Der Vatikan wäscht auch die Pharisäer rein

Die Nächsten bitte: Franziskus, Chagall und neue jüdische Wünsche

Erteilt Papst Franziskus auch den Pharisäern die Absolution?

(Rom) Papst Fran­zis­kus betreibt seit sei­ner Wahl eine Art von „Rei­ni­gung“ und Image­pfle­ge. Man könn­te auch von einer Reha­bi­li­tie­rungs­wel­le spre­chen. Wes­sen Image poliert das argen­ti­ni­sche Kir­chen­ober­haupt auf? Wes­sen Bild wäscht er rein? Die Liste hat bereits eine beacht­li­che Län­ge erreicht und wur­de nun um einen neu­en Punkt erwei­tert.

Die Liste, hier unvoll­stän­dig wie­der­ge­ge­ben, umfaßt Mar­tin Luther, Judas Iska­ri­ot, Gay Prie­sts und Befrei­ungs­theo­lo­gen, leben­de und ver­stor­be­ne, indi­rekt sogar die Frei­mau­rer. Alle Genann­ten ste­hen, wenn auch auf unter­schied­li­chen Ebe­nen, für gan­ze Strö­mun­gen, und alle betref­fen Abir­run­gen. Immer geht es letzt­lich um Denk­rich­tun­gen, die Hand an die Sub­stanz leben.

Luther „hat­te recht“, wie­der­hol­te Fran­zis­kus im Juni 2016 auf dem Rück­flug von Arme­ni­en, was Kar­di­nal Wal­ter Kas­per erklärt hat­te. „Er war ein Refor­ma­tor. Er mach­te eine Medi­zin für die Kir­che.“

Judas Iska­ri­ot wur­de von Jesus geret­tet, zitier­te Fran­zis­kus die freie Ima­gi­na­ti­on des abge­fal­le­nen Prie­sters Eugen Dre­wer­mann, der vor eini­gen Jah­ren durch Aus­tritt der Kir­che den Rücken kehr­te.

Für weit weni­ger Nach­sicht gegen­über homo­se­xu­el­len Prie­stern, als sie Fran­zis­kus bis­her gegen­über homo­se­xu­el­len Bischö­fen übte, wur­den Bischö­fe von welt­li­chen Gerich­ten wegen Ver­tu­schung und Begün­sti­gung ver­ur­teilt.

Man­che Befrei­ungs­theo­lo­gen emp­fing Fran­zis­kus in Audi­enz, ande­re lob­te er mit Wor­ten, wie­der ande­ren gewähr­te er ohne Vor­lei­stun­gen die Auf­he­bung der gegen sie ver­häng­ten Sank­tio­nen, und eini­ge erhob er als Höhe­punkt sogar zu den Altä­ren, wie jüngst Bischof Enri­que Angel­el­li.

Die Frei­mau­rer erwähnt Fran­zis­kus nie, „reha­bi­li­tier­te“ aber zen­tra­le Aspek­te ihres Denk­ge­bäu­des. Zunächst tat er das im direk­ten Gespräch mit dem aus einer Fami­lie mit lan­ger frei­mau­re­ri­scher Tra­di­ti­on stam­men­den Athe­isten Euge­nio Scal­fa­ri (tota­le Gewis­sens­frei­heit, kei­ne Not­wen­dig­keit der Bekeh­rung, Abschaf­fung von Sün­de und Höl­le). In Abu Dha­bi erklär­te Fran­zis­kus die „mensch­li­che Brü­der­lich­keit“ zum höch­sten Gut und bekann­te sich zum reli­giö­sen Rela­ti­vis­mus. „Alle Frei­mau­rer der Welt schlie­ßen sich dem Auf­ruf des Pap­stes an“, jubel­ten die Logen­brü­der.

„Neue Art, das Wort Pharisäer zu lesen“

Nun wird das Spek­trum der päpst­li­chen Rein­wa­schun­gen um eine wei­te­re Grup­pe erwei­tert: die Pha­ri­sä­er.

Die ita­lie­ni­sche Tages­zei­tungs­aus­ga­be des Osser­va­to­re Roma­no ver­öf­fent­lich­te heu­te einen Bericht über die Stu­di­en­ta­gung „Jesus und die Pha­ri­sä­er. Eine inter­dis­zi­pli­nä­re Neu­über­prü­fung“, die vom 7. Mai bis heu­te an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Gre­go­ria­na in Rom statt­fin­det. Die Uni­ver­si­tät bewarb die Ver­an­stal­tung auf Face­book eben­so wie die Tages­zei­tung der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz mit dem Hin­weis: „Wer waren die Pha­ri­sä­er? Und was bedeu­tet ihr Name wirk­lich?“

Durch­ge­führt wird die Tagung vom Päpst­li­chen Bibel­in­sti­tut aus Anlaß sei­ner 110. Grün­dung. Mit­or­ga­ni­sa­to­ren sind unter ande­rem das Cen­tro Car­di­nal Bea per gli Stu­di Giu­dai­ci (Zen­trum Kar­di­nal Bea für jüdi­sche Stu­di­en) an der Gre­go­ria­na, das Ame­ri­can Jewish Com­mi­tee und die Ita­lie­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz.

Der Osser­va­to­re Roma­no titelt heu­te von einer „neu­en Les­art des Begriffs ‚Pha­ri­sä­er‘“.

Zu den drei Stu­di­en­ta­gen haben sich jüdi­sche, pro­te­stan­ti­sche und katho­li­sche Wis­sen­schaft­ler aus Argen­ti­ni­en, Öster­reich, Kana­da, Kolum­bi­en, Deutsch­land, Indi­en, Isra­el, Ita­li­en, den Nie­der­lan­den und den USA ver­sam­melt. Heu­te vor­mit­tag wur­den die Teil­neh­mer von Papst Fran­zis­kus in Pri­vat­au­di­enz emp­fan­gen.

„Jüdische Yankee-Feministin“ neue Mitarbeiterin des Osservatore Romano

Der Osser­va­to­re Roma­no ver­öf­fent­lich­te heu­te als „Vor­ab­druck“ das Refe­rat der jüdi­schen Bibel­wis­sen­schaft­le­rin Amy-Jill Levi­ne. Levi­ne wur­de kürz­lich in die neu auf­ge­stell­te Redak­ti­on der Frau­en­bei­la­ge der „Tages­zei­tung des Pap­stes“ beru­fen. Die bis­he­ri­ge Redak­ti­on unter Lei­tung von Lucet­ta Sca­raf­fia war Ende März unter Pro­test geschlos­sen zurück­ge­tre­ten.

Amy-Jill Levi­ne bezeich­net sich selbst als „jüdi­sche Yan­kee-Femi­ni­stin“, die an einer „vor­wie­gend pro­te­stan­ti­schen Bibel­schu­le am Über­gang zum Bible Belt“ unter­rich­tet. In ihrer Bio­gra­phie auf der Inter­net­sei­te der Van­der­bilt Uni­ver­si­tät heißt es: Sie „ver­eint histo­risch-kri­ti­sche Stren­ge, lite­ra­risch-kri­ti­sche Sen­si­bi­li­tät und viel Humor mit dem Enga­ge­ment, anti­se­mi­ti­sche, sexi­sti­sche und homo­pho­be Theo­lo­gien zu besei­ti­gen“.

Offen­sicht­lich also eine „Ide­al­be­set­zung“ für die neue Frauen­re­dak­ti­on des Osser­va­to­re Roma­no. Ihr Vor­trag an der Gre­go­ria­na ist offen­bar ihr Ein­stand­ge­schenk an die Kir­che.

Amy-Jill Levi­nes Refe­rat-Abdruck trägt die Über­schrift: „Begin­nen wir neu bei Chagall“. Dazu wur­de das Bild „Wei­ße Kreu­zi­gung“ von Marc Chagall von 1938 abge­druckt. Kein Zufall: Papst Fran­zis­kus liebt Chagall, und die „Wei­ße Kreu­zi­gung“ ist sein Lieb­lings­bild.

Levi­ne beklagt, daß „trotz der Fort­schrit­te in der histo­ri­schen Arbeit über die Pha­ri­sä­er“, die­se jüdi­sche Strö­mung zur Zeit Jesu „in der Ver­kün­di­gung in der gan­zen christ­li­chen Welt wei­ter­hin“ nega­tiv dar­ge­stellt wer­den. Levi­ne nennt sie „jüdi­sche Lehr­mei­ster“, die von den Chri­sten fälsch­lich als „frem­den­feind­lich, eli­tär, Para­gra­phen­rei­ter, Lieb­ha­ber des Gel­des und heuch­le­ri­sche Mora­li­sten“ gezeich­net wer­den. „Pha­ri­sä­er“, so Levi­ne, wer­de von den Chri­sten oft als Syn­onym für die Juden ver­wen­det.

Die Titu­lie­run­gen, die von der Autorin beklagt wer­den, klin­gen ver­traut. Man kennt sie von Papst Fran­zis­kus, der sie aller­dings nicht den Pha­ri­sä­ern oder „den Juden“ zum Vor­wurf macht, son­dern glau­bens­treu­en Katho­li­ken.

Wor­um geht es also Levi­ne? Kri­ti­sche Anmer­kun­gen zu Juden sind gesell­schaft­lich geäch­tet und ste­hen unter dem Gene­ral­ver­dacht des „Anti­se­mi­tis­mus“. Sie sind nur Juden erlaubt. Doch das genügt offen­bar nicht mehr. Nicht nur die Juden, son­dern auch die Pha­ri­sä­er sol­len von Chri­sten nicht mehr nega­tiv erwähnt wer­den, so schreibt Levi­ne:

„Auch wenn die Chri­sten den Begriff ‚Pha­ri­sä­er‘ ver­wen­den, um den Kle­ri­ka­lis­mus im kirch­li­chen Bereich anzu­kla­gen, tun sie nichts ande­res, als das Vor­ur­teil gegen die Juden zu ver­stär­ken.“

Levi­ne nimmt eine Gleich­set­zung von Pha­ri­sä­ern mit Juden und von anti-pha­ri­sä­isch mit anti­jü­disch vor.

Doch der Rei­he nach. Der Grund, wes­halb Prie­ster und Hir­ten noch immer die Pha­ri­sä­er erwäh­nen, so die Refe­ren­tin an der Gre­go­ria­na und neue Mit­ar­bei­te­rin des Osser­va­to­re Roma­no, sei die „Unfä­hig­keit“ der Prie­ster­se­mi­na­re, Leit­li­ni­en zu bie­ten, wie über bibli­sche Stel­len gepre­digt wer­den soll. Dahin­ter stecke die „Unfä­hig­keit der Homi­le­ti­ker, ihre Ste­reo­ty­pi­sie­run­gen“ zu erken­nen. Doch nicht genug: Schuld dar­an sei­en auch „die Tex­te der Evan­ge­li­en selbst“.

Levi­ne nennt sie­ben Wege, um die Ver­kün­di­gung über die Phä­ri­sä­er „zu ver­bes­sern“.

Vorschlag 1

Die katho­li­sche Kir­che soll­te ihr Meß­lek­tio­nar ändern. Als Bei­spiel nennt Levi­ne das Sonn­tags­evan­ge­li­um des kom­men­den 20. Juli (Novus Ordo). Dar­in heißt es:

„In jener Zeit faß­ten die Pha­ri­sä­er den Beschluß, Jesus umzu­brin­gen“ (Mt 12,14).

Soll­ten die Prie­ster und Pre­di­ger die Stel­le ein­fach igno­rie­ren, fragt Levi­ne, doch das „besei­tigt nicht das Pro­blem“. Soll­ten sie nur von „eini­gen Pha­ri­sä­ern“ spre­chen, womit den­noch „die Mehr­heit ver­ur­teilt“ wäre. Abge­se­hen davon spre­che Mat­thä­us eben nicht von „eini­gen“, so die Autorin.
Am 26. August wer­de die Sache „noch kom­pli­zier­ter“, wobei Levi­ne aller­dings für das Novus-Ordo-Lese­jahr ein Datums­feh­ler unter­lau­fen sein dürf­te. Sie bezieht sich näm­lich auf Mat­thä­us 23, 23–26. An die­ser Stel­le soll zwar nicht das gan­ze 23. Kapi­tel des Mat­thä­us­evan­ge­li­ums über die Pha­ri­sä­er zitiert wer­den, aber der Sache wegen ein grö­ße­rer Aus­schnitt (Mt 23, 12–39), weil dar­in eine pro­phe­ti­sche Rede Jesu ent­hal­ten ist:

„Weh euch, ihr Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, ihr Heuch­ler! Ihr ver­schließt den Men­schen das Him­mel­reich. Ihr selbst geht nicht hin­ein; aber ihr laßt auch die nicht hin­ein, die hin­ein­ge­hen wol­len.

Weh euch, ihr Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, ihr Heuch­ler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen ein­zi­gen Men­schen für euren Glau­ben zu gewin­nen; und wenn er gewon­nen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Höl­le, der dop­pelt so schlimm ist wie ihr selbst.          

Weh euch, ihr seid blin­de Füh­rer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tem­pel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tem­pels schwört, der ist an sei­nen Eid gebun­den.        

Ihr blin­den Nar­ren! Was ist wich­ti­ger: das Gold oder der Tem­pel, der das Gold erst hei­lig macht?

Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an sei­nen Eid gebun­den.              

Ihr Blin­den! Was ist wich­ti­ger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst hei­lig macht?          

Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was dar­auf liegt.

Und wer beim Tem­pel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der dar­in wohnt.   

Und wer beim Him­mel schwört, der schwört beim Thron Got­tes und bei dem, der dar­auf sitzt.             

Weh euch, ihr Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, ihr Heuch­ler! Ihr gebt den Zehn­ten von Min­ze, Dill und Küm­mel und laßt das Wich­tig­ste im Gesetz außer acht: Gerech­tig­keit, Barm­her­zig­keit und Treue. Man muß das eine tun, ohne das ande­re zu las­sen.

Blin­de Füh­rer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und ver­schluckt Kame­le.  

Weh euch, ihr Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, ihr Heuch­ler! Ihr hal­tet Becher und Schüs­seln außen sau­ber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maß­lo­sig­keit zusam­men­ge­raubt habt.

Du blin­der Pha­ri­sä­er! Mach den Becher zuerst innen sau­ber, dann ist er auch außen rein.        

Weh euch, ihr Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, ihr Heuch­ler! Ihr seid wie die Grä­ber, die außen weiß ange­stri­chen sind und schön aus­se­hen; innen aber sind sie voll Kno­chen, Schmutz und Ver­we­sung.

So erscheint auch ihr von außen den Men­schen gerecht, innen aber seid ihr voll Heu­che­lei und Unge­hor­sam gegen Got­tes Gesetz.               

Weh euch, ihr Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, ihr Heuch­ler! Ihr errich­tet den Pro­phe­ten Grab­stät­ten und schmückt die Denk­mä­ler der Gerech­ten  

und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unse­rer Väter gelebt hät­ten, wären wir nicht wie sie am Tod der Pro­phe­ten schul­dig gewor­den.      

Damit bestä­tigt ihr selbst, daß ihr die Söh­ne der Pro­phe­ten­mör­der seid.   

Macht nur das Maß eurer Väter voll!    

Ihr Nat­tern, ihr Schlan­gen­brut! Wie wollt ihr dem Straf­ge­richt der Höl­le ent­rin­nen?     

Dar­um hört: Ich sen­de Pro­phe­ten, Wei­se und Schrift­ge­lehr­te zu euch; ihr aber wer­det eini­ge von ihnen töten, ja sogar kreu­zi­gen, ande­re in euren Syn­ago­gen aus­peit­schen und von Stadt zu Stadt ver­fol­gen.            

So wird all das unschul­di­ge Blut über euch kom­men, das auf Erden ver­gos­sen wor­den ist, vom Blut Abels, des Gerech­ten, bis zum Blut des Zacha­ri­as, Bara­chi­as Sohn, den ihr im Vor­hof zwi­schen dem Tem­pel­ge­bäu­de und dem Altar ermor­det habt.    

Amen, das sage ich euch: Das alles wird über die­se Genera­ti­on kom­men.  

Jeru­sa­lem, Jeru­sa­lem, du tötest die Pro­phe­ten und stei­nigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft woll­te ich dei­ne Kin­der um mich sam­meln, so wie eine Hen­ne ihre Küken unter ihre Flü­gel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt.              

Dar­um wird euer Haus (von Gott) ver­las­sen.    

Und ich sage euch: Von jetzt an wer­det ihr mich nicht mehr sehen, bis ihr ruft: Geseg­net sei er, der kommt im Namen des Herrn!

Levi­ne kri­ti­siert, daß die von ihr genann­te Stel­le der Ver­se 23–26 in katho­li­schen Pre­dig­ten als Bei­spiel zur Selbst­kri­tik genützt und auf Chri­sten bezo­gen wer­de: „Wir alle sind Pha­ri­sä­er“. Doch auch das „funk­tio­niert nicht“, so die Autorin, denn die Gläu­bi­gen in den Kir­chen­bän­ken wüß­ten ja, daß sie im Gegen­satz zu den Pha­ri­sä­ern getauf­te Mit­glie­der der Kir­che sind. Damit wür­de der Text immer „die Sün­den der Juden“ beken­nen, nicht die des christ­li­chen Zuhö­rers.

Vorschlag 2

Laut Levi­ne bräuch­ten die „offi­zi­el­len Ori­en­tie­run­gen“ der Kir­che eine Aktua­li­sie­rung („aggior­na­men­to“). Das Kon­zils­do­ku­ment Nostra aeta­te (1965), Ori­en­tie­run­gen und Emp­feh­lun­gen zu des­sen Anwen­dung (1974), die Hand­rei­chung zur kor­rek­ten Dar­stel­lung der Juden und des Juden­tums in Pre­digt und Kate­che­se der katho­li­schen Kir­che (1985) und wei­te­re Doku­men­te, die Levi­ne nennt, unter­strei­chen, „daß anti­jü­di­sche Leh­ren zu ver­mei­den sind. Den­noch bie­ten sie, so die Autorin kei­ne Anwei­sun­gen, wie die rele­van­ten Tex­te [des Evan­ge­li­ums] zu ver­kün­den sind. Schlim­mer noch, ab und an ver­stär­ken die­se Quel­len die nega­ti­ven Ste­reo­ty­pe.“ Der Ver­such der Päpst­li­chen Bibel­kom­mis­si­on, die Evan­ge­li­ums­tex­te anhand der Mish­na neu zu inter­pre­tie­ren, sei „geschei­tert“. „Hät­te die Päpst­li­che Bibel­kom­mis­si­on die Juden vor ihren Ver­laut­ba­run­gen kon­sul­tiert, hät­ten die­se und ande­re Pro­ble­me ver­mie­den wer­den kön­nen.“
Als Posi­tiv­bei­spiel nennt Levi­ne die Erklä­rung „Denn unwi­der­ruf­lich sind Gna­de und Beru­fung“ der vati­ka­ni­schen Kom­mis­si­on für die reli­giö­sen Bezie­hun­gen mit dem Juden­tum von 2015. Dabei han­delt es sich um ein Doku­ment ohne lehr­amt­li­che Bedeu­tung, das hoch­pro­ble­ma­ti­sche Stel­len ent­hält, beson­ders jene, in der ein Ver­zicht auf Bekeh­rung der Juden erklärt wird, obwohl Jesus selbst ande­res sagt, wie Mat­thä­us 23, 39 zeigt.

Vorschlag 3

Die Kir­che bzw. das Chri­sten­tum habe sicher­zu­stel­len, daß die Semi­na­ri­sten auf der gan­zen Welt „sen­si­bler für das Pro­blem“ wer­den. „Der Haß gegen die Juden“ sei viel­schich­ti­gen Ursprungs. Laut der Autorin rei­che das Spek­trum von „der Idee, daß die Juden die Ban­ken kon­trol­lie­ren, über die Lüge der Pro­to­kol­le der Wei­sen von Zion, jener infa­men Fäl­schung, laut der die Juden die Welt beherr­schen wol­len, bis zum Angriff gegen Juden als ver­fälsch­ten Ver­such, die Palä­sti­nen­ser­rech­te ver­tei­di­gen zu wol­len“. Doch – und hier ver­blüfft Levi­nes Drei­stig­keit voll­ends – „hin­ter die­sem Haß gegen­über den Juden, beson­ders in Euro­pa und in der west­li­chen Hemi­sphä­re, steht die anti­jü­di­sche Leh­re, die man in der Kir­che hört“.
Laut der „jüdi­schen Yan­kee-Femi­ni­stin“ ist 2019 die Kir­che bzw. das Chri­sten­tum schuld am Anti­se­mi­tis­mus, was zugleich wohl sagen will, daß sie immer schuld am Anti­se­mi­tis­mus war, auch an dem der Natio­nal­so­zia­li­sten. Levi­ne wört­lich:

„Ein Kle­rus, der sich des Has­ses nicht bewußt ist, den der Text [des Evan­ge­li­ums] und die Pre­digt her­vor­brin­gen kön­nen, wird die­sen Haß ver­ewi­gen“.

Vorschlag 4

Der vier­te Vor­schlag betrifft die Erzie­hung der Kin­der, „da das Vor­ur­teil schnell ein­ge­trich­tert“ sei. In den USA wür­den vie­le pro­te­stan­ti­sche Kin­der sin­gen: „Ich will kein Pha­ri­sä­er sein, weil sie nicht gerecht sind“. Dazu Levi­ne: „Die Leh­rer und die Eltern müs­sen die Bücher über Jesus und die Evan­ge­li­en anschau­en, die die Kin­der lesen. Even­tu­ell könn­ten die christ­li­chen Kin­der Erzäh­lun­gen hören, daß Gott die Pha­ri­sä­er liebt“, so ihr Vor­schlag.

Vorschlag 5

Die klas­si­sche Catho­lic Ency­clo­pe­dia von 1913, die jetzt im Inter­net ver­füg­bar ist, „behaup­tet, daß die Pha­ri­sä­er ‚einen engen, auschlie­ßen­den Natio­na­lis­mus geschaf­fen haben‘“. Die­ses und ande­re Bei­spie­le sieht Levi­ne als Beleg „nega­ti­ver Ste­reo­ty­pe“, sprich anti­jü­di­scher Posi­tio­nen, denen die Chri­sten­heit „noch immer“ anhän­ge. Sie sei­en ein Beweis, daß die Prie­ster ohne Hilfs­mit­tel gelas­sen wer­den, um die Tex­te des Evan­ge­li­ums ver­kün­den zu kön­nen, ohne die­se „Ste­reo­ty­pe“ zu ver­kün­den. „Die Hand­bü­cher in der gan­zen christ­li­chen Welt sind nicht bes­ser, wie sich zeigt, wenn man im Inter­net nach den Stich­wör­tern ’Pha­ri­sä­er und Pre­dig­ten‘ sucht.“

Vorschlag 6

Eini­ge Hin­weis „in der Kult­ord­nung oder in den Mit­tei­lungs­blät­tern könn­ten hilf­reich“ sein. Als Bei­spiel nennt Levi­ne die Epi­skopal­kir­che in den USA (Angli­ka­ner), die auf die Titel­sei­te ihrer Publi­ka­ti­on für die Fei­er des Kar­frei­tags 2019 die „Wei­ße Kreu­zi­gung“ von Chagall drucken ließ. In einer Anmer­kung im Inne­ren wur­de vor Anti­se­mi­tis­mus gewarnt. „Bes­ser noch wäre, wenn eine Kom­mis­si­on kur­ze Anmer­kun­gen zu jeder Stel­le im Lek­tio­nar vor­schla­gen könn­te, in denen die Pha­ri­sä­er genannt wer­den.“

Vorschlag 7

Schließ­lich soll­ten die Prie­ster und Pasto­ren sich vor­stel­len, daß in der ersten Kir­chen­bank jüdi­sche Kin­der sit­zen, um so „alles zu ver­mei­den, was die­se Kin­der ver­let­zen könn­te oder Mit­glie­der der Kir­che ver­an­las­sen könn­te, sie zu ver­let­zen. Soll­te die­se Vor­stel­lung nicht rei­chen, soll­ten sie sich mich in der letz­ten Bank vor­stel­len. Wenn ich ten­den­ziö­se Kom­men­ta­re höre, blei­be ich nicht still sit­zen. Ten­den­ziö­se Kom­men­ta­re ver­zer­ren das Evan­ge­li­um. Wenn es mir so wich­tig ist, wie das Evan­ge­li­um gepre­digt wird, um so mehr müß­te es den Per­so­nen noch wich­ti­ger sein, die Jesus Herr und Erlö­ser nen­nen.“

Die jüdi­sche Theo­lo­gin liest der Kir­che die Levi­ten und möch­te bestim­men wol­len, was die Kir­che zu leh­ren und wie sie das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den hat. Denn alles ande­re sei „ten­den­zi­ös“, und wenn „Ten­den­ziö­ses“ zu hören sei, „wer­de sie nicht still sit­zen­blei­ben“. Über die­se Anma­ßung dürf­ten in die­sen Tagen an der Gre­go­ria­na und heu­ti­ge Leser des Osser­va­to­re Roma­no nicht wenig gestaunt haben. Es scheint sich her­um­ge­spro­chen zu haben, daß man die Kir­che so respekt­los umge­hen kann.

Worum geht es aber in der Sache?

Einen Hin­weis lie­fert der Besuch von Papst Fran­zis­kus Anfang Janu­ar 2016 in der römi­schen Haupt­syn­ago­ge. Der Besuch hat­te eine lan­ge Vor­ge­schich­te, von der hier nur ein Punkt her­aus­ge­grif­fen wer­den soll. Der römi­sche Ober­rab­bi­ner Ric­car­do Di Seg­ni erzähl­te in einem Inter­view, Papst Fran­zis­kus ersucht zu haben, die Pha­ri­sä­er nicht mehr zu erwäh­nen:

„Und er hat es getan!“

Sei­nen Wunsch begrün­de­te Di Seg­ni, seit 2002 Ober­rab­bi­ner von Rom, damit, daß das heu­ti­ge Juden­tum aus dem Pha­ri­sä­er­tum her­vor­ge­gan­gen ist.

Tat­säch­lich waren die Pha­ri­sä­er zur Zeit Jesu nur eine Strö­mung im Juden­tum neben ande­ren, den Sad­du­zä­ern, den Esse­ner, den Zelo­ten, dazu gab es noch die hel­le­ni­sti­schen Juden. Mit der Stif­tung der Kir­che durch Jesus Chri­stus, der Zer­stö­rung des Tem­pels und dem Schei­tern der jüdi­schen Auf­stän­de lösten sich die ande­ren Strö­mun­gen in den ersten bei­den Jahr­hun­der­ten nach Chri­sti Geburt der Rei­he nach auf. Übrig­blie­ben die Pha­ri­sä­er. Das heu­ti­ge Juden­tum ist des­halb nicht mit dem vor­christ­li­chen Juden­tum iden­tisch, beruft sich aber dar­auf.

Die Pha­ri­sä­er, die Chri­stus wie­der­holt streng tadel­ten, sind die direk­ten „Väter“ und Lehr­mei­ster des heu­ti­gen Juden­tums. Die­ses fühlt sich durch die Kri­tik an den Pha­ri­sä­ern ange­grif­fen. Von die­sen Lehr­mei­stern stam­men die Lehr­sät­ze im Tal­mud. Viel­leicht soll­te Levi­ne, bevor sie die näch­sten For­de­run­gen an das Chri­sten­tum erhebt, im Tal­mud nach­le­sen, wel­che ent­setz­li­chen Scheuß­lich­kei­ten dort gegen Jesus Chri­stus ange­häuft sind. Der deut­sche Juda­ist Peter Schä­fer konn­te ein gan­zes Buch damit fül­len und 2007 im Ver­lag der Uni­ver­si­tät Prince­ton ver­öf­fent­li­chen. Eine deut­sche Aus­ga­be erschien im sel­ben Jahr. Selbst hart­ge­sot­te­nen Män­nern, sprich gestan­de­nen Chri­sten dürf­te wegen der unglaub­li­chen Ansamm­lung von abscheu­li­chen Gräß­lich­kei­ten die Lek­tü­re des gan­zen Buches unmög­lich sein.

Ober­rab­bi­ner Di Seg­ni sag­te: „Und der Papst tat“, was er wünsch­te. In der Tat gebraucht Fran­zis­kus den Hin­weis auf die Pha­ri­sä­er nur sel­ten. Wenn, dann nie auf die Juden bezo­gen, son­dern nur um den Chri­sten schlech­te Eigen­schaf­ten oder Feh­ler vor­zu­hal­ten.

Mit der Stu­di­en­ta­gung an der Gre­go­ria­na könn­te sich auch das ändern. Amy-Jill Levi­ne hält selbst einen indi­rek­ten Rück­griff auf die bibli­sche Dar­stel­lung der Pha­ri­sä­er, um den Chri­sten einen Spie­gel vor­zu­hal­ten, für inak­zep­ta­bel, da ihrer Ansicht nach „anti­jü­disch“ und „vor­ur­teils­för­dernd“.

Kurz­um, über Juden soll­ten Chri­sten, wahr­schein­lich ins­ge­samt Nicht-Juden, am besten gar nicht reden.

Das aber ist für Chri­sten unmög­lich, da Jesus Chri­stus aus­führ­lich mit den Pha­ri­sä­ern zu tun hat­te und sie wie­der­holt erwähnt und wie dar­ge­stellt beson­ders hart tadel­te. Die Kir­che kann das Evan­ge­li­um nicht ändern. Der­glei­chen von der Kir­che zu ver­lan­gen, wie es Levi­ne an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Gre­go­ria­na tut, ist gelin­de aus­ge­drückt eine Unfreund­lich­keit. Noch unfaß­ba­rer ist es, daß der Osser­va­to­re Roma­no ihren The­sen brei­ten Raum gibt.

Sind die­se The­sen von San­ta Mar­ta bereits abge­seg­net wor­den?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Avve­ni­re (Screen­shot)

5 Kommentare

  1. Man wird weder dem Evan­ge­li­um noch dem Tal­mud gerecht, wenn man fun­da­men­ta­le Unter­schie­de zu ver­wi­schen sucht.
    Für Chri­sten kann es kei­ne Abstri­che geben: Das Heil kommt allein durch Jesus Chri­stus.
    Das Gebet, dass auch das jüdi­sche Volk Jesus Chri­stus als sei­nen Erlö­ser erken­nen möge, ist des­halb abso­lut fol­ge­rich­tig, es ist sogar Aus­druck der Lie­be gegen­über dem jüdi­schen Volk.
    Aber:
    Man darf sich den­noch nichts vor­ma­chen: Jahr­hun­der­te­lan­ge nega­ti­ve Erfah­run­gen mit Men­schen, die sich als Chri­sten ver­stan­den — man den­ke nur an Mar­tin Luther -, haben auf jüdi­scher Sei­te die von Anfang an bestehen­den Vor­be­hal­te gegen­über der christ­li­chen Bot­schaft zusätz­lich mas­siv ver­stärkt.
    Es kön­nen des­halb nur Lie­be und Empa­thie sein, die die immer noch weitghend ver­schlos­se­ne Tür mit Got­tes Hil­fe zu öff­nen ver­mag:
    Empa­thie gegen­über jüdi­scher Kul­tur, Weis­heit und Lebens­er­fah­rung, gegen­über jedem kon­kre­ten jüdi­schen Men­schen, gegen­über Isra­el, von des­sen end­li­cher Wie­der­her­stel­lung die Pro­phe­tie sowohl des Alten wie Neu­en Testa­ments fest aus­geht. Gott hält am Bund mit sei­nem stör­ri­schen Volk für immer fest, was nach allen Irr- und Abwe­gen am Ende sicht­bar wer­den wird.

  2. Von Mt 22:15 bis Mt 23:39 (schließt Mt 23,12–39 ein) wird im Orthros des Kar­diens­tags gele­sen.

  3. Zunächst sind die Jesui­ten gefor­dert, die beson­ders ger­ne beken­nen “wir sind Pha­ri­sä­er“ und zwar auf sich bezo­gen im nega­ti­ven Sinn und sah ich die Abgren­zung der Pha­ri­sä­er zu den Sad­du­zä­ern die laut Mar­kus 12,18 nicht an die Auf­er­ste­hung glau­ben, als für die Pha­ri­sä­er spre­chend und habe ich so glau­be ich als röm. kath. Katho­lik einen jüdi­schen Glau­ben, weil Jesus Chri­stus (eben­so wie alle Apo­stel) als Sohn einer jüdi­schen Mut­ter Jude war
    sie­he auch:
    http://www.hagalil.com/archiv/2006/09/vater-juden.htm
    einen jüdi­schen Glau­ben, den vie­le Juden nicht ange­nom­men haben.
    Die­se Ver­wer­fung des Eck­steins,
    war eine tota­le Fehl­lei­stung,
    die man sich offen­sicht­lich bis heu­te nicht ein­ge­ste­hen will:
    Jesus Chri­stus woll­te das Aus­er­wähl­te Volk
    — indem er lehr­te auch die Fein­de zu lie­ben
    (und kei­ne Anschlä­ge zu machen bzw. sich nicht zur Wehr zu set­zen)
    und das Gute in den Ande­ren zu erken­nen,
    mit u. A. der Frau am Brun­nen und dem Sama­ri­ter als Fall­bei­spie­le -
    vor nach­fol­gen­dem (durch Ver­wer­fung sei­ner Wei­sung ein­ge­tre­te­nem) Übel bewah­ren.
    Der römi­sche Feld­herr und spä­te­re Kai­ser Titus ließ 70 n. Chr. täg­lich 500 und mehr vor Hun­ger flüch­ten­de Juden wäh­rend des Jüdi­schen Krie­ges
    vor der Stadt­mau­er Jeru­sa­lems gei­ßeln, fol­tern und dann kreu­zi­gen,
    um die Wider­stands­kraft der Bela­ger­ten zu schwä­chen.
    Schon Varus ließ um 4 v. Chr. jüdi­sche Auf­stän­di­sche, die ein jüdi­sches König­tum auf­rich­ten woll­ten, mas­sen­haft kreu­zi­gen (Fla­vi­us Jose­phus, Bel­lum Judai­cum 2,75; Anti­qui­ta­tes 17,296).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzigung#R%C3%B6misches_Reich

    Der gro­ße Jüdi­sche Krieg gegen die Römer begann im Jahr 66 n. Chr. in Judäa und ende­te im Jahr 70 mit der Erobe­rung Jeru­sa­lems
    und der Zer­stö­rung des Jeru­sa­le­mer Tem­pels.
    Im Jüdi­schen Krieg ver­lo­ren, nach Anga­be von Fla­vi­us Jose­phus, ca. 1,1 Mil­lio­nen Juden ihr Leben [1]. Unzäh­li­ge wur­den in die Skla­ve­rei ver­schleppt. Wegen des Über­an­ge­bots auf den Skla­ven­märk­ten bra­chen die Prei­se ein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Krieg

    Der Auf­stand gegen das Römi­sche Reich von 132 bis 135 n. Chr. nach dem ersten Jüdi­schen Krieg 66–73 führ­te schließ­lich zur Zer­stö­rung der letz­ten Reste eines grö­ße­ren, geschlos­se­nen jüdi­schen Sied­lungs­ge­biets in der römi­schen Pro­vinz Judäa und löste die Dia­spo­ra des Juden­tums bis in die Gegen­wart
    bzw. bis zur Grün­dung des Staa­tes Isra­el 1948 aus.
    Die römi­sche Pro­vinz Judäa wur­de in Syria Palae­sti­na umbe­nannt und behielt die­sen Namen
    bis zur Erobe­rung durch die Ara­ber im 7. Jahr­hun­dert.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bar-Kochba-Aufstand

    Die­se Ver­trei­bung aus dem Hei­li­gen Land ist nicht die Schuld der Chri­sten.

    Die im Hebrä­er­brief genann­te „Ord­nung des Mel­chise­dek“ soll­te man wie­der mehr berück­sich­ti­gen, des all­um­fas­sen­den zöli­ba­tä­ren Prie­sters ohne Stamm­baum, eth­ni­scher Zuge­hö­rig­keit und leib­li­cher Nach­kom­men­schaft.

  4. Bis ca. In die Mit­te der Sech­zi­ger­jah­re durf­ten bra­ve Katho­li­ken nur Bücher lesen, die ein „Nihil obstat“ des zustän­di­gen Bischofs auf­wie­sen und nicht im „Index libro­rum pro­hi­bi­torum“ ver­zeich­net waren.
    Etwa ein hal­bes Jahr­hun­dert genos­sen wir eine gewis­se gei­sti­ge Frei­heit der Kin­der GOt­tes.
    Doch ab jetzt zie­hen wie­der Zen­sur und Kon­trol­le ein, etwa durch eine Art Syn­he­d­r­i­on unter dem Vor­sitz von Amy-Jill Levi­ne…

  5. Auf welch einem Niveau sind wir inzwi­schen ange­langt ?
    Der Pro­le­ta­ris­mus kämpft wei­ter für eine tota­le Nivel­lie­rung von Allem und hat im Kle­rus glü­hen­de Ver­fech­ter.
    Aber ich bin sicher, es geht noch schlim­mer !

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