Der Angriff auf das Priestertum ist ein Angriff auf die Eucharistie

Eucharistie
Roberto de Mattei: Derzeit ist ein Angriff auf das Priestertum im Gange, um die Eucharistie und die Verfassung der Kirche anzugreifen.

Die Eucha­ri­stie war immer die bevor­zug­te Ziel­schei­be der Kir­chen­has­ser. Die Eucha­ri­stie faßt die Kir­che zusam­men. Wie ein Pas­sio­ni­sten­theo­lo­ge schrieb: „Sie ver­kör­pert alle geof­fen­bar­ten Wahr­hei­ten, ist die ein­zi­ge Gna­den­quel­le, die Vor­weg­nah­me der Selig­kei­ten und Zusam­men­fas­sung aller Wun­der der Allmacht“.((Don Enri­co Zoffoli: Euca­ri­stia o nul­la (Eucha­ri­stie oder nichts), Edi­zio­ni Seg­no, Udi­ne 1994, S. 70.))

Die aktu­el­len Angrif­fe gegen das Altarsa­kra­ment waren von der Got­tes­mut­ter in Fati­ma 1917 vor­her­ge­sagt wor­den. In der Cova da Iria for­der­te die Jung­frau die drei Hir­ten­kin­der auf, zu beten:

„Jesu Chri­sti, gegen­wär­tig in allen Taber­na­keln der Erde, zur Wie­der­gut­ma­chung für alle Schmä­hun­gen, Sakri­le­gi­en und Gleich­gül­tig­kei­ten, durch die Er selbst belei­digt wird“.

Kar­di­nal Robert Sarah, Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, schreibt im Vor­wort zum schö­nen Buch von Don Fede­r­i­co Bar­to­li: Die Hand­kom­mu­ni­on. Eine histo­ri­sche, recht­li­che und pasto­ra­le Dar­stel­lung (La dis­tri­bu­zio­ne del­la Com­u­nio­ne sul­la mano. Pro­fi­li sto­ri­ci, giuri­di­ci e pasto­ra­li, Edi­zio­ni Can­tagal­li, Sie­na 2017), daß die­se Sze­ne “uns zeigt, wie wir den Leib Jesu Chri­sti emp­fan­gen sol­len”.

Laut dem Kar­di­nal han­delt es sich bei „den Schmä­hun­gen, die Jesus in der hei­li­gen Hostie erfährt“, in erster Linie um „die schreck­li­chen Schän­dun­gen, von denen eini­ge bekehr­te, Ex-Sata­ni­sten berich­tet und ent­setz­li­che Schil­de­rung gege­ben haben“. Aber auch „der sakri­le­gi­sche Kom­mu­nion­emp­fang, der nicht im Stand der Gna­de erfolgt oder ohne Bekennt­nis des katho­li­schen Glau­bens“. Zudem: „Alles, was das Frucht­bar­wer­den des Sakra­men­tes ver­hin­dern könn­te, vor allem die in die Köp­fe der Gläu­bi­gen aus­ge­streu­ten Irr­tü­mer, damit sie nicht mehr an die Eucha­ri­stie glau­ben“.

Der heim­tückisch­ste, dia­bo­li­sche Angriff besteht dar­in, „zu ver­su­chen, den Glau­ben an die Eucha­ri­stie aus­zu­lö­schen, indem Irr­tü­mer aus­ge­streut wer­den und ein nicht ange­mes­se­ner Kom­mu­nion­emp­fang begün­stigt wird. Der Krieg zwi­schen Micha­el und sei­nen Engeln auf der einen Sei­te und Luzi­fer auf der ande­ren, setzt sich wirk­lich in den Her­zen der Gläu­bi­gen fort: Die Ziel­schei­be Satans sind das Meß­op­fer und die Real­prä­senz Jesu in der kon­se­krier­ten Hostie.“ Die­ser Angriff erfolgt auf zwei Schie­nen.

  • Die erste Schie­ne ist „die Redu­zie­rung des Ver­ständ­nis­ses von der Real­prä­senz“ mit dem Ver­damp­fen des Begriffs „Trans­sub­stan­tia­ti­on“.
  • Die zwei­te ist „der Ver­such, den Sinn für das Hei­li­ge aus den Her­zen der Gläu­bi­gen zu ent­fer­nen“.

Kar­di­nal Sarah schreibt:

„Wäh­rend der Begriff ‚Trans­sub­stan­tia­ti­on‘ uns die Wirk­lich­keit der Gegen­wart ver­deut­licht, läßt uns der Sinn für das Hei­li­ge die abso­lu­te Ein­zig­ar­tig­keit und Hei­lig­keit erken­nen. Was für ein Unglück wäre es, den Sinn für das Hei­li­ge genau zu dem zu ver­lie­ren, was das Hei­lig­ste ist! Und wie ist das mög­lich? Indem wir die außer­ge­wöhn­li­che Spei­se wie eine ganz nor­ma­le Nah­rung zu uns neh­men.“

Dann mahnt der Kar­di­nal:

„Kein Prie­ster wage es, sei­ne Auto­ri­tät in die­ser Fra­ge auf­zu­zwin­gen, indem er jene, die die knien­de Mund­kom­mu­ni­on emp­fan­gen wol­len, zurück­weist oder schlecht behan­delt: Wir kom­men als Kin­der und emp­fan­gen den Leib Chri­sti demü­tig und in den Mund.“

Die Anmer­kun­gen von Kar­di­nal Sarah sind mehr als rich­tig. Sie sind vor dem Hin­ter­grund eines Säku­la­ri­sie­rungs­pro­zes­ses der Lit­ur­gie zu sehen, der sei­nen Ursprung im zwei­deu­ti­gen Novus Ordo Mis­sae von Paul VI. vom 3. April 1969 hat, des­sen unglück­se­li­gen 50. Jah­res­ta­ges im kom­men­den Jahr gedacht wer­den wird.

Die­se Lit­ur­gie­re­form, wie die Kar­di­nä­le Otta­via­ni und Bac­ci im Vor­wort zu ihrer Kur­zen kri­ti­schen Unter­su­chung schrei­ben, stell­te

„sowohl im Gan­zen wie in den Ein­zel­hei­ten ein auf­fal­len­des Abrücken von der Theo­lo­gie der hei­li­gen Mes­se dar, wie sie in der XXII. Sit­zung des Kon­zils von Tri­ent for­mu­liert wur­de“.

Die tra­di­tio­nel­le Theo­lo­gie der Mes­se wur­de durch eine neue ersetzt, die den Begriff des Opfers bei­sei­te gelegt und in der Pra­xis den Glau­ben an die Eucha­ri­stie geschwächt hat.

Ande­rer­seits: Was sind die Öff­nung gegen­über den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen, die durch das Apo­sto­li­sche Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia ermu­tigt wird, und die Inter­kom­mu­ni­on mit den Pro­te­stan­ten, die von vie­len Bischö­fe gewünscht wird, ande­res als eine Schmä­hung der Eucha­ri­stie? Der Bolo­gne­ser Prie­ster Don Alfre­do Mor­sel­li hat die theo­lo­gi­schen Wur­zeln her­aus­ge­ar­bei­tet, die den Zusam­men­hang zwi­schen Amo­ris lae­ti­tia und der Inter­kom­mu­ni­on mit den Evan­ge­li­schen bil­den.

Wir wol­len dem noch hin­zu­fü­gen, daß der Angriff gegen die Eucha­ri­stie wegen der engen Ver­bin­dung die­ser bei­den Sakra­men­te heu­te zu einem Angriff gegen das Wei­he­sa­kra­ment gewor­den ist. Die sicht­ba­re Ver­fas­sung der Kir­che grün­det auf der Ord­nung: das Sakra­ment der Tau­fe läßt die Getauf­ten Anteil am Prie­ster­tum Chri­sti haben; das Prie­ster­tum wird in erster Linie durch die Dar­brin­gung des eucha­ri­sti­schen Opfers aus­ge­übt, das das Wun­der der Trans­sub­stan­tia­ti­on ver­langt, die zen­tra­les Dog­ma des katho­li­schen Glau­bens ist.

Wenn die Gegen­wart Chri­sti im Taber­na­kel nicht real und sub­stan­ti­ell ist, und die Mes­se auf ein blo­ßes Gedächt­nis oder Sym­bol des­sen redu­ziert ist, was auf dem Kal­va­ri­en­berg gesche­hen ist, braucht es kei­ne Prie­ster, die das Opfer dar­brin­gen, und mit der Hier­ar­chie der Kir­che, die im Prie­ster­stand grün­det, löst sich auch die Ver­faßt­heit der Kir­che und ihres Lehr­am­tes auf.

In die­sem Sinn besteht ein Zusam­men­hang zwi­schen der Zulas­sung der wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen und der Pro­te­stan­ten zur Eucha­ri­stie einer­seits und der For­de­rung, auch ver­hei­ra­te­te Lai­en zum Prie­ster­tum zuzu­las­sen und auch Frau­en die nie­de­ren Wei­hen zu spen­den ande­rer­seits. Der Angriff gegen die Eucha­ri­stie ist ein Angriff gegen das Prie­ster­tum.

Es gibt nichts Grö­ße­res, Schö­ne­res und Bewe­gen­de­res als die Barm­her­zig­keit Got­tes gegen­über dem Sün­der. Die­ses Herz, das die Men­schen so sehr geliebt hat, will uns auf die Für­bit­te des Unbe­fleck­ten Her­zens Mari­ens, mit dem es untrenn­bar ver­bun­den ist, zur ewi­gen Glück­se­lig­keit im Him­mel füh­ren, und nie­mand, nicht ein­mal der hart­näckig­ste Sün­der, kann die­se erlö­sen­de Lie­be bezwei­feln.

Des­halb dür­fen wir nie das Ver­trau­en in Gott ver­lie­ren, son­dern haben die­ses Ver­trau­en bis zum äußer­ten Ende unse­res Lebens zu bewah­ren, weil nie jemand von die­sem bren­nen­den Ver­trau­en hin­ter­gan­gen wur­de. Der Herr betrügt uns nicht. Wir aber sind imstan­de, Ihn zu betrü­gen, und wir kön­nen auch uns selbst betrü­gen. Es gibt kei­nen grö­ße­ren Betrug als den, glau­ben zu machen, es sei mög­lich, geret­tet zu wer­den, ohne die eige­nen Sün­den zu bereu­en und ohne den katho­li­schen Glau­ben zu beken­nen.

Wer sün­digt, oder in der Sün­de lebt, ret­tet sich, wenn er bereut. Wenn er aber meint, Gott betrü­gen zu kön­nen, ret­tet er sich nicht. Es ist nicht Gott, der ihn ver­ur­teilt, son­dern er selbst, indem er unwür­dig die Sakra­men­te emp­fängt und sich dadurch das eige­ne Gericht ißt und trinkt. Der hei­li­ge Pau­lus erklärt es den Korin­thern mit deut­li­chen Wor­ten:

„Wer also unwür­dig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schul­dig am Leib und am Blut des Herrn.
Jeder soll sich selbst prü­fen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trin­ken.
Denn wer davon ißt und trinkt, ohne zu beden­ken, daß es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er ißt und trinkt“ (1 Kor 11,27–29).

Der Hei­li­ge Pau­lus stell­te dann fest, daß in der Kir­che von Korinth wegen sakri­le­gi­scher Kom­mu­nio­nen vie­le Per­so­nen auf myste­riö­se Wei­se erkrank­ten und star­ben (1 Kor 11,30).

Trau­rig ist das Schick­sal derer, die nicht zu den Sakra­men­ten gehen, weil sie in der Sün­de blei­ben wol­len. Schlim­mer ist das Schick­sal derer, die sakri­le­gisch die Sakra­men­te emp­fan­gen, ohne in der Gna­de Got­tes zu sein. Noch schwer­wie­gen­der ist die Sün­de derer, die die Gläu­bi­gen ermu­ti­gen, im Stand der Sün­de die Kom­mu­ni­on zu emp­fan­gen, oder die Eucha­ri­stie unrecht­mä­ßig spen­den. Das sind die Schmä­hun­gen, die das Hei­lig­ste Herz Jesu und das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens ver­wun­den und am tief­sten durch­boh­ren.

Das sind die Sün­den, die unse­re Süh­ne ver­lan­gen, die unse­re Anwe­sen­heit vor dem Taber­na­kel for­dern, die unse­re öffent­li­che Ver­tei­di­gung der Eucha­ri­stie gegen jede Art von Schän­dern ein­for­dert. Indem wir das tun, sichern wir uns unser Heil und das unse­res Näch­sten und wer­den das Kom­men der Herr­schaft Jesu und Mari­ens in der Gesell­schaft beschleu­ni­gen, deren Auf­rich­tung auf den Rui­nen der moder­nen Welt nicht auf sich war­ten las­sen wird.

*Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: lucechesorge.org (Screen­shot)

9 Kommentare

  1. Herz­li­chen Dank, ein sehr wah­rer und guter Arti­kel, er erklärt auch, war­um die tra­di­tio­nel­le Mes­se bekämpft wird.

    Ein pol­ni­scher Prie­ster pre­dig­te, dass wenn ein Kom­mu­ni­on­hel­fer stirbt, er schwar­ze Hän­de von den Schän­dun­gen hat, weil er eben kei­ne geweih­ten Hän­de besitzt wie ein Prie­ster. Wer es nicht glaubt, soll einen Sarg öff­nen.

    Ein ande­rer Fall einer Schän­dung:
    Eine Tan­te (aus mei­ner Fami­lie) berich­te­te von einem Haus­kauf durch einen Ungläu­bi­gen. Er zer­schlug in Anwe­sen­heit des Ver­käu­fers ein Wand­kreuz. Spä­ter hat er dem Ver­käu­fer sei­ne schwar­zen Hän­de gezeigt.

    Da ich der gläu­bi­gen Tan­te glau­be, sehe ich auch die Aus­sa­gen des Prie­sters für glaub­haft an.

    • Muss­te an mei­ne Mut­ter den­ken, war kei­ne Kom­mu­ni­on­hel­fe­rin; aber lan­ge Jah­re schwer krank und stark geh­be­hin­dert. Ich habe ihr jah­re­lang die hei­li­ge Kom­mu­ni­on nach der Mess­fei­er mit nach Hau­se gebracht. Sie hat den Her­ren­leib unzäh­li­ge Male mit ihren unge­weih­ten Hän­den berührt. Am Tag nach ihrem Tod habe ich den Sarg noch­mals geöff­net: Die Hän­de waren nicht schwarz noch sonst wie ver­än­dert.
      Ihre Hän­de waren zwar unge­weiht, aber sie hat mit ihren Hän­den viel gear­bei­tet und so man­chem gehol­fen und sie oft zum Gebet gefal­tet. Viel­leicht ist dies in den Augen Got­tes auch etwas wert; mög­li­cher­wei­se mehr, als sich nur auf sei­ne geweih­ten Hän­de zu beru­fen. Auch geweih­te Hän­de kön­nen viel Leid ver­ur­sa­chen, was wir ja in den letz­ten Jah­ren ver­stärkt erle­ben muss­ten.

  2. Man könn­te auch anders­rum for­mu­lie­ren: Der Angriff auf die Eucha­ri­stie ist ein Angriff auf das Prie­ster­tum. Egal. Es gibt nicht weni­ge theo­lo­gi­sche Stim­men, die eine „Neu­be­wer­tung des Eucha­ri­stie­ver­ständ­nis­ses“ mit Ver­weis auf die Urchri­sten for­dern. Und die­se Stim­men kom­men kei­nes­wegs nur vom arm­se­li­gen Wisi­ki-Häuf­lein.

    Doch ohne das Eucha­ri­stie­ver­ständ­nis der katho­li­schen (und auch der ortho­do­xen) Kir­che wür­de jede fei­er­li­che Mess­lit­ur­gie zur Far­ce, dass Prie­ster­tum ein über­hol­ter, über­flüs­si­ger Stand. Was braucht’s dann noch lit­ur­gi­sche Gewän­der, wofür Vasa sacra, Zele­bra­ti­ons­al­tar, Ker­zen und Blu­men­schmuck, Knie­beu­gen? Wozu bischöf­li­che Auf­trit­te im Ornat und mit Insi­gni­en, über­haupt: wozu fest­lich-fei­er­li­che Prie­ster- und Bischofs­wei­hen?

    Der Angriff auf das Prie­ster­tum oder der Angriff auf die Eucha­ri­stie ist in Wirk­lich­keit ein Angriff auf die katho­li­sche Kir­che. Und die Angrif­fe kom­men sogar aus den eige­nen Rei­hen. Das ist das extra Teuf­li­sche dar­an. Eine abschlie­ßen­de – rhe­to­ri­sche – Fra­ge: Wozu über­haupt noch einen Papst?

  3. Dann habe ich auch schwar­ze Hän­de. Unser Bischof, der mir die Beauf­tra­gungs­ur­kun­de als Kom­mu­ni­on­hel­fer aus­ge­stellt hat, dann des­we­gen auch?
    Die vor kur­zem ver­stor­be­ne Ordens­schwe­ster und Lepra­ärz­tin in Paki­stan Ruth Pfau, die die Eucha­ri­stie mit Erlaub­nis bei ihren Ein­sät­zen im Land mit­neh­men durf­te, dann auch? Am Ende der hei­li­ge Tar­zi­si­us auch, obwohl er sein Leben für den Schutz des Altarsa­kra­men­tes ver­lo­ren hat?

    • Kei­ne Sor­ge, lb. Mar­kus. In ech­ten Not­fäl­len holt man sich bestimmt kei­ne „schwar­zen Hän­de“ — weder in wirk­li­chem noch im über­tra­ge­nen Sinn.

      • Das kann schon sein, nur wann gibt es wirk­lich ech­te Not­fäl­le? Ich den­ke in 99,9% nicht. Es ist kein Not­fall, wenn ein Prie­ster die Spen­dung der Hel­fer über­lässt oder auch die Behaup­tung, dann wür­de die Mes­se zu lan­ge gehen (Beicht­stüh­le leer, alles zu Kom­mu­ni­on?). Gewis­se Wür­den­trä­ger ver­su­chen die Not­la­ge zur Regel zu machen. Die Kran­ken­kom­mu­ni­on ist auch kei­ne Not­la­ge, nur weil der Prie­ster die Zeit anders plant. Aber genau die­se kann zur Not­la­ge wer­den, wenn kein Prie­ster anwe­send ist, der genau jetzt das Sakra­ment der Kran­ken­sal­bung spen­den könn­te, der Hel­fer kann es nicht. Wie wich­tig sind doch für den Kran­ken die Anwe­sen­heit, Wor­te, Gebe­te sowie der Segen des Prie­sters.

        Man sieht, nur eine Erlaub­nis des „Bischof“ legi­ti­miert die Spen­dung, anschei­nend. War­um soll­ten dann einem Prie­ster die Hän­de geweiht wer­den, wenn es auch so geht? Man darf nicht alles blind glau­ben was von dort kommt. Im Prin­zip ist das auch ein Angriff auf das Wei­he­prie­ster­tum und somit ein Angriff gegen die hei­li­ge Kir­che. Das sind har­te Wor­te, aber man muss sich den Bedeu­tun­gen bewusst wer­den. Der Hel­fer ist auch ein Bau­stein im Novus Ordo um die Ehr­furcht vor dem Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment zu schmä­lern. Er ist und bleibt ein Laie. Ich weiß dass die Hel­fer ihren Dienst nicht aus sol­cher Absicht machen, man muss sich die­ser Sache aber wirk­lich bewusst wer­den.

        Die­ses Pro­blem gibt es nur beim Novus Ordo, bei der ursprüng­li­chen Mes­se sind nur die Prie­ster zuge­las­sen, wobei es kei­ne Hand­kom­mu­ni­on, son­dern die knien­de Mund­kom­mu­ni­on gibt. War­um geht es dort? Die Spen­dung geht dort oft auch schnel­ler.

        War­um soll­te und muss sich der welt­li­che Mensch dort immer mehr ein­brin­gen? Man muss beden­ken, wel­ches Risi­ko man ein­geht, am Schluss steht man ohne Bischof vor dem Rich­ter. Vie­le Stim­men aus dem Jen­seits ver­kün­den es, wer will sie hören?

        Zur Info: Ich bin mit dem Novus Ordo auf­ge­wach­sen, nach 45 Jah­ren sind mir vie­le Din­ge bewusst gewor­den. Täg­li­cher Rosen­kranz, zykli­sche Beich­te und knien­de Mund­kom­mu­ni­on (auf dem Stein­bo­den) habe mir gehol­fen.

        • Sie haben ja Recht, Not­fäl­le sind in unse­ren Kir­chen sehr sel­ten. Ich bin, wenn ich ein­ge­teilt war, auch schon in der Bank geblie­ben; wenn der Got­tes­dienst­be­such sehr mager war. Gut, dass die Ruhe­stand­sprie­ster wei­ter­hin für uns die Hei­li­ge Mes­se fei­ern, so lan­ge es ihnen mög­lich ist. Sie wer­den aber nicht jün­ger und auch nicht gesün­der und man­chem berei­tet es auch Mühe, die Mes­se zu fei­ern und man denkt sich: Hof­fent­lich hält er durch und kommt zur Kom­mu­ni­ons­pen­dung heil mit dem Aller­hei­lig­sten die Altar­stu­fen her­un­ter. Ist auch kein Not­fall, aber dann gehe ich schon nach vor­ne und hel­fe. Die Kran­ken­kom­mu­ni­on mag in der Stadt gut jedes mal von einem Prie­ster gespen­det wer­den kön­nen. Hier auf dem Land ist das mög­li­cher­wei­se anders. Die Flä­che ist ein­fach zu groß und die Zahl der gut mobi­len Prie­ster nimmt immer mehr ab. Wie es mit der Ein­füh­rung der „Pfar­rei der Zukunft“ infol­ge der Trie­rer Syn­ode wer­den soll? Die Grö­ße der geplan­ten Pfar­rei­en kann man auf der Sei­te vom Bis­tum ein­se­hen. Es ist gut, wenn der Prie­ster die Kran­ken­kom­mu­ni­on per­sön­lich brin­gen kann, vor allem an den Hoch­fe­sten der Kir­che. Vom Kom­mu­ni­on­hel­fer­dienst abge­se­hen; wenn sich welt­li­che Men­schen nicht dafür ein­setz­ten und die Got­tes­dien­ste gestal­te­ten, gäbe es hier in unse­rer Gegend in den Kir­chen weder Kreuz­weg noch Mai­an­dacht noch Rosen­kranz­ge­bet.

  4. Die Älte­ren unter uns erin­nern sich noch, und auch auf­merk­sa­me Jün­ge­re wis­sen es: In unmit­tel­ba­rer Fol­ge des II. Vati­ka­nums begann man vie­ler­orts in West­eu­ro­pa — Deutsch­land und Hol­land vor­an — mit dem Aus­räu­men der Kir­chen ganz nach pro­te­stan­ti­schem Vor­bild: Hoch­al­tar, Sei­ten­al­tä­re und Hei­li­gen­fi­gu­ren: raus damit; fest­li­che lit­ur­gi­sche Gewän­der: gehö­ren ins Muse­um. Kir­chen­neu­bau­ten, von denen man annahm, sie sei­en nötig, um die nun erhoff­te wach­sen­de Schar der Gläu­bi­gen auf­zu­neh­men, schos­sen damals wie Pil­ze aus dem Boden – man­che in der Form von Arme-See­len-Silos oder Mehr­zweck­hal­len. Die alt­ehr­wür­di­gen Got­tes­häu­ser ließ man ver­kom­men oder gestal­te­te man zu irgend­wel­chen Kul­tur­räu­men um.

    In mei­nen Nach­bar­ge­mein­den rings­um gibt es die all­er­trau­rig­sten Bei­spie­le dafür. Aber auch ein paar posi­ti­ve: etwa Abriss der nach­kon­zi­lia­ren „Turn­hal­le“ und die irgend­wie wie­der froh­ma­chen­de Wie­der­be­le­bung der frisch her­ge­rich­te­ten histo­ri­schen Kir­che ent­spre­chend ihrer ursprüng­li­chen Bestim­mung. Aus alten Kir­chen flo­gen hie und da sogar die Knie­bän­ke raus bzw. waren beim Neu­bau gar nicht erst vor­ge­se­hen wor­den. Immer mehr Gläu­bi­ge ver­lo­ren aber, mit die­ser Ent­wick­lung ein­her­ge­hend, die Lust am Got­tes­dienst­be­such — und blie­ben weg. Die neu­en oder aus­ge­räum­ten Kir­chen­räu­me füll­ten sich nicht, wie erhofft, mit Men­schen, son­dern sie ent­leer­ten sich kon­ti­nu­ier­lich auch von Men­schen: erst die Altä­re, Hei­li­gen­sta­tu­en, Bil­der: weg; dann auch die Gläu­bi­gen: weg.

    Aber: Es gab damals auch einen from­men, inspi­rier­ten Erz­bi­schof, der die ver­häng­nis­vol­le Ent­wick­lung pro­phe­tisch vor­aus­ge­ahnt haben muss, aber des­sen Stim­me von der eige­nen Hier­ar­chie nicht gehört wer­den woll­te. Es bil­de­te sich um ihn eine Gemein­schaft, die sich nach einem hei­lig­mä­ßi­gen Papst benann­te. Wenn die ver­häng­nis­vol­le nach­kon­zi­lia­re Ent­wick­lung so wei­ter­geht: Gut mög­lich, dass die­se Gemein­schaft ein­mal den Nucleus eines neu­en eucha­ri­sti­schen und prie­ster­li­chen Auf­bruchs bil­den wird. Denn Jesus hat es ver­spro­chen: Die von Ihm auf Petrus gegrün­de­te Kir­che wird nicht unter­ge­hen bis zu Sei­ner Wie­der­kunft in Herr­lich­keit. War­ten wir’s also ab – mit Geduld und im Gebet. Und las­sen wir uns von die­ser Gemein­schaft mal schön her­aus­for­dern. Die ist katho­li­scher als man­che wahr­ha­ben wol­len. (Kei­ne Sor­ge: der Poster ist kein „Pius-Bru­der.)

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