Papst Franziskus wird an der UN-Klimakonferenz in Glasgow teilnehmen

Von Paris nach Glasgow – Die Klimapolitik des Vatikans unter Papst Franziskus

Die UN-Klimakonferenz 2021 wird im November in Anwesenheit von Papst Franziskus in Glasgow stattfinden.
Die UN-Klimakonferenz 2021 wird im November in Anwesenheit von Papst Franziskus in Glasgow stattfinden.

(Rom) Papst Fran­zis­kus wird noch „eini­ge Tage“ im Kran­ken­haus blei­ben, hieß es gestern. Heu­te wur­de in der zehn­ten Pres­se­er­klä­rung zum Gesund­heits­zu­stand des Kir­chen­ober­haup­tes mit­ge­teilt, daß er „so bald wie mög­lich“ in den Vati­kan zurück­keh­ren wer­de. Unter­des­sen wur­de bekannt, daß Fran­zis­kus im kom­men­den Novem­ber an der dies­jäh­ri­gen UN-Kli­ma­kon­fe­renz im schot­ti­schen Glas­gow teil­neh­men wird – wenn die Gesund­heit es ihm erlaubt.

Die UN-Kli­ma­kon­fe­renz 2021 soll­te ursprüng­lich bereits 2020 statt­fin­den, wur­de aber wegen der Pseu­do­pan­de­mie rund um das Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 um ein Jahr ver­scho­ben. Ein wei­te­rer Grund für die Ver­ta­gung war die Hoff­nung, daß durch eine Abwahl von US-Prä­si­dent Donald Trump die glo­ba­li­sti­schen Kli­ma­zie­le leich­ter vor­an­ge­trie­ben wer­den könnten.

Vom 1. bis 12. Novem­ber wer­den sich in Glas­gow die Signa­tar­staa­ten der Kli­ma­rah­men­kon­ven­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen tref­fen. 197 Rechts­sub­jek­te haben die­se Kon­ven­ti­on unter­zeich­net (dar­un­ter die EU und die Cook-Inseln), die 1992 beim Welt­kli­ma­gip­fel in Rio de Janei­ro beschlos­sen wur­de. Seit 1995 fin­det jähr­lich eine Nach­fol­ge­kon­fe­renz statt, die ab der ersten, die in Ber­lin abge­hal­ten wur­de (COP1), durch­nu­me­riert wer­den. Die Glas­gower ist bereits die 26. UN-Kli­ma­kon­fe­renz, daher COP26 genannt.

Seit über 30 Jah­ren steht dahin­ter die unbe­wie­se­ne Annah­me, die Ver­wen­dung fos­si­ler Brenn­stof­fe durch den Men­schen wür­de zu einem nega­ti­ven Kli­ma­wan­del füh­ren, der – wie­der­um durch den Men­schen – bekämpft wer­den müs­se. Das ist der Grund, wes­halb der­zeit – da in Mit­tel­eu­ro­pa ein mil­der Som­mer herrscht – jeder Wald­brand auf ande­ren Kon­ti­nen­ten in den Nach­rich­ten­sen­dun­gen berich­tet wird, aus Gegen­den, wo sie seit eh und je Teil der Wirk­lich­keit sind. Die Absicht ist ähn­lich wie beim Coro­na­vi­rus: Es soll ein Angst­sze­na­rio erzeugt wer­den, um die Bevöl­ke­rung zu drän­gen, eine bereits an ande­rer Stel­le ver­ein­bar­te poli­ti­sche Agen­da zu akzep­tie­ren, die in die­ser Form anson­sten kaum akzep­tiert würde.

Im Novem­ber will Fran­zis­kus als erster Papst an der UN-Kli­ma­kon­fe­renz teil­neh­men. Die schot­ti­schen Bischö­fe bestä­tig­ten auf ihrer Inter­net­sei­te die Absicht des Kir­chen­ober­haup­tes, nach Schott­land kom­men zu wol­len, sofern es sei­ne Gesund­heit erlaubt.

Offi­zi­ell heißt es, die Ein­la­dung sei von den schot­ti­schen Bischö­fen aus­ge­spro­chen wor­den. In Wirk­lich­keit war der Ein­la­dung ein ent­spre­chen­der Wink durch das vati­ka­ni­sche Staats­se­kre­ta­ri­at vor­aus­ge­gan­gen. In der Erklä­rung der Schot­ti­schen Bischofs­kon­fe­renz heißt es, man wür­de „sich freu­en“, den Papst „in Glas­gow begrü­ßen zu können“.

Die COP26 wird von Groß­bri­tan­ni­en in Zusam­men­ar­beit mit Ita­li­en aus­ge­tra­gen. Der Bri­ti­sche Pre­mier­mi­ni­ster Boris John­son ernann­te sei­nen Mini­ster Alok Shar­ma zum Vor­sit­zen­den der Kli­ma­kon­fe­renz. Shar­ma, der 1967 in Nord­in­di­en gebo­ren wur­de und mit sei­ner Fami­lie spä­ter nach Groß­bri­tan­ni­en ein­wan­der­te, ist seit 2010 Unter­haus­ab­ge­ord­ne­ter der Kon­ser­va­ti­ven Par­tei und seit 2016 Mit­glied der bri­ti­schen Regie­rung. Sei­ne Frau ist Schwedin.

Die Kli­ma­kon­fe­renz dient vor allem zur Über­prü­fung, ob das auf der UN-Kli­ma­kon­fe­renz 2015 in Paris beschlos­se­ne 1,5‑Grad-Ziel wie ver­ein­bart erreicht wer­de und wel­che wei­te­ren Maß­nah­men zu des­sen Errei­chung not­wen­dig sei­en. Gemeint ist damit, den angeb­lich men­schen­ge­mach­ten glo­ba­len Tem­pe­ra­tur­an­stieg auf 1,5 Grad Cel­si­us zu beschränken.

Papst Franziskus führt die Kirche auf UNO-Kurs

Ein hal­bes Jahr vor der UN-Kli­ma­kon­fe­renz in Paris ver­öf­fent­lich­te Papst Fran­zis­kus sei­ne Öko-Enzy­kli­ka Lau­da­to si‘ und hol­te sich füh­ren­de Glo­ba­li­sten wie Jef­frey Sachs als Mit­glie­der der Päpst­li­chen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten in den Vati­kan. Seit­her unter­stützt der Hei­li­ge Stuhl die glo­ba­li­sti­sche Kli­ma-Agen­da. Als Gruß an die Pari­ser Kli­ma­kon­fe­renz ließ Fran­zis­kus die Fas­sa­de des Peters­doms am 8. Dezem­ber 2015 mit einer Licht­show bestrah­len und behaup­te­te: „Die Welt steht am Ran­de des Selbst­mor­des!“ (sie­he „Vater, ver­gib mir mei­ne… CO2-Emis­sio­nen“ – Der Papst und das Welt­kli­ma).

Zur UN-Kli­ma­kon­fe­renz 2016 (COP22) im marok­ka­ni­schen Mar­ra­kesch, die weni­ge Tage nach dem Wahl­sieg von Donald Trump eröff­net wur­de, ließ Papst Fran­zis­kus die Teil­neh­mer in einer Gruß­bot­schaft wis­sen, daß die­ser uner­wünsch­te Wahl­sieg ein „heik­ler Moment“ sei.

Wegen der Inhal­te einer eige­nen, im Vati­kan durch­ge­führ­ten Kli­ma­kon­fe­renz, die 2017 statt­fand, bezeich­ne­te Wolf­ram Schrems den Vati­kan als „Treib­haus tota­li­tä­rer Ideo­lo­gien“.

Zur UN-Kli­ma­kon­fe­renz 2018 (COP24) im ober­schle­si­schen Kat­to­witz ließ der Vati­kan wis­sen, daß sei­ne größ­te Sor­ge der Kli­ma­wan­del ist. Damals führ­te Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin die vati­ka­ni­sche Dele­ga­ti­on an, die sich in ihrer Schluß­er­klä­rung als Ein­peit­scher der UNO-Kli­ma­hy­ste­rie zeig­te. Kar­di­nal Paro­lin, der rang­höch­ste Staats­ver­tre­ter nach dem Papst, hat­te weni­ge Mona­te zuvor als erster Reprä­sen­tant des Hei­li­gen Stuhls an einer Bil­der­ber­ger-Kon­fe­renz teil­ge­nom­men. Eine Tür öff­net ande­re Türen.

2019 leg­te Fran­zis­kus sein Buch „Unse­re Mut­ter Erde“ vor, das als päpst­li­ches Gaia-Buch bekannt wur­de. Gegen den kirch­li­chen Kampf gegen den Kli­ma­wan­del erho­ben sich deut­li­che Stim­men, weil er „kei­ne See­le ret­tet“. In San­ta Mar­ta zeig­te man sich davon aller­dings nicht beein­druckt. Dem Main­stream der ton­an­ge­ben­den Krei­se wird ein­deu­tig der Vor­zug gegeben.

Die per­sön­li­che Anwe­sen­heit des Kir­chen­ober­haupts ist ein wei­te­rer Schritt zum ver­stärk­ten Gleich­schritt der Kir­che mit der UNO. Gre­ta Thun­berg war der zum Star gemach­te Gast der Kat­to­wit­zer UN-Kli­ma­kon­fe­renz. In Glas­gow wird Papst Fran­zis­kus der Star­gast sein. Dabei hat der Vati­kan weder die Kli­ma­kon­ven­ti­on noch die Kyo­to-Pro­to­kol­le oder das Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men unterzeichnet.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons (Screen­shot)

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1 Kommentar

  1. Wer oder was ver­hin­dert, daß intel­li­gen­te Men­schen ganz­heit­lich denken?
    Wir haben zwei wis­sen­schaft­li­che Bewei­se, die Gott als Schöp­fer des Uni­ver­sums zei­gen: Die Urknall-Theo­rie und Ste­phen Haw­kins. Die moder­ne Quan­ten­phy­sik weist auf einen gei­sti­gen Urgrund des Uni­ver­sums hin. Bei­de wer­den ignoriert.
    Gott hat in die Erde rie­si­ge Lager­stät­ten mit Koh­le, Gas und Erd­öl ein­ge­baut, damit wir nicht unse­re Wäl­der ver­hei­zen müs­sen. Das frei­ge­setz­te CO2 ermög­licht eine deut­li­che Begrü­nung der Welt, bringt höhe­re und qua­li­ta­tiv bes­se­re Ern­ten und ver­rin­gert so den Hun­ger. So wird zB die Saha­ra klei­ner, aber bei der Rie­sen­flä­che muß man halt genau hinschauen.
    Ich emp­feh­le den schma­len Band von Bru­no Machinek: Gott und die Welt der Quan­ten. Ich geste­he gern, daß mir die Vor­stel­lungs­kraft fehlt, um das ganz nach­voll­zie­hen zu kön­nen, aber der Schluß, den Ste­phen Haw­kins — zeit­le­bens schwan­kend zwi­schen Agno­sti­zis­mus und Athe­is­mus — nach all sei­nen Berech­nu­gen zie­hen muß, ist ein­deu­tig. Nur weil die Schöp­fung haar­ge­nau so ver­lau­fen ist, war sie auf den Men­sche hin gesteuert.

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