Der Besuch von Papst Leo XIV. in Frankreich – Eine Erleichterung nach dem Sturm

Die Französische Revolution? Zurückfordern, was immer schon unser war

Leo XIV. in Lourdes. Der argentinische Philosoph und Blogger Caminante Wanderer analysiert den Frankreich-Besuch des Papstes und hält einen Ausblick auf den bervorstehenden Besuch in Argentinien.
Leo XIV. in Lourdes. Der argentinische Philosoph und Blogger Caminante Wanderer analysiert den Frankreich-Besuch des Papstes und hält einen Ausblick auf den bervorstehenden Besuch in Argentinien.

Von Cami­nan­te Wanderer*

In der ver­gan­ge­nen Woche besuch­te Papst Leo XIV. Frank­reich. Es war sei­ne zwei­te bedeu­ten­de Rei­se in ein euro­päi­sches Land, und wie schon in Spa­ni­en glau­be ich, daß sie ein gro­ßer Erfolg war. Ich habe es damals gesagt und wie­der­ho­le es jetzt mit noch grö­ße­rer Über­zeu­gung: Ich glau­be, daß wir vor einer Rück­kehr in die Art von Johan­nes Paul II. ste­hen, mit allen Vor- und Nach­tei­len, die dies mit sich bringt. Und folg­lich vor der end­gül­ti­gen Über­win­dung des Bergoglianismus.

Ich weiß, daß letz­te­res im kon­ser­va­ti­ven und tra­di­tio­na­li­sti­schen Milieu ein hef­tig umstrit­te­nes The­ma ist, und ich wer­de es in zwei Arti­keln ver­tie­fen, die ich in der kom­men­den Woche ver­öf­fent­li­chen wer­de. Hier wird mich die­ses aller­dings The­ma nicht beschäf­ti­gen: Wir wer­den uns zu gege­be­ner Zeit damit befassen.

Was mich hin­ge­gen inter­es­siert, ist eine ehr­li­che Ana­ly­se der Papst­rei­se in das fran­zö­si­sche Land. Dabei möch­te ich beto­nen, daß sich mei­ne Ein­schät­zun­gen auf das bezie­hen, was der Papst wäh­rend die­ser Rei­se gesagt hat, und nicht auf sei­ne Ent­schei­dun­gen oder Reden in Rom oder bei ande­ren Gele­gen­hei­ten. Mit ande­ren Wor­ten: Ich fäl­le kein Gesamt­ur­teil über das noch jun­ge Pon­ti­fi­kat Leos XIV., son­dern nur über einen sehr klei­nen Aus­schnitt dar­aus: sei­ne apo­sto­li­sche Rei­se nach Frankreich.

Die Reaktion der säkularen Presse

Als erstes hat mich die Reak­ti­on der säku­la­ren und anti­christ­li­chen Pres­se sehr beein­druckt. Sie beweg­te sich zwi­schen Bestür­zung und Schwei­gen. Der Blog Mes­sa in Lati­no ver­öf­fent­lich­te vor eini­gen Tagen einen kur­zen Über­blick über die­se Arti­kel, des­sen Lek­tü­re inter­es­sant ist.

Der pro­gres­si­ve Jour­na­lis­mus, der nahe­zu die gesam­te Medi­en­land­schaft aus­macht, konn­te den aus­ge­lö­sten Enthu­si­as­mus nicht leug­nen, auch wenn sei­ne Bewer­tung ein­deu­tig war. Ein untrüg­li­ches Zei­chen dafür, daß die Rei­se ihn völ­lig über­rascht hat.

Wäh­rend die wort­ge­wand­te [per­sön­li­che Freun­din von Fran­zis­kus] Eli­sa­bet­ta Piqué in völ­li­ges Schwei­gen ver­fiel, erklär­te María Lau­ra Avi­gno­lo, Frank­reich-Kor­re­spon­den­tin der Zei­tung Cla­rín:

„Nur sel­ten hat ein Pon­ti­fex so radi­kal zum geist­li­chen Impe­ra­tiv der Umkehr aufgerufen.“

Und anschlie­ßend füg­te sie hin­zu, in den Wor­ten Leos XIV. erscheine:

„Eine Spi­ri­tua­li­tät, die die katho­li­sche Kir­che immer ver­tre­ten hat. Über die sie seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil aller­dings sehr viel weni­ger gespro­chen hat.“

In Frank­reich wur­de Ber­na­dette Sau­va­get, Jour­na­li­stin der Libé­ra­ti­on – jener von Sart­re gegrün­de­ten und histo­risch bedeu­ten­den Zei­tung der fran­zö­si­schen Lin­ken –, die auf reli­giö­se Fra­gen spe­zia­li­siert ist, ins fran­zö­si­sche Fern­se­hen ein­ge­la­den, um die Gebets­vi­gil Leos XIV. vor 80 000 Jugend­li­chen im Sta­de de France zu kommentieren.

Dort sag­te sie, sicht­lich irri­tiert, es mache ihr Angst, das Wie­der­auf­le­ben des Katho­li­zis­mus unter den fran­zö­si­schen Jugend­li­chen zu sehen.

Man hat­te nicht nur mit einem der­art mas­sen­haf­ten Zustrom von Gläu­bi­gen zu den päpst­li­chen Fei­ern nicht gerech­net – und vor allem nicht mit Jugend­li­chen statt älte­ren Nost­al­gi­kern. Man hat­te auch nicht mit der Klar­heit und Ent­schie­den­heit der päpst­li­chen Bot­schaft gerechnet.

Man war davon aus­ge­gan­gen, daß mit Fran­zis­kus die öffent­li­che Bekräf­ti­gung des katho­li­schen Glau­bens end­gül­tig begra­ben wor­den sei.

Das aber ist nicht geschehen.

Die päpstlichen Ansprachen

Ich beschloß, sämt­li­che Anspra­chen des Pap­stes in Frank­reich zu lesen. Das nahm einen gan­zen Vor­mit­tag in Anspruch, war aber geist­lich bereichernd.

Seit ich vor weit mehr als einem Jahr­zehnt Spe sal­vi von Papst Bene­dikt XVI. gele­sen hat­te, war ich durch päpst­li­che Tex­te nicht mehr in die­ser Wei­se erbaut worden.

Ich kann sagen, daß Papst Leo uns wäh­rend sei­ner Frank­reich­rei­se im Glau­ben bestärkt hat – und genau das ist sei­ne eigent­li­che Auf­ga­be. Wie soll­te man bei­spiels­wei­se fol­gen­de Wor­te anders beurteilen?

Ja, Gott ist der Herr der Geschich­te, und was auch immer geschieht: Er führt sie zum Heil. In Chri­stus hat alles Böse ein Ende, gera­de weil das Ende zum Anfang eines neu­en und ewi­gen Lebens wird.

Oder die­se:

Ja, das ewi­ge Leben ist eine feste und siche­re Ver­hei­ßung, die der Herr uns gibt. Er hat sie uns bereits durch sei­nen Tod am Kreuz und sei­ne Auf­er­ste­hung erwor­ben, und er läßt sie schon jeden Tag durch die Gna­de der Tau­fe in uns Wirk­lich­keit werden.

Einer der Aspek­te, die sofort ins Auge sprin­gen, ist die Zen­tra­li­tät Jesu Chri­sti, die in all sei­nen Wor­ten sicht­bar wird. Der Herr erscheint stets als Mit­tel­punkt sei­ner Pre­dig­ten und Reden, die er im reli­giö­sen Rah­men gehal­ten hat.

Ver­ges­sen wir nicht, daß wir aus einer Zeit kom­men, in der der argen­ti­ni­sche Pon­ti­fex im Sumpf eines bil­li­gen Sozio­lo­gis­mus her­um­sto­cher­te und es bei­spiels­wei­se vor­zog, den apo­sto­li­schen Segen nicht zu ertei­len, um Nicht­chri­sten nicht zu verletzen.

Der Unter­schied ist abgrundtief.

Ein wei­te­res Ele­ment in der­sel­ben Rich­tung: Nur ein ein­zi­ges Mal erwähn­te er in all sei­nen Anspra­chen, und auch dann nur ganz am Ran­de, die berühm­te Syn­oda­li­tät. Das geschah, als er sich in Lour­des an die fran­zö­si­schen Bischö­fe wand­te. Nur ein ein­zi­ges Mal!

Nicht ein­mal, als er sich in Paris mit der „Syn­odal­ver­samm­lung“ die­ser Diö­ze­se traf, nahm er auf die­ses The­ma bezug.

Erin­nern wir uns dar­an, daß bis vor eini­gen Mona­ten „Syn­oda­li­tät“ das Zau­ber­wort war, das in prak­tisch jeder Rede von Ordens­frau­en, Prie­stern und Bischö­fen unbe­dingt vor­kom­men mußte.

Mein Ein­druck – und die­sen habe ich bereits seit den ersten Mona­ten sei­nes Pon­ti­fi­ka­tes –, ist, daß Leo XIV. die­se Fra­ge lang­sam abküh­len las­sen wird und die Syn­ode über die Syn­oda­li­tät schließ­lich den Hun­ger­tod ster­ben wird.

Wir wer­den sehen.

Aber es lohnt sich nicht, bei den Unter­schie­den zum vor­he­ri­gen Pon­ti­fi­kat ste­hen­zu­blei­ben. Sie sind offen­sicht­lich, und das Offen­sicht­li­che muß nicht bewie­sen wer­den. Kon­zen­trie­ren wir uns auf ande­re posi­ti­ve und bemer­kens­wer­te Aspekte.

Die Heiligen Frankreichs

Einer davon ist die Tat­sa­che, daß Papst Leo in fast all sei­nen Anspra­chen immer wie­der an die Hei­li­gen Frank­reichs erin­nert – und davon gibt es Legionen.

Dabei bezieht er sich nicht auf zeit­ge­nös­si­sche und öku­me­nisch vor­zeig­ba­re Hei­li­ge zwei­fel­haf­ter Qua­li­tät, son­dern auf die alt­ehr­wür­di­gen Hei­li­gen der „älte­sten Toch­ter der Kir­che“, auf jene, die „den wah­ren Gott anbe­ten“. In sei­ner Pre­digt auf der Place de la Con­cor­de sag­te er:

Das leben­di­ge Was­ser des Hei­li­gen Gei­stes ist in Fül­le aus­ge­gos­sen wor­den und bringt in der Kir­che wei­ter­hin Frucht her­vor durch die Mis­sio­na­re und Zeu­gen, die in allen Kul­tu­ren und unter allen Völ­kern gegen­wär­tig sind. Die­ses Was­ser macht alles frucht­bar, was sich von ihm berüh­ren und ver­wan­deln läßt, um sei­ne Frucht her­vor­zu­brin­gen: die Hei­lig­keit jener, die den wah­ren Gott anbe­ten und ihren Brü­dern und Schwe­stern mit Lie­be und Groß­zü­gig­keit die­nen. In die­sem schö­nen Land Frank­reich haben sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te vie­le an die­sem leben­di­gen Was­ser gelabt und ihr Leben ganz dem Guten geweiht: die ersten Mär­ty­rer wie Blan­di­na, Poti­nus und Ire­nä­us; die hei­li­gen Grün­der und Grün­de­rin­nen reli­giö­ser Orden; die hei­li­gen Bischö­fe wie Mar­tin von Tours und Franz von Sales; Män­ner und Frau­en mit einem Her­zen, das für die Bedürf­nis­se ihrer Mit­men­schen emp­fäng­lich war, wie Vin­zenz von Paul, Fré­dé­ric Ozanam, Jean­ne Jugan und vie­le andere.

Zu den Jugend­li­chen sag­te er:

Schaut auf das Bei­spiel der Hei­li­gen: Selbst in Zei­ten der Ver­fol­gung haben die­se unse­re Brü­der und Schwe­stern Wege des Frie­dens eröff­net. Schaut auf jene Prie­ster, die lei­den­schaft­lich für Chri­stus waren, wie den hei­li­gen Eugen von Mazen­od und den hei­li­gen Johan­nes Maria Vian­ney; betrach­tet die mysti­sche Schön­heit der hei­li­gen The­re­se von Lisieux; die seli­ge Pau­li­ne Jari­cot, die glü­hend in der Lie­be und in der Mis­si­on war; den Mut der fünf­zig Mär­ty­rer des Apo­sto­la­tes aus der Zeit des Zwei­ten Welt­krie­ges, die ihren Brü­dern und Schwe­stern bis hin zur Hin­ga­be ihres Lebens dien­ten. Die Hei­li­gen haben den Lauf der Geschich­te ver­än­dert, indem sie vie­le Men­schen vom Lei­den zur Hoff­nung führ­ten, weil sie zuerst ihre eige­nen Her­zen ver­än­dert und sie im Licht des Glau­bens ver­wan­delt hatten.

Und spä­ter, in der­sel­ben Anspra­che an die Jugendlichen:

Außer­dem haben wir die Hei­li­gen als Ver­bün­de­te: Sie sind Freun­de, die uns in den Prü­fun­gen tra­gen. Lie­be Freun­de, wenn die Ent­schei­dun­gen des Lebens Mut erfor­dern, nehmt ihre Für­spra­che in Anspruch und ahmt ihr Bei­spiel nach. Wie wir in den Lita­nei­en gesun­gen haben, ver­si­chert uns der Atem der Hei­li­gen, daß wir im Gebet nie­mals allein sind, daß wir in der Kir­che nie­mals allein sind.

Nicht nur das: Als Bei­spiel für eine kämp­fe­ri­sche Frau stell­te er ihnen sogar die hei­li­ge Jean­ne d’Arc vor – ich weiß nicht, ob Bene­dikt XVI. sich zu so viel gewagt hätte:

In die­sem Zusam­men­hang gibt uns der Apo­stel ein drit­tes Verb: kämp­fen. Denn dem Bösen zu ent­flie­hen und nach dem Guten zu stre­ben bedeu­tet, zu kämp­fen. Ja, zu kämp­fen, wie es der hei­li­ge Pau­lus getan hat, der häu­fig mit einem Schwert in der Hand dar­ge­stellt wird – als Zei­chen des Wor­tes Got­tes, des „Schwer­tes des Gei­stes“ (Eph 6,17). Die­ses Verb erklingt hier in Frank­reich, dem Land der hei­li­gen Jean­ne d’Arc, einer jun­gen Frau, die mit Kühn­heit zu kämp­fen wußte.

Die Bedeutung der Liturgie

Ein wei­te­rer sehr posi­ti­ver Aspekt besteht dar­in, daß er mehr­fach die Bedeu­tung der Lit­ur­gie für das christ­li­che Leben und für die Bekeh­rung der Katechu­me­nen her­vor­hob, deren Zahl in den ver­gan­ge­nen Jah­ren expo­nen­ti­ell zuge­nom­men hat. Zu den Prie­stern und Ordens­leu­ten sag­te er:

Euch, die ihr täg­lich die Eucha­ri­stie fei­ert, bit­te ich dar­auf zu ach­ten, daß die lit­ur­gi­schen Fei­ern immer in Wür­de und mit gebüh­ren­dem Anstand began­gen wer­den, auch dort, wo sich klei­ne­re Gemein­schaf­ten ver­sam­meln. Seid bewuß­te Erben der Väter und Hei­li­gen der Kir­che, die uns im Lau­fe der Jahr­hun­der­te die tie­fe Bedeu­tung und Schön­heit der Lit­ur­gie über­lie­fert haben und dabei stets eine gro­ße Demut vor dem gefei­er­ten Geheim­nis bezeug­ten. Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil, des­sen Reich­tum Frank­reich viel ver­dankt, hat die­ses Erbe in her­aus­ra­gen­der Wei­se auf­ge­nom­men und ver­tieft und dabei sei­nen zen­tra­len Platz im Leben der Kir­che aner­kannt (vgl. Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, 10). Ich ermah­ne euch daher alle, Bischö­fe, Prie­ster, Dia­ko­ne und Ordens­leu­te, eine ech­te Lie­be zur Lit­ur­gie zu pfle­gen und Zeu­gen und Die­ner der pro­phe­ti­schen, prie­ster­li­chen und könig­li­chen Beru­fung des gan­zen Vol­kes Got­tes zu sein.

Bei einer ande­ren Gele­gen­heit sag­te er:

Die Lit­ur­gie kann näm­lich nicht als etwas „Nach­träg­li­ches“ zur Kate­che­se betrach­tet wer­den, als wür­de man in ihr ledig­lich das in die Pra­xis umset­zen, was wäh­rend des Weges gelernt wur­de. Die Lit­ur­gie offen­bart und ver­ge­gen­wär­tigt das Pas­cha­my­ste­ri­um Chri­sti und ist des­halb das Ereig­nis, das den Sinn der Fro­hen Bot­schaft offen­ba­ren und das Leben Got­tes selbst mit­tei­len kann. Mit ihren Rhyth­men, ihren Spra­chen und ihren Riten ist sie ein wesent­li­cher Bestand­teil des eigent­li­chen Weges der Bekeh­rung und der Vor­be­rei­tung auf die Sakramente.

Lebensschutz, Euthanasie und religiöse Erziehung

Es waren aller­dings nicht die­se The­men – von denen wir Katho­li­ken wis­sen, daß sie die wich­tig­sten sind –, die die Pro­gres­si­ven in Erstau­nen versetzten.

Es waren viel­mehr die Fra­gen, die die zeit­li­che Ord­nung betref­fen, oder bes­ser gesagt: die kri­stall­kla­re Art und Wei­se, in der er sich dazu äußer­te – und das in einem Frank­reich, das stolz auf sei­nen Lai­zis­mus ist.

Der Jesu­it Spa­da­ro dürf­te sprach­los gewe­sen sein, als er die päpst­li­chen Anspra­chen hör­te. Auf sei­nem X‑Account hat­te er vor­her pro­phe­zeit, Leo XIV. wer­de auf die­se Fra­gen nur in Lour­des ein­ge­hen, vor einem klei­nen und gezielt aus­ge­wähl­ten Publikum.

Gemeint waren The­men wie Abtrei­bung, Eutha­na­sie oder reli­giö­se Erziehung.

So kam es aber nicht.

Er sprach dar­über in Lour­des, aber eben­so gegen­über Macron im Ély­sée-Palast und gegen­über den euro­päi­schen Spit­zen­po­li­ti­kern in Metz. Zum The­ma Lebens­schutz sag­te er:

Kein mensch­li­ches Gesetz darf uns jedoch die Gewiß­heit ihrer Wür­de neh­men. Im Gegen­teil: Gera­de im Namen die­ser unver­äu­ßer­li­chen Wür­de der mensch­li­chen Per­son muß die Ver­su­chung ent­schie­den zurück­ge­wie­sen wer­den, unter dem Vor­wand eines fal­schen Mit­ge­fühls Leben zu neh­men. Es kann nicht als nor­mal ange­se­hen wer­den, ein Leben zu been­den. Was legal ist, ist nicht not­wen­di­ger­wei­se mora­lisch. Nie­mand hat jemals das Recht, auf der Grund­la­ge von Labor­al­go­rith­men über das Leben eines bestimm­ten Embry­os oder eines bestimm­ten alten Men­schen zu ent­schei­den! Die Medi­zin darf nie­mals zur Die­ne­rin eines pro­gram­mier­ten Todes werden!

Bei einer ande­ren Gele­gen­heit äußer­te er sich in ähn­li­cher Weise.

Zur reli­giö­sen Erzie­hung sag­te er zu den Bischöfen:

Ich for­de­re euch auf, wach­sam zu blei­ben, um die Frei­heit und die Rech­te der Kir­che zu ver­tei­di­gen, zu evan­ge­li­sie­ren, zur wah­ren Frei­heit zu erzie­hen und den Got­tes­dienst öffent­lich aus­zu­üben, damit die Näch­sten­lie­be im Namen Jesu Chri­sti sicht­bar gelebt wer­den kann. Die katho­li­sche Bil­dung kann jedoch kei­nes­falls auf ihr Erzie­hungs­pro­jekt ver­zich­ten – auf ein Pro­jekt, das auf Chri­stus aus­ge­rich­tet ist und die ganz­heit­li­che Ent­wick­lung des Men­schen in all sei­nen Dimen­sio­nen zum Ziel hat: in der geist­li­chen, kul­tu­rel­len, intel­lek­tu­el­len, mora­li­schen und sozia­len Dimen­si­on. Des­halb darf es nie­man­den über­ra­schen, daß an jeder katho­li­schen Schu­le Mög­lich­kei­ten geschaf­fen wer­den, Jesus Chri­stus zu begeg­nen und sein Wort zu hören. Und erst recht soll­te kein Schü­ler in sei­ner Klas­se aus­ge­grenzt wer­den, weil er an Jesus glaubt.

„Habe ich mich damit in die Politik eingemischt?“

Zu die­sen heik­len Fra­gen, denen er nicht aus­wich, son­dern die er klar ansprach, nahm er auf der Pres­se­kon­fe­renz wäh­rend des Rück­flu­ges Stel­lung. Jour­na­li­sten hat­ten ihm vor­ge­wor­fen, er habe sich in die Poli­tik ein­ge­mischt. Er antwortete:

Es mag Poli­ti­ker geben, sagen wir von links oder von rechts, die behaup­ten, Reli­gi­on müs­se aus­schließ­lich auf den pri­va­ten Bereich beschränkt blei­ben: Die Men­schen sol­len pri­vat tun kön­nen, was sie wol­len, aber als Staat müs­sen wir uns her­aus­hal­ten. Als ich nach Frank­reich ging, tat ich dies in erster Linie, um das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den, die Fro­he Bot­schaft bekannt­zu­ma­chen und das zu bekräf­ti­gen, was Jesus Chri­stus selbst sagt, wenn er erklärt: „Ich bin der Weg, die Wahr­heit und das Leben“ – also um die Wahr­heit zu ver­kün­den, die Jesus uns anbie­tet. Der Schutz des Lebens ist ein The­ma, das die Kir­che, wie ihr alle wißt, lehrt und an das sie zutiefst glaubt. Und so wuß­te ich natür­lich einer­seits, daß in Frank­reich vor kur­zem ein Gesetz [zur Eutha­na­sie] ver­ab­schie­det wor­den war, wäh­rend in ande­ren euro­päi­schen Län­dern und in ande­ren Tei­len der Welt Fra­gen im Zusam­men­hang mit dem Lebens­en­de dis­ku­tiert wer­den. […] Des­halb wür­de ich sagen: Wenn das Poli­tik ist, dann habe ich Poli­tik betrie­ben – aber nicht, um mich in die fran­zö­si­sche Poli­tik ein­zu­mi­schen. Ich habe es getan, um das zu leh­ren, wor­an die Kir­che wirk­lich glaubt.

Europa und das Christentum

In Metz, wo er mit Per­sön­lich­kei­ten aus Kul­tur und Gesell­schaft sowie euro­päi­schen Spit­zen­po­li­ti­kern zusam­men­traf, sag­te Papst Leo:

Um die­se lan­ge Geschich­te zu ver­ste­hen, darf man jedoch einen wei­te­ren Vater Euro­pas nicht aus­las­sen: den hei­li­gen Bene­dikt, den Paul VI. 1964 zum Patron Euro­pas erklär­te und ihn einen „Boten des Frie­dens, Voll­brin­ger der Ein­heit, Leh­rer der Zivi­li­sa­ti­on“ nann­te. Die Hil­fe für die Armen, Kran­ken und Alten; die Erzie­hung der Kin­der und die Uni­ver­si­tä­ten; die Kran­ken­häu­ser und die Medi­zin; Archi­tek­tur und Inge­nieur­we­sen; die Ent­wick­lung der Wis­sen­schaf­ten; das Recht und die Orga­ni­sa­ti­on der Städ­te und der Staa­ten selbst: So vie­le Berei­che Euro­pas sind zutiefst vom hei­li­gen Bene­dikt und sei­nen Mön­chen geprägt wor­den! Ohne die­ses monasti­sche Erbe wür­de die euro­päi­sche Zivi­li­sa­ti­on, wie wir sie ken­nen, nicht exi­stie­ren. Hier in Metz herrsch­te dank des Wir­kens unter ande­rem des hei­li­gen Chro­de­gang ein bene­dik­t­i­ni­scher Geist der Brü­der­lich­keit, der Gemein­schaft und des gemein­sa­men Lebens. Von hier aus ver­brei­te­te sich der Gre­go­ria­ni­sche Cho­ral in den karo­lin­gi­schen Gebie­ten und brach­te Har­mo­nie und Schön­heit über den gesam­ten Kon­ti­nent. Man kann nicht über Euro­pa spre­chen, ohne das Chri­sten­tum zu erwähnen.

Und im sel­ben Zusam­men­hang sag­te er:

Den Jugend­li­chen sage ich: Habt den Mut, die Auf­ga­be, Frie­den auf­zu­bau­en, ver­ant­wor­tungs­voll zu leben – in eurem Her­zen, in euren Bezie­hun­gen, in eurer Fami­lie, in den Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten, im Leben eurer Städ­te, eurer Dör­fer und ganz Euro­pas. Habt kei­ne Angst davor, eine Fami­lie zu grün­den, Kin­der zu haben und die Wür­de jedes Men­schen zu ver­tei­di­gen – vom ersten Augen­blick im Scho­ße der Mut­ter bis zu sei­nem letz­ten Atemzuge.

Die Einheit mit dem Nachfolger Petri

Schließ­lich war es vor­her­seh­bar, daß der römi­sche Pon­ti­fex auf die schmerz­haf­te Wun­de zu spre­chen kom­men wür­de, wel­che die Bischofs­wei­hen von Écô­ne der Kir­che zuge­fügt haben, denn in Frank­reich ist die­se Bewe­gung am stärk­sten ver­brei­tet. Und er tat dies bei zwei Gele­gen­hei­ten, jeweils in Form einer Ermah­nung. In einer Pre­digt sag­te er:

Stellt daher die Gemein­schaft mit dem Nach­fol­ger Petri und mit der Kir­che über eure per­sön­li­chen Emp­find­lich­kei­ten, um die Ein­heit des Vol­kes Got­tes zu pflegen.

Und in sei­ner Anspra­che an die Bischöfe:

Die­se Ein­heit ist kei­ne blo­ße Gleich­för­mig­keit. Sie ermög­licht viel­mehr, daß jede wirk­lich katho­li­sche Sen­si­bi­li­tät auf natür­li­che Wei­se in einem gemein­sa­men Glau­bens­be­kennt­nis zusam­men­fin­det – durch den Gehor­sam gegen­über den recht­mä­ßi­gen Hir­ten und ins­be­son­de­re gegen­über dem Nach­fol­ger Petri, dem „Prin­zip und Fun­da­ment, dem immer­wäh­ren­den und sicht­ba­ren, der Ein­heit des Glau­bens und der Gemein­schaft“ (LG 18). Es han­delt sich um eine dyna­mi­sche Ein­heit, die sich aus der Tra­di­ti­on der Kir­che – von den Vätern bis zum Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil – und aus dem nach­kon­zi­lia­ren Lehr­amt nährt.

Nicht alles muß schlechtgeredet werden

Wie gesagt, ich habe sämt­li­che Anspra­chen gele­sen, die der Hei­li­ge Vater wäh­rend sei­ner Frank­reich­rei­se gehal­ten hat.

Natür­lich fin­den sich dar­in auch belang­lo­se Din­ge und eini­ge weni­ge ande­re Aus­sa­gen, die mir nicht beson­ders gefal­len haben. Aber das ist nor­mal und vorhersehbar.

Was mir hin­ge­gen weder nor­mal noch gerecht erscheint – auch wenn es vor­her­seh­bar war –, ist, daß eini­ge bereits begon­nen haben, in gön­ner­haf­tem und mah­nen­dem Ton zu war­nen: „Laßt euch nicht von den latei­ni­schen Wor­ten und den Fei­er­lich­kei­ten täuschen!“

Als Begrün­dung für die­se War­nung ver­wie­sen sie auf eine ein­zi­ge Pas­sa­ge, die der Papst am ersten Tag sei­ner Rei­se gesagt hat­te und in der er von den „Idea­len“ der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on spricht.

Dar­in liegt weder auf­rich­ti­ge Absicht noch Ehr­lich­keit: Sie blen­den sämt­li­che Reden des Pap­stes aus, um ihn wegen eines ein­zi­gen Absat­zes anzu­grei­fen – eines Tex­tes, den sie im übri­gen auf mög­lichst ver­dreh­te Wei­se zu inter­pre­tie­ren ver­su­chen. Der Hei­li­ge Vater sagte:

Frank­reich hat der Welt ech­te Errun­gen­schaf­ten geschenkt, dar­un­ter die Aner­ken­nung der „Men­schen­rech­te“, die in der Natur der mensch­li­chen Per­son begrün­det sind, ins­be­son­de­re des Rech­tes auf Reli­gi­ons­frei­heit. Die­se dau­er­haf­te Auf­merk­sam­keit für die jeder mensch­li­chen Per­son inne­woh­nen­de Wür­de fin­det ihren Wider­hall in sei­nem natio­na­len Wahl­spruch. Frei­heit, Gleich­heit und Brü­der­lich­keit sind kei­ne blo­ßen Wor­te, die an den Gie­beln sei­ner öffent­li­chen Gebäu­de ein­gra­viert sind, son­dern ver­wei­sen auf uni­ver­sa­le ethi­sche For­de­run­gen, die auch in der Bot­schaft des Evan­ge­li­ums eine uner­schöpf­li­che Quel­le der Inspi­ra­ti­on und der Erfül­lung finden.

Die Schwe­re die­ser Äuße­run­gen besteht ihnen zufol­ge dar­in, daß der revo­lu­tio­nä­re Wahl­spruch im Evan­ge­li­um begrün­det wer­de. Doch sie lesen nicht den gesam­ten Satz. Der Papst sagt nicht, Frei­heit, Gleich­heit und Brü­der­lich­keit sei­en im Evan­ge­li­um begrün­det, als wäre die Berg­pre­digt ein Ent­wurf für die Erklä­rung von 1789 gewesen.

Er sagt viel­mehr, daß die­se ethi­schen Prin­zi­pi­en in der Bot­schaft des Evan­ge­li­ums „eine uner­schöpf­li­che Quel­le der Inspi­ra­ti­on und der Erfül­lung“ fin­den. Und er ver­an­kert die Men­schen­rech­te in der Natur der mensch­li­chen Per­son – nicht im Wil­len der All­ge­mein­heit und auch nicht im Gesell­schafts­ver­trag Rousseaus.

Die Rich­tung sei­nes Argu­men­tes ist genau das Gegen­teil des­sen, was ihm die Maxi­ma­li­sten vorwerfen.

Es geht nicht von der Revo­lu­ti­on zum Evan­ge­li­um, son­dern vom Evan­ge­li­um hin zu eini­gen Wor­ten, die, aus ihrem ursprüng­li­chen Boden her­aus­ge­ris­sen, ver­waist an den Fas­sa­den Frank­reichs herumstehen.

Es ist die alte Logik der Gna­de, die die Natur nicht zer­stört, son­dern sie voll­endet – und die, wenn mög­lich, auch die Spra­che der Men­schen vervollkommnet.

Die Kirche und die „getauften“ Begriffe

Nichts davon ist neu. Der hei­li­ge Pau­lus begann sei­ne Pre­digt auf dem Areo­pag nicht damit, die Göt­zen­ver­eh­rung der Athe­ner anzu­pran­gern und die Altä­re nie­der­zu­rei­ßen, obwohl sein Geist ange­sichts der mit Göt­zen­bil­dern erfüll­ten Stadt ent­brannt war. Statt des­sen griff er die Inschrift eines die­ser heid­ni­schen Altä­re auf: „Dem unbe­kann­ten Gott“ und sag­te zu ihnen:

„Was ihr ver­ehrt, ohne es zu ken­nen, das ver­kün­de ich euch.“

Und um die dama­li­gen Uner­sätt­li­chen noch mehr zu empö­ren, zitier­te er einen heid­ni­schen Dich­ter, Ara­tos von Soloi:

„Denn auch wir sind von sei­nem Geschlecht.“

Der hei­li­ge Justi­nus sah in der Weis­heit der Grie­chen ver­streu­te Samen des Logos.

Der hei­li­ge Augu­sti­nus for­der­te dazu auf, den Ägyp­tern ihr Gold zu neh­men, um es in den Dienst Chri­sti zu stellen.

Und Gre­gor der Gro­ße schrieb an den Abt Mel­li­tus, er sol­le die Tem­pel der Angel­sach­sen nicht nie­der­rei­ßen, son­dern sie mit Weih­was­ser rei­ni­gen und dem wah­ren Gott wei­hen, damit das Volk, wenn es wei­ter­hin an die gewohn­ten Orte kom­me, ler­ne, den­je­ni­gen anzu­be­ten, den es bis­lang nicht gekannt hatte.

Die Kir­che hat nie­mals geglaubt, daß Evan­ge­li­sie­rung damit begin­nen müs­se, das Voka­bu­lar des Gesprächs­part­ners zu ver­bren­nen. Sie zog es immer vor, es zu taufen.

Und um so mehr gilt das, wenn die­ses Voka­bu­lar im Grun­de gestoh­len ist. Denn die revo­lu­tio­nä­re Drei­er­for­mel ist nicht aus dem Nichts entstanden: 

  • Es gibt kei­ne Brü­der­lich­keit ohne einen gemein­sa­men Vater.
  • Die Gleich­heit der Men­schen ver­kün­de­te der hei­li­ge Pau­lus den Gala­tern lan­ge vor der Nationalversammlung.
  • Und die Frei­heit ist jene Frei­heit, zu der Chri­stus uns befreit hat.

Che­ster­ton hat dies mit sei­ner gewohn­ten Scharf­sin­nig­keit erkannt: Die moder­ne Welt ist vol­ler alter christ­li­cher Tugen­den, die ver­rückt gewor­den sind, weil sie von­ein­an­der getrennt wur­den und nun ein­zeln umherwandern.

Ihnen ihren Ver­stand zurück­zu­ge­ben bedeu­tet nicht, vor der Revo­lu­ti­on zu kapi­tu­lie­ren, son­dern das zurück­zu­for­dern, was immer schon unser war.

Und wer glaubt, ein Papst kön­ne sol­che Wor­te nicht aus­spre­chen, ohne damit die Guil­lo­ti­ne zu seg­nen, soll­te erklä­ren, war­um der hei­li­ge Pau­lus Ara­tos zitie­ren konn­te, ohne damit Zeus Weih­rauch darzubringen.

Und nun: Argentinien

Ich möch­te mit einer Fra­ge und einer Pro­phe­zei­ung schlie­ßen. Wie wird der Besuch Leos XIV. in Argen­ti­ni­en aussehen?

Die Fran­zo­sen – das muß man ein­fach sagen – haben die Spa­ni­er bei wei­tem über­trof­fen. Alles war in Gal­li­en von höhe­rer Qua­li­tät, von den Lit­ur­gien bis hin zur berühm­ten Gebets­wa­che mit den Jugendlichen.

Aber ich glau­be, unse­re spa­ni­schen Brü­der kön­nen sich beru­hi­gen: Die Argen­ti­ni­er wer­den ihnen dies­mal – anders als im Fuß­ball – beim Schlam­pig­keits­grad, bei der Vul­ga­ri­tät und beim schlech­ten Geschmack deut­lich über­le­gen sein.

Das befürch­te ich auf­grund eini­ger Infor­ma­tio­nen, die all­mäh­lich durch­sickern. Bei der Gebets­vi­gil mit den Jugend­li­chen wird bei­spiels­wei­se Abel Pin­tos sin­gen! Zum Glück wur­de nicht dem Vor­schlag eines der mit der Orga­ni­sa­ti­on beauf­trag­ten Prie­ster gefolgt, Pater Fabri­zio Maranz­a­na (goo­gelt ihn, und ihr wer­det erfah­ren, wer er ist), der vor­ge­schla­gen hat­te, die Ver­an­stal­tung von dem Model und der Frau unzäh­li­ger Ehe­män­ner und Lieb­ha­ber, Pam­pi­ta Ardo­hain, mode­rie­ren zu las­sen. Wird sie durch Flor de la V. oder Lizi Taglia­ni ersetzt?

Und nun mei­ne Pro­phe­zei­ung: Der Hei­li­ge Vater wird eini­ge Wahr­hei­ten aus­spre­chen, die der Regie­rung über­haupt nicht gefal­len wer­den – und das ist auch rich­tig so.

Aber er wird auch eini­ge Wahr­hei­ten aus­spre­chen, die den ver­wit­we­ten Anhän­gern von Fran­zis­kus unter den argen­ti­ni­schen Bischö­fen über­haupt nicht gefal­len wer­den – jenen, die wie Zom­bies wei­ter­hin durch das argen­ti­ni­sche Land wan­dern, Scha­den anrich­ten und Angst und Schrecken verbreiten.

*Cami­nan­te Wan­de­rer ist ein argen­ti­ni­scher Phi­lo­soph und Blogger.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­Me­dia (Screen­shot)

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