Josyf Slipyj, Großerzbischof der mit Rom unierten ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, wurde 1965 in den Kardinalsrang erhoben (siehe Bild). 1977 weihte er nahe Rom ohne päpstliches Mandat geheim mehrere Bischöfe
Nachrichten

Die Bischofsweihen von 1977

Die Fra­ge, ob die 1977 von Groß­erz­bi­schof Josyf Slipi­yj vor­ge­nom­me­nen gehei­men Bischofs­wei­hen als Prä­ze­denz­fall für spä­te­re inner­kirch­li­che Kon­flik­te die­nen kön­nen, berührt zen­tra­le Span­nungs­fel­der des katho­li­schen Kir­chen­rechts: das Ver­hält­nis zwi­schen päpst­li­cher Auto­ri­tät und den Eigen­rech­ten der Ost­kir­chen, die Bewer­tung von Aus­nah­me­si­tua­tio­nen unter Ver­fol­gungs­druck sowie die Fra­ge nach dem recht­li­chen Cha­rak­ter soge­nann­ter „Not­maß­nah­men“ im kirch­li­chen Leben. Ein
Erzbischof Marcel Lefebvre auf dem Petersplatz in Rom
Der Vatikan und die Piusbruderschaft

Bischofsweihen ohne Mandat und die offenen Linien eines alten Konflikts

Für den 1. Juli 2026 wur­den von der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX) Bischofs­wei­hen ange­kün­digt – ohne päpst­li­ches Man­dat. Damit rückt eine Fra­ge erneut ins Zen­trum, die die Kir­che seit Jahr­zehn­ten beglei­tet: Wie reagiert Rom auf die Pius­bru­der­schaft, ins­be­son­de­re auf einen Schritt, den das Kir­chen­recht klar als uner­laubt qua­li­fi­ziert und – wenn auch erst seit
Buchbesprechungen

Die Rückkehr der traditionellen lateinischen Messe nach 70 Jahren des Exils

Bespre­chung von Wolf­ram Schrems* Seit der Pro­mul­ga­ti­on des Motu­pro­prio Sum­morum Pon­ti­fi­cum im Som­mer 2007 ist das Inter­es­se an der Latei­ni­schen Mes­se stark ange­stie­gen, beson­ders unter jun­gen Men­schen. Da die Pius­bru­der­schaft die schänd­li­che Vor­gangs­wei­se der offi­zi­el­len Kir­chen­struk­tu­ren in der Coro­­na-Ins­ze­­nie­rung in den Jah­ren 2020 bis 2022 nicht oder – regio­nal ver­schie­den – nur teil­wei­se mit­mach­te, fan­den
Die Kirche, China und die Kommunistische Partei
Christenverfolgung

Ein kirchenrechtliches Paradox

Die jüng­sten Äuße­run­gen von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin zur Lage der Kir­che in der Volks­re­pu­blik Chi­na geben Anlaß zu ern­ster Besorg­nis – und wer­fen grund­le­gen­de Fra­gen nach dem katho­li­schen Kir­chen­ver­ständ­nis auf. In einem Inter­view mit der ita­lie­ni­schen Zeit­schrift Dia­loghi der Katho­li­schen Akti­on ver­tei­digt Kar­di­nal Paro­lin den berg­o­glia­ni­schen Kurs der vati­ka­ni­schen Chi­­na-Poli­tik und betont dabei vor allem
Pius XII. reformierte 1955 den Ritus der Karwoche, was ein nicht minder schwerwiegender Eingriff war als die Liturgiereform von 1969 und dieser den Weg bereitete, so Caminante Wanderer
Forum

Die Reform der Karwoche unter Pius XII.

Von Cami­nan­te Wan­de­rer* Als ich zum ersten Mal an den Zere­mo­nien der Kar­wo­che nach dem „tra­di­tio­nel­len“ Ritus teil­nahm, geschah dies in der Kapel­le der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX) in Bonn. Ich war erstaunt fest­zu­stel­len, daß die­se Zere­mo­nien prak­tisch die­sel­ben waren wie jene, die ich jedes Jahr im Novus Ordo zu besu­chen gewohnt war. Ledig­lich
Dr. Lucia dos Santos im Jahr 1946 (links) und 1967 (rechts)
Forum

Fatima: vatikanische Täuschungen, gewollte Ignoranz, apokalyptische Weltlage (2. Teil)

Von Wolf­ram Schrems* Die­ser Teil schließt unmit­tel­bar an den 1. Teil vom 5. März an. Nach der Anzahl der Kom­men­ta­re zu schlie­ßen, stieß er auf gro­ßes Inter­es­se. Aller­dings gab es augen­schein­lich auch Miß­ver­ständ­nis­se. Da es aber nicht mög­lich ist, in jedem ein­zel­nen Bei­trag zum The­ma Fati­ma immer alles bereits Geschrie­be­ne zu wie­der­ho­len, sei der inter­es­sier­te
Erzbischof Marcel Lefebvre wurde am 11. September 1976 von Papst Paul VI. in Audienz empfangen: Ein Schlüsselereignis, wie Chris Jackson in seiner Analyse schreibt.
Leo XIV.

Der Konflikt zwischen Rom und der Piusbruderschaft: eine Rückschau

Die gül­ti­gen, aber uner­laub­ten Bischofs­wei­hen von Erz­bi­schof Mar­cel Lefeb­v­re 1988 lie­gen bereits 38 Jah­re zurück. Sie sind jedoch ohne ihre Vor­ge­schich­te nicht ver­ständ­lich, und die­se reicht viel wei­ter zurück. Aus die­sem Grund begin­nen wir eine Rei­he, um die ent­schei­den­den dama­li­gen Ereig­nis­se dem Ver­ges­sen zu ent­rei­ßen, da sie durch die Ankün­di­gung der Pius­bru­der­schaft, am kom­men­den 1.
Ungewöhnlich: Erste Konzelebration während des Konzils am 14. September 1964 im Petersdom. Liturgische Rückprojektionen.
Forum

Bischofsweihen der Tradition: Eine segensreiche Provokation für Rom?

Von einer Theo­lo­gin* Mit der Ankün­di­gung, Bischofs­wei­hen vor­neh­men zu wol­len, hat die Pius­bru­der­schaft Rom ein unmiß­ver­ständ­li­ches Signal gesen­det. Nach Jah­ren des Schwei­gens und Igno­rie­rens zeigt sie, daß sie es ernst meint. Es ist eine exi­sten­ti­el­le Geste: Ohne Bischö­fe kann die Bru­der­schaft nicht fort­be­stehen, solan­ge ihr kano­ni­scher Sta­tus unge­klärt bleibt. Die erste Reak­ti­on aus Rom ist
1985 dirigierte Herbert von Karajan mit den Wiener Philharmonikern und dem Wiener Singverein die "Krönungsmesse" im Petersdom zum Hochfest Peter und Paul
Leo XIV.

Die großen Konzerte kehren in den Vatikan zurück

Die Musik im Vati­kan hat über die Jahr­hun­der­te hin­weg eine wech­sel­vol­le Geschich­te erlebt, geprägt von den per­sön­li­chen Vor­lie­ben und Ein­stel­lun­gen der Päp­ste. Luis Badil­la beleuch­te­te in einer detail­lier­ten Ana­ly­se die Ent­wick­lun­gen der musi­ka­li­schen Prä­senz unter den Nach­­kon­­zils-Päp­­sten und macht dabei deut­lich, wie sehr die Hal­tung des Hei­li­gen Stuhls das kul­tu­rel­le Leben beein­flus­sen kann. Die­ser Zusam­men­schau
Zweites Vatikanisches Konzil als Ort und Ausgangspunkt falscher Weichenstellungen
Forum

Der Samen der Zwietracht: Das Zweite Vatikanische Konzil

Von Ivan Pol­ja­ko­vić* In die­sem Jahr fei­ert die Kir­che den 60. Jah­res­tag des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils. Vie­le ortho­do­xe (recht­gläu­bi­ge) Geist­li­che wer­den eini­ge schö­ne und ortho­do­xe Sät­ze aus den Kon­zils­do­ku­men­ten zitie­ren. Gleich­zei­tig wer­den Häre­ti­ker in den­sel­ben Doku­men­ten For­mu­lie­run­gen fin­den, die ihnen zusa­gen, weil sie sich zur Ver­brei­tung von Irr­leh­ren eignen.