Bischof Elbs: „Sehr sinnvoll, daß verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden“

Kein Aufstehen für den Zölibat

Benno Elbs, Bischof von Feldkirch: "Sehr sinnvoll, daß verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden".

In der Ö1-Sen­de­rei­he Pra­xis — Reli­gi­on und Gesell­schaft des Öster­rei­chi­schen Rund­funks wur­de am 15. Mai Bischof Ben­no Elbs von Feld­kirch zur Ama­zo­nas­syn­ode und der Auf­he­bung des Zöli­bats als Vor­aus­set­zung für das Prie­ster­tum befragt. Übri­gens wur­de im Rah­men der Sen­dung auch ein hörens­wer­ter Bei­trag über die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. gesen­det.

Fra­ge: Im kom­men­den Herbst fin­det ja die soge­nann­te Ama­zo­nas­syn­ode im Vati­kan statt. Neben den The­men Öko­lo­gie und sozia­le Gerech­tig­keit soll dort auch ein zeit­ge­mä­ßes Prie­ster­bild dis­ku­tiert wer­den, bzw. auch eine Öff­nung in Rich­tung viri pro­ba­ti, sprich, es soll auch die Auf­he­bung des Pflicht­zö­li­bats dis­ku­tiert wer­den, angeb­lich. Wären Sie per­sön­lich offen dafür?

Bischof Elbs: Grund­sätz­lich habe ich hier die Hal­tung die auch Papst Fran­zis­kus in einem Zeit-Inter­view schon geäu­ßert hat, daß es auch ver­schie­de­ne pasto­ra­le Situa­ti­on geben kann, wo es sehr sinn­voll ist, daß ver­hei­ra­te­te Män­ner zu Prie­stern geweiht wer­den, und die­se Fra­ge wird sicher in der Ama­zo­nas­syn­ode auch dis­ku­tiert. Das Zöli­bat ist ja nicht eine dog­ma­ti­sche Not­wen­dig­keit für das Prie­ster­tum…

Die Ant­wort von Bischof Elbs bestä­tigt, daß die Bischö­fe des deut­schen Sprach­raum die Haupt­lob­by­isten gegen den prie­ster­li­chen Zöli­bat sind, wenn­gleich der­zeit noch etwas geschönt durch den ein­schrän­ken­den Hin­weis, daß die Zulas­sung ver­hei­ra­te­ter Män­ner zum Prie­ster­tum nur „in bestimm­ten Regio­nen der Welt not­wen­dig und sinn­voll“ sein könn­te.

Es gibt nur weni­ge Bischö­fe in unse­rem Brei­ten, die in die­sem Bereich gegen den Bruch mit einer zwei­tau­send­jäh­ri­gen Tra­di­ti­on sind, die direkt auf Jesus Chri­stus und die Apo­stel zurück­geht. Die weni­gen Bischö­fe, die in die­sem Punkt am über­lie­fer­ten Prie­ster­ver­ständ­nis fest­hal­ten wol­len, wir­ken bis auf ganz weni­ge Aus­nah­men defen­siv. Von einem Auf­ste­hen für den Zöli­bat kann kei­ne Rede sein. ‚Man hofft besten­falls ein „Ende der Dis­kus­si­on“.

Die­se schwa­che Hal­tung, die seit Jah­ren wahr­zu­neh­men ist, weist auf ein schwa­ches Den­ken hin. Die man­tra­haft wie­der­hol­ten Angrif­fe gegen den Zöli­bat ver­su­chen des­sen Bedeu­tung zu rela­ti­vie­ren. Auf recht­li­cher Ebe­ne wird er „nur“ als ein Gesetz der Kir­che behaup­tet, und was die Über­lie­fe­rung anbe­langt, so heißt es wahr­heits­wid­rig, daß er erst irgend­wann ein­ge­führt wor­den sei, wahr­schein­lich erst um die erste Jahr­tau­send­wen­de. Die­se „Bagatellisierung„durch fal­sche Legen­den­bil­dung ist auch den Wor­ten von Bischof Elbs zu ent­neh­men.

„Zölibat keine dogmatische Notwendigkeit“

Schwamm­weich ist auch die For­mu­lie­rung, bei der er sich hin­ter Papst Fran­zis­kus ver­steckt, daß es „ver­schie­de­ne pasto­ra­le Situa­tio­nen“ geben kön­ne, „wo es sehr sinn­voll ist, daß ver­hei­ra­te­te Män­ner zu Prie­stern geweiht wer­den“.

Die pasto­ra­le „Not­wen­dig­keit“ hei­ligt dem­nach die Mit­tel, auch das Ende des prie­ster­li­chen Zöli­bats. Die Tat­sa­che, daß die römisch-katho­li­sche Kir­che als ein­zi­ger Teil der Kir­che den Zöli­bat in Treue bei­be­hal­ten hat, scheint nicht als sicht­ba­rer Beweis gese­hen zu wer­den, daß die römi­sche Kir­che die wah­re Kir­che Jesu Chri­sti ist, son­dern als nicht mehr ver­stan­de­ner und daher als hin­der­lich emp­fun­de­ner Bal­last.

Er ist auch des­halb lästig, weil ihn die Welt nicht ver­steht, der Teu­fel ihn haßt und Kir­chen­ver­tre­ter offen­bar hof­fen, sich durch sei­ne Abschaf­fung nicht mehr gegen ver­zer­ren­de Falsch­dar­stel­lun­gen (wie sie hier die ARD ver­brei­tet) oder Spöt­te­lei­en recht­fer­ti­gen zu müs­sen.

Wet­ten, daß es im Hand­um­dre­hen „sehr sinn­voll“ wird, daß Deutsch­land, Öster­reich oder die Schweiz – natür­lich nur auf­grund „pasto­ra­ler Not­wen­dig­kei­ten“ – zu den ersten „Regio­nen der Welt“ gehö­ren, in denen der Zöli­bat über Bord gewor­fen wird? Und wahr­schein­lich noch vor dem Ama­zo­na­sur­wald, des­sen 250.000 Indi­os blo­ße Sta­ti­sten sind, die von west­li­chen Kir­chen­ver­tre­tern als Vor­wand für die moder­ni­sti­sche Agen­da miß­braucht wer­den.

Stickler statt Kasper lesen

Anstatt die Schrif­ten von Kar­di­nal Wal­ter Kas­per und des­sen Anlei­hen bei Schel­ling und Hegel zu lesen, soll­ten die Bischö­fe und Prie­ster die Schrift von Kar­di­nal Alfons Maria Stick­ler lesen: „Der Kle­ri­ker-Zöli­bat. Sei­ne Ent­wick­lungs­ge­schich­te und sei­ne theo­lo­gi­schen Grund­la­gen“, dazu noch die Kate­che­se von Bene­dikt XVI.: „Der Zöli­bat ist wah­re Gegen­wart der Zukunft“, oder auch Theo­dor Fried­rich Klit­sche: „Geschich­te des Zöli­bats der katho­li­schen Geist­li­chen. Von den Zei­ten der Apo­stel bis zum Tode Gre­gors VII.

Die bedau­ern­de ARD-Behaup­tung im oben­ge­nann­ten Bei­trag von 2017: „Aber kein Papst hat bis­lang den Zöli­bat ernst­haft in Fra­ge gestellt“, könn­te so inzwi­schen wohl nicht mehr behaup­tet wer­den. Die Vor­be­rei­tun­gen für die Ama­zo­nas­syn­ode lau­fen auf Hoch­tou­ren. Sie wur­de von Papst Fran­zis­kus „nicht ein­be­ru­fen, um zu wie­der­ho­len, was die Kir­che bereits sagt, son­dern um vor­wärts­zu­ge­hen“, wie Kar­di­nal Clau­dio Hum­mes im Janu­ar 2018 mein­te. Im ver­gan­ge­nen März erklär­te er: „Ama­zo­nas­syn­ode wird über ver­hei­ra­te­te Prie­ster ent­schei­den“. Und vor weni­gen Tagen sag­te er im Brust­ton eines wis­sen­den Ora­kels: „Die Ama­zo­nas­syn­ode könn­te histo­risch wer­den“.

Kar­di­nal Hum­mes ist der Haupt­or­ga­ni­sa­tor der Ama­zo­nas­syn­ode – im Auf­trag von Fran­zis­kus

Text: Mar­tha Burger/Giuseppe Nar­di
Bild: Bis­tum Feld­kirch (Screen­shot)

17 Kommentare

  1. Genau­so wenig, wie Frau­en Beruf und Fami­lie ver­ein­ba­ren kön­nen (das will ihnen die Poli­tik und die Wirt­schaft nur ein­re­den), kann ein Mann Prie­ster und Fami­lie ver­ein­ba­ren (mal ganz abge­se­hen von Theo­lo­gie, Sakra­men­ten und Got­tes Wil­lem), nur rein mensch­lich gese­hen. Ver­hei­ra­te­te Prie­ster sind Wesen, die mit Ehe und Fami­lie und mit ihrem Prie­ster­tum schei­tern wer­den. Ein Prie­ster muss 24 Stun­den am Tag für sei­ne Gläu­bi­gen da sein.
    Unser Gott ist ein Gott der Ord­nung. Der Mann soll im Schwei­ße sei­nes Ange­sichts arbei­ten und die Frau unter Schmer­zen Kin­der gebä­ren. Der Ehe­mann und Vater hat Pflich­ten als Ehe­mann und Vater, die Ehe­frau hat Pflich­ten als Ehe­frau und Mut­ter und der Prie­ster hat Pflich­ten als Prie­ster. Nur in der Ord­nung Jesu ist Sein Joch süß, nicht in der „Ord­nung des gefal­le­nen Men­schen“, da wird das Joch uner­träg­lich. Wenn wir den Prie­stern wie­der die Wahr­heit sagen, dass ein Prie­ster­le­ben ganz wun­der­bar ist und dass sein Prie­ster­tum in die Ewig­keit ein­geht, war­um soll­te er dann ohne Beru­fung (denn Gott beruft einen Prie­ster nicht zu einem Ehe­mann) zusätz­lich noch Ehe­mann wer­den wol­len, wo es doch die Ehe in der Ewig­keit nicht mehr gibt. Jeder soll in sei­nem Stand auf Erden ver­su­chen hei­lig zu wer­den. Wer redet den Men­schen stän­dig ein, dass man „den Kuchen essen und behal­ten kann“? — kann man nicht.

    • Der hei­li­ge Johan­nes von Kron­stadt leb­te in Josephse­he, da er genau die heu­te von den Femi­ni­stin­nen ver­schriee­nen Pflich­ten von Mann und Frau leb­te. Er mach­te sei­ner Frau klar, dass sie die Ehe nicht voll­zie­hen wür­den, da er 24 Stun­den für die Men­schen da sein müss­te. — Er wur­de zu einem gro­ßen Wun­der­tä­ter.

      Sei­ne Frau tat sich anfangs sehr schwer damit, wur­de aber spä­ter sei­ne beste Mit­ar­bei­te­rin. Statt­des­sen adop­tier­te das hei­li­ge Ehe­paar ein Kind.

      Johan­nes sag­te: „War­um sol­len wir die Ehe voll­zie­hen. Es gibt schon genug glück­li­che Ehen.“ Damit hat­te er sich wohl auch etwas euphe­misch aus­ge­drückt. In der Aus­sa­ge klingt mit: „Es gibt schon genug unglück­li­che Ehen.“

      Johan­nes muss­te damals hei­ra­ten, um Prie­ster zu wer­den. Er hei­ra­te­te die Toch­ter eines Prie­sters, an des­sen Kir­che er dann eben­falls Prie­ster wur­de.

      Ein Lesens­wer­tes Buch über den Hei­li­gen ist: Johan­nes von Kron­stadt: Sta­rez Russ­lands 1829–1908
      von Alla Selawry

    • Lieber@bellis, das war ein kur­zer, prä­gnan­ter Vor­trag in gesun­dem katho­li­schen Men­schen­ver­stand.
      Genau­so ist es.
      Jeder beru­fe­ne Prie­ster kann nicht 2 Her­ren die­nen, Gott und der Ehe, das schließt sich aus.
      Man hat durch das Kon­zil der Grau­ens aber soviel an Pflich­ten des Prie­sters abge­schafft, bzw. auf Lai­en über­tra­gen und das Kern­stück des Glau­bens das hl. Mess­op­fer zer­stört, so daß heu­te gelang­weil­te Anbie­ter im Reli­gi­ons­we­sen in ihren Pfarr­äm­ter her­um­lun­gern und sich Zeit­ver­treib suchen.
      Sie spie­len mit Com­pu­tern, gehen zu welt­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, tref­fen Frau­en — oder Män­ner — und fra­gen sich, war­um bei solch guter Bezah­lung die Annehm­lich­kei­ten nicht auch für sie zu haben sind.
      Das gan­ze Gequat­sche über den Zöli­bat ist an Heu­che­lei und Lüge nicht mehr zu über­bie­ten.
      Schaf­fen wir die unse­li­ge Kir­chen­steu­er ab, strei­chen das Kon­zil und sei­ne Unsinns Beschlüs­se, füh­ren die über­lie­fer­te Mes­se wie­der ein und bei der Aus­wahl der jun­gen Män­ner wird auf psy­chi­sche Sta­bi­li­tät sexu­el­le Nor­ma­li­tät und Treue zur Über­lie­fe­rung geach­tet.
      Kurz­um, der Gan­ze pro­te­stan­ti­sche und moder­ni­sti­sche Sperr­müll soll end­lich ent­sorgt wer­den.
      Wenn wir es nicht tun, Chri­stus wird es tun !

      • Sie sagen es: „Man hat durch das Kon­zil der Grau­ens aber soviel an Pflich­ten des Prie­sters abge­schafft, bzw. auf Lai­en über­tra­gen und das Kern­stück des Glau­bens das hl. Mess­op­fer zer­stört, …“

        Man hat Pflich­ten dele­giert, hat Gre­mi­en und Räte und Ver­bän­de geschaf­fen, und d.g. mehr. So musst­te man schließ­lich 90 % der Arbei­ten die­ser Lai­en­par­ti­zi­pa­ti­on wid­men (ein künst­lich geschaf­fe­ner demo­kra­ti­scher Appa­rat, der alles durch­ein­an­der­brach­te, nicht zuletzt den Prie­ster), wäh­rend der eigent­li­che Beruf des Gott geweih­ten Prie­sters mar­gi­na­li­siert wur­de.

        Schaff­te man Räte und Gre­mi­en ab, könn­te der Prie­ster wie­der Prie­ster sein und das auf­ge­bläh­te Sym­ptom der Arbeits­über­la­stung und Auf­rei­bung gin­ge wie von sel­bet zurück.

        Der Prie­ster muss zuvor­derst in der Kir­che anzu­tref­fen sein, wie es der hei­li­ge Pfar­rer von Ars vor­leb­te.

        Er muss beten und opfern.

        Wenn das Licht der Gna­de in ihm leuch­tet, zieht er die Men­schen magne­tisch an.

        Auch wenn wir nur so weni­ge der­ar­ti­ge Vor­bil­der und Bei­spie­le haben, bin ich nach wie vor davon über­zeugt, dass dies der rich­ti­ge Weg ist.

        Wir müs­sen nicht wei­ter blind-dia­lek­tisch ‚pro­gres­sie­ren‘ (vor­an­schrei­ten), son­dern noch erhal­te­nes restau­rie­ren und Kir­che ‚refor­mie­ren‘ im Sin­ne und Geist der Gegen­re­for­ma­ti­on.

        Aber sicher nicht im Ungeist Mar­tin Luthers.

    • „rein mensch­lich gese­hen .…..“ :
      Stel­len wir uns mal ver­hei­ra­te­te Prie­ster vor.
      Beim einen oder ande­ren wird dann die Schei­dung kom­men (übri­gens ist die Schei­dungs­ra­te beim Beruf !! evan­ge­li­scher Pfar­rer am aller­höch­sten — war­um wohl ?) und wahr­schein­lich sehr häu­fig eine wie­der­ver­hei­ra­tung, viel­leicht dann auch nur eine wil­de Ehe (na, nen­nen wir es doch barm­her­zi­ger­wei­se eine Part­ner­schaft.
      Und sol­che Prie­ster zele­brie­ren dann die hl. Mes­se.
      Wer nach­denkt der sieht, dass wenn man die­se Türe öff­net, im Gefol­ge ein Rat­ten­schwanz von Pro­ble­men geschaf­fen wer­den deren man dann nicht mehr Herr wird.

  2. Schon wie­der so ein Jein-Sager. Man beach­te, wenn man den Zöli­bat abschaf­fen wür­de und ver­hei­ra­te­te Prie­ster erlau­ben wür­de, hät­ten die Prie­ster noch weni­ger Zeit als jetzt für Seel­sor­ge. Dann müss­ten sie für eine Fami­lie da sein, also für ihre Frau und ihre Kin­der, ein Ehe­bruch stün­de als Mög­lich­keit im Raum und damit wäre ihr Prie­ster­tum ad absur­dum geführt.
    Die der­zei­ti­ge Rege­lung des Zöli­bats ist gut so, sie ist von Gott gewollt. Der Prie­ster muss ganz rein und auf Gott aus­ge­rich­tet sein, darf kei­ne Ablen­kun­gen haben, muss von Her­zen ganz dem Herrn gehö­ren, um auch tat­säch­lich etwas vom unver­fälsch­ten, wah­ren katho­li­schen Glau­ben wei­ter­ge­ben zu kön­nen.

    • Man beach­te auch, vie­le Prie­ster, Welt­prie­ster vor allem, betreu­en jetzt schon bis zu 5 Gemein­den. Logisch, dass in die­sen Gemein­den nie das vol­le Seel­sor­gean­ge­bot zur Ver­fü­gung steht. Kurz­fri­sti­ge Beich­ten, Aus­spra­chen, Sakra­ment­spen­dun­gen sind häu­fig nicht mehr drin an vie­len Orten. Man­che Prie­ster haben bereits Bur­nout, weil sie in orga­ni­sa­to­ri­sche Din­ge mehr invol­viert sind als in seel­sorg­li­che Ange­le­gen­hei­ten. So hat sich Jesus Chri­stus das Prie­ster­tum bestimmt nicht gewünscht. Es ist Fol­ge der Sün­de der Men­schen nach den bei­den Welt­krie­gen, was im zwei­ten Vati­ka­num Aus­druck fand.

      • Es ist auch das Pro­blem, dass von Prie­stern Din­ge ver­langt wer­den, die nicht ihrer Beru­fung ent­spre­chen. Wenn einer seel­sorg­lich viel Gutes tun könn­te, kann es ihm pas­sie­ren dass er durch Ver­wal­tungs­sa­chen davon abge­bracht wird. Ein Prie­ster muss irgend­wie alles kön­nen und gera­de dadurch wer­den sie in ihrer Wirk­fä­hig­keit zer­rie­ben.

        Nicht weni­ge Prie­ster haben eine Freun­din, weil in Medi­en stän­dig das Zöli­bat in Fra­ge gestellt wird und das Prie­ster­tum von welt­li­chen Din­gen über­schat­tet wird. Man­che gehen lie­ber Inline­ska­ten anstatt den Rosen­kranz zu beten. Und wer heu­te als Prie­ster noch nicht die Kom­mu­ni­onbän­ke ent­fernt hat, gilt in man­chen Krei­sen gar als fun­da­men­ta­ler Tra­di­tio­na­list. Obwohl es das Nor­mal­ste der Welt sein müss­te, vor Gott nie­der­zu­knien und den Gläu­bi­gen, die man­cher­orts gläu­bi­ger sind als der Prie­ster selbst, die­se Mög­lich­keit zu bie­ten.

        Seit dem 2. Vati­ka­num wer­den absur­de Din­ge vor­aus­ge­setzt, die in kei­ner Wei­se mehr dem katho­li­schen Glau­ben ent­spre­chen. Nach fast 2000 Jah­ren kamen Men­schen auf die Idee die Hand­kom­mu­ni­on ein­zu­füh­ren, Altar­räu­me zu ver­schan­deln, aus neu­ge­bau­ten Kir­chen bedeu­tungs­lee­re Gei­ster­bah­nen zu machen, Auf­ga­ben die dem Prie­ster auf­grund sei­ner Wei­he zuste­hen Lai­en zu über­tra­gen.

        Pre­dig­ten han­deln heu­te man­cher­orts vom Kli­ma­wan­del, Flücht­lings­ge­schich­ten und der­glei­chen. Also die glei­chen Inhal­te wie in den Fern­seh­nach­rich­ten. War­um dann als im Glau­ben Schwan­ken­der Mensch in eine katho­li­sche Kir­che gehen? Kli­ma, Flücht­lin­ge und den mora­li­schen Zei­ge­fin­ger hat man auch vor dem Fern­seh­bild­schirm…

        • Es geht in den Pre­dig­ten nur noch um Auf­lö­sung und dar­um, die­se von Her­zen zu beja­hen. Sonn­tag für Sonn­tag wird uns ein­ge­häm­mert, wir dürf­ten kei­ne Mau­ern bau­en, indem wir eine Ober­gren­ze für Migran­ten for­dern. Sonn­tag für Sonn­tag wird uns ein­ge­häm­mert, wir müss­ten tole­rant sein gegen­über Ehe­bruch und Homo­ehe. Sonn­tag für Sonn­tag wird uns gesagt, wir müss­ten die Frei­heit des Gewis­sens über alles stel­len. Sonn­tag für Sonn­tag wird uns ein­ge­trich­tert, es gäbe kei­ne Sün­de mehr; nur wir, die wir auf Moral und Ord­nung drän­gen, sei­en die ein­zi­gen Sün­der, Spal­ter, Stei­ne­wer­fer. Sonn­tag für Sonn­tag wer­den wir von halt­lo­sen Geist­li­chen gequält und auf die Pro­be gestellt.

          Und am Ende steht man da uns fragt sich:

          „Bin ich noch nor­mal? Irgend­was läuft hier gewal­tig schief.“

          Sie haben es geschafft, alles zu per­ver­tie­ren — mit ihrem sub­stanz­lo­sen Gesül­ze.

          Ein prie­ster­li­cher Exer­zi­ti­en­lei­ter: „Also, wenn sie was nicht ger­ne tun, dann las­sen Sie es. — Wenn ich schon von Ordens­schwe­stern höre, „das ist ein Opfer für mich“, dann krie­ge ich ’so einen Hals‘ (zeigt auf sei­nen Hals).

          Was sind das für Prie­ster, die die Mes­se und das gott­ge­woll­te Leben nicht mehr ver­ste­hen. Man soll nur noch das tun, was man ger­ne macht.

          Dabei wis­sen wir doch alle, dass uns unse­re Pflich­ten wie ein Wei­zen­korn aus­pres­sen und manch­mal auch zu töten schei­nen. Hin­ter dem Aus­hal­ten und Behar­ren in den Gebo­ten erst steht der gei­sti­ge Auf­t­sieg.“

        • Das Den­ken der Zöli­bats­geg­ner ist nicht ganz falsch: Sie glau­ben, sei der Zöli­bat erst ein­mal abge­schafft, wer­de der Dienst des Prie­sters beina­ge auf ein Mes­se­le­sen redu­ziert wer­deb können/müssen, und so fän­den sich vie­le vie­le Kan­di­da­ten. Sozu­sa­gen als Neben­job auf 450 Euro-Basis.

          In der Tat wür­de der Prie­ster dann ent­la­stet. Fak­tisch sehe es aber so aus: Der Prie­ster hät­te jede Auto­ri­tät abge­ge­ben und die Lai­en hät­ten zu 100 % die Kon­trol­le über­nom­men.

          Fak­tisch gäbe es dann kei­ne Dis­zi­plin mehr. Der Prie­ster wäre eine Witz­fi­gur.

          Als näch­ster Schritt käme eine Aus­bil­dung zum ‚Wortgottesdienstleiter*innen‘, wie wir sie in Wochen­end­kur­sen heu­te schon flä­chen­deckend ange­bo­ten sehen. Die­se Kur­se wer­den zu 95 % von Frau­en belegt. Zwi­schen Wort­got­tes­dienst — und Mess­lei­tern wird dann nicht mehr unter­schie­den wer­den.

          Wenn wir so wei­ter machen, über­ho­len wir die Pro­te­stan­ten auf der lin­ken Über­hols­spur.

          Wenn Däm­me erst bre­chen, wird alles hin­weg­ge­spült wer­den.

          Der Pro­te­stan­tis­mus hat­te noch einen gewis­sen Niet- und Not­na­gel gegen die Form­lo­sig­keit durch das Abb­ar­bei­ten am Feind­bild der katho­li­schen Kir­che.

          An was aber will sich die katho­li­sche Kir­che fest­hal­ten, wenn sie sich sel­ber nicht mehr sehen und aus­ste­hen kann?

          Bei­na­he Die gesam­te nach­kon­zi­lia­re katho­li­sche Theo­lo­gie ist ein Spie­gel des Kir­chen­has­ses und der Selbst­zer­stö­rung. Mit ursprüng­li­cher Theo­lo­gie (des Spre­chens von Gott auf der Erfah­rungs-Grund­la­ge der Got­tes­schau) hat man sich schlicht­weg nicht mehr befasst.

          Man weiß nicht mehr wer man ist, weil die Ori­en­tie­rung nach außen, statt nach innen geht.

  3. Wenn katho­li­sche Prie­ster kön­nen hei­ra­ten und Frau­en zum Prie­ster geweiht wer­den, wer­de ich nicht mehr in die Kir­che gehen.
    Ich wer­de nur die Mög­liech­keit suchen, der triden­ti­ni­schen Mes­se bei­zu­woh­nen.

  4. Ange­nom­men, wir hät­ten gegen­wär­tig einen ver­hei­ra­te­ten Kle­rus. Man wür­de in ihm alles fin­den: Ver­hält­nis­se, Ver­hü­tung, Abtrei­bung, Schei­dung. Man wür­de schließ­lich zu dem Schluss kom­men: Die Ver­lockun­gen in der moder­nen Mensch­heits­ge­schich­te sind so immens, dass wir den Kle­rus schüt­zen, indem wir den Zöli­bat ein­füh­ren.

    Zudem wird (in Zukunft) die Sche­dungs­ra­te inner­halb von Prie­ster­ehen in einer pro­te­stan­ti­sier­ten Kir­che genau so hoch sein, wie unter pro­te­stan­ti­schen Pasto­ren und ‚Pastö­rin­nen‘ auch.

    Mei­ner Ansicht nach waren die Vor­aus­set­zun­gen für eine Auf­he­bung des Zöli­bats noch nie so schlecht wie heu­te.

    Hin­zu kommt die in der Pasto­ral ange­wand­te Gewis­sens­frei­heit hin­sicht­lich der Anwen­dung künst­li­cher Ver­hü­tungs­mit­tel.

    Ich krieg es ein­fach nicht hin, mir Prie­ster vor­zu­stel­len, die Prä­ser­va­ti­ve benut­zen und deren Frau­en die Pil­le neh­men.

    Die Dyna­mik einer Part­ner­schaft im Kon­text der heu­ti­gen Zeit wird jede Moral über den Hau­fen wer­fen. Sicher ist das weit­ge­hend schon Fakt. Aber die Kir­che darf die­se Ent­wick­lun­gen („Pro­zes­se“, Papst Fran­zis­kus) nicht noch beschleu­ni­gen und ’sakra­men­tal seg­nen‘.

    Wenn die Grund­sät­ze von Huma­nae Vitae nicht mehr ein­ge­hal­ten wer­den, gibt es auch kei­ne Argu­men­te mehr gegen homo­se­xu­el­les Ver­hal­ten.

    Also, war­um dann nicht auch Homo­se­xu­el­le sakra­men­tal ver­hei­ra­ten? Dann fehlt uns jedes Argu­ment gegen das Natur­recht.

    Hin­zu kommt die Isla­mi­sie­rung unse­rer Gesell­schaft. Laut Koran ist Sexua­li­tät mit Min­der­jäh­ri­gen nicht straf­bar.

    Vor die­sen Hin­ter­grün­den wird das ver­dun­kel­te Gewis­sen zuneh­men; Leben nach den Gebo­ten Got­tes wird bei­na­he unmög­lich. Denn wenn der Staat Abtrei­bung — und bald wohl auch Pädo­phi­lie — nicht mehr bestraft, dann haben wir Sodom und Gomor­rah bei wei­tem über­trof­fen.

    Es wäre Auf­ga­be der Kir­che, dem drin­gendst ent­ge­gen­zu­ar­bei­ten — und nicht Zei­chen zu set­zen, die klar als Signal zur Bereit­schaft der schritt­wei­sen Auf­lö­sung von Zöli­bat und sakra­men­ta­ler Ehe füh­ren müs­sen.

  5. Inter­es­san­ter­wei­se wer­den in der Zöli­bats-Debat­te die „Schat­ten­sei­ten“ von Ehe und Fami­lie kom­plett aus­ge­blen­det – Pro­ble­me mit der Ehe­frau, mit den Kin­dern scheint es nicht zu geben. Statt­des­sen eine rei­ne Wohl­fühl­oa­se, wel­che mit der Seel­sor­ge völ­lig kom­pa­ti­bel ist. Was aber, wenn Schul- oder Ehe­pro­ble­me auf­tau­chen oder lang­wie­ri­ge schwe­re Erkran­kun­gen? Dro­gen­pro­ble­me beim Kind? Hät­te der Prie­ster über­haupt „noch einen Kopf“ für die Sor­gen und Schwie­rig­kei­ten sei­ner Gemein­de­mit­glie­der? Oder woll­te er dann nicht (mensch­lich völ­lig ver­ständ­lich) erst­mal sei­ne eige­nen Pro­ble­me lösen und emp­fin­det daher ande­rer Leu­te Sor­gen als zweit­ran­gig und eher lästig?

    Wie sähe übri­gens das trau­te Fami­li­en­le­ben aus, wenn der Pfar­rer abend­lich seel­sorg­li­che Gesprä­che füh­ren muß, die Gat­tin aber miß­mu­tig allei­ne vor dem Fern­se­her sitzt? Gäbe es star­re „Büro­zei­ten“ und das Prie­ster­tum wür­de ein „nine-to-five-Job“ mit Urlaubs­an­spruch in den Schul­fe­ri­en?

    • In den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern der Nazis sowie in den Gulags der Sowjets waren es so gut wie nur die unver­he­ra­te­ten Kle­ri­ker (Prie­ster, Mön­che, Non­nen), die sich auf­op­fe­rungs­voll um ihre Mit­ge­fan­ge­nen küm­mer­ten.

      Die ver­hei­ra­te­ten Geist­li­chen waren wie erstarrt in Sor­ge um ihre Ehe­frau­en und Kin­der. Sie hat­ten es nicht gelernt, sich sel­ber voll­kom­men auf­zu­op­fern (d.h. die Mes­se Jesu zu leben).

  6. Ich sehe den Zöli­bat als Ent­halt­sam­keits­ge­bot bei den Levi­ten, der der Prie­ster­stamm war und natür­lich Nach­wuchs haben muss­te. Aber wäh­rend des Tem­pel­dien­stes muss­ten sie ent­halt­sam leben.
    Das war sicher eine gött­li­che Vor­schrift an Mose.

  7. Es fällt schwer soviel Unsinn ernst zu neh­men.
    In der Kir­che ging es immer um das Heil, das See­len­heil, um nichts mehr und nichts weni­ger. Nie­mand war für mich über­zeu­gen­der als Weg­wei­ser zu die­sem Heil, als der Mensch oder Prie­ster, der sag­te, dass er um des Him­mel­rei­ches wil­len ver­zich­tet.
    Womit will der Ver­hei­ra­te­te denn über­zeu­gen, dass er es ernst nimmt.
    Lei­der hat die Kir­che das See­len­heil als ober­stes Ziel abge­schafft. Es wur­de aus dem Wort­re­per­toire des Kon­zils Vat. II gestri­chen und seit­dem auch nicht mehr auf­ge­grif­fen. Da dem so ist, ver­liert die Kir­che ihre Über­zeu­gungs­kraft auch auf jun­ge Men­schen als zukünf­ti­ge Prie­ster. Sie geht des­we­gen allem Anschein nach Ihrem Ende zu. Aber es gibt als letz­te Hoff­nung noch das Bei­spiel Chri­sti vom Wei­zen­korn, das infol­ge sei­nes Abster­bens hun­dert­fa­che Frucht bringt. Es sind also nicht die „Struk­tu­ren“ — wie heu­te gesagt wird- die Ursa­che der Sün­de, son­dern die man­geln­de Über­zeu­gungs­kraft der Ver­kün­der.

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