Der Klimawandel und das eigentliche Ziel dahinter — „Und schon wieder“ kehren die Neomalthusianer im Vatikan ein

Überbevölkerungsideologien tagen wieder im Vatikan
Überbevölkerungsideologien tagen wieder im Vatikan

(Rom) „Und schon wie­der“ hält Tho­mas Robert Mal­thus (1766–1834) Ein­zug im Vati­kan, so Ric­car­do Cascio­li, Chef­re­dak­teur der Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na. Vom 2.–4. Novem­ber fin­det im Vati­kan die näch­ste inter­na­tio­na­le Kli­ma­kon­fe­renz statt, um die glo­ba­le Gebur­ten­kon­trol­le zu fördern.

Radikalste Verfechter einer Bevölkerungsreduzierung gehen im Vatikan ein und aus

Anfang Novem­ber „wer­den erneut die radi­kal­sten Ver­fech­ter der Gebur­ten­kon­trol­le Her­ren“ im Vati­kan sein, so Cascio­li. Es scheint gera­de­zu über­flüs­sig, zu erwäh­nen, daß erneut Kuri­en­bi­schof Mar­ce­lo San­chez Soron­do, der „poli­ti­sche Arm“ von Papst Fran­zis­kus, der „Groß­mei­ster“ der Ver­an­stal­tung sein wird.

Papst Franziskus mit Marcelo Sanchez Sorondo (Mitte)
Papst Fran­zis­kus mit Mar­ce­lo San­chez Soron­do (Mit­te)

Offi­zi­ell beklei­det der Argen­ti­ni­er das Amt des Groß­kanz­lers der Päpst­li­chen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten und der Päpst­li­chen Aka­de­mie der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten.

Inof­fi­zi­ell ist er der Haupt­ak­teur zur Umset­zung der poli­ti­schen Agen­da von Papst Fran­zis­kus. Ver­gan­ge­ne Woche hielt er sich dazu in Peking auf, wo er das kom­mu­ni­sti­sche Regime als poten­ti­el­les „Modell“ für eine „Ant­wort“ auf die Her­aus­for­de­rung der Glo­ba­li­sie­rung zu loben.

Die Kli­ma­kon­fe­renz fin­det unter dem Mot­to “Health of Peop­le and Pla­net: Our Respon­si­bi­li­ty – Cli­ma­te Chan­ge, air pol­lu­ti­on and health“ (Gesund­heit der Men­schen, Gesund­heit des Pla­ne­ten und unse­re Ver­ant­wor­tung – Kli­ma­wan­del, Luft­ver­schmut­zung und Gesund­heit) statt.

Öko-Extremismus mit verborgener Zielsetzung

„Es han­delt sich um die idea­le Fort­set­zung“ des Work­shop vom 27. Febru­ar bis 1. März 2017 zum The­ma „Wie die natür­li­che Umwelt ret­ten, von der wir abhän­gen“. Wie schon damals ist „auch der Zugang zum Ver­an­stal­tungs­the­ma im Novem­ber ein Kind des Öko-Extre­mis­mus“, so Cascioli.

Kli­ma­ka­ta­stro­phen, Arten­ster­ben, Zer­stö­rung der Öko­sy­ste­me, weni­ge Jahr­zehn­te, die noch blei­ben, um den Kli­ma­wan­del zu ver­hin­dern, der für Tau­sen­de von Jah­ren kata­stro­pha­le Fol­gen haben wird. Das ist der Aus­gangs­punkt, wie er in der Ein­la­dung zur Novem­ber-Kon­fe­renz dar­ge­stellt wird. „Natür­lich ist das alles eine Fol­ge des Kli­ma­wan­dels, der durch die vom Men­schen ver­ur­sach­te Ver­schmut­zung“ aus­ge­löst wird und schäd­lich­ste Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heit der Men­schen und natür­lich des Pla­ne­ten hat. Dazu Cascioli:

„Bei all der Panik­ma­che sei es nicht ver­wun­der­lich, wenn in letz­ter Kon­se­quenz, die Sache der mensch­li­chen Ver­ant­wor­tung zu Ende gedacht, der Wunsch auf­kommt, die Mensch­heit aus­zu­rot­ten. Das ist genau das Gefühl, das durch das Schü­ren der Kata­stro­phen­stim­mung, pro­vo­ziert wer­den soll. Heu­te macht sich auch die katho­li­sche Kir­che – erst­mals in ihrer Geschich­te – zum Herold die­ser Hal­tung. Daher kann es auch nicht wirk­lich ver­wun­dern, daß als ‚Exper­ten‘ und Red­ner der von der Päpst­li­chen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten orga­ni­sier­ten Tagung, erneut eini­ge der füh­ren­den Ver­fech­ter einer glo­ba­len Poli­tik der Gebur­ten­kon­trol­le in den Vati­kan gela­den werden.“

Zum festen „Experten“-Stab gehört inzwi­schen Jef­frey Sachs, der Direk­tor des Earth Insti­tu­te an der Colum­bia Uni­ver­si­ty, der bereits Chef-Wirt­schafts­be­ra­ter der UNO war. Sachs ist ein über­zeug­ter Anhän­ger der Über­be­völ­ke­rungs­the­se. Die Kli­ma­wan­del-Ideo­lo­gie mach­te er sich, wie die gesam­te Strö­mung, zu eigen, um auf poli­ti­scher Ebe­ne Zwangs­maß­nah­men zur Gebur­ten­kon­trol­le durch­zu­set­zen, die natür­lich auch die Abtrei­bung mit einschließen.

Partha Dasgupta und die „optimale“ Weltbevölkerungzahl

Neben Jef­frey Sachs wird im Novem­ber auch Sir Par­tha Dasgupta als Red­ner auf­tre­ten. Der indi­sche Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler ist Mit­glied der Päpst­li­chen Aka­de­mie der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, aber auch Ver­tre­ter von Popu­la­ti­on Mat­ters, einer 1991 in Groß­bri­tan­ni­en gegrün­de­ten Orga­ni­sa­ti­on „für eine opti­ma­le Bevöl­ke­rung“. Des­halb hieß die Orga­ni­sa­ti­on zunächst auch Opti­mum Popu­la­ti­on Trust. Gemeint ist die Errei­chung einer angeb­lich „opti­ma­len“ Zahl an Men­schen, die die Welt bevöl­kern. Kri­ti­ker bezeich­nen die Zie­le von Popu­la­ti­on Mat­ters sar­ka­stisch als „Bevöl­ke­rungs­op­ti­mie­rung“, ein Ziel, das nur durch Zwang erreicht wer­den kann.

Partha Dasgupta und die "optimale" Weltbevölkerung
Par­tha Dasgupta und die „opti­ma­le“ Weltbevölkerung

Die „opti­ma­le“ Welt­be­völ­ke­rung liegt laut die­ser Orga­ni­sa­ti­on zwi­schen 2,7 und 5,1 Mil­li­ar­den Men­schen. Das bedeu­tet, daß die aktu­el­le Welt­be­völ­ke­rung um min­de­stens ein Drit­tel redu­ziert wer­den müß­te. Jeder zwei­te heu­te leben­de Mensch wird von Popu­la­ti­on Mat­ters als Feind der Mensch­heit und des Pla­ne­ten betrach­tet. Offi­zi­ell soll die „Bevöl­ke­rungs­op­ti­mie­rung“ durch Fami­li­en­pla­nung und Sexu­al­erzie­hung erfol­gen. Kon­kret wird jedoch eine Ver­hü­tungs- und Abtrei­bungs­men­ta­li­tät geför­dert. Wie die ange­streb­te Bevöl­ke­rungs­de­zi­mie­rung in Mil­li­ar­den­hö­he rea­li­stisch und ohne Mas­sen-Zwangs­maß­nah­men erreicht wer­den soll, wird von Popu­la­ti­on Mat­ters nicht gesagt, jeden­falls nicht öffent­lich. Erzwun­ge­ne Abtrei­bun­gen und Zwangs­ste­ri­li­sa­tio­nen, wie sie das kom­mu­ni­sti­sche Regime in der Volks­re­pu­blik Chi­na betrei­ben, oder gehei­me Mas­sen­ste­ri­li­sa­tio­nen, wie sie bereits in der Zwi­schen­kriegs­zeit in der Kari­bik durch­ge­führt wur­den und laut Anga­ben von ein­hei­mi­schen Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten auch in Afri­ka und Süd­asi­en betrie­ben wor­den sein sol­len, schei­nen gera­de­zu zwangs­läu­fi­ger Teil die­ser Gedan­ken­welt zu sein.

Chinas „Maximal-Zwei-Kinder-Politik“ als globales „Modell“?

Der Besuch des „poli­ti­schen Armes“ von Papst Fran­zis­kus in Peking könn­te auch dahin­ge­hend gedeu­tet wer­den, daß die zwangs­wei­se Ein-Kind-Poli­tik, die im kom­mu­ni­sti­schen Chi­na von 1979–2016 galt und nun von einer Maxi­mal-Zwei-Kin­der-Poli­tik abge­löst wur­de, in man­chen Krei­sen – neu­er­dings auch im Vati­kan – als glo­ba­les „Modell“ ange­se­hen wird.

Sanchez Sorondo in Peking
San­chez Soron­do ver­gan­ge­ne Woche in Peking

Popu­la­ti­on Mat­ters sieht bei­spiels­wei­se die „opti­ma­le“ Bevöl­ke­rungs­zahl für Groß­bri­tan­ni­en bei 22 Mil­lio­nen statt der aktu­ell fast 66 Mil­lio­nen. Die Orga­ni­sa­ti­on tritt als Lob­by­ist auf, der die bri­ti­sche Regie­rung drängt, mit Gesetz eine Maxi­mal-Zwei-Kin­der-Poli­tik ein­zu­füh­ren. Ange­sichts der ange­streb­ten Bevöl­ke­rungs­de­zi­mie­rung kann die Maxi­mal-Zwei-Kin­der-Poli­tik nur eine von meh­re­ren Zie­len sein. Alles was dem Gebur­ten­rück­gang nützt, wird von der Über­be­völ­ke­rungs­lob­by unter­stützt. Liest man die unter die­ser Prä­mis­se die Ereig­nis­se der ver­gan­ge­nen 60 Jah­re, zei­gen sich bestimm­te Ent­wick­lun­gen in einem ganz ande­ren Licht.

Die Stu­di­en von Dasgupta betref­fen genau die Errech­nung einer „opti­ma­len“ Ein­woh­ner­zahl für die Erde. Dafür wur­de er mit zahl­rei­chen Ehrun­gen ausgezeichnet.

Bei der Vati­kan-Kon­fe­renz im ver­gan­ge­nen Febru­ar hielt er zusam­men mit dem Über­be­völ­ke­rungs-Ideo­lo­gen Paul Ehr­lich einen Vor­trag. Ehr­lich ist der Autor des Buches „Die Bevöl­ke­rungs­bom­be“, die zum Mani­fest des Club of Rome wur­de. Alle von Ehr­lich behaup­te­ten Sze­na­ri­en und ange­kün­dig­ten Kata­stro­phen haben sich nicht bewahr­hei­tet. Da es um Ideo­lo­gie und nicht um Fak­ten geht, bedeu­te­te dies kei­nes­wegs das Ende sei­ner Kar­rie­re. Ganz im Gegen­teil. Mach­ten er und sei­nes­glei­chen bis­her einen wei­ten Bogen um den Vati­kan, der als Welt­macht des Lebens galt, haben Ehr­lich & Co. unter Papst Fran­zis­kus und sei­nem poli­ti­schen Fak­to­tum San­chez Soron­do Ein­zug im Vati­kan gehalten.

Ein wei­te­rer, beson­de­rer Gast ist Hans Joa­chim „John“ Schell­nhu­ber, der Grün­der des Pots­dam-Insti­tuts für Kli­ma­fol­gen­for­schung (PIK), einem der inter­na­tio­nal ein­fluß­reich­sten Insti­tu­te, die die men­schen­ver­ur­sach­te Erd­er­wär­mung behaup­ten. „Unver­geß­lich bleibt“, so Cascio­li, das Kata­stro­phen­sze­na­rio, das Schell­nhu­ber im Vati­kan zur Prä­sen­ta­ti­on der Öko-Enzy­kli­ka Lau­da­to si von Papst Fran­zis­kus vortrug.

Paradigmenwechsel im Vatikan: Kapitulation vor der weltlichen Macht

Wich­ti­ger als die­se Red­ner sei der Para­dig­men­wech­sel, der im Vati­kan gesche­hen sei, so Cascio­li, und für den maß­geb­lich Kuri­en­bi­schof San­chez Soron­do ver­ant­wort­lich zeich­net. Dazu stellt der Chef­re­dak­teur der Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na drei Über­le­gun­gen an:

1.) Die Päpst­li­chen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten und der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten waren gedacht, die wis­sen­schaft­li­che For­schung durch Ein­bin­dung inter­na­tio­na­ler Fach­leu­te unter­schied­li­cher Dis­zi­pli­nen zu för­dern, um der Kir­che Hilfs­mit­tel zur Mei­nungs­bil­dung und Ent­schei­dungs­fin­dung zur Hand zu geben. Unter der Lei­tung von San­chez Soron­do haben sich bei­de Aka­de­mien jedoch in Orga­ne ver­wan­delt, die eine zutiefst men­schen­feind­li­che, ideo­lo­gi­sche Agen­da ver­tre­ten. Es fin­det kei­ne ernst­haf­te, wis­sen­schaft­li­che Debat­te zu den The­men Öko­lo­gie, Kli­ma­wan­del und Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung statt, son­dern nur eine Indok­tri­nie­rung, mit der die Kir­che von ihrer über­lie­fer­ten Leh­re, die Gott und den Men­schen zum Mit­tel­punkt hat, ent­fernt wer­den soll.

Papst Franziskus nimmt an einer Akademiesitzung teil, vorne im Bild Bischof Sanchez Sorondo
Papst Fran­zis­kus nimmt an einer Aka­de­mie­sit­zung teil, links im Bild Bischof San­chez Sorondo

Die von den inter­na­tio­na­len Gre­mi­en und west­li­chen Regie­run­gen geför­der­ten Kli­ma­wis­sen­schaf­ten sind umstrit­ten. Tau­sen­de von Wis­sen­schaft­ler wider­spre­chen der Theo­rie von der men­schen­ver­ur­sach­ten Erd­er­wär­mung. Von ihnen fin­det sich aber nicht die klein­ste Spur bei den Kon­fe­ren­zen und in den Doku­men­ten der von San­chez Soron­do gelei­te­ten Päpst­li­chen Aka­de­mien. Seit 2000 ist Pro­fes­sor Anto­ni­no Zichi­chi, ein Wis­sen­schaft­ler — Phy­si­ker — von inter­na­tio­na­lem Ruf, Mit­glied der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, der die Glaub­wür­dig­keit der mathe­ma­ti­schen Rechen­mo­del­le radi­kal bezwei­felt, die von Schell­nhu­ber & Co. zur Vor­her­sa­ge des Welt­kli­mas ver­wen­det wer­den. Zichi­chi bezeich­ne­te die gesam­te Kli­ma­wan­del-Theo­rie, die von der UNO und zahl­rei­chen Regie­run­gen, dar­un­ter der deut­schen Bun­des­re­gie­rung, ver­tre­ten wird, als das, was man im Süden des deut­schen Sprach­rau­mes einen „Schmäh“ nennt, im Nor­den einen Schwin­del. Er wird aber seit Jah­ren geschnit­ten und hat kei­nen Ein­fluß auf die Orga­ni­sa­ti­on der Soron­do-Kon­fe­ren­zen. „Die­ser wirk­li­che Wis­sen­schaft­ler wür­de die gro­ße Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne in Fra­ge stel­len, die von der Cli­que, die Soron­do anführt, errich­tet wur­de“, so Cascioli.

2.) Es kann nicht unbe­ach­tet blei­ben, daß die radi­kal­sten Öko-The­sen unter stän­di­gen Ver­wei­sen auf die Öko-Enzy­kli­ka Lau­da­to si von Papst Fran­zis­kus ver­tre­ten wer­den. „Lei­der spie­gelt das Doku­ment von Papst Fran­zis­kus stark den Ein­fluß die­ser Grup­pe von zwei­fel­haf­ten Per­sön­lich­kei­ten wider, mit denen sich Msgr. Soron­do umge­ben hat, und in der demo­gra­phi­schen Fra­ge einen grund­sätz­li­chen Wider­spruch. Es stimmt zwar, daß sich die Enzy­kli­ka im Absatz 50 deut­lich gegen jene aus­spricht, die die öko­lo­gi­schen Pro­ble­me durch Gebur­ten­kon­trol­le lösen wol­len. Die Enzy­kli­ka sagt auch, daß „das demo­gra­phi­sche Wachs­tum mit einer ganz­heit­li­chen und soli­da­ri­schen Ent­wick­lung voll­kom­men kom­pa­ti­bel ist“. Dabei han­delt es sich aller­dings um ein Zitat aus dem Kom­pen­di­um der Sozi­al­leh­re der Kir­che, neben das eine Rei­he von pro­ble­ma­ti­schen Aus­sa­gen gestellt wur­de, etwa über die Ver­tei­lung der Bevöl­ke­rung nach Ter­ri­to­ri­um und Ressourcen.

„Das unge­lö­ste Pro­blem der Enzy­kli­ka liegt“, so Cascio­li, vor allem in einem Punkt: Wie kann man sich der Gebur­ten­kon­trol­le wider­set­zen, wenn man die Vor­aus­set­zun­gen für wahr hält, die sie recht­fer­ti­gen? „Mit ande­ren Wor­ten: Wenn es stimmt, daß der Mensch die Welt in die Ver­nich­tung führt; wenn es stimmt, daß wir schon seit vie­len Jah­ren mehr Res­sour­cen ver­brau­chen als eigent­lich vor­han­den sind; wenn es stimmt, daß der Bevöl­ke­rungs­druck (sei es an Zahl als auch an Kon­sum) für den Pla­ne­ten unver­tret­bar ist, wie kann man dann die Not­wen­dig­keit leug­nen, auf dra­sti­sche Wei­se zur Bevöl­ke­rungs­re­du­zie­rung ein­grei­fen zu müssen?“

„Das ist doch nur mehr ein Mora­lis­mus, der noch solan­ge auf­recht bleibt, als man sich an die Posi­ti­on erin­nert, die ursprüng­lich eigent­lich eine ganz ande­re war. Die­ser Mora­lis­mus ist dazu bestimmt, auf fata­le Wei­se weg­ge­fegt zu wer­den. In der Kir­che gibt es bereits jene, die in die­se Rich­tung arbeiten.“

Auch die von Papst Fran­zis­kus ein­ge­setz­te Kom­mis­si­on oder „Stu­di­en­grup­pe“ zur Über­ar­bei­tung der Enzy­kli­ka Huma­nae vitae rudert in die­se Rich­tung, da es dabei – und das ist kein Zufall – um die Ver­hü­tung geht.

3.) Damit ist noch ein wei­te­rer Aspekt ver­bun­den, der von Cascio­li nur gestreift wird, „aber eine Ver­tie­fung ver­die­nen wür­de“. Inner­halb von weni­gen Jah­ren fand ein Para­dig­men­wech­sel statt. Die Posi­ti­on der Kir­che, die sie zu glo­ba­len Fra­gen bei den inter­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen ver­tre­ten hat, wur­de umge­stürzt.  Der Hei­li­ge Stuhl lei­ste­te den Haupt­wi­der­stand beim Zyklus der inter­na­tio­na­len Kon­fe­ren­zen, die unter der Regie­rung von US-Prä­si­dent Bill Clin­ton zwi­schen 1992 und 1996 von der UNO zu Umwelt, Bevöl­ke­rung, Frau und Ernäh­rung orga­ni­siert wurden.

Überbevölkerungsmythos
Über­be­völ­ke­rungs­my­thos

Papst Johan­nes Paul II. und dem dama­li­gen Nun­ti­us bei der UNO, Kar­di­nal Rena­to Raf­fae­le Mar­ti­no, war völ­lig klar, was auf dem Spiel steht, näm­li­che die unver­letz­li­che Wür­de des Men­schen und der Fami­lie. Alle damals behan­del­ten The­men wur­den in inter­na­tio­na­le Akti­ons­plä­ne und mehr­jäh­ri­ge Plä­ne umge­gos­sen mit dem Ziel, die natür­li­che Fami­lie zu über­win­den, die auf der Ehe zwi­schen Mann und Frau gegrün­det ist, und der För­de­rung der Abtrei­bung und aller Mit­tel der Gebur­ten­kon­trol­le. Wer die Kir­che lei­te­te, dem war damals bewußt, daß es bei dem gan­zen Gere­de um Res­sour­cen­man­gel in Wirk­lich­keit um etwas ganz ande­res geht: um das zutiefst men­schen­feind­li­che Ziel einer Bevölkerungsreduzierung.

Seit 2000 wer­den 15-Jah­res­plä­ne beschlos­sen: 2000 die Mill­en­ni­ums-Ent­wick­lungs­zie­le, 2015 die Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung. Wäh­rend Papst Johan­nes Paul II. ent­schie­den gegen Fehl­ent­wick­lun­gen und ideo­lo­gi­sche Abir­run­gen auf­trat und die Vati­kan-Diplo­ma­tie dage­gen ein­setz­te, trat Papst Fran­zis­kus 2015 bei der Ver­ab­schie­dung der Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung als Fest­red­ner auf dem Welt­gip­fel auf.

Sanchez Sorondo: „Menschheit erlebt einen magischen Moment“

„Heu­te müs­sen wir unter dem Vor­wand des Kli­ma­wan­dels erle­ben, wie die Über­be­völ­ke­rungs­ideo­lo­gen, die ‚Fein­de‘ von einst, wie Ret­ter in der Not im Vati­kan emp­fan­gen und hofiert wer­den. Das ist ein Schau­spiel, das nach­denk­lich stim­men muß. Kuri­en­bi­schof Soron­do sag­te im Rah­men einer Tagung zum The­ma Umwelt und Ent­wick­lung an der Not­re Dame Uni­ver­si­ty von India­na (USA), was er Ende Juli an der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Valen­cia (Spa­ni­en) wie­der­hol­te, daß „die Mensch­heit einen magi­schen Moment erlebt, weil zum ersten Mal das Lehr­amt des Pap­stes, das dem Evan­ge­li­um folgt, mit dem Lehr­amt der Ver­ein­ten Natio­nen übereinstimmt“.

Die Wirk­lich­keit sieht anders aus, so Cascioli.

„Mit einem Blick auf die Geschich­te der ver­gan­ge­nen Jah­re kön­nen wir sagen, daß es sich nicht um eine Syn­er­gie han­delt, son­dern um eine Kapi­tu­la­ti­on des Hei­li­gen Stuhls vor der vor­herr­schen­den Kul­tur und vor der welt­li­chen Macht. Den Preis dafür wer­den die Ver­wund­bar­sten, die Schutz­lo­se­sten, die Ärm­sten, die unge­bo­re­nen Kin­der zu bezah­len haben, genau jene, die man vor­gibt zu schützen.“

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: PAS/MiL/Wikipedia/CCTN/Libertà  e Per­so­na (Screen­shots)

3 Kommentare

  1. Das ist lupen­rei­ne Kul­tur des Todes. Wenn man sich im Vati­kan schon Sor­gen um das Kli­ma macht, dann soll­te man im eige­nen Haus begin­nen und dafür sor­gen, daß es vom Rauch Satans, der immer mehr zum Him­mel stinkt, gesäu­bert wird. Das wäre doch ein The­ma für eine Kli­ma­kon­fe­renz, oder?

  2. „Alles was ent­steht, ist wert, dass es zugrun­de geht. Drum bes­ser wär‚s, dass nichts ent­stün­de“, lässt Goe­the den Teu­fel Mephi­sto­phe­les im „Faust“ sagen.

  3. Wenn die Prä­mis­sen schon falsch sind (Kli­malü­ge) wird auch die Schluss­fol­ge­rung ( Glo­ba­le Gebur­ten­kon­trol­le) falsch. Es könn­te so ein­fach for­mu­liert wer­den: wer sich Kin­der lei­sten kann, soll sie krie­gen, und wer nicht, soll erst die mate­ri­el­len Grund­la­gen für Nach­wuchs schaffen.

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