Radikale Einschränkungen durch Traditionis custodes in der Diözese Rom

Kardinalvikar erläßt Durchführungsbestimmungen im Namen von Papst Franziskus

Wie erst jetzt bekannt wurde, erließ Kardinalvikar De Donatis im Auftrag von Papst Franziskus Durchführungsbestimmungen zu Traditionis custodes für die Diözese Rom – mit schwerwiegenden Einschnitten.
Wie erst jetzt bekannt wurde, erließ Kardinalvikar De Donatis im Auftrag von Papst Franziskus Durchführungsbestimmungen zu Traditionis custodes für die Diözese Rom – mit schwerwiegenden Einschnitten.

(Rom) Die Schnur wird immer enger gezo­gen. Gestern wur­de bekannt, daß von Kar­di­nal­vi­kar Ange­lo De Dona­tis im Auf­trag von Papst Fran­zis­kus die ersten Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen zum Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des für die Diö­ze­se Rom erlas­sen wur­den. Damit wird ein Exem­pel sta­tu­iert, das für die ande­ren Diö­ze­san­bi­schö­fe zwar nicht bin­dend ist, aber doch Vor­bild­cha­rak­ter hat.

Das Dekret Prot. Nr. 1845/21 in Form eines Hir­ten­briefs stammt bereits vom 7. Okto­ber und ent­hält vor allem zwei ein­schnei­den­de Einschränkungen:

  • Die Gläu­bi­gen dür­fen zwar wei­ter­hin „alle Tage“ des Jah­res, auch an Sonn- und Fei­er­ta­gen, an der hei­li­gen Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus teil­neh­men, nicht aber am Oster­tri­du­um. Die bedeu­tend­ste Zeit des Kir­chen­jah­res und das höch­ste Fest der Chri­sten­heit, Grün­don­ners­tag, Kar­frei­tag, Oster­nacht und Oster­sonn­tag, sind ausgeschlossen. 
  • Im über­lie­fer­ten Ritus ist nur mehr die Zele­bra­ti­on der hei­li­gen Mes­se erlaubt, alle ande­ren Sakra­men­te und Sakra­men­ta­li­en dür­fen nur mehr im Novus Ordo gespen­det wer­den, auch – was aus­drück­lich erwähnt wird – das Bußsakrament.
Kar­di­nal­vi­kar Ange­lo De Donatis

Der erste Ein­schnitt bedeu­tet, daß die Gläu­bi­gen, wenn sie am Oster­tri­du­um teil­neh­men wol­len, Zele­bra­tio­nen im Novus Ordo besu­chen müs­sen. Der Kar­di­nal­vi­kar nennt den Grund dafür zwar nicht in die­sem Zusam­men­hang, aber dafür expli­zit an ande­rer Stel­le des Dekrets: Die Gläu­bi­gen und die Prie­ster haben damit ihre Gemein­schaft mit der Gesamt­kir­che unter Beweis zu stel­len. Den Prie­stern, die wei­ter­hin im über­lie­fer­ten Ritus zele­brie­ren dür­fen – die Erlaub­nis dazu muß von jedem Prie­ster ein­zeln ein­ge­holt wer­den –, ist es somit unter­sagt, in den Tagen vom Grün­don­ners­tag bis Oster­sonn­tag öffent­lich zu zele­brie­ren. Ob sie an die­sen Tagen über­haupt zele­brie­ren dür­fen, geht aus dem Dekret nicht ein­deu­tig her­vor. Eine mög­li­che Pflicht zur Kon­ze­le­bra­ti­on an einem Meß­ort des Novus Ordo scheint in der Luft zu liegen.

Der zwei­te Ein­schnitt würgt das kirch­li­chen Leben auf schwer­wie­gen­de Wei­se ab, da mit sofor­ti­ger Wir­kung in der Diö­ze­se Rom Tau­fe, Fir­mung, Hoch­zeit, Beich­te und Kran­ken­sal­bung nicht mehr im über­lie­fer­ten Ritus gespen­det wer­den dür­fen. Die Fra­ge, ob noch im über­lie­fer­ten Ritus das Wei­he­sa­kra­ment gespen­det wer­den kann, wird nicht aus­drück­lich erwähnt. Die For­mu­lie­rung des Kar­di­nal­vi­kars scheint es aus­zu­schlie­ßen, das Dekret ist aller­dings pasto­ra­ler Natur und rich­tet sich somit an die Gläu­bi­gen bzw. die Auf­ga­ben der Prie­ster gegen­über den Gläubigen.

Ein wei­te­rer Ein­schnitt, der aller­dings den deut­schen Sprach­raum weni­ger berührt, ist das fak­ti­sche Ver­bot, die Schrift­le­sun­gen in latei­ni­scher Spra­che vor­zu­tra­gen. Der Kar­di­nal­vi­kar schreibt für Lesung und Evan­ge­li­um aus­drück­lich und aus­schließ­lich die Volks­spra­che vor. Und selbst dar­in erfolgt eine wei­te­re Ein­schrän­kung: Die Lesun­gen müs­sen nach der jüng­sten nicht unpro­ble­ma­ti­schen Über­set­zung der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz von 2008 erfolgen. 

Nach dem Schrei­ben von Kuri­en­erz­bi­schof Arthur Roche, Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on, an Kar­di­nal Vin­cent Nichols (West­min­ster) (sie­he Der über­lie­fer­te Ritus „ent­spricht natür­lich nicht der Auf­fas­sung von Papst Fran­zis­kus“) und der Stel­lung­nah­me von Kar­di­nal Bla­se Cup­ich, Erz­bi­schof von Chi­ca­go (sie­he Es kann nur einen (Ritus) geben), besteht kein Zwei­fel, daß mit dem Abwür­gen des über­lie­fer­ten Ritus ernst gemacht wird. Noch offen ist, was mit den bis­he­ri­gen Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten gesche­hen wird. Das Hir­ten­brief-Dekret des Kar­di­nal­vi­kars und die genann­ten Äuße­run­gen von Roche und Cup­ich las­sen wenig Gutes erahnen.

Hier der voll­stän­di­ge Text der Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen für die Diö­ze­se Rom:

Der Hirtenbrief zur Umsetzung von Traditionis custodes in der Diözese Rom

Vika­ri­at von Rom 

Rom, 7. Okto­ber 2021

- An alle Prie­ster,
die in der Seel­sor­ge
der Diö­ze­se Rom wir­ken

- An alle Gläu­bi­gen der Diözese

Lieb­ste alle,

die Diö­ze­se Rom beab­sich­tigt, indem sie die Bestim­mun­gen des Apo­sto­li­schen Schrei­bens in Form eines „Motu pro­prio“ des Hei­li­gen Vaters Fran­zis­kus Tra­di­tio­nis custo­des vom 16. Juli 2021 annimmt, die Arbeit „all jenen katho­li­schen Gläu­bi­gen, die sich an eini­ge frü­he­re For­men der Lit­ur­gie gebun­den füh­len, die kirch­li­che Gemein­schaft leicht zu machen“ (Johan­nes Paul II., Ap. Schr. gege­ben als Motu pro­prio „Eccle­sia Dei“, 2. Juli 1988) fort­zu­set­zen, die in der Stadt bereits seit vie­len Jah­ren im Gan­ge ist.

Zu die­sem Zweck schien es ange­bracht, wei­ter­hin eine leben­di­ge pasto­ra­le Näch­sten­lie­be gegen­über den Gläu­bi­gen zu üben, die „nicht die Gül­tig­keit und die Legi­ti­mi­tät der Lit­ur­gie­re­form, der Bestim­mun­gen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils und des Lehr­am­tes der Päp­ste aus­schlie­ßen“ (Art. 3 §1, Tra­di­tio­nis custo­des) und den­noch an der Fei­er der Eucha­ri­stie gemäß dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 teil­neh­men möch­ten. Für das gei­sti­ge Wohl der Gläu­bi­gen ist es ange­bracht, genaue Koor­di­na­ten für die Umset­zung des M.p. anzubieten.

Das M.p. bestimmt, daß die „von den hei­li­gen Päp­sten Paul VI. und Johan­nes Paul II. in Über­ein­stim­mung mit den Dekre­ten des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils pro­mul­gier­ten lit­ur­gi­schen Bücher der ein­zi­ge Aus­druck der lex oran­di des Römi­schen Ritus sind“ (Art. 1, Tra­di­tio­nis custo­des) und daß es daher nicht mehr mög­lich ist, das Ritua­le Roma­num und die ande­ren lit­ur­gi­schen Bücher des „alten Ritus“ für die Fei­er der Sakra­men­te und der Sakra­men­ta­li­en (z. B. auch nicht das Ritua­le für die Ver­söh­nung der Büßer nach der alten Form) zu ver­wen­den. Der Gebrauch der ande­ren Ordi­nes ist daher der­zeit aus­drück­lich unter­sagt und es bleibt nur der Gebrauch des Mis­sa­le Roma­num von 1962 erlaubt.

Eben­so müs­sen alle Prie­ster – Welt- und Ordens­prie­ster –, die wei­ter­hin von der Mög­lich­keit Gebrauch machen wol­len, im Gebiet der Diö­ze­se Rom nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 zu zele­brie­ren, vor­her vom Diö­ze­san­bi­schof (vgl. Art. 5, Tra­di­tio­nis custo­des) schrift­lich auto­ri­siert sein.

Alle Ersu­chen, die sich auf die Durch­füh­rung des M.p. bezie­hen, sind schrift­lich an mich, den Kar­di­nal­vi­kar, zu rich­ten, der sie durch einen von mir ernann­ten Beauf­trag­ten für die ordent­li­che Ver­wal­tung aller zu erfül­len­den Zustän­dig­kei­ten des Diö­ze­san­or­di­na­ri­us regeln wird, ins­be­son­de­re zum Zweck der kor­rek­ten Aus­übung der vom M.p. den Gläu­bi­gen zuer­kann­ten Befug­nis­se, die von den dar­in vor­ge­se­he­nen Vor­rech­ten Gebrauch machen wol­len. Er ist mit dele­gier­ten Voll­mach­ten aus­ge­stat­tet (vgl. can. 131 §1 CIC), und sein Amt ist von dem im Art. 3 §4 des M.p. vor­ge­se­he­nen Amt zu unter­schei­den, das in der Diö­ze­se Rom vor­erst nicht akti­viert wird, da es nicht not­wen­dig ist. Ich bestä­ti­ge näm­lich, daß ich dem Pfar­rer pro tem­po­re der Pfar­rei San­tis­si­ma Tri­ni­tà dei Pel­le­gri­ni die Auf­ga­be anver­traue, für die wür­di­ge Fei­er der eucha­ri­sti­schen Lit­ur­gie sowie für die ordent­li­che pasto­ra­le und geist­li­che Betreu­ung die­ser Gläu­bi­gen zu sor­gen. Er übt die­ses Amt aus, beseelt von einer leben­di­gen pasto­ra­len Näch­sten­lie­be und einem Sinn für die kirch­li­che Gemein­schaft; er han­delt in enger Gemein­schaft und Zusam­men­ar­beit mit dem oben genann­ten Beauf­trag­ten.

In Anbe­tracht des oben Gesag­ten erklä­re ich hier­mit, daß das Amt des Beauf­trag­ten pro tem­po­re für die Anwen­dung des M.p. „Tra­di­tio­nis custo­des“ der Direk­tor des Lit­ur­gi­schen Amtes des Vika­ri­ats von Rom bekleidet.

Zu eini­gen not­wen­di­gen spe­zi­fi­schen Fest­stel­lun­gen ver­fü­ge ich wie folgt:

- Alle Anträ­ge, die sich spe­zi­ell auf Art. 3 §2 des M.p. bezie­hen, müs­sen aus­drück­lich die Kir­che oder das Ora­to­ri­um nen­nen, in der/dem man zu zele­brie­ren beab­sich­tigt (aus­ge­nom­men Pfarr­kir­chen, vgl. Art. 3 §2, Tra­di­tio­nis custo­des);

- an allen Tagen, mit Aus­nah­me des öster­li­chen Tri­du­ums, kön­nen die Gläu­bi­gen in der Pfar­rei San­tis­si­ma Tri­ni­tà dei Pel­le­gri­ni an der Eucha­ri­stie­fei­er nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 teil­neh­men (vgl. Art. 3 §5, Tra­di­tio­nis custo­des);

- in den Kir­chen San­ti Dome­ni­co e Sisto, San­ti Cel­so e Giu­lia­no, S. Giu­sep­pe a Capo le Case und S. Anna al Latera­no kön­nen die Gläu­bi­gen an der Fei­er der Eucha­ri­stie nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 teil­neh­men, die zu einem mit dem Rek­tor der Kir­che und dem oben genann­ten Beauf­trag­ten ver­ein­bar­ten Zeit­punkt, even­tu­ell auch an Sonn­ta­gen und gebo­te­nen Fest­ta­gen (außer dem Oster­tri­du­um), gefei­ert wird;

- die Lesun­gen wer­den immer in ita­lie­ni­scher Spra­che ver­kün­det in der Über­set­zung C.E.I. 2008 (vgl. Art. 3 §3, Tra­di­tio­nis custo­des).

Im Ver­trau­en dar­auf, daß das, was ich beschlos­sen habe, von allen akzep­tiert wird, seg­ne ich euch mit Zunei­gung und beglei­te euch mit mei­nen Gebeten.

Prot. Nr. 1845/21

Ange­lo Card. DE DONATIS
Gene­ral­vi­kar Sei­ner Hei­lig­keit
für die Diö­ze­se Rom

Der Hir­ten­brief von Kar­di­nal­vi­kar De Donatis

Der Beauftragte der Diözese Rom

Der vom Kar­di­nal­vi­kar für die Durch­füh­rung von Tra­di­tio­nis custo­des ernann­te, aber nament­lich nicht genann­te Beauf­trag­te ist P. Giu­sep­pe Midi­li OCarm, Direk­tor des Lit­ur­gi­schen Amtes der Diö­ze­se Rom. Der Kar­me­lit, Jahr­gang 1973, stammt aus dem Erz­bis­tum Mes­si­na. 1993 trat er in den Kar­me­li­ten­or­den ein, leg­te 1998 die fei­er­li­che Pro­feß ab und wur­de 1999 zum Prie­ster geweiht. 2003 erfolg­te am Päpst­li­chen Lit­ur­gi­schen Insti­tut San­t’An­sel­mo sei­ne Pro­mo­ti­on zum Dok­tor der Lit­ur­gie. Nach Auf­ga­ben in der Pfarr­seel­sor­ge in Rom und in der dor­ti­gen Kar­me­li­ten­pro­vinz wur­de er 2011 zum Direk­tor des Lit­ur­gi­schen Amtes der Diö­ze­se Rom ernannt. Als Papst Fran­zis­kus im August 2013 die Con­sul­to­ren des Amtes für die lit­ur­gi­schen Fei­ern des Pap­stes aus­tausch­te, rück­te P. Midi­li zum Con­sul­tor auf. Seit 2014 ist er außer­or­dent­li­cher Pro­fes­sor am Päpst­li­chen Athen­ae­um San­t’An­sel­mo, einem Zen­trum der Bugni­ni-Schu­le, mit der Auf­ga­be, den Kurs Lit­ur­gi­sche Pasto­ral sowie Ehe und Jung­fräu­lich­keit zu unterrichten. 

P. Giu­sep­pe Medi­li OCarm

2015 bezeich­ne­te P. Midi­li den Wech­sel „des Ritus“, den Wech­sel zur Volks­spra­che und die „Ver­schie­bung“ des Altars als „natür­lich posi­tiv“ und „not­wen­dig“. Der Sprach­wech­sel sei das „offen­sicht­lich­ste Zei­chen der kon­zi­lia­ren Reform“ gewe­sen. Eine Rück­kehr zum Latein hie­ße, der Evan­ge­li­sie­rung „wert­vol­le Ener­gien zu ent­zie­hen, indem man sich von nost­al­gi­schen Impul­sen lei­ten läßt“. Die damit ver­bun­de­nen „Sen­ti­men­ta­lis­men“ wür­den die Auf­merk­sam­keit auf „mar­gi­na­le Aspek­te“ len­ken. Es gehe dar­um, die „Beweg­grün­de wie­der­zu­ent­decken und zu ver­tie­fen, die die Bischö­fe des Zwei­ten Vati­ca­num gedrängt haben, eine Lit­ur­gie­re­form vor­an­zu­trei­ben“. Dazu sei­en „gro­ße Schrit­te“ voll­bracht wor­den, aber „es bleibt noch eine gro­ße Arbeit zu tun“, denn was vor­ge­se­hen war, wur­de „nicht immer umge­setzt“. Die Lit­ur­gie­re­form habe eine „evan­ge­li­sie­ren­de Kraft der Lit­ur­gie für die Kir­che von heu­te“ freigesetzt.

Das am 21. Febru­ar 2015 von der Tages­zei­tung La Stam­pa ver­öf­fent­lich­te Inter­view wur­de geführt anläß­lich einer vom Lit­ur­gi­schen Amt der Diö­ze­se Rom orga­ni­sier­ten Tagung zum 50. Jah­res­tag der ersten Zele­bra­ti­on von Paul VI. in der römi­schen Pfar­rei Ognis­an­ti, die nach der Lit­ur­gie­re­form von 1965 erfolgte.

Die Tat­sa­che, daß die Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen vom Kar­di­nal­vi­kar am 7. Okto­ber, dem Rosen­kranz­fest, erlas­sen wur­den, ver­leiht der Sache zusätz­lich einen unan­ge­neh­men Bei­geschmack. An die­sem Tag wur­de 1571 der Sieg in der See­schlacht von Lepan­to errun­gen, der für die Welt- und Kir­chen­ge­schich­te von beson­de­rer Bedeu­tung ist und daher gera­de in tra­di­tio­nel­len Kir­chen­krei­sen eine wich­ti­ge Rol­le spielt.

Text/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/Wikicommons/Diocesi di Roma (Screen­shots)

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6 Kommentare

  1. Das ist fast so barm­her­zig wie ein Islamist.
    Und es ist eine Auf­for­de­rung, dass tra­di­tio­nel­len Gemein­schaf­ten über Dif­fe­ren­zen hin­weg­se­hen und mit der FSSPX koope­rie­ren müs­sen. Ich schrei­be auch in der Hoff­nung, dass die Bischö­fe und Kar­di­nä­le der Tra­di­ti­on alle mit­ein­an­der so vie­le jün­ge­re und wür­di­ge Prie­ster zu Bischö­fen wei­hen, wie sie sel­ber sind, um die wah­re Kir­che, dem vati­ka­ni­schen Luthe­ris­mus zu entziehen.

  2. @Ungläubiger Katho­lik
    Mit Ihrer Schluss­fol­ge­rung „Und es ist eine Auf­for­de­rung, dass tra­di­tio­nel­le Gemein­schaf­ten über Dif­fe­ren­zen hin­weg­se­hen und mit der FSSPX koope­rie­ren müs­sen“, dürf­ten Sie den Nagel auf den Kopf getrof­fen haben.
    Alle Ent­wick­lun­gen in der Bezie­hung der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. zu Papst Fran­zis­kus seit den dubio­sen Gesprä­chen mit dem Vati­kan 2009 deu­ten dar­auf hin, dass die Pius­bru­der­schaft für den Papst eine ähn­lich Funk­ti­on hat, wie die India­ner­re­ser­va­te der US-Regie­rung ab etwa 1871 für die Urein­woh­ner Nordamerikas.
    Dar­auf deu­tet das Geheim­hal­te­ab­kom­men über die genau­en Gesprächs­in­hal­te zwi­schen der Pius­bru­der­schaft und Rom hin.
    Dar­auf deu­tet hin, dass die Pius­bru­der­schaft durch­weg von Tra­di­tio­nis Custo­dis zu pro­fi­tie­ren scheint.
    Dar­auf deu­tet die Rol­le von Bischof Vitus Huon­der hin, von dem im aktu­el­len Mit­tei­lungs­blatt der FSSPX Nr. 514 vom Novem­ber 2021 sogar berich­tet wird: „Bischof Vitus Huon­der berich­te­te kürz­lich in einem Inter­view, dass der Papst ihm gegen­über sehr posi­tiv [sic!] auf die Bru­der­schaft reagiert habe.“
    Wei­ter heißt es zu der rät­sel­haf­ten Andeu­tung Papst Fran­zis­kus, viel mit „ver­nünf­ti­gen Tra­di­tio­na­li­sten“ zusam­men­ge­ar­bei­tet [sic!] zu haben (unter ande­rem): „Er erin­nert viel­leicht auch an die Kon­tak­te, die Pater Chri­sti­an Bouch­a­court, damals Distik­t­o­be­rer in Bue­nos Aires und heu­te Zwei­ter Gene­ral­as­si­stent, mit Msgr. Ber­go­glio hat­te. Erin­nern wir uns dar­an, dass der spä­te­re Papst der Bru­der­schaft in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on gehol­fen hat, wofür wir mehr dank­bar sein müs­sen [sic!]. Ohne ihn wäre die Bru­der­schaft in Argen­ti­ni­en emp­find­lich getrof­fen wor­den. Den­ken wir aber auch an den Nut­zen für die Gläu­bi­gen, der in der ordent­li­chen Beicht­ju­ris­dik­ti­on und in der Ermög­li­chung der ordent­li­chen Fakul­tä­ten für die Ehe­schlie­ßun­gen liegt. (…) Eini­ge wer­den fra­gen: War­um? Es scheint ein Rät­sel. Aber wenn man bedenkt, dass die Prie­ster­bru­der­schaft „an der Peri­phe­rie“ arbei­tet, dass ihre Kle­ri­ker ein­deu­tig nicht nach welt­li­chen Zie­len oder kirch­li­chen Titeln stre­ben — alles Din­ge, die Fran­zis­kus ablehnt -, dann ist er viel­leicht bereit über ande­re „Pro­ble­me“ hin­weg­zu­se­hen. Er ist ein Mann der „Pra­xis“ [sic!]“ (Aus­zug aus dem Inter­view mit James Vogel, dem Pres­se­spre­cher der Bru­der­schaft in den USA, Sei­te 35)
    Für mich ist das alles kein Rätsel.

    • Der Ver­gleich mit den India­ner­re­ser­va­ten hinkt mei­nes Erach­tens lei­der nicht. Ich erin­ne­re mich auch, dass irgend­wer schrieb, der alte Ritus wür­de mit tra­di­tio­nis custo­des gleich­sam aus­ge­schli­chen, wie beim Abset­zen von Medikamenten.

  3. Anfang Okto­ber hat­te der Papst im Vati­kan dem Prä­si­den­ten der UN-Kli­ma­kon­fe­renz COP26, Alok Shar­ma, einen gemein­sa­men Kli­ma-Appell aller Welt­re­li­gio­nen über­reicht. Dar­in for­dern rund 40 Reli­gi­ons­füh­rer und Naturwissenschaftler.……
    Der Papst als Spre­cher aller? Weltreligionen?
    Es gibt nur eine Reli­gi­on, die apo­sto­lisch-katho­li­sche, die evan­ge­li­schen Chri­sten sind Kon­fes­sio­nen, die Juden haben den Mes­si­as nicht erkannt und alles ande­re sind Hei­den mit unter­schied­lich hef­ti­gen Aggres­sio­nen gegen die apo­sto­lisch-katho­li­sche Kirche.

    Wel­che Angst muss Papst Fran­zis­kus vor der Hei­li­gen Opfer­mes­se aller Zei­ten haben. Maria hat in Lepan­to gesiegt und vor Wien. Die Heil­ge Opfer­mes­se aller Zei­ten und fast aller Hei­li­gen ist offen­sicht­lich ein gro­ßes Hin­der­nis für den vati­ka­ni­schen Luthe­ris­mus, den vati­ka­ni­schen Isla­mis­mus, das vati­ka­ni­sche Frei­mau­rer­tum, die sich alle­samt im anti­christ­li­chen Haus des einen zusammenfinden.

    Papst Fran­zis­kus hat ein­mal gesagt, so war zu lesen, dass er umses­sen sei und immer wie­der sagt er, dass er um das Gebet für sich bit­tet. Gott möch­te, dass wir Ihn bit­ten, denn er will gern aus gött­li­cher Lie­be schen­ken, aber wir sol­len auch das unse­re dazu­tun. In der Hei­li­gen Schrift ist uns auch ein Bei­spiel gege­ben in der Per­son des unge­rech­ten Rich­ters. Hier hat der Rich­ter einer Frau nur deshlb ihr Recht ver­schafft, weil sie nicht auf­hör­te zu mah­nen „schaf­fe mir Recht“. Sind wir nicht beharr­lich genug? 

    Die „Schu­le von Bolo­gna“, das Päpst­li­chen Athen­ae­um Sant’Anselmo, die unter­wan­der­ten päpst­li­chen Aka­de­mien der Wis­sen­schaf­ten, die mei­sten Lai­en­ver­ei­ni­gun­gen — für die­se braucht man kei­ne Visi­ta­tio­nen mehr, die­se sind aus mei­ner Sicht sofort zu schließen.

    Wie wird denn die Ein­heit der Welt­kir­che abge­baut? Wir konn­ten gemein­sam auf der gan­zen Welt in latei­ni­scher Spra­che beten. Gesten und Kör­per­hal­tun­gen waren jedem ver­traut. Andäch­tig und ehr­furchts­voll näher­ten wir uns der Kom­mu­ni­on­bank, um knie­end und gläu­big den Leib des Herrn zu emp­fan­gen, nie­mals grif­fen unse­re unge­weih­ten Hän­de nach Ihm; Er hat sich in gro­ßer Barm­her­zig­keit vor unse­ren Augen in der gewan­del­ten Hostie ver­bor­gen, der Prie­ster berühr­te nach der Hei­li­gen Wand­lung mit Dau­men und Zei­ge­fin­ger nichts ande­res mehr, dass auch nicht das klein­ste Par­ti­kel, in dem der gan­ze Herr zuge­gen ist, her­un­ter­fal­len oder irgend­wo­an­ders als im Kelch sein kann, dafür wur­de auch die Pate­ne benutzt. Die Kelch­waesche wur­de geson­dert gewa­schen und das Wasch­was­ser in die Erde gege­ben, begra­ben. An unse­rem Platz in der Kir­che wie­der ange­kom­men, ver­bar­gen wir unser Gesicht in unse­ren Hän­den, wir woll­ten weder selbst abge­lenkt noch beob­ach­tet wer­den, bei die­sem intim­sten Augen­blick, wenn die See­le am Hoch­zeits­mahl des Lam­mes teil­nimmt. Das ist für mich akti­ve Teil­nah­me der Gläu­bi­gen am Hei­li­gen Geschehen.

  4. Die ver­bohr­ten Ideo­lo­gen sind am Ende schon immer bei einer for­ma­len Gewis­sens­prü­fung gelan­det, natür­lich einer nach ihrem Gusto.
    Wir Chri­sten hin­ge­gen, wir lan­den immer wie­der woan­ders: Bei der Nach­fol­ge Chri­sti. Das ist die apo­sto­li­sche und die der Kirche.
    Zwangs­so­zia­li­sie­run­gen aber sind das Werk des Teu­fels. Und man erkennt sei­ne Die­ner daran.

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