Die Amazonassynode, der Pachamama-Geist und der Geist des Elija

„Für das Seelenheil von Papst Franziskus beten und Wiedergutmachung leisten“

Papst Franziskus und die Pachamama-Religion, die in der katholischen Kirche etabliert werden soll. Im Bild erweist Franziskus Pachamama die Ehre (4.10.2019).
Papst Franziskus und die Pachamama-Religion, die in der katholischen Kirche etabliert werden soll. Im Bild erweist Franziskus der heidnischen Gottheit Pachamama die Ehre (4.10.2019).

Von Rober­to de Mattei*.

Was war die Ama­zo­nas­syn­ode und wohin wird sie uns füh­ren? Um die­se Fra­ge zu beant­wor­ten, genügt es mit Sicher­heit nicht, sich auf eine Ana­ly­se des Schluß­do­ku­ments zu beschrän­ken, das am 26. Okto­ber 2019 ver­ab­schie­det wur­de. Die pan-ama­zo­ni­sche Syn­ode ist Teil eines Pro­zes­ses, der in der Gra­dua­li­tät sei­ner Pha­sen und in sei­nem Kon­text – auch dem der Medi­en – gese­hen wer­den muß, um sein eigent­li­ches Ziel zu ver­ste­hen: die Neu­de­fi­ni­ti­on der Sakra­men­te und des hier­ar­chi­schen Prie­ster­tums; die Mög­lich­keit ver­hei­ra­te­te Män­ner zu Prie­stern und Frau­en zu Dia­ko­nin­nen zu wei­hen; vor allem aber die För­de­rung einer neu­en öko-indi­ge­nen Kos­mo­lo­gie und von Göt­zen­kul­ten in der katho­li­schen Kir­che.

Die zusam­men­hän­gen­den Pha­sen die­ses Pro­zes­ses, in denen jede Etap­pe die vor­her­ge­hen­de ver­stärkt und schon die näch­ste ankün­digt, sind fol­gen­de auf der Ebe­ne der in die­sen Mona­ten pro­du­zier­ten Doku­men­te:

  • das vor­be­rei­ten­de Syn­oden­do­ku­ment vom 8. Juni 2018;
  • das Instru­men­tum labo­ris der Syn­ode vom 17. Juni 2019;
  • das Schluß­do­ku­ment der Syn­ode vom 26. Okto­ber 2019;
  • und schließ­lich das nach­syn­oda­le Schrei­ben, des­sen Ver­öf­fent­li­chung von Papst Fran­zis­kus noch vor Jah­res­en­de ankün­digt wur­de – wesent­lich frü­her als erwar­tet.

Nicht min­der wich­tig ist der Kon­text, in dem die Syn­ode statt­fand. Das Schluß­do­ku­ment selbst unter­streicht im ersten Punkt die Bedeu­tung die­ses Aspekts mit dem Hin­weis, daß „vor der Syn­ode­nau­la eine bemer­kens­wer­te Anzahl von Men­schen aus der Ama­zo­nas­welt gegen­wär­tig war, die Unter­stüt­zungs­ak­tio­nen durch ver­schie­de­ne Akti­vi­tä­ten und Pro­zes­sio­nen orga­ni­sier­ten wie jene bei der Eröff­nung, die den Hei­li­gen Vater mit Lie­dern und Tän­zen vom Petrus­grab in die Syn­ode­nau­la beglei­te­te. Ein­druck mach­te die Via Cru­cis der Ama­zo­nas-Mär­ty­rer und eine mas­si­ve Prä­senz der inter­na­tio­na­len Medi­en.

Wir kön­nen daher von einem „Syn­oden­geist“ spre­chen, der über dem Ereig­nis schweb­te, wie zum Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil von einem „Kon­zils­geist“ die Rede ist, der die Ent­ste­hung der Doku­men­te beglei­te­te und den Inter­pre­ta­ti­ons­schlüs­sel dar­stellt. Das Sym­bol die­ses Ama­zo­nas­gei­stes war die Dar­stel­lung der Pach­a­ma­ma, der heid­ni­schen Göt­tin der Erde und der Frucht­bar­keit, die Papst Fran­zis­kus selbst gegen „Belei­di­gun­gen“ ver­tei­dig­te. Laut dem Schluß­do­ku­ment der Syn­ode besagt „die Ahnen­weis­heit der Völ­ker, daß die Mut­ter Erde ein weib­li­ches Gesicht hat“ (Nr. 101), und die Kir­che mit dem ama­zo­ni­schen Gesicht durch inter­re­li­giö­sen Dia­log mit den indi­ge­nen Reli­gio­nen und den Kul­ten afri­ka­ni­scher Her­kunft auf­ge­baut wird, die „es ver­die­nen, in ihren eige­nen Aus­drucks­for­men und ihrer Bezie­hung zum Wald und zur Mut­ter Erde bekannt und ver­stan­den zu wer­den“ (Nr. 25).

Pachamama: Ehrerbietung durch Papst Franziskus in den Vatikanischen Gärten
Ehr­er­bie­tung für Pach­a­ma­ma durch Papst Fran­zis­kus in den Vati­ka­ni­schen Gär­ten

Die Pach­a­ma­ma-Figur, die Mut­ter Erde der india­ni­schen Bevöl­ke­rung, hat­te ihr erstes Auf­tre­ten am 4. Okto­ber in den Vati­ka­ni­schen Gär­ten, am Vor­abend der Syn­oden­er­öff­nung im Rah­men einer Zere­mo­nie, an der Papst Fran­zis­kus sowie Kar­di­nä­le und Bischö­fe teil­nah­men, deren voll­stän­di­ge Video­auf­zeich­nung nach­ge­se­hen und über­prüft wer­den kann.

Am 7. Okto­ber wur­de der Fetisch in Pro­zes­si­on in den Peters­dom getra­gen, wo er eine neue Ehrung durch den Papst und die Syn­oden­vä­ter erhielt. Der deutsch-bra­si­lia­ni­sche Theo­lo­ge Pau­lo Suess, einer der zen­tra­len Bau­mei­ster der Syn­ode, sag­te: „Auch wenn es ein heid­ni­scher Ritus gewe­sen wäre, dann han­delt es sich trotz­dem um einen Got­tes­dienst. Ein Ritus hat immer etwas mit Got­tes­dienst zu tun. Das Heid­ni­sche kann man nicht abtun als nichts.“

Die Sta­tu­et­ten der Pach­a­ma­ma wur­den dann in der Kir­che San­ta Maria in Tras­pon­ti­na auf­ge­stellt, wo jeden Tag ein magi­scher Ritus statt­fand. der als „Momen­te der Ama­zo­nas-Spi­ri­tua­li­tät“ bezeich­net wur­de.

Am 19. Okto­ber tauch­te die Pach­a­ma­ma im blas­phe­mi­schen Ama­zo­nas-Kreuz­weg auf, der unter ande­rem in Anwe­sen­heit von Kar­di­nal Pedro Bar­re­to, des stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den des Pan-Ama­zo­ni­schen Kir­chen­netz­werks REPAM statt­fand, das alle die­se unheil­vol­len Ver­an­stal­tun­gen orga­ni­sier­te.

Am 21. Okto­ber schließ­lich betra­ten eini­ge muti­ge Katho­li­ken die pro­fa­nier­te Kir­che, ent­fern­ten die heid­ni­schen Pach­a­ma­ma-Figu­ren und war­fen sie in den Tiber. Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler sag­te dazu:

„Der gro­ße Feh­ler war es, die Göt­zen in die Kir­che zu brin­gen, nicht, sie zu ent­fer­nen, weil Göt­zen­dienst nach dem Gesetz Got­tes – dem Ersten Gebot – eine schwe­re Sün­de ist und nicht mit der christ­li­chen Lit­ur­gie ver­mischt wer­den darf. (…) Sie hin­aus­zu­wer­fen, kann gegen das mensch­li­che Gesetz ver­sto­ßen, aber Göt­zen­bil­der in die Kir­che zu brin­gen, war eine schwe­re Sün­de, ein Ver­bre­chen gegen das Gött­li­che Gesetz.“

Als Papst Fran­zis­kus aber am 25. Okto­ber in der Syn­ode­nau­la sprach, als wür­de er auf Kar­di­nal Mül­ler ant­wor­ten, sag­te er, nicht durch die Pro­fa­nie­rung belei­digt wor­den zu sein, son­dern durch jene, die die Schän­dung been­det haben:

„Guten Tag, ich möch­te ein Wort zu den Sta­tu­en der Pach­a­ma­ma sagen, die aus der Kir­che in der Tras­pon­ti­na ent­fernt wur­den, die dort ohne göt­zen­die­ne­ri­sche Absich­ten waren, und in den Tiber gewor­fen wur­den. Zual­ler­erst: Das ist in Rom pas­siert, und als Bischof der Diö­ze­se bit­te ich die Men­schen um Ver­zei­hung, die durch die­se Geste belei­digt wur­den.“

Einer der weni­gen Bischö­fe, die heu­te den Mut haben, die Wahr­heit zu sagen, Msgr. Atha­na­si­us Schnei­der, erklär­te statt­des­sen:

„Die ehr­li­che, christ­li­che Reak­ti­on auf den Tanz um die Pach­a­ma­ma – das neue gol­de­ne Kalb – im Vati­kan soll­te in einem wür­di­gen Pro­test, einer Kor­rek­tur die­ses Irr­tums und vor allem in Hand­lun­gen der Wie­der­gut­ma­chung bestehen. Mit Trä­nen in den Augen und auf­rich­ti­gem Schmerz im Her­zen soll­ten Gott Für­bit­te und Wie­der­gut­ma­chung gelei­stet wer­den für das ewi­ge See­len­heil von Papst Fran­zis­kus, dem Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden, und für das Heil jener katho­li­schen Prie­ster und Gläu­bi­gen, die ähn­li­che, von der Gött­li­chen Offen­ba­rung ver­bo­te­ne Kult­hand­lun­gen began­gen haben.“

Der Pach­a­ma­ma-Kult ver­dun­kelt, oder bes­ser, taucht die Syn­oden­for­de­run­gen in ein Zwie­licht:

  • der Vor­schlag „geeig­ne­te und von der Gemein­schaft aner­kann­te Män­ner zu Prie­stern zu wei­hen, die ein gewinn­brin­gen­des, stän­di­ges Dia­ko­nat haben und eine ange­mes­se­ne Aus­bil­dung für das Prie­ster­tum erhal­ten und eine recht­mä­ßig gebil­de­te Fami­lie haben kön­nen“ (Nr. 111);
  • die For­de­rung, ein neu­es Amt für „weib­li­che Gemein­de­lei­ter“ ein­zu­rich­ten (Nr. 102)
  • und das Motu Pro­prio Mini­stria Qua­e­dam von Paul VI.  über den Zugang von Frau­en zu Frau­en­äm­tern zu über­den­ken, um so mehr, da in vie­len Syn­oden­be­ra­tun­gen „das stän­di­ge Dia­ko­nat für Frau­en gefor­dert wur­de“ (Nr. 103).

Zu die­sem Punkt erklär­te Papst Fran­zis­kus in sei­ner Abschluß­re­de, er wol­le die „Her­aus­for­de­rung“ der Syn­oden­vä­ter anneh­men, die Dis­kus­si­on über das Frau­en­dia­ko­nat wie­der­auf­zu­neh­men, nach­dem die von ihm 2016 errich­te­te Kom­mis­si­on nach zwei Arbeits­jah­ren zu kei­nem Ergeb­nis gekom­men ist.

Ehrerbiertung durch Papst Franziskus für Pachamama im Petersdom (6.10.2019)
Ehr­er­bie­tung für Pach­a­ma­ma durch Papst Fran­zis­kus im Peters­dom (6.10.2019)

Zu den Vor­schlä­gen der Bischö­fe, die Papst Fran­zis­kus in offi­zi­el­le Bestim­mun­gen umgie­ßen soll, gehö­ren zudem:

  • die „Aus­ar­bei­tung eines ama­zo­ni­schen Ritus“ (Nr. 119)
  • und die Defi­ni­ti­on einer neu­en Sün­de: der „öko­lo­gi­schen“, samt der Errich­tung eines öko­so­zia­len, pasto­ra­len Beob­ach­tungs­stel­le und eines mit ihr ver­bun­de­nen Ama­zo­nas-Amtes.

Die Ama­zo­nas­syn­ode wur­de in Rom und nicht im Ama­zo­nas abge­hal­ten, um ihren Vor­schlä­gen, For­de­run­gen und Ent­schei­dun­gen welt­wei­tes Gewicht zu geben. Papst Fran­zis­kus wird die kon­kre­te Umset­zung der Neue­run­gen wie­der den Bischofs­kon­fe­ren­zen über­las­sen, und die deut­schen Bischö­fe wer­den die Rol­le des Weg­be­rei­ters bei der Schaf­fung einer neu­en Kir­che mit ama­zo­ni­schem Gesicht über­neh­men, die nichts ande­res als die Pach­a­ma­ma-Kir­che oder viel­mehr die göt­zen­die­ne­ri­sche Pach­a­ma­ma-Reli­gi­on sein wird, die in der einen Kir­che Chri­sti eta­bliert wird.

Alles wur­de nun ent­hüllt. Es ist der Moment gekom­men, daß dem Pach­a­ma­ma-Geist in der Kir­che jener des hei­li­gen Pro­phe­ten Eli­ja ent­ge­gen­ge­setzt wird.

*Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017.

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Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na

1 Kommentar

  1. Auf die­sem Bild sind rechts unten neben dem höl­zer­nen Göt­zen­bild zwei Scha­len zu sehen, von denen eine die­je­ni­ge ist, die von Papst Fran­zis­kus als letz­tes beim Opfer­gang ent­ge­gen­ge­nom­men wur­de und danach auf den Altar gesellt wur­de. Die höl­zer­nen Din­ger waren wohl doch zu auf­fäl­lig, aber Göt­zen­kult muss­te offen­sicht­lich sein.

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