Rupniks belastendes Erbe

Vatikan und Lourdes


Die Kunst des Priesterkünstlers Marko Ivan Rupnik, gegen den vom Glaubensdikasterium wegen Mißbrauchsvorwürfen ermittelt wird, scheidet die Geister, auch am Marienheiligtum in Lourdes (Bild).
Die Kunst des Priesterkünstlers Marko Ivan Rupnik, gegen den vom Glaubensdikasterium wegen Mißbrauchsvorwürfen ermittelt wird, scheidet die Geister, auch am Marienheiligtum in Lourdes (Bild).

Die katho­li­sche Kir­che tut sich schwer mit der Hin­ter­las­sen­schaft des slo­we­ni­schen Prie­ster­künst­lers Mar­ko Ivan Rup­nik – nicht nur, was die gegen ihn erho­be­nen Miß­brauchs­vor­wür­fe betrifft, son­dern auch sei­ne Kunst­wer­ke, die man an den bedeu­tend­sten Hei­lig­tü­mern der latei­ni­schen Chri­sten­heit an pro­mi­nen­ter Stel­le pla­zier­te. Das zei­gen die römi­sche Ent­schei­dung, an Rup­niks Dar­stel­lun­gen fest­zu­hal­ten, und die Kon­tro­ver­sen um sei­ne Kunst im Mari­en­wall­fahrts­ort Lourdes.

Anzei­ge

Papst Fran­zis­kus wird von den füh­ren­den Main­stream-Medi­en der Welt als Null-Tole­ranz­ler und eiser­ner Miß­brauchs­be­kämp­fer prä­sen­tiert, doch die Wirk­lich­keit ist eine ande­re. Täter, die ihm nahe­ste­hen, erfah­ren eine Son­der­be­hand­lung. Rup­nik, bis vor kur­zem ein Mit­bru­der des Pap­stes im Jesui­ten­or­den, ist nur ein Bei­spiel dafür. Alle füh­ren­den Medi­en wis­sen es, doch nie­mand scheint es wirk­lich zu küm­mern. Skan­da­le schei­nen nur dann wel­che zu sein, wenn sie gera­de ins Kon­zept irgend­wel­cher Inter­es­sen passen.

Rupniks Kunst

Über Rup­niks Kunst mag man geteil­ter Mei­nung sein. Man­che spricht gera­de ihre Schlicht­heit an, ande­re fin­den die­se naiv und des­halb eines Sakral­rau­mes unwür­dig. Im Gegen­satz zu inhalt­lich zwei­fel­haf­ter oder blas­phe­mi­scher Kunst, wie dem jüng­sten Bei­spiel im Lin­zer Dom, wur­de gegen Rup­niks Kunst nie der Vor­wurf der Hete­ro­do­xie erhoben.

Die Geschmacks­fra­ge mag jeder für sich sel­ber ent­schei­den. Tat­sa­che ist, daß der Vati­kan über meh­re­re Pon­ti­fi­ka­te hin­weg Rup­nik för­der­te und sei­ne Kunst zu einem Kanon der neu­en Sakral­kunst mach­te. Es gibt kaum ein inter­na­tio­nal bedeu­ten­des Hei­lig­tum, das nicht mit Rup­niks Mosai­ken aus­ge­stat­tet wur­de, vom Vati­kan über San Gio­van­ni Roton­do bis Lour­des und Fati­ma. Die Päp­ste wer­den sich wenig dar­um geküm­mert haben, die vati­ka­ni­sche Kir­chen­bau­be­hör­de aber dafür umso mehr. Genau jene Behör­de, von der auch die bru­ta­li­sti­schen Ele­men­te in den moder­nen Kir­chen­bau ein­ge­führt wur­den. Man den­ke an das Gara­gen­flair der Ufo-Kir­che mit dem neu­en Grab des hl. Pater Pio von Piet­rel­ci­na; die Manie, das Aller­hei­lig­ste aus den Altar­räu­men zu ver­ban­nen und die Ver­bis­sen­heit, mit der die Knie­bän­ke und man­cher­orts auch die Weih­was­ser­becken besei­tigt wurden.

Das Veränderungen im Bistum Tarbes-Lourdes

Ein Hei­lig­tum, das sich nun mit Rup­nik Erbe und Last quält, ist der Mari­en­wall­fahrts­ort Lour­des. Dort tat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ohne­hin eini­ges. Papst Bene­dikt XVI. hat­te die Lei­tung des Bis­tums Tar­bes und Lour­des mit dem berühm­ten Mari­en­hei­lig­tum Anfang 2012 dem tra­di­ti­ons­freund­li­chen Bischof Nico­las Brou­wet anver­traut, der zuvor Weih­bi­schof von Nan­terre war. Das war als stra­te­gi­sche Ent­schei­dung gese­hen wor­den, daß Bene­dikt XVI. Tra­di­ti­on und Neue­van­ge­li­sie­rung zusam­men­füh­ren woll­te. Der Ernen­nung war ein auf­se­hen­er­re­gen­der Appell einer Grup­pe rom­treu­er Prie­ster vor­aus­ge­gan­gen, die neue Bischö­fe für das Land forderte.

Papst Fran­zis­kus hat­te dann aber ande­re Vor­stel­lun­gen zu Lour­des. Man­che Stim­men spra­chen davon, daß er „Hand“ an das bedeu­ten­de Hei­lig­tum legen woll­te, das jähr­lich so vie­le Pil­ger anzieht. So ent­zog er 2019 dem „zu katho­li­schen“ Bischof Brou­wet die Zustän­dig­keit für den Mari­en­wall­fahrts­ort und unter­stell­te die­sen einem päpst­li­chen Kom­mis­sar. Die Begrün­dung, die Rom dafür lie­fer­te, ergab kei­nen Sinn:

„Die Ent­schei­dung befin­det sich auf der Linie mit jener 2017 getrof­fe­nen für Med­jug­or­je: Papst Fran­zis­kus ist die Betreu­ung der Pil­ger ein beson­de­res Anlie­gen, und er wünscht, daß Zen­tren der Mari­en­fröm­mig­keit ‚immer mehr zu Orten des Gebets und des christ­li­chen Zeug­nis­ses wer­den, die den Bedürf­nis­sen des Vol­kes Got­tes entsprechen‘.“

Es han­del­te sich viel­mehr um eine Macht­de­mon­stra­ti­on. Auch die Stoß­rich­tung war ein­deu­tig: Das Mari­en­hei­lig­tum wur­de einem tra­di­ti­ons­freund­li­chen Bischof ent­zo­gen, der Lour­des auch der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. groß­zü­gig geöff­net hat­te, um sie Msgr. Hérouard, einem der in Fra­gen der Lit­ur­gie und der Glau­bens­leh­re pro­gres­siv­sten Bischö­fe Frank­reichs, anzu­ver­trau­en. Msgr. Brou­wet war es inner­halb weni­ger Jah­re sogar gelun­gen, die Finan­zen des Hei­lig­tums, die sich bis dahin im roten Bereich befan­den, zu sanieren.

Mar­ko Ivan Rup­nik mit Papst Fran­zis­kus im Vati­kan (kei­ne Fotomontage)

Die Fol­gen des päpst­li­chen Ein­griffs lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten. Im fol­gen­den Jahr, 2020, ließ der päpst­li­che Kom­mis­sar Hérouard am Beginn der angeb­li­chen Coro­na-Pan­de­mie – von der man inzwi­schen weiß, daß es sie nie gege­ben hat – die Was­ser­becken in Lour­des schlie­ßen. Die­ser Schritt wur­de zum Nega­tiv­sym­bol dafür, wie die kirch­li­che Hier­ar­chie, ange­feu­ert von Papst Fran­zis­kus und sei­nen Bera­tern (wer waren eigent­lich sei­ne Ein­flü­ste­rer?), die Gläu­bi­gen um die Gna­den­mit­tel brach­te. In der Not ist der Zugang zu den Sakra­men­ten und Sakra­men­ta­li­en beson­ders wich­tig. Die Welt zeig­te eine Hei­den­angst und ver­bar­ri­ka­dier­te sich. Die Kir­che hät­te genau in die­sem Moment ihre Tore beson­ders weit auf­ma­chen müs­sen, um den Men­schen zu zei­gen, wo sie wah­ren Trost fin­den, indem in einer gott­ver­ges­se­nen Welt schlag­ar­tig der Blick auf das Wesent­li­che gerich­tet wird. Doch das Gegen­teil geschah. Die Kir­che tön­te mit der Welt, ent­fern­te das Weih­was­ser, unter­sag­te die Mund­kom­mu­ni­on, ja die Meß­ze­le­bra­tio­nen ins­ge­samt und schloß die Was­ser­becken von Lour­des, die der Hei­lung der Kran­ken die­nen. Die Kir­che ver­hielt sich „szi­en­ti­stisch“, wis­sen­schafts­gläu­big im nega­tiv­sten Sinn, und tat so, als sei­en das Aller­hei­lig­ste, das Weih­was­ser und die über­na­tür­lich offen­bar­te Heil­quel­le von Lour­des eine Bedro­hung für den Menschen.

2021 wur­de dann Msgr. Brou­wet von Fran­zis­kus über­haupt aus Tar­bes-Lour­des weg­be­för­dert und zum Bischof der nicht wesent­lich grö­ße­ren Diö­ze­se Nîmes ernannt. Zum neu­en Bischof von Lour­des bestell­te er im März 2022 den Sul­pi­zia­ner Jean-Marc Micas. Die­ser muß sich nun mit den Rup­nik-Mosai­ken her­um­schla­gen, nach­dem der Skan­dal um den Künst­ler­prie­ster weni­ge Mona­te nach Micas Amts­an­tritt explodierte.

Rom verwendet weiterhin Rupnik-Kunst

Auch in Rom ist man hin- und her­ge­ris­sen, wie nun mit der künst­le­ri­schen Hin­ter­las­sen­schaft des ehe­ma­li­gen Jesui­ten umzu­ge­hen sei. Das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dik­aste­ri­um, mit dem Papst Fran­zis­kus die vati­ka­ni­schen Medi­en beson­ders eng an San­ta Mar­ta band, ver­wen­det wei­ter­hin Rup­nik-Dar­stel­lun­gen. Pao­lo Ruf­fi­ni, der Prä­fekt des Dik­aste­ri­ums, ver­tei­dig­te die Ent­schei­dung Ende Juni bei einer Tagung in den USA und ern­te­te dafür hef­ti­ge media­le Kri­tik. Das rief auch den Wider­spruch von Kar­di­nal Sean Patrick O’Malley, dem Vor­sit­zen­den der Päpst­li­chen Kin­der­schutz­kom­mis­si­on, auf den Plan. Die­ser for­der­te in einem Schrei­ben an die römi­schen Dik­aste­ri­en dazu auf, Rup­niks Bil­der nicht mehr zu ver­wen­den. Es sei ein Wider­spruch, die Kunst­wer­ke eines Man­nes zu zei­gen und als Logo für kirch­li­che Ereig­nis­se zu ver­wen­den, gegen den das Glau­bens­dik­aste­ri­um gera­de in Miß­brauchs­fäl­len ermittelt.

Die Fra­ge ist schwie­rig, da sehr unter­schied­li­che Ebe­nen berührt wer­den. Das von einer Grup­pe römi­scher Prie­ster betrie­be­ne Infor­ma­ti­ons­por­tal Sile­re non pos­sum ver­öf­fent­lich­te dazu eige­ne Überlegungen:

1. Mar­ko Rup­nik ist nicht sei­ne Kunst. Auch durch die­se Bil­der kön­nen Men­schen Gott begeg­nen. Ja, viel­leicht ist es skan­da­lös, aber genau das ist die christ­li­che Bot­schaft: Gott kommt trotz der von Sün­de gezeich­ne­ten Mensch­heit. Dafür gibt es vie­le Bei­spie­le in der Geschich­te, auch in der Kunst.

2. Die For­de­rung nach Ent­fer­nung der Mosai­ke oder der Bil­der von Rup­niks Wer­ken zeugt von Unwis­sen­heit und dem Wunsch, eine dam­na­tio memo­riae zu betrei­ben, hat aber nichts mit den (mut­maß­li­chen) Opfern, dem Glau­ben, der Erfah­rung des ein­zel­nen usw. zu tun. Es lohnt sich, dar­auf hin­zu­wei­sen, denn selbst wenn Rup­nik der ange­klag­ten Ver­bre­chen für schul­dig befun­den wür­de, gäbe es noch immer kei­nen Grund, die von ihm geschaf­fe­nen „kilo­me­ter­lan­gen Arbei­ten“ zu demontieren.

3. Rup­niks Wer­ke, das ist unser per­sön­li­ches Urteil, sind häß­lich. Viel­leicht ist das der Grund, war­um sie weder auf der Inter­net­sei­te des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dik­aste­ri­ums noch inner­halb oder außer­halb der Kir­chen hät­ten Ver­wen­dung fin­den sollen.

4. Hat sich nie­mand gefragt, wie­viel Geld das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dik­aste­ri­um dem [von Rup­nik gegrün­de­ten und die Kunst­wer­ke aus­füh­ren­den] Zen­trum Alet­ti gege­ben hat, um die­se Fotos ver­wen­den zu kön­nen? Man den­ke nicht, daß die Rech­te umsonst ver­ge­ben wur­den. Wie­viel Geld hat Ruf­fi­ni Rup­nik gege­ben? In die­sem Zusam­men­hang stellt sich die Fra­ge, wel­che Rol­le Rup­nik bei der Ernen­nung von Nataša Gove­kar an das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dik­aste­ri­um gespielt hat? Wel­che Bezie­hung hat Dario Edo­ar­do Viganò [von 2015 bis 2018 Prä­fekt des dama­li­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­se­kre­ta­ri­ats, heu­te Vize­kanz­ler der Päpst­li­chen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten] zu Rup­nik und dem Zen­trum Alet­ti? Man kann sich zu Recht fra­gen, war­um Rup­nik nicht in Schnell­ver­fah­ren abge­ur­teilt wird, wie es bei allen Prie­stern der Fall ist, die des Miß­brauchs beschul­digt wer­den. Das ist die eigent­li­che Fra­ge. Es steht uns nicht zu, zu sagen, ob er schul­dig oder unschul­dig ist. Aber wie kommt es, daß er nicht vor Gericht gestellt wird? Wie kommt es, daß die­se Hal­tung bei ihm ange­wandt wird und nicht bei allen? Spielt Geld dabei kei­ne Rolle?

5. Schließ­lich sind die Äuße­run­gen von Pao­lo Ruf­fi­ni und Kar­di­nal Sean Patrick O’Mal­ley nicht das Ergeb­nis eines Macht­kamp­fes zwi­schen einem Kar­di­nal der Hei­li­gen Römi­schen Kir­che und einem unwis­sen­den Lai­en, anders als Mas­si­mo Fag­gio­li, der ein „Ein­flü­ste­rer ist, der es nicht geschafft hat“ und jetzt von Ame­ri­ka aus mit Dan-Brown-ähn­li­chen Äuße­run­gen spielt. Es ist viel­mehr die Linie eines Man­nes (Ruf­fi­ni), der sich der Unter­stüt­zung des Pap­stes sicher ist, und auf der ande­ren Sei­te die eines Kar­di­nals, der sich dem Wil­len aller Opfer oder mut­maß­li­chen Opfer von Miß­brauch nach Bestra­fung beu­gen muß. Die Aus­sa­gen von Pao­lo Ruf­fi­ni zei­gen ein­mal mehr, wie unklug und absurd es ist, einen Lai­en an die Spit­ze eines so heik­len Dik­aste­ri­ums wie das der Kom­mu­ni­ka­ti­on zu set­zen. Nicht ein­mal ein aus­ge­bil­de­ter Laie noch dazu.

In dem Schrei­ben von O’Mal­ley, das an die ver­schie­de­nen Dik­aste­ri­en geschickt wur­de, heißt es übri­gens nicht, daß man „die Bil­der von Rup­nik nicht ver­wen­den“ soll­te, son­dern daß man „Vor­sicht wal­ten las­sen“ soll­te, was in die­sem Fall nie der Fall war.

Soweit die Anmer­kun­gen von Sile­re non pos­sum.

Die Stellungnahme von Bischof Micas von Tarbes und Lourdes

Wie schon zuvor der Bischof von Genf, Lau­sanne und Frei­burg, so ent­schied nun auch die Diö­ze­se Tar­bes und Lour­des, trotz einer Peti­ti­on, die Rup­nik-Wer­ke zu ent­fer­nen, nichts zu über­ei­len. In einer Stel­lung­nah­me äußer­te Msgr. Micas gestern sei­ne „per­sön­li­che Mei­nung“, wie er betonte:

Erklä­rung des Bischofs von Tarbes-Lourdes

„In Lour­des müs­sen die Lei­den­den und die Ver­wun­de­ten, die Trost und Wie­der­gut­ma­chung brau­chen, an erster Stel­le ste­hen. […] Ange­sichts der Tat­sa­che, daß dies für vie­le Men­schen unmög­lich gewor­den ist, bin ich per­sön­lich der Mei­nung, daß es bes­ser wäre, die­se Mosai­ke zu entfernen.“ 

Zugleich äußer­te der Bischof, daß die­se Opti­on aber nicht auf brei­te Zustim­mung stößt, ja, „sie stößt bei eini­gen auf ech­ten Wider­stand“. Daher ist die Ent­schei­dung nicht „aus­ge­reift“, son­dern pro­vo­ziert Kon­tro­ver­sen und leb­haf­te Debat­ten. Msgr. Micas reagier­te damit auf „vie­le Opfer von Gewalt und sexu­el­lem Miß­brauch durch Kle­ri­ker“, die zum Aus­druck gebracht haben, was für „Leid und Gewalt“ der Anblick der Rup­nik-Mosai­ke am Ein­gang der Rosen­kranz-Basi­li­ka „für sie dar­stellt“. Der Bischof erin­ner­te an die Kom­mis­si­on, die vom Rek­tor des Mari­en­hei­lig­tums im ver­gan­ge­nen Jahr in der Sache ein­ge­setzt wur­de. Er, Bischof Micas, habe zahl­rei­che Stel­lung­nah­men von Kar­di­nä­len, Bischö­fen, Opfern, Künst­lern, Sach­ver­stän­di­gen gele­sen und fest­ge­stellt, wie pola­ri­siert die Mei­nun­gen sind. Es sei „kein Kon­sens“ in den Vor­schlä­gen zu erken­nen. Als „ersten Schritt“ habe man aber beschlos­sen, daß die Her­vor­he­bung der Mosai­ke bei den Licht­spie­len am Ende der abend­li­chen Pro­zes­si­on been­det wird.

Gegen­über La Croix, der Tages­zei­tung der fran­zö­si­schen Bischö­fe, beton­te Msgr. Micas noch deut­li­cher, daß er der Über­zeu­gung ist, daß „eines Tages“ die Rup­nik-Mosa­ik ent­fernt wer­den, da sie es ver­hin­dern, daß „alle Men­schen“, auch die Opfer, unge­zwun­gen nach Lour­des kom­men können.

Vati­can­News, das, nach der hef­ti­gen Kri­tik an den Ruf­fi­ni-Äuße­run­gen, doch auf bis­her ver­wen­de­te Rup­nik-Bil­der ver­zich­te­te, publi­zier­te die Stel­lung­nah­me von Bischof Micas und beton­te dabei, daß seit Ende 2023 ein Ver­fah­ren gegen Rup­nik statt­fin­de, das aus­drück­lich von Papst Fran­zis­kus gewollt wur­de und er eigens dafür die gel­ten­den Ver­jäh­rungs­fri­sten aus­ge­setzt habe.

Das ist frei­lich nur die hal­be Wahr­heit, wie schon Sile­re non pos­sum andeu­te­te. Wahr ist, daß gegen Rup­nik bereits ein Ver­fah­ren vor der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on statt­ge­fun­den hat­te und er für schul­dig befun­den wor­den war. Das Urteil lau­te­te: Exkom­mu­ni­ka­ti­on. Doch dann ver­san­de­te alles im Nichts, was nur durch eine Inter­ven­ti­on von Papst Fran­zis­kus gesche­hen konn­te. Erst als der öffent­li­che Druck durch neue Anschul­di­gun­gen und wei­te­re Opfer, die sich mel­de­ten, zu groß wur­de, änder­te Fran­zis­kus sei­nen Kurs. Kri­ti­sche Nach­fra­gen durch kirch­li­che oder welt­li­che Jour­na­li­sten sind nach wie vor kaum zu befürch­ten. Nun fin­det ein neu­es Ver­fah­ren gegen Rup­nik statt, das laut­stark in die Welt hin­aus­po­saunt, aber zugleich ver­schleppt wird. In San­ta Mar­ta hofft man offen­bar immer noch, daß Gras über die Sache wächst, ohne daß nen­nens­wer­te Kon­se­quen­zen fol­gen müssen.

Alle sind vor dem Gesetz gleich, aber man­che eben glei­cher – auch Mißbrauchstäter.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/​Diözese Tarbes-Lourdes

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1 Kommentar

  1. Auf­grund der Miss­brauchs­vor­wür­fe und Schil­de­run­gen der betrof­fe­nen (erwach­se­nen) Frau­en, die alle sei­ner Gemein­schaft ange­hör­ten, ergibt sich das Bild einer unse­li­gen Ver­quickung einer eigen­ar­ti­gen Spi­ri­tua­li­tät P. Rup­niks von christ­li­chen Vor­stel­lun­gen mit Ein­flüs­sen u.a. aus dem Hin­du­is­mus, die er in ero­tisch-sexu­el­len Prak­ti­ken sozu­sa­gen verleiblichte.
    (z.B. „Drei­fal­tig­keit“ als Bezie­hung zu dritt).
    Dabei nutz­te er offen­bar sei­ne Stel­lung als geist­li­cher Lei­ter und das Abhän­gig­keits­ver­hält­nis der oft jun­gen Frau­en sei­ner Gemein­schaft in ungu­ter Wei­se aus, so daß man von einem Miss­brauch in mehr­fa­cher Hin­sicht aus­ge­hen kann.

    Die Non­cha­lance des Pap­stes, der P. Rup­nik bis zum Äußer­sten pro­te­gier­te und sogar noch als Exer­zi­ti­en­pre­di­ger ein­lud, als bereits glaub­haf­te Miss­brauchs­vor­wür­fe bekannt gewor­den waren, ent­spricht viel­leicht sei­ner argen­ti­ni­schen Men­ta­li­tät mit einem gewis­sen Machis­mo, ist aber mei­nes Erach­tens eines Pap­stes nicht würdig.
    Umso mehr zeigt sich, wie­der ein­mal, die Dis­kre­panz zwi­schen Anspruch und öffent­li­cher Dar­stel­lung („Null-Tole­ranz“ gegen­über Miss­brauch) und dem Han­deln des Pap­stes (für das sich ja noch eine gan­ze Rei­he Miss­brauchs­tä­ter anfüh­ren lie­ße, die er in Kennt­nis der Vor­wür­fe ver­tei­dig­te, im Amt beließ, oder, wenn es gar nicht mehr mög­lich war, in sei­ne Nähe hol­te und sogar mit neu­en Auf­ga­ben betraute).

    In Kennt­nis des Hin­ter­grun­des ist es mir nicht mög­lich, die Wer­ke Rup­niks unbe­fan­gen zu betrach­ten und ich wünsch­te, der Vati­kan wür­de die Dezenz haben, auch mit Rück­sicht auf die Gefüh­le der Opfer, sie nicht wei­ter zu bewer­ben und zu verkaufen.
    Tat­säch­lich haben sie mich eben­so­we­nig ange­spro­chen wie die neu­en Wall­fahrts­kir­chen mit dem Charme einer Bahn­hofs­hal­le oder /​ und Durch­set­zung mit frei­mau­re­ri­schen Sym­bo­len und Ver­ban­nung des Aller­hei­lig­sten in „kal­te“ Neben­räu­me (San Gio­van­ni Roton­do, Fatima). 

    Schlie­ssung der Bäder – emble­ma­tisch für das Ver­sa­gen der Kir­che in der Corona-Zeit !

    „Im fol­gen­den Jahr, 2020, ließ der päpst­li­che Kom­mis­sar Herouard am Beginn der angeb­li­chen Coro­na-Pan­de­mie – von der man inzwi­schen weiß, daß es sie nie gege­ben hat – die Was­ser­becken in Lour­des schlie­ßen. Die­ser Schritt wur­de zum Nega­tiv­sym­bol dafür, wie die kirch­li­che Hier­ar­chie, ange­feu­ert von Papst Fran­zis­kus und sei­nen Bera­tern (wer waren eigent­lich sei­ne Ein­flü­ste­rer?), die Gläu­bi­gen um die Gna­den­mit­tel brachte.“

    Das Schlie­ssen der Bäder in Lour­des zur Coro­na Zeit ist skan­da­lös und ein Akt des Unglau­bens, genau kon­tra­pro­duk­tiv zu dem, wie „die Kir­che“ sich in die­ser Zeit hät­te zei­gen müs­sen: als ein Ort der Zuflucht, wo Panik kei­nen Platz hat­te, des gemein­sa­men Gebe­tes, des Tro­stes und der Sakra­men­ten­spen­dung für Kran­ke und Sterbende.
    Unsäg­li­ches Unrecht, wie auch in kirch­li­chen Pfle­ge­ein­rich­tun­gen Alte, Kran­ke mit „Imp­fun­gen“ und Mas­ken­zwang mal­trä­tiert wur­den und ohne Kon­tak­te zu ihren Ange­hö­ri­gen ster­ben mussten.

    Hier­zu (auch Lour­des) nimmt Weih­bi­schof Ele­gan­ti in einem Inter­view mit Andre­as Wail­zer für Life Site Stellung:
    „Unter­stüt­zung für Coro­na Poli­tik und Impf­pflicht war Sün­den­fall der Kirche“
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​g​y​B​k​T​c​o​q​28w 11 Min, jeder Satz ein Treffer!

    Und eine hörens­wer­te Gesprächs­run­de zum Ver­sa­gen der Kir­chen kam auf Anre­gung von Dr. Roth­fuss in Ber­lin zusam­men. Der ehe­ma­li­ge CSU-Abge­ord­ne­te gehört zu den „Chri­sten in der AfD“ und hat­te auch das her­vor­ra­gend besetz­te Sym­po­si­um 11/12.11.23 zur Coro­na- Auf­klä­rung in Ber­lin initi­iert. Lei­der feh­len in der Run­de Ver­tre­ter der katho­li­schen Kir­che bzw Katholiken.
    Ich wünsch­te, Bischö­fe wür­den das hier Gesag­te zur Kennt­nis und sich zu Her­zen neh­men – ver­mut­lich der­zeit eine ver­geb­li­che Hoff­nung bei der unfass­ba­ren Regie­rungs­nä­he der (mei­sten) „Hir­ten“.
    „Per­fi­de Macht­spie­le der Staats­kir­chen (Wer profitiert?)“
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​0​W​_​l​C​a​a​d​Dpc 1h 25Min

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