Bischof „zu katholisch“ — Franziskus schickt den Kommissar nach Lourdes

Apostolischer Sondergesandter für den berühmten Marienwallfahrtsort

Das Marienheiligtum Lourdes, eines der bedeutendsten der Welt, wurde von Papst Franziskus mit ungewöhnlicher Begründung unter kommissarische Verwaltung gestellt.
Das Marienheiligtum Lourdes, eines der bedeutendsten der Welt, wurde von Papst Franziskus mit ungewöhnlicher Begründung unter kommissarische Verwaltung gestellt.

(Paris) Das Mari­en­hei­lig­tum Unse­rer Lie­ben Frau von Lour­des wur­de vom Vati­kan unter kom­mis­sa­ri­sche Auf­sicht gestellt. Papst Fran­zis­kus ent­zog dem „zu katho­li­schen“ Orts­bi­schof den berühm­ten Wall­fahrts­ort, für den nun einer der pro­gres­siv­sten Bischö­fe Frank­reichs zustän­dig ist.

Die Nach­richt gab Andrea Tor­ni­el­li, der bis Dezem­ber 2018 Haus­va­ti­ka­nist von Papst Fran­zis­kus und seit­her Gene­ral­chef­re­dak­teur der Vati­kan­me­di­en, auf Vati­can­News bekannt. In der heu­ti­gen Aus­ga­be berich­te­te er auch im Osser­va­to­re Roma­no davon.

Die deut­sche Aus­ga­be von Vati­can­News titel­te heu­te:

„Den wah­ren Geist von Lour­des bewah­ren.“

Was war gesche­hen?

Papst Fran­zis­kus ernann­te mit Schrei­ben vom 31. Mai  Msgr. Antoi­ne Herouard, Weih­bi­schof von Lil­le, zum Apo­sto­li­schen Gesand­ten für das berühm­te fran­zö­si­sche Mari­en­hei­lig­tum in den okzi­ta­ni­schen Pyre­nä­en. Wie Tor­ni­el­li schreibt, habe Kuri­en­erz­bi­schof Rino Fisi­chel­la, der Vor­sit­zen­de des Päpst­li­chen Rates für die Neue­van­ge­li­sie­rung, offi­zi­ell die Ent­schei­dung von Papst Fran­zis­kus bekannt­ge­ge­ben.

Tor­ni­el­li, der über direk­ten Zugang zum Papst ver­fügt, han­delt seit 2013 als inof­fi­zi­el­les Sprach­rohr von Fran­zis­kus. Was er schreibt, gibt das Den­ken und die Mei­nung des Pap­stes wie­der. Tor­ni­el­li ver­öf­fent­licht, was Fran­zis­kus selbst so (noch) nicht öffent­lich sagen kann oder will. Zur über­ra­schen­den Ent­schei­dung schrieb Tor­ni­el­li:

„Die Ent­schei­dung befin­det sich auf der Linie mit jener 2017 getrof­fe­nen für Med­jug­or­je: Papst Fran­zis­kus ist die Betreu­ung der Pil­ger ein beson­de­res Anlie­gen, und er wünscht, daß Zen­tren der Mari­en­fröm­mig­keit ‚immer mehr zu Orten des Gebets und des christ­li­chen Zeug­nis­ses wer­den, die den Bedürf­nis­sen des Vol­kes Got­tes ent­spre­chen‘.“

Wur­de nicht genau das in Lour­des seit 160 Jah­ren gewähr­lei­stet?

Die Ernen­nung von Msgr. Herouard erfolg­te „ad nutum Sanc­tae Sedis“, auch dar­in zeigt sich eine Par­al­le­le zu Erz­bi­schof Hen­ryk Hoser zum Apo­sto­li­schen Gesand­ten für Med­jug­or­je. Die Ernen­nung gilt damit auf unbe­grenz­te Zeit. Der Son­der­ge­sand­te steht dem Papst zur Ver­fü­gung solan­ge die­ser es für not­wen­dig erach­tet. Tor­ni­el­li betont zwar auf Vati­kan­News und im Osser­va­to­re Roma­no, daß das Man­dat von Msgr. Herouard „im Unter­schied zu Msgr. Hoser“ für Med­jug­or­je, „nicht unbe­grenzt“ sei, doch das ent­spre­chen­de Detail fin­det sich im päpst­li­chen Dekret nicht.

Das päpst­li­che Ernen­nungs­schrei­ben wur­de in Lour­des vor den ver­ant­wort­li­chen Prie­stern des Mari­en­hei­lig­tums ver­le­sen. Öffent­lich bekannt­ge­macht wur­de es gestern mit­tag von Erz­bi­schof Fisi­chel­la, dem Vor­sit­zen­den „des Dikaste­ri­ums, das vor zwei Jah­ren von Fran­zis­kus den Auf­trag erhielt, die Seel­sor­ge an den Mari­en­hei­lig­tü­mern auf­zu­wer­ten“, wie Tor­ni­el­li schreibt.

Aus dem Schrei­ben geht her­vor, daß Msgr. Fisi­chel­la selbst in den ver­gan­ge­nen Mona­ten im päpst­li­chen Auf­trag die Situa­ti­on in Lour­des unter­sucht hat. Jähr­lich strö­men Mil­lio­nen von Pil­gern aus aller Welt in den Ort in den Pyre­nä­en, wo die Got­tes­mut­ter Maria vor 160 Jah­ren einem jun­gen Mäd­chen erschie­nen ist.

Fran­zis­kus sagt in sei­nem Schrei­ben:

Auf­grund des Fisi­chel­la-Berich­tes „wün­sche ich, zu ver­ste­hen, wel­che zusätz­li­chen For­men das Hei­lig­tum von Lour­des zu den vie­len bereits bestehen­den anwen­den kann, um immer mehr ein Ort des Gebets und des christ­li­chen Zeug­nis­ses zu wer­den, der den Bedürf­nis­sen des Vol­kes Got­tes ent­spricht“.

Die For­mu­lie­rung ist unge­wöhn­lich für einen der größ­ten und bedeu­tend­sten Mari­en­wall­fahrts­or­te der Welt, der in über 160 Jah­ren Mil­lio­nen und Aber­mil­lio­nen von Pil­gern ange­zo­gen hat. Vor allem weist Lour­des als kirch­lich aner­kann­ter Mari­en­er­schei­nungs­ort im Gegen­satz zu Med­jug­or­je eine ganz ande­re Situa­ti­on auf. Eine kirch­li­che Aner­ken­nung für das Phä­no­men im her­ze­go­wi­ni­schen Ort liegt nicht vor. Die Orts­bi­schö­fe haben sich ableh­nend geäu­ßert. Eine Aner­ken­nung durch Rom scheint in wei­te Fer­ne gerückt. Vor allem dau­ert das Phä­no­men noch an.

Tor­ni­el­li legt Wert auf die Fest­stel­lung, daß das Man­dat für Bischof Herouard nur für das Hei­lig­tum gilt, Bischof Nico­las Jean René Brou­wet von Tar­bes und Lour­des also wei­ter­hin an der Spit­ze sei­nes Bis­tums bleibt.

Dar­auf folgt eine wei­te­re Kurio­si­tät: Tor­ni­el­li erklärt, der Papst habe die Maß­nah­me getrof­fen, um den „geist­li­chen Pri­mat“ wie­der­her­zu­stel­len und ein zu gro­ßes Augen­merk „auf den admi­ni­stra­ti­ven und finan­zi­el­len Aspekt“ zurück­zu­drän­gen. Vor allem wol­le er „die Volks­fröm­mig­keit immer mehr för­dern, die tra­di­tio­nell an den Wall­fahrts­or­ten üblich ist.“

Lourdesgrotte in Massabielle
Lour­des­gro­t­te in Mas­s­a­bi­el­le

Das Rek­to­rat des Wall­fahrts­or­tes ver­öf­fent­lich­te eine eige­ne Pres­se­mit­tei­lung, die vom Bischof von Tar­bes und Lour­des unter­zeich­net ist, um die päpst­li­che Maß­nah­me mit­zu­tei­len. Dar­in heißt es:

„Wäh­rend sei­ner Amts­zeit im Hei­lig­tum wird Bischof Hérouard den Vor­sitz im Rat von Lour­des füh­ren und alle Ent­schei­dun­gen tref­fen, die für das Leben des Hei­lig­tums ange­mes­sen erschei­nen. Für unse­re Diö­ze­se ändert sich jedoch nichts.“

Eine geson­der­te Mit­tei­lung an die Medi­en erfolg­te auch von der Fran­zö­si­schen Bischofs­kon­fe­renz.

Was dem päpst­li­chen Ernen­nungs­schrei­ben und den Arti­keln sei­nes inof­fi­zi­el­len Pres­se­spre­chers Tor­ni­el­li zu ent­neh­men ist, muß auf sei­nen Kern redu­ziert wer­den, und das bedeu­tet, daß dem Bischof von Tar­bes und Lour­des, Msgr. Brou­wet, die Ver­ant­wor­tung für das Mari­en­hei­lig­tum, ent­zo­gen wur­de. Den eigent­li­chen Hin­ter­grund berich­te­te heu­te die Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na:

„Lour­des: Hei­lig­tum dem ‚zu‘ katho­li­schen Bischof ent­zo­gen.“

Fran­zis­kus wäre nicht Fran­zis­kus, wenn die Ernen­nung des Apo­sto­li­schen Gesand­ten nicht einem Muster fol­gen wür­de. Msgr. Herouard zählt in Fra­gen der Lit­ur­gie und der Glau­bens­leh­re zu den pro­gres­siv­sten Bischö­fen Frank­reichs. Fran­zis­kus hat­te ihn im Juni 2017 zum Weih­bi­schof von Lil­le ernannt. Erst mit dem Pon­ti­fi­kat des argen­ti­ni­schen Pap­stes begann Herouards kirch­li­che Kar­rie­re wirk­lich Fahrt anzu­neh­men. Der Prie­ster des Erz­bis­tums Paris war im April 2014 Regens des Päpst­li­chen Fran­zö­si­schen Prie­ster­se­mi­nars in Rom gewor­den. Für die nun­meh­ri­ge Ernen­nung noch wich­ti­ger dürf­te aber eine ande­re Posi­ti­on, die er unter Fran­zis­kus erhielt: Der neue Lour­des-Ver­ant­wort­li­che mit allei­ni­ger Ent­schei­dungs­voll­macht ist Vor­sit­zen­der der Kom­mis­si­on für sozia­le Fra­gen der COMECE, des Rates der Bischofs­kon­fe­ren­zen der EU.

Im Sin­ne von Fran­zis­kus fiel Weih­bi­schof Herouard vor und nach den EU-Wah­len vom 26. Mai an der Sei­te von Links­po­li­ti­kern wie dem Sozia­li­sten Hol­lan­de auf. Er enga­gier­te sich inten­siv dafür, die Katho­li­ken von der „gro­ßen Bedeu­tung der EU“ und der „rich­ti­gen“ Wahl­ent­schei­dung zu über­zeu­gen. Als den­noch Mari­ne Le Pen mit ihrem Ras­sem­ble­ment Natio­nal stärk­ste Kraft in Frank­reich wur­de, übte sich Herouard in Wäh­ler­kri­tik. Der Wahl­sieg sei auf eine „ver­zerr­te“ Dar­stel­lung der Ein­wan­de­rung zurück­zu­füh­ren, so der Bischof. In einem Inter­view mit La Croix, der Tages­zei­tung der Fran­zö­si­schen Bischofs­kon­fe­renz, erklär­te Herouard, daß eine Dis­kus­si­on über die christ­li­chen Wur­zeln Euro­pas „nicht mehr aktu­ell“ sei.

Bischof Brou­wet von Tar­bes und Lour­des, bis­her als Orts­bi­schof auch für das Mari­en­hei­lig­tum zustän­dig, war noch sehr jung von Papst Bene­dikt XVI. zum Diö­ze­san­bi­schof ernannt wor­den und ist beson­ders für sei­ne ortho­do­xen Posi­tio­nen in Fra­gen der Moral­leh­re und für sei­ne groß­zü­gi­ge Öff­nung des Mari­en­hei­lig­tums für die Zele­bra­ti­on in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus bekannt, auch für die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.

Der Hin­weis, den Vor­rang des Geist­li­chen vor der Ver­wal­tung und den Finan­zen wie­der­her­stel­len zu wol­len, kommt einem direk­ten Angriff auf Bischof Brou­wet gleich. Die­ser hat sich aber nichts zuschul­den kom­men las­sen, son­dern sich viel­mehr um Lour­des auch in die­ser Hin­sicht ver­dient gemacht. Etli­che Jah­re schrieb das Mari­en­hei­lig­tum rote Zah­len. Vor vier Jah­ren bat Bischof Brou­wet den ehe­ma­li­gen Renault-Spit­zen­ma­na­ger Guil­laume de Vul­pian um die Sanie­rung der Finan­zen. Durch De Vul­pia­ns Sanie­rungs­plan schreibt Lour­des wie­der schwar­ze Zah­len und konn­te im ver­gan­ge­nen Jahr sogar einen Über­schuß von 200.000 Euro auf­wei­sen, die auf geeig­ne­te Wei­se in Lour­des und über sozia­le Akti­vi­tä­ten ein­ge­setzt wer­den soll­ten. An der Betreu­ung der Pil­ger, der Seel­sor­ge und der geist­li­chen Dimen­si­on, für die Bischof Brou­wet ver­ant­wort­lich war, änder­te der Ein­satz von Guil­laume de Vul­pian ohne­hin nichts.

160 Jah­re gab es kei­nen Ein­griff Roms in Lour­des. Die kirch­li­che Aner­ken­nung der Mari­en­er­schei­nun­gen erfolg­te 1862 durch den Orts­bi­schof, Msgr. Bert­rand Lau­rence, des­sen Gül­tig­keit vom Vati­kan für die Welt­kir­che aner­kannt wur­de. Das unter­streicht den außer­ge­wöhn­li­chen Cha­rak­ter des nun­mehr erfolg­ten römi­schen Ein­griffs, für den es der „Wün­sche“ von Papst Fran­zis­kus bedurf­te, in Lour­des „die Volks­fröm­mig­keit“ stär­ker för­dern zu wol­len.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: NBQ

14 Kommentare

  1. Ich wür­de mir das nicht gefal­len las­sen und mein Bis­tum zur Kampf­zo­ne erklä­ren, mei­net­we­gen mit der Unter­stüt­zung des RN. Dann wird Ber­go­glio sehen, was „Volks­fröm­mig­keit“ ist, näm­lich die Über­lie­fe­rung wei­ter­tra­gen und mit Hil­fe des FSSPX das Bis­tum ver­wal­ten. Dem „Admi­ni­stra­to­ren“ wür­de ich den Zugang zu Lour­des ver­wei­gern viel­leicht mit Hil­fe von Gelb­we­sten, die man zur Vte­rei­bung des frei­mau­re­ri­schen Estab­lish­ments gut gebrau­chen könn­te. Wäre ja sowie­so ein inner­kirch­li­cher Kon­flikt, den der lai­zi­sti­sche Staat ja nichts angeht…Bietet end­lich die Stirn!

    • Bei der trä­gen Mas­se der Kirch­gän­ger (um nur von denen zu reden) wer­den Sie den Geist der Cri­ste­ros („Viva Cri­sto Rey!“) aber kaum fin­den. Die wer­den auch nach der Ent­schei­dung wei­ter nach Lour­des pil­gern, wie sie auch in die diö­ze­sa­nen Event­got­tes­dien­ste trot­ten: gewohn­heits­mä­ßig. Wen es nicht stört, dass die Für­bit­ten direkt von Pro Asyl und Green­peace kom­men und die Gemein­de­re­fe­ren­tin als „Lei­te­rin der Wort­got­tes­fei­er“ am Altar her­um­turnt, den wür­de auch kein inter­re­li­giö­ses Dis­ney­land stö­ren. Bloß nicht unlieb­sam als „reli­giö­ser Fun­da­men­ta­list“ auf­fal­len…

      Sicher sehen dies noch vie­le anders, sind aber zu ver­ein­zelt und nicht ver­netzt. Wer an Kon­tak­ten zu ande­ren Katho­li­ken inter­es­siert ist, wel­che sich um Glau­ben und­Kir­che sor­gen, soll­te mal auf mei­nem Pri­vat­blog http://www.kirchfahrter.wordpress.com vor­bei­schau­en, die Zulas­sung erfolgt umge­hend.

      • Die Gemein­de­re­fe­ren­tin als Lei­te­rin der Wort­got­tes­fei­er turnt am Ende nur des­halb in der Kir­che her­um, weil anson­sten an die­sem Tag in die­ser Kir­che über­haupt kein Got­tes­dienst statt­fin­den wür­de, oder? Auch wir fei­ern in unse­rer Pfarr­kir­che meist ein­mal im Monat eine sol­che Fei­er. Die Men­schen, die kei­ne Fahr­ge­le­gen­heit zur näch­sten Kir­che mit hl. Mes­se haben sind froh, wenn sie sich auch so zu gemein­sa­men Gebet und Gesang tref­fen kön­nen. Der Aus­druck „tur­nen“ ist mög­li­cher­wei­se auch etwas unschön. Man­che Men­schen in der Pfar­rei leh­nen die­sen Got­tes­dienst strikt ab. Es gibt, außer einer Wort­got­tes­fei­er aber doch auch noch ande­re Mög­lich­kei­ten, in einer Kir­che an einem Sonn­tag ohne Mess­fei­er einen Got­tes­dienst anzu­bie­ten. Nie­mand wür­de die Leu­te dar­an hin­dern, z.B. eine Ves­per am Sonn­tag Abend in der Kir­che zu fei­ern; der Orga­nist ist sicher bereit dazu und der ein oder ande­re vom Kir­chen­chor auch. Aber außer Gemecke­re und Geschimp­fe kommt von die­sen Leu­te gar nichts. Sie könn­ten noch mehr tun: Andacht am Sonn­tag, gemein­sa­mer Rosen­kranz, in der Fasten­zeit Kreuz­weg: es kommt nix!
        Ob das rich­tig ist? Und wenn wir dann eine Wort­got­tes­fei­er anbie­ten wer­den wir als rei­ne Pro­te­stan­ten bezeich­net. Ich habe kei­ne Lust mehr, soll sich um die wei­te­ren Fei­ern und Mai-Rosen­kranz-Kreuz­weg­an­dach­ten in unse­rer Kir­che küm­mern, wer will. Ich habe es jetzt eini­ge Jah­re gemacht, ich mag nicht mehr!

        • Nichts für Ungut, das „tur­nen“ bezieht sich vor allem auf Lai­en, die am Altar im ima­gi­nier­ten Gefühl der eige­nen Wich­tig­keit her­um­stol­zie­ren. Wer etwas in Pfar­rei­en her­um­kommt, dem fällt auf, dass kle­ri­ka­les Pfar­rer-spie­len mit Albe und Sto­la bei Lai­en oft der Fall ist.

          Was den Kon­su­men­ten-Cha­rak­ter der brei­ten Mas­se betrifft, gebe ich Ihnen voll­kom­men recht, sie ist trä­ge, kri­tik­be­reit und unwil­lig, etwas selbst zu machen — man hat schließ­lich „Mit­glieds­bei­trä­ge“ bezahlt, also will man auch was dafür haben. Auch beim The­ma Rosen­kranz-Orga­ni­sa­ti­on ren­nen Sie bei mir offe­ne Türen ein: nach andert­halb Jah­ren bil­de­te sich in mei­ner dama­li­gen Orts­pfar­rei ein fester Kern von 2 (!) Per­so­nen um mich, als die­se star­ben, war ich wie­der allein.

  2. Die­ser Papst ist eine Kata­stro­phe. Den blü­hen­den Wall­fahrts­ort Lour­des unter kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung zu stel­len ist der Gip­fel der Fehl­ent­schei­dun­gen und offen­bart den Neid, Stolz und Eifer­sucht eines Aposta­ten.

    Nach viel Her­um­ge­eie­re will er jetzt sogar die Kom­mu­ni­on für Pro­te­stan­ten. Der arme Jesus erlei­det also die Kreu­zi­gung erneut.
    Und auch die Abschaf­fung des Zöli­bats über die in den Medi­en oft erwähn­te „Ama­zo­nas-Syn­ode“ liegt in der Luft.

    Katho­li­ken müs­sen katho­lisch getauft sein und eine Vor­be­rei­tung auf die Erst­kom­mu­ni­on nebst einer Beich­te absol­vie­ren, um erst­mals zur Kom­mu­ni­on zuge­las­sen zu sein. Bei Pro­te­stan­ten soll also das Vor­han­den­sein eines katho­li­schen Ehe­part­ners aus­rei­chen, um all das über­sprin­gen zu dür­fen? Unlo­gisch.

    Katho­li­sche Prie­ster kön­nen aus meh­re­ren prak­tisch logi­schen Grün­den nicht hei­ra­ten. Sie müs­sen frei und rein für Gott sein, eine Befleckung durch eine geschei­ter­te Ehe stün­de dem Prie­ster­tum und sogar dem Kom­mu­nion­emp­fang ent­ge­gen. Sie hät­ten kei­ne Zeit mehr für das stän­di­ge Ver­füg­bar­sein für das Spen­den von Sakra­men­ten. Wer sei­ne Hand an den Pflug legt und zurück­blickt taugt nicht für das Reich Got­tes, sag­te Jesus Christus.(Lukas 9, 62)

    Mat­thä­us 19, 29:
    Und ein jeder, der Häu­ser oder Brü­der oder Schwe­stern oder Vater oder Mut­ter oder Kin­der oder Äcker um mei­nes Namens wil­len ver­las­sen hat, wird hun­dert­fach emp­fan­gen und ewi­ges Leben erben.
    30 Aber vie­le Erste wer­den Letz­te und Letz­te Erste sein.

    • Und ob es nicht mit einer Form von Gier, also unge­sun­der Nei­gung, zu tun hat, wenn Prie­stern vom Wider­sa­cher und den Medi­en stän­dig ein­ge­re­det wird, dass der Zöli­bat sowie­so nicht mög­lich wäre zu leben, das drängt sich auf wenn man die Sache betrach­tet.

      Hier dient als Vor­bild die Gemein­schaft der Jün­ger, die die Gefolg­schaft Jesu bil­de­ten. Die­se Gemein­schaft kam ohne sexu­el­le Bezie­hun­gen aus, es waren 12 Män­ner, die in Gemein­schaft mit­ein­an­der leb­ten.
      Aus dem Evan­ge­li­um wis­sen wir, dass Jesus wenig geschla­fen hat und sehr vie­le Wun­der wirk­te, sei­ne Lebens­zeit inten­siv genutzt hat unter der Füh­rung des hei­li­gen Gei­stes durch Gott den Vater.
      Und abge­se­hen von den reli­giö­sen Bräu­chen und sei­nem Beruf als Zim­mer­mann hat er sich nur wenig der Welt ange­passt. Er war ohne Geld und Reich­tum unter­wegs und sehr von den Spen­den derer abhän­gig, denen er half und die er heil­te.
      Aus dem Prie­ster, durch den Chri­stus wirkt, wird heut­zu­ta­ge immer mehr ein Beam­ter mit ver­wal­ten­der Tätig­keit und weg von den Leu­ten, gemacht. Das ist das Gegen­teil des stän­dig pil­gern­den, seel­sorg­li­chen Jesus, des wan­deln­den Hir­ten.
      Ihm zu unter­stel­len, dass er in der heu­ti­gen Zeit lebend welt­li­che Din­ge tun wür­de, zeugt von gro­ßem Unver­ständ­nis. Wenn Jesus Gott ist und Gott die Welt mit allen moder­nen Erfin­dun­gen uns Men­schen geschenkt hat, war­um soll er an all die­sen Din­gen hän­gen wie wir? Er, der auch das Unsicht­ba­re gese­hen hat wuss­te was alles den Men­schen ver­dirbt, nur wir wis­sen es heu­te nicht mehr.

  3. Mein lie­ben Brü­dern und Schwe­stern in Chri­sto.
    Wenn der gute Bischof Brou­wet von Mari­en­hei­lig­tum Lour­des ent­fernt wird, kann es pas­sie­ren, daß Lour­des bald ein Nest wie Sodom und Gomor­rha wird. Laßt uns zur Hl. Drei­fal­tig­keit beten, daß der gute Bischof Brou­wet in Lour­des bleibt. Sie­he Offen­ba­rung aus dem Neu­en Testa­ment, die guten Kle­rus wer­den ver­folgt oder ent­fernt und die schlech­te Kle­rus dür­fen blei­ben und wer­den nicht ver­folgt. Gelobt sei Jesus Chri­stus.

  4. Zwei Zita­te legen in mei­nen Augen die Inten­ti­on Roms beim Vor­ge­hen gegen den Bischof von Lourd offen:

    1.) „Msgr. Herouard zählt in Fra­gen der Lit­ur­gie und der Glau­bens­leh­re zu den pro­gres­siv­sten Bischö­fen Frank­reichs.“

    2.) „Bischof Brou­wet von Tar­bes und Lour­des[…] ist beson­ders für sei­ne ortho­do­xen Posi­tio­nen in Fra­gen der Moral­leh­re und für sei­ne groß­zü­gi­ge Öff­nung des Mari­en­hei­lig­tums für die Zele­bra­ti­on in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus bekannt, auch für die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.“

    Auch im deut­schen Mari­en­wall­fahrts­ort Werl, der am Herbst 2019 nicht mehr von den Fran­zis­ka­nern betreut wird, soll die „Wall­fahrt öku­me­ni­scher wer­den“. Was auch immer das hei­ßen mag. Bestimmt beinhal­tet die­se Ansa­ge kei­ne Rück­kehr zur Tra­di­ti­on, kei­ne ‚alte Mes­se‘ und kei­ne ortho­do­xe Moral­leh­re, son­dern es ist zu erwar­ten, dass ein wei­te­res „Laza­rett“ auf­ge­macht wird.

    Das Klo­ster­in­ne­re wird im Moment umge­baut, und es sie­deln sich dort Büros der Cari­tas u.ä. an.

    Der Redu­zie­rung der Kichen­funk­ti­on auf ‚Ein­heit der Mensch­heits­fa­mi­lie‘ im Gei­ste der Brü­der­lich­keit und ‚Feld­la­za­rett‘ möch­te ich ein­mal einen Aus­zug aus dem Buch „Revo­lu­ti­on und Gegen­re­vo­lu­ti­on“ von Lino Cor­rea de Oli­vei­ra ent­ge­gen­stel­len:

    In Kapi­tel X „Gegen­re­vo­lu­ti­on, Sün­de und Erlö­sung“ fragt er in Punkt 2 nach dem MORALTHEOLOGISCHEN ANSPRUCH, die aus der katho­li­schen Iden­ti­tät heu­te erwach­sen:

    „Wie kann das Bewusst­sein von Gut und Böse wie­der­be­lebt wer­den?

    Das Bewusst­sein von Gut und Böse kann auf ver­schie­de­ne Wei­se wie­der­be­lebt wer­den, so etwa durch,
    — Ver­mei­den aller For­mu­lie­run­gen, die nach lai­zi­sti­scher, inter­kon­fes­sio­nel­ler Moral klin­gen, denn Lai­zis­mus und Inter­kon­fes­sio­na­lis­mus füh­ren logi­scher­wei­se zur Amo­ra­li­tät;
    — Her­vor­he­bung bei pas­sen­der Gele­gen­heit, dass der gött­li­che Anspruch Gehor­sam ver­langt. Das bedeu­tet, dass sei­ne Gebo­te Geset­zes­cha­rak­ter haben, denen wir uns im Gei­ste des Gehor­sams fügen müs­sen und nicht etwa nur des­halb, weil wir gefal­len an ihnen fin­den; [sic] [Eben dies ver­bie­tet den Öku­me­nis­mus, wie er gegen­wär­tig betrie­ben wird!]
    […]
    — […]Mehr noch, dass wir bereits das ver­mei­den, was dem Abschein nach Böses ist, und dadurch der öffent­li­chen Sitt­lich­keit scha­den könn­te; [Dies­be­züg­lich ver­bie­tet sich jede Inklu­si­on von noto­ri­schen Sün­dern, die die Moral­leh­re der Kir­che ver­spot­ten und die­se mit­hil­fe der pro­gres­si­ven Kir­che unter der Füh­rung von Papst Fran­zis­kus über­win­den wol­len!]
    — In Erin­ne­rung rufen, dass uns post mor­tem Lohn und Stra­fe erwar­ten;
    — dass wir auf […] die Schwä­che des Men­schen hin­wei­sen, eben­so aber auch erin­nern an […] die Not­wen­dig­keit der bestän­di­gen Wach­sam­keit, des Gebe­tes und der Gna­de;
    — dass wir jede sich bie­ten­de Gele­gen­heit nut­zen, um auf die Rol­le der Kir­che, als Lehr­mei­ste­rin der Tugend, als Quel­le der Gna­de und als unver­söhn­li­che Kämp­fe­rin gegen Irr­tum und Sün­de auf­merk­sam zu machen.“

    Der Schluss­teil des letz­ten Sat­zes hat es in sich. Dar­in wird die Kir­che gekenn­zeich­net als „UNVERSÖHNLICHE KÄMPFERIN GEGEN IRRTUM UND SÜNDE“.

    Der Öku­me­nis­mus hin­ge­gen führt immer tie­fer in den Geist des Pro­te­stan­tis­mus. Der Pro­te­stan­tis­mus führt in den Lai­zis­mus; und der Lai­zis­mus führt in Kom­mu­nis­mus und Athe­is­mus.

    Die im Ver­gleich zur Gegen­wart eher restau­ra­ti­ven Pon­ti­fi­ka­te von Joh. P. II. und Bene­dikt XVI. wer­den gera­de rück­ab­ge­wickelt. Sie kamen dem Anspruch nach einer Gegen­re­vo­lu­ti­on erheb­lich näher, als alle auf­lö­se­den Aktio­nen heu­te, die im Grun­de zur Revo­lu­ti­on und zum Auf­stand gegen die Wahr­heit des Evan­ge­li­ums füh­ren.

  5. Wun­der sind nicht von die­ser Welt.
    Lour­des (und Werl u.a.) zu ver­welt­li­chen ist huma­ni­sti­sche Hybris.

  6. Dür­fen oder müs­sen wir Wider­stand lei­sten? Wie kön­nen, sol­len wir das öffent­lich machen?

  7. Leu­te wie Fran­zis­kus und sein Kom­mis­sar glau­ben nach mei­ner Wahr­neh­mung doch sowie­so weder an die Erschei­nun­gen von Lour­des, noch von Fati­ma. Sie haben nur Poli­tik im Sinn. Kir­chen­po­li­tik, die sich mit der Welt­po­li­tik die Hand gibt.
    Wenn man aber weiss, dass sowohl Lour­des als auch Fati­ma ech­te Erschei­nun­gen sind, die mit der Ausser­kraft­set­zung von Natur­ge­set­zen ein­her gin­gen, so weiss man um die Ein­greif­macht Mari­ens und ihres Soh­nes. Ich möch­te dabei nicht in der Haut von Spiel­chen­spie­ler stecken, die mei­nen Herr kir­chen­po­li­tisch der Lage zu wer­den…

  8. Lie­ber dhmg1
    In Ihren Bei­trä­gen ist mehr Katho­li­sches als in die­sem gan­zen Schreckens Pon­ti­fi­kat.
    Got­tes rei­chen Segen zum Pfingst­fest.

Kommentare sind deaktiviert.