Die “historische“ Begegnung zwischen Franziskus und Kyrill

Papst Franziskus und Patriarch Kyrill von Moskau in Havanna

Der Histo­ri­ker Rober­to de Mattei, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, wirft einen kri­ti­schen Blick auf die infla­tio­nä­re Bezeich­nung von Ereig­nis­sen als „histo­risch“, wie dies jüngst beim Tref­fen zwi­schen Papst Fran­zis­kus und Patri­arch Kyrill von Mos­kau der Fall war. Ein Blick auf die Geschich­te sei not­wen­dig, so de Mattei, um die Ereig­nis­se zu ver­ste­hen, denn schon häu­fig sei­en auf Ver­fäl­schun­gen der Geschich­te dok­tri­nä­re Abwei­chun­gen kon­stru­iert wor­den. Dabei fällt sein Blick auch auf das 500-Jahr­ge­den­ken von Papst Fran­zis­kus an die pro­te­stan­ti­sche „Refor­ma­ti­on“.

von Rober­to de Mattei*

Zu den zahl­rei­chen Erfol­gen, die Papst Fran­zis­kus von den Mas­sen­me­di­en zuge­schrie­ben wer­den, gehört auch die „histo­ri­sche Begeg­nung“, die am 12. Febru­ar in Havan­na mit Patri­arch Kyrill von Mos­kau statt­fand. Ein Ereig­nis, wie es hieß, das die Mau­er fal­len­ließ, die seit tau­send Jah­ren die Kir­che von Rom von jener des Ostens trennt.

Die Bedeu­tung der Begeg­nung liegt, laut den eige­nen Wor­ten von Fran­zis­kus, nicht im Doku­ment, das rein „pasto­ra­len“ Cha­rak­ter habe, son­dern in einer Über­ein­stim­mung für ein gemein­sa­mes, nicht poli­ti­sches oder mora­li­sches, son­dern reli­giö­ses Ziel. Das über­lie­fer­te Lehr­amt der Kir­che, das in Doku­men­ten zum Aus­druck kommt, scheint Papst Fran­zis­kus also durch ein Neo-Lehr­amt erset­zen zu wol­len, das durch sym­bo­li­sche Ereig­nis­se zum Aus­druck kommt.

Die Bot­schaft, die der Papst ver­mit­teln will, ist die einer Wen­de in der Kir­chen­ge­schich­te. Man muß aber gera­de von der Kir­chen­ge­schich­te aus­ge­hen, um die Bedeu­tung des Ereig­nis­ses von Havan­na zu ver­ste­hen. Es gibt näm­lich zahl­rei­che histo­ri­sche Unge­nau­ig­kei­ten, die es zu kor­ri­gie­ren gilt, denn gera­de auf Geschichts­fäl­schun­gen wer­den häu­fig dok­tri­nä­re Abwei­chun­gen kon­stru­iert.

Paul VI. und Patriarch Athenagoras 1964
Paul VI. und Patri­arch Athen­ago­ras 1964

Zunächst ein­mal stimmt es nicht, daß tau­send Jah­re der Geschich­te die Kir­che von Rom vom Patri­ar­chat von Mos­kau tren­nen, da die­ses erst 1589 ent­stan­den ist. In den fünf vor­her­ge­hen­den Jahr­hun­der­ten und auch davor, war das Patri­ar­chat von Kon­stan­ti­no­pel der öst­li­che Ansprech­part­ner Roms. Im Lau­fe des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils begeg­ne­te Paul VI. am 6. Janu­ar 1964 in Jeru­sa­lem Patri­arch Athen­ago­ras von Kon­stan­ti­no­pel, um einen „öku­me­ni­schen Dia­log“ zwi­schen der katho­li­schen Welt und der ortho­do­xen Welt zu begin­nen. Die­ser Dia­log mach­te jedoch kei­ne Fort­schrit­te wegen der tau­send­jäh­ri­gen Oppo­si­ti­on der Ortho­do­xen gegen den Pri­mat Roms. Paul VI. selbst gestand das am 28. April 1967 in einer Rede vor dem dama­li­gen Sekre­ta­ri­at zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten ein, indem er erklär­te: „Der Papst, wir wis­sen es wohl, ist ohne Zwei­fel das größ­te Hin­der­nis auf dem Weg des Öku­me­nis­mus“ (Pao­lo VI., Inseg­na­men­ti, VI, S. 192–193).

Das Patri­ar­chat von Kon­stan­ti­no­pel bil­de­te einen der fünf 451 vom Kon­zil von Chal­ce­don fest­ge­leg­ten Haupt­sit­ze der Chri­sten­heit. Die byzan­ti­ni­schen Patri­ar­chen ver­tra­ten jedoch den Stand­punkt, daß nach dem Unter­gang der west­li­chen Reichs­hälf­te des Römi­schen Rei­ches (476) Kon­stan­ti­no­pel, als Sitz des im Osten fort­le­ben­den Römi­schen Rei­ches, nun die reli­giö­se Haupt­stadt der Welt wer­den soll­te. Im Canon 28 des Kon­zils von Chal­ce­don, der vom hei­li­gen Papst Leo dem Gro­ßen (440–461) auf­ge­ho­ben wur­de,  ist bereits der Keim des gan­zen byzan­ti­ni­schen Schis­mas ent­hal­ten, weil er der Supre­ma­tie des römi­schen Pap­stes ein poli­ti­sches und nicht ein gött­li­ches Fun­da­ment zuschrieb. Des­halb ließ Papst Hor­mis­das (514–523) die ori­en­ta­li­schen Bischö­fe 515 die For­mu­la Hor­mis­dae unter­zeich­nen, mit der sie ihre Ein­heit mit Rom zum Aus­druck brach­ten und den Pri­mat der Kathe­dra Petri aner­kann­ten. (Denz‑H., Nr. 363).

Zwi­schen dem 5. und dem 10. Jahr­hun­dert, wäh­rend sich im Westen die Tren­nung zwi­schen geist­li­cher Auto­ri­tät und welt­li­cher Macht festig­te, ent­wickel­te sich im Osten hin­ge­gen der soge­nann­te Cae­sar­o­pa­pis­mus, bei dem die Kir­che de fac­to dem Kai­ser unter­ge­ord­net wird, der sich – als Legat Got­tes – sowohl im kirch­li­chen als auch im welt­li­chen Bereich für ihr Haupt hält. Die Patri­ar­chen von Kon­stan­ti­no­pel waren fak­tisch zu Funk­tio­nä­ren des byzan­ti­ni­schen Rei­ches redu­ziert wor­den und schür­ten um so mehr eine radi­ka­le Abnei­gung gegen die Kir­che von Rom.

Eugen III. schuf 1439 die Einheit zwischen Ost- und Westkirche
Eugen III. schuf 1439 die Ein­heit zwi­schen Ost- und West­kir­che

Nach einem ersten Bruch, der im 9. Jahr­hun­dert von Patri­arch Pho­ti­os I. pro­vo­ziert wur­de, erfolg­te am 16. Juli 1054 das offi­zi­el­le Schis­ma, als Patri­arch Micha­el I. Keru­la­ri­os (1043–1058) erklär­te, Rom sei wegen des „Filio­que“ und ande­rer Vor­wän­de der Häre­sie ver­fal­len. Die römi­schen Lega­ten depo­nier­ten daher gegen ihn das Exkom­mu­ni­ka­ti­ons­ur­teil auf dem Altar der Hagia Sophia von Kon­stan­ti­no­pel. Die Für­sten der Kie­wer Rus, und damit infol­ge auch Mos­kaus, die 988 vom hei­li­gen Wla­di­mir zum Chri­sten­tum bekehrt wur­den, folg­ten den Patri­ar­chen von Kon­stan­ti­no­pel ins Schis­ma, da sie deren reli­giö­se Juris­dik­ti­on aner­kann­ten. Die Zwie­tracht schien unüber­wind­bar, doch ein außer­ge­wöhn­li­ches Ereig­nis geschah am 6. Juli 1439 in der Kathe­dra­le San­ta Maria del Fio­re von Flo­renz, als Papst Eugen IV. fei­er­lich mit der Bul­le Lae­ten­tur Coeli (Der Him­mel freue sich) die Über­win­dung des Schis­mas und die Gemein­schaft zwi­schen den Kir­chen des Ostens und des Westens ver­kün­de­te.

Im Lau­fe des Kon­zils von Flo­renz (1439), an dem auch der Kai­ser des Ostens, Johan­nes VIII. Palaio­lo­gos, und der Patri­arch von Kon­stan­ti­no­pel, Joseph II., teil­nah­men, hat­te man eine Über­ein­kunft zu allen Pro­ble­men gefun­den, vom Filio­que bis zum römi­schen Pri­mat. Die päpst­li­che Bul­le ende­te mit die­ser fei­er­li­chen dog­ma­ti­schen Defi­ni­ti­on, die von den grie­chi­schen Vätern unter­zeich­net wur­de:

Item dif­fi­ni­mus sanc­tam apo­sto­li­cam sedem et Roma­num pon­ti­ficem in uni­ver­sum orbem tene­re pri­ma­tum, et ipsum pon­ti­ficem Roma­num suc­ces­so­rem esse bea­ti Petri princi­pis apo­sto­lo­rum et ver­um Chri­sti vica­ri­um toti­us­que eccle­sie caput et omni­um chri­stiano­rum patrem ac doc­to­rem exi­ste­re, et ipsi in beato Petro pas­cen­di, regen­di ac guber­nan­di uni­ver­sa­lem eccle­si­am a domi­no nostro Iesu Chri­sto ple­nam pote­statem tra­di­tam esse, quem­ad­mo­dum eti­am in gestis ycu­me­ni­co­rum con­ci­lio­rum et in sacris cano­ni­bus con­ti­ne­tur.“

„Wir bestim­men, daß der hei­li­ge Apo­sto­li­sche Stuhl und der Römi­sche Papst den Pri­mat über den gesam­ten Erd­kreis inne­hat und der Römi­sche Papst der Nach­fol­ger des seli­gen Apo­stel­für­sten Petrus und der wah­re Stell­ver­tre­ter Chri­sti und das Haupt der gan­zen Kir­che und der Vater und Leh­rer aller Chri­sten ist, und ihm von unse­rem Herrn Jesus Chri­stus im seli­gen Petrus die Voll­macht über­tra­gen ist, die gesam­te Kir­che zu wei­den, zu lei­ten und zu len­ken, wie es auch in den Akten der öku­me­ni­schen Kon­zi­le und in hei­li­gen Cano­nes fest­ge­hal­ten ist.“

Das war die ein­zi­ge wirk­li­che histo­ri­sche Umar­mung zwi­schen den bei­den Kir­chen im Lau­fe des ver­gan­ge­nen Jahr­tau­sends.

Metropolit Isidor von Kiew und ganz Rußland, 1441 abgesetzt
Metro­po­lit Isi­dor von Kiew und ganz Ruß­land, 1441 vom Groß­für­sten ver­trie­ben

Zu den aktiv­sten Teil­neh­mern des Kon­zils von Flo­renz und Ver­fech­tern der Kir­chen­uni­on gehör­te Metro­po­lit Isi­dor von Kiew und von ganz Ruß­land. Der Metro­po­lit von Kiew resi­dier­te bereits seit 1326 in Mos­kau. Kaum nach Mos­kau zurück­ge­kehrt ließ Isi­dor die erfolg­te Ver­söh­nung unter der Füh­rung des römi­schen Pap­stes öffent­lich ver­kün­den. Der Groß­fürst von Mos­kau, Was­si­li II. der Blin­de, damals aller­dings noch sehend, jedoch erklär­te Isi­dor, weil er die Kir­chen­uni­on von Flo­renz unter­zeich­net hat­te, 1441 zum Häre­ti­ker und ersetz­te ihn durch einen ihm gefü­gi­gen Metro­po­li­ten. Das war der erste Schritt zur Autoke­pha­lie, zur eigen­stän­di­gen rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che, die nicht nur von Rom, son­dern auch von Kon­stan­ti­no­pel unab­hän­gig war.

In Kon­stan­ti­no­pel war der Uni­ons­ver­trag nach der Eini­gung in Flo­renz vom Patri­ar­chen fei­er­lich in der Hagia Sophia auf den Altar gelegt wor­den, um die Über­win­dung des Schis­mas von 1054 zu ver­deut­li­chen. Doch nur wenig spä­ter wur­de das byzan­ti­ni­sche Reich 1453 von den Tür­ken erobert und das Patri­ar­chat von Kon­stan­ti­no­pel mit in den Zusam­men­bruch geris­sen. Der neue Macht­ha­ber, Sul­tan Meh­med II. mach­te Gen­na­di­os II. Scho­l­a­ri­os wegen des­sen rom­feind­li­cher Hal­tung zum neu­en Patri­ar­chen. Gen­na­di­os hat­te selbst am Kon­zil von Flo­renz teil­ge­nom­men und die Uni­on mit sei­ner Unter­schrift besie­gelt. Doch nach Kon­stan­ti­no­pel zurück­ge­kehrt, war er zum hef­tig­sten Kri­ti­ker der Ein­heit gewor­den. Durch die isla­mi­sche Erobe­rung uner­war­tet auf den Patri­ar­chen­stuhl gelangt, ver­hin­der­te er die Umset­zung der Ein­heit.

Sultan Mehmed II. setzte den Unionsgegner Gennadios als Patriarchen ein
Sul­tan Meh­med II. setz­te 1453 den Uni­ons­geg­ner Gen­na­di­os als Patri­ar­chen ein

Mit der isla­mi­schen Erobe­rung Kon­stan­ti­no­pels ent­stand in Mos­kau die Idee, das Erbe von Byzanz anzu­tre­ten und das neue Zen­trum der ortho­do­xen christ­li­chen Kir­che zu wer­den. Nach der Hoch­zeit von Sophia Palaio­lo­ga (um 1448–1503), der Nich­te des letz­ten byzan­ti­ni­schen Kai­sers, mit Groß­fürst Iwan III. von Mos­kau, nahm die­ser eigen­mäch­tig den Titel eines Zaren an und führ­te den dop­pel­köp­fi­gen Adler als Staats­sym­bol ein. 1589 wur­de das Patri­ar­chat von Mos­kau und ganz Ruß­land errich­tet. Die Rus­sen wur­den zu den neu­en Ver­tei­di­gern der „Ortho­do­xie“, indem sie Mos­kau als das „Drit­te Rom“ aus­rie­fen, nach­dem  das katho­li­sche Rom, ihrer Ansicht nach, vom Glau­ben abge­fal­len war und das byzan­ti­ni­sche Rom durch die isla­mi­sche Erobe­rung sei­ne Auf­ga­be nicht mehr erfül­len konn­te.

Ange­sichts die­ser Ereig­nis­se ver­sam­mel­ten sich die Bischö­fe jener Gegend, die im Westen Ruthe­ni­en genannt wur­de und heu­te in etwa der Ukrai­ne und einem Teil Weiß­ruß­lands ent­spricht, im Okto­ber 1596 zur Syn­ode von Brest und ver­kün­de­ten die Uni­on mit Rom, die fak­tisch einer Erneue­rung und Bekräf­ti­gung der Uni­on von Flo­renz ent­sprach. Sie sind seit­her als Unier­te oder grie­chi­sche Katho­li­ken bekannt, weil sie zwar dem römi­schen Pri­mat unter­ste­hen, aber die byzan­ti­ni­sche Lit­ur­gie bewahr­ten.

Die rus­si­schen Zaren began­nen mit einer syste­ma­ti­schen Ver­fol­gung der unier­ten Kir­che, die zu ihren vie­len Mär­ty­rern auch den Mönch Josa­phat Kun­ze­witsch (1580–1623), den Erz­bi­schof von Polozk, und den Jesui­ten Andre­as Bobo­la (1592–1657), den Apo­stel Litau­ens, zählt. Bei­de wur­den gefol­tert und aus Haß gegen den katho­li­schen Glau­ben getö­tet. Heu­te wer­den sie als Hei­li­ge ver­ehrt. Unter der Sowjet­herr­schaft wur­de die Ver­fol­gung noch här­ter. Kar­di­nal Josyf Sli­pyj (1892–1984), depor­tiert und 18 Jah­re in den kom­mu­ni­sti­schen Lagern gefan­gen, war in einer lan­gen Rei­he der bis­her letz­te gro­ße, uner­schrocke­ne Ver­tei­di­ger der ukrai­ni­schen grie­chisch-katho­li­schen Kir­che.

Kardinal Josef Slipyj, 18 Jahre im kommunistischen Gulag
Kar­di­nal Josef Sli­pyj (1892–1984), 18 Jah­re im kom­mu­ni­sti­schen Gulag

Heu­te bil­den die Unier­ten die größ­te Grup­pe der Katho­li­ken des öst­li­chen Ritus und geben ein leben­di­ges Zeug­nis von der Uni­ver­sa­li­tät der katho­li­schen Kir­che. Es ist daher wenig edel, zu behaup­ten, wie die Gemein­sa­me Erklä­rung von Fran­zis­kus und Kyrill tut, „dass die Metho­de des ‚Unia­tis­mus‘ aus der Ver­gan­gen­heit, der als Ver­ei­ni­gung einer Gemein­schaft mit der ande­ren durch ihre Los­lö­sung von ihrer Kir­che ver­stan­den wur­de, nicht eine Wei­se ist, die es ermög­licht, die Ein­heit wie­der­her­zu­stel­len.“

Den Preis, den Papst Fran­zis­kus für die­se von Kyrill gewoll­ten Wor­te bezah­len muß­te, ist sehr hoch: die unier­ten Katho­li­ken, die immer zu den treue­sten Anhän­gern Roms gehör­ten, beschul­di­gen ihn des „Ver­rats“.

Die Begeg­nung von Fran­zis­kus mit dem Patri­ar­chen von Mos­kau geht aber noch weit über jene von Paul VI. mit Athen­ago­ras hin­aus. Die Umar­mung von Kyrill scheint vor allem dem ortho­do­xen Prin­zip der Syn­oda­li­tät zu gel­ten, das not­wen­dig ist, um die römi­sche Kir­che zu „demo­kra­ti­sie­ren“. Gegen­über der Syn­oda­li­tät des Pro­te­stan­tis­mus ist man in der katho­li­schen Kir­che wach­sam, weit weni­ger ist man es gegen­über der Syn­oda­li­tät der Ortho­do­xie.

Nicht was die Struk­tur der Kir­che betrifft, aber die Sub­stanz ihres Glau­bens, wird hin­ge­gen wahr­schein­lich das Geden­ken von Papst Fran­zis­kus an 500 Jah­re pro­te­stan­ti­sche Revo­lu­ti­on das wich­tig­ste sym­bo­li­sche Ereig­nis des Jah­res wer­den, das für den kom­men­den Okto­ber im schwe­di­schen Lund geplant ist.

*Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt erschie­nen: Vica­rio di Cri­sto. Il pri­mato di Pie­tro tra nor­ma­li­tà  ed ecce­zio­ne (Stell­ver­tre­ter Chri­sti. Der Pri­mat des Petrus zwi­schen Nor­ma­li­tät und Aus­nah­me), Vero­na 2013; in deut­scher Über­set­zung zuletzt: Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil – eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, Rup­pich­teroth 2011.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ri­si­pon­den­za Romana/Wikicommons/Roma Anti­ca (Screen­shots)

14 Kommentare

  1. Es ist natür­lich wie­der histo­risch, die­se Begeg­nung zwi­schen Fran­zis­kus und dem Patri­ar­chen Kyrill, die­se medi­en­ge­rech­te Insze­nie­rung wird natür­lich hoch­ge­ju­belt und als Spek­ta­kel und gro­ßen Erfolg für Fran­zis­kus hin­ge­stellt. Aber durch sei­ne Barm­her­zig­keit hat er sei­ne eige­nen Brü­der, die unier­te grie­chisch-katho­li­sche Kir­che und deren Auto­ri­tä­ten ver­ges­sen oder als nicht so wich­tig erach­tet. Fran­zis­kus ist nach wie vor bestrebt, publi­zi­stisch auf­zu­fal­len oder Auf­se­hen zu erre­gen und erfreut des ent­spre­chen­den Bei­fal­les der Welt. So gese­hen, bringt es mehr an Medi­en, wenn mit Kir­chen­fein­den oder mit Welt­re­li­gio­nen gespro­chen wird, als mit der unier­ten Kir­che.

  2. In der gan­zen Hei­li­gen Schrift ist nir­gends die Rede von Öku­me­ne. Das ist doch ein Pro­dukt von Rela­ti­vie­rern und halb­gläu­bi­gen Roman­ti­kern.
    Außer­dem steht es vor unser aller Augen, dass die ein­zi­ge Kon­fes­si­on, die im öku­me­ni­schen Dia­log ihr Glau­bens­gut ver­än­dert und sich an ande­re Kon­fes­sio­nen „ange­nä­hert“ bzw ange­passt hat, die katho­li­sche Kir­che ist. In der Öku­me­ne kann die katho­li­sche Kir­che, als ein­zig wah­re Kir­che gemäß der Schrift, nur ver­lie­ren. Und alle ande­ren reli­giö­sen Kon­fes­sio­nen sind die Nutz­nie­ser der gan­zen Geschich­te, sie dür­fen sich über gewis­ser­ma­ßen grund­lo­se, media­le Auf­merk­sam­keit und somit Wer­bung für ihre eige­ne Sache freu­en.

  3. Man kann wohl einer­seits sagen, daß sich die Kir­che von den Ortho­do­xen hat über den Tisch zie­hen las­sen. Ande­rer­seits muß man fra­gen, was es der ROK nüt­zen kann, sich gegen eine waid­wun­de katho­li­sche Kir­che sich soz. durch­ge­setzt zu haben. Und die­ses betrifft mit Aus­nah­me der gr.-kath. Ukrai­ner gar nicht mal die ande­ren Punk­te der gemein­sa­men Erklä­rung. Es geht da mehr um Poli­ti­sches und Atmo­sphä­ri­sches wür­de ich sagen.

    Man könn­te sich fra­gen, ob das Tref­fen auf Kuba nicht doch letzt­lich nur ein Pyr­rhus-Sieg der ROK ist. Und wenn das so ist, dann wird das der ROK gar nicht gefal­len und sich her­ein­ge­legt vor­kom­men. Man kann sagen, daß die Kir­che mit Papst Fran­zis­kus nicht so wirk­lich ehr­lich war. Er woll­te nur schnell ein Tref­fen um jeden Preis und es ist ein Stück weit unsau­ber gear­bei­tet wor­den.
    Der katho­li­schen Kir­che wur­de Scha­den zuge­fügt und das Ver­hält­nis zur russ. Ortho­do­xie hat sich nicht ver­bes­sert, son­dern wird sich ver­schlech­tern.

  4. „Ange­sichts die­ser Ereig­nis­se ver­sam­mel­ten sich die Bischö­fe jener Gegend, die im Westen Ruthe­ni­en genannt wur­de und heu­te in etwa der Ukrai­ne und einem Teil Weiß­ruß­lands ent­spricht, im Okto­ber 1596 zur Syn­ode von Brest und ver­kün­de­ten die Uni­on mit Rom, die fak­tisch einer Erneue­rung und Bekräf­ti­gung der Uni­on von Flo­renz ent­sprach. Sie sind seit­her als Unier­te oder grie­chi­sche Katho­li­ken bekannt, weil sie zwar dem römi­schen Pri­mat unter­ste­hen, aber die byzan­ti­ni­sche Lit­ur­gie bewahr­ten.

    Die rus­si­schen Zaren began­nen mit einer syste­ma­ti­schen Ver­fol­gung der unier­ten Kir­che“

    Das ist sehr ver­all­ge­mei­nernd und wird der dor­ti­gen gespann­ten kir­chen­po­li­ti­schen Lage nicht gerecht.
    Nach der Nicht­an­er­ken­nung des Flo­ren­ti­nums im Mos­kau­er Ruß­land war die römi­sche Uni­ons­po­li­tik auf die ortho­do­xe Kir­che in Polen gerich­tet. Hier führ­ten die Bemü­hun­gen Roms, nur teil­wei­se sekun­diert vom poln. Staat und dem latei­ni­schen poln. Epi­sko­pat, zwar zum Erfolg, aber zu kei­nem end­gül­ti­gen Sieg. Das lag nicht nur an der sehr lang­sa­men Aus­brei­tung der Unier­ten Kir­che, son­dern haupt­säch­lich dar­an, daß ein Teil der dor­ti­gen Ortho­do­xen sich von Anfang an der Uni­on wider­setz­te. Als nach der Uni­ons­syn­ode von Brest 1596 die Unier­te Kir­che in Polen-Litau­en ent­stand, gewann sie nur lang­sam Raum. Für die spä­te­re Geschich­te der Unier­ten Kir­che waren zwei Tat­sa­chen von Bedeu­tung: erstens, daß der Wider­stand gegen die Uni­on auch im gesam­ten 17Jh. in Polen-Litau­en nicht gebro­chen war, obwohl die poln. Regie­rung (im Gegen­satz zu eini­gen Tei­len der pol­ni­schen Magna­ten), wenn­gleich mit eini­gen Unter­bre­chun­gen, die Uni­on begün­stig­te und die Stel­lung der Ortho­do­xen zu schwä­chen bemüht war, zwei­tens, daß die­ser Wider­stand einen erheb­li­chen Rück­halt in der Kie­wer ortho­do­xen Metro­po­lie (haupt­säch­lich seit 1632) und auch im ukrai­ni­schen Kosa­ken­tum auf dem Gebiet Polen-Litau­ens fand, wel­ches trotz aller Anstren­gun­geen der Unier­ten nie zur Uni­on über­wech­sel­te. Denn das ukrai­ni­sche Kosa­ken­tum in der pol­ni­schen Ukrai­ne, hat nie mit sei­nem engen Ein­ver­neh­men mit der ortho­do­xen Geist­lich­keit und Hier­ar­chie gebro­chen. Auch im übri­gen Podo­li­en und Wol­hy­ni­en hat es auch nach Brest zahl­rei­che ortho­do­xe Gemein­den und Klö­ster noch immer gege­ben, die sich der Uni­on wider­setz­ten und admi­ni­stra­tiv dem Metro­po­li­ten von Kiew unter­stellt blie­ben, auch wenn mas­si­ver Druck auf sie laste­te.
    Und die bei­den genann­ten Mar­ty­rer sind nicht Opfer einer „syste­ma­ti­schen Ver­fol­gung“ der Zaren. Die Gebie­te wo die­se bei­den ihr Mar­ty­rer­tum erlit­ten lagen zu die­ser Zeit in Polen-Litau­en und unter­stan­den über­haupt noch lan­ge nicht Mos­kaus Herr­schaft. Es ist infam für deren Mar­ty­ri­um „die Zaren“ ver­ant­wort­lich zu machen.
    Auch viel spä­ter als über die pol­ni­schen Tei­lun­gen die Gebie­te der Unier­ten erst­ma­lig unter die Herr­schaft Peters­burgs fie­len, und die rus­si­sche Staats­macht erst­mals mit Unier­ten in ihrem Unter­ta­ne­ver­band kon­fron­tiert war, kann man nicht von einer syste­ma­ti­schen Ver­fol­gung spre­chen. Die Herr­scher, eini­ge mehr ande­re viel weni­ger, waren zwar an einer Wie­de­ver­ei­ni­gung der Unier­ten inter­es­siert und haben teil­wei­se gealt­sa­me Reunio­nen durch­ge­führt (das taten aber die Unier­ten vor­mak­ls in Polen-Litau­en aber auch)aber die Unier­ten lit­ten unter kei­ner dau­er­haf­ten syste­mat. Dau­er­ver­fol­gung. Auch hat sich der rus­si­sche Epi­sko­pat nie für die Idee der Wie­der­ver­ei­ni­gung mit den Unier­ten begei­stert, wahr­schein­lich aus dem Bewußt­sein her­aus, daß die Unier­ten nach meh­re­ren Genera­tio­nen inner­halb der Uni­on und teil­wei­ser Lati­ni­sie­rung nicht mehr ortho­dox wer­den möch­ten.
    Die rus­si­sche Kir­che hat nie akti­ve Kon­tak­te zur römi­schen Kir­che gesucht. Auch die­ses Tref­fen in Hava­na beruht auf dem jahr­zehn­te­lan­gen Wunsch der römi­schen Päp­ste dem Mos­kau­er Patri­ar­chen zu begeg­nen. Man kann dann nicht von der Gegen­sei­te ver­lan­gen, daß sie sich auf Knien anbie­tet und Posi­tio­nen revi­diert, wel­che sie seit Jahr­hun­der­ten ver­tritt, nach dem Duk­tus Matt­eis hät­te er sich aber so etwas erwar­tet.

  5. Nur eben mal ein paar Beob­ach­tun­gen:
    * In Punkt 9, 10 und 11 der Gemein­sa­men Erklä­rung wird die Inter­na­tio­na­le Gemein­schaft, sprich UNO, um Ein­grei­fen in Syri­en gebe­ten. Es wird zum Dia­log als Frie­dens­bei­trag auf­ge­ru­fen.
    * In Punkt 10 wird um fle­hent­li­ches Gebet für die Inten­si­vie­rung des „brü­der­li­chen“ Zusam­men­le­bens zwi­schen den ver­schie­de­nen Volks­grup­pen, Kir­chen und Reli­gio­nen auf­ge­ru­fen.
    * In Punkt 11: „Wir ermah­nen alle Chri­sten und alle Gott­gläu­bi­gen, mit Inbrunst den sor­gen­den Schöp­fer der Welt zu bit­ten, auf dass er sei­ne Schöp­fung vor der Ver­nich­tung bewah­re und kei­nen neu­en Welt­krieg zulas­se.“
    Punkt 13: „In die­ser beun­ru­hi­gen­den Zeit ist der i n t e r r e l i g i ö s e D i a l o g uner­läss­lich. Die Unter­schie­de im Ver­ständ­nis der reli­giö­sen Wahr­hei­ten dür­fen die Men­schen unter­schied­li­cher Glau­bens­über­zeu­gun­gen nicht davon abhal­ten, in Frie­den und Ein­tracht zu leben. Unter den aktu­el­len Umstän­den haben die Lei­ter der Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten die beson­de­re Ver­ant­wor­tung, ihre Gläu­bi­gen in einem r e s p e k t v o l l e n Geist g e g e n ü b e r den Über­zeu­gun­gen derer, die a n d e r e n r e l i g i ö s e n T r a d i t i o n e n ange­hö­ren, zu erzie­hen.“ (Her­vor­he­bung durch mich.)
    Punkt 14: “ … bestehen­den gemein­sa­men spi­ri­tu­el­len Fun­da­men­te des mensch­li­chen Zusam­men­le­bens …“
    Punkt 16: „… Auch wenn wir für den B e i t r a g a n d e r e r R e l i g i o n e n z u u n s e r e r K u l t u r offen sind, …“
    Punkt 17: „…Wir kön­nen nicht gleich­gül­tig gegen­über dem Los von Mil­lio­nen von Migran­ten und Flücht­lin­gen sein, die an die Tür der rei­chen Län­der klop­fen…“
    Punkt 24: Gegen Über­tritt von einer Kir­che in die ande­re.

    Die gemein­sa­me Erkä­rung för­dert den reli­giö­sen Rela­ti­vis­mus und Indif­fe­ren­tis­mus, die inter­re­li­giö­se Agen­da der UN, den Ruf nach Ein­mi­schung der UNO in ein­zel­ne Staa­ten.
    (Es sind die­sel­ben Ver­bre­cher, die zuerst die Kon­flik­te her­vor­ru­fen, um sich danach anzu­bie­ten, sie zu „lösen“.)
    Zwei­fel­los gibt es in der Gemein­sa­men Erklä­rung gute Punk­te, und dar­auf wur­de in Kom­men­ta­ren schon auf­merk­sam gemacht. Den­noch: Die­ses Doku­ment atmet, unter from­men Wor­ten, den Geist der Apost­asie und der anti­christ­li­chen Neu­en Welt­ord­nung. Und das war m.E. der Haupt­grund und ‑zweck des Tref­fens. Patri­arch Eli­as hat­te recht, nicht nur Papst Fran­zis­kus, son­dern auch Patri­arch Kyrill mit Anathe­ma zu bele­gen.

    • Ich den­ke Sie urtei­len zu rabi­at. Wie der Patri­arch zu die­sen Din­gen steht erkennt man recht ein­deu­tig wenn man sein Schrift­tum, sei­ne Pre­dig­ten und Anspra­chen näher betrach­tet, und nicht aus die­sem belang­lo­sen Papier, wel­ches die­ser unse­li­ge Koch und Metro­po­lit Hil­ari­on zusam­men­kom­po­niert haben. Und Sie kön­nen ohne­hin am Duk­tus erken­nen wo Koch und wo Hil­ari­on Redak­tor ist. Kirill hat sich mehr­fach als Metro­po­lit sei­ner­zeit und jetzt als Patri­arch gegen das aus­ge­spro­chen was Sie ihm nun vor­wer­fen. Sicher­lich hat­te das Tref­fen den Zweck Kirill für Ber­go­gli­os Agen­da ein­zu­span­nen und es wäre für die rus­si­sche Kir­che bes. intern-bin­nen­kirch­lich bes­ser gewe­sen es hät­te nie statt­ge­fun­den. Man wird sehen ob es Ber­go­glio gelun­gen ist oder nicht. Ich den­ke nicht, obwohl Ber­go­glio im Vor­feld um „ein gemein­sa­mes Gebet“ gebe­ten hat fand es nicht statt. Das wur­de in den kirch­li­chen Medi­en der rus­si­schen Kir­che auch dezi­diert betont. Jeden­falls ist es noch zu früh das gan­ze zu beur­tei­len und anhand die­ses Papiers kann man das wirk­lich nicht fest­ma­chen. Über­haupt kann Kirill ohne Zustim­mung des Bischofs­syn­ods kei­ne so weit­ge­hen­den Ent­schei­dun­gen tref­fen, daß er das von sich aus als Kir­chen­ober­haupt vetritt was Sie und P. Eli­as ihm nun vor­wer­fen. Auch wie „inter­re­li­giö­ser Dia­log“ statt­fin­den soll, dabei sind doch die Ansät­ze der bei­den Kir­chen­ober­häup­ter grund­ver­schie­den. Wenn Pater Eli­as bereits die Zusam­men­kunft Kirills mit Reli­gi­ons­ver­te­tern in Asta­na ver­ur­teilt hat, so blen­det er aus, daß in Ruß­land die Kir­che über Jahr­hun­der­te um des Frie­dens im Lan­de wil­len mit den tra­di­tio­na­len Reli­gio­nen inner­halb des Rei­ches Begeg­nun­gen unter­hielt. Das hat aber mit Ein­heits­re­li­gi­on und Syn­kre­tis­mus nichts zu tun.

      • Inwie­weit Pater Eli­as kano­nisch befugt ist, das zu tun, was er tut, kann ich nicht beur­tei­len und weiß er viel­leicht selbst nicht hun­dert­pro­zen­tig. Ich sehe sei­ne Anathe­ma­ti­sie­run­gen eher päp­dago­gisch als dra­ma­ti­sche Appel­le zur Buße und zur Umkehr von Lau­heit zum bren­nen­den Geist und Her­zen für Jesus Chri­stus. Und das hat die Kir­che, haben wir alle bit­ter nötig. Papst Fran­zis­kus ist auch in mei­nen Augen schlim­mer als Patri­arch Kyrill, den­noch scheint mir die Ana­ly­se von Pater Eli­as rich­tig, dass sich Kyrill auf den abschüs­si­gen Weg des Kom­pro­mis­ses mit dem mili­tä­risch-poli­tisch-öko­no­misch-reli­giö­sen Kom­plex „Baby­lon“ bege­ben hat, wohl bona fide (das traue ich ihm zu), um die ortho­do­xe Kir­che zu bewah­ren. Die von mir monier­ten Punk­te sind aber zu offen­sicht­lich.

      • Daß die libe­ral-öku­me­ni­sti­sche Agen­da mit Ver­ve dar­auf aus ist, die Wahr­heit mit den eige­nen Lügen­leh­ren zu ver­ei­nen, um so eine ein­zi­ge Welt­re­li­gi­on vor­zu­be­rei­ten, die Reli­gi­on des Anti­chri­sten, da wür­de ich Ihnen und natür­lich dem Hw. Pater Eli­as (Dohnal) sofort zustim­men.
        Und Ber­go­glio ist der schreck­li­che Hohe­prie­ster die­ser Agen­da, wäh­rend der Kryp­tomos­lem in Washing­ton die eher welt­li­chen Fak­ten schafft.
        Es ist unge­mein schwie­rig wie ein Kir­chen­ober­haupt wie Kirill sich in so einer Situa­ti­on ver­hal­ten soll. Sein Vor­gän­ger Alek­sij II. hat ange­spro­chen auf den Öku­me­nis­mus ein­mal ent­ge­geg­net: „Ich habe hier eine unge­mein schwe­re Last des Kreu­zes zu tra­gen“
        Ver­mut­lich wäre der Scha­den, den man in Ver­gel­tung sei­ner Kir­che antun wür­de so groß, daß er sich gezwun­gen sah etwas gute Mie­ne zu spie­len. Die rus­si­sche Kir­che ist zu groß und daher umso mehr von die­sen bos­haf­ten Mäch­ten gefähr­det, als daß Kirill sich wie der hoch­ge­schätz­te Illia II. v. Geor­gi­en, sich ganz von die­ser gan­zen Öku­meneIdeo­lo­gie raus­hal­ten kann. Kirill hat Mit­te der 1990er ein­mal gewarnt: „Sie kön­nen ein Vaku­um schaf­fen, sodaß Ruß­land mor­gen mit gleich gro­ßem Erfolg eben­so ein mos­le­mi­sches wie ein bud­dhi­sti­sches Land wer­den könn­te“.

  6. Ber­go­glio hat nicht nur die ukrai­ni­schen Katho­li­ken ver­prellt, son­dern auch noch die rus­si­schen Ortho­do­xe — indem er näm­lich kurz nach der Unter­zeich­nung der „Gemein­sa­men Erklä­rung“ sag­te, die­se Erklä­rung sei nur „pasto­ral“ und nicht poli­tisch. Das stimmt schon ein­mal von der Sache selbst her nicht, denn die „Gemein­sa­me Erklä­rung“ ent­hält eine gan­ze Men­ge poli­ti­scher Aus­sa­gen. Zum ande­ren ist es ein böser Affront gegen­über den Ortho­do­xen, die gera­de unter­zeich­ne­te „Gemein­sa­me Erklä­rung“ groß­teils zu ent­wer­ten — aus ortho­do­xer Sicht eine gro­be Unzu­ver­läs­sig­keit, ja gera­de­zu ein Treu­bruch. Man kann nur drin­gend hof­fen, daß die Ortho­do­xen die­se Unzu­ver­läs­sig­keit nur dem Ber­go­glio und nicht gleich dem Papst­tum als sol­chem und dem Katho­li­ken­tum zuschrei­ben.

    • Ber­go­glio ist ein gefähr­li­cher Seil­tän­zer, der glaubt, sich mit Taschen­spie­ler­tricks aus der Affä­re zie­hen zu kön­nen. Damit hat er viel­leicht bei den Jesui­ten und in der argen­ti­ni­schen Pam­pa reüs­sie­ren kön­nen. In die­sem Amt jedoch wird es mit ihm ein böses Ende neh­men.

  7. Das Tref­fen hät­te doch auch in der Domi­ni­ka­ni­schen Repu­blik statt­fin­den kön­nen. Aber das wäre nicht so prickelnd gewe­sen. So muß man fol­gern, daß man sich auch beson­ders aus poli­ti­schen Grün­den in Kuba begeg­net ist.
    Und „Kuba“ war die eigent­li­che Bot­schaft. Es ist der Schul­ter­schluß zwi­schen der mar­xi­sti­schen „Theo­lo­gie der Befrei­ung“ mit einer ROK, die die Inter­es­sen Ruß­lands ver­tritt. Die Moti­ve der ROK sind hier­bei legi­tim, aber nicht die­je­ni­gen die­ses „Pap­stes“ Fran­zis­kus, da die „Theo­lo­gie der Befrei­ung“ nicht für, son­dern gegen Chri­stus und Sein Reich arbei­tet. Er hat foul gespielt, sowohl was die Kir­che angeht wie auch gegen­über den Rus­sen.
    Nicht nur die Ukrai­ner dür­fen sich ein Stück weit ver­ra­ten vor­kom­men, son­dern alle Katho­li­ken guten Wil­lens.

    Und daß Papst F. nun­mehr zurück­ru­dert und behaup­tet, das Tref­fen sei „nur“ pasto­ral gewe­sen oder so zu ver­ste­hen und nicht poli­tisch, so ist das Betrug und Selbst­be­trug. Genau er woll­te ja die­se poli­ti­schen Impli­ka­tio­nen und so sind sie auch welt­weit mit Recht von den Medi­en und jedem mit wachem Blick ver­stan­den wor­den.

  8. Das wur­de ja schon zuvor mit dem Oba­ma-Boy, anläss­lich sei­nes Besu­ches beim Franz im Vati­kan so geplant.Das ent­spricht eben der New-Wold-Order.Der Franz auf sei­nem Thrönchen,der kann’s.Hasta la Vista Baby.Fragt sich aller­dings, wie „lan­ge“ die­ses Spiel­chen noch geht.Könnte ja eines nicht all­zufer­nen Tages in die Hosen gehen.

  9. Das Tref­fen zwi­schen Papst Fran­zis­kus und Patri­arch Kyrill bleibt selt­sam. Es wur­de zwei Jah­re lang geheim vor­be­rei­tet und sehr kurz­fri­stig bekannt gege­ben. Es war nicht Teil der ursprüng­lich publik gemach­ten Rei­se­plä­ne der bei­den Kir­chen­füh­rer. Myste­ri­ös ist auch der Abste­cher Patri­arch Kyrills danach in die Ant­ark­tis, wo er eine Lit­ur­gie zele­briert — auch dies ein vor­her nicht bekannt­ge­ge­be­ner Ein­schub in sein Rei­se­pro­gramm. Was hat Kyrill plötz­lich mit der Ant­ark­tis zu schaf­fen? Auch Prä­si­dent Putin hat die­ser Tage eine wis­sen­schaft­li­che Expe­di­ti­on mit star­ker mili­tä­ri­scher Eskor­te hin­ge­schickt. Kann es sein, dass die Eli­te seit Jah­ren und Jahr­zehn­ten etwas weiß, was sie uns Nor­mal­sterb­li­chen nicht mit­teilt und was als eigent­li­cher Grund hin­ter vie­len ihrer Maß­nah­men steckt, über die wir uns die Köp­fe zer­bre­chen und alle mög­li­chen Hypo­the­sen auf­stel­len? Nicht als wäre die­ser eigent­li­che Grund völ­lig geheim, im Inter­net kann man ja fast alles fin­den, aber er ver­schwin­det in der Mas­se der Infor­ma­tio­nen und Des­in­for­ma­tio­nen. (Stich­wort: Pla­net X, der trans­plu­to­ni­sche „zehn­te Pla­net“? Sei­ne Exi­stenz soll wis­sen­schaft­lich in den 50er Jah­ren nach­ge­wie­sen wor­den sein, NASA berich­te­te damals offi­zi­ell davon, und auf einen Schlag stopp­te jede wei­te­re Publi­zi­tät, so als hät­te die­ses kos­mi­sche Objekt nie exi­stiert. Auch gibt es eine Men­ge wei­te­re Welt­raum­kör­per aus dem Kui­per­gür­tel und der Oort­schen Wol­ke, die unser Pla­ne­ten­sy­stem besu­chen bzw. kata­stro­phal heim­su­chen, man­che davon der alten Mensch­heit bekannt („Nibi­ru“). Wäre das blo­ße Spin­ne­rei, gäbe es kei­ne For­schungs­sta­tio­nen in Aus­stra­li­en und der Ant­ark­tis, spe­zi­ell zur Beob­ach­tung sol­cher frem­der Gäste.

    • Inter­es­san­ter­wei­se muß­te heu­te von Bra­si­li­en aus Hil­ari­on v. Volo­ko­lamsk Gemü­ter in der Hei­mat beru­hi­gen, die ange­sichts der Begeg­nung von Hava­na in gro­ße Besorg­nis gera­ten waren und ihnen ver­si­chern, daß es kei­ne Ein­heit mit Rom geben wür­de und man kei­ne Kom­pro­mis­se in der Glau­bens­leh­re ein­ge­he.
      Ver­mut­lich war die Unru­he unter vie­len Gläu­bi­gen zu groß (in eini­gen rus­si­schen Medi­en und den blogs kir­chen­na­her Per­sön­lich­kei­ten bes. aus dem Umfeld von Ser­gi­jew Pos­sad gab es dies­be­züg­lich eini­ge besorg­te Stim­men) als daß er bis auf die Hei­man­kunft war­ten konn­te.

Kommentare sind deaktiviert.