Virtualisierter Kardinalsrat

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Die Pressemitteilung, mit der am vergangenen 26. April nebenbei bekanntgegeben wurde, daß gerade eine Sitzungssession des Kardinalsrates stattfindet.
Die Pressemitteilung, mit der am vergangenen 26. April nebenbei bekannt wurde, daß gerade eine Sitzungssession des Kardinalsrates stattfindet.

(Rom) Die Sit­zungs­ses­sio­nen des 2013 errich­te­ten Kar­di­nal­s­ra­tes, der Papst Fran­zis­kus bei der Kuri­en­re­form und der Lei­tung der Welt­kir­che berät, waren bis­her vor­ab ange­kün­digt und von Medi­en­er­klä­run­gen beglei­tet wor­den. Seit dem Früh­jahr ist das anders.

Im ver­gan­ge­nen April wuß­te die Öffent­lich­keit nicht ein­mal, daß der Kar­di­nal­s­rat tag­te. Sie erfuhr nur zufäl­lig davon, weil in einer Erklä­rung des vati­ka­ni­schen Pres­se­am­tes bekannt­ge­ge­ben wur­de, daß Papst Fran­zis­kus wegen sei­ner Knie­be­schwer­den kurz­zei­tig alle Akti­vi­tä­ten aus­setz­te (zum ent­spre­chen­den Arti­kel von Katho​li​sches​.info kann nicht ver­linkt wer­den, da zu jener Zeit die Bei­trä­ge einer Woche aus tech­ni­schen Grün­den ver­lo­ren­ge­gan­gen sind). Davon war auch die gera­de statt­fin­den­de, offi­zi­ell aber nir­gends publik gemach­te Sit­zungs­ses­si­on des Kar­di­nal­s­ra­tes betrof­fen. Zudem wur­de erwähnt, daß die näch­ste Sit­zungs­ses­si­on im Juni statt­fin­den würde.

Gestern gab das vati­ka­ni­sche Pres­se­amt eine Erklä­rung ab, die offen­leg­te, daß die Juni-Ses­si­on vir­tu­ell als Video­kon­fe­renz stattfand.

Bereits 2020 und 2021 waren Sit­zungs­ses­sio­nen vir­tu­ell abge­hal­ten wor­den, da auf­grund von Lock­downs wegen der Coro­na-Pseu­do­pan­de­mie Flug­rei­sen nicht mög­lich oder nicht gewünscht waren.

Wegen Sicher­heits­be­den­ken gab San­ta Mar­ta damals zu ver­ste­hen, daß Video­kon­fe­ren­zen nicht die ange­streb­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ebe­ne sei­en. Das per­sön­li­che und direk­te Gespräch sei vor­zu­zie­hen. Die Sicher­heits­fra­ge scheint gelöst zu sein, denn auf die Coro­na-beding­te Vir­tua­li­sie­rung folg­te nun eine Gon­al­gie-beding­te. Im kon­kre­ten Fall han­del­te es sich auch nicht um eine Sit­zungs­ses­si­on, die im Nor­mal­fall drei Tage und sechs Sit­zun­gen umfaßt, son­dern um eine ein­zi­ge Sit­zung, die mit­tels Video­schal­tung stattfand.

Die vir­tu­el­le Sit­zung war immer­hin die erste, die nach Inkraft­tre­ten der apo­sto­li­schen Kon­sti­tu­ti­on Præ­di­ca­te Evan­ge­li­um erfolg­te, die am 5. Juni ver­bind­lich wurde.

Gestern ver­öf­fent­lich­te das vati­ka­ni­sche Pres­se­amt fol­gen­de Erklä­rung zur Sit­zung des Kar­di­nal­s­ra­tes am 21. Juni 2022:

„Gestern Nach­mit­tag um 16.00 Uhr fand eine Online-Sit­zung des Kar­di­nal­s­ra­tes statt.

Ihre Emi­nen­zen, die Kar­di­nä­le Óscar A. Rodrí­guez Mara­dia­ga S.D.B., Rein­hard Marx, Sean Patrick O’Mal­ley O.F.M. Cap., Oswald Gra­ci­as und Fri­do­lin Ambon­go Besun­gu O.F.M. Cap. waren mit dem Tref­fen ver­bun­den, wäh­rend die Kar­di­nä­le Pie­tro Paro­lin und Giu­sep­pe Ber­tel­lo aus dem Vati­kan zuge­schal­tet waren. Der Hei­li­ge Vater nahm an dem Tref­fen teil, das von der Casa San­ta Mar­ta aus über­tra­gen wurde.

Nach­dem jeder sei­ne eige­nen Über­le­gun­gen zur Umset­zung der neu­en Apo­sto­li­schen Kon­sti­tu­ti­on vor­ge­tra­gen hat­te, kon­zen­trier­te sich die Arbeit des Rates auf eini­ge orga­ni­sa­to­ri­sche und the­ma­ti­sche Aspek­te des näch­sten Tref­fens aller Kar­di­nä­le, das für den 29. und 30. August geplant ist.

Die Sit­zung ende­te kurz vor 17.00 Uhr. Die näch­ste Sit­zung wird im Monat Sep­tem­ber stattfinden.“

Mit dem Kon­si­sto­ri­um des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums von Ende August wer­den auf­se­hen­er­re­gen­de Ereig­nis­se in Ver­bin­dung gebracht. So könn­te Papst Fran­zis­kus, laut Gerüch­ten, sei­nen Rück­tritt ankün­di­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati​can​.va (Screen­shot)

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