Entweder dient die Synode der Wahrheit oder sie ist nichts Gutes, tertium non datur

Der Synodale Weg ist, wenn Blinde Blinde führen

Synode und Synodalität sind nicht das gleiche, obwohl Papst Franziskus die beiden Begriffe als Synonyme verwendet.
Synode und Synodalität sind nicht das gleiche, obwohl Papst Franziskus die beiden Begriffe als Synonyme verwendet.

Von den Coope­ra­to­res Veritatis

Seit eini­ger Zeit hören wir nichts ande­res mehr als das Gere­de von „Syn­oda­li­tät“, selbst die Fasten­bot­schaft 2023 von Papst Fran­zis­kus hat­te nicht die Bekeh­rung zu Chri­stus oder die Reue über die eige­nen Sün­den zum Kern, son­dern die Syn­oda­li­tät… die „Bekeh­rung zur Synodalität“!

Es dreht sich in die­ser Fasten­zeit alles um die Syn­ode im kom­men­den Okto­ber, so sehr, daß sogar vie­le Fasten­ex­er­zi­ti­en die Syn­oda­li­tät zum The­ma haben…

Die Bewahrung und Stärkung des unverkürzten Glaubens

Die Syn­ode ist ein legi­ti­mes Instru­ment in der Kir­che, das in den ver­gan­ge­nen zwei­tau­send Jah­ren immer den Zweck hat­te, die Bischö­fe zusam­men­zu­brin­gen, die ver­schie­de­nen kirch­li­chen Pro­ble­me anzu­hö­ren und sie lehr­mä­ßig zu lösen. Eine ande­re Sache ist hin­ge­gen das Kon­zept, das seit Jah­ren wie ein Man­tra mit dem Begriff „Syn­oda­li­tät“ aus­ge­drückt und auf­ge­zwun­gen wird.

Wenn es die Syn­ode in der Kir­che schon immer gege­ben hat, lohnt es sich, danach zu fra­gen und zu ver­ste­hen, war­um Paul VI. das Bedürf­nis hat­te, eine neue „Insti­tu­ti­on“ namens Syn­ode zu „grün­den“?

In der Tat war es Papst Paul VI., der am 15. Sep­tem­ber 1965 die Bischofs­syn­ode als Ant­wort auf den Wunsch der Kon­zils­vä­ter des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils, die Erfah­rung des Kon­zils „leben­dig“ zu hal­ten, ins Leben rief. Das Doku­ment, mit dem die­se „neue“ Syn­ode ein­ge­setzt wur­de, war das Motu pro­prio Apo­sto­li­ca solli­ci­tu­do.

In die­sem Doku­ment unter­streicht der Papst: „Die Bischofs­syn­ode, durch die aus den ver­schie­de­nen Gebie­ten des Erd­krei­ses aus­ge­wähl­te Bischö­fe dem ober­sten Hir­ten der Kir­che stär­ke­re Hil­fe und Mit­ar­beit lei­sten, wird so errich­tet, daß sie sei: a) eine zen­tra­le kirch­li­che Ein­rich­tung; b) eine Ver­tre­tung des gan­zen katho­li­schen Epi­sko­pa­tes; c) ihrem Wesen nach stän­dig; d) der Struk­tur nach zeit­lich befri­stet in der Erfül­lung der jeweils gestell­ten Aufgaben.“

Die erste Bischofs­syn­ode fand 1967 statt und befaß­te sich mit dem Thema: 

„Die Bewah­rung und Stär­kung des katho­li­schen Glau­bens: sei­ne Inte­gri­tät, sei­ne Kraft, sei­ne Ent­wick­lung, sei­ne dok­tri­nä­re und geschicht­li­che Kohärenz“.

Die Gefahr eines Trojanischen Pferdes

Wenn das Kon­zil eine Art Tro­ja­ni­sches Pferd war, durch das die moder­ni­sti­schen Theo­lo­gen ihre Ideo­lo­gien durch­setz­ten, so gilt das glei­che für das Instru­ment der neu­en Synode.

Tat­säch­lich war von Anfang an klar, daß sie – ent­ge­gen der von Paul VI. selbst geäu­ßer­ten Warn­nung – die ver­schie­de­nen Syn­oden nut­zen woll­ten, um die Leh­re der Kir­che zu ändern. Am 24. August 1968 pran­ger­te er gegen­über den Bischö­fen Latein­ame­ri­kas die­se ern­ste inter­ne Situa­ti­on mit den fol­gen­den Wor­ten an:

„… Wir sind durch den Histo­ris­mus, den Rela­ti­vis­mus, den Sub­jek­ti­vis­mus und den Neo­po­si­ti­vis­mus, die auf dem Gebiet des Glau­bens einen Geist der sub­ver­si­ven Kri­tik und die fal­sche Über­zeu­gung her­vor­ru­fen, ver­sucht, daß wir, um auf die Men­schen unse­rer Zeit zuzu­ge­hen und sie zu evan­ge­li­sie­ren, auf das lehr­mä­ßi­ge Erbe, das seit Jahr­hun­der­ten vom Lehr­amt der Kir­che gesam­melt wur­de, ver­zich­ten müs­sen und daß wir, nicht so sehr durch eine Tugend einer grö­ße­ren Klar­heit des Aus­drucks, son­dern durch eine Ände­rung des dog­ma­ti­schen Inhalts, ein neu­es Chri­sten­tum nach mensch­li­chen Maß­stä­ben und nicht nach den Maß­stä­ben des authen­ti­schen Wor­tes Got­tes gestal­ten können.“

Und ist es nicht so, daß unter dem Vor­wand neu­er pasto­ra­ler Ansät­ze auch neue IDEEN gesucht wer­den, weil sich die Her­aus­for­de­run­gen geän­dert hät­ten und die Leh­re des­halb nicht mehr gebraucht würde?

Erste Bischofs­syn­ode 1967 mit Papst Paul VI.

Das ein­zi­ge, was sich in Wirk­lich­keit nicht ver­än­dert hat, ist die Ver­su­chung, von der Paul VI. in pro­phe­ti­scher Vor­aus­sicht sprach, näm­lich der Anspruch „nach mensch­li­chen Maß­stä­ben und nicht nach den Maß­stä­ben des authen­ti­schen Wor­tes Got­tes gestal­ten [zu] kön­nen“, anstatt „die Bewah­rung und Stär­kung des katho­li­schen Glau­bens: sei­ne Inte­gri­tät, sei­ne Kraft, sei­ne Ent­wick­lung, sei­ne dok­tri­nä­re und geschicht­li­che Kohä­renz“ zu för­dern, wie das The­ma der ersten Bischofs­syn­ode lautete.

Bei genaue­rem Hin­se­hen han­delt es sich also um die Ver­su­chung, die allen ekkle­sio­lo­gi­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen der 70er und 80er Jah­re zugrun­de­lag (und auch hier hat sich die Musik nicht geän­dert, viel­mehr ver­schlim­mert), wo die neue Losung eben­falls wie ein Man­tra auf­er­legt wur­de: Inkul­tu­ra­ti­on, Dia­log um jeden Preis, Offen­heit und Beglei­tung. Beglei­ten ist schön und gut, aber wohin?

Die Päpste sahen die Gefahr der Synoden-Instrumentalisierung…

Schließ­lich muß betont wer­den, daß die Syn­ode – die auch den Lai­en auf­grund ihrer Kom­pe­ten­zen im kirch­li­chen Bereich offen­steht – kein ent­schei­den­des oder aus­füh­ren­des, son­dern ein bera­ten­des Organ ist, das mit einer Liste von Vor­schlä­gen und Über­le­gun­gen endet, die von den Syn­oden­vä­tern dem Papst über­ge­ben wer­den, der für das eigent­li­che Schluß­do­ku­ment ver­ant­wort­lich ist, das dann Teil des „ordent­li­chen Lehr­am­tes“ ist. Alle Tex­te, die aus den Bera­tun­gen her­vor­ge­hen, sei es auf der Ebe­ne der Diö­ze­sen oder auf der Ebe­ne der Deka­na­te oder Pfarr­ge­mein­den, alle Tex­te, die dar­aus her­vor­ge­hen, sind nichts mehr als eine Dis­kus­si­ons­grund­la­ge: Nie­mand kann durch die­se Tex­te irgend­wel­che Ände­run­gen, schon gar nicht auf der Ebe­ne der Leh­re auf­zwin­gen… das letz­te Wort hat der Papst durch das Schlußdokument.

Es muß betont wer­den, daß sowohl Paul VI. als auch Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. die Gefahr der Syn­oden-Instru­men­ta­li­sie­rung ver­stan­den hat­ten und – das muß man der Ehr­lich­keit hal­ber sagen – sich gegen bestimm­te Abwei­chun­gen wehr­ten, indem sie mit ihren Schluß­do­ku­men­ten immer einen lehr­mä­ßi­gen Schlüs­sel gaben, der jedem unge­sun­den Ver­such, die Leh­re zu kor­rum­pie­ren, ein Ende setz­te. Nicht umsonst hat Johan­nes Paul II. mit dem dama­li­gen Kar­di­nal Ratz­in­ger die Dring­lich­keit des Kate­chis­mus ver­stan­den: nicht um ihn an die Zeit anzu­pas­sen, son­dern um ihn für die Bedürf­nis­se die­ser Zeit zur Ver­tei­di­gung der Leh­re zu strukturieren.

Die Idee, Syn­oden wie­der wie in der Urkir­che ein­zu­füh­ren, war bereits in der Vor­be­rei­tungs­pha­se des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils auf­ge­kom­men. Kar­di­nal Sil­vio Oddi, damals Apo­sto­li­scher Nun­ti­us in der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Repu­blik (Ägyp­ten, Syri­en, Nord­je­men), unter­brei­te­te am 15. Novem­ber 1959 den Vor­schlag, ein zen­tra­les Lei­tungs­gre­mi­um der Kir­che zu schaf­fen, oder, um es mit sei­nen Wor­ten zu sagen, ein bera­ten­des Gre­mi­um. Er sag­te: „Aus vie­len Tei­len der Welt kom­men Kla­gen dar­über, daß die Kir­che außer den römi­schen Kon­gre­ga­tio­nen kein stän­di­ges Bera­tungs­or­gan hat. Daher soll­te eine Art ‚Minia­tur­kon­zil‘ ein­ge­rich­tet wer­den, dem Men­schen aus der Kir­che in der gan­zen Welt ange­hö­ren, die regel­mä­ßig, auch ein­mal im Jahr, zusam­men­kom­men, um die wich­tig­sten Fra­gen zu erör­tern und mög­li­che neue Wege in der Arbeit der Kir­che vor­zu­schla­gen. Kurz gesagt, ein Gre­mi­um, das sich auf die gesam­te Kir­che aus­deh­nen wür­de, so wie die Bischofs­kon­fe­ren­zen die gesam­te oder einen Teil der Hier­ar­chie eines Lan­des zusam­men­brin­gen, so wie ande­re Gre­mi­en, z. B. der Latein­ame­ri­ka­ni­sche Bischofs­rat CELAM, ihre Tätig­keit zum Nut­zen eines gan­zen Kon­ti­nents aus­deh­nen.

In Wirk­lich­keit han­del­te es sich um unan­ge­brach­te „Beschwer­den“, die Teil einer Rei­he moder­ni­sti­scher Initia­ti­ven waren, die unter dem Deck­man­tel des „Dien­stes an der Kir­che“ gestar­tet wurden.

In den 26 Jah­ren sei­nes Pon­ti­fi­kats lei­te­te Johan­nes Paul II. 13 Bischofs­syn­oden. Die zwei­te der drei außer­or­dent­li­chen Syn­oden fand 1985 zum 20. Jah­res­tag des Abschlus­ses des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils statt. Unter sei­nem Pon­ti­fi­kat began­nen Son­der­syn­oden, die sich mit bestimm­ten geo­gra­fi­schen Gebie­ten befaß­ten. Syn­oden, denen jeweils ein nach­syn­oda­les Apo­sto­li­sches Schrei­ben folgte.

Papst Bene­dikt XVI. lei­te­te in sei­nen acht Jah­ren fünf Syn­oden, dar­un­ter zwei Son­der­ver­samm­lun­gen. Auch er trug zum rei­chen lehr­mä­ßi­gen Erbe der Kir­che bei, indem er nach jeder Syn­ode ein Apo­sto­li­sches Schrei­ben veröffentlichte.

… bis Franziskus kam

Vor zehn Jah­ren haben sich die Din­ge aber ver­än­dert – zum Schlech­te­ren –, seit der ersten Syn­ode des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats, die sich mit der Fami­lie befaß­te und aus der das ver­wor­re­ne und zwei­deu­ti­ge Doku­ment von Papst Fran­zis­kus mit dem Namen Amo­ris lae­ti­tia her­vor­ging. Auf­grund der vie­len dar­in ent­hal­te­nen Unklar­hei­ten sahen sich vier Kar­di­nä­le dazu ver­an­laßt, mit den berühm­ten Dubia (Zwei­fel) zu inter­ve­nie­ren, auf die Papst Fran­zis­kus bis heu­te nicht geant­wor­tet hat.

Das ursprüng­li­che Ziel der Syn­ode war also klar: dem katho­li­schen Epi­sko­pat ein Instru­ment anzu­bie­ten, um dem Papst „eine wirk­sa­me­re Zusam­men­ar­beit“ in der Lei­tung der Welt­kir­che zu ermög­li­chen, eine sta­bi­le und kon­ti­nu­ier­li­che Zusam­men­ar­beit. Heu­te – und das war die eigent­li­che grund­le­gen­de Neue­rung, die Papst Paul VI. mit der Ein­set­zung der Syn­ode 1965 anstreb­te – ist die Hil­fe, die der Epi­sko­pat dem Papst lei­stet, nicht mehr nur eine gele­gent­li­che Tat­sa­che, son­dern ein festes Gremium.

Aber, bereits gesagt: Eine Sache ist die Syn­ode, durch die die BISCHÖFE zusam­men­kom­men, um mit dem Papst zusam­men­zu­ar­bei­ten, der übri­gens am Ende der Arbeit immer das letz­te Wort hat; eine ande­re Sache ist die SYNODALITÄT, die weder von Paul VI. noch von Johan­nes Paul II. noch von Bene­dikt XVI. vor­ge­se­hen war.

Die Ver­wechs­lung von Syn­ode und Syn­oda­li­tät. Oder: Die Synoden-Instrumentalisierung

Wenn der Begriff „Syn­ode“ ety­mo­lo­gisch „Zusam­men­kunft, Ver­samm­lung“ bedeu­tet und es in unse­rem Fall die Bischö­fe sind, die zusam­men­kom­men, um die ver­schie­de­nen Pro­ble­me zu klä­ren, die mit dem Papst und mit sei­ner Hil­fe zu lösen sind, so bedeu­tet der Begriff „Syn­oda­li­tät“ hin­ge­gen „gemein­sam gehen“ und weist auf den Weg des Got­tes­vol­kes hin, zu dem noch hin­zu­kommt, daß „es sich als Ver­samm­lung im gegen­sei­ti­gen Hören und des Hei­li­gen Gei­stes oder um die Eucha­ri­stie ver­sam­melt“ .… Das aber hat nichts mit „Syn­ode“ zu tun, weder mit der, die aus der zwei­tau­send­jäh­ri­gen Geschich­te bekannt ist, noch mit jener „neu­en“, die 1965 von Paul VI. ein­ge­setzt wurde.

Man­chen mag das wie eine Bedeu­tungs­lo­sig­keit erschei­nen, doch es ist sehr wich­tig, zu ver­ste­hen, was hier vor sich geht.

Für Papst Fran­zis­kus sind Syn­ode und Syn­oda­li­tät zu Syn­ony­men gewor­den. Es geht nicht mehr um Ereig­nis­se in der Kir­che, son­dern um Ver­än­de­rungs­pro­zes­se in der Kir­che. Bischö­fe, Kle­rus, Ordens­leu­te und Lai­en, alle müs­sen „ZUSAMMEN GEHEN“, zusam­men auch mit Nicht-Katho­li­ken wohl­ge­merkt, es ist ein Weg der geist­li­chen Unter­schei­dung, der kirch­li­chen Unter­schei­dung, die in der Anbe­tung (wann?), im Gebet (wann und wel­ches?), im Kon­takt mit dem Wort Got­tes (von wel­cher Aus­le­gung spre­chen wir, wenn der Kate­chis­mus aus den Pfar­rei­en und kirch­li­chen Gemein­schaf­ten ver­bannt wur­de?)… ein Weg, der uns für die Unter­schei­dung öff­nen und erleuch­ten soll. Aber wohin führt er uns?

„Eine Kirche, die sich wenig um die Lehre kümmert, ist nicht pastoraler, sie ist nur noch unwissend“

Trotz aller guten Absich­ten von Papst Fran­zis­kus, die man ein­fach anneh­men will, geht die Rech­nung nicht auf. Der gro­ße Kar­di­nal Caf­farra (1938–2017) hat zu Recht gesagt:

„Eine Kir­che, die sich wenig um die Leh­re küm­mert, ist nicht pasto­ra­ler, sie ist nur noch unwissend.“

So ist es auch bei all dem Nach­druck, der auf die Syn­oda­li­tät gelegt wird, die, ohne den gering­sten Hin­weis auf die zu leh­ren­de Dok­trin, Gemein­schaf­ten schaf­fen wird, die wirk­lich unwis­send sein werden!

Der gro­ße Caf­farra sag­te nach den Unklar­hei­ten, die sich aus der Fami­li­en­syn­ode und dem Doku­ment Amo­ris lae­ti­tia erga­ben, ohne Umschwei­fe auch:

„Und wenn ihr eine Rede hört, auch wenn sie von Prie­stern, Bischö­fen oder Kar­di­nä­len gehal­ten wird, und ihr stellt fest, daß sie nicht mit dem Kate­chis­mus über­ein­stimmt, dann hört nicht auf sie. Sie sind Blin­de, die ande­re Blin­de führen.“

Caf­farra erin­ner­te an den hei­li­gen Kar­di­nal John Newman: 

„New­man sagt: ‚Wenn der Papst gegen das Gewis­sen im wah­ren Sin­ne des Wor­tes spre­chen wür­de, das heißt, gegen das rech­te Gewis­sen, wür­de er einen wirk­li­chen Selbst­mord bege­hen, er wür­de das Grab unter sei­nen Füßen schau­feln‘. Das sind Din­ge von schockie­ren­der Schwe­re. Man wür­de das pri­va­te Urteil zum letz­ten Kri­te­ri­um der mora­li­schen Wahr­heit erhe­ben (die gött­li­che Wahr­heit und nicht mensch­li­che Mei­nung ist). Sage nie­mals zu einem Men­schen: ‚Fol­ge immer dei­nem Gewis­sen‘, ohne immer und sofort hin­zu­zu­fü­gen: ‚Lie­be und suche die Wahr­heit über das wah­re und ein­zig Gute‘. Du wür­dest ihm sonst die zer­stö­re­risch­ste Waf­fe sei­nes Mensch­seins in die Hand geben.“

Wir geben die Syn­ode also nicht auf und wir for­dern nie­man­den auf, sich GEGEN jeman­den zu stel­len… wir wol­len aber, daß eines klar ist: Ent­we­der ist die Syn­ode ein Instru­ment der WAHRHEIT oder sie ist nichts Gutes, ter­ti­um non datur. In die­ser Fra­ge gibt es kei­nen ande­ren Weg, kei­nen Mit­tel­weg, kei­nen Kompromiß.

„Es ist nicht die Wahrheit, die synodal sein muß. Es ist die Synodalität, die wahr sein muß.“

Und wäh­rend es stimmt, daß ein syn­oda­ler Weg sicher­lich ein wirk­sa­mes Mit­tel sein könn­te, um vie­le Pro­ble­me anzu­ge­hen, die uns heu­te erdrücken und über­wäl­ti­gen, muß man ohne Umschwei­fe sagen, daß die­ser „syn­oda­le Weg“, wie er umge­setzt wird, nichts mit der wah­ren Syn­ode zu tun hat, viel­mehr nicht ein­mal ein ehr­li­cher Weg ist. Es genügt, an den „syn­oda­len Weg“ zu den­ken, der in der Kir­che in Deutsch­land und in ver­schie­de­nen Diö­ze­sen auf der gan­zen Welt ent­stan­den ist. Es scheint ein Weg von Men­schen zu sein, die eine ver­spä­te­te Kopie der 68er Revo­lu­ti­on umset­zen wol­len; die alle mög­li­chen und unmög­li­chen angeb­li­chen, aber nicht exi­stie­ren­den Rech­te ein­for­dern, wäh­rend die Rech­te Got­tes, des Ein­zi­gen, der tat­säch­lich Rech­te ein­for­dern kann, ver­schwin­den, unbe­ach­tet blei­ben, igno­riert, wenn nicht sogar geleug­net wer­den. Frau­en, die in der Kir­che hoch­mü­tig Rol­len ein­for­dern WOLLEN, die ihnen nicht zuste­hen; Lai­en, die sich als Teil der Hier­ar­chie auf­spie­len; Prie­ster, die nicht mehr wis­sen, wer sie sind und was ihre prie­ster­li­che Iden­ti­tät ist; Bischö­fe, die ohn­mäch­tig, wehr­los und unfä­hig sind zu reagie­ren – oder schlimmer.

Papst Fran­zis­kus demon­tiert den Schutz­schirm der Kirche

Es fehlt offen­sicht­lich an der Unter­schei­dung der Gei­ster. Dabei gibt es ein ein­fa­ches, aber effi­zi­en­tes Instru­ment: Es ist nicht die Wahr­heit, die syn­odal sein muß. Es ist die Syn­oda­li­tät, die wahr sein muß.

Jesus sag­te im Evan­ge­li­um zu Tho­mas: „Ich bin der Weg, die Wahr­heit und das Leben. Nie­mand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6). Zu Petrus sag­te Jesus, als die­ser ihn auf­merk­sam mach­te, daß vie­le Jün­ger wegen sei­ner Wor­te über die Eucha­ri­stie weg­gin­gen: „Willst du auch weg­ge­hen?“ (Joh 6,15). Der Herr spricht also zu kei­ner Zeit davon, die Wahr­heit von Zeit zu Zeit zu prü­fen, damit es für sei­ne Anhän­ger beque­mer wird, ihm zu fol­gen, sich an den Tisch zu set­zen und einen Kom­pro­miß zu suchen, der allen paßt. Die Auf­ga­be, die Wahr­heit zu erken­nen und in ihr zu leben, ist eine gewal­ti­ge Auf­ga­be für alle Chri­sten, aber das ist der Auf­trag der Kir­che, die Wahr­heit zu bewah­ren und zu leh­ren und die Men­schen anzu­lei­ten, sie zu erken­nen. Es ist daher eine Auf­for­de­rung, uns selbst zu ver­leug­nen, unser Kreuz zu tra­gen und Ihm nach­zu­fol­gen, das heißt, in Sei­ner Kir­che mit Sei­ner Leh­re nachzufolgen.

„Tut Buße, das Him­mel­reich ist nahe“ (Mt 3,1–12); „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Got­tes ist nahe; tut Buße und glaubt an das Evan­ge­li­um“ (Mk 1,15). „Als Johan­nes sah, daß vie­le Pha­ri­sä­er und Sad­du­zä­er zur Tau­fe kamen, sag­te er zu ihnen: ‚Ihr Nat­tern­ge­zücht! Nie­mand kann euch einen Schleich­weg sagen, auf dem ihr Got­tes Zorn­ge­richt ent­kom­men könnt“ (Mt 3,7–9). Gott zu ken­nen ist also kei­ne abstrak­te, spi­ri­tu­el­le, per­sön­li­che, sen­ti­men­ta­le Sache: Wenn ich Ihn ken­ne, MÜSSEN mei­ne Wer­ke Ihn offen­ba­ren, und nur dann brin­ge ich Licht, berei­te den Weg des Herrn und gehe ihn nach Sei­nem Plan, ohne Angst, und nicht nach mei­nen eige­nen Eitel­kei­ten, wie Johan­nes nicht nur lehr­te, son­dern mit sei­nem eige­nen Leben bezeug­te. Dazu sind die Syn­oden da, dazu muß die Syn­oda­li­tät füh­ren, damit die­se Früch­te Chri­sti wür­dig sind und zur Bekeh­rung zu Ihm füh­ren… Vie­le Syn­oden­vä­ter und eif­ri­ge Ver­fech­ter der Syn­oden­be­we­gung haben lei­der ver­ges­sen, daß die Wahr­heit eine ein­zi­ge und unver­rück­ba­re ist und in der Hei­li­gen Schrift und der Tra­di­ti­on über­lie­fert ist.

Täglich Erklärungen von Kirchenführern, die mit der katholischen Lehre kollidieren

Lei­der fin­det man fast täg­lich Erklä­run­gen und Vor­schlä­ge von hohen Kir­chen­füh­rern, die mit der Tra­di­ti­on, der Moral oder der katho­li­schen Leh­re kol­li­die­ren. Kurz gesagt, sie ste­hen im Wider­spruch zu der im Evan­ge­li­um ent­hal­te­nen Wahr­heit, wie Pater Ser­a­fi­no Maria Lan­zet­ta in einer gro­ßen Lec­tio aufzeigte.

Der syn­oda­le Weg wird, nicht nur in Deutsch­land, genutzt, um bestimm­te Aspek­te der Katho­li­zi­tät umzu­schrei­ben. Jeder kennt die in bestimm­ten kirch­li­chen Krei­sen seit den 60er Jah­ren vor­herr­schen­de Beses­sen­heit, die Sexu­al­mo­ral der Kir­che, die Hal­tung zur Homo­se­xua­li­tät, den prie­ster­li­chen Zöli­bat oder auch die Öff­nung des Dia­ko­nats und des Prie­ster­amts für Frau­en zu ändern.

Es hat kei­nen Sinn, es zu leug­nen: „Es gibt ein ehr­gei­zi­ges Pro­jekt zur Reform der Welt­kir­che, das die Gefahr birgt, sie aus den Angeln zu heben oder sie auf einer ande­ren Grund­la­ge neu zu erfin­den als der, die unser Herr gewollt hat“ (Die­go Bene­det­to Panet­ta: Der deut­sche syn­oda­le Weg und das Pro­jekt einer neu­en Kir­che, ver­öf­fent­licht von Tra­di­zio­ne Fami­glia Pro­prie­tà).

Die Befür­wor­ter die­ser radi­ka­len Ver­än­de­run­gen inner­halb der Kir­che behan­deln die Braut Chri­sti wie eine poli­ti­sche Par­tei, die einen (libe­ral-demo­kra­ti­schen) „Kon­greß“ orga­ni­siert, um eini­ge ihrer Postu­la­te durch­zu­set­zen, um ihre Wäh­ler­ba­sis zu ver­brei­tern, und alles um den Preis, selbst mit den Grün­dungs­prin­zi­pi­en der Kir­che zu bre­chen. Wie man umgangs­sprach­lich sagt, ist in der Poli­tik alles erlaubt, oder „der Zweck hei­ligt die Mit­tel“, aber hier geht es nicht um Poli­tik. Es geht dar­um, den Glau­ben und die Wahr­heit zu bewah­ren, die uns in einer 2000 Jah­re alten Tra­di­ti­on über­lie­fert wor­den sind, um sie unver­sehrt wei­ter­zu­ge­ben, damit wir das ewi­ge See­len­heil erlan­gen und auch jene, die nach uns kommen.

Der ehr­wür­di­ge Pius XII. erin­ner­te in sei­ner Enzy­kli­ka Doc­tor Mel­li­flu­us zum 800jährigen Todes­tag des hei­li­gen Bern­hard von Clairvaux (24.5.1953):

„Der hei­li­ge Bern­hard, wenn er die Irr­tü­mer Abael­ards bekämpft, ‚der, wenn er von der Drei­fal­tig­keit spricht, Ari­us anklin­gen läßt; wenn er von der Gna­de spricht, Pela­gi­us; wenn er von der Per­son Chri­sti spricht, Nesto­ri­us‘, dis­ku­tiert nicht die sub­ti­len, ver­schlun­ge­nen und trü­ge­ri­schen Irr­tü­mer und Spitz­fin­dig­kei­ten, son­dern löst sie auf und wider­legt sie, aber er schreibt auch an Unse­ren Vor­gän­ger unsterb­li­chen Andenkens Inno­zenz II. aus ähn­li­chem Grund die­se schwer­wie­gen­den Wor­te: ‚Es ist not­wen­dig, Eure apo­sto­li­sche Auto­ri­tät auf jede Gefahr hin­zu­wei­sen … vor allem auf jene, die den Glau­ben betref­fen. Ich hal­te es für rich­tig, daß vor allem dort die Schä­den am Glau­ben beho­ben wer­den sol­len, wo es ohne den Glau­ben nicht geht. Und das ist das Vor­recht die­ses Stuh­les… Es ist an der Zeit, gelieb­ter Vater, daß Ihr Eure Voll­macht erkennt… Dar­in tut Ihr wahr­haf­tig die Din­ge des Petrus, des­sen Stuhl Ihr ein­nehmt, wenn Ihr mit Euren War­nun­gen die unsi­che­ren See­len im Glau­ben bestärkt, wenn Ihr mit Eurer Auto­ri­tät die Ver­der­ber des Glau­bens ausrottet.“

Die Welt für die Wahrheit gewinnen

Und ja, es muß alles bewahrt blei­ben, denn die Wahr­heit ändert sich nicht je nach den sozia­len Bedürf­nis­sen und paßt sich auch nicht der Welt an. Die Haupt­auf­ga­be der Kir­che und damit des Pap­stes und der Bischö­fe (und damit der Syn­oden) besteht dar­in, die Welt für die Wahr­heit zu gewin­nen – „ver­wur­zelt im Glau­ben“ (vgl. Kol 2,7), nicht in der Syn­oda­li­tät – und die­se auf kei­nen Fall zu ver­dun­keln, zu ver­schlei­ern oder zu ver­än­dern, auch nicht unter dem fal­schen Vor­wand, sie „freund­li­cher“ zu machen, oder sie den Moden anzu­pas­sen, um sie attrak­ti­ver zu machen.

Der hei­li­ge Bischof Ire­nä­us hat es schon vor über 1800 Jah­ren in sei­ner Abhand­lung „Gegen die Häre­si­en“ (Lib. 1, 10, 1–3; PG 7, 550–554) ausgedrückt:

„Die Kir­che, die eine sol­che Bot­schaft und einen sol­chen Glau­ben emp­fan­gen hat, hütet sie mit äußer­ster Sorg­falt, alle ver­eint, als leb­ten sie in einem Haus, obwohl sie über­all ver­streut sind. Sie hält ein­mü­tig dar­an fest, als ob sie nur eine See­le und ein Herz hät­te. Sie ver­kün­det sie, lehrt sie und über­lie­fert sie ein­mü­tig, als besä­ße sie einen ein­zi­gen Mund. Denn obwohl es ver­schie­de­ne Spra­chen in der Welt gibt, ist die Kraft der Tra­di­ti­on ein und die­sel­be. Daher glau­ben und über­lie­fern die in Ger­ma­ni­en gegrün­de­ten Kir­chen nicht eine ande­re Leh­re als die in Spa­ni­en oder in den Län­dern der Kel­ten oder im Osten oder in Ägyp­ten oder in Liby­en oder in der Mit­te der Welt. Wie die Son­ne, Got­tes Geschöpf, im gan­zen Uni­ver­sum ein­zig­ar­tig ist, so scheint die Ver­kün­di­gung der Wahr­heit über­all und erleuch­tet alle Men­schen, die zur Erkennt­nis der Wahr­heit kom­men wol­len. Und so ver­kün­det auch unter den Kir­chen­vor­ste­hern nie­mand eine ande­re Leh­re als die­se; denn nie­mand steht über sei­nem Herrn. Ob ein gro­ßer Red­ner oder ein schlech­ter Red­ner, alle leh­ren die­sel­be Wahr­heit. Kei­ner setzt den Inhalt der Tra­di­ti­on her­ab. Ein und das­sel­be ist der Glau­be. Des­halb kann ihn weder der Erha­be­ne berei­chern noch der Stot­te­rer verarmen…“

Wie soll­te man nicht die Wor­te des hei­li­gen Pau­lus in den Mit­tel­punkt der Pflicht einer Syn­ode oder auch der Syn­oda­li­tät stel­len wol­len? Er erin­nert uns: 

„Ich beschwö­re dich vor Gott und Chri­stus Jesus, der kom­men wird, um die Leben­den und die Toten zu rich­ten, bei sei­nem Erschei­nen und bei sei­nem Reich: Ver­kün­de das Wort, behar­re bei jeder Gele­gen­heit, sei sie gele­gen oder unge­le­gen, ermah­ne, wei­se zurecht, tad­le in uner­müd­li­cher und gedul­di­ger Beleh­rung. Denn es wird der Tag kom­men, an dem die gesun­de Leh­re nicht mehr ertra­gen wird, son­dern die Men­schen sich aus einem Ver­lan­gen her­aus, etwas zu hören, mit Leh­rern umge­ben wer­den, die ihren eige­nen Begier­den ent­spre­chen, und sich wei­gern, auf die Wahr­heit zu hören, und sich Fabe­lei­en zuwen­den. Du aber sei wach­sam, ertra­ge Müh­sal, tue dei­ne Werk als Ver­kün­der des Evan­ge­li­ums, erfül­le treu dei­nen Dienst“ (2 Tim 4,1–6).

Und wie könn­ten wir die War­nung des Pro­phe­ten Eze­chi­el vergessen? 

„Wenn der Schul­di­ge sich von allen Sün­den, die er getan hat, abwen­det, auf alle mei­ne Geset­ze ach­tet und nach Recht und Gerech­tig­keit han­delt, dann wird er bestimmt am Leben blei­ben und nicht ster­ben. Kei­nes der Ver­ge­hen, deren er sich schul­dig gemacht hat, wird ihm ange­rech­net. Wegen sei­ner Gerech­tig­keit wird er am Leben blei­ben. Habe ich etwa Gefal­len am Tod des Schul­di­gen – Spruch Got­tes, des Herrn – und nicht viel­mehr dar­an, daß er sei­ne bösen Wege ver­läßt und so am Leben bleibt? Wenn jedoch ein Gerech­ter sein recht­schaf­fe­nes Leben auf­gibt, wenn er Unrecht tut und all die Greu­el­ta­ten begeht, die auch der Böse ver­übt, soll­te er dann etwa am Leben blei­ben? Kei­ne sei­ner gerech­ten Taten wird ihm ange­rech­net. Wegen sei­ner Treu­lo­sig­keit und wegen der Sün­de, die er began­gen hat, ihret­we­gen muß er ster­ben. Ihr aber sagt: Das Ver­hal­ten des Herrn ist nicht rich­tig. Hört doch, ihr vom Haus Isra­el: Mein Ver­hal­ten soll nicht rich­tig sein? Nein, euer Ver­hal­ten ist nicht rich­tig. Wenn der Gerech­te sein recht­schaf­fe­nes Leben auf­gibt und Unrecht tut, muß er dafür ster­ben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er ster­ben. Wenn sich der Schul­di­ge von dem Unrecht abwen­det, das er began­gen hat, und nach Recht und Gerech­tig­keit han­delt, wird er sein Leben bewah­ren. Wenn er alle Ver­ge­hen, deren er sich schul­dig gemacht hat, ein­sieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben blei­ben. Er wird nicht ster­ben.“ (Ez 18,21–28).

Non possumus!

Ist es nicht seit Jah­ren so in der Kir­che, daß das The­ma, frü­her des Kon­zils, heu­te der Syn­oda­li­tät aus­ge­nutzt und instru­men­ta­li­siert wird? Wir beob­ach­ten, wie die Ein­la­dung des Syn­oda­lis­mus dar­in besteht, die geof­fen­bar­te Wahr­heit an den schläf­ri­gen Men­schen unse­rer Zeit anzu­pas­sen, der trä­ge und lang­sam ist, wenn es dar­um geht, Tugend zu erwer­ben und sich zu bekeh­ren, indem er sei­ne Sün­de erkennt und zurück­weist. Es geht nicht dar­um, die Kir­chen mit Men­schen zu fül­len, um irgend­wie das Gewis­sen zu beru­hi­gen und den Anschein zu erwecken, daß eine Auf­ga­be der Evan­ge­li­sie­rung der Gesell­schaft erfüllt wird, indem man unver­hält­nis­mä­ßig viel von „Früch­ten“ spricht…, die sich nicht zeigen.

Die Hei­li­ge Mut­ter Kir­che hat kei­ne grö­ße­re Moti­va­ti­on als die, See­len zum Heil zu füh­ren. Des­halb ist es not­wen­dig, jene anzu­pran­gern und beim Namen zu nen­nen, die sich statt­des­sen der Ver­wir­rung der See­len auf der Grund­la­ge der Pro­sti­tu­ti­on wid­men, d. h. des Ver­rats und der Kom­mer­zia­li­sie­rung des Lei­bes der Kir­che, indem sie so weit gehen, die Wahr­heit den indi­vi­du­el­len Wün­schen anzu­pas­sen. Den Pro­te­stan­tis­mus gibt es bereits…, den brau­chen wir heu­te nicht mehr zu erfinden.

Da wir mit Paul VI. begon­nen haben, soll­ten wir uns an ihn erin­nern: Bei der Gene­ral­au­di­enz am 19. Janu­ar 1972 kehr­te er noch ein­mal zum genann­ten Kon­zept zurück, um zu wie­der­ho­len, daß das Depo­si­tum fidei fest und unan­tast­bar ist. Zugleich beklag­te er die ern­sten Abwei­chun­gen von der Leh­re inner­halb der Kir­che, indem er die Enzy­kli­ka Pas­cen­di Domi­ni­ci gre­gis des hei­li­gen Pap­stes Pius X. zitie­rend sagte: 

„So ist es, gelieb­te Kin­der, und indem wir dies bekräf­ti­gen, distan­ziert sich unse­re Leh­re von den Irr­tü­mern, die in der Kul­tur unse­rer Zeit zir­ku­lier­ten und immer noch zir­ku­lie­ren und die unse­re christ­li­che Lebens- und Geschichts­auf­fas­sung völ­lig zer­stö­ren könn­ten. Der Moder­nis­mus war der cha­rak­te­ri­sti­sche Aus­druck die­ser Irr­tü­mer, und unter ande­ren Namen ist er immer noch aktuell.“

In bewun­derns­wer­ter Wei­se pran­ger­te er das moder­ni­sti­sche Den­ken mit die­sen erha­be­nen Wor­ten an und bekräftigte:

„Wir kön­nen daher ver­ste­hen, war­um die katho­li­sche Kir­che gestern und heu­te so viel Wert auf die stren­ge Bewah­rung der authen­ti­schen Offen­ba­rung legt und sie als einen unan­tast­ba­ren Schatz betrach­tet und ein so stren­ges Bewußt­sein von ihrer grund­le­gen­den Pflicht hat, die Glau­bens­leh­re zu ver­tei­di­gen und unzwei­deu­tig wei­ter­zu­ge­ben; die Recht­gläu­big­keit ist ihr erstes Anlie­gen; das Hir­ten­amt ist ihre erste und der Vor­se­hung gemä­ße Funk­ti­on; die apo­sto­li­sche Leh­re bestimmt in der Tat den Kanon ihrer Pre­digt; und die Über­lie­fe­rung des Apo­stels Pau­lus: Depo­si­tum cus­to­di (1 Tim 6,20; 2 Tim 1,14) stellt eine sol­che Ver­pflich­tung für sie dar, daß es Ver­rat wäre, sie zu ver­let­zen. Die Kir­che als Leh­re­rin erfin­det ihre Leh­re nicht; sie ist Zeu­gin, sie ist Ver­wah­re­rin, sie ist Aus­le­ge­rin, sie ist Ver­mitt­le­rin; und was die der christ­li­chen Bot­schaft eige­nen Wahr­hei­ten betrifft, kann man sagen, daß sie kon­ser­va­tiv und unnach­gie­big ist; und denen, die sie drän­gen, ihren Glau­ben leich­ter zu machen, dem Geschmack der sich wan­deln­den Men­ta­li­tät der Zeit anzu­pas­sen, ant­wor­tet sie mit den Apo­steln: Non pos­su­mus, wir kön­nen nicht (Apg 4,20).“

Wenn sie uns also auf der Syn­ode und im Namen der Syn­oda­li­tät neue Leh­ren auf­zwin­gen wol­len, die den Moden der Welt fol­gen, sind wir befugt, mit den Wor­ten Pauls VI. und der gan­zen Kir­che, weil es die Wor­te der Apo­stel sind, barm­her­zig, aber unnach­gie­big zu ant­wor­ten: Non pos­su­mus, wir kön­nen nicht!

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/MiL/Vatican.va (Screen­shots)

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2 Kommentare

  1. Lan­ge kann es nun nicht mehr dau­ern, bis Papst Fran­zis­kus sei­ne inzwi­schen schon per­ma­nent gewor­de­ne Syn­oda­li­tät für alle Ewig­keit mit ins katho­li­sche Glau­bens­be­kennt­nis auf­zu­neh­men gedenkt: „Ich glau­be an die Eine, Hei­li­ge, Katho­li­sche, Apo­sto­li­sche und syn­oda­le Kir­che.“ Zumin­dest in dem ihm eige­nen Sinn, damit einen wei­te­ren Denk­pro­zess anzu­sto­ßen, der dann irrever­si­bel ist.

    • Aqui­li­nus, Ihre Befürch­tung wäre das Ende des von mir Glau­bens­be­kennt­nis­ses. Der Begriff „syn­odal“ ist und bleibt solan­ge nichts­sa­gend, wie kein Ziel des Weges ange­ge­ben wird. Ziel­lo­sig­keit ist nicht die Spra­che des Hei­li­gen Geistes.

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