Kommunionverbot für Joe Biden bleibt auf der Tagesordnung der US-Bischofskonferenz

Vollversammlung beginnt am 16. Juni – Ständiger Rat knickt nicht ein

Auf einer virtuellen Vollversammlung wollen die Bischöfe der USA in wenigen Tagen über ein eventuelles Kommunionverbot für US-Präsident Joe Biden sprechen – falls Santa Marta es zuläßt.
Auf einer virtuellen Vollversammlung wollen die Bischöfe der USA in wenigen Tagen über ein eventuelles Kommunionverbot für US-Präsident Joe Biden sprechen – falls Santa Marta es zuläßt.

(Washing­ton) Die Früh­jahrs­voll­ver­samm­lung der Bischofs­kon­fe­renz der USA wird mit gro­ßer Span­nung erwar­tet, seit bekannt wur­de, daß über ein mög­li­ches Kom­mu­ni­on­ver­bot für Abtrei­bungs­po­li­ti­ker ent­schie­den wer­den soll. Die Bri­sanz von welt­wei­ter Bedeu­tung liegt dar­in, daß ein sol­ches Ver­bot in erster Linie auf US-Prä­si­dent Joe Biden abzielt.

Der seit ver­gan­ge­nem Janu­ar amtie­ren­de US-Prä­si­dent prä­sen­tiert sich, so auch beson­ders im Wahl­kampf, als „from­mer Katho­lik“, ver­tritt aber in der Gesell­schafts­po­li­tik eine lin­ke Agen­da (Abtrei­bung, Homo­se­xua­li­sie­rung, Gen­der-Ideo­lo­gie), die mit der kirch­li­chen Moral­leh­re unver­ein­bar ist. Die­sen Wider­spruch hal­ten vie­le Katho­li­ken, aber auch Bischö­fe in den USA für uner­träg­lich. Daher drän­gen sie auf eine Klä­rung.

Die Voll­ver­samm­lung der Bischö­fe wird wegen der Coro­na-Maß­nah­men vom 16. bis 18. Juni als Video­kon­fe­renz statt­fin­den. Eine pro­gres­si­ve Min­der­heit unter der Füh­rung der Kar­di­nä­le Bla­se Cup­ich (Chi­ca­go) und Joseph Tobin (Newark), die poli­tisch der Demo­kra­ti­schen Par­tei und kirch­lich San­ta Mar­ta nahe­steht, ver­sucht eine Ent­schei­dung zu tor­pe­die­ren. Dafür wur­de auch bei Papst Fran­zis­kus inter­ve­niert, der die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on mobilisierte.

In einem Schrei­ben vom 7. Mai an den Vor­sit­zen­den der US-ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, Erz­bi­schof José Hor­a­cio Gómez von Los Ange­les, über­mit­tel­te Glau­bens­prä­fekt Luis Kar­di­nal Ladar­ia SJ „Emp­feh­lun­gen“ für die Ent­schei­dungs­fin­dung, die so vie­le Hin­der­nis­se in den Weg legen, daß eine Ent­schei­dung für ein Kom­mu­ni­on­ver­bot unmög­lich wird. Anders aus­ge­drückt: Papst Fran­zis­kus eilt US-Prä­si­dent Biden zu Hil­fe, um ihn vor einem öffent­li­chen Anse­hens­ver­lust zu retten.

Zur Ret­tungs­ak­ti­on gehört der Brief von 60 der 274 Bischö­fe der US-Bischofs­kon­fe­renz an Erz­bi­schof Gómez, auf eine Ent­schei­dung in der Fra­ge zu verzichten.

Am 8. Juni bekräf­tig­te die Pres­se­stel­le des Gene­ral­se­kre­ta­ri­ats der Bischofs­kon­fe­renz in einer Erklä­rung, daß die Fra­ge eines Kom­mu­ni­on­ver­bots für Abtrei­bungs­po­li­ti­ker wei­ter auf der Tages­ord­nung steht. Mehr noch: Die Früh­jahrs­voll­ver­samm­lung wer­de auf der Inter­net­sei­te der Bischofs­kon­fe­renz und sozia­len Netz­wer­ken über­tra­gen. Unter sechs The­men wird das bren­nen­de Kom­mu­ni­on­ver­bot an fünf­ter Stel­le genannt. Offi­zi­ell lau­tet es: „Geneh­mi­gung des Ent­wurfs einer for­mel­len Erklä­rung über die Bedeu­tung der Eucha­ri­stie im Leben der Kirche“.

Dem Anlie­gen der 60 Bischö­fe wur­de damit nicht ent­spro­chen. Der Druck, der von Rom und der McCarrick-Frak­ti­on aus­ge­übt wird, ist groß. Es ist daher noch nicht gesagt, daß das Kom­mu­ni­on­ver­bot tat­säch­lich behan­delt wird. Und selbst wenn es behan­delt wer­den soll­te, steht noch nicht fest, daß es zu einer Ent­schei­dung über die von einer eigens ein­ge­setz­ten Kom­mis­si­on vor­be­rei­te­ten Erklä­rung kom­men wird.

Im Epi­sko­pat der USA fin­det ein Tau­zie­hen statt, das von Bedeu­tung für die gesam­te Welt­kir­che ist.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

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