„Amazonassynode könnte historisch werden“

Kardinal Claudio Hummes

Kardinal Hummes wurde von Papst Franziskus zum Generalrelator der Amazonassynode ernannt.
Kardinal Hummes wurde von Papst Franziskus zum Generalrelator der Amazonassynode ernannt.

(Brasilia) Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes  ist „glücklich“, von Papst Franziskus zum Generalrelator der Amazonassynode ernannt worden zu sein und sagt, die Synode könnte „historisch“ werden.

Für den 6.–27. Oktober wurde von Papst Franziskus eine Sondersynode der Bischofssynode über den Amazonas einberufen. Das Thema lautet:

„Amazonas: Neue Wege für die Kirche und für eine integrale Ökologie“.

Ranghöchste treibende Kraft im Hintergrund ist der brasilianische Kardinal Claudio Hummes. Hummes ist emeritierter Erzbischof von Sao Paulo und war einige Jahre Präfekt der Kleruskongregation an der Römischen Kurie. Er gehört der progressiven Richtung an mit viel „Verständnis“ für die Befreiungstheologie.

Die Einberufung der Amazonassynode wird mit ökologischen Fragen und den Rechten der indigenen Völker in Verbindung gebracht. Der Vatikan spricht vor allem von der Evangelisierung der Indios, die als eine Priorität dargestellt wird. Diese leben in dem riesigen Amazonasgebiet verstreut, allerdings macht ihre Zahl kaum mehr als 250.000 aus. Als eigentliche „geheime Agenda“ der Synode wird daher seit 2015 die Aufweichung des priesterlichen Zölibats und die die Zulassung verheirateter Priester gesehen. Hummes ist gehört zu den ranghöchsten Verfechtern der Zölibatsabschaffung für den Weltklerus und der Zulassung auch des Frauenpriestertums.

Obwohl diese Bestrebungen spätestens seit der Audienz des inzwischen emeritierten, österreichischen Missionsbischofs Erwin Kräutler bei Papst Franziskus im April 2014 bekannt sind, wurde von Franziskus die Amazonassynode einberufen – wie von Kräutler und Hummes gewünscht. Um genau zu sein, erteilte er Kräutler damals „grünes Licht“, indem er auf dessen Anregungen mit der Aufforderung reagierte, ihm „mutige Vorschläge“ zu unterbreiten.

Und obwohl Franziskus weiß, daß Kräutler und Hummes dem linken Rand der Kirche angehören und den priesterlichen Zölibat abschaffen und auch das Frauenpriestertum einführen wollen, beauftragte er ausgerechnet sie, die Amazonassynode vorzubereiten. Hummes als Gesamtvorsitzender der Pan-Amazonischen Kirchennetzwerkes REPAM, Kräutler als Vorsitzender von REPAM-Brasilien.

Alles deutet darauf hin, daß ein Präzedenzfall eines verheirateten Priestertums geschaffen werden soll, das mit dem herrschenden „Priestermangel“ begründet wird, für dessen Behebung andere Lösungen abgelehnt werden. In internen Dokumenten wird offen von „neuen Formen“ des Priestertums und die Dienstämter gesprochen. Damit sind auch die Frauen gemeint.

Ein weiterer Mosaikstein des näherrückenden Angriffs auf das Weihesakrament ist die am Samstag erfolgte Ernennung von Kardinal Hummes zum Generalrelator der Amazonassynode. Dem Generalrelator fällt unter anderem die Möglichkeit zu, am Synodenbeginn in seiner Ansprache die Grundausrichtung abzustecken.

Zugleich ernannte Franziskus gleich zwei Sondersekretäre für die Synode. Diese Aufgabe hatte bei der Familiensynode der italienische Erzbischof Bruno Forte inne, der anschließend brisante Hintergründe enthüllte.

Die von Franziskus zu Sondersekretären der Amazonassynode Ernannten sind:

  • Titularbischof David Martinez de Aguirre Guinea OP, Apostolischer Vikar von Puerto Maldonado in Peru;
  • P. Michael Czerny SJ, Untersekretär der Abteilung Migranten und Flüchtlinge des Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.

Das Dikasterium wurde von Franziskus im Sommer 2016 errichtet. Die Abteilung zu Migrations- und Flüchtlingsfragen leitet das Kirchenoberhaupt seither selbst.

Die Nachricht wurde bei der Frühjahrsvollversammlung der Brasilianischen Bischofskonferenz bekanntgegeben, die in Aparecida tagt. Das Internetportal der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) sprach mit dem Purpurträger und berichtete:

„Dem Portal der CNBB sagt Don Claudio, die Nachricht mit dem Gefühl der Verantwortung aufzunehmen, weil die Synode sehr wichtig ist und historisch sein könnte. ‚Ich danke dem Papst für das Vertrauen in die Menschen, in mich, und will mein Bestes geben, um diesen Dienst zu verwirklichen‘, sagt er.“

Und weiter:

„Don Claudio sagt, glücklich zu sein, diese Aufgabe im Dienst der großen Liebe zum Amazonas und für den ganzen Entwicklungsprozeß leisten zu können, der seit der Einberufung der Synode durch Papst Franziskus 2017 geleistet wurde. Er betont das Vorbereitungspapier, das REPAM zusammen mit den Bischöfen des ganzen Pan-Amazonas und dem Generalsekretariat der Bischofssynode, einem Organ des Vatikans, ausarbeitet.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: CNBB

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2 Kommentare

  1. Ein verschwindend kleiner Teil der Einwohner Brasiliens (höchstens 0,4% der Gesamtbevölkerung), der es noch dazu von sich aus bevorzugt, fernab jeglicher Zivilisation zu leben, sich evtl. untereinander zu bekriegen und sich gegebenenfalls gegenseitig umzubringen (Stammesfehden) und der ansonsten in Ruhe gelassen werden will, wird dazu missbraucht, Veränderungen in der Kirche herbeizuführen, z.B. den Zölibat aufzuweichen und das Frauenpriestertum zu ermöglichen. Wie raffiniert ist das bloß eingefädelt.

  2. Ein erheblicher Teil innerhalb der Kirche gehört ideologisch dem links-grünen Spektrum an, das erklärt (fast) alles.
    Sie vermengen den katholischen Glauben mit ihrer Ideologie, welche für sie Massgebend auch für den Glauben ist.

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