für die Kir­che kann dar­aus nur ein neu­er geist­li­cher Gewinn erwach­sen. Schon Papst Bene­dikt XVI. wies ja in sei­ner bekann­ten Frie­bur­ger Rede auf die Not­wen­dig­keit der Ent­welt­li­chung hin. Dabei hat­te er sicher auch die­se Zusam­men­hän­ge im Blick.

    • Lei­der muss ich Ihnen wider­spre­chen. Rich­tig ist, dass es auch in Sach­sen und fast allen Bun­des­län­dern die soge­nann­ten Staats­lei­stun­gen gibt. Nicht rich­tig ist, dass sie der Bezah­lung der Bischö­fe die­nen. Es sind Aus­gleichs­zah­lun­gen für Ent­eig­nun­gen in der Ver­gan­gen­heit, ins­be­son­de­re nach dem Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss. Des­we­gen sind Bischö­fe aus­ßer­halb Bay­erns auch nicht indi­rekt vom Staat bezahlt. Die Aus­sa­ge ist nur für Bay­ern halt­bar.

      • Das Baye­ri­sche Kon­kor­dat ist zwar das ein­zi­ge, wel­ches eine Ein­zel­aus­wei­sung der Bischofs­ge­häl­ter ent­hält, aber offen­bar kei­nes­wegs das ein­zi­ge, wel­ches auch von staat­li­cher Sei­te so ver­stan­den wird, dass u.a. die Bischofs­ge­häl­ter als Tei­le der Dota­ti­on vom Staat zu zah­len sind:

        „In die­sen alten Ver­trä­gen liegt auch die Begrün­dung dafür, dass sämt­li­che Bun­des­län­der — mit Aus­nah­me der Stadt­staa­ten Ham­burg und Bre­men — ihren kirch­li­chen Wür­den­trä­gern das Gehalt zah­len. Dazu gehö­ren Erz­bi­schö­fe, Bischö­fe, Weih­bi­schö­fe und Dom­vi­ka­re — für das unter­ge­ord­ne­te Per­so­nal wie ein­fa­che Prie­ster kom­men die Bis­tü­mer selbst auf.“ (https://www.sueddeutsche.de/panorama/steuern-spenden-staatszuschuesse-so-finanziert-sich-die-katholische-kirche‑1.1794296–3)

        Dass die Dota­tio­nen der Diö­ze­sen auch expli­zit zur Deckung von Per­so­nal­aus­ga­ben mit beam­ten­ähn­li­cher Ver­gü­tung bestimmt sind, wird spä­te­stens im Schluss­pro­to­koll des Preu­ßen­kon­kor­dats (http://www.verfassungen.ch/de/preussen/konkordat29.htm) deut­lich: „Art. 4. (1) Die Dota­ti­on der Diö­ze­sen und Diö­ze­san­an­stal­ten wird künf­tig jähr­lich zwei Mil­lio­nen acht­hun­dert­tau­send Reichs­mark betra­gen. Im ein­zel­nen wird sie gemäß beson­de­rer Ver­ein­ba­rung ver­teilt wer­den. (…)
        Schluss­pro­to­koll (…)
        Zu Arti­kel 4 Absatz 1 Satz 1
        Bei Bemes­sung der Dota­ti­on ist von dem der­zei­ti­gen Stan­de der Auf­wen­dun­gen des
        Preu­ßi­schen Staa­tes für ver­gleich­ba­re per­sön­li­che und säch­li­che Zwecke aus­ge­gan­gen
        wor­den. Es besteht Ein­ver­ständ­nis dar­über, daß in Zukunft hier­in etwa ein­tre­ten­de
        Ände­run­gen bei der Dota­ti­on ent­spre­chen­de Berück­sich­ti­gung fin­den sol­len.“

        Noch deut­li­cher wird die Gehalts­ar­tig­keit eines wesent­li­chen Teils der Dota­tio­nen für die (erz)diözesanen Spit­zen­äm­ter aus­ge­drückt im Badi­schen Kon­kor­dat (http://www.vatican.va/roman_curia/secretariat_state/archivio/documents/rc_seg-st_19321012_santa-sede-baden_ge.html): „ARTIKEL VI.
        1. Die Dota­ti­on des Erz­bi­schöf­li­chen Stuh­les wird auf der bis­he­ri­gen Bemes­sungs­grund­la­ge gewährt.
        2. Die Dota­tio­nen für das Dom­ka­pi­tel und die Dom­prä­ben­da­re, der Auf­wand für ihre Gebäu­de, der Bei­trag zur Bestrei­tung der Kosten der Erz­bi­schöf­li­chen Kanz­lei sowie für die kirch­li­che Ver­mö­gens­ver­wal­tung und deren Beauf­sich­ti­gung wer­den künf­tig ins­ge­samt jährl. 356.000 RM — Drei­hun­dert­fünf­zigsechs­tau­send Reichs­mark — betra­gen.
        3. Der nach der bis­he­ri­gen Rechts­la­ge bestehen­de Anspruch auf Real­do­ta­ti­on wird hier­durch nicht berührt.
        4. Bei Bemes­sung des Jah­res­be­tra­ges wur­de vom der­zei­ti­gen Stand der Auf­wen­dun­gen des Badi­schen Staa­tes für ver­gleich­ba­re per­sön­li­che und sach­li­che Zwecke aus­ge­gan­gen. Es besteht Ein­ver­ständ­nis dar­über, dass im Fal­le künf­ti­ger Ände­run­gen in die­sen Auf­wen­dun­gen die­se auf Ver­lan­gen eines Ver­trags­tei­les bei der Zah­lung berück­sich­tigt wer­den. (…)“

        Das Baye­ri­sche Kon­kor­dat (http://www.vatican.va/roman_curia/secretariat_state/archivio/documents/rc_seg-st_19681007_s-sede-baviera_ge.html) schließ­lich ist sicher das, wel­ches im 10. Kapi­tel die detail­lier­te­sten Rege­lun­gen zur Ver­tei­lung der Dota­tio­nen ent­hält und u.a. auch expli­zit „Geld­lei­stun­gen an die 6 Diö­ze­san­bi­schö­fe“ und „Gehalts­zu­la­ge“ für Weih­bi­schö­fe auf­li­stet.

        Das spä­te­re Reichs­kon­kor­dat schweigt sich zwar über Geld­lei­stun­gen aus, aner­kennt aber die fort­be­stehen­de Gül­tig­keit der 3 vor­ge­nann­ten Kon­kor­da­te.

  3. Herr Dr. Brü­ning fin­det immer wie­der kla­re und deut­li­che Wor­te. Ich mag die­se Art zu schrei­ben und die Art, wie er die Wahr­heit zu benen­nen weiß, sehr. Ich wür­de mir wün­schen, noch wei­te­re Arti­kel von die­sem Autor auf katho­li­sches. info zu lesen.

  4. Zu Woel­kis Zitat

    „Wenn zwei Homo­se­xu­el­le Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­neh­men, wenn sie dau­er­haft und treu mit­ein­an­der umge­hen, muss man das in ähn­li­cher Wei­se sehen wie hete­ro­se­xu­el­le Bezie­hun­gen.“

    wäre noch zu sagen, da es bei­spiel­haft für einen deso­la­ten Glau­ben ist:

    Es ver­wun­dert mich immer wie­der sehr, wie Prie­ster, die ja für gewöhn­lich jeden Tag die hei­li­ge Eucha­ri­stie fei­ern, Jesus Chri­stus, der die Wahr­heit Ist, in den zen­tral­sten Fra­gen nicht mehr ver­ste­hen kön­nen, da sie ein­ge­nom­men sind von den Stim­men die­ser Welt.

    Die Hostie in uns ver­wan­delt uns nicht durch sich selbst in einem magi­schen Akt. Nein, ganz im Gegen­teil: die for­dert uns zu einem stän­di­gen Zwie­ge­spräch mit Gott in Jesus Chri­stus auf; das aber ist Anbe­tung und ein Leben in der Hei­lig­keit.

    Sofern täg­lich die Kom­mu­ni­on genos­sen wird, der Geist des Irr­tum aber in uns aus Furcht vor der Welt in uns ver­bleibt, for­dern wir Chri­stus her­aus und dro­hen uns das Gericht zu essen.

    Wir kön­nen nicht ‚wei­ter­sün­di­gen‘ bzw. zur ‚Sün­de anra­ten‘ oder die­se durch pasto­ra­le und zeit­gei­sti­ge Anwei­sun­gen abschwä­chen, ohne die Sün­de mit dem Sakra­ment nicht zu ver­mi­schen. Das ist dann ein Sakri­leg. Im Ange­sicht des Herrn, in sei­ner Kom­mu­ni­on mit uns, spricht er zu uns und im Raum unse­res Gewis­sens, ‚klar Schiff zu machen‘.

    Wenn wir die­se Stim­me Gttes in uns igno­rie­ren, krei­ren wir all­mäh­lich eine Här­sie und fol­gen den Gna­den­leh­re Luthers.

    Luther lehr­te, der Mensch kön­ne alle nur denk­ba­ren Sün­den bege­hen, wenn er nur den Glau­ben habe, als Sün­der nicht anders zu kön­nen und dass Jesus für unse­re Schuld schon bazahlt (hat).

    Luther hat ja den Men­schen zur Welt befreit und geht damit den umge­kehr­ten Weg, wie ihn etwa die Väter unse­res Glau­bens gin­gen.

    Unse­re Kir­che ist lei­der Got­tes durch und durch pro­te­stan­ti­siert.

    Wann aber, und so leh­ren es die Väter, ist eine Sün­de ver­ge­ben? Es gibt hier im Grun­de nur ein Kri­te­ri­um: das der voll­kom­me­nen Reue. Wann aber haben wir voll­kom­me­ne Reue:

    WENN WIR SICHER SIND, DIE SÜNDE NICHT MEHR ZU BEGEHEN.

    Ich weiß, dass gera­de auch auf kath.tube von einem bekann­ten Beicht­va­ter etwas ande­res gelehrt wur­de. Die kon­kre­ten Geschich­ten unse­res Lebens leh­ren jedoch etwas ande­res, und dies wird auch Herr Brü­ning bestä­ti­gen kön­nen:

    Wir sind es, die die Sün­de abschnei­den müs­sen, ‚um sich wür­dig zu machen zu emp­fan­gen‘. Und die­ser FREIE Wil­lens­akt des Men­schen for­der­te eben die Gna­de her­aus, er ist die allei­ni­ge Bring­schuld des Men­schen.

    Die Väter der Ortho­do­xie leh­ren bis heu­te den Weg der Aske­se, um der Gna­de einen Raum zu schaf­fen. Gott will, dass wir sein Gesetz mit dem Her­zen lesen und es ver­ste­hen.

    Die Gebots­treue führt uns in das Leben des Hei­li­gen Gei­stes. Men­schen­see­le und Got­tes Geist umar­men sich.
    Es han­delt sich im christ­li­chen Glau­ben nie um ein pures Gna­den­ge­schenk, son­dern immer um das Schaf­fen der Vor­ausst­zung dafür, Gott an die erste Stel­le zu stel­len.

    Der Hei­li­ge Maka­ri­os der Agy­ter gibt in einer sei­ner Homi­li­en nichts ande­res als den drin­gen­den Ruf Got­tes im 1. Gebot wie­der: Set­ze Gott an die erste Stel­le! Der Mönch [also eigent­lich der Getauf­te Mensch] sucht ‚zuerst‘ Gott. Zuvor ver­mag er nichts. Er geht auch nicht ‚zuerst‘ zu den Men­schen, son­dern weiß, dass Gott sel­ber es ist, der Men­schen schickt, wenn nur der Mönch unter dem Gei­ste treu und recht­schaf­fen aus­harrt.

    Maka­ri­os: „Wenn Er sieht, dass du Ihn mit glü­hen­dem Eifer suchst, erscheint Er dir und zeigt sich dir, gewährt dir Sei­ne Hil­fe und ver­leiht dir den Sieg, indem Er dich erlöst von dei­nen Fein­den. Denn Nach­dem Er zuerst dei­ne Suche nach Ihm gese­hen hat, wie du dei­ne gan­ze Erwar­tung unent­wegt auf Ihn allein gerich­tet hältst, lehrt er dich und gibt dir das wah­re Gebet, die wah­re Lie­be, die nichts ande­res ist als er Selbst, Der in dir alles wird: Para­dies, „Baum des Lebens“ (Gen 2,9), Per­le, Sie­ges­kranz, Bau­mei­ster, Acker­bau­er, Lei­den­der, Lei­den­schafts­lo­ser, Mensch, Gott, Wein, „leben­di­ges Was­ser“ (Joh 4,10), Lamm, Bräu­ti­gamm, Krie­ger, Waf­fe, denn Chri­stus ist „alles in allen“ (1 Kor 15,28).“

    Es geht bei Maka­ri­os um eine Grund­satz­ent­schei­dung Gott immer an die erste Stel­le zu stel­len:

    „Zu Ihm hin musst du dei­nen Geist und dei­ne Gedan­ken sam­meln und nichts ande­res mehr den­ken, son­dern har­ren auf Ihn allein.“ „Des­halb beflei­ßi­ge dich, dem Herrn zu gefal­len, indem du Ihn jeder­zeit inner­lich erwar­test, indem du Ihn suchst mit dei­nen Gedan­ken und indem du dei­nen Wil­len und dei­ne inne­re Nei­gung zwingst und nötigst, alle­zeit zu Ihm hin­zu­schau­en. Dann wirst du sehen, wie Er zu dir kommt und Woh­nung nimmt in dir. Denn je mehr du dei­nen Geist sam­melst zur Suche nach Ihm, desto mehr wird er durch Sei­ne eige­ne Barm­her­zig­keit und Güte genö­tigt, zu dir zu kom­men und dich zu erquicken. Denn er ist da und beob­ach­tet dei­nen Geist, dei­ne Gedan­ken, dei­ne Erwä­gun­gen. Er ach­tet dar­auf, wie du Ihn suchst – ob aus gan­zer See­le oder aus Träg­heit und Nach­läs­sig­keit.“

    An die­ser Stel­le möch­te ich noch einen Buch­tipp abge­ben:

    Kli­tos Ioann­i­dis: Elder Por­phy­ri­os, Testi­mo­nies and expe­ri­en­ces

    Das Buch gibt es nur auf Grie­chisch und Eng­lisch. Die eng­li­sche Fas­sung ist aber sehr leicht les­bar.
    Ein ganz wun­der­ba­res Buch, das auf­zeigt, wel­che Schät­ze der Herr für die bereit hält, die bereit sind, sich über den schma­len Weg der Gebot zu hei­li­gen.

  5. Bezüg­lich mei­ner Aus­füh­run­gen ist hier noch ein guter Bei­trag von Elder Joseph zu fin­den:

    https://www.youtube.com/watch?v=SDn_BXyCvLk

    Fazit: Leben ist ‚Leben auf Mes­sers Schnei­de‘. Jeden Augen­blick kön­nen wir ster­ben und ste­hen vor dem Rich­ter­stuhl Got­tes. Das Gericht Got­tes fin­det heu­te schon statt. Wir brau­chen sol­che Hir­ten, die uns das immer wie­der sagen: „Leben ist Anspan­nung und Tat“. (Karl Adam)

    Der Abreiß­ka­len­der vom 07.11. erin­nert dar­an, dass wir auf­hö­ren soll­ten Dies­seits und Jen­seits zu tren­nen:

    „Die Ewig­keit ist kei­ne erstarr­te Zeit­lich­keit, son­dern von Gott erfüll­te Wirk­lich­keit.“ (Gott­hard Nie­bert)

    Wir leben also jetzt schon in der Ewig­keit, in Him­mel oder Höl­le, ein jeder nach sei­nem Glau­ben.

    Denn was wir auf Erden bin­den, das wird auch im Him­mel gebun­den sein.

    Und wenn wir uns heu­te nicht bekeh­ren, wer weiß, ob wir mor­gen dazu noch Zeit und Gna­de haben wer­den.

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