2017 – Das Jahr von Papst Franziskus und die Verwirrung der Katholiken

2017 - das Jahr von Papst Franziskus: ein Jahresrückblick.
2017 - das Jahr von Papst Franziskus: ein Jahresrückblick.

Das Jahr 2017 liegt zurück. Der Groß­teil davon fällt in das fünf­te Jahr des Pon­ti­fi­kats von Papst Fran­zis­kus. Ein Rück­blick auf das Jahr von Papst Fran­zis­kus soll für jeden Monat nur ein Stich­wort in Erin­ne­rung rufen, das Schwer­punkt des päpst­li­chen Han­delns war. Dabei wer­den vor allem poli­ti­sche Fra­gen in den Fokus genom­men, da Fran­zis­kus mit ihnen die größ­te Außen­wir­kung erzielt. Ein unvoll­stän­di­ger Jah­res­rück­blick, der gänz­lich unpo­le­misch gedacht war.

Januar 2017
Der Nazismus ist aus dem Populismus entstanden

Adolf Hitler

Zeit­gleich zur Amts­ein­füh­rung von Donald Trump im Wei­ßen Haus gab Papst Fran­zis­kus der lin­ken, spa­ni­schen Tages­zei­tung El Pais ein Inter­view. Der Jour­na­list frag­te den Papst (und zitier­te dabei den neu­en US-Prä­si­den­ten und ande­re Bei­spie­le), ob ihn das Phä­no­men „Popu­lis­mus“ besor­ge. Das Kir­chen­ober­haupt gab zur Ant­wort:

„Das typisch­ste Bei­spiel für die euro­päi­schen Popu­lis­men ist der deut­sche von 1933. Nach Hin­den­burg und der Kri­se der 30er Jah­re liegt Deutsch­land in Scher­ben, ver­sucht sich wie­der­auf­zu­rich­ten, sucht sei­ne Iden­ti­tät, sucht einen Anfüh­rer, jemand, der ihm sei­ne Iden­ti­tät zurück­gibt. Und da gibt es einen jun­gen Bur­schen namens Adolf Hit­ler, der sagt: ‚Ich kann, ich kann‘. Und ganz Deutsch­land wählt Hit­ler. Hit­ler hat die Macht nicht geraubt. Er wur­de von sei­nem Volk gewählt, und dann hat er sein Volk zer­stört. Das ist die Gefahr.“

Die Bot­schaft die­ser Aus­sa­ge liegt nicht im histo­ri­schen Befund oder in Unge­nau­ig­kei­ten der päpst­li­chen Geschichts­stun­de. Die Bot­schaft liegt im Ver­gleich: Der Papst ver­glich die neu­en Kräf­te, die sich in zahl­rei­chen west­li­chen Staa­ten gegen das herr­schen­de Estab­lish­ment erhe­ben, mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus und bedien­te sich damit einer ideo­lo­gi­schen Kon­stan­te der poli­ti­schen Lin­ken.

Februar 2017
Den islamischen Terrorismus gibt es nicht

Islamischer Terrorismus
Isla­mi­scher Ter­ro­ris­mus

Im gro­ßen Wunsch, den reli­giö­sen Dia­log zu för­dern und attrak­tiv anzu­bie­ten, fühl­te sich Papst Fran­zis­kus mehr­fach gedrängt, einen reli­giö­sen Zusam­men­hang im isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus zu leug­nen. Um genau zu sein, gibt es eben die­sen für ihn gar nicht. Es gibt laut Fran­zis­kus einen Ter­ro­ris­mus, aber kei­nen isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus. Am vier­ten der von ihm initi­ier­ten Tref­fen der „Volks­be­we­gun­gen“ nahm er erst­mals nicht per­sön­lich teil. Das hat­te sei­nen Grund. In den USA regier­te inzwi­schen Donald Trump, was zum Zeit­punkt der Orga­ni­sa­ti­on nie­mand vor­aus­se­hen konn­te und woll­te. Mit sei­ner Teil­nah­me hät­te Fran­zis­kus dem neu­en US-Prä­si­dent genau am Beginn sei­ner Amts­zeit die Auf­war­tung machen müs­sen. Der „Papst der Gesten“ woll­te aber kei­ne sol­che Geste, auch kei­ne Fotos, die ihn neben dem neu­en Prä­si­den­ten der Welt­macht Num­mer Eins zei­gen. Trump ist seit sei­nem Wahl­sieg der meist­ge­haß­te Mann der poli­ti­schen Lin­ken. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis: Das Wall Street Jour­nal schrieb kurz nach den US-Prä­si­dent­schafts­wah­len:

„Papst Fran­zis­kus ist der neue Anfüh­rer der glo­ba­len Lin­ken“.

Fran­zis­kus schick­te daher sei­nen „Volks­be­we­gun­gen“ lie­ber eine Bot­schaft. Dar­in sag­te er:

„Kein Volk ist kri­mi­nell und kei­ne Reli­gi­on ist ter­ro­ri­stisch. Es gibt kei­nen christ­li­chen Ter­ro­ris­mus, es gibt kei­nen jüdi­schen Ter­ro­ris­mus und es gibt kei­nen isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus. Es gibt sie nicht.“

Und wei­ter:

„Es gibt fun­da­men­ta­li­sti­sche und gewalt­tä­ti­ge Per­so­nen in allen Völ­kern und in allen Reli­gio­nen, die auch durch into­le­ran­te Ver­all­ge­mei­ne­run­gen gestärkt wer­den und sich vom Haß und der Aus­län­der­feind­lich­keit näh­ren.“

Der Papst rede­te einem kul­tu­rel­len Ein­topf das Wort, in dem sich jede kon­kre­te Ver­ant­wor­tung im Prin­zip eines „All­ge­mein­übels“ (statt des All­ge­mein­wohls) auf­löst. Bereits vor und auch nach die­ser Bot­schaft bemüh­te Fran­zis­kus irri­tie­ren­de, an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­ne Ver­glei­che, um den isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus zu ver­harm­lo­sen und Chri­sten und vor allem Katho­li­ken zu Gewalt­tä­tern und Qua­si-Ter­ro­ri­sten zu machen.

März 2017
Die Einwanderung ist allein unsere Schuld

EinwanderungIn einem Inter­view in der März-Aus­ga­be der Monats­zeit­schrift Scarp de’tenis gab Papst Fran­zis­kus zum The­ma Migra­ti­on eine gan­ze Rei­he von klas­si­schen Dritt­welt-Kli­schees zum Besten:

„Jene, die nach Euro­pa flüch­ten, flie­hen vor Krieg und Hun­ger. Und wir sind schuld, weil wir ihre Län­der aus­beu­ten, aber kei­ne Art von Inve­sti­tio­nen täti­gen, aus denen auch sie einen Nut­zen zie­hen könn­ten.“

Zudem beton­te er die Not­wen­dig­keit

„alle auf­zu­neh­men, die man auf­neh­men ‚kann‘, was die Anzahl betrifft. Es ist aber eben­so wich­tig, dar­über nach­zu­den­ken, ‚wie‘ man auf­neh­men soll“,

denn

„auf­neh­men heißt inte­grie­ren, denn wenn die Ein­wan­de­rer nicht inte­griert wer­den, wer­den sie get­toi­siert“.

Kein Wort äußer­te der Papst über die kul­tu­rel­len Unter­schie­de und Unver­ein­bar­kei­ten, die eine Inte­gra­ti­on objek­tiv behin­dern. Über die­se Sei­te der Medail­le ging er in die­sem Inter­view wie ins­ge­samt hin­weg, als gäbe es sie nicht. Kurz dar­auf, im April, ver­glich er Flücht­lings­la­ger mit Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern. Eine ver­nich­ten­de Ankla­ge gegen die euro­päi­schen Regie­run­gen und Völ­ker, zumal ihr jeder Bezug zur Rea­li­tät fehlt. Den­noch ver­tei­dig­te Fran­zis­kus die­sen Ver­gleich, von Jörg Bre­mer von der FAZ auf dem Rück­flug aus Ägyp­ten dar­auf ange­spro­chen, auch noch. Es sei „kein lap­sus lin­guae“ gewe­sen, so der Papst. Den Beleg blieb er schul­dig („Da gibt es viel­leicht eins in Ita­li­en, eins anders­wo … in Deutsch­land jedoch sicher nicht!“).

April 2017
Jesus hat sich zum Teufel gemacht

Jesus hat sich zum Teufel gemachtIn sei­ner mor­gend­li­chen Pre­digt in San­ta Mar­ta vom 4. April sprach Fran­zis­kus über das Kreuz. Wört­lich sag­te das Kir­chen­ober­haupt Schockie­ren­des. Das Kreuz sei ein

„Geden­ken an ihn, der sich zur Sün­de gemacht hat, der sich zum Teu­fel gemacht hat, zur Schlan­ge, für uns“.

Die Wort­wahl ist „durch und durch zwei­deu­tig und nicht inter­pre­tier­bar“, so der Publi­zist Anto­nio Soc­ci, der dazu schrieb:

„Der Sohn Got­tes ist Mensch gewor­den, um die Men­schen zu erlö­sen. Er ist nicht Teu­fel gewor­den, um die Teu­fel zu erlö­sen, die ganz vom unaus­lösch­li­chen Haß gegen Gott erfüllt sind.“

Soc­ci füg­te noch hin­zu:

„Es ist unvor­stell­bar, daß ein Papst der­glei­chen über Jesus sagen kann“.

Mai 2017
Kein Lächeln für Trump

Franziskus mit Donald Trump
Fran­zis­kus mit Donald Trump

Im Mai fand auf Sizi­li­en der G7-Gip­fel statt, an dem auch der neue US-Prä­si­dent teil­nahm. Des­sen Besuch in Ita­li­en mach­te einen Emp­fang im Vati­kan unver­meid­lich. Papst Fran­zis­kus weiß um die Wir­kung von Gesten, die weit mehr bewe­gen kön­nen als Wor­te. Er weiß auch, daß jeder öffent­li­che Moment von Fern­seh­ka­me­ras und Foto­gra­fen fest­ge­hal­ten wird. So wähl­te er sei­ne Form des Gestus in der Geste des unaus­weich­li­chen Staats­emp­fangs: Er setz­te ein ern­stes, fin­ste­res Gesicht auf und ver­mied das gering­ste Lächeln.
Wenn es sich schon nicht ver­mei­den ließ, daß es gemein­sa­me Fotos vom Ober­haupt der poli­ti­schen Welt­macht Num­mer Eins und der reli­giö­sen Welt­macht Num­mer Eins geben wür­de, dann soll­te es aber kei­ne geben, die irgend­ei­ne Sym­pa­thie für den neu­en Bewoh­ner des Wei­ßen Hau­ses andeu­ten oder dahin­ge­hend aus­ge­legt wer­den könn­ten. Man beach­te auch die unge­wöhn­lich schlech­te Qua­li­tät des von Vati­kan ver­öf­fent­lich­ten Fotos.

Franziskus mit Barack Obama
Fran­zis­kus mit Barack Oba­ma (anklicken)

Dabei kann der Papst lachen, und wie, vor allem wenn er auf lin­ke Staats­füh­rer trifft. Ein Ver­gleich mit den Bil­dern genügt, die Begeg­nun­gen mit Barack Oba­ma fest­ge­hal­ten haben. Sie spre­chen Bän­de.
Fran­zis­kus ließ schon früh­zei­tig vor den Wah­len kei­nen Zwei­fel dar­an, daß er kei­nen Repu­bli­ka­ner und schon gar nicht Donald Trump im Wei­ßen Haus sehen möch­te. Fran­zis­kus griff im Vor­wahl­kampf, ein ein­ma­li­ger Vor­gang in der Geschich­te der Bezie­hun­gen zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und den USA, in die Kür des repu­bli­ka­ni­schen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten ein, indem er Donald Trump direkt und mit unge­wöhn­li­cher Aggres­si­vi­tät attackier­te. Zum Image von Fran­zis­kus gehört es, nach­sich­tig zu sein. So hat­te er kei­ne Pro­ble­me mit Barack Oba­ma, von dem man nicht ein­mal weiß, ob er Christ ist, zumal wäh­rend sei­ner Amts­zeit nie­mand sagen konn­te, wel­cher christ­li­chen Gemein­schaft er ange­hört. Dem Epis­ko­pa­lia­ner Trump sprach Fran­zis­kus hin­ge­gen, ein hal­bes Jahr vor den Wah­len, öffent­lich sogar sein Christ­sein ab.

Juni 2017
Don Milani und die Ideologie der 68er

Don Milani50 Jah­re nach dem Tod von Don Loren­zo Mila­ni besuch­te Papst Fran­zis­kus des­sen Schu­le von Bar­bia­na. Offi­zi­ell wur­de der Besuch vom Vati­kan als „Wall­fahrt nach Bar­bia­na“ bezeich­net. Dort prak­ti­zier­te der Prie­ster sei­ne Unter­richts- und Erzie­hungs­me­tho­de. Ber­go­glio bezeich­ne­te Don Mila­ni als „bei­spiel­haf­ten“ Die­ner des Evan­ge­li­ums und rühm­te des­sen Erzie­hungs­mo­dell. Dabei zitier­te er Aus­zü­ge aus des­sen „Brief an eine Leh­re­rin“.
Nun ist aber leid­lich bekannt, daß Don Mila­ni ein erklär­ter Geg­ner von jedem schu­li­schen Lei­stungs­prin­zip war. Auch Papst Fran­zis­kus äußer­te sich im ver­gan­ge­nen Jahr mehr­fach in die­sem Sinn. Don Mila­ni lehn­te „Sit­zen­blei­ben“ in der Schu­le strikt ab. Sein Modell ent­spricht dem der außer­par­la­men­ta­ri­schen Lin­ken von 1968. Es ist kein Zufall, daß sein anti­au­to­ri­tä­rer „Brief“ in lin­ken Krei­sen zum Best­sel­ler wur­de. Auf die zumin­dest pädo­phil-homo­ero­ti­schen Phan­ta­si­en Mila­nis (wenn nicht mehr) soll an die­ser Stel­le nicht ein­ge­gan­gen wer­den.
Ber­go­gli­os Aus­flug nach Bar­bia­na bestä­tig­te eine ideo­lo­gi­sche Aus­rich­tung, die sich wie ein roter Faden durch sein Pon­ti­fi­kat zieht.

Juli 2017
Homo-Paare Welcome

Franziskus mit Homo-Paar in Washington (2015)
Fran­zis­kus mit Homo-Paar in Washing­ton (2015)

Wenn es auch kei­ne direk­te Öff­nung der Kir­che gegen­über der „Homo-Ehe“ war, so doch eine indi­rek­te. Die­se indi­rek­ten For­men liebt Fran­zis­kus, denn sie spa­ren ihm Grund­satz­dis­kus­sio­nen und jede Rück­spra­che und Rück­sicht­nah­me. Vor allem haben sie den Vor­teil, bei Bedarf demen­tiert, bestrit­ten und geleug­net zu wer­den. Und vor allem: Es war nicht die erste „Öff­nung“. Bereits im Sep­tem­ber 2015 hat­te Fran­zis­kus, als er noch beden­ken­los in die USA rei­sen konn­te, weil noch ein lin­ker Prä­si­dent im Wei­ßen Haus regier­te, ein „ver­hei­ra­te­tes“ Homo-Paar emp­fan­gen. Die Sache war zwar offi­zi­ell als Besuch eines „ehe­ma­li­gen Schü­lers mit Fami­lie“ dekla­riert wor­den, doch wur­de mit Bedacht Wert dar­auf gelegt, die Bil­der der Begeg­nung über die Medi­en zu ver­brei­ten: der Papst und das Homo-Paar. Die Öffent­lich­keit ver­stand das Signal ein­deu­tig.
Homo-Ehe TaufeIm Juli 2017 sen­de­te der Papst einem Homo-Paar sei­nen Segen. Toni Reis und David Harrad, zwei in Bra­si­li­en bekann­te Homo-Akti­vi­sten, sind „ver­hei­ra­tet“ und haben drei Kin­der adop­tiert. Als LGBT-Akti­vi­sten schrie­ben sie dem Papst einen Brief und berich­te­ten von der Tau­fe „ihrer“ Kin­der. Und der Papst ant­wor­te­te ihnen.
„Papst Fran­zis­kus weiß ihr Schrei­ben zu schät­zen“, ließ das Staats­se­kre­ta­ri­at wis­sen.

„Er über­mit­telt ihnen auch sei­ne Glück­wün­sche und erbit­tet für sie und ihre Fami­lie die Fül­le der Gött­li­chen Gna­den, auf daß sie kon­stant und glück­lich das Christ­sein leben als gute Kin­der Got­tes und der Kir­che“.

Ein Witz? Kei­nes­wegs. Im Vati­kan sprach man, nach­dem Kri­tik laut wur­de, von einem Faux­pas irgend­ei­nes nach­ge­ord­ne­ten Beam­ten und davon, daß es sich um ein Stan­dard­schrei­ben gehan­delt habe, von denen täg­lich Tau­sen­de ver­schickt wür­den. Das Homo-Paar stell­te jeden­falls klar, daß sie ihrem Brief ein Foto ihrer „Fami­lie“ bei­gelegt hat­ten, also im Vati­kan jeder zwei Män­ner mit drei Kin­dern sehen konn­te.
Vie­len den­ken seit­her, daß es sich kei­nes­wegs um ein blo­ßes Ver­se­hen gehan­delt habe.

August 2017
Die „gesegnete“ Einmischung zum Staatsbürgerschaftsgesetz

Franziskus mit Einwanderern
Fran­zis­kus mit Ein­wan­de­rern

Das Phä­no­men der Mas­sen­ein­wan­de­rung betrifft alle west­li­chen Staa­ten. Da die Gren­zen durch die umstrit­te­ne Poli­tik vie­ler Regie­run­gen kei­nen wirk­li­chen Schutz mehr bie­ten und im Mit­tel­meer, ein­zig­ar­tig in der Geschich­te, die Mili­tär­ma­ri­ne nicht dazu ein­ge­setzt wird, die Gren­zen zu sichern, son­dern die ille­ga­le Ein­wan­de­rung zu unter­stüt­zen, bil­det das Staats­bür­ger­schafts­recht den letz­ten, ver­blie­be­nen Schutz­schild für die euro­päi­schen Völ­ker west­lich des ein­sti­gen Eiser­nen Vor­hangs.
Die Glo­ba­li­sie­rungs­ideo­lo­gen, vor allem Par­tei­en der poli­ti­schen Lin­ken, for­dern daher eine schnel­le und zahl­rei­che Ein­bür­ge­rung der Ein­wan­de­rer. In Ita­li­en woll­te die Links­re­gie­rung im Som­mer die Staats­bür­ger­schaft nicht mehr an das Abstam­mungs­prin­zip (Ius san­gui­nis), son­dern an das Ter­ri­to­ri­al­prin­zip (Ius soli) kop­peln. Wer auf dem Staats­ge­biet gebo­ren wird, als Kind von In- oder Aus­län­dern, soll­te auto­ma­tisch die ita­lie­ni­sche Staats­bür­ger­schaft erhal­ten. Ein­wan­de­rung, ob legal oder ille­gal, wür­de damit sofort zu einem irrever­si­blen Rechts­sta­tus ver­hel­fen.
Dage­gen reg­te sich in der ita­lie­ni­schen Bevöl­ke­rung hef­ti­ger Wider­stand. Um so mas­si­ver for­der­te jedoch Papst Fran­zis­kus die Ein­füh­rung der Ius soli. Als im Hoch­som­mer der Boots­an­sturm über die Mit­tel­meer­rou­te beson­ders mas­siv war, und die Poli­tik Frank­reichs und Groß­bri­tan­ni­ens den ita­lie­ni­schen Ver­such, die Rou­te durch einen Deal mit liby­schen Küsten­clans zu schlie­ßen, zunich­te gemacht hat­te, muß­te die ita­lie­ni­sche Links­re­gie­rung ihren Gesetz­ent­wurf unter den Pro­te­sten der Bevöl­ke­rung zurück­zie­hen. Als sich genau das abzeich­ne­te, ver­öf­fent­lich­te Papst Fran­zis­kus – vie­le Mona­te im vor­aus – sei­ne Bot­schaft zum Welt­mi­gran­ten­tag 2018 und for­der­te:

„Die Staats­bür­ger­schaft ist im Moment der Geburt anzu­er­ken­nen und amt­lich zu beschei­ni­gen“.

Franziskus mit Einwanderern
Fran­zis­kus mit Ein­wan­de­rern

Die Geg­ner einer Ände­rung des Staats­bür­ger­schafts­ge­set­zes spra­chen von einer „Ein­mi­schung“ in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten des Lan­des. Euro­pa habe bereits mit dem unge­be­te­nen Phä­no­men eines Mas­sen­an­sturms zu rin­gen und nun wol­le der Papst, daß die­ses Phä­no­men auch noch zu tief­grei­fen­den, dau­er­haf­ten und recht­lich unum­kehr­ba­ren Ver­än­de­run­gen in den euro­päi­schen Staa­ten füh­re. Vor allem, dar­an ließ Fran­zis­kus mit sei­ner Bot­schaft, die an die gan­ze Welt gerich­tet war, kei­nen Zwei­fel, wün­sche er eine sofor­ti­ge Aner­ken­nung der Migra­ti­on durch Gewäh­rung der Staats­bür­ger­schaft von allen Staa­ten. Migra­ti­on als neu­es, uni­ver­sa­les und unein­ge­schränk­tes Recht mit sofor­ti­ger Wir­kung.
Der Papst posi­tio­nier­te sich mit die­ser For­de­rung auf der äußer­sten Lin­ken, jener radi­ka­len Lin­ke, von der auch die Paro­le Refu­gee Wel­co­me stammt. Damit ver­bun­den ist eine wei­te­re Ach­sen­ver­schie­bung von gro­ßer Bedeu­tung. Bis­her wies die poli­ti­sche Lin­ke jede Stel­lung­nah­me eines Pap­stes zu poli­ti­schen Fra­gen kate­go­risch als unge­be­te­ne „Ein­mi­schung“ zurück, ganz egal ob er Bene­dikt XVI., Johan­nes Paul II. oder Paul VI. hieß. Die Zei­ten haben sich geän­dert und zwar radi­kal. In Sachen Ein­wan­de­rung wur­de die­se Ein­mi­schung von der poli­ti­schen Lin­ken begrüßt und hoch­of­fi­zi­ell abge­seg­net.

September 2017
Die Psychoanalyse als zweiter Heilsweg

PsychoanalyseDer Papst ist ein Mensch wie jeder ande­re. Er ist aber dar­über hin­aus auch Nach­fol­ger des Petrus und Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden. Er ist damit erster und ober­ster Lehr­mei­ster und geist­li­cher Füh­rer der Mensch­heit. Sei­ne vor­ran­gi­ge Auf­ga­be besteht dar­in, die Glau­bens­wahr­heit unver­kürzt zu bewah­ren, sie zu ver­kün­den und die Brü­der im Glau­ben zu bestär­ken. Er hat den Kul­tus zu pfle­gen und die Men­schen zum ewi­gen See­len­heil zu füh­ren. In einer Kri­se dür­fen sich die Gläu­bi­gen von ihm Ori­en­tie­rung erwar­ten. Berich­tet er über eine per­sön­li­che Kri­se, wür­de man sich eine Erzäh­lung über ein Gespräch mit sei­nem geist­li­chen See­len­füh­rer erwar­ten, aber nicht eine Schil­de­rung von Gesprä­chen mit einem Psy­cho­lo­gen auf des­sen Couch. Doch Ber­go­glio ist vol­ler Über­ra­schun­gen.

„Ich habe eine jüdi­sche Psy­cho­lo­gin auf­ge­sucht. Sechs Mona­te lang bin ich zu ihr nach Hau­se gegan­gen, ein­mal in der Woche, um eini­ge Din­ge zu klä­ren.“

Damals war Fran­zis­kus noch nicht Fran­zis­kus, son­dern ein Jesu­it in Argen­ti­ni­en, der gera­de aus dem Amt des Pro­vin­zi­als sei­nes Ordens ver­drängt wor­den war.
Sei­ne Schil­de­rung irri­tier­te nicht wenig Gläu­bi­ge und wur­de in der Kir­che mit betre­te­nem Schwei­gen über­gan­gen. Die Kir­che hält seit über hun­dert Jah­ren kri­ti­sche Distanz zu den athe­isti­schen The­sen des gebo­re­nen Juden Sig­mund Freud, den „Vater“ und Begrün­der der Psy­cho­ana­ly­se. The­sen, die mit gutem Grund in wesent­li­chen Tei­len als unver­ein­bar mit dem Glau­ben gese­hen wer­den. Der Weg zu einer ver­ein­ba­ren Form der Psy­cho­ana­ly­se war schwie­rig, lang­wie­rig und kom­plex. Fran­zis­kus ging aber gar nicht zu einem christ­li­chen Psy­cho­lo­gen, son­dern zu einer Jüdin.
In sei­ner Schil­de­rung der Epi­so­de ver­mit­tel­te er in gewohn­ter Unbe­schwert­heit den Ein­druck, als wür­de der Heils­weg nicht nur über Chri­stus und den Beicht­stuhl füh­ren.

Oktober 2018
Die Universität für alle

Franziskus mit Studenten und Lehrkörper der Katholischen Universität von PortugalDie Uni­ver­si­tät zu besu­chen und zu stu­die­ren ist, folgt man den Aus­sa­gen von Papst Fran­zis­kus, heu­te weder nutz­brin­gend noch von ethi­scher Bedeu­tung. Man stu­diert heu­te, immer laut Fran­zis­kus, nur um eine bes­se­re Stel­lung zu erlan­gen, mehr Geld zu ver­die­nen oder grö­ße­res sozia­les Anse­hen zu errei­chen. Wört­lich sprach Fran­zis­kus von einem

„Syn­onym für eine höhe­re Posi­ti­on, als Syn­onym für mehr Geld oder grö­ße­res gesell­schaft­li­ches Anse­hen“.

So erklär­te er es den Stu­den­ten und dem Lehr­kör­per der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Por­tu­gal. Es sei gut, zu stu­die­ren, aber nicht für die vor­hin genann­ten Zie­le, son­dern

„um ein grö­ße­res Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein für die Pro­ble­me von heu­te und die Bedürf­nis­se der Armen und der Umwelt“ zu erlan­gen.

Auch an die­ser Stel­le scheint der süd­ame­ri­ka­ni­sche (oder mar­xi­sti­sche) Pau­peris­mus als Zuga­be immer dabei.

Im Gleich­nis der Talen­te lehrt Jesus Chri­stus, daß jeder sei­ne ihm gege­be­nen Fähig­kei­ten maxi­mal nüt­zen soll. Das scheint aber Papst Fran­zis­kus nicht anzu­spre­chen. Es wider­spricht den (lin­ken) Gleich­heits­vor­stel­lun­gen. Wer mehr kann, dis­kri­mi­niert den, der weni­ger kann, denn was kön­ne der dafür, weni­ger zu kön­nen. Papst Ber­go­glio schwimmt mit die­sem Den­ken, das in sei­nen Bot­schaf­ten kon­stant durch­schim­mert, auf der Wel­le des per­fek­ten Sozi­al­staa­tes, „all inclu­si­ve for all“, der in Wirk­lich­keit einen Staats­di­ri­gis­mus meint, um alle „gleich“ (arm) zu machen.

November 2017
Der Nazarener ist Rohingya und Muslim

Franziskus betet mit muslimischen Rohingya
Fran­zis­kus betet mit mus­li­mi­schen Roh­in­gya

Eine Sache ist es, sich mit einer von einem grau­sa­men Regime ver­folg­ten Min­der­heit zu soli­da­ri­sie­ren. Eine ande­re Sache ist es, aus theo­lo­gi­scher Sicht, die­se Soli­da­ri­sie­rung mit Syn­kre­tis­mus zu ver­men­gen. Um so mehr, wenn die­se Soli­da­ri­sie­rung durch den Papst erfolgt. So sag­te Fran­zis­kus bei sei­ner jüng­sten Aus­lands­rei­se:

„Heu­te heißt die Gegen­wart Got­tes auch Roh­in­gya.“

Mit die­sen Wor­ten nann­te Fran­zis­kus die eth­nisch-reli­giö­se Min­der­heit, die von der bud­dhi­sti­schen Mehr­heit Bir­mas ver­folgt wird, erst­mals beim Namen – aller­dings erst im benach­bar­ten, eth­nisch ver­wand­ten und fast zur Gän­ze mus­li­mi­schen Ban­gla­desch. Der Papst ging damit aber viel wei­ter. Er defi­nier­te Gott selbst als Roh­in­gya und iden­ti­fi­zier­te ihn damit mit einer mus­li­mi­schen Min­der­heit.
Letz­te­res sprengt jeden Rah­men. Auch bei sei­ner berech­tig­ten Soli­da­ri­sie­rung ver­gaß er ganz, die nicht min­der ver­folg­ten, zah­len­mä­ßig noch grö­ße­ren, christ­li­chen Min­der­hei­ten Myan­mars (Bir­ma) zu erwäh­nen – wenig­stens zu erwäh­nen. Statt­des­sen bat er die Roh­in­gya um Ver­ge­bung, als hät­ten er, die katho­li­sche Kir­che oder die Chri­sten ihnen etwas ange­tan.
Doch im Augen­blick, aus wel­chen ver­bor­ge­nen poli­ti­schen Inter­es­sen – für die Fran­zis­kus anson­sten beson­ders hell­hö­rig ist – fin­den die mus­li­mi­schen Roh­in­gya inter­na­tio­na­le Auf­merk­sam­keit, die christ­li­chen Min­der­hei­ten Myan­mars hin­ge­gen nicht. Um genau zu sein, schert sich die inter­na­tio­na­le Staa­ten­ge­mein­schaft herz­lich wenig um die welt­weit ver­folg­ten Chri­sten. Fran­zis­kus steu­ert dem nicht ent­ge­gen, weder in Bir­ma noch im Nahen Osten, son­dern unter­stützt das vor­herr­schen­de Den­ken in die­ser Sache wie auch in ande­ren (Kli­ma­wan­del, Migra­ti­on, Glo­ba­li­sie­rung, „neue Men­schen­rech­te“).
Ein Zusam­men­hang, war­um dem so ist, wie es scheint, liegt auf der Hand: Die Per­so­ni­fi­zie­rung des Schöp­fer­got­tes mit den Roh­in­gya, die zum Teil ins benach­bar­te, weil ver­wand­te Ban­gla­desch geflüch­tet sind, nützt dem weit grö­ße­ren poli­ti­schen Migra­ti­ons­dis­kurs in Euro­pa (mus­li­mi­scher Migrant).
Über­haupt läßt sich aus Ber­go­gli­os Reden her­aus­le­sen, daß es dem Papst leicht­fällt, Gott mit jedem Sub­jekt zu iden­ti­fi­zie­ren, das sei­nem gera­de aktu­el­len Dis­kurs nütz­lich ist. Man könn­te den Ver­dacht eines gewis­sen Miß­brauchs Got­tes für poli­ti­sche Ange­le­gen­hei­ten hegen. Vor allem wird dadurch im Umkehr­schluß jeder Wider­spruch abzu­wür­gen ver­sucht, denn das käme ja fast einer Got­tes­lä­ste­rung gleich. Ähn­lich argu­men­tiert das päpst­li­che Umfeld, wenn Kri­tik am Papst und sei­ner Poli­tik laut wird. Der Papst koket­tiert zwar selbst damit, nicht Papst sein zu wol­len („Bischof von Rom“), doch sobald Kri­tik gewagt wird, empö­ren sich sei­ne Ver­trau­ten und bezich­ti­gen Kri­ti­ker der Maje­stäts­be­lei­di­gung.

Im Novem­ber wären auch die „Hei­li­gen Wor­te“ von Fran­zis­kus zur Eutha­na­sie zu erwäh­nen. Da aber nur ein Stich­wort je Monat dar­ge­stellt wird, soll dazu auf ande­re Arti­kel ver­wie­sen wer­den (sie­he auch: Wor­te des Pap­stes bre­chen letz­ten Wider­stand: Ita­li­en führt die Eutha­na­sie ein und die Kir­che schweigt mal wie­der).

Dezember 2017
Christus gibt allen die Staatsbürgerschaft

Und noch einmal EinwanderungDie Mas­sen­ein­wan­de­rung ist das poli­ti­sche Haupt­the­ma, dem Fran­zis­kus 2017 in Euro­pa alle ande­ren Fra­gen, selbst den Kli­ma­wan­del, unter­ge­ord­net hat. Er ist der sicht­bar­ste „Patron“ der Migra­ti­on. Und nie­mand soll­te mei­nen, der Papst wis­se nicht, daß durch die von ihm gefor­der­te unein­ge­schränk­te Ein­wan­de­rung Euro­pas Ant­litz grund­le­gend und irrever­si­bel ver­än­dert wird. Sei­ne Migra­ti­ons­po­li­tik zu Ende gedacht, bedeu­tet, daß es Euro­pa – das es als kul­tu­rel­le, reli­giö­se, eth­ni­sche und poli­ti­sche Ein­heit erst seit der Chri­stia­ni­sie­rung gibt – nicht mehr geben wird.
Selbst die Hei­li­ge Nacht hat er die­sem poli­ti­schen The­ma unter­ge­ord­net. Er bezeich­ne­te in sei­ner live in alle Welt über­tra­ge­nen Pre­digt den Erlö­ser, als wäre er irgend­ein poli­ti­scher Refor­mer, denn Er sei

„jener, der kommt, um uns allen die Staats­bür­ger­schafts­be­schei­ni­gung zu geben“.

In der offi­zi­el­len, deut­schen Über­set­zung des Vati­kans wur­de die Stel­le zu fol­gen­der Aus­sa­ge ver­harm­lost: „um uns allen ein Bür­ger­recht zu ver­lei­hen“. Der Papst hat es anders gesagt. Eine Pre­digt, die weni­ge Tage nach dem Aus für den zwei­ten Anlauf im Ita­lie­ni­schen Par­la­ment kam, im Staats­bür­ger­schafts­ge­setz das Ius soli durch­zu­set­zen. Der Papst for­der­te impli­zit zum drit­ten Anlauf auf.
Wört­lich inter­pre­tier­te der Papst die Geburt Jesu in Beth­le­hem wie folgt:

„Hin­ter den Schrit­ten von Maria und Josef ver­ber­gen sich vie­le Schrit­te. Wir sehen die Spu­ren gan­zer Fami­li­en, die auch heu­te gezwun­gen sind, von zu Hau­se weg­zu­ge­hen. Wir sehen die Spu­ren von Mil­lio­nen Men­schen, die nicht frei­wil­lig gehen, son­dern gezwun­gen sind, sich von ihren Lie­ben zu tren­nen, weil sie aus ihrem Land ver­trie­ben wer­den. In vie­len Fäl­len ist es ein Auf­bruch vol­ler Hoff­nung auf eine bes­se­re Zukunft; in vie­len ande­ren Fäl­len hat die­ser Auf­bruch nur einen Namen: Über­le­ben. Die aktu­el­len Nach­fol­ger des Hero­des zu über­le­ben, die zur Durch­set­zung ihrer Macht und zur Meh­rung ihrer Reich­tü­mer nicht davor zurück­schrecken, unschul­di­ges Blut zu ver­gie­ßen.“

Die­se The­se des Pap­stes hat nicht weni­gen Vati­ka­ni­sten, Publi­zi­sten und Intel­lek­tu­el­len, ob Katho­li­ken oder nicht, das Weih­nachts­es­sen ver­dor­ben.

Marcello Pera Franziskus will Europa vernichten
Mar­cel­lo Pera

Der ehe­ma­li­ge, ita­lie­ni­sche Senats­prä­si­dent und Wis­sen­schafts­theo­re­ti­ker Mar­cel­lo Pera, ehe­mals Sozia­list und Lai­zist, der sich durch die Freund­schaft mit Joseph Ratz­in­ger zum Chri­sten­tum bekehr­te, warf Fran­zis­kus im ver­gan­ge­nen Juli vor:

„ein Papst zu sein, der nur Poli­tik macht. […] Das ist ein Papst, der seit dem Tag sei­ner Amts­ein­füh­rung nur Poli­tik betreibt. […] Ganz ehr­lich, die­sen Papst ver­ste­he ich nicht. Was er sagt, liegt außer­halb eines ratio­na­len Ver­ständ­nis­ses.“

Fran­zis­kus las­se es in sei­ner Ein­wan­de­rungs­po­li­tik selbst „an einem Mini­mum an Rea­lis­mus feh­len, jenem Mini­mum, das von jedem gefor­dert ist.“

Was der Papst zur Ein­wan­de­rung sagt, habe „abso­lut nichts“ mit dem von Chri­stus gelehr­ten Evan­ge­li­um zu tun, „genau­so­we­nig, wie es mit einer ratio­na­len Moti­va­ti­on zu tun hat“.

„Ich kann mir dar­auf nur eine Ant­wort geben: Der Papst tut es, weil er den Westen ver­ach­tet, dar­auf abzielt ihn zu zer­stö­ren und alles tut, um die­ses Ziel zu errei­chen. Wenn man der kri­ti­schen Schwel­le nicht Rech­nung trägt, jen­seits der unse­re Gesell­schaf­ten nicht mehr jeden auf­neh­men kön­nen und ihnen nicht ein­mal mehr jene Min­dest­wür­de garan­tie­ren kön­nen, die man jedem Men­schen schul­det, wer­den wir bald Zeu­gen einer regel­rech­ten Inva­si­on wer­den, die uns über­flu­ten und unse­re Sit­ten, unse­re Frei­heit, ja sogar das Chri­sten­tum in eine Kri­se stür­zen wird. Es wird eine Reak­ti­on fol­gen und ein Krieg. Wie kann das der Papst nicht ver­ste­hen? Und auf wel­cher Sei­te wird er ste­hen, wenn die­ser Bür­ger­krieg erst ein­mal aus­ge­bro­chen sein wird?“

Neu­er­dings wird die Hal­tung von Papst Fran­zis­kus zur Migra­ti­ons­fra­ge als „Theo­lo­gie der Inva­si­on“ bezeich­net.

Das war ein Rück­blick auf das Jahr 2017 mit Papst Fran­zis­kus. Das Jahr 2018 hat begon­nen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di (Pie­tro de Leo/Antonio Rapi­sar­da, Il Tem­po)
Bild: Wikicommons/Serviam/refugeesmigrants.un.org/Vatican.va/Radio Vaticana/MiL (Screen­shots)

 




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4 Kommentare

  1. Gott möge uns bei­ste­hen und stär­ken, damit wir die­sen Papst aus­sit­zen und der una sanc­ta eccle­sia treu­blei­ben kön­nen.

  2. Laut einer For­sa-Umfra­ge hat das Ver­trau­en in den Papst im ver­gan­ge­nen Jahr in Deutsch­land deut­lich abge­nom­men (- 6 Pro­zent in einem Jahr). Die dt. Kir­che hat eben­falls erheb­lich an Ver­trau­en ver­lo­ren. Aber dies wun­dert ja nicht ange­sichts der in dem Arti­kel beschrie­be­nen Ereig­nis­sen. Beson­ders die völ­lig unver­nünf­ti­ge For­de­rung nach gren­zen­lo­ser Auf­nah­me von Migran­ten („Nehmt sie alle auf!“) mit den täg­li­chen schlim­men Fol­gen wie Mor­de, Ver­ge­wal­ti­gun­gen und ande­re Kri­mi­na­li­tät dürf­te dabei die größ­te Rol­le spie­len.

  3. „und der una sanc­ta eccle­sia treu­blei­ben kön­nen.“

    Das Pro­blem liegt dar­in, dass wir durch die unse­li­ge Kir­chen­steu­er die Poli­tik die­ses „Pap­stes“ und unse­rer Bischö­fe unter­stüt­zen und damit zu Mit­tä­tern wer­den.
    Ich für mei­nen Teil wer­de es so lösen, dass ich eine 100%ige Zweck­wid­mung mei­nes KBs (zug. Petrus­brü­der) bei Dro­hung des Aus­tritts for­dern wer­de. Der Gedan­ke, dass ich Orga­ni­sa­tio­nen wie die cari­tas unter­stüt­ze, ist bereits schier uner­träg­lich. Hof­fent­lich geht es gut.

  4. Die hier getrof­fe­ne schein­wer­fer­ar­ti­ge Aus­wahl monat­li­cher Schwer­punk­te des Ber­go­glio-Pon­ti­fi­kats im ver­gan­ge­nen Jahr könn­te zwar auch als „Pole­mik“ ein­ge­stuft wer­den. Aber sie ist auch ein not­wen­di­ges Kor­rek­tiv zu machen ver­lo­gen-eupho­ri­schen Beur­tei­lun­gen der päpst­li­chen Jah­res­bi­lanz in gro­ßen Tei­len der Medi­en, bei­spiels­wei­se auch in Bei­trä­gen des Baye­ri­schen Rund­funks, Abtei­lung Fern­se­hen. Da wur­den etwa in einer Nach­rich­ten­sen­dung die angeb­li­chen Wider­sa­cher des Pap­stes erwähnt, dar­un­ter Kar­di­nal G. Mül­ler, oder als Reform­geg­ner Kar­di­nal G. Pell, der sich der­zeit in Austra­li­en vor Gericht zu ver­ant­wor­ten habe. Vom hon­du­ra­ni­schen Kar­di­nal Mara­dia­ga, dem undurch­sich­ti­ge Geld­ge­schäf­te vor­ge­wor­fen wer­den, war jedoch kei­ne Rede. Kein Wun­der: Die­ser Kar­di­nal gilt als beson­ders inti­mer Freund des Pap­stes und wur­de von ihm zum Koor­di­na­tor des Kar­di­nals­ra­tes in Sachen Kuri­en­re­form bestimmt. Der Münch­ner Kar­di­nal R. Marx wie­der­um kam gut weg, weil er die Eigen­stän­dig­keit der Orts­kir­chen – sprich natio­na­ler Bischofs­kon­fe­ren­zen – gestärkt haben will. Und das scheint ja auch eines der Haupt­an­lie­gen von Fran­zis­kus und sei­ner hand­ver­le­se­nen Bera­ter zu sein. Irgend­wann haben wir wohl eine Welt­ethos-Kir­che mit Hun­der­ten auto­no­mer Päp­ste.

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