Die Mission, wo seit 53 Jahren nicht mehr getauft wird

Der Missionsauftrag nach „Pachamama“

Wer ist der Missionar von heute? Die neuheidnische „Mutter Erde“-Göttin wird durch den Petersdom getragen, vorne und seitlich ein Bischof, dahinter ein Kardinal.
Wer ist der Missionar von heute? Die neuheidnische „Mutter Erde“-Göttin wird durch den Petersdom getragen, vorne und seitlich ein Bischof, dahinter ein Kardinal.

Von Cri­sti­na Sic­car­di*

Es wur­de bereits dar­über gespro­chen, daß am Sakra­ment der Tau­fe, dem ersten Schritt der Bekeh­rung zum Chri­sten­tum, bei der Ama­zo­nas­syn­ode kein Inter­es­se bestand. Die­se absur­de Wirk­lich­keit unse­rer Zeit, in der die Tau­fe in der Pra­xis zur blo­ßen Deko­ra­ti­on gewor­den scheint, die je nach Bedarf  ange­wandt oder weg­ge­las­sen wird, bezeugt die Catri­ma­ni-Mis­si­on der Con­so­la­ta-Mis­sio­nen.

Das ruhm­rei­che Insti­tutum Mis­si­o­num a Con­so­la­ta (IMC) wur­de vom seli­gen Giu­sep­pe Allama­no (1851–1926) gegrün­det, des­sen Onkel der hei­li­ge Joseph Cafas­so und des­sen Leh­rer der hei­li­ge Johan­nes Bos­co war. Die Catri­ma­ni-Mis­si­on des IMC befin­det sich in der grenz­na­hen Regi­on im Süden Vene­zue­las und der bra­si­lia­ni­schen Bun­des­staa­ten Ama­zo­nas und Rorai­ma. Die Mis­si­onsta­ti­on, die der­zeit von Pater Cor­ra­do Dal­mo­le­go gelei­tet wird, befin­det sich in der Nähe des gleich­na­mi­gen Flus­ses, in dem die Yano­ma­mi leben, ein ani­mi­sti­scher Indio-Stamm. Dal­mo­le­go ist seit elf Jah­ren an die­sem Ort und reprä­sen­tiert wohl am besten die Art von „inte­gra­ler und öko­lo­gi­scher Umkehr“, die Papst Fran­zis­kus bei der Ama­zo­nas­syn­ode for­der­te.

Er betrach­tet die Yano­ma­mi als Trä­ger von beson­de­ren Wer­ten, da ihre reli­giö­sen Über­zeu­gun­gen Kul­tur sind, näm­lich „Erfah­rung ihrer eige­nen Reli­gio­si­tät und Spi­ri­tua­li­tät“. Er glaubt, daß sie „der Kir­che hel­fen kön­nen, sich von Mustern und men­ta­len Struk­tu­ren zu rei­ni­gen, die über­holt oder unge­eig­net sind“, und der Kir­che auch dabei hel­fen kön­nen, „die Welt zu ver­tei­di­gen“, um „eine inte­gra­le Öko­lo­gie auf­zu­bau­en“ und „Brücken zu schla­gen zwi­schen dem  tra­di­tio­nel­le und dem moder­nen, öko­lo­gi­schen Bewußt­sein der west­li­chen Gesell­schaft“.

Laut die­sem „Mis­sio­nar“ im Gleich­schritt mit den ‚Zei­chen der Zeit‘ wird die Kir­che selbst von den Yano­ma­mi durch die „Erfor­schung von Scha­ma­nis­mus, Mytho­lo­gien, unter­schied­li­chen Erkennt­nis­se, Visio­nen der Welt und Visio­nen Got­tes“ berei­chert, denn der inter­re­li­giö­se Dia­log hilft „Mis­sio­na­ren“, die „Essenz unse­res oft von Orna­men­ten und kul­tu­rel­len Tra­di­tio­nen ver­deck­ten Glau­bens zu ent­decken“. Die Indi­os kön­nen, so Dal­mo­le­go, auch den „Gott der Wei­ßen“ anru­fen, indem sie sich etwas ande­res aneig­nen, aber ohne auf ihre Tra­di­tio­nen zu ver­zich­ten. „Das kann einer­seits als Syn­kre­tis­mus oder Rela­ti­vis­mus bezeich­net wer­den“, aber ande­rer­seits, wer könn­te sagen, daß sie falschlie­gen? Die Kir­che sei nicht län­ger ein Rich­ter dar­über, was wahr und was falsch ist. Sie hat die Herr­lich­keit Got­tes, die christ­li­che Zivi­li­sa­ti­on und das ewi­ge See­len­heil auf­ge­ge­ben. In der Tat sagt Pater Dal­mo­le­go: „Wir besit­zen nicht die Wahr­heit“,  und wenn die Kir­che nicht mehr die vom mensch­ge­wor­de­nen Sohn Got­tes geof­fen­bar­te Wahr­heit besitzt, ist jede Mei­nung gleich gül­tig, auch die der Ama­zo­nas-India­ner.

Pater Dal­mo­le­go ist dort bei den Yano­ma­mi, um Ideen aus­zu­tau­schen, um sich mit ihnen zu soli­da­ri­sie­ren, um ihnen bei ihren Bedürf­nis­sen nach Nah­rung und Gesund­heit zu hel­fen, aber nicht um ihnen die Fro­he Bot­schaft des Erlö­sers zu ver­kün­den. Er ist dort, um – wie er selbst sagt – „eine Mis­si­on der Prä­senz und des Dia­logs“ auf­recht­zu­er­hal­ten, in der seit 53 Jah­ren nie­mand mehr getauft wur­de.

Schmutz, Unord­nung, man­geln­de Hygie­ne, Nackt­heit, Pro­mis­kui­tät sind die Merk­ma­le die­ser Men­schen mit noma­di­schem Geist. Mit dem Ein­tritt in die Puber­tät begin­nen die Män­ner des Stam­mes, meh­re­re Frau­en zu haben, ein­schließ­lich sehr jun­ger. Män­ner inha­lie­ren regel­mä­ßig hal­lu­zi­no­ge­ne Pul­ver pflanz­li­chen Ursprungs (Pip­ta­de­nia, Viro­la usw.), die sie Epenà nen­nen. Sie tun das, um mit den ewi­gen Gei­stern (Hekurà) von Tie­ren, Pflan­zen und Natur­phä­no­me­nen in Kon­takt zu kom­men. Der Kon­sum von Epenà ist Teil des magi­schen Ritu­als, um die Gei­ster zu rufen und sie in ihren Kör­per ein­drin­gen zu las­sen. Scha­ma­nen ver­wen­den es auch bei Heil­ri­tua­len, um eine Krank­heit durch Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Gei­stern zu „dia­gno­sti­zie­ren“.

Kinds­mord ist eine Pra­xis, die bei den Yano­ma­mi ver­wur­zelt ist. Die Mut­ter ent­schei­det, ob sie ihr Neu­ge­bo­re­nes annimmt oder das Kind getö­tet wird, indem es leben­dig begra­ben wird. Kinds­mord eli­mi­niert Kin­der, die mit Miß­bil­dun­gen oder dem „fal­schen“ Geschlecht gebo­ren wer­den, da männ­li­che Erst­ge­bo­re­ne bevor­zugt sind. Wenn Zwil­lin­ge gebo­ren wer­den, darf nur ein Geschwi­ster­chen leben. Ein Mäd­chen hat von vor­ne­her­ein ver­lo­ren. Wenn bei­de männ­lich sind, wird der schwä­che­re getö­tet. Der Zwil­lings­mord fin­det statt, um die gleich­zei­ti­ge Betreu­ung von zwei Kin­dern zu ver­mei­den.

Ein ande­rer ihrer schreck­li­chen Bräu­che ist der ritu­el­le Kan­ni­ba­lis­mus: Sie ernäh­ren sich von der Asche der Kno­chen eines toten Ver­wand­ten, weil sie glau­ben, daß die Lebens­en­er­gie des Ver­stor­be­nen dar­in wohnt und auf die­se Wei­se wie­der in die Fami­li­en­ge­mein­schaft inte­griert wird. Wenn die krie­ge­ri­schen Yano­ma­mi einen Geg­ner auf feind­li­chem Gebiet töten, prak­ti­zie­ren sie die­sel­be Form des Kan­ni­ba­lis­mus mit der Absicht, sich selbst zu rei­ni­gen.

Hat nie­mand mehr die Absicht, die­sen Men­schen zu erklä­ren, wer die Hei­li­ge Drei­fal­tig­keit ist und was die christ­li­che Zivi­li­sa­ti­on ist?

Es gibt eth­ni­sche Grup­pen wie die Yano­ma­mi, die hart­näckig an ihrem ani­mi­sti­schen Glau­ben fest­hal­ten. Es ist nicht leicht, sie für die Tau­fe zu gewin­nen. Aber nichts­de­sto­trotz kann nicht auf Chri­stus und Sei­ne Braut, die Kir­che, ver­zich­tet wer­den, um sich statt­des­sen von die­sen Grup­pen beleh­ren zu las­sen. So hält es aber die Kir­che mit dem „viel­ge­stal­ti­gen“ Gesicht, im kon­kre­ten Fall mit einem ama­zo­ni­schen, die Aus­druck der Apo­sto­li­schen Ermah­nung Evan­ge­lii gau­di­um von Papst Fran­zis­kus ist:

„115. Die­ses Volk Got­tes nimmt in den Völ­kern der Erde Gestalt an, und jedes die­ser Völ­ker besitzt sei­ne eige­ne Kul­tur. Der Begriff der Kul­tur ist ein wert­vol­les Instru­ment, um die ver­schie­de­nen Aus­drucks­for­men des christ­li­chen Lebens zu ver­ste­hen, die es im Volk Got­tes gibt. […] Die Gna­de setzt die Kul­tur vor­aus, und die Gabe Got­tes nimmt Gestalt an in der Kul­tur des­sen, der sie emp­fängt. […] In den christ­li­chen Aus­drucks­for­men eines evan­ge­li­sier­ten Vol­kes ver­schö­nert der Hei­li­ge Geist die Kir­che, indem er ihr neue Aspek­te der Offen­ba­rung zeigt und ihr ein neu­es Gesicht schenkt. In der Inkul­tu­ra­ti­on führt die Kir­che »die Völ­ker mit ihren Kul­tu­ren in die Gemein­schaft mit ihr ein«[90], denn »jede Kul­tur bie­tet Wer­te und posi­ti­ve For­men, wel­che die Wei­se, das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den, zu ver­ste­hen und zu leben, berei­chern können«[91]. Auf die­se Wei­se wird die Kir­che »zur spon­sa orna­ta moni­li­bus suis, „Braut, die ihr Geschmei­de anlegt“ (vgl. Jes 61,10).“

Des­halb, sagt Papst Fran­zis­kus, „ist es not­wen­dig, daß wir alle von ihnen evan­ge­li­siert wer­den“, in die­sem Fall von den Indi­os des Ama­zo­nas. Das alles soll unter der Schirm­herr­schaft des hei­li­gen Franz von Assi­si und im Namen der Öko­en­zy­kli­ka Lau­da­to si‘ für eine öko­lo­gi­sche Umkehr gesche­hen, die einen neu­en Lebens­stil der glo­ba­len Soli­da­ri­tät und einen neu­en Weg der Frei­heit impli­ziert, indem man sich mit der gan­zen Welt und der gan­zen Schöp­fung ver­bin­det.

Wer ist also der Mis­sio­nar von heu­te?

Er ist ein ideo­lo­gi­scher und sozia­ler Akteur, wie der spa­ni­sche Prie­ster Pater Ramón Láza­ro Esnao­la von den Con­so­la­ta-Mis­sio­nen erklärt. Sei­ne Ant­wor­ten sind eben­so ein­drucks­voll wie abstrakt, nebu­lös und ver­gäng­lich:

„Der Mis­sio­nar von heu­te hat eine star­ke per­sön­li­che Got­te­s­er­fah­rung. Er kennt Gott und ist von Ihm gekannt. Er hat eine täg­li­che Bezie­hung zu Ihm je nach Moment, den er erlebt. […] Er liebt das Volk, zu dem er gesandt ist. Er erkun­digt sich, stu­diert die Geschich­te, hört Musik, besucht das Kino. Letzt­end­lich ver­sucht er, die Kul­tur auf­zu­sau­gen, die ihn auf­nimmt. […] Die Lie­be ent­steht aus dem Wis­sen, dem Ver­ste­hen und dem Begrei­fen. Lie­be ist auch kri­tisch und ent­deckt die Brü­che, die das Evan­ge­li­um ver­ur­sacht.“

Und wo sind das Gebet, der Kate­chis­mus, die Sakra­men­te?

Er erwähnt sie nicht ein­mal, weil der Mis­sio­nar von heu­te:

„[…]ein Künst­ler der Brü­der­lich­keit ist. Ein Hand­wer­ker der Gemein­schaft, begei­stert vom Gemein­schafts­le­ben und den zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hun­gen. Die Gemein­schaft ist der Mikro­kos­mos des Rei­ches Got­tes. Eine Uto­pie. Ein befrei­ter Ort, an dem kon­stant Ver­ge­bung, Fest, Freu­de und Unter­schei­dung sind. Wir brau­chen Ansprech­part­ner und eine in der Viel­falt geein­te Gemein­schaft.“

Gibt es noch mehr Geschlech­ter, mehr Fami­li­en, mehr Mei­nun­gen, mehr Sün­den, mehr Laster, mehr Feh­ler, mehr Lügen, mehr Reli­gio­nen, mehr Schrecken …?

War­um soll­te sich der Mis­sio­nar also von bestimm­ten Prak­ti­ken distan­zie­ren und gemäß dem Auf­trag Jesu Chri­sti leh­ren, wie es die Apo­stel und all die außer­ge­wöhn­li­chen Mis­sio­na­re in der Geschich­te der Kir­che getan haben? Es ist nicht mehr die Zeit …

Die Mau­er des Kom­mu­nis­mus (Befrei­ungs­theo­lo­gie) ist hart­näckig und will nicht ein­stür­zen, eben­so­we­nig die der Frei­mau­rer (Neo­hu­ma­nis­mus und Glo­ba­lis­mus). Der Mis­sio­nar ama­zo­ni­scher Prä­gung muß sich mit der Welt ver­bin­den und von ihr ler­nen, denn er ist zu einem Teil der Welt gewor­den: Er ist in der Ent­wick­lung so fort­ge­schrit­ten, im uranfäng­li­chen Sinn „ursprüng­lich“ zu wer­den – und die Pach­a­ma­ma zu ver­eh­ren.

*Cri­sti­na Sic­car­di, Histo­ri­ke­rin, Mut­ter von zwei Kin­dern, stu­dier­te Ita­lia­ni­stik mit dem Schwer­punkt Lite­ra­tur­ge­schich­te, publi­zier­te u.a. im Osser­va­to­re Roma­no, La Stam­pa und Avve­ni­re, regel­mä­ßi­ge Mit­ar­beit bei Radi­ci Cri­stia­ne, Cor­ris­pon­den­za Roma­na, Radio Roma libe­ra und Radio Buon Con­siglio, Mit­glied meh­re­rer Aka­de­mien, 2007 mit dem Pre­mio Boni­facio VIII aus­ge­zeich­net, zahl­rei­che Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen, 2019 die Bio­gra­phie „San Fran­ces­co. Una del­le figu­re più defor­ma­te del­la sto­ria“ (Der hei­li­ge Fran­zis­kus. Eine der meist­ver­zerr­ten Figu­ren der Geschich­te) und eine Neu­auf­la­ge ihres erst­mals 2010 ver­öf­fent­lich­ten Buches „Lo spec­chio del Car­di­na­le New­man. Un San­to con­tro la reli­gio­ne del mondo“ (Der Spie­gel von Kar­di­nal New­man. Ein Hei­li­ger gegen die Reli­gi­on der Welt).

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na

11 Kommentare

  1. Die Aus­sa­gen des Pap­stes ent­lar­ven, aber sind alle in der „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ des Kon­zils.
    Wo alle zum sel­ben Gott beten, wo in ande­ren Reli­gio­nen der Weg zum Heil auch gege­ben ist, wo die RKK nicht mehr der allei­ni­ge Weg zu Hei­le ist, wo die Bud­dha Sta­tue auf dem Taber­na­kel thront, da ist Mis­si­on ein Unwort gewor­den.
    Der Papst folgt dem mini­ma­li­sti­schem Prin­zip des klein­sten Nen­ners, auf dem man sich trifft und tut als wäre man gleich.
    Übri­gens hat Papst Bene­dikt, auf ande­rer inte­lek­tu­el­ler Ebe­ne natür­lich, die­sel­be Den­ke.
    Dia­lek­tik wohin man schaut, irgend­wie hat jeder Recht mit dem was er sagt (bis auf die bösen Tra­di­tio­na­li­sten, die sind des Teu­fels).

    • „Der Papst folgt dem mini­ma­li­sti­schem Prin­zip des klein­sten Nen­ners, auf dem man sich trifft und tut als wäre man gleich.
      Übri­gens hat Papst Bene­dikt, auf ande­rer inte­lek­tu­el­ler Ebe­ne natür­lich, die­sel­be Den­ke.“

      Ja, so ist es. So trick­sen sie sich bei aller Ver­nunft und Inel­li­genz sel­ber aus, da ihnen die Klug­keit fehlt.

      Der Satz, ‚Men­schen ande­rer Glau­bens­rich­tun­gen kön­nen in (also trotz) ihrer Reli­gi­on, aber nicht durch ihre Reli­gi­on geret­tet wer­den‘, wur­de auch von Lef­eb­v­re so unter­schrie­ben.

      Er hielt auch an der Leh­re der drei Tauf’­for­men‘ fest:
      1.) Was­ser­tau­fe
      2.) Blut­tau­fe
      3.) Begier­de­tau­fe

      Dem­nach lässt sich posi­tiv wirk­lich nicht aus­schlie­ßen, ob jemand ohne regu­lä­re Tau­fe ver­lo­ren geht.

      Doch die dar­aus gezo­ge­nen Ablei­tun­gen sind falsch und heils­ge­fähr­dend:

      Denn im Islam, im Juden- oder im Hei­den­tum fehlt den Mensch zur Erfül­lung der Gebo­te („Denn wer mich liebt, hält mei­ne Gebote.“/ „Ich bin nicht gekom­men, um das Gesetz auf­zu­he­ben, son­dern um es zu erfül­len.“) die Imi­ta­tio Jesu Chri­sti.

      In die­se Rich­tung weist auch mein heu­ti­ger Kalen­der­spruch: „Bei allen Din­gen soll­ten wir unse­ren Herrn Jesus Chri­stus vor Augen haben und gläu­big uns erin­nern, dass der Gott­mensch unser Vor­bild und sein Leben die stän­di­ge Richt­schnur für unser inne­res und äuße­res Leben ist.““ (Vin­zenz Palot­ti)

      Wir sehen ja die immensen Män­gel im Pro­te­stan­tis­mus, im Islam, im Juden­tum, wel­ches alle­samt Ker­n­irr­tü­mer (Häre­si­en) beinhal­ten und dar­um auch zo fal­schem Han­deln füh­ren.

      Im Bud­dhis­mus, ins­be­son­de­re im tibe­ti­schen, sind Dämo­nen etwas Gutes.
      Im Anim­sis­mus kommt es zu schänd­li­chen Abtrei­bun­gen und Kinds­tö­tun­gen.
      Im Juden­tum gel­ten Chri­sten weni­ger als das Vieh und dür­fen betro­gen und ver­sklavt wer­den.
      Im Islam das­sel­be: Chri­sten sind weni­ger wert als Tie­re.
      Im Pro­te­stan­tis­mus ist alles erlaubt, da der Mensch sich an die Stel­le Got­tes gesetzt hat und sich sel­ber anbe­tet (und allen, die ihn nicht anbe­ten, mit Feind­schaft und Rache bege­gent).
      Im libe­ra­len nach­kon­zi­lia­ren Katho­li­zis­mus ist die Anglei­chung an die Göttin/den Göt­zen Ver­nunft bereits voll­zo­gen. Die kirch­li­chen Geset­ze und gött­li­chen Gebo­te wer­den auf­ge­ge­ben.

      Man kann trotz all die­ser Fehl­for­men (Häre­si­en) geret­tet wer­den, denn durch die Stim­me Got­tes in unse­ren Gewis­sen erken­nen wir eigent­lich, wel­che Offen­ba­rung gött­lich ist und wel­che teuf­lisch.

      Aber je lau­ter, medi­al gestütz­ter und von der Mas­se der Gesell­schaft in Kir­che und Welt nach­ge­be­te­ter der Irr­tum wird, desto schwie­ri­ger wird es, die Reso­nanz vom inne­ren Emp­fangs­ap­pa­rat (Gewis­sen) auf Gott noch hin­durch zu brin­gen durch die Wän­de und Wäl­le des Irr­tums.

      Lef­eb­v­re hat immer betont, der libe­ra­le Prie­ster bekeh­re die Welt nicht, — was die ein­zi­ge Recht­fer­ti­gung der Kon­zils­kir­che ist, lie­be­ral zu sein — , son­dern er wer­de von der Welt bekehrt, assi­mi­liert, das katho­li­sche auf­ge­so­gen und neu­tra­li­siert. Es bleibt der Kla­sen­kämp­fer, der Revo­lu­tio­när, der Kom­mu­nist, der ver­hei­ra­te­te Priester/sprich der ver­hei­ra­te­te pro­te­stan­ti­sier­te Pastor.

      Dar­um ist das II. Vati­ka­num das 1789 (Lef­eb­v­re) der (Kon­zils-) Kir­che und das 9/11 (Gäns­wein) unse­res Glau­bens.

      Am Ende steht die Apost­asie.

    • @Jan. Ein­spruch — Wider­spruch. Papst Bene­dikt bewegt sich zwar auf hoher theo­lo­gi­scher und cha­rak­ter­li­cher Ebe­ne, das stimmt. Aber sein Den­ken ist doch ein völ­lig ande­res als das sei­nes Nach­fol­gers. Es steht ganz unter dem Postu­lat der Wahr­heit und — was auch von göß­ter Bedeu­tung ist — im Zei­chen der Ein­heit. Dafür steht nicht zuletzt Johan­nes Pauls Enykli­ka „Domi­nus Jesus“. Haupt­ver­fas­ser: S.E. Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger. Bei­de ver­die­nen also unse­ren beson­de­ren Dank.

      • Dan­ke fuer den Ein­spruch, so war es auch nicht gemeint.
        Papst Bene­dikt steht weit, weit höher mit sei­ner Den­ke als Vor­gän­ger bzw. Nach­fol­ger.
        Aber es fehlt bei ihm die Durch­set­zung guter Ideen, z.B. hat er die über­lie­fer­te Mes­se nie öffent­lich gefei­ert.
        Es kann aber auch sein, dass die Kir­che inzwi­schen abso­lut unre­gier­bar gewor­den ist.
        Den­ken wir an die unse­li­ge pro-mul­tis-Debat­te, Bene­dikt hat es ver­sucht und die Bischö­fe haben ihn ein­fach igno­riert.
        Tra­gisch.

  2. Wo ist jetzt genau der Unter­schied zwi­schen Pro­se­ly­tis­mus, Evan­ge­li­sie­rung und Mis­si­on? Im Übri­gen ist es ein­fach nur schreck­lich, dass es anschei­nend katho­li­sche „Mis­sio­na­re“ gibt, die offen­bar auch noch stolz dar­auf sind, dass in ihrem Gebiet schon seit 53 Jah­ren nicht mehr getauft wird.

    • Das ist Betrug an den Gläu­bi­gen, die 53 Jah­re für die Mis­si­on viel gespen­det haben, um die heid­ni­schen Völ­ker aus der Bar­ba­rei zu befrei­en und zum Licht Chri­sti zu füh­ren und zu tau­fen.

      • Oh, als einen Betrug an mei­nem (bis­he­ri­gen) Spen­den­ver­hal­ten fin­de ich das im Nah­hin­ein nicht.
        Ich hab das ja in gutem Glau­ben gespen­det.
        Nur zie­he ich seit gerau­mer Zeit die Kon­se­quen­zen und all mei­ne Spen­den gehen nur noch an die Petrus­brü­der.
        Wenn man was als falsch erkennt, dann muß man das ver­gan­ge­ne abha­ken (unge­sche­hen kann man es eh nicht mehr machen) und ent­spre­chend reagie­ren. Das (reagie­ren) soll­te die Pflicht eines jeden Chri­sten sein.
        Aber vie­le sind halt bequem.

  3. „Der Mis­sio­nar ama­zo­ni­scher Prä­gung muß sich mit der Welt ver­bin­den und von ihr ler­nen, denn er ist zu einem Teil der Welt gewor­den: Er ist in der Ent­wick­lung so fort­ge­schrit­ten, im uranfäng­li­chen Sinn „ursprüng­lich“ zu wer­den – und die Pach­a­ma­ma zu ver­eh­ren.“

    Der Tenor des Arti­kels ist klar luzi­fe­risch: der Mis­sio­nar muss alle Erschei­nungs­for­men der Welt unter­schieds­los in sich auf­neh­men, muss alle Erfah­run­gen gemacht haben, vom Kani­ba­lis­mus, über Abtrei­bung, bis hin zu schma­ni­sti­schen Ritua­len. Er muss sich mit allem ver­bin­den, um zum Licht (Luzi­fer) zu kom­men. Er kann den Schmerz nur besie­gen, indem er ihn in sich auf­nimmt (z.B. indem er ritu­ell ande­re Men­schen tötet). So wird er zu einem Gott, der über alles Nie­de­re herrscht. Die­ser Grund­ge­dan­ke ist auch bei Mar­tin Luther zu fin­den. Nach der Hin­ga­be an die Sün­de erfolgt die selbst­herr­li­che Instrumentalisierung/Statuierung der Gna­de.

    Sicher läuft in unse­rer zivi­li­sier­ten Welt eini­ges falsch. Aber dazu brau­chen wir nicht das Vor­bild der Ama­zo­nas­in­dia­ner.

  4. Zitat:„Darum ist das II. Vati­ka­num das 1789 (Lef­eb­v­re) der Kir­che und das 9/11 (Gäns­wein) unse­res Glau­bens.“
    So ist es, mit dem Kon­zil wur­de der Unter­gang ein­ge­läu­tet.
    Die Dog­men und Sakra­men­te wur­den an ihrer Hül­le nicht ange­ta­stet, aber der Inhalt mar­gi­na­li­siert oder abge­schafft.
    Dar­auf­hin ist ein Ero­si­ons­pro­zess ins Rol­len gekom­men, der sei­nes­glei­chen sucht.
    Was mehr oder weni­ger bis Papst Bene­dikt 16 „unter dem Radar“ statt­fand, ent­fes­selt sich nun unter Fran­zis­kus auf offe­ner Büh­ne.
    Die Pfor­ten der Höl­le sind offen und die Dämo­nen wüten mit rasen­dem Eifer auch in der Kir­che.
    Es scheint sie aber nie­mand sehen zu wol­len, fröh­lich machen alle mit.
    Das Ende ist uns vor­aus­ge­sagt wor­den, hören wir in ein paar Wochen die Lesun­gen im Advent, das könn­te sehr bald schon Wirk­lich­keit wer­den.

    • @Jan
      Der von Ihnen ange­spro­che­ne Ero­si­ons­pro­zess sucht vor allem in Deutsch­land sei­nes­glei­chen. Die Zahl der Tau­fen — 1. Sakra­ment — ist signi­fi­kant zurück­ge­gan­gen. Das Sakra­ment der Buße — 2. Sakra­ment — ist nur noch eine rudi­men­tä­re Erschei­nung. Die Eucha­ri­stie — 3. Sakra­ment — wird zwar von den Got­tes­dienst­be­su­chern noch reich­lich in Anspruch genom­men, aber das sind momen­tan nur noch um die zehn Pro­zent der Katho­li­ken. (Dafür dür­fen dann evan­ge­li­sche Ehe­part­ner mit zur Kom­mu­ni­on gehen.) Zur Fir­mung — 4. Sakra­ment — fin­den sich immer weni­ger Jugend­li­che bereit, und wenn, dann ist sie schnell wie­der ver­ges­sen. Rück­läu­fig ist auch die Zahl der kirch­li­chen Ehe­schlie­ßun­gen – 5. Sakra­ment –, manch­mal fin­det sie nur noch aus deko­ra­ti­vem Grund statt. Die Zahl der Prie­ster­wei­hen — 6. Sakra­ment — ist auf nied­rig­stem Stand wohl seit Jahr­hun­der­ten. Und wie es um die Kran­ken­sal­bung bestellt ist — 7. Sakra­ment -, dar­über habe ich lei­der kei­ne Kennt­nis. Aber auch hier wird ana­log ein Rück­gang regi­striert wer­den müs­sen.

      Aber, da muss ich Ihnen, lb. Jan, wider­spre­chen: Nicht ALLE machen beim sicht­ba­ren Ver­fall der Kir­che fröh­lich mit. Es gibt sie noch, die ande­ren, und die sind dar­über zutiefst trau­rig. Aber nicht ohne Hoff­nung. Deo gra­ti­as.

  5. Ohne den drei­fal­ti­gen Gott gibt es nur Gräul und Bar­ba­rei.

    Die jetzt unter den Sün­den der Men­schen zusam­men­bre­chen­den Zivi­li­sa­tio­nen Euro­pas und Ame­ri­kas sind aus der Nach­fol­ge Chri­sti ent­stan­den. Ein Kenn­zei­chen der Nach­fol­ge Chri­sti ist die Kon­trol­le des Sexu­al­trie­bes durch Ver­stand und Herz — also nur die Hin­ga­be in der lebens­lan­gen mono­ga­men Ehe. Damit kom­men wir Chri­sten dem Auf­trag nach „uns zu meh­ren“ und die wah­re Anbe­tung Got­tes über die Genera­tio­nen bis zur Wie­der­kunft Chri­sti durch­zu­tra­gen.

    Satan bedient sich des Sexu­al­trie­bes, um die See­len zu zer­stö­ren und den Men­schen unend­li­ches Leid oft im Mord endend zuzu­fü­gen. Abtrei­bung ist Mord durch die eige­ne Mut­ter, oft den eige­nen Vater, der wei­te­ren Fami­lie und des Bekann­ten­krei­ses und natür­lich des Arz­tes und sei­ner Hel­fes­hel­fer — alles Men­schen, die das jun­ge Kind lie­ben soll­ten — welch eine Per­ver­si­on.
    Der Papst, der alle Men­schen lie­ben soll­te, dient Satan durch die Zulas­sung der Men­schen zum Emp­fang des Herrn in der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on, die in der gewoll­ten und nicht enden­den Tod­sün­de des Ehe­bruchs leben zum Scha­den von Leib und See­le aller davon Betrof­fe­nen; durch sei­ne wohl­wol­len­de Betrach­tung der Homo­se­xua­li­tät, die eben nicht in Treue, son­dern in dem gewoll­ten und nicht enden­den Gräu­el der Tod­sün­de leben zum Scha­den von Leib und See­le aller dar­an Betei­lig­ten. Der Papst, der die wah­re Leh­re durch­tra­gen soll­te bis zur Wie­der­kunft Chri­sti, der mög­lichst vie­le See­len für die Ewig­keit in der glück­se­li­gen Anschau­ung des drei­fal­ti­gen Got­tes gewin­nen soll­te — welch eine Per­ver­si­on.

    Der Mensch benutzt die Frei­heit zum Guten, die Gott ihm geschenkt hat, als Frei­heit zum Bösen und nie­mand mehr will ihn davon abhal­ten und zur wah­ren Anbe­tung des drei­fal­ti­gen Got­tes füh­ren — das ist die Tra­gik unse­rer Zeit.

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