Papst Leo XIV besetzt zwei hohe Ämter in der Römischen Kurie

Bekommt die Päpstliche Akademie für das Leben wieder mehr Gewicht


Msgr. Anthony Randazzo, bisher Bischof in Australien, wird neuer Präfekt des römischen Dikasteriums für die Gesetzestexte
Msgr. Anthony Randazzo, bisher Bischof in Australien, wird neuer Präfekt des römischen Dikasteriums für die Gesetzestexte

Vati­kan­stadt. In zwei heu­te ver­öf­fent­lich­ten Ernen­nun­gen hat Papst Leo XIV. Kuri­en­äm­ter neu besetzt. Mit der Wahl die­ser Per­so­na­li­en schließt das Pon­ti­fi­kat eine seit Mona­ten bestehen­de Vakanz.

Nach­dem der Posten des Prä­fek­ten des Dik­aste­ri­ums für die Geset­zes­tex­te seit Sep­tem­ber 2025 unbe­setzt war — damals hat­te Leo XIV. Msgr. Filip­po Ian­no­ne zum Prä­fek­ten des Dik­aste­ri­ums für die Bischö­fe ernannt — wur­de heu­te die Nach­fol­ge geregelt.

Der Papst ernann­te Bischof Antho­ny Ran­d­az­zo von Bro­ken Bay (Austra­li­en) zum neu­en Prä­fek­ten des Dik­aste­ri­ums für die Geset­zes­tex­te. Gleich­zei­tig erhielt Msgr. Ran­d­az­zo den per­sön­li­chen Titel eines Erz­bi­schofs. Ran­d­az­zo ist pro­mo­vier­ter Kano­nist und war zuvor in der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on tätig; er gilt als aus­ge­wie­se­ner Exper­te für kano­ni­sche Fragestellungen.

2016 hat­te ihn Papst Fran­zis­kus zum Weih­bi­schof von Syd­ney und 2019 zum Bischof von Bro­ken Bay ernannt. 2023 berief ihn Fran­zis­kus auch zum Apo­sto­li­schen Admi­ni­stra­tor für das angli­ka­ni­sche Per­so­nal­or­di­na­ri­at Unse­rer Lie­ben Frau vom Kreuz des Südens für die in die Ein­heit mit Rom zurück­ge­kehr­ten Angli­ka­ner in Austra­li­en, Japan und Guam. Seit drei Jah­ren ist das Amt des Ordi­na­ri­us vakant. Franziskus 

Das Dik­aste­ri­um für die Geset­zes­tex­te, ehe­mals Päpst­li­cher Rat für Geset­zes­tex­te, ist zen­tra­le Instanz bei der Aus­le­gung des Kir­chen­rechts und berät maß­geb­lich bei recht­li­chen Fra­gen in der Kir­che – es besitzt kei­ne ori­gi­nä­re Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz, wirkt aber bei authen­ti­schen Inter­pre­ta­tio­nen mit.

Ebe­ne­so wur­de heu­te die Eren­nung des Vor­sit­zen­den der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben, Msgr. Ren­zo Pegor­a­ro, zum Bischof und Titu­lar­erz­bi­schof von Gabi bekannt­ge­ge­ben. Der Bio­ethi­ker und Medi­zi­ner Pegor­a­ro hat­te das Amt des Vor­sit­zen­den der unter Fran­zis­kus neu gewan­de­ten Aka­de­mie im Mai 2025 übernommen. 

Msgr. Pegor­a­ro folg­te damit dem umstrit­te­nen Msgr. Vicen­zo Paglia von der Gemein­schaft San­t’E­gi­dio, der neun Jah­re an der Spit­ze der Aka­de­mie gestan­den und die­se 2016 im Auf­trag von Fran­zis­kus umge­baut hat­te, indem er alle Aka­de­mie­mit­glie­der, obwohl auf Lebens­zeit ernannt, ent­ließ und die Aka­de­mie durch neu­ernann­te Mit­glied im gewünsch­ten Sinn neu aus­rich­te­te. Wer stör­te, wur­de nicht mehr beru­fen. Beson­ders gestört hat­ten ent­schie­de­ne Lebens­recht­ler und Bene­dikt XVI. nahe­ste­hen­de Ver­tei­di­ger der kirch­li­che Ehe- und Morallehre.

Zu sei­ner Ernen­nung erklär­te Msgr. Pegor­a­ro, sie habe ihn „über­rascht“. Er beton­te, daß die Ver­ant­wor­tung, „zu bezeu­gen, wie der christ­li­che Glau­be Lie­be zum Leben, des­sen Sor­ge und sei­ne vol­le Ver­wirk­li­chung bedeu­tet“, mit dem Bischofs­amt noch dring­li­cher gewor­den sei.

Mit die­sen Per­so­nal­ent­schei­dun­gen endet im Dik­aste­ri­um für die Geset­zes­tex­te die seit einem hal­ben Jahr bestehen­de Über­gangs­pha­se. Par­al­lel wird mit Pegor­a­ros Ernen­nung die Lei­tung der Aka­de­mie für das Leben in den bischöf­li­chen Rang geho­ben: Ein Signal, daß die­ses Feld für das Pon­ti­fi­kat einen höhe­ren Stel­len­wert besit­zen könn­te als unter Fran­zis­kus?

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Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­Me­dia (Screen­shot)

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