Viele Erwartungen an das nachsynodale Amazonas-Schreiben

Folgt auf die Amazonassynode der Amazonasritus?

Der „Amazonische Ritus“, und wie er sein soll.

(Bra­si­lia) Die Folha de São Pau­lo, die größ­te Tages­zei­tung Bra­si­li­ens und ganz Latein­ame­ri­kas, berich­te­te am 23. Dezem­ber, einen Tag vor Hei­lig­abend, über die „bestehen­den Erwar­tun­gen“ zum neu­en „Ama­zo­nas-Ritus“, den Papst Fran­zis­kus laut Ama­zo­nas­syn­ode ein­füh­ren soll.

Die Kir­che kennt als Haupt­ri­ten den ost­kirch­li­chen Byzan­ti­ni­schen Ritus und den west­kirch­li­chen Römi­schen Ritus. Dane­ben exi­stie­ren alte, ordens­ei­ge­ne und ört­li­che Riten wie der Ambro­sia­ni­sche Ritus in der Kir­chen­pro­vinz Mai­land, die im Lau­fe der Geschich­te ent­stan­den sind. Seit der Lit­ur­gie­re­form von 1969/1970, der soge­nann­ten „Bugni­ni-Reform“, sind die mei­sten die­ser Son­der­for­men, sowohl loka­ler als auch ordens­ei­ge­ner Aus­prä­gung, weit­ge­hend zugun­sten des Novus Ordo Mis­sae ver­drängt wor­den und fast ganz verschwunden.

Neu hin­zu­ge­kom­men ist 2009 der Angli­ka­ni­sche Ritus, den Bene­dikt XVI. den Angli­ka­nern gewähr­te, die in die Ein­heit mit Rom zurückkehren. 

Radi­ka­le Ein­grif­fe wur­den durch die Jahr­hun­der­te ver­mie­den, weil die Lit­ur­gie als kost­bar­ster, zu bewah­ren­der Schatz der kirch­li­chen Tra­di­ti­on gese­hen wur­de. Eine mas­si­ve Aus­nah­me stellt die Ein­füh­rung des Novus Ordo Ende der 60er Jah­re dar. Eine Wie­der­ho­lung in die­ser Wucht könn­te erneut bevorstehen. 

Anpassung und Adaptierung

Im Zuge der Ama­zo­nas­syn­ode wur­de die Schaf­fung eines neu­en, „Ama­zo­ni­schen Ritus“ ange­regt. Man­che Beob­ach­ter sto­ßen sich an der Künst­lich­keit des Pro­jekts. Der „Ama­zo­ni­sche Ritus“ wer­de als Kopf­ge­burt am grü­nen Tisch geschaf­fen. Eine Vor­ge­hens­wei­se, die bis zur Bugni­ni-Reform vor 50 Jah­ren der Kir­che fremd war. Ande­re bezwei­feln, daß es sich um eine lokal begrenz­te Son­der­form han­deln wer­de, da die Gemein­schaf­ten der Regen­wald-Indi­os durch Land­flucht schnell schwin­den, wäh­rend das größ­te Inter­es­se an der Ama­zo­nas­syn­ode von deut­scher Sei­te kommt.

InfoCatolca veröffentlichte dieses Bild mit der Beschriftung: Erste Klasse des Seminars für die neuen Gemeinschafts-Priester.
Info­Ca­tol­ca ver­öf­fent­lich­te die­ses Bild mit der Beschrif­tung: Erste Klas­se des Semi­nars für die neu­en Gemeinschafts-Priester.

Die bra­si­lia­ni­sche Tages­zei­tung stö­ren die­se Ein­wän­de nicht. Sie setz­te das The­ma sogar auf die Titel­sei­te mit der Über­schrift „Igre­ja pro­põe adap­ta­ção de mis­sa a rituais amazônicos”: 

„Die Kir­che schlägt die Anpas­sung der Mes­se an ama­zo­ni­sche Ritua­le vor.“

Der Arti­kel behan­delt die Erwar­tun­gen, die eini­ge mit der Schaf­fung eines „Ama­zo­ni­schen Ritus“ zur Zele­bra­ti­on der Mes­se ver­bin­den. Die Wei­chen dazu wur­den eben­so mit der Ama­zo­nas­syn­ode gestellt wie zur Auf­he­bung des prie­ster­li­chen Zöli­bats und zur Schaf­fung „neu­er Dien­ste“ für Frau­en in der Kir­che. Bei­de For­de­run­gen haben weni­ger mit dem Ama­zo­nas­becken zu tun, dafür um so mehr mit eini­gen west­li­chen Regio­nen, beson­ders mit dem deut­schen Sprach­raum.

Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis soll noch fol­gen­de Infor­ma­ti­on vor­aus­ge­schickt wer­den: Die Folha de São Pau­lo spielt in Bra­si­li­en die­sel­be Rol­le wie die New York Times in den USA. Wie das New Yor­ker Leit­or­gan des links­li­be­ra­len Estab­lish­ments US-Prä­si­dent Donald Trump bekämpft, so bekämpft das bra­si­lia­ni­sche Blatt Bra­si­li­ens Staats­prä­si­dent Jair Bol­so­na­ro. Reli­giö­se, beson­ders kirch­li­che The­men fin­den sel­ten Platz auf der Titel­sei­te, wenn doch, dann in einem instru­men­tel­len Sinn.

Die akzen­tu­iert poli­ti­sche Aus­rich­tung, die der Ama­zo­nas­syn­ode von den Orga­ni­sa­to­ren mit Bil­li­gung von Papst Fran­zis­kus gege­ben wur­de, lie­fer­te der Tages­zei­tung von São Pau­lo zahl­rei­che Muni­ti­on für ihr der­zei­ti­ges Haupt­an­lie­gen, die Bekämp­fung von Staats- und Regie­rungs­chef Bolsonaro. 

Laut dem seit 1921 erschei­nen­den Tag­blatt „erwar­tet die Kir­che die Anwei­sung des Pap­stes, um die Mes­se mit Riten der indi­ge­nen Kul­tur zu adaptieren“. 

Der Wunsch der Amazonas-Synodalen

Der ent­spre­chen­de Vor­schlag der Ama­zo­nas­syn­ode wer­de, so die Folha, von den Mis­sio­na­ren begrüßt, wäh­rend er „die Anthro­po­lo­gen besorgt“. Die Grün­de für die­se Sor­ge sind grund­ver­schie­den von jenen, die der­zeit gläu­bi­ge Katho­li­ken beunruhigen.

In den letz­ten vier Para­gra­phen des Syn­oden­schluß­do­ku­ments von Ende Okto­ber wur­de die Bit­te an Papst Fran­zis­kus ver­packt, einen eige­nen „Ama­zo­ni­schen Ritus“ ein­zu­füh­ren. Zur Begrün­dung wur­de auf das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil ver­wie­sen, das eine „Öff­nung“ der Kir­che für die „neu­en Zei­ten“ för­de­re. Die­se wer­de durch einen „lit­ur­gi­schen Plu­ra­lis­mus“ erreicht, wie die Mehr­heit der Syn­oden­vä­ter meint. Sie regen „Varia­tio­nen und Adap­t­atio­nen“ an, die den „indi­ge­nen Völ­kern“, gemeint sind die India­ner-Völ­ker, ent­spre­chen, denn die Lit­ur­gie habe auf die Kul­tur zu „reagie­ren“.

Es gehe dar­um, so die Mehr­heit der Syn­oden­vä­ter, eine „wahr­haft katho­li­sche Ant­wort“ auf die Bit­ten der Ama­zo­nas­ge­mein­schaf­ten zu geben, die Lit­ur­gie „anzu­pas­sen“ und dabei die ursprüng­li­che Welt­an­schau­ung, die Sym­bo­le und Riten „zu wür­di­gen“ und die „tran­szen­den­te, gemein­schaft­li­che und öko­lo­gi­sche Dimen­sio­nen zu umfas­sen“. Was mit „ursprüng­li­cher Welt­an­schau­ung“ gemeint sein dürf­te, erleb­te eine stau­nen­de und teils schockier­te Chri­sten­heit mit den Pach­a­ma­ma-Umtrie­ben, die sich nicht nur auf die Ama­zo­nas­syn­ode beschränk­ten, son­dern beim tra­di­tio­nel­len Weih­nachts­kon­zert am Hei­li­gen Abend aus dem Vati­kan eine Neu­auf­la­ge erlebten.

Eine so abstrak­te, ver­kopf­te und öffent­lich aus­ge­brei­te­te Kon­struk­ti­on eines Ritus, wie ihn auch die Folha schil­dert, dürf­te ein nie dage­we­se­ner Vor­gang in der Kir­che sein.

Am 26. Okto­ber wur­de die Ama­zo­nas­syn­ode abge­schlos­sen. Seit­her war­tet die Kir­che auf das nach­syn­oda­le Schrei­ben, mit dem Papst Fran­zis­kus die Ergeb­nis­se auf­grei­fen und für die Kir­che umset­zen will. Er kün­dig­te des­sen Ver­öf­fent­li­chung noch vor Jah­res­en­de 2019 an.

„In einigen Gemeinden gibt es bereits diesen Ritus“

Laut Folha de São Pau­lo gebe es „in eini­gen Gemein­den bereits die­sen Ritus“. 

Ohne neo­ko­lo­nia­li­sti­sche „Nach­hil­fe“ bestimm­ter Mis­sio­na­re, Mis­si­ons­or­den und Mis­si­ons­wer­ke wäre das frei­lich undenk­bar. Einer der bekann­te­sten ist der öster­rei­chi­sche Mis­si­ons­bi­schof Erwin Kräut­ler, der erklär­te, in sei­nen mehr als 50 Jah­ren im Ama­zo­nas nie einen Indio getauft zu haben. Kräut­ler ist damit kein Ein­zel­fall. Was gläu­bi­ge Katho­li­ken ent­setzt, damit brü­sten sich die Ver­fech­ter einer „Wür­di­gung der indi­ge­nen Kul­tu­ren“. Ihren gei­sti­gen Neo­ko­lo­nia­lis­mus betrei­ben sie unter dem Deck­man­tel einer radi­kal anti­ko­lo­nia­li­sti­schen Dialektik.

Ent­spre­chend ver­weist die Folha als Bei­spiel für Gemein­den, in denen es bereits einen „Ama­zo­ni­schen Ritus“ gebe, auf „einen ita­lie­ni­schen Mis­sio­nar, der seit 14 Jah­ren beim Volk der Ticu­na in der Nähe von Taba­tinga“ lebt. Der Kapu­zi­ner­pa­ter Pao­lo Maria Braghi­ni „bemüht sich, die Indio-Tra­di­tio­nen den Mes­sen einzuverleiben“.

Braghi­ni, der im Arti­kel zitiert wird, gibt zu: 

„Es ist schwer zu sagen, wie der ama­zo­ni­sche Ritus sein wird, weil jede Eth­nie eine Geschich­te, eine Kul­tur und eine Spra­che hat. Gene­rell sind die Ama­zo­nas-Völ­ker aber ein­fach. Sie ver­fü­gen über kei­ne Schrift­kul­tur. Unse­re Lit­ur­gie ist sehr wort­la­stig. Sie sind sehr prak­tisch veranlagt.“

Der Kapu­zi­ner nennt die Gesän­ge als Bei­spiel. Die Indio-Ritua­le „haben Gesän­ge von weni­gen Wor­ten, die sich vie­le Male wie­der­ho­len“, und das „mache sich die Lit­ur­gie zu eigen“, die von Braghi­ni in den von ihm betreu­ten Gemein­schaf­ten ein­ge­führt wur­de. Wor­te gebe es nur weni­ge, aber dafür sei jede Geste „hoch­sym­bo­lisch“. Eine beson­de­re Rol­le wür­den die Kör­per­be­ma­lun­gen spie­len, die mit der Far­be auf­ge­tra­gen wer­den, die aus dem Saft der Jeni­pa­po-Frucht gewon­nen wird. Die­se Bema­lun­gen müß­ten „zusam­men mit den wich­tig­sten Sym­bo­len der Eth­nie“ in die Lit­ur­gie ein­be­zo­gen wer­den, so Braghini.

„Lang­sam, lang­sam spü­ren die Indi­os, daß sie auf ihre Wei­se zele­brie­ren kön­nen“, so der Mis­sio­nar über die aktu­el­le Stimmung.

„Die Kirche muß sich zuerst amazonisieren“

Die Folha zitiert auch Bischof Erne­sto Rome­ro, den Apo­sto­li­schen Vikar von Tucu­p­i­ta in Vene­zue­la, der als Syn­oda­le an der Ama­zo­nas­syn­ode teil­nahm. Er erhofft sich vom nach­syn­oda­len Schrei­ben von Papst Fran­zis­kus „eine grö­ße­re Klar­heit“ über das, „was zu tun sei“. Die­ser habe „ver­spro­chen“, das Schrei­ben noch „vor Jah­res­schluß zu prä­sen­tie­ren“, wie der Bischof betont.

Riten hät­ten sich rund um eine Spra­che und eine eth­ni­sche Grup­pe ent­wickelt, so hin­ge­gen der Theo­lo­ge und Phi­lo­soph Fer­nan­do Alte­mey­er vom Reli­gi­ons­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tut der Päpst­li­chen Katho­li­schen Uni­ver­si­tät São Pau­lo (PUC-SP). Im Ama­zo­nas gebe es aber vie­le Eth­ni­en, Spra­chen und Iden­ti­tä­ten. Ein sol­ches „brei­tes, kul­tu­rel­les Kalei­do­skop“ kön­ne ein Ritus nicht wider­spie­geln. Dar­um, so Alte­mey­er, müs­se sich „die Kir­che zuerst ama­zo­ni­sie­ren“, um dann „von einem ama­zo­ni­schen Ritus oder ama­zo­ni­schen Riten“ spre­chen zu können.

Alte­mey­er ist nicht der ein­zi­ge Theo­lo­ge, der vor einer „kul­tu­rel­len Kolo­ni­sa­ti­on“ warnt. Dabei meint er aller­dings nicht den oben beschrie­be­nen Neo­ko­lo­nia­lis­mus pro­gres­si­ver, west­li­cher Kir­chen­krei­se, die päpst­li­chen Rücken­wind verspüren.

Pedro de Nie­mey­er, Pro­fes­sor für Indi­ge­ne Eth­no­lo­gie an der Uni­ver­si­tät von São Pau­lo (USP), ver­tritt einen anti­christ­li­chen „Anti­ko­lo­nia­lis­mus“. Er bezich­tigt die katho­li­sche Kir­che, „mit­ten im 21. Jahr­hun­dert einen Evan­ge­li­sie­rungs­pro­zeß“ zu betrei­ben „wie die Jesui­ten der ersten Tage der Kolo­nia­li­sa­ti­on“ im 16. Jahr­hun­dert. Als Bei­spie­le nennt er „Stra­te­gien“ der Text­über­set­zung in die Indio-Spra­chen und die Schaf­fung einer adap­tier­ten Lit­ur­gie, mit denen „der Glau­be und die christ­li­chen Wer­te über die indi­ge­nen Kul­tu­ren dar­über­ge­legt wer­den“ sol­len. Damit sage die Kir­che, so de Nie­mey­er, die Kul­tur der Indi­os sei „min­der­wer­tig und brau­che eini­ge exter­ne Ergän­zun­gen“. Laut dem Eth­no­lo­gen sol­le sich die Kir­che „auf Sozi­al­hil­fe und Gesund­heits­für­sor­ge beschränken“.

Für den Bra­si­lia­ner kön­ne die kirch­li­che Sozi­al­hil­fe für die Indi­os durch­aus „sehr wich­tig sein, beson­ders im aktu­el­len Kon­text der Ver­fol­gung und des Abbaus der staat­li­chen Poli­tik“, ein Sei­ten­hieb auf die neue Regie­rung von Bol­so­na­ro und ein Lob für des­sen sozia­li­sti­sche Vor­gän­ger­re­gie­run­gen. Die Kir­che sol­le aber von jeder Form „der ana­chro­ni­sti­schen und kolo­nia­li­sti­schen Pro­se­ly­ten­ma­che­rei“ absehen.

Mit einem eigenen Amazonas-Ritus „kann man besser an spezifische Fälle denken“

Nie­mey­ers Fach­kol­le­gin Mar­ta Amo­ro­so erwar­tet sich von der Kir­che hin­ge­gen mehr Ein­satz gegen die „Kli­ma­kri­se“: eine Unter­stüt­zung gegen „Abhol­zung“, gegen „Mega­pro­jek­te“ wie „Stau­däm­me“, „Erd­öl­för­de­rung“, „Berg­bau“, „Mono­kul­tu­ren“ und „Pri­va­ti­sie­rung der Wasserversorgung“.

Eine Adap­tie­rung der Lit­ur­gie begrüßt sie, denn sie sei Aus­druck einer „inkul­turier­ten Kir­che“, laut der die Lit­ur­gie imstan­de sein müs­se, das Geheim­nis Chri­sti in den „beson­de­ren Aus­prä­gun­gen der loka­len Kul­tu­ren auszudrücken“.

Jene Ticu­na, so Braghi­ni, die sich als prak­ti­zie­ren­de Katho­li­ken beken­nen, hät­ten sich von der Ama­zo­nas­syn­ode eine „Aner­ken­nung der Feh­ler der Ver­gan­gen­heit erhofft wie phy­si­sche Gewalt in katho­li­schen Inter­na­ten“, aber auch „Erzie­hungs­pro­gram­me“, die auf Akkul­tu­ra­ti­on beru­hen und den Indio-Spra­chen Rech­nung tra­gen sowie die Aner­ken­nung „des Ver­ständ­nis­ses und der Bräu­che der indi­ge­nen Völker“.

Ande­re, so die Folha, sei­en über­zeugt, daß nur durch die Ein­füh­rung eines „Ama­zo­ni­schen Ritus“ auch die­se ande­ren Pro­ble­me gelöst wer­den könn­ten. Die­ser Ansicht ist der Sale­sia­ner und Tuy­u­ka-Indio, P. Justi­no Sar­mi­en­to Rezen­de. Er war auch Syn­oda­le bei der Ama­zo­nas­syn­ode:

„Inner­halb eines spe­zi­fi­schen Ritus kann man bes­ser an spe­zi­fi­sche Fäl­le den­ken wie die Wei­he von ver­hei­ra­te­ten Prie­stern und die Schaf­fung von weib­li­chen Dia­ko­nen. Die­se The­men pas­sen nicht gut in den Römi­schen Ritus.“

Der Salesianer, Tuyuku und Synodale P.Sarmiento mit Papst Franzsiskus
Der Sale­sia­ner, Tuy­u­ka und Syn­oda­le P. Sar­mi­en­to mit Papst Franzsiskus

Der Sale­sia­ner ist erfreut dar­über, daß im Vati­kan ein eige­nes „Ama­zo­nas-Dikaste­ri­um“ errich­tet werde. 

„Es wird auch eine Ama­zo­nas-Kon­fe­renz geben, um alles zu kon­kre­ti­sie­ren, was bei der Syn­ode behan­delt wurde.“

Auch der Befrei­ungs­theo­lo­ge, füh­ren­de Ver­tre­ter der Indio-Theo­lo­gie und ehe­ma­li­ge Vor­sit­zen­de des Indi­ge­ni­sti­schen Mis­si­ons­ra­tes der Bra­si­lia­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, der Deut­sche Pau­lo Suess (Paul Gün­ther Süss), ist der Mei­nung, daß „ein Ama­zo­ni­scher Ritus wenig wäre“:

„Wir brau­chen Offen­heit für die Krea­ti­vi­tät der Gemein­schaf­ten, denen nur ein Rah­men gege­ben wer­den soll, der die­ser Krea­ti­vi­tät Frei­räu­me läßt.“

Der Folha-Arti­kel zeigt, daß in bestimm­ten Kir­chen­krei­sen hohe Erwar­tun­gen in das nach­syn­oda­le Schrei­ben von Papst Fran­zis­kus gesetzt wer­den, mit dem umge­setzt wer­den soll, was durch den „syn­oda­len Weg“ der Ama­zo­nas­syn­ode ange­sto­ßen wur­de, der wie­der­um von Fran­zis­kus ange­sto­ßen wur­de. Er ver­mit­telt einen Ein­druck, wie vie­le Ver­tre­ter der pro­gres­si­ven Rich­tung der­zeit in San­ta Mar­ta antichambrieren.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Folha de S. Pau­lo (Screen­shot)

4 Kommentare

  1. Zu Recht bekla­gen gebil­de­te Men­schen mit india­ni­scher Ama­zo­nas-Abstam­mung, dass mit dem anti­christ­li­chen „Ama­zo­nas-Syn­oden­pro­gramm“ allein auf Betrei­ben anti­ka­tho­li­scher euro­päi­scher Nicht-Mis­sio­na­re die indi­ge­nen Men­schen in ihrer unfrei machen­den heid­ni­schen Kul­tur, in die­sen ihren Fes­seln gebun­den blei­ben sol­len. Alle die so etwas betrei­ben, wol­len den Indi­ge­nen die Frei­heit, die Chri­stus allen Men­schen geschenkt hat und die Mög­lich­keit der Nach­fol­ge Christ, das Hei­lig­wer­den verweigern.
    Kul­tur ist von Men­schen gemacht, ist jeder­zeit ver­än­der­bar, Gott ändert sich nicht. Es ist ein gei­sti­ges und geist­li­ches Ver­bre­chen, die indi­ge­nen Men­schen in ihrer heid­ni­schen, nicht bil­den­den Kul­tur mit tri­ba­li­sti­scher Kör­per­be­ma­lung und man­tra­ar­ti­gen Wie­der­ho­lun­gen ein­zel­ner Wor­te, mit ihrem töd­li­chen Brauch­tum für Zwil­lin­ge, für Behin­der­te fes­seln zu wol­len, Ihnen alle Not­aus­gän­ge ver­sper­ren zu wol­len. Hier soll einer von vie­len Mul­ti-Kul­ti-Mul­ti-Reli-Zel­len zwangs­wei­se auf­ge­baut wer­den, die zu der Einen-Welt-Reli­gi­on führen.
    Gefor­dert wird, dass die Kir­che von jeder Form „der ana­chro­ni­sti­schen und kolo­nia­li­sti­schen Pro­se­ly­ten­ma­che­rei“ abse­hen sol­le, sie sol­le sich „auf Sozi­al­hil­fe und Gesund­heits­für­sor­ge beschrän­ken“, mehr Ein­satz gegen die „Kli­ma­kri­se“ und eine Unter­stüt­zung gegen „Abhol­zung“, gegen „Mega­pro­jek­te“ wie „Stau­däm­me“, „Erd­öl­för­de­rung“, „Berg­bau“, „Mono­kul­tu­ren“ und „Pri­va­ti­sie­rung der Was­ser­ver­sor­gung“ zei­gen. Für den Bra­si­lia­ner kön­ne die kirch­li­che Sozi­al­hil­fe für die Indi­os durch­aus „sehr wich­tig sein, beson­ders im aktu­el­len Kon­text der Ver­fol­gung und dem Abbau der staat­li­chen Politik“.
    Wie über­all auf der Welt sind also nicht der Erlö­ser Jesus Chri­stus und die von Ihm geschenk­ten Sakra­men­te zum ewi­gen Heil gefragt, son­dern der Glau­be an die Kli­ma­re­li­gi­on, das am Leben-Erhal­ten sozia­li­sti­scher und kom­mu­ni­sti­scher Regie­run­gen durch Über­nah­me der Voll­ver­sor­gung (Sozi­al­hil­fe, Gesund­heits­för­de­rung) ihrer Bür­ger durch die Lei­stungs­trä­ger flei­ßi­ger christ­li­cher Bür­ger ande­rer Staa­ten und Ver­hin­de­rung aller Pro­jek­te, die die Bil­dung und den Wohl­stand der Mas­sen för­dern könnten.

  2. Haha­ha: „Wir brau­chen Offen­heit für die Krea­ti­vi­tät der Gemein­schaf­ten, denen nur ein Rah­men gege­ben wer­den soll, der die­ser Krea­ti­vi­tät Frei­räu­me läßt.“

    Es ist eben wie bei den Gebo­ten: Die Abwei­chung vom Gebot soll nicht mehr als Sün­de, son­dern Krea­ti­vi­tät und Aus­druck der Viel­falt bezeich­net wer­den. Das ist II.Vatikanum pur.

    Ich fra­ge mich, wie­so man Indi­os z.B. den Alten Ritus nicht bei­brin­gen und erklä­ren kön­nen soll­te? Ja, weil es eben nicht gewollt ist. Der Alte Ritus ist Aus­druck der Rein­heit und Gebots­treue. Er ist trotz sei­nes Aus­drucks- und Wort­reich­tums so ein­fach zu ver­ste­hen, wie nur sonst was. 

    Wenn man die Gebo­te hal­ten will, und die­se gehö­ren zum uni­ver­sel­len Natur­recht, also in die Pflicht aller Men­schen, ver­steht man auch den Alten Ritus:

    Alles ist ein Sich-Rei­ni­gen, ein Auf­stei­gen, ein sich in das Licht und die Wahr­heit der Gott­heit stel­len, das Befol­gen der Gebo­te zum See­len­heil und schließ­lich die Aus­send­und in den Alltag.

    Ein­fa­cher geht es also wirk­lich nicht.

    Aber man will nicht das Ein­fa­che und Wah­re, will nicht den kla­ren unver­blüm­ten Blick auf die Wahr­heit; son­dern braucht die Tün­che, das Schau­spiel, die Viel­falt, das Verkomplizieren.

    Mehr kann ich in den neu­en Bestre­bun­gen um einen neu­en Ritus nicht sehen.

    • Die bis­he­ri­gen Riten inner­halb der katho­li­schen Kir­che waren histo­risch gewachsen.
      Allein der Ritus Novus Ordo, wie Novus ja rich­tig aus­sagt, ist ein neu­er künst­li­cher Ritus, ein Ritus, der den Men­schen in den Mit­tel­punkt stellt und ent­ge­gen dem Wil­len der Kon­zils­vä­ter, den noch gläu­bi­gen Rest­ka­tho­li­ken auf­ge­zwun­gen wur­de. Das geschah durch Fak­ten-schaf­fen nach und nach, damit das schla­fen­de Got­tes­volk mög­lichst nicht aufwacht:
      — Die Kom­mu­ni­onbän­ke wur­den ent­fernt, u.a. eine Dis­kri­mi­nie­rung älte­rer Men­schen, die Gott Selbst in der Hei­li­gen Eucha­ri­stie knie­end emp­fan­gen möch­ten, ohne sich auf einer Kom­mu­ni­on­bank abstüt­zen zu kön­nen aber nicht mehr auf­ste­hen können
      — Hei­li­gen­sta­tu­en wur­den ent­fernt, Knie­bän­ke wur­den ent­fernt, Pasto­ra­le Räu­me sind am Ent­ste­hen, wo doch die Zeit über dem Raum steht, was immer die­ses sprach­li­che Geschwur­bel auch hei­ßen mag
      — Volks­al­tä­re wur­den in der Regel in aller Häss­lich­keit vor die wun­der­schö­nen Hoch­al­tä­re gestellt, der Prie­ster gezwun­gen mit dem Rücken zum Herrn im Taber­na­kel zu zelebrieren
      — Volks­al­tä­re zwin­gen den Prie­ster wei­ter, sich in jeder Sekun­de sei­ner Zele­bra­ti­on, sei­ner Gebe­te beob­ach­ten zu las­sen, vie­le Prie­ster wur­den zum Show-Master — Andacht und Anbe­tung unmög­lich machend
      — Kom­mu­ni­on­hel­fer wur­den erfun­den, Lai­en, die mit unge­weih­ten Hän­den Chri­stus berüh­ren, die­se soll­ten sich ein­mal das Schick­sal von Usa im alten Testa­ment anse­hen, der als „Laie“ die Bun­des­la­de anfass­te, mit dem mensch­lich-guten Wil­len, die­se vom Abstür­zen zu bewah­ren, aber offen­sicht­lich gegen den Wil­len Got­tes, denn er fiel sofort tot um. Auch für Men­schen, die Gott Selbst in die Hand neh­men, soll­ten das Schick­sal von Usa betrach­ten — Got­tes­furcht, im Sin­ne von Erken­nen des unend­li­chen Abstan­des vom Men­schen zu Gott und des Emp­fan­gens und nicht des sich Neh­mens, wird schon lan­ge nicht mehr gelehrt, ist zusam­men mit dem Respekt vor den Eltern, Prie­stern und Leh­rern von der Erd­ober­flä­che ver­schwun­den. Das führt bei den Papst-Mas­sen-Mes­sen zur Wei­ter­ga­be des Eucha­ri­sti­schen Herrn von unge­weih­ten Hän­den zu unge­weih­ten Hän­den — wes­halb wohl gibt es die Patene?
      — das Gesang­buch wur­de mit anti­ka­tho­li­schen Stri­chen ver­ziert und haupt­säch­lich Lie­der auf­ge­nom­men, deren Gitar­ren­be­glei­tung man immer mit­hört, zum all­täg­li­chen Wohl­ge­fühl der Men­schen und nicht zum sonn­täg­li­che Loben und Prei­sen Gottes.
      und- der Prie­ster als Skla­ve sei­nes femi­ni­sti­schen Pfarr­ge­mein­de­ra­tes — in der Regel selbst­dar­stel­le­ri­scher Men­schen, die in der von Jesus hier­ar­chisch auf­ge­bau­ten Kir­che nichts, aber auch gar nichts zu sagen haben — und der Bischof als Skla­ve als Skla­ve sei­ner main­stream-poli­ti­schen Bischofs­kon­fe­renz, die eben­falls in der von Jesus hier­ar­chisch auf­ge­bau­ten Kir­che nichts, aber auch gar nichts zu sagen hat.

      Und jetzt der neue künst­li­che „Ama­zo­nas­ri­tus“ — mit Kör­per­be­ma­lung und Tanz, Rund­gän­gen um den Volks­al­tar und Hul­di­gung der Mut­ter Erde mit Holz­fi­gu­ren oder Pflan­zen­scha­len? Wor­an wer­den die Gläu­bi­gen erken­nen, dass der Prie­ster von einem in apo­sto­li­scher Suk­zes­si­on geweih­ten Bischof geweiht wur­de? Kann ein Bischof, der sich selbst Exkom­mu­ni­ziert hat, Prie­ster gül­tig weihen?

      Ganz beson­ders bekämpft wird aber der 2000-jäh­ri­ge Ritus der römisch-katho­li­schen Kir­che, der Ritus fast aller Hei­li­gen, der Ritus der Kir­chen­vä­ter, der wahr­haft Gläu­bi­gen, die aus einer Gemein­de von 1100 Gläu­bi­gen her­aus mit dem Bau des Ste­phans­doms in Wien began­nen. Heu­te wer­den bei Gemein­den mit 1100 Gläu­bi­gen, die Kir­chen geschlos­sen, ver­kauft. Woher kommt die­ser Hass der Bischö­fe auf die­sen Ritus? Satan will ihn nicht, das ist klar. Und — die­ser Ritus spal­tet nicht, wer oder was die Gemein­den spal­tet sind die poli­ti­schen Bischö­fe, der poli­ti­sche Papst, die Unhei­li­gen, die, die die Welt-Einheits„religion“ betreiben.

  3. Der links­öko­lo­gi­sche Life­style mit sei­ner Fixie­rung auf Migran­ten, Kli­ma­wan­del und sozia­ler Umver­tei­lung, der im Kir­chen-Estab­lish­ment immer domi­nan­ter wur­de, hät­te mit einem eige­nen „Ritus“ end­lich sei­nen krö­nen­den Abschluss gefun­den. In einem sol­chen, von Mit­tel­eu­ro­pä­ern für Mit­tel­eu­ro­pa kon­stru­ier­ten pseu­do-indi­ge­nen Ritus als „Kir­che sui iuris“ mit eige­nem Kir­chen­recht könn­te dann der Lebens­traum der kirch­li­chen 68er-Spät­le­se, die Ordi­na­ti­on ver­hei­ra­te­ter Män­ner (viri pro­ba­ti) zum Prie­ster­tum und die Zulas­sung von Frau­en (erst­mal) „zu einer Art Dienst“, ver­wirk­licht werden.

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